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Mra/Fragment 141 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 141, Zeilen: 1-33
Quelle: Lipp 1994
Seite(n): 106, 107, 108, Zeilen: 106: 23 ff., 107: 1, 108: 20 ff.
[Wie die Großfamilie bietet ihnen die Volksgruppe Rückhalt, schränkt zu-]gleich aber auch die Entscheidungsfreiheit und den Aufstieg des Einzelnen ein. Zwei Entwicklungen tragen zur Abschließung bei: der militante Islam, aus dem junge Nordafrikaner der zweiten Generation ein neuartiges Selbstbewusstsein ziehen und die Polygamie unter den schwarzafrikanischen Einwanderern.568 Die Lage nimmt vorzivilisatorische, ja vielleicht stammeskulturelle Züge an.

Zieht man nun ein Resümee, so lässt sich für den Multikulturalismus auch theoretisch, ordnungs- und institutionentheoretisch, kaum ein Argument finden, das Praktikabilität suggerierte. Mit dem formalen Appell an die Menschenrechte allein und der Geste der Menschheitsverbrüderung lässt sich den Problemen, die nicht nur eine moralische, sondern auch eine sozialökonomische Seite haben, die für Mensch und Gesellschaft mit gravierenden Zwängen, Friktionen und Belastungen verbunden ist, jedenfalls nicht beikommen. Auch der eilfertige Vorwurf, wer Einwanderung in Frage stelle und Fremde nicht herzlichst begrüße, sei „Rechtsextremer“ kann zur Diskussion nichts beitragen. Kriminalität, Gewaltausbrüche und jener vielfach drohender mafiöse Bandenkampf, der mit Ethno-Ghetto-Konglomeration einhergeht, werden auf diese Weise nicht verhindert, sondern eher verstärkt.

Multikulturalismus unter ideologischem Aspekt stellt übrigens nichts anderes dar, als eine kaum verhüllte, agitatorisch-aggressive kulturpolitische Streitformel: „Kulturen aller Länder vereinigt euch gegen die Einheit.“569 Dies würde eine Art Klassenkampf bedeuten und hinterlässt den Eindruck eines Weltbürgerkrieges. Multikulturalismus, wie er sich dort heute entwickelt hat, ist nicht schlicht Pluralismus, er gleicht ihm allenfalls äußerlich. Bleibt Pluralismus an Einheit, übergeordneter kultureller Einheit, werthaft grundsätzlich ausgerichtet, zieht Multikulturalismus demgegenüber gegen Einheit zu Felde und bricht den kulturellen Konsens. Zumindest für die Vereinigten Staaten, die Vielfalt von Anfang an begrüßten und als Basiswert nicht nur ihrer Kultur, sondern von Demokratie und als Ausdruck von Freiheit verstanden, ist inzwischen offensichtlich geworden, dass Multikulturalismus weniger das Neben- und Miteinander, als das Gegeneinander der Kulturen bewirkt. In Absage an die alte liberale Hoffnung, die Neue Welt fungiere als „Schmelztiegel“, sog. melting-pot, der quer durch die Einwandererkulturen hindurch eine niveauvolle, fortschrittlichere, einheitliche westliche Kultur vermittele, betreibt der gegenwärtige amerikanische Multikulturalismus den Aufstand gegen den Westen, die Demontage der klassischen kulturellen Herkunft von Europa, die Trockenlegung traditioneller okzidentaler Bildungswerte, Verhaltensstile und Rationalitätskriterien. Namhafte amerikanische Intellektuelle haben den Zusammenhang inzwischen registriert und sie reagieren bestürzt darauf.570


568 Lipp, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 95.

569 Lipp, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 95.

570 Lipp, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 95.

[Seite 106]

„[...] Wie die Großfamilie bietet (ihnen) die Volksgruppe ... Rückhalt, schränkt aber auch die Entscheidungsfreiheit und den Aufstieg des einzelnen ein. Zwei Entwicklungen der letzten Jahre tragen zur Abschließung bei: der militante Islam, aus dem junge Nordafrikaner der zweiten Generation ein neuartiges Selbstbewußtsein ziehen, und die Polygamie unter den (schwarz) afrikanischen (Einwanderern)“ (von Münchhausen, 1994). Die Lage nimmt vorzivilisatorische, ja vielleicht stammeskulturelle Züge an.

