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Quelle:Aeb/Lüdtke 1991

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Alf Lüdtke
Titel    Einleitung: Herrschaft als soziale Praxis
Sammlung    Herrschaft als soziale Praxis: Historische und sozial-anthropologische Studien
Herausgeber    Alf Lüdtke
Ort    Göttingen
Verlag    Vandenhoeck & Ruprecht
Jahr    1991
Nummer    91
Reihe    Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte
ISBN    3-525-35627-7

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Analyse:Aeb/Fragment 006 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-31 23:08:43 Graf Isolan
Aeb, BauernOpfer, Fragment, Lüdtke 1991, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 6, Zeilen: 10-13
Quelle: Lüdtke 1991
Seite(n): 9, 10, Zeilen: 9:11-12.14-15; 10:5-6
Herrschaft bezeichnet jedoch nicht nur Durchsetzung gegenüber anderen. Vielmehr steht sie für jene Übermächtigung, die von den Betroffenen als rechtmäßig anerkannt wird. Laut Weber sollen dabei allein Übermächtigungen, die an formale Autorität geknüpft sind, als Herrschaft gelten. [Seite 9]

Vor allem bezeichnet Herrschaft nicht nur Durchsetzung gegenüber anderen. Vielmehr wird hier das Moment einbezogen, dessen Erklärung weit schwieriger ist: Herrschaft steht für jene Übermächtigung, die von den Betroffenen als rechtmäßig anerkannt wird.

[Seite 10]

Deshalb sollen allein Übermächtigungen, die an formale Autorität geknüpft sind, als „Herrschaft“ gelten.

Anmerkungen

Ein ungekennzeichneter Zusammenschnitt von Formulierungen aus Lüdtke (1991), die Aussagen Max Webers referieren. Der Wortlaut entspricht nicht den weberschen Originaldefinitionen sondern Lüdtkes Paraphrasierungen. Genau wie in der Vorlage unterbleiben für diesen Abschnitt - anders als an anderen Stellen in Ae - genaue Stellenangaben auf Schriften Webers.

Ae konzidiert in einer einleitenden Fußnote: "22 Die folgenden Ausführungen basieren vor allem auf Alf Lüdtke, Einleitung: Herrschaft als soziale Praxis, in: ders. (Hg.), Herrschaft als soziale Praxis. Historische und sozial-anthropologische Studien, Göttingen 1991,9- 63; Erdmute Alber, Im Gewand von Herrschaft. Modalitäten der Macht im Borgou (Nord-Benin) 1900-1995, Köln 2000, bes. 30-44; dies., Machttheorien, in: Sociologus 53,2 (2003), 143-165. Vgl. ferner die nützliche Aufsatzsammlung von Peter Imbusch (Hg.), Macht und Herrschaft. Sozialwissenschaftliche Konzeptionen und Theorien, Opladen 1998." Wie und in welchem Umfang dies geschieht bleibt durchgängig ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[2.] Analyse:Aeb/Fragment 006 33 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-01 08:52:09 Guckar
Aeb, BauernOpfer, Fragment, Lüdtke 1991, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 6, Zeilen: 33-36
Quelle: Lüdtke 1991
Seite(n): 10, Zeilen: 8-14
Weber unterscheidet in seinem Herrschaftskonzept zwischen Befehlsgebern und Befehlsempfängern. Es ist, wie Alf Lüdtke bemerkt hat, fraglich, ob damit das gesamte vieldeutige Feld der ungleichen Beziehungen, aber auch die Wechselwirkungen zwischen „Herr“ und „Knecht“ erfasst werden. Vor allem übergeht diese Differenzierung jene vielfältigen Ensembles von verdeckten und [„sanften“ Übermächtigungen, die nicht auf direkte Zugriffe beschränkt bleiben.28

28 Pierre Bourdieu, Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1979, 365ff. [...]]

Hier heißt das: Unterstellt wird, die Unterscheidung zwischen Befehlsgebern und -empfängern erfasse das gesamte vieldeutige Feld der ungleichen Beziehungen, aber auch der Wechselwirkungen zwischen „Herr und Knecht“. Damit sind aber jene vielfältigen Ensembles von verdeckten und „sanften“ Übermächtigungen (P. Bourdieu) übergangen, die nicht auf direkte Zugriffe beschränkt bleiben.
Anmerkungen

Beginn eines Abschnitts von ungekennzeichneten aber größtenteils wortwörtlichen Übernahmen aus Lüdtke (1991). Dieser setzt sich auf der nächsten Seite fort (vgl. Aeb/Fragment_007_01). Die Herkunft der ersten Aussage aus einer fremden Quelle wird zwar noch erwähnt; es wird aber nicht kenntlich gemacht, dass der Wortlaut weitgehend mit der Vorlage identisch ist.

