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Mra/Fragment 195 06

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 6-15
Quelle: Luft 2007
Seite(n): 263, Zeilen: l.Sp. 23 ff.
Im Gegenzug wird immer wieder laut, dass der Arbeitsmarkt zusätzlicher Arbeitskräfte bedürfe und es deshalb weitere Zuwanderung geben müsse.800 Auch die EU-Kommission spricht sich dafür aus.801 Dies erscheint allerdings im Hinblick auf rund sieben Millionen Beschäftigungsmöglichkeiten unplausibel.802 Die erste Aufgabe muss darin bestehen, den hier bereits lebenden Zuwanderern den Eintritt in gesicherte Beschäftigungsverhältnisse zu ermöglichen. Dazu müssen in erster Linie die Qualifizierungsdefizite überwunden werden803, denn arbeitsmarkt-orientierte Zuwanderung sollte weiterhin nicht generell als Ausgleich für Versäumnisse in der Bildungspolitik fungieren. Eine zunehmende Zuwanderung Geringqualifizierter würde Verdrängungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt verstärken, die Konkurrenz im Niedriglohnsektor und bei den „prekären Beschäftigungsverhältnissen“ verschärfen sowie die Gefahr einer weiteren Belastung der sozialen Sicherungssysteme bedeuten.804

800 Ausführlich bei Luft, ZAR 2007, 261.

801 Kommission der Europäischen Gemeinschaften, KOM (2004) 811, 13.

802 Hickel, Kassensturz. Sieben Gründe für eine andere Wirtschaftspolitik, Reinbeck 2006.

803 Reinberg/Hummel, Höhere Bildung schützt auch in der Krise vor Arbeitslosigkeit, Nürnberg 2005.

804 Ausführlich zu den ökonomischen Folgen von Wanderungsentscheidungen Steinmann, ZAR 2007, 222 m. w. N.; Borella, ZAR 2007, 229.

Auch die EU-Kommission spricht sich für eine intensivierte »Politik zur Anwerbung von Wirtschaftsmigranten und zur Erleichterung ihrer Aufnahme« aus.21 Das ist angesichts der genannten Zahlen sowie einer Arbeitsplatzlücke von insgesamt rund sieben Millionen Beschäftigungsmöglichkeiten in Deutschland22 unplausibel. [...] Die erste Aufgabe muss darin bestehen, den hier bereits lebenden Zuwanderern den Eintritt in gesicherte Beschäftigungsverhältnisse zu ermöglichen. [...] Dazu müssen in erster Linie die Qualifizierungsdefizite überwunden werden. »Arbeitsmarktorientierte Zuwanderung sollte weiterhin nicht generell als Ausgleich für Versäumnisse in der Bildungspolitik fungieren [...]«, stellt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit fest.24 Eine zunehmende Zuwanderung Geringqualifizierter würde Verdrängungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt verstärken, die Konkurrenz im Niedriglohnsektor und bei den »prekären Beschäftigungsverhältnissen«25 verschärfen sowie die Gefahr einer weiteren Belastung der sozialen Sicherungssysteme bedeuten.

21 Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Grünbuch über ein EUKonzept zur Verwaltung der Wirtschaftsmigration«, KOM(2004) 811, S. 13.

22 Vgl. Hickel, Kassensturz. Sieben Gründe für eine andere Wirtschaftspolitik, Reinbeck 2006, S. 13.

24 Stellungnahme des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit für die Öffentliche Anhörung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages am 16.1.2002, S. 4.

25 Vgl. Dörre, Prekäre Arbeit und soziale Desintegration, in: Vorgänge, H. 4/2006, S. 13-22.

Anmerkungen

Quelle ist unmittelbar vor dem übernommenen Abschnitt in Fn. 800 genannt.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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