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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Elke Lehmann
Titel    HIV/AIDS und die Rolle der Medien - Die Entwicklung von HIV/AIDS in Großbritannien aus medizinhistorischer Sicht und die Darstellung in den Medien
Ort    München
Jahr    2003
Anmerkung    Dissertation; Institut für Geschichte der Medizin der Ludwig-Maximilians-Universität München
URL    http://edoc.ub.uni-muenchen.de/1106/1/Lehmann_Elke.pdf

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    8


Fragmente der Quelle:
[1.] Asc/Fragment 031 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 15:35:14 Sotho Tal Ker
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 2, 4-15
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 28, Zeilen: 1, 10-24
Medien

3.1. Krankheit und ihr öffentlicher Diskurs

Die Neuigkeiten des Tages zu kennen, das Bestreben, sich gut zu informieren und sich auf dieses Wissen verlassen zu können, um Entscheidungen zu treffen, beeinflusst unser tägliches Leben. Die Meldungen aus der Welt sowie aus der nächsten Umgebung erfahren wir durch die Zeitungen, das Fernsehen, das Radio oder das Internet. Das allerdings, was für uns eine Neuigkeit darstellt, wird nicht von allen zwangsläufig als solche angesehen.1

Die Medieninhalte und die Berichterstattung unterliegen dem Einfluss von Politik, Kommerz, Fortschritt und der Arbeitsroutine von Journalisten: limitierte Budgets, knapp bemessene Zeiten bis zum jeweiligen Redaktionsschluss und ein harter Wettbewerb bestimmen, worüber berichtet wird.2 Ebenso ist die Rolle der jeweiligen Eigner nicht außer acht zu lassen. Medieninhalte sind ein Produkt, welches zum Verkauf bestimmt ist. „...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung [der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel, ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“3]


1 Sigal, Leon V, Reporters and officials: The organisation and politics of newsmaking. Lexington: Heath, 1973, 1.

2 Nelkin, Dorothy, AIDS and the News media. Milb Quart, 69.2 1991, 293–307,, 293: 293-307, 305.

3 Bennett, W. Lance., News: The politics of illusion. New York: Longman Inc., 1988., 4.

3. DIE MEDIEN

[...]

3.1 Wie wird eine Nachricht zur Schlagzeile?

Zu wissen, was neu ist, was sich Neues ereignet hat, und sich ebenso auf dieses Wissen verlassen können, um Entscheidungen zu treffen, beeinflußt unser tägliches Leben. Wir schalten morgens das Radio ein, um den Wetterbericht zu hören, bevor wir den Arbeitstag beginnen. Was es Neues gibt in der Welt, in der wir leben und ebenso in der nächsten Umgebung erfahren wir durch die Zeitungen, das Fernsehen oder das Radio. Das allerdings, was für uns eine Neuigkeit darstellt, wird nicht von allen zwangsläufig als solche angesehen (Sigal 1973:1)

Die Medieninhalte und die Berichterstattung unterliegen dem Einfluß von Politik, Kommerz, Fortschritt und der Arbeitsroutine von Journalisten: limitierte Budgets, knapp bemessene Zeiten bis zum jeweiligen Redaktionsschluß und ein harter Wettkampf bestimmen, worüber berichtet wird. (Nelkin 1991:305) Ebenso ist die Rolle der jeweiligen Eigner nicht außer acht zu lassen. Es ist ein Produkt, welches zum Verkauf bestimmt ist. „...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“ (Bennett 1988:4)


Bennett, W. L.: News: The politics of illussion. Longman Inc. New York und London. 1988.

Nelkin, Dorothy, David Willis und Scott Paris: A disease of society. Cambridge University Press. New York 1991.

