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Quelle:Ars/Bergmann 2004

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Jochen Helge Bergmann
Titel    Untersuchungen zum Harz des Weihrauchbaums (Boswellia spp.) unter besonderer Berücksichtigung der Säurefraktion
Jahr    2004
Anmerkung    Vollständiger Abdruck der von der Fakultät für Chemie der Technischen Universität München zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften genehmigten Dissertation.
URL    https://mediatum.ub.tum.de/doc/601330/601330.pdf

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    7


Fragmente der Quelle:
[1.] Analyse:Ars/Fragment 020 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-08 22:12:29 Hindemith
Ars, Bergmann 2004, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 6-22
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 1, 3-4, Zeilen: 1:3-5; 3:14-16-4:1-4.11-14
Pflanzliche Harze sind Produkte des sekundären Stoffwechsels, d.h. sie dienen weder dem Wachstum noch dem Energiestoffwechsel der Pflanze. Es handelt sich bei ihnen um Mischungen mit äußerst unterschiedlicher Zusammensetzung und Eigenschaften.

Weihrauchharz wird ausschließlich von den Vertretern der Gattung Boswellia gebildet. Ihre Heimat ist Indien, die südliche arabische Halbinsel (Oman, Yemen), einige Länder Afrikas (v. a. Somalia, Äthiopien, Kenia) sowie einige weitere geographisch eng umrissene Gebiete (Madagaskar, Socotra).

Alle Boswellia- Arten zeichnen sich durch buschartigen bis baumähnlichen Wuchs, Blattwerk und 3-5 m Höhe aus. Weihrauchharz tritt selten spontan aus, in der Regel wird das Austreten durch Einschnitte ausgelöst (Raffaeli et al. 2003).

Die bedeutendsten Weihrauchharz liefernden Länder befinden sich am Horn von Afrika und auf der südlichen arabischen Halbinsel. Indisches Weihrauchharz ist in der Parfümerie und für Räucherzwecke von geringer Bedeutung, aber in der medizinischen Anwendung gefragt.


134. Raffaeli M, Mosit S, Tardelli M. The frankincense tree (Boswellia sacra Flueck, Burse-raceae) in Dhofar, southern Oman: field-investigations on the natural populations. Webbia 2003; 58: 133-149

[Seite 1]

Pflanzliche Harze sind Produkte des sekundären Stoffwechsels, d.h. sie dienen weder dem Wachstum noch dem Energiestoffwechsel der Pflanze. Es handelt sich bei ihnen um Mischungen mit äußerst unterschiedlicher Zusammensetzung und Eigenschaften.

[Seite 3]

Weihrauchharz wird ausschließlich von den Vertretern der Gattung Boswellia gebildet; ihre Heimat sind Indien, die südliche arabische Halbinsel (Oman, Yemen), einige Länder Afrikas (v. a. Somalia, Äthiopien, Kenia) sowie einige geografisch eng umrissene Gebiete

[Seite 4]

(Madagaskar, Socotra). Alle Boswellia-Arten zeichnen sich durch buschartigen bis baumähnlichen Wuchs aus, Blattwerk und Höhe der meist 3-5 m hohen Bäume variieren je nach Standort und Spezies. Weihrauchharz tritt selten spontan aus; in der Regel wird das Austreten durch Einschnitte ausgelöst. [...][15]

Die bedeutendsten Weihrauchharz liefernden Länder befinden sich am Horn von Afrika und auf der südlichen arabischen Halbinsel. Indisches Weihrauchharz ist in der Parfümerie und für Räucherzwecke von geringer Bedeutung, aber für medizinische Anwendungen gefragt.