Im weiteren basiert die Herkunftsangabe dann einzig auf der den ersten Sätzen dieser Seite zugeordneten Fußnote 22. Dort heißt es: "Die folgenden Ausführungen basieren vor allem auf Alf Lüdtke, Einleitung: Herrschaft als soziale Praxis, in: ders. (Hg.), Herrschaft als soziale Praxis. Historische und sozial-anthropologische Studien, Göttingen 1991,9- 63; Erdmute Alber, Im Gewand von Herrschaft. Modalitäten der Macht im Borgou (Nord-Benin) 1900-1995, Köln 2000, bes. 30-44; dies., Machttheorien, in: Sociologus 53,2 (2003), 143-165. Vgl. ferner die nützliche Aufsatzsammlung von Peter Imbusch (Hg.), Macht und Herrschaft. Sozialwissenschaftliche Konzeptionen und Theorien, Opladen 1998."

Im Wortlaut übernommene Passagen sind dabei nicht mehr im einzelnen als solche gekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Analyse:Aeb/Fragment 007 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-31 23:09:48 Graf Isolan
Aeb, BauernOpfer, Fragment, Lüdtke 1991, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 7, Zeilen: 1-11, 14-21, 101-104, 106-108
Quelle: Lüdtke 1991
Seite(n): 10, 11, 12, 13, 29, Zeilen: 10:11-14; 11:1-11.109-112; 12:18-21.109-110; 13:12-19; 29:19-21.108
[Vor allem übergeht diese Differenzierung jene vielfältigen Ensembles von verdeckten und] „sanften“ Übermächtigungen, die nicht auf direkte Zugriffe beschränkt bleiben.28 Des Weiteren setzt die Webersche Definition voraus, dass die Unterscheidung zwischen Herrschenden und Beherrschten eindeutig und auch dauerhaft sei. Damit finden wiederum jene Zwischenräume keine Beachtung, die Foucault mit dem Hinweis auf die .Allgegenwart der Macht“ angedeutet hat. Versteht man Macht im Sinne Foucaults als „konzertierte Anordnung von Körpern, Oberflächen, Lichtern und Blicken“, dann liegt sie nicht allein bei den „Herren“. Vielmehr verweist die hier formulierte These von den „Kräfteverhältnissen“ den Blick auf die Eigenaktivitäten der „Knechte“ und lässt deren Eigenmacht sichtbar werden.29

In diesem Zusammenhang haben einige Autoren, deren Augenmerk der sozialen Praxis von Herrschaft gilt, die Metapher des „Kräftefeldes“ geprägt.30 Dort treten und stehen Akteure in Beziehung, indem sie miteinander umgehen, auch wenn sie einander auszuweichen oder zu ignorieren suchen. James C. Scott spricht seinerseits vom Public Transcript, das von so genannten Hidden Transcripts ergänzt wird. Er meint damit eine Vielzahl offener und versteckter, verbaler und nichtverbaler Interaktionsformen.31 Die Figur des Kräftefeldes, in dem Macht durchgesetzt, Herrschaft begründet und bezweifelt wird, vermeidet eine einfache Polarisierung. Den „Herrschenden“ stehen zwar „Beherrschte“ gegenüber. Dennoch mögen sich die Herrschenden ihrerseits in Abhängigkeit finden, und dies namentlich von den Gruppen, die Mittlerfunktionen einnehmen - im kolonialen Afrika etwa von den Chiefs und den einheimischen Verwaltungsmitarbeitern. Aber auch die Beherrschten sind mehr als passive Adressaten der Regungen der Herrschenden, sondern in spezifische Netzwerke eingebunden. Vor allem aber zeigen sich Ungleichheiten und Widersprüche auch zwischen Herrschenden, ebenso wie zwischen Beherrschten.


28 Pierre Bourdieu, Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1979, 365ff., hat auf die Verknüpfung physisch-direkter wie „sanfter“ Formen herrschaftlicher Gewalt aufmerksam gemacht und betont, dass erst diese Parallelität die Wirkung von Herrschaft ausmache. Vgl. dazu auch Lüdtke, 10; siehe ferner Pierre Bourdieu, Die verborgenen Mechanismen der Macht, Hamburg 1992.

29 Vgl. Foucault, Überwachen und Strafen, 259f.; ders., Sexualität und Wahrheit, Bd. 1, Frankfurt a.M. 1977, 113ff. Aufgegriffen haben dies für den afrikanischen Kontext W. Arens/Ivan Karp (Hg.), Creativity of Power. Cosmology and Action in African Societies, Washington/London 1989. Vgl. ferner Andreas Eckert, Koloniale und administrative Eliten in Tanzania. Begriff, Konzept und methodische Probleme von Herrschaft und Alltag, in: Dietrich Reetz / Heike Liebau (Hg.), Globale Prozesse und „Akteure des Wandels“. Quellen und Methoden ihrer Untersuchung, Berlin 1997, 35-60, hier: 37f.

