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Mra/Fragment 196 06

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 6-23
Quelle: Zerger 2009
Seite(n): 86, 87, 88, Zeilen: online
Zum Umfang aktueller und zukünftiger klima- bzw. umweltbedingter Wanderungsbewegungen existieren zwar unterschiedliche Schätzungen, allerdings kann kein Migrationsforscher die komplexen Wechselwirkungen der verschiedenen Faktoren bestimmen. Als allgemein anerkannt erscheint allerdings die Zahl von 25 Mio. Umweltflüchtlingen810, wobei dieser Begriff, oder auch der des Klimaflüchtlings, relativ neu ist und eine allgemein akzeptierte Definition noch nicht existiert. Dies wiederum wirft vor allem völkerrechtliche Probleme auf, denn für den Status als international anerkannter Flüchtling ist die Fluchtursache entscheidend. Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 und das aus dem Jahre 1967 stammende Zusatzprotokoll erkennen jede Person als Flüchtling an, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will.“ Umweltgründe oder klimatische Veränderungen sind darin also (bislang) nicht vorgesehen.811

Was schließlich zu einer handlungsleitenden Wanderung führt, wird im Einzelfall bei verschiedensten klimatischen, ökonomischen und sozialen Migrations- bzw. Fluchtursachen nur schwer zu ermitteln sein.


810 So beispielsweise auch Stern, The Economics of Climate Change. The Stern Review. Cambridge 2006.

811 Vgl. zur Frage der Ausweitung der GFK oder alternativer Modelle, Zerger, ZAR 2009, 85.

Zum Umfang aktueller und künftiger klima- bzw. umweltbedingter Wanderungsbewegungen existieren verschiedene Schätzungen und Prognosemodelle,9 allerdings kann kein Migrationsforscher exakt die komplexe Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Konfliktkonstellationen und deren Einfluss auf Migration10 bestimmen.

[Seite 87]

Die erste Schätzung von ca. 25 Mio. Umwelflüchtlingen wurde später immer wieder aufgegriffen, so etwa 2001 im World Disasters Report der Internationalen Roten Kreuz und Roten Halbmond Organisation, ebenso die erwarteten 200 Mio., etwa im Stern Report zur Fussnote11 oder im IPCC.12

[Seite 88]

Da keine allgemein akzeptierte Definition der Termini existiert, scheint eine Begriffsklärung dringend notwendig. [...] Es müsste also auf jeden Fall zwischen klimatischen, ökonomischen und sozialen Migrations- bzw. Fluchtursachen differenziert werden. In der Praxis dürfte dies allerdings nur schwer und kaum trennscharf zu bewerkstelligen sein. [...] Für den Status als international anerkannter Flüchtling ist jedoch die Fluchtursache entscheidend.

5. Zum Rechtsstatus von Klima- bzw. Umweltflüchtlingen und -migranten

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 und das Zusatzprotokoll von 1967 sehen vor, jede Person als Flüchtling anzuerkennen, die »aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will«. Umweltgründe und klimatische Veränderungen sind darin nicht verankert.


9 Kritisch dazu Black, Environmental Refugees: Myth or Reality? Working Paper No. 34, UNHCR, 2001.

10 Vgl. Hugo, Environmental Concerns and International Migration, International Migration Review 30, 1996, S. 105-131. Clark, Environmentally Induced Migration and Conflict, Berlin, 2007

11 Stern, The Economics of Climate Change: The Stern Review, Cambridge, 2006.

12 Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC): Climate Change 2001. Impacts, Adaptation and Vulnerability – Summary for Policy Makers, Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the IPCC, Geneva 2001

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 811 genannt; dass auch der Inhalt davor und danach - teils wörtlich - aus ihr stammt, wird nicht deutlich.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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