[15] Raffaeli M., Mosit S., Tardelli M., The frankincense tree (Boswellia sacra Flueck., Burse-raceae) in Dhofar, southern Oman: field-investigations on the natural populations, Webbia, 58, 133-149 (2003)

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[2.] Analyse:Ars/Fragment 024 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-08 22:17:17 Hindemith
Ars, Bergmann 2004, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 16-24
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 6, Zeilen: 25ff
Pflanzliche Harze und damit auch Weihrauchharz werden bereits seit mehreren Jahrtausenden gesammelt, verarbeitet, gehandelt und mannigfaltig verwendet. Untersuchungen zu ihrer molekularen Zusammensetzung gehen bis in die Anfänge der wissenschaftlichen Chemie zurück (Tschirch, Halbey 1898).

ALEXANDER TSCHIRCH (1865-1939) und seine Mitarbeiter führten die ersten grundlegenden Untersuchungen zum Weihrauchharz und Harz anderer Pflanzen durch. 1898 wurden Ergebnisse erster systematischer Arbeiten zu sauren Komponenten im Weihrauch publiziert.


189. Tschirch A, Halbey O. Untersuchungen über die Sekrete. Über das Olibanum. Archiv der Pharmazie 1898; 236: 487-503

190. Tschirch A. Die Harze und die Harzbehälter. Bomträger, Leipzig 1900

Pflanzliche Harze und damit auch Weihrauchharz werden bereits seit mehreren Jahrtausenden gesammelt, verarbeitet, gehandelt und mannigfaltig verwendet. Untersuchungen zu ihrer Chemie gehen bis in die Anfänge der wissenschaftlichen Chemie zurück (siehe Tschirch[3], Tschirch und Halbey[30] und darin zitierte Literatur) und haben aufgrund der Komplexität des Untersuchungsgegenstandes erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Intensität zugenommen.

Die ersten grundlegenden Untersuchungen von Weihrauchharz und Harzen anderer Pflanzen sind untrennbar mit dem Namen Alexander Tschirchs (1865-1939) verbunden, der mit seinen Mitarbeitern eine Reihe von Untersuchungen zu pflanzlichen Harzen durchführte. Dabei sind diejenigen im Rahmen der Serie „Untersuchungen über die Sekrete“ im „Archiv der Pharmazie“ (1892-1899[31]) und das Werk „Die Harze und die Harzbehälter“[3] (mehrere Auflagen ab 1900) als die bedeutendsten zu nennen.

Die erste systematische Arbeit zu sauren Komponenten im Weihrauch erschien 1898:


[3] Tschirch A., Die Harze und die Harzbehälter, Bornträger, Leipzig (1900)

[30] Tschirch A., Halbey O., Untersuchungen über die Sekrete. 28. Über das Olibanum, Arch Pharm, 236, 487-503 (1898)

[31] Fundstellen dazu siehe Tschirchs "Die Harze und Harzbehälter" (Bornträger, Leipzig 1900), ab S. 3

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[3.] Analyse:Ars/Fragment 025 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-08 22:59:12 Hindemith
Ars, Bergmann 2004, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 6, 7, Zeilen: 6: 38ff; 7: 1ff
HALBEY erhielt durch alkoholisches Extrahieren von Weihrauchharz und Isolieren der Säurefraktion durch Ausfällen der ätherischen Lösung mit Sodalösung und wiederholten Umfällen des isolierten Rohproduktes „Boswellinsäure“ (Tschirch, Halbey 1898).

Diese Verbindung wurde von den Autoren als einbasige Säure der Summenformel C32H52O4 ohne freie Hydroxylgruppe charakterisiert. Die Isolierung der nach Halbey gewonnenen "Boswellinsäure" in Reinsubstanzen, β-Boswelliasäure (β-BA), 3-O-Acetyl-β-Boswelliasäure (β-ABA) und deren Isomere _-Boswelliasäure (_-BA) und 3-O-Acetyl-_-Boswelliasäure (_-ABA) erfolgte durch Winterstein und Stein. Darüber hinaus bestimmten sie neben dem Schmelzpunkt und dem Drehsinn auch die korrekte Summenformel mit C32H52O4 (Winterstein und Stein 1932).