30 Vgl. Lüdtke, 12ff.

31 Vgl. James C. Scott, Domination and the Arts of Resistance. Hidden Transcripts, New Haven/London 1990.

[Seite 10]

Damit sind aber jene vielfältigen Ensembles von verdeckten und „sanften“ Übermächtigungen (P. Bourdieu) übergangen, die nicht auf direkte Zugriffe beschränkt bleiben.


[Seite 11]

Eine Eingrenzung auf Übermächtigungen, die als „hausväterliche oder amtliche oder fürstliche Gewalt“ Rechtsformen einsetzen und Rechtmäßigkeit beanspruchen, setzt voraus, daß die Unterscheidung zwischen Herrschenden und Beherrschten eindeutig und auch dauerhaft sei. Damit bleiben aber jene - weitgespannten - Zwischenräume unbeachtet, die Michel Foucault mit dem Verweis auf die „Allgegenwart von Macht“ angedeutet hat. Versteht man Macht im Sinne Foucaults als „konzertierte Anordnung von Körpern, Oberflächen, Lichtern und Blicken“, dann liegt sie nicht nur bei den ,Herren'. Vielmehr öffnet die These von den „Kraftverhältnissen“ den Blick auf die Eigenaktivitäten der ,Knechte', läßt ihre Eigenmacht sichtbar werden7.


7 M. FOUCAULT, Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt 1976 (franz. 1975) S.259f.; vgl. DERS., Sexualität und Wahrheit. Bd. 1. Frankfurt 1977 (franz. 1976) S. 113 ff. Dazu auch die ethnologischen Studien in: Creativity of Power. Cosmology and Action in African Societies. Hg. W.ARENS, I.KARP. Washington, London 1989.


[Seite 12]

Herrschaft als soziale Praxis - die Formulierung verweist auf ein „Kräftefeld“14, in dem Akteure in Beziehung treten und stehen, in dem sie miteinander umgehen, auch wenn sie einander ausweichen oder sich zu ignorieren suchen.


14 [...] Fraglos hat vor allem P. Bourdieu mit großem Nachdruck das Augenmerk auf „soziale Praxis“ gerichtet, vgl. Ders., Entwurf einer Theorie der Praxis, auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft. Frankfurt 1976 (franz. 1972) Tl. II;


[Seite 13]

Die Figur des „Kräftefeldes“, in dem Macht durchgesetzt, Herrschaft begründet oder bezweifelt wird, vermeidet eine einfache Zweipoligkeit. Den Herrschenden stehen zwar Beherrschte gegenüber - Herrschende konstituieren sich in der Definition und der Verfügung über Beherrschte. Dennoch mögen sich die Herrschenden ihrerseits in Abhängigkeiten finden. Und auch die Beherrschten sind mehr als passive Adressaten der Regungen der Herrschenden. Vor allem zeigen sich Ungleichheiten und Widersprüche auch zwischen Herrschenden, ebenso wie zwischen Beherrschten.

[Seite 29]

Hier zeigen sich Beispiele für jene Verknüpfung physisch-direkter wie „sanfter“ Formen herrschaftlicher Gewalt61, auf die Bourdieu zurecht aufmerksam gemacht hat.


61 BOURDIEU, Theorie der Praxis, S. 365 ff.

Anmerkungen

In der den ersten Sätzen der Seite 6 (!) zugeordneten Fußnote 22 heißt es bei Ae: "Die folgenden Ausführungen basieren vor allem auf Alf Lüdtke, Einleitung: Herrschaft als soziale Praxis, in: ders. (Hg.), Herrschaft als soziale Praxis. Historische und sozial-anthropologische Studien, Göttingen 1991,9- 63; Erdmute Alber, Im Gewand von Herrschaft. Modalitäten der Macht im Borgou (Nord-Benin) 1900-1995, Köln 2000, bes. 30-44; dies., Machttheorien, in: Sociologus 53,2 (2003), 143-165. Vgl. ferner die nützliche Aufsatzsammlung von Peter Imbusch (Hg.), Macht und Herrschaft. Sozialwissenschaftliche Konzeptionen und Theorien, Opladen 1998."

Ein Pastiche aus zahlreichen, jeweils ungekennzeichneten und zum großen Teil wortwörtlichen Übernahmen aus Lüdtke (1991) (inkl. der zugehörigen Literaturverweise) ist hinter dieser Formulierung allerdings nicht zu erwarten.

Sichter
(Graf Isolan)

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