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Quelle:Cc/Schwedt 1997

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Herbert Schwedt
Titel    Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit - nach Berichten von Zeitzeugen
Sammlung    Kriegsende und Neubeginn. Westdeutschland und Luxemburg zwischen 1944 und 1947
Herausgeber    Kurt Düwell, Michael Matheus
Ort    Stuttgart
Verlag    Steiner
Jahr    1997
Seiten    21-32
ISBN    3-515-06974-7
URL    http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/schwedt-alltagsgeschichte.html#cLL14

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    5


Fragmente der Quelle:
[1.] Analyse:Cc/Fragment 026 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-18 18:10:45 Schumann
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 7-8, 9-15
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
In den Augen des NS-Regimes waren die [sic] Aachener Verräter – ein „Mob“, wie sie von der Gestapo genannt wurden –, gegen die vorzugehen war. Wer nach dem Abzug der deutschen Truppen eine weiße Fahne – das war oft ein Betttuch oder Ähnliches – hisste, riskierte, von den letzten SS-Leuten standrechtlich erschossen oder erhängt zu werden.71 Hinzu kamen diverse Gerüchte, wie beispielsweise, dass die älteren Jungen (unter 16 Jahren) „über den Rhein müßten, um dort noch zu Soldaten ausgebildet zu werden“ – manche flüchteten daraufhin in Verstecke.72

71 Vgl. Schwedt, Herbert: Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit - nach Berichten von Zeitzeugen, in: Kurt Düwel [sic] (Hrsg.): Kriegsende und Neubeginn. Westdeutschland und Luxemburg zwischen 1944 und 1947, Stuttgart 1997, S. 33-67, hier: S. 35f. (Künftig zitiert: Schwedt: Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit, a. a. O., S.).

72 Vgl. mündliche Auskünfte Dr. Guido Maas. Interview am Samstag, den 21. September 2003 (Künftig zitiert: Mündliche Auskunft Dr. Guido Maas).

[Schwabe 1997:]

In den Augen des NS-Regimes waren diese Aachener natürlich Verräter - ein "Mob", wie sie von der Gestapo genannt wurden.

[Schwedt 1997:]

Wer nach dem Abzug der deutschen Truppen eine weiße Fahne – das war oft ein Betttuch oder ähnliches – hisste, riskierte, von letzten SS-Leuten standrechtlich erschossen oder aufgehängt zu werden – so geschehen in Hechtsheim und Ingelheim.[Anm. 7]

[...]

[...] Und dazu kamen schließlich Gerüchte wie die, dass die älteren Jungens (unter 16 Jahren) "über den Rhein" müssten, um dort noch zu Soldaten ausgebildet zu werden – manche flüchteten sich daraufhin in Verstecke.


7. Vgl. Heinz Leiwig: Mainz 1933 bis 1948. Von der Machtergreifung bis zur Währungsreform, Mainz 1984, S. 86.

Anmerkungen

Der erste Satz stammt größtenteils aus Schwabe 1997, wird aufgrund seiner Kürze ausnahmsweise aber nicht als einzelnes Fragment dokumentiert.

Die Quelle für den unmittelbar folgenden Text ist zwar in Fn. 71 genannt, doch

  1. bleibt die weitgehende Wörtlichkeit (Wortgruppe mit 20 zusammenhängenden Wörtern) des übernommenen Inhalts ungekennzeichnet,
  2. geht die Übernahme auch nach der Referenzierung erkennbar weiter. Bemerkenswert dabei: Ausführungen der von 1997 stammenden Quelle werden als mündliche Interview-Auskünfte eines Zeitzeugen von 2003 präsentiert.
Sichter
(Schumann)

[2.] Analyse:Cc/Fragment 035 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-18 19:15:04 Schumann
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 23-28.29-31, 106-108
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Hühner wurden zu dieser Zeit auf Balkonen, in Kellern, Dachkammern, unter Betten und sogar in Kleiderschränken gehalten. Neben dem „Trümmerhuhn“ existierte auch die „Speicherziege“, und auf dem Lande, wo Ställe zur Verfügung standen, waren die Schwarzhaltung und später auch die Schwarzschlachtung nicht selten.108 Der Fantasie waren hierbei keine Grenzen gesetzt.109 Daneben musste jeder sammeln, der sich selbst versorgen wollte: Je nach Jahreszeit ging es dabei um Heidelbeeren, Pilze, Haselnüsse, Ähren nach der Getreideernte oder um Kartoffeln [durch Nachharken [sic] nach der Kartoffelernte.]