Sigal, Leon V.: Reporters and officials: The organisation and politics of newsmaking Lexington. Massachussetts 1973.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[2.] Asc/Fragment 032 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 18:43:39 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 1 ff.
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 28-29, Zeilen: 28: 21 ff., 29: 1 ff.
[„...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung] der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel, ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“3 Zu der Ansicht vieler Journalisten, dass sie über die Realität Bericht erstatten und dass diese sich in ihren Artikeln widerspiegelt, schrieb Edward Epstein 1973: „...ein Spiegel trifft keine Entscheidung, er zeigt einfach nur, was sich vor ihm befindet. Berichterstattung im Fernsehen kann bestimmt werden von Vorurteilen und Politik.“4

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute geschehen weltweit Ereignisse, von denen nur einige wenige in den Medien Schlagzeilen machen. Ob ein Ereignis sowohl aktuell als auch bei dem Leser zum Beispiel von Interesse ist, ist ein Kriterium, welches entscheidet, ob darüber berichtet wird oder ob es unerwähnt bleibt. Es bestimmt ebenfalls die Art und Weise, in der etwas präsentiert wird. „Da wir nicht in der Lage sind, alles aufzunehmen, müssen wir auswählen. Und die Frage ist, was unsere Aufmerksamkeit erregt.“5 Anhand der Untersuchung norwegischer Tageszeitungen und politischer Geschehnisse haben Marie Ruge und Johan Galtung 1965 herausgefunden, dass es Kriterien gibt, die ein Ereignis erfüllen muss, damit es Schlagzeilen macht: Frequenz – die Zeitspanne, die ein Ereignis dauert; Schwelle – ein Ereignis muss eine Schwelle passieren, bevor es überhaupt erkannt wird; Eindeutigkeit – die Klarheit eines Ereignisses; Bedeutung – kulturelle Nähe; Negativität – „schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“; Eliten – große Namen und bedeutende Nationen; Kontinuität; Übereinstimmung – das Vorhersehbare eines Ereignisses.6

Nachrichten werden von Medien gemacht7: Der Journalist schafft sich einen Überblick über die Geschehnisse (praktisch meistens, in dem er andere Zeitungen liest), sucht aus und gestaltet sie. Der Leser macht es ebenso, wenn er das Endprodukt bekommt. Ebenso wie der Journalist ist der Leser aktiv an der Konstruktion von Bedeutungen beteiligt. Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit [dem, was er bereits weiß oder denkt.]


3 Bennett, W. Lance., News: The politics of illusion. New York: Longman Inc., 1988., 4.

4 Epstein, Edward J, News from nowhere: television and the news. New York: Random House, 1973, 16.

5 Galtung, Johan und Ruge, Marie H.; Cohen, Stanley (Hrsg.), Kap. Structuring and selcting news In The manufacture of news. London: Constable, 1973, hier: 52-63, 62.

6 Ebd., 62.

7 Gieber, W., Kap. News is what newspaper make it In People, society and mass-communication. New York: The Free Press, 1964, hier: 173-183, 180.

[Seite 28]

Es ist ein Produkt, welches zum Verkauf bestimmt ist. „...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“ (Bennett 1988:4)

Zu der Ansicht vieler Journalisten, daß sie über die Realität Bericht erstatten und daß diese sich in ihren Artikeln widerspiegelt, schrieb Edward Epstein 1973: „...ein Spiegel trifft keine Entscheidung, er zeigt einfach nur, was sich vor ihm befindet. Berichterstattung im Fernsehen kann bestimmt werden von Vorurteilen und Politik.“ (1973:16)

[Seite 29]

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ereignen sich Dinge weltweit, von denen nur einige wenige in den Medien Schlagzeilen machen. Ob ein Ereignis sowohl aktuell als auch bei dem Leser zum Beispiel von Interesse ist, ist ein Kriterium, welches entscheidet, ob darüber berichtet wird, oder ob es unerwähnt bleibt. Es bestimmt ebenfalls die Art und Weise, in der es präsentiert wird.

„Da wir nicht in der Lage sind, alles aufzunehmen, müssen wir auswählen. Und die Frage ist, was unsere Aufmerksamkeit erregt.“ (Galtung und Ruge 1965:62) Anhand der Untersuchung von norwegischen Tageszeitungen und politischen Geschehnissen haben Marie Ruge und Johan Galtung 1965 herausgefunden, daß es Kriterien gibt, die ein Ereignis erfüllen muß, damit es Schlagzeilen macht: Frequenz - die Zeitspanne, die ein Ereignis dauert; Schwelle - ein Ereignis muß eine Schwelle passieren, bevor es überhaupt erkannt wird; Eindeutigkeit - die Klarheit eines Ereignisses; Bedeutung - kulturelle Nähe; Negativität – `schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten‘; Eliten - große Namen und bedeutende Nationen; Kontinuität; Übereinstimmung - das Vorhersehbare eines Ereignisses. (1965:69)

Nachrichten werden von Medien gemacht. (Gieber 1964:180) „Der Journalist schafft sich einen Überblick über die Geschehnisse (praktisch meistens, in dem er andere Zeitungen liest), sucht aus und verdreht sie, ebenso macht es der Leser, wenn er das Endprodukt bekommt...“ (Galtung 1981:70) Ebenso wie der Journalist ist der Leser aktiv an der Konstruktion von Bedeutungen beteiligt. Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit dem, was er bereits weiß oder denkt.


