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Mra/Fragment 150 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 150, Zeilen: 1-14, 16-32, 35-44
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 226, 229, 235-238 256, Zeilen: 226: 15 ff.; 229: 28 ff.; 235: 22 ff.; 237: 12 ff.; 238: 1 ff.; 256: 8 ff.
[Menschrechte [sic] als individuelle Autonomie- und Gleichheitsrechte, die von der Gesellschaft] mittels der Beschränkung des staatlichen Handlungsbereiches institutionell geschützt werden müssen, können durch nicht-westliche Auffassungen von Menschenwürde bereichert werden, die im Westen vielleicht manchmal fehlen. Sie können auch um ökonomische und soziale Rechte erweitert werden. Individuelle Menschenrechte, wie z.B. das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Individuums, sind natürlich vorgegeben, auch wenn sie von Diktatoren verletzt werden. Es ist richtig, dass diese ursprünglich liberalen Werte nicht mehr länger auf die politische Tradition des europäischen Liberalismus beschränkt werden können. Abstrakter Individualismus, rein politische Rechte ohne soziale Gerechtigkeit und ein formalpartizipatorisches Politikverständnis sind durchaus Fehlentwicklungen der liberalen Theorie. In unserer Zeit werden diese liberalen Defizite im Rahmen einer Neubewertung des zeitgenössischen Liberalismus daher diskutiert. Dennoch können wir nicht übersehen, dass unser modernes Menschenrechtsverständnis auf der Globalisierung europäischer Errungenschaften, vor allem auch der Demokratie, basiert. Die ursprünglich liberalen Werte bestimmen unser Verständnis von Demokratie. Vertreter des anti-westlichen Denkens qualifizieren die westliche Demokratie schlichtweg ab, um von der politischen Willkürherrschaft in ihren eigenen Ländern abzulenken. Eine innovative Einbindung der ursprünglich europäischen Tradition der Menschenrechte in nicht-westliche lokale Kulturen erscheint erforderlich. Diese kulturelle Synthese beinhaltet die Artikulation der angesprochenen Rechte durch lokal-kulturelle, vermittelnde Elemente, ohne das fundamentale und globale Anliegen zu vernachlässigen; die Freiheit des Individuums als ein freies Subjekt. Eine kulturelle Aneignung der Menschenrechte durch Nicht-Europäer vormoderner Kulturen bleibt fraglich, wenn dabei die individuellen Freiheiten außer Acht bleiben. Darüber hinaus müsste ein internationaler, d.h. kulturübergreifender Standard der Menschenrechte auf einer globalen Ebene verbindlich etabliert werden. Unsere Aufgabe müsste es sein, die entsprechenden lokal-kulturellen Werte mit der Universalität der Menschenrechte in einer Situation zu vereinbaren, in welcher es an einer „universellen“ Moralität fehlt. Der globale Werte-Konsens kann dieses Fehlen kompensieren und die Grundlage für eine internationale Moralität schaffen. Auf den Islam bezogen bedeutet der skizzierte Bezugsrahmen, dass nicht ein Auferlegen der Menschenrechte, sondern eine kulturelle Synthese anzustreben ist. Die Durchführbarkeit und Entfaltung einer auf der angestrebten Synthese basierenden islamischen Menschenrechtstradition erfordert die Einbettung des islamischen Weltbildes in einen universellen, pluralistisch-kulturellen Menschenrechtskonsens. Nur dieser kann die Geltung dieser Rechte im Islam gewährleisten. Demokratische Strukturen sollten als institutionelle Rahmenbedingung, die sich für Menschenrechte entfaltet, ebenfalls vorhanden sein.

Der nächste Schritt wäre die Frage nach der realen Verwirklichung dieser Ideen und dem institutionellen Rahmen für ihre Durchsetzung, der die materielle Existenz von Menschenrechten gewährleistet. Von einem historischen Blickwinkel aus können wir argumentieren, dass nur die legale Herrschaft wirklich einen institutionellen Rahmen zum Schutz der Menschenrechte bietet. In einem freiheitlichen System ist die politische Herrschaft in einem zeitlich begrenzten Amt verkörpert und durch rechtlich-rationale, von Institutionen kontrollierte Bindung der zeitlich limitierten Herrschaft an ebenso institutionell gültige Normen definiert. Ein nur einer Person verliehenes Amt kann ihr institutionell wieder aberkannt werden, wenn der Amtsinhaber die festgesetzten Regeln des Amtes nicht befolgt: eine Unumkehrbarkeit dieser Entscheidung gibt es im Islam jedoch nicht. Ein ausdifferenziertes institutionelles System, in [dem eine nach dem Prinzip der Gewaltenteilung unabhängige und autonome Richterschaft eine zentrale Rolle spielt, ist der Hüter der legalen Herrschaft.]

