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Mra/Fragment 191 19

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 191, Zeilen: 19-30
Quelle: Hanf 1991
Seite(n): 79, Zeilen: 13 ff.
Dies ist deshalb so, weil Bildung sowohl eine allokative wie sozialisierende Funktion hat, die nicht allein den Status und die Einstellungen von Individuen, sondern auch die ethnischen Gruppen entscheidend bestimmt. Zugang zu Bildungssystemen und Erfolge in ihnen haben Auswirkungen auf Prestige und Einkommen, sie determinieren die Lebenschancen. Bildungsprivilegien werden ebenso vehement verteidigt, wie Bildungsdiskriminierung andererseits bekämpft wird. Solche Konflikte sind nicht selten noch schärfer als unmittelbare Konflikte um Einkommen und Vermögen, da viele Menschen zwar bereit sind, ihre eigene Benachteiligung hinzunehmen, aber nicht mehr die ihrer Kinder. Gerade der meritokratische Anspruch moderner Bildungssysteme stellt die Hinnahme askriptiver Statuszuweisung oder traditioneller ethnischer Hierarchien in Frage.782 Versuche der Aufrechterhaltung ungleicher Bildungschancen sind daher besonders geeignet, offenen ethnischen Konflikt zu provozieren.

782 Hanf, in: Fröschl/Mesner/Ra´anan, Staat und Nation in multi-ethischen Gesellschaften, Wien 1991, S. 79.

Bildungspolitik steht häufig im Zentrum ethnischer Konflikte. Dafür gibt es gute Gründe. Bildung hat sowohl allokative wie sozialisierende Funktionen, die nicht allein den Status und die Einstellungen von Individuen, sondern auch von ethnischen Gruppen entscheidend mitbestimmen.46

Zugang zu Bildungssystemen und Erfolge in ihnen haben Auswirkungen auf Prestige und Einkommen, sie determinieren Lebenschancen. Bildungsprivilegien werden ebenso erbittert verteidigt, wie Bildungsdiskriminierung bekämpft. Solche Konflikte sind nicht selten noch schärfer als unmittelbare Konflikte um Einkommen und Vermögen, da viele Menschen zwar bereit sind, ihre eigene Benachteiligung hinzunehmen, aber nicht mehr die ihrer Kinder. Gerade der meritokratische Anspruch moderner Bildungssysteme stellt die Hinnahme askriptiver Statuszuweisung oder traditioneller ethnischer Hierarchien in Frage. Versuche der Aufrechterhaltung ungleicher Bildungschancen sind daher besonders geeignet, offenen ethnischen Konflikt zu provozieren.


46 Zum folgenden vgl. Theodor Hanf, The Political Function of the Educational System in Culturally Segmented States, in: Zeitschrift für erziehungs- und sozialwissenschaftliche Forschung, Jg. 1/2 (1984), S. 281-299.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 782 genannt.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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