108 Bis Dezember 1946 wurden 473 Hausschlachtungen genehmigt (277 Schweine, 8 Rinder, 154 Kälber, 32 Schafe, 2 Ziegen).

109 Beispielsweise wurde ein Ferkel, ruhiggestellt durch schwarz gebrannten Schnaps, in einem Sack unter dem Eisenbahnsitz von einer Besatzungszone in die nächste geschmuggelt.

Hühner wurden auf Balkonen, in Kellern, in Dachkammern, unter Betten und sogar in Kleiderschränken gehalten. Neben dem Trümmerhuhn gab es auch die Speichergeiß, und auf dem Lande, wo Ställe zur Verfügung standen, war die Schwarzhaltung (und später Schwarzschlachtung) nicht selten. Die dazu nötigen Ferkel waren selbstverständlich nicht frei erwerbbar. Ein Westerwälder Informant erinnert sich, dass man bis ins Oldenburgische fuhr, um Ferkel zu besorgen; die musste man dann, in Säcke verpackt, unter dem Eisenbahnsitz von einer Besatzungszone zur anderen schmuggeln. Damit sie still blieben, gab man ihnen Schnaps ein. Der war schwarz gebrannt: was sonst?

Daneben musste sammeln, wer sich versorgen wollte: je nach Jahreszeit Heidelbeeren, Pilze, Haselnüsse, Ähren nach der Getreideernte, Kartoffeln durch Nachhacken [sic] nach der Kartoffelernte, Eicheln.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Aus der "Speichergeiß" wird dabei die "Speicherziege", aus dem "Nachhacken" ein "Nachharken".

Sichter
(Schumann)

[3.] Analyse:Cc/Fragment 036 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-18 20:01:03 Schumann
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 15-16.17-19, 21-30
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Diejenigen, die etwas anzubieten hatten – denn für Geld allein, das von Tag zu Tag weniger wert wurde, bekam man nichts mehr –, konnten fündig werden, wenn es beispielsweise darum ging, ein Brautkleid gegen Speck und Eier, Füllfederhalter gegen Brot oder ein Fahrrad gegen eine Schreibmaschine111 zu tauschen. Eine größere Behandlung beim Zahnarzt kostete ein Ferkel, eine kleinere konnte mit Butter entgolten werden. Gut ging es eigentlich nur jenen, die „kompensieren“ konnten, da sie über irgendeine Mangelware verfügten, die sie statt oder zum Geld anbieten konnten.112 Die Militärregierung versuchte, mithilfe der – zunächst noch unbewaffneten – deutschen Polizei, diese und ähnliche Vorgänge wie beispielsweise das „Hamstern“ einzudämmen. Der Widerspruch war jedoch unauflösbar: die labile Wirtschaftslage verbot das Hamstern und erzwang es gleichzeitig. Also waren trotz Kontrollen die Bahnhöfe und Züge voller Menschen, die hofften, draußen auf dem Lande Lebensmittel einhandeln zu können.113

In dieser Situation war der Übergang vom Tausch- zum Schwarzmarkt, der besonders am Kaiserplatz blühte, fließend.


111 Vgl.Mündliche Auskünfte Dr. Guido Maas, a. a. O.

112 So füllten zum Beispiel die Bauern ihre Schränke mit nützlichen Tauschgegenständen, die sie von „Hamsterern“ in Zahlung genommen hatten.

113 Beispielweise unternahm der Kreisverband der SPD eine Fahrt nach Heinsberg, um dort Kartoffeln zu holen; vgl.mündliche Auskünfte Dr. Jost Pfeiffer, a. a. O.

Alles wurde gegen alles verhandelt – einige wenige Beispiele, vielleicht etwas kurioser Art, müssen genügen: Brautkleid gegen Speck und Eier; Füllfederhalter gegen Brot; [...] und so noch lange weiter. In einem hier nicht zu nennenden Ort kostete eine größere Behandlung beim Zahnarzt ein Ferkel, eine kleinere musste mit Butter entgolten werden. [...]

Die Militärregierung versuchte mit Hilfe der – zunächst noch unbewaffneten – deutschen Polizei, die Hamsterfahrten einzudämmen, und das war überall in Deutschland so. Der Widerspruch war unauflösbar: die labile Wirtschaftslage verbot das Hamstern und erzwang es gleichzeitig. Also waren trotz aller Kontrollen die Bahnhöfe und Züge voller Menschen, die hofften, draußen auf dem Lande Lebensmittel einhandeln zu können gegen irgendetwas – nur nicht gegen Geld. [...]