Die Strukturanalyse der Boswelliasäuren bekam durch die Einführung der Massenspektrometrie einen großen Schub. PARDHY und HAIRFIELD konnten erstmalig mit dieser Technik verschiedene Boswelliagruppen unterscheiden (Pardhy 1978, Hairfield 1984).

Eine Erweiterung der Gruppe der bekannten Boswelliasäuren, um die beiden Boswelliasäuren mit einer 11-Keto-Funktion (11-Keto-β- Boswelliasäure (β-KBA) und 3-Acetyl-11-Keto-β-Boswelliasäure (β- AKBA)) erfolgte in den 70er Jahren durch PARDHY und BHATTACHARYYA. Darüber hinaus veröffentlichten sie einige charakteristische 1H- und 13C-NMR-Verschiebungen (nuclear magnetic resonance).

Die Veröffentlichungen der Röntgenstrukturen von β-AKBA und β-ABA einerseits und NMR-Verschiebungen andererseits vervollständigen die Strukturaufklärung der Boswelliasäuren (Schweizer et al. 2000, Rajnikant 2001).


80. Hairfield E, Hairfield H, Pentz L. A Rapid Test for the Identification of Incense Resins. Perfumer Flavorist 1984; 9: 33-36

132. Pardhy M, Bhattacharyya S. ß-Boswellic acid, acetyl-ß-boswellic acid, acetyl-11-ketoß- boswellic acid and 11-keto-ß-boswellic acid, four pentacyclic triterpene acids from the resin of Boswellia serrata Roxb. Indian Journal of Chemistry B 1978; 16B: 176- 178

135. Rajnikant GV, Rangari V, Bapat S, Agarwal R, Gupta R. Crystallographic analysis of acetyl-boswellic acid. Crystal Research and Technology 2001; 36: 93-100

161. Schweizer S, Eichele K, Ammon HPT, Safayhi H. 3-Acetoxy group of genuine AKBA (acetyl-11-keto-beta-boswellic acid) is alpha-configurated. Planta Medica 2000; 66: 781-782

189. Tschirch A, Halbey O. Untersuchungen über die Sekrete. Über das Olibanum. Archiv der Pharmazie 1898; 236: 487-503

214. Winterstein A, Stein G. Untersuchungen in der Saponinreihe X. Zur Kenntnis der Monooxytriterpensäuren. Hoppe-Seyler's Zeitschrift für physiologische Chemie 1932; 208: 9-25

Halbey erhielt durch alkoholisches Extrahieren von Weihrauchharz, Isolieren der Säurefraktion durch Ausschütteln der etherischen Lösung mit Sodalösung und wiederholtes Umfällen des isolierten Rohproduktes „Boswellinsäure“.[30, 32] Die so gewonnene Verbindung schmolz

[Seite 7]

bei 142-150 °C und wurde von den Autoren als einbasige Säure der Summenformel C32H52O4 ohne freie Hydroxylgruppe charakterisiert.[33] Winterstein und Stein[34] isolierten aus der nach Halbey gewonnenen „Boswellinsäure“ erstmals β-Boswelliasäure (β-BA) 1, 3-O-Acetyl-β-boswelliasäure (β-ABA) 2 und deren Isomere α-Boswelliasäure (α-BA) 3 und 3-O-Acetyl-α-boswelliasäure (α-ABA) 4 als Reinsubstanzen. Neben Schmelzpunkt und Drehvermögen bestimmten die beiden Autoren auch die korrekte Summenformel mit C32H52O4.

[...]

Die Strukturaufklärung wurde in den darauffolgenden Jahren durch die Einführung der Massenspektrometrie erheblich beschleunigt. [...] Die erste massenspektrometrische Untersuchung zu Boswelliasäuren stammt von Pardhy und Bhattacharyya;[41] Hairfield et al.[42] unterschieden mit dieser Technik zwischen verschiedenen Boswellia-Spezies (s. Kap.1.2).

