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Mra/Fragment 216 07

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 216, Zeilen: 7-24
Quelle: Groß 2007
Seite(n): 319, Zeilen: online
Seit das Thema Integration überhaupt entdeckt worden ist, ist ein Trend zur Vorverlagerung und Verschärfung der Anforderungen festzustellen.

Kaum jemand bezweifelt, dass es sinnvoll ist, die Kenntnis der Sprache des Landes953 zu fördern, in dem man lebt. Sie ist Voraussetzung für die Beteiligung am gesellschaftlichen und erst recht am politischen Leben. Strittig ist hier lediglich, mit welchen Mitteln die offensichtlich vorhandenen Defizite am besten beseitigt werden können. Die erste Generation der Integrationskurse war jedenfalls zu stark standardisiert und hat deshalb unbefriedigende Ergebnisse gebracht. Problematisch ist die zweite positive Integrationsforderung, wenn sie im Sinne der Forderung nach einer „Leitkultur“ auf eine weitgehende kulturelle Integration zielen würde. Dieser Zweck wurde in der politischen Debatte insbesondere mit den Einbürgerungstests verbunden. Dagegen spricht jedoch, dass es in einer liberalen und pluralistischen Gesellschaft keine staatlichen Vorgaben für moralische und soziale Normen geben kann, die über die für alle verbindliche Rechtsordnung hinausgehen. Insbesondere muss die religiöse Sphäre in einem säkularen Staat Privatsache bleiben. Allgemeine staatsbürgerliche Kenntnisse sind dagegen durchaus sinnvoll. Es geht dann aber um Wissensvermittlung, während die paternalistische Bemühung, durch staatlich angeordnete Kurse eine emotionale Bindung an das neue Heimatland zu schaffen, einem freiheitlichen Verständnis der Verfassungsordnung widerspricht und auch kaum erfolgreich sein wird.954


953 Details siehe oben unter D II.

954 Ein Fortschrittsbericht zum Integrationsplan findet sich z.B. bei Krüger Potratz/Schiffauer, Migrationsreport 2010, Frankfurt am Main 2011, S. 238 ff.

Seit das deutsche Migrationsrecht das Thema Integration entdeckt hat, ist ein Trend zur Vorverlagerung und Verschärfung der Anforderungen festzustellen. ...]

Kaum jemand bezweifelt, dass es sinnvoll ist, die Kenntnis der Sprache des Landes zu fördern, in dem man lebt. Sie ist Voraussetzung für die Beteiligung am gesellschaftlichen und erst recht am politischen Leben. Strittig ist hier lediglich, mit welchen Mitteln die offensichtlich vorhandenen Defizite am besten beseitigt werden können. Die erste Generation der Integrationskurse war jedenfalls zu stark standardisiert und hat deshalb unbefriedigende Ergebnisse gebracht. [...]

Problematisch ist die zweite positive Integrationsanforderung, wenn sie im Sinne der Forderung nach einer »Leitkultur« auf eine weitgehende kulturelle Integration zielt.46 Dieser Zweck wurde in der politischen Debatte insbesondere mit den Einbürgerungstests verbunden. Dagegen spricht jedoch, dass es in einer liberalen und pluralistischen Gesellschaft keine staatlichen Vorgaben für moralische und soziale Normen geben kann, die über die für alle verbindliche Rechtsordnung hinausgehen.47 Insbesondere muss die religiöse Sphäre in einem säkularen Staat Privatsache bleiben. Allgemeine staatsbürgerliche Kenntnisse sind dagegen durchaus sinnvoll. Es geht dann aber um Wissensvermittlung, während die paternalistische Bemühung, durch staatlich angeordnete Kurse eine emotionale Bindung an das neue Heimatland zu schaffen, einem freiheitlichen Verständnis der Verfassungsordnung widerspricht und auch kaum erfolgreich sein wird.


46 Zur politischen Debatte vgl. Keskin (o. Fn. 2), S. 74 ff.

47 Santel, Politische Bildung 3/2006, 9 (17).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Angesichts der nur oberflächlichen Änderungen ist auch eine Einordnung als Komplettplagiat denkbar.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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