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Mw/Fragment 171 18

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Frangge, Plagin Hood, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 171, Zeilen: 18-30
Quelle: Hanrieder 1995
Seite(n): 195, Zeilen:
Trotzdem war die Ostpolitik der Bundesregierung nicht unbedacht gewesen. Ihre Intention, zu Osteuropa verstärkte Kontakte für eine künftige Lösung der deutschen Frage einzuleiten oder wenigstens die Reputation Deutschlands in Osteuropa wieder herzustellen, war sowohl politisch als auch moralisch sehr begrüßenswert. Es hätten kaum andere Optionen existiert, wenn die Bundesregierung nicht mehr in einer starren Rolle in der dynamischen Weltpolitik der 1960er Jahre verharren wollte. Obwohl die Bundesregierung betonte, dass sie ihre Politik der Verständigung mit dem Ostblock weiterführen wolle, erschien ein Einlenken auf sowjetische Forderungen in der deutschen Frage aber sinnlos, da Moskau nun scheinbar jegliche Liberalisierungstendenzen in Osteuropa mit militärischen Mitteln unterbinden wollte. Obgleich die Sowjetunion eine bilaterale Entspannung mit den USA nicht ablehnte, gestand sie ihrem Einflussbereich eine eigene Koexistenzpolitik mit den Westen nicht zu. Es waren also gerade die Erfolge der Bonner Ostpolitik in Bukarest, Prag und Belgrad, die im [größeren Zusammenhang zu einem Rückschlag für die Bonner Ostpolitik führten.] Dies lag nicht daran, daß die Politik der "Öffnung nach Osten" fehlgeleitet gewesen wäre. Die Absicht der Großen Koalition, zu Osteuropa verstärkte Kontakte für eine künftige Lösung der deutschen Frage zu schaffen oder wenigstens die Rehabilitierung Deutschlands in Osteuropa einzuleiten, war sowohl moralisch wie politisch verdienstvoll. Es hatten kaum sinnvolle politische Alternativen bestanden, wollte die Bundesrepublik nicht in wachsendem Maß zu einer überholten, statischen Rolle in der dynamischen Ost-West-Diplomatie der sechziger Jahre verurteilt bleiben. Dennoch hatte sich mit der Invasion die Situation für die Bonner Regierung verschlechtert. Obwohl die Große Koalition betonte, daß sie ihre Politik der Verständigung mit dem Ostblock fortzuführen gedachte, erschien ein Eingehen auf sowjetische Forderungen in der deutschen Frage hoffnungslos, wo nun offensichtlich die Sowjetunion weiterhin Liberalisierungstendenzen in Osteuropa mit Waffengewalt zum Scheitern verurteilt hatte.

Es bestand ein indirekter aber wesentlicher Zusammenhang zwischen der flexibleren Ostpolitik der Großen Koalition und den Ereignissen vom August 1968. Obgleich die Sowjetunion nichts gegen eine bilaterale Entspannung mit den Vereinigten Staaten einzuwenden hatte, wollte sie doch ihre Verbündeten von einer eigenständigen Koexistenzpolitik mit westlichen Staaten abhalten. Eine polyzentrische Entspannung hätte möglicherweise die bipolaren Grundlagen zu einem sowjetisch-amerikanischen Übereinkommen gestört, da sie die klare Abgrenzung zwischen den jeweiligen Interessensphären in Europa verwischt hätte. Es waren also gerade die bescheidenen Erfolge der Bonner Ostpolitik - in Bukarest, Belgrad und ansatzweise auch in Budapest und Prag -, die dazu beitrugen, eine Kette von Ereignissen auszulösen, die im größeren Zusammenhang zu einem Rückschlag für die Bonner Diplomatie führten:

Anmerkungen

Weitere Übernahmen vor und nach dieser Fundstelle, vgl. Mw/Fragment 171 08, Mw/Fragment 172 01. Fließende Übergänge zwischen Paraphrase und wörtlicher Übernahme mit Auslassungen.

Sichter
Hood
Fakten zu „Mw/Fragment 171 18RDF-Feed
BearbeiterFrangge, Plagin Hood und Hindemith
FragmentStatusGesichtet +
KuerzelMw +
QuelleHanrieder 1995 +
SeiteArbeit171 +
SeiteQuelle195 +
SichterHood
TypusVerschleierung +
ZeileArbeit18-30 +

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