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Quelle:Cmg/Böckenförde 2008