Bennett, W. L.: News: The politics of illussion. Longman Inc. New York und London. 1988.

Epstein, E. J.: News from nowhere: television and the news. Random House. New York 1973.

Galtung, Johan & Ruge, Marie H.: Structuring and selecting news. In Cohen, Stanley (Hrsg.): The manufacture of news. Constable. London 1973. S.52-63.

Gieber, W.: News is what newspaper make it. In Dexter, Lewis und White, David M. (Hrsg.): People, society and masscommunication. The Free Press. New York 1964. S.173-183.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Marginale Umformulierungen, ansonsten identisch. Auch wenn es sich vielfach um gekennzeichnete Zitate handelt, entspricht die Sammlung und Anordnung dem ungenannt gebliebenen Original.

Sichter
(SleepyHollow02), Graf Isolan

[3.] Asc/Fragment 033 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 17:04:37 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 29, 30, 31, Zeilen: 29:19-23; 30:01- 31:05
[Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit] dem, was er bereits weiß oder denkt. Er wählt zwischen verschiedenen Versionen der Realität aus, wählt verschiedene Worte und Bedeutungen.

3.2. Massenmedien als Kommunikationsmittel

Das Atomwaffenprogramm des Iran, die Geiselnahmen in Afghanistan oder die fortschreitende Eisschmelze in der Arktis lösen am gleichen Tag noch Betroffenheit oder Überlegungen bezüglich der Auswirkungen auf Europa aus. Die Erreichbarkeit von Wissen, die Verfügbarkeit von Informationen und die Verbreitungsgeschwindigkeit von Neuem hat die Menschheit erstmals in einen Zusammenhang gestellt. Wolfgang Bergsdorf schrieb 1980 zum Thema Massenmedien: „Die Menschheit hat sich einen Kommunikationsrahmen gegeben, dessen Inhalte Regierung und Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten bestimmen und zu bestimmen versuchen. Unterschiedliche Bedingungen für den Gestaltungsspielraum der Medien, auch Unterschiede im Selbstverständnis der Medien führen dazu, dass sich das Image einer Person, einer Politik von der Wirklichkeit ablöst. Es entsteht eine Scheinwirklichkeit, die reale Folgen haben kann, weil nach unterschiedlichen Gesichtspunkten Themen organisiert und Aufmerksamkeit durch die Medien verteilt werden. Die Massenmedien werden somit nicht nur Spiegelbilder politischer Prozesse, sondern wirken auch auf sie ein.“8

3.3. Die Medien und ihre Rolle in Krisen

Durch Presse, Radio, Fernsehen und Internet können die Menschen erfahren, was sie glauben und zu glauben bereit sind, auch was sie fürchten und hoffen. Die Massenmedien spielen eine bedeutende Rolle als Informationsquelle und haben einen signifikanten Einfluss auf die Meinungsbildung der Menschen. Indem sie für Wissenschaftler, Ärzte, betroffene Gruppen, Politiker, Moralapostel und viele andere Raum bieten, um unterschiedlichste Vorstellungen auf verschiedenste Weise öffentlich darzustellen und zu verbreiten, spielen sie eine zentrale Rolle in der Typisierung von Ereignissen. Besonders die Berichterstattung über Krankheiten, [Epidemien und deren mögliche Gefahren fordert die Medien auf, verantwortungsbewusst mit diesen Themen umzugehen trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele.]