In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Gruppe der bekannten Boswelliasäuren durch Corsano und Iavarone,[43] Savoir et al.[44-46] und Pardhy und Bhattacharyya[41] um die beiden Boswelliasäuren mit einer 11-Keto-Funktion (11-Keto-β-boswelliasäure (β-KBA) 6 und 3-Acetyl-11-keto-β-boswelliasäure (β-AKBA) 7) erweitert und einige charakteristische 1H- und 13C-NMR-Verschiebungen veröffentlicht. [...]

Die Strukturaufklärung wurde einerseits durch die Veröffentlichungen der Röntgenstrukturen von β-AKBA 7[48] und β-ABA 2[49] und andererseits durch die Veröffentlichung der NMR-Verschiebungen komplettiert.


[30] Tschirch A., Halbey O., Untersuchungen über die Sekrete. 28. Über das Olibanum, Arch Pharm, 236, 487-503 (1898)

[32] Halbey O., Über das Olibanum, Dissertation, Universität Bern, Bern (1898)

[33] Bei der "Boswellinsäure" von Tschirch und Halbery handelt es sich sich höchstwahrscheinlich um eine Mischung aus 3-Acetyl-β-boswelliasäure und ihrem α-Isomer. Die Bezeichnung "Boswellinsäure" für beta-Boswelliasäure wurde erst 1932 von Winterstein und Stein eingeführt, s. folgende Literaturstelle.

[34] Winterstein A., Stein G., Untersuchungen in der Saponinreihe X. Zur Kenntnis der Mono-oxy-triterpensäuren, Z. physiol. Chem., 208, 9-25 (1932)

[41] Pardhy M.R.S., Bhattacharyya S.C., β-Boswellic acid, acetyl-β-boswellic acid, acetyl-11-keto-β-boswellic acid and 11-keto-β-boswellic acid, four pentacyclic triterpene acids from the resin of Boswellia serrata Roxb., Indian Journal of Chemistry B, 16B, 176-178 (1978)

[42] Hairfield E.M., Hairfield H.H., Pentz L.H., A Rapid Test for the Identification of Incense Resins, Perfumer Flavorist, 9, 33-36 (1984)

[43] Corsano S., Iavarone C., Isolamento dall'incenso dell'acido 3-acetil-11-ossi-β-bosvellico, Gazz Chim Ital, 94, 328-339 (1964)

[44] Savoir R., Ottinger R., Tursch B., Chiurdoglu G., Triterpènes X. Spectroscopie de résonance nucléaire de composés triterpéniques. Influence de la substitution sur les fréquences de résonance des groupes méthyles en série Δ12-Oléaénenique, Bull Soc Chim Belges, 76, 335-367 (1967)

[45] Savoir R., Ottinger R., Tursch B., Chiurdoglu G., Triterpènes XII. Spectroscopie de résonance magnétique nucléaire de composés triterpéniques. Les groupes méthyles en série ursénique, Bull Soc Chim Belges, 76, 371-373 (1967)

[46] Savoir R., Tursch B., Huneck S., Triterpènes XI. Prèsence d'acide 11-ceto-β-boswellique dans l'encens, Bull Soc Chim Belges, 76, 368-370 (1967)

[48] Schweizer S., Eichele K., Ammon H.P.T., Safayhi H., 3-acetoxy group of genuine AKBA (acetyl-11-keto-β-boswellic acid) is α-configurated, Planta Medica, 66, 781-782 (2000)

[49] Rajnikant, Gupta V.K., Rangari V.D., Bapat S.R., Agarwal R.B., Gupta R., Crystallographic analysis of acetyl β-boswellic acid, Crystal Research and Technology, 36, 93-100 (2001)

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Der Text ist zwar z.T. deutlich abgeändert, aber die Parallelen sind nicht zufällig.

Man beachte, dass in der untersuchten Arbeit hier immer fälschlicherweise "_" anstelle von "α" geschrieben steht.