Nimmt man die Anzeichen zusammen, läßt sich für Multikulturalismus auch theoretisch - ordnungs- und institutionentheoretisch - kaum ein Argument finden, das Praktikabilität suggerierte. Mit „Lichterketten“ allein, dem Appell an „Menschenrechte“ und der Geste der Menschheitsverbrüderung läßt sich den Problemen - die nicht nur eine weltumschließende moralisch-moralistische, sondern eine knappheitsdiktierte (sozial)ökonomische Seite haben, die für Mensch und Gesellschaft mit gravierenden Zwängen, Friktionen und Belastungen verbunden ist - jedenfalls nicht beikommen. Auch der eilfertige - und um so verantwortungslosere - Vorwurf, wer Einwanderung in Frage stelle und „Fremde“ nicht liebend umarme, sei „Rechtsextremer“ u.d.h., im fanatisierten rhetorischen Keulenschlag, nackter „Rassist“ (vgl. nur Bielefeld, 1991), wird hier nicht weiterführen. Kriminalität, Gewaltausbrüche und jener vielfach drohende mafiose Bandenkampf, der mit Ethno-Ghetto-Konglomeraten einhergeht (vgl. z. B. Heitmeyer, 1994), werden durch aufputschende ideologische Drogen dieser Art, so modisch sie geworden sind, nicht verhindert, sondern

[Seite 107]

verstärkt; [...]

[Seite 108]

These 15

Anzumerken an dieser Stelle ist im übrigen, daß Multikulturalismus, ideologisch ins Prinzipielle gewendet, nichts anderes darstellt als eine kaum verhüllte, agitatorisch-aggressive kulturpolitische Streitformel. „Kulturen aller Länder vereinigt euch“, hieße diese Formel dann im Klartext: „vereinigt euch gegen die Einheit“, und sie röche nicht nur scharf nach Klassenkampf, sondern hinterließe den Geschmack des „Weltbürgerkriegs“ (Kesting, 1959). Multikulturalismus, wie er sich heute entwickelt hat, ist nicht „Pluralismus“; er gleicht ihm allenfalls äußerlich. Bleibt Pluralismus an Einheit - übergeordneter kultureller Einheit - werthaft grundsätzlich ausgerichtet, zieht Multikulturalismus gegen Einheit zu Felde; er „bricht den kulturellen Konsens“ (vgl. f.a. Feuer, 1991). Zumindest für die Vereinigten Staaten, die Vielfalt von Anfang an bejahten und als Grundlage nicht nur ihrer Kultur, sondern von Demokratie und als Ausdruck von Freiheit verstanden, ist inzwischen evident, daß Multikulturalismus weniger das Neben- und Miteinander als das Gegeneinander der Kulturen propagiert: In Absage an die alte liberale Hoffnung, die Neue Welt fungiere als „Schmelztiegel“ (vgl. dazu Glazer/Moynihan, 1964), der quer durch die Einwandererkulturen hindurch eine niveauvollere, fortschrittlichere, einheitliche „westliche Kultur“ vermitteln werde, betreibt der gegenwärtige amerikanische Multikulturalismus den Aufstand gegen den Westen, die Demontage der klassischen kulturellen Herkunft von Europa, die Trockenlegung traditioneller okzidentaler Bildungswerte, Verhaltensstile und Rationalitätskriterien. Namhafte amerikanische Intellektuelle haben den Zusammenhang inzwischen registriert (vgl. neben Feuer, 1991, auch Horowitz, 1991; ferner z.B. Schlesinger, 1991), und sie reagieren bestürzt darüber.

Anmerkungen

Die Quelle ist dreimal genannt, doch bleibt die weitgehende Wörtlichkeit der Übernahme ungekennzeichnet.

Der Text aus von Münchhausen (1994) am Anfang ist anders als in der Quelle nicht mehr als Zitat erkennbar.

Sichter
(Klgn) Schumann

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