8 Bergsdorf, Wolfgang, Die vierte Gewalt. Mainz: Haase & Köhler Verlag, 1980, 189.

Ebenso wie der Journalist ist der Leser aktiv an der Konstruktion von Bedeutungen beteiligt. Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit dem, was er bereits weiß oder denkt. Er wählt zwischen verschiedenen Versionen der Realität aus, wählt verschiedene Worte (zum Beispiel statt HIV den Term AIDS-Virus) und verschiedene Bedeutungen (zum Beispiel hilfloses AIDS-Opfer oder Person mit AIDS). (Kitzinger 1993:300)

[Seite 30]

3.2 Massenmedien

„Massenmedien haben die Macht, Denkweisen von
Menschen zu beeinflussen, trotz oftmals besseren
Wissens.“
Jenny Kitzinger 1993

Ein Erdbeben in San Francisco, eine Havarie auf einer Bohrinsel mitten im Pazifischen Ozean oder ein Überfall in Kolumbien lösen am gleichen Tag noch Betroffenheit oder Überlegungen bezüglich der Auswirkungen auf Europa aus. Die Erreichbarkeit von Wissen, die Verfügbarkeit von Informationen und die Verbreitungsgeschwindigkeit von Neuerungen hat die Menschheit erstmals in einen Zusammenhang gestellt. Wolfgang Bergsdorf schrieb 1980 zum Thema Massenmedien: „Die Menschheit hat sich einen Kommunikationsrahmen gegeben, dessen Inhalte Regierung und Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten bestimmen und zu bestimmen versuchen. Unterschiedliche Bedingungen für den Gestaltungsspielraum der Medien auch Unterschiede im Selbstverständnis der Medien führen dazu, daß sich das Image einer Person, einer Politik von der Wirklichkeit ablöst. Es entsteht eine Scheinwirklichkeit, die reale Folgen haben kann, weil nach unterschiedlichen Gesichtspunkten Themen organisiert und Aufmerksamkeit durch die Medien verteilt werden. Die Massenmedien werden somit nicht nur Spiegelbilder politischer Prozesse, sondern wirken auch auf sie ein.“ (1980:189)

3.2.1 Die Medien und ihre Rolle in Krisen

Durch Radio, Fernsehen und Presse können die Menschen erfahren, was sie glauben und zu glauben bereit sind, auch was sie fürchten und hoffen. Zahlreiche Studien (Wright 1975; Singer und Rogers 1986) belegen, daß die Massenmedien eine bedeutende Rolle als Informationsquelle spielen und daß sie Einfluß auf die Meinungsbildung der Menschen haben. Indem sie für Wissenschaftler, Ärzte, betroffene Gruppen, Politiker, Moralapostel und viele mehr ein Medium darstellen, um

[Seite 31]

unterschiedlichste Vorstellungen und Darstellungsweisen zu veröffentlichen und zu verbreiten, haben sie eine zentrale Rolle in der Typisierung von Ereignissen.

Besonders die Berichterstattung über Krankheiten, Epidemien und deren möglichen Gefahren fordert die Medien heraus, verantwortlich mit diesen Themen umzugehen, trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele.


Kitzinger, Jenny: Understanding AIDS. In John Eldrigde (Hrsg.): Getting the message: news, truth and power. London, New York 1993. S. 271-304.

Bergsdorf, Wolfgang: Die vierte Gewalt. von Haase & Köhler Verlag. Mainz 1980.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[4.] Asc/Fragment 034 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 17:03:22 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 01 ff. (komplett)
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 31, Zeilen: 03-28
[Besonders die Berichterstattung über Krankheiten,] Epidemien und deren mögliche Gefahren fordert die Medien auf, verantwortungsbewusst mit diesen Themen umzugehen trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele. Welche Informationen sollten der Öffentlichkeit mitgeteilt werden? Wie genau sollten Daten wissenschaftlich belegt sein, bevor über sie öffentlich berichtet wird und sie zur Beweisführung genutzt werden? Bei unterschiedlichen wissenschaftlichen Interpretationen – wem soll man vertrauen? Fragen, die heftige Debatten auslösen und von ökonomischen Interessen genauso wie politischem Glauben beeinflusst werden.