Sichter
(Hindemith)

[4.] Analyse:Ars/Fragment 027 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-08 22:58:26 Graf Isolan
Ars, Bergmann 2004, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 1-17, 19
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 14, Zeilen: 4-17
1.3.2 Pharmakologische Wirkung

Die Triterpene sind eine umfangreiche Familie von Naturstoffen. Ihre mehr als 4.000 Vertreter weisen bis auf den gemeinsamen Biosyntheseweg kaum Ähnlichkeiten auf. Grundgerüst, Grad, Art der Funktionalisierung und damit die chemischen Eigenschaften unterscheiden sich beträchtlich und so auch in ihrer pharmakologischen Wirkung wie z.B. Entzündungshemmung (Recio et al. 1995).

Die Forschungen der letzten zwei Jahrzehnte haben zu einer Fülle von Erkenntnissen über die Wirkung und die klinische Anwendung von Weihrauchextrakten geführt. Besonderes Augenmerk galt dabei den Boswelliasäuren als den gattungsbestimmenden Inhaltsstoffen.

Die erste Veröffentlichung über die pharmakologisch bedeutsame Wirkung der Boswelliasäuren beschrieb die Inhibierung der 5-Lipoxygenase. 1991 publizierten AMON [sic] und Mitarbeiter unter anderem den Wirkmechanismus der 5-Lipoxygenase-Inhibierung und die strukturellen Voraussetzungen für eine effektive Inhibierung (Ammon et al. 1991, Safayhi et al. 1992,1995,1996).

1.3.2.1 5- Lipoxygenase

Die 5-Lipoxygenase ist ein Schlüsselenzym beim Entzündungsgeschehen.


4. Ammon HPT, Mack T, Singh GB, Safayhi H. Inhibition of leukotriene B4 formation in rat peritoneal neutrophils by an ethanolic extract of the gum resin exudate of Boswellia serrata. Planta Medica 1991; 57: 203-207

137. Recio MC, Giner RM, Manez S, Rios JL. Structural requirements for the anti-inflammatory activity of natural triterpenoids. Planta Medica 1995; 61: 182-185

144. Safayhi H, Sailer ER, Ammon HPT. 5-Lipoxygenase inhibition by acetyl-l l-ketoboswellic acid (AKBA) by a novel mechanism. Phytomedicine 1996; 3: 71-72

146. Safayhi H, Mack T, Sabieraj J, Anazodo MI, Subramanian LR, Ammon HPT. Boswellic acids: novel, specific, nonredox inhibitors of 5-lipoxygenase. The Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 1992; 261: 1143-1146

147. Safayhi H, Sailer ER, Ammon HPT. Mechanism of 5-lipoxygenase inhibition by acetyl-11-keto-beta-boswellic acid. Molecular Pharmacology 1995; 47: 1212-1216

1.1.2.3 Pharmakologische Wirkung von Weihrauchinhaltsstoffen

Die Triterpene sind eine umfangreiche Familie von Naturstoffen; ihre mehr als 4.000 Vertreter weisen bis auf gemeinse Biosynthesewege kaum Ähnlichkeiten auf. Grundgerüst, Grad und Art der Funktionalisierung und damit die chemischen Eigenschaften unterscheiden sich beträchtlich und so auch ihre pharmakologischen Wirkungen wie Entzündungshemmung[67, 68, 87, 133] oder Leberschutz[87, 134, 135] bei geringer oder fehlender Toxizität. Die Forschungen der letzten zwei Jahrzehnte haben zu einer Fülle von Erkenntnissen über die Wirkung und die klinische Anwendung von Weihrauchextrakten geführt. Besonderer Augenmerk galt dabei den Boswelliasäuren als den gattungsbestimmenden Inhaltsstoffen.