Der Übergang vom Tausch zum Schwarzmarkt, auch dem professionell betriebenen, war fließend, und damit auch der von der Überlebenssicherung zur Kriminalität.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der freier formulierte erste Satz bis zum Beginn der Beispielnennungen, das Fahrrad-Schreibmaschine-Beispiel und der Satz vor Fn. 112 gehen nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann)

[4.] Analyse:Cc/Fragment 037 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-20 14:41:43 Schumann
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 25-26, 29-32, 103-105
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Auch wurde bei der „Organisation“ der zum Leben notwendigen Dinge guten Gewissens gegen das Gesetz verstoßen – [...]. Daneben zählte das Schwarzbrennen und Schlachten zur gängigen Praxis und galt allenfalls als Kavaliersdelikt.116 In einer Zeit, in der die Alternative zum Verhungern der Diebstahl war, wurden die Diebstahlsmeldungen auch [immer häufiger.117]

116 Gelegentlich gab es hierbei besondere Tricks, zum Beispiel das Töten eines Schweins am Sonntagmorgen, wobei das Läuten der Glocken die Schreie des Tieres

[117 Gestohlen wurde alles: Kaninchen und Glühbirnen, Kühe und Kohlen, Lebensmittel, Ochsen, Tauben, Bohnenstangen.]

In mehreren anderen Bereichen wurde guten Gewissens gegen das Gesetz verstoßen. Schon erwähnt wurde das schwarze Schnapsbrennen: weit verbreitet – jedenfalls auf dem Lande, wo man die erforderlichen Rohstoffe hatte –, allgemein bekannt und allenfalls als Kavaliersdelikt angesehen. [...]

Auch das Schwarzschlachten war auf dem Lande trotz strenger Verbote gängige Praxis. Gelegentlich gab es dabei besondere Tricks, etwa das Töten des Schweines am Sonntagmorgen – das Läuten der Glocken übertönte das Schreien des Tieres.[Anm. 70] [...]

In allen diesen Fällen war und ist ein Unrechtsbewusstsein nicht spürbar, und wo, darüber hinaus, die Alternative zum Verhungern der Diebstahl war, fällt es schwer zu urteilen. Die Zeitungsmeldungen über Diebstähle waren in dieser Zeit überaus zahlreich. Gestohlen wurde alles: Kaninchen und Glühbirnen, Kühe und Kohlen, Lebensmittel, Ochsen, Trauben, Bohnenstangen.


70. Birgit Sachs: Mainzer Erinnerungen: Frauen und Kinder in der Nachkriegszeit (Mainzer kleine Schriften zur Volkskultur, Bd. 6), Mainz 1994, S. 95.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

In der Quelle gehören "Trauben" zum exemplarisch aufgezählten Diebesgut, bei der Verf.in sind's "Tauben" (Fn. 117).

Sichter
(Schumann)

[5.] Analyse:Cc/Fragment 038 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-18 21:13:13 Schumann
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 6-8, 105-106
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Man muss also, was die Kriminalität jener Zeit angeht, nicht nach Gesetzen und Verordnungen fragen, sondern nach den Einschätzungen durch die breite Mehrheit.119

119 Nach einer Umfrage von 1955 gaben 54% der „Normalverbraucher“ an, sich nach dem Krieg Brot, Mehl und Kartoffeln schwarz besorgt zu haben. Vgl. Schwedt: Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit, a. a. O., S. 56.

Man wird also, was die Kriminalität jener Jahre betrifft, nicht nach Gesetzen und Verordnungen fragen müssen, sondern nach den Einschätzungen durch die breite Mehrheit. Immerhin hatten, nach einer Umfrage von 1955, 54 % der 'Normalverbraucher' sich nach dem Krieg Brot, Mehl und Kartoffeln schwarz besorgt.[Anm. 68]

68. Link (wie Anm. 14 [Alexander Link: "Schrottelzeit" Nachkriegsalltag in Mainz. Ein Beitrag zur subjektorientierten Betrachtung lokaler Vergangenheit (Studien zur Volkskultur in Rheinland-Pfalz, Bd. 8), Mainz 1990]), S. 92f.

Anmerkungen

Die Quelle ist in der Fn. genannt, doch erfolgt die Übernahme nahezu wörtlich. (Der Quellennachweis scheint sich auch primär auf die inhaltliche Angabe in der Fn. zu beziehen.)

[Fragm. kann auch unter kW kat. werden, wenn das Fragment als zu kurz und/oder der Quellennachweis als hinreichend akzeptabel erachtet wird.]

Sichter
(Schumann)

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