Die Berichterstattung in den Medien ist eine Art Entertainment.9. Ziel der Medien ist es, Sensationen oder dramatische Begebenheiten zu erfassen und sie publik zu machen („sex sells”). Unfälle, Tragödien sind von großem Interesse ganz besonders dann, wenn sie private Dramen enthalten und menschliches Mitgefühl erregen10, genauso wie neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet gefürchteter Krankheiten (zum Beispiel die Entwicklung von Impfstoffen gegen Allergien). Über Kontroversen (zum Beispiel bezüglich der richtigen Behandlungsmethoden) wird ebenfalls ausgiebig berichtet. Weniger von Interesse sind chronische Probleme oder solche, die als Routine angesehen werden.11

Eine von Fritz Muthny und Michael Bechtel 1985 durchgeführte Studie untersuchte den Stellenwert chronischer Erkrankungen in der Medizinberichterstattung. Sie zeigte, dass vor allem Krebs, koronare Herzerkrankungen, und AIDS ein Thema sind. In der jüngsten Zeit nahm die Berichterstattung in den Medien über Allergien signifikant zu. Eine ebenfalls recht häufige chronische Erkrankung, die Multiple Sklerose, war hingegen stark unterrepräsentiert, da sie möglicherweise „...journalistisch weniger ergiebig ist im Vergleich zu den besser bekannten und mit drastischeren Assoziationen versehenen Erkrankungen Krebs, Koronare Herzerkrankung und AIDS.“ Insgesamt nahm der Aspekt der Lebensbedrohlichkeit den höchsten Stellenwert ein.12


9 Nelkin 1991, 293: 295.

10 Sandman, Peter und Paden, Mary, At three mile island. Columbia Journalism Review, 18 1979, 43–58, 43: 43-58.

11 Nelkin 1991, 293: 295.

12 Muthny, Fritz A. und Bechtel, Michaela, Chronische körperliche Erkrankungen in der Sicht der Medien. Eine Inhaltsanalyse der Medizinberichterstattung in Publikumszeitschriften unter besonderer Berücksichtigung psychosozialer Aspekte. Medizin Mensch Gesellschaft, 13.1 1988, 188–189, 188: 188-189.

Besonders die Berichterstattung über Krankheiten, Epidemien und deren möglichen Gefahren fordert die Medien heraus, verantwortlich mit diesen Themen umzugehen, trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele. Welche Informationen sollten der Öffentlichkeit mitgeteilt werden? Wie genau sollten Daten wissenschaftlich belegt sein, bevor über sie öffentlich berichtet wird und sie zur Beweisführung genutzt werden. Bei unterschiedlichen wissenschaftlichen Interpretationen - wem soll man vertrauen? Fragen, die heftige Debatten auslösen und von ökonomischen Interessen genauso wie politischem Glauben beeinflußt werden.

Die Berichterstattung in den Medien ist eine Art Entertainment. (Nelkin 1991:295) Ziel der Medien ist es, Sensationen oder dramatische Begebenheiten zu erfassen und darüber Bericht zu erstatten. Unfälle, Tragödien sind von großem Interesse ganz besonders dann, wenn sie private Dramen enthalten und menschliches Mitgefühl erregen (Sandman 1979:44), genauso wie neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet gefürchteter Krankheiten (zum Beispiel die Heilung von Krebs oder mögliche AIDSTherapien). Über Kontroversen (zum Beispiel bezüglich Grippeimpfstoffe) wird ebenfalls ausgiebig berichtet. Weniger von Interesse sind chronische, andauernde Probleme oder solche, die als Routine angesehen werden. (Nelkin 1991:295)

Eine von Fritz Muthny und Michael Bechtel 1985 durchgeführte Studie untersuchte den Stellenwert chronischer Erkrankungen in der Medizinberichterstattung. Sie zeigte, daß vor allem Krebs, koronare Herzerkrankung und AIDS ein Thema sind. Eine ebenfalls recht häufige, chronische Erkrankung, die Multiple Sklerose, war hingegen stark unterrepräsentiert, da sie möglicherweise „...journalistisch weniger ergiebig ist, im Vergleich zu den besser bekannten und mit drastischeren Assoziationen versehenen Erkrankungen Krebs, Koronare Herzerkrankung und AIDS.“ Insgesamt nahm in der Berichterstattung der Aspekt der Lebensbedrohlichkeit den höchsten Stellenwert ein. (1988:188)


Nelkin, Dorothy: AIDS and the News media. Milb Quart 69/2(1991) 293-307.

Sandman, P und M. Paden: At three mile island. Columbia Journalism Review 18(1979) 43-58.

Muthny, F.A. & Bechtel, M: Chronische körperliche Erkrankungen in der Sicht der Medien. Eine Inhaltsanalyse der Medizinberichterstattung in Publikumszeitschriften unter besonderer Berücksichtigung psychosozialer Aspekte. Medizin, Mensch, Gesellschaft 13 (1988) 188-189.