Die Inhibierung der 5-Lipoxygenase (5-LOX) war die erste veröffentlichte, pharmakologisch bedeutsame Wirkung der Boswelliasäuren;[136, 137] ausgehend von dieser Entdeckung klärten Ammon und Mitarbeiter unter anderem den Wirkmechanismus der 5-LOX-Inhibierung und die strukturellen Voraussetzungen für eine effektive Inhibierung auf.[138-141]

Die 5-Lipoxygenase ist ein Schlüsselenzym beim Entzündungsgeschehen.


[133] Recio M.C., Giner R.M., Manez S., Rios J.L., Structural requirements for the anti-inflammatory activity of natural triterpenoids, Planta Med, 61, 182-185 (1995)

[134] Janakat S., Al-Merie H., Evaluation of hepatoprotective effect of Pistacia lentiscus, Phillyrea latifolia and Nicotiana glauca, J Ethnopharmacol, 83, 135-138 (2002)

[135] Sunitha S., Nagaraj M., Varalakshmi P., Hepatoprotective effect of lupeol and lupeol linoleate on tissue antioxidant defence system in cadmium-induced hepatotoxicity in rats, Fitoterapia, 72, 516-523 (2001)

[136] Ammon H.P.T., Mack T., Singh G.B., Safayhi H., Inhibition of leukotriene B4 formation in rat peritoneal neutrophils by an ethanolic extract of the gum resin exudate of Boswellia serrata, Planta Med, 57, 203-207 (1991)

[137] Safayhi H., Mack T., Sabieraj J., Anazodo M.I., Subramanian L.R., Ammon H.P., Boswellic acids: novel, specific, nonredox inhibitors of 5-lipoxygenase, J Pharmacol Exp Ther, 261, 1143-1146 (1992)

[138] Safayhi H., Sailer E.-R., Ammon H.P.T., Mechanism of 5-lipoxygenase inhibition by acetyl-11-keto-β-boswellic acid, Molecular Pharmacology, 47, 1212-1216 (1995)

[139] Sailer E.R., Subramanian L.R., Rall B., Hoernlein R.F., Ammon H.P., Safayhi H., Acetyl-11-keto-β-boswellic acid (AKBA): structure requirements for binding and 5-lipoxygenase inhibi-tory activity, Br J Pharmacol, 117, 615-618 (1996)

[140] Sailer E.R., Hoernlein R.F., Ammon H.P.T., Safayhi H., Structure-activity-relationships of 5-lipoxygenase-inhibition by boswellic acids, Naunyn Schmiedeberg's Arch Pharmacol, 353, R43 (1996)

[141] Safayhi H., Sailer E.R., Ammon H.P.T., 5-Lipoxygenase inhibition by acetyl-11-keto-β-boswellic acid (AKBA) by a novel mechanism, Phytomedicine, 3, 71-72 (1996)

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan)

[5.] Analyse:Ars/Fragment 029 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-08 22:32:31 Graf Isolan
Ars, Bergmann 2004, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 3-16
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 12, Zeilen: 8-10, 13-22
1.3.3 Medizinische Anwendung

In der traditionellen Medizin vieler Länder werden Weihrauchharz und daraus hergestellte Zubereitungen gegen eine Reihe von Erkrankungen eingesetzt. Neben einem religiösen Ursprung oder die frühe Art der Aromatherapie dürfte es sich bei einigen Anwendungen schon um frühe Beispiele einer rationalen Pharmakotherapie gehandelt haben. Hier wurden z.B. ethanolische Weihrauchharzlösungen zur Wundbehandlung verwendet, was durch das Verschließen der Wunde und der bakteriziden Wirkung der Monoterpene nachvollziehbar ist. Bereits im 16. Jahrhundert war Olibanum in deutschen Apotheken zu finden und noch bis weit ins 20. Jahrhundert in vielen europäischen Arzneibüchern verzeichnet. Bei der Verwendung von Weihrauchharz zu medizinischen Zwecken kann im Europa des 20. Jahrhunderts von einer Renaissance gesprochen werden (Imbesi 1964).