Ich definiere die Menschenrechte als individuelle Autonomie- und Gleichheitsrechte, die von der Gesellschaft mittels der Beschränkung des staatlichen Handlungsbereiches institutionell geschützt werden müssen, können durch nicht-westliche Auffassungen von Menschenwürde bereichert werden, die im Westen vielleicht manchmal fehlen. Sie können auch um ökonomische und soziale Rechte erweitert werden.

[Seite 229]

Individuelle Menschenrechte, wie z.B. das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Individuums, sind natürlich vorgegeben, auch wenn sie von Diktatoren verletzt werden.

[Seite 235]

Es ist richtig, daß diese ursprünglich liberalen Werte nicht mehr länger auf die politische Tradition des europäischen Liberalismus beschränkt werden können. Abstrakter Individualismus, rein politische Rechte ohne soziale Gerechtigkeit und ein formal-partizipatorisches Politikverständnis sind durchaus Fehlentwicklungen der liberalen Theorie. In unserer Zeit werden diese liberalen Defizite im Rahmen einer Neubewertung des zeitgenössischen Liberalismus von vielen Publizisten und Wissenschaftlern diskutiert. Dennoch können wir nicht übersehen, daß unser modernes Menschenrechtsverständnis auf der Globalisierung europäischer Errungenschaften - vor allem der Demokratie - basiert. Die ursprünglich liberalen Werte bestimmen unser Verständnis von Demokratie.

[Seite 237]

Darunter verstehe ich die innovative Einbindung der ursprünglich europäischen Tradition der Menschenrechte in nicht-westliche lokale Kulturen. Diese kulturelle Synthese beinhaltet die Artikulation der angesprochenen Rechte durch lokal-kulturelle, vermittelnde Elemente, ohne das fundamentale und globale Anliegen zu vernachlässigen: die Freiheit des Individuums als ein freies Subjekt. Eine kulturelle Aneignung der Menschenrechte durch Nicht-Europäer vormoderner Kulturen bleibt fraglich, wenn dabei die individuellen Freiheiten außer acht bleiben.

[Seite 238]

Darüber hinaus müßte ein internationaler, d.h. kulturübergreifender Standard der Menschenrechte auf einer globalen Ebene konsensuell etabliert werden. Unsere Aufgabe müßte es sein, die entsprechenden lokalkulturellen Werte mit der Universalität der Menschenrechte in einer Situation zu vereinbaren, in welcher es an einer »universellen Moralität« fehlt. Der globale Werte-Konsens kann dieses Fehlen kompensieren und die Grundlage für eine internationale Moralität schaffen.

Auf den Islam übertragen bedeutet der skizzierte Bezugsrahmen, daß nicht ein Auferlegen der Menschenrechte, sondern eine kulturelle Synthese anzustreben ist. Die Durchführbarkeit und Entfaltung einer auf der angestrebten Synthese basierenden islamischen Menschenrechtstradition erfordert die Einbettung des islamischen Weltbildes in einen universellen, pluralistisch-kulturellen Menschenrechtskonsens. Nur dieser kann die Geltung dieser Rechte im Islam gewährleisten.

[Seite 256]

Der nächste Schritt wäre, die Frage nach der realen Verwirklichung dieser Ideen und dem institutionellen Rahmen für ihre Durchsetzung, der die materielle Existenz von Menschenrechten gewährleistet, zu stellen. [...] Von einem historischen Blickwinkel aus können wir dann argumentieren, daß nur die legale Herrschaft wirklich einen institutionellen Rahmen zum Schutz der Menschenrechte bietet.

In einem die Bezeichnung »legal« verdienenden politischen System ist politische Herrschaft in einem zeitlich begrenzten Amt verkörpert und - als überaus wichtiges Kriterium - durch rechtlich-rationale, von Institutionen kontrollierte Bindung der zeitlich limitierten Herrschaft an ebenso institutionell gültige Normen definiert. Ein einer Person verliehenes Amt kann ihr institutionell wieder aberkannt werden, wenn der Amtsinhaber die festgesetzten Regeln des Amtes nicht befolgt; eine Amtsenthebung gibt es im Islam jedoch nicht. Ein ausdifferenziertes institutionelles System, in dem eine nach dem Prinzip der Gewaltenteilung unabhängige und autonome Richterschaft eine zentrale Rolle spielt, ist der Hüter jeder legalen Herrschaft.

Anmerkungen

Nur zwei Sätze finden sich nicht wörtlich in der Quelle (und werden bei der Zeilenzählung nicht berücksichtigt).

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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