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Mra/Fragment 166 13

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 166, Zeilen: 13-17, 22-40
Quelle: Hanf 1991
Seite(n): 70 ff., Zeilen: 70: 7 ff.; 71: 1 ff.; 72: 1 ff.
Was immer an ethnischer, sprachlicher oder religiöser Vielfalt in einem Staat besteht, wird nicht nur hingenommen, sondern als Reichtum der Gesellschaft bewertet und gefördert, die Vielfalt wird positiv als Charakteristikum einer übergreifenden Einheit gewertet. Möglich wird dies durch eine strikte Gleichbehandlung aller ethnischen Gruppen und durch Respektierung ihrer kulturellen Eigenart, aber gleichzeitig durch ihre Entpolitisierung. [...]

Sie finden sich dennoch sowohl in autoritär wie liberal demokratisch verfassten Vielvölkerstaaten und ignorieren Menschen bzw. Freiheitsrechte in unterschiedlicher Art und Weise. Diese Regelungen werden allerdings nun häufig mit Versuchen verknüpft, das aus ethnischer Vielfalt resultierende Konfliktpotential zu vermindern, um eine Regelung zu erreichen. Unter diesen Versuchen lassen sich vor allem zwei Mechanismen beobachten: föderalistische Machtdezentralisierung und Kulturautonomie. Föderalismus wirkt konfliktmindernd, da er solchen politischen Kräften, die nicht an der gesamtstaatlichen Macht teilhaben, durch die Möglichkeit regionaler Machtteilhabe eine Befriedigung verschafft, die sie von desperater Totalopposition abgrenzt. Eine ähnliche Wirkung kann auch dem Mechanismus der Kulturautonomie zugeschrieben werden. Dominanzsysteme werden nur zugelassen, wenn die politische wie kulturelle Überlegenheit der herrschenden Gruppe völlig unzweifelhaft ist; in diesem Falle nimmt Kulturautonomie nicht selten einen zwiespältigen Charakter an: Sie bewahrt zwar die Identität der dominierten Gruppe, wirkt aber gleichzeitig durch den mit ihr verbundenen Ausschluss von der herrschenden Kultur diskriminierend. Die beiden Konfliktminderungsmechanismen sind von unterschiedlicher Eignung für unterschiedliche multi-ethnische Problemlagen. Auf den ersten Blick scheint Föderalismus vor allem für Staaten mit klaren Siedlungsgrenzen geeignet zu sein. Kulturautonomie dagegen für Gemengelagen. Beide Mechanismen können durchaus miteinander verbunden sein und sich ergänzen.

Was immer an ethnischer, sprachlicher oder religiöser Vielfalt in einem Staat besteht, wird nicht nur hingenommen, sondern als Reichtum einer Gesellschaft bewertet und gefördert - die Vielfalt wird positiv als Charakteristikum einer übergreifenden Einheit gewertet. Möglich wird dies durch eine strikte Gleichbehandlung aller ethnischen Gruppen und durch Respektierung ihrer kulturellen Eigenart, aber gleichzeitig durch ihre Entpolitisierung. [...]

Die dargestellten fünf Hauptformen der Konfliktregelung finden sich sowohl in autoritär wie liberal demokratisch verfaßten Vielvölkerstaaten, wenn auch in unterschiedlicher Verteilung.

[Seite 71:]

In den meisten politischen Systemen, die eine der verbliebenen vier Regelungsformen verwenden, weiden diese verbunden mit Versuchen, das aus ethnischer Vielfalt resultierende Konfliktpotential zu vermindern, um die Regelung zu erleichtern. Unter diesen Versuchen lassen sich vor allem zwei Mechanismen beobachten: föderalistische Machtdezentralisierung und Kulturautonomie.

Föderalismus wirkt konfliktmindernd, da er solchen politischen Kräften, die nicht an der gesamtstaatlichen Macht teilhaben, durch die Möglichkeit regionaler Machtteilhabe eine Befriedigung verschafft, die sie von desperater Totalopposition abhält.

[...]

Ähnliches gilt auch für den Mechanismus der Kulturautonomie. Dominanzsysteme lassen sie nur dann zu, wenn die politische wie die kulturelle

[Seite 72:]

Überlegenheit der herrschenden Gruppe völlig unzweifelhaft ist; in diesem Falle nimmt Kulturautonomie nicht selten einen zwiespältigen Charakter an: Sie bewahrt zwar die Identität der dominierten Gruppe, wirkt aber gleichzeitig durch den mit ihr verbundenen Ausschluß von der herrschenden Kultur diskriminierend. [...]

Die beiden Konfliktminderungsmechanismen sind von unterschiedlicher Eignung für unterschiedliche multi-ethnische Problemlagen. Auf den ersten Blick scheint Föderalismus vor allem für Staaten mit klaren Siedlungsgrenzen ethnischer Gruppen geeignet zu sein, Kulturautonomie hingegen für Gemengelagen. [...] Beide Mechanismen können durchaus miteinander verbunden sein und sich ergänzen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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