95. Imbesi A. Indice delle piante finora ammesse nelle farmacopee ufficiali dei diversi stati del mondo. Scilla Messina 1964; 6: 68-73

1.1.2.2 Medizinische Verwendung von Weihrauch

Weihrauchharz und daraus hergestellte Zubereitungen werden in der traditionellen Medizin vieler Länder gegen eine Reihe von Erkrankungen eingesetzt. [...]

Obwohl ein Teil dieser Anwendungen eher religiösen Ursprungs ist (Opfern des wertvollen Harzes, Vertreibung von „bösen Geistern“) oder eine frühe Art der Aromatherapie darstellt, dürfte es sich bei einigen Anwendungen schon um frühe Beispiele einer rationalen Pharmakotherapie gehandelt haben: Beispielsweise wurden ethanolische Weihrauchharzlösungen zur Wundbehandlung verwendet, was durch das Verschließen der Wunde und der bakteriziden Wirkung der Monoterpene nachvollziehbar ist.

Bei der Verwendung von Weihrauchharz zu medizinischen Zwecken kann im Europa des 21. Jahrhunderts von einer Renaissance gesprochen werden. Während Olibanum bereits im 16. Jahrhundert in deutschen Apotheken zu finden[117] und noch bis weit ins 20. Jahrhundert in vielen europäischen Pharmakopöen verzeichnet war,[113, 118] verschwand es nach und nach aus diesen Werken.[119]


[118] Imbesi A., Indice delle piante finora ammesse nelle farmacopee ufficiali dei diversi stati del mondo, Scilla, Messina (1964)

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan)

[6.] Analyse:Ars/Fragment 030 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-09 22:52:22 Hindemith
Ars, Bergmann 2004, Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 3
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 13, Zeilen: 7ff
Tab. 4: Historische und moderne medizinische Verwendung von Teilen des Weihrauchbaumes (Martinetz 1989)

Ars 030a diss.png


Martinez [sic] D, Lohs K, Janzen J. Weihrauch und Myrrhe. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 1988: 10-29

Tab. 5: Historische und moderne medizinische Verwendung von Teilen des Weihrauchbaumes.[126]

Ars 030a source.png


[126] Die Aufzählung ist insofern nicht repräsentativ für die verschiedenen Spezies, dass dem indischen Weihrauch (B. serrata) traditionell mehr medizinisches Interesse entgegengebracht wurde (v. a. im Ausland). Wenn über die traditionelle Verwendung der arabischen und insbesondere der tropischen Spezies wenig bekannt ist, liegt dies eher am mangelnden Wissen darüber als am fehlenden Einsatz dieser Spezies.

Anmerkungen

Der Erstautor der angegebenen Quelle heißt "Dieter MArtinetz" [1], der Namen ist im Literatirverzeichnis der untersuchten Arbeit falsch geschrieben. In der vermeintlichen Quelle wird die angegebene Quelle nicht genannt.

Sichter
(Hindemith)

[7.] Analyse:Ars/Fragment 031 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-09 18:04:44 Hindemith
Ars, Bergmann 2004, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 2-20
Quelle: Bergmann 2004
Seite(n): 15, Zeilen: 22ff
Wie in vielen (prä)klinischen Untersuchungen wurde die vorliegende Studie mit dem Präparat H15 durchgeführt, das aus dem Harz des indischen Weihrauchbaumes (Boswellia serrata) hergestellt wird. Andere Forschungsgruppen verwendeten reine Boswelliasäuren, grob aufgereinigte Boswelliasäuren (Zhao et al 2003), selbst hergestellte Weihrauchextrakte oder homöopathische Medikamente (Dahmen et al. 2001). Die fehlende Angabe zu Weihrauchspezies und verwendeten Weihrauchzubereitung erschweren die Vergleichbarkeit der Studien.

