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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Frangge
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 10-28, 103
Quelle: Schönhoven 2004
Seite(n): 112, Zeilen: 05-34, 101-102
Auch wenn im Regierungskabinett der Großen Koalition der Minister für gesamtdeutsche Fragen, der Außenminister und der Kanzler von Amtswegen [sic] für die Deutschlandpolitik verantwortlich waren, gab es doch auf keinem anderen Politikfeld während der Großen Koalition so viele echte oder selbstberufene Fachleute wie auf dem Feld der Deutschlandpolitik, wo sich die Innen- und Außenpolitik, die Ost- und Westpolitik sowie die Sicherheits- und Entspannungspolitik überschnitten. Strauß, vor allem in seiner Funktion als CSU-Vorsitzender, und Verteidigungsminister Schröder, der von 1961 bis

1966 das Auswärtige Amt geleitet hatte, brachten sich immer wieder stark in die deutschlandpolitischen Debatten ein. Dies galt auch für die beiden Fraktionsvorsitzenden Barzel und Schmidt, die nicht nur für die parlamentarische Fraktionsarbeit, sondern auch für die parlamentarische Kontrolle der Bundesregierung zuständig sein wollten.[FN 435] Hinzu kamen neben den anderen Kabinettsmitgliedern und den Bundestagsabgeordneten auch die Staatssekretäre und die persönlichen Mitarbeiter. Es war abzusehen, dass die Große Koalition „ein breites Spektrum konträrer Vorstellungen“[FN 436] aufzeigte, wenn es um konkrete gemeinsame Schritte für einen neuen Anlauf in der Deutschlandpolitik ging. Es mangelte dabei auch nicht an Publizisten, an Wissenschaftlern, an Kulturschaffenden, an Ministerialbeamten und Diplomaten, die sich auch mit den Problemen der deutschen Frage auseinander setzten und ihre Ideen und Vorschläge in die Debatten der Parteien, der Verbände und in die Medien einfließen ließen [...].

[ [FN 435]: Dies erklärte Schmidt am 6.1.1967 in einem Brief an den Geschäftsmann Otto A. Friedrich: AdsD, Depositum Helmut Schmidt, Ordner 5345.]

[FN 436]: Schneider, Franz, Die Große Koalition ‒ zum Erfolg verurteilt?, Mainz 1968, S. 94.

Auf keinem anderen Politikfeld tummelten sich während der Ära der Großen

Koalition so viele berufene oder selbsternannte Experten wie auf dem Feld der Deutschlandpolitik, wo sich Innen- und Außenpolitik, Ost- und Westpolitik sowie Sicherheits- und Entspannungspolitik der Bundesrepublik überschnitten und miteinander verzahnten. Schon deshalb mangelte es auch nicht an Politikern und Publizisten, an Wissenschaftlern und Repräsentanten des kulturellen Lebens, an Ministerialbeamten und Diplomaten, die sich mit den vielfältigen Problemen der Deutschlandfrage befassten und ihre Vorstellungen und Anregungen in die Dauerdiskussionen der Parteien und Verbände, der Medien [...] einbrachten. Im Kabinett der Großen Koalition waren der Bundeskanzler und der Außenminister sowie Herbert Wehner als Gesamtdeutscher Minister von Amts wegen für die Deutschlandpolitik zuständig. Aber auch Finanzminister Franz Josef Strauß, vor allem in seiner Funktion als CSU-Vorsitzender, oder Verteidigungsminister Gerhard Schröder, der von 1961 bis 1966 das Auswärtige Amt geführt hatte, fühlten sich zur intensiven Mitsprache berufen. Dies gilt auch für die beiden Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel und Helmut Schmidt, die nicht nur für die parlamentarische Rückendeckung, sondern auch für die parlamentarische Kontrolle der Regierung zuständig sein wollten. Hinzu kamen neben den anderen Kabinettsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten die neu ernannten Parlamentarischen Staatssekretäre und persönlichen Mitarbeiter. [...]

Bei diesen Voraussetzungen konnte es nicht verwundern, dass „ein breites Spektrum konträrer Vorstellungen“ die Große Koalition durchzog[FN 60], wenn es um die Definition von deutschlandpolitischen Eckpunkten und um konkrete gemeinsame Schritte im noch weitgehend unerschlossenen Niemandsland der deutsch-deutschen Beziehungen ging.

[FN 60] So Franz Schneider in seiner zeitgenössischen Studie Die Große Koalition ‒ zum Erfolg verurteilt? Mainz 1968, S. 94.

Anmerkungen

Übernahme mit Umstellungen und Literaturreferenz; keine Nennung der tatsächlichen Quelle.

Sichter
Frangge

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