Anmerkungen

Kein Hinweise auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Asc/Fragment 037 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 17:00:24 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 05-13
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 32, Zeilen: 16-22
Die Informationen über Allergien, die man den Medien entnehmen kann, sind sehr vielfältig aufgrund der Vielzahl der Beteiligten – Wissenschaftler, Betroffene, Rechtsanwälte, Professoren, Journalisten – jeder mit eigenen Zielen und Vorstellungen. In Artikeln, Nachrichten und Features im Radio, Fernsehen und in Zeitungen wird versucht, die Öffentlichkeit über die Dringlichkeit und Notwendigkeit bestimmter politischer Entscheidungen aufzuklären.

Indem die Presse Allergien als ein Thema in der Öffentlichkeit etablierte, ist sie für die Art und Weise, wie Menschen auf die Informationen reagieren, mitverantwortlich.

Die Informationen über AIDS, die man den Medien entnehmen kann, sind sehr vielfältig aufgrund der Vielzahl der Beteiligten - Wissenschaftler, Betroffene, Rechtsanwälte, Professoren, Journalisten - jeder mit eigenen Zielen und Vorstellungen. So wird versucht über Artikel, Nachrichten und Informationsberichte im Radio, Fernsehen und in Zeitungen, das Verhalten von Menschen zu ändern, die Spendenbereitschaft zu erhöhen oder die Öffentlichkeit von der Dringlichkeit und Notwendigkeit bestimmter politischer Entscheidungen zu überzeugen.
Anmerkungen

Asc hat "AIDS" durch "Allergien" ersetzt. Darüber hinaus ist kaum eine eigene Leistung erkennbar.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[6.] Asc/Fragment 085 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 17:36:32 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 03-27
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 37-38, Zeilen: 37: 31 - 38:20
Krankheit selbst war eine Metapher für die Sterblichkeit und Hinfälligkeit des Menschen. Man sah in der Krankheit den „Belagerer“, später, mit der Entdeckung des Tuberkelbakteriums 1882 und des Choleraerregers im darauf folgenden Jahr durch Robert Koch, erkannte man den „Eindringling“, der die Krankheit verursachte.

Eine Krankheit galt nun als „Invasion“ körperfremder Organismen, auf die der Körper mit eigenen „militärischen“ Operationen reagiert, indem er seine immunologischen „Abwehrkräfte“ mobilisiert. Werden militärische Metaphern im Sprachgebrauch verwendet, so wird etwas implizit als Krieg angesehen. Dadurch geraten die informativen Momente, die für eine objektive Berichterstattung von Nöten wären, aus dem Blick.

Krankheit als Metapher beherrscht die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung: Krankheit wird als etwas bezeichnet, was in die Gesellschaft eindringt, und die Bemühungen um Verringerung der Sterblichkeitsrate bei einer bestimmten Krankheit verstehen sich als „Kampf“, als „Ringen“ und als „Krieg“. Beliebt geworden ist die Kriegsmetaphorik zu Beginn des letzten Jahrhunderts, und zwar in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg in den Aufklärungskampagnen über Syphilis und nach dem ersten Weltkrieg über Tuberkulose. Waren es einst der Arzt, die Kirche oder das soziale Umfeld, die den Krieg gegen die Krankheit führten, so ist es heute die ganze Gesellschaft. Diese Transformation des Krieges in einen Anlass zur ideologischen Massenmobilisierung hat die Kriegsmetaphorik für Erziehungskampagnen wertvoll gemacht, deren Ziel nun die Vernichtung des Feindes „Krankheit“ war. „We had wars against poverty, now replaced by 'the war on drugs,' as well as wars against specific diseases, such as cancer.“70

Militärische Bilder in Artikeln über Krankheiten sind häufig.


70 Sontag 1991, 96.

Krankheit selbst war früher eine Metapher für die Sterblichkeit und Hinfälligkeit des Menschen. Man sah in der Krankheit den ‘Belagerer’, später den ‘Eindringling’. Mit der

[Seite 38]

Entdeckung des Tuberkelbakteriums 1882 und des Choleraerregers im darauffolgenden Jahr durch Robert Koch erkannte man den ‘Eindringling’, der die Krankheit verursacht. Die militärische Metapher kam in der Medizin erstmals in Gebrauch. Eine Krankheit galt nun als ‘Invasion’ körperfremder Organismen auf die der Körper mit eigenen ‘militärischen’ Operationen reagiert, indem er seine immunologischen ‘Abwehrkräfte’ mobilisiert.

Krankheit als Metapher beherrscht auch die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung: „Krankheit wird als etwas bezeichnet, was in die Gesellschaft eindringt und die Bemühungen um Verringerung der Sterblichkeitsrate bei einer bestimmten Krankheit verstehen sich selbst als ‘Kampf’, als ‘Ringen’ und als ‘Krieg’. Beliebt geworden ist die Kriegsmetaphorik zu Beginn des letzten Jahrhunderts, und zwar in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg in den Aufklärungskampagnen gegen die Syphilis und nach dem Weltkrieg gegen die Tuberkulose ... War es einst nur der Arzt, der das bellum contra morbum, den Krieg gegen die Krankheit, führte, so ist es heute die ganze Gesellschaft. Diese Transformation des Krieges in einen Anlaß zur ideologischen Massenmobilisierung hat die Kriegsmetaphorik für Erziehungskampagnen wertvoll gemacht, deren Ziel nun die Vernichtung eines Feindes war. Wir haben den Krieg gegen die Armut erlebt, den ‘Krieg gegen Drogen’, schließlich den Krieg gegen einzelne Krankheiten wie etwa den Krebs.“ (Sontag 1989:12)

Militärische Bilder in Artikeln über Krankheiten sind häufig.


Sontag, Susan: AIDS und seine Metaphern. Hanser. München 1989.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[7.] Asc/Fragment 086 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 17:05:38 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 14-17, 21-24
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 38, 39, 40, Zeilen: 38:28 - 39:02; 40:14-19
Solch militärische Metaphern haben nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Die Anwendung von kriegerischen Metaphern dramatisiert reale Ereignisse, schürt Angst, verbreitet Panik und trägt zur Stigmatisierung Infizierter bei.

We are not being invaded. The body is not a battlefield. The ill are neither unavoidable casualties nor the enemy. We – medicine, society – are not authorized to fight back by any means whatever... .71

Der Begriff Krankheit wird häufig diffamierend verwendet und oft in einer Sprache abgehandelt, welche durch eine Vielzahl an Metaphern gekennzeichnet ist. Susan Sontag schrieb, dass die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie [möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen.72]


71 Sontag 1991, 180.

Solch militärische Metaphern haben nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Die Anwendung von kriegerischen Metaphern dramatisiert reale Ereignisse, schürt Angst, verbreitet Panik und trägt zur Stigmatisierung Infizierter bei.

„Unsere Leiber erleben keine Invasion. Der Körper ist kein Schlachtfeld. Die Kranken sind weder unvermeidbare Opfer noch Feind. Wir - die

[Seite 39]

Medizin, die Gesellschaft - sind nicht befugt, mit allen nur möglichen Mitteln zurückzuschlagen.“ (Sontag 1989:12)

[Seite 40]

Der Begriff Krankheit wird häufig diffamierend verwendet und oft in einer Sprache, welche durch eine Vielzahl an Metaphern gekennzeichnet ist, abgehandelt. Susan Sontag (1981:5) schrieb, daß die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen.


Sontag, Susan: AIDS und seine Metaphern. Hanser. München 1989.

Sontag, Susan: Krankheit als Metapher. Fischer Taschenbuchverlag. Frankfurt am Main 1981.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Das übersetzte Zitat wird in die Zählung nicht einbezogen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[8.] Asc/Fragment 087 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 17:32:56 Graf Isolan
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 87, Zeilen: 1-3
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 40, Zeilen: 15-20
[Susan Sontag schrieb, dass die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie] möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen.72 Man könne zwar ohne Metaphern nicht denken, allerdings gäbe es Bilder und Vergleiche, die man abschaffen sollte.

72 Sontag 1991, 7.

Susan Sontag (1981:5) schrieb, daß die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen. Weiterhin stellte sie fest, daß man ohne Metaphern nicht denken kann, allerdings gibt es Bilder und Vergleiche, welche man abschaffen sollte.

Sontag, Susan: Krankheit als Metapher. Fischer Taschenbuchverlag. Frankfurt am Main 1981.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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