Untersuchungen von Ennet et al. zur Folge scheint H15, das auf herstellereigenen Plantagen der Boswellia serrata gewonnen wird, gewissermaßen „von Natur aus standardisiert“ zu sein. Die HPLC- und Dünnschicht- Chromatogramme zeigen bei Boswellia serrata weitgehend konstante Boswelliasäure-Gehalte über viele Chargen hinweg, so dass hier von einem konstanten Wirkstoffgehalt ausgegangen werden kann (Ennet et al. 2000).

Die mangelnde Verfügbarkeit großer Mengen an boswelliasäurehaltigen Substanzen, sowie der hohe Preis dieser Verbindungen haben bis heute zu einer mangelhaften Erforschung des Wirkprofils der Boswelliasäuren geführt.


48. Dahmen U, Gu YL, Dirsch O, Fan LM, Li J, Shen K, Broelsch CE. Boswellic acid, a potent antiinflammatory drug, inhibits rejection to the same extent as high dose steroids. Transplantation Proceedings 2001; 33: 539-541

56. Ennet D, Poetsch F, Gröditsch D. Indischer Weihrauch. Deutsche Apotheker Zeitung 2000; 140: 1887-1895

216. Zhao W, Entschladen F, Liu H, Niggemann B, Fang Q, Zaenker KS, HanR. Boswellic acid acetate induces differentiation and apoptosis in highly metastatic melanoma and fibrosarcoma cells. Cancer Detection and Prevention 2003; 27: 67-75

Viele (prä)klinische Untersuchungen wurden mit dem in Kap. 1.1.2.2 erwähnten Präparat H15 durchgeführt, das aus dem Harz des indischen Weihrauchbaumes (B. serrata) hergestellt wird. Andere Forschergruppen verwendeten reine Boswelliasäuren, grob aufgereinigte Boswelliasäuren (z. B. BC-4), [163, 167] selbst hergestellte Weihrauchextrakte oder homöopathische Medikamente.[168] Angaben zur Weihrauchspezies fehlen häufig und sind nicht gesichert. Die Uneinheitlichkeit der verwendeten Weihrauchzubereitungen verhindert die Vergleichbarkeit der Studien.

H15 (auf herstellereigenen Plantagen von B. serrata gewonnen) scheint nach Untersuchungen von Ennet et al.[98] gewissermaßen „von Natur aus standardisiert“ zu sein. HPLC- und Dünnschicht-Chromatogramme zeigen weitgehend konstante Boswelliasäure-Gehalte über viele Chargen hinweg, sodass bei B. serrata (und möglicherweise auch den anderen Arten) von einem konstanten Wirkstoffgehalt ausgegangen werden kann. [...] Ein Hemmschuh bei der intensiveren Erforschung des Wirkprofils der Boswelliasäuren ist die bis vor wenigen Jahren mangelnde Verfügbarkeit großer Mengen von Boswelliasäure-Referenzsubstanzen bzw. heute der hohe Preis dieser Verbindungen.


[98] Ennet D., Poetsch F., Schopka D., Indischer Weihrauch. Pharmazeutische Bewertung der Harzdroge und ihrer Zubereitungen, Deutsche Apotheker Zeitung, 140, 105-113 (2000)

[163] Jing Y., Nakajo S., Xia L., Nakaya K., Fang Q., Waxman S., Han R., Boswellic acid acetate induces differentiation and apoptosis in leukemia cell lines, Leuk Res, 23, 43-50 (1999)

[167] Zhao W., Entschladen F., Liu H., Niggemann B., Fang Q., Zaenker K.S., Han R., Boswellic acid acetate induces differentiation and apoptosis in highly metastatic melanoma and fibrosarcoma cells, Cancer Detection and Prevention, 27, 67-75 (2003)

[168] Dahmen U., Gu Y.L., Dirsch O., Fan L.M., Li J., Shen K., Broelsch C.E., Boswellic Acid, a Potent Antiinflammatory Drug, Inhibits Rejection to the Same Extent as High Dose Steroids, Transplantation Proceedings, 33, 539-541 (2001)

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Sichter
(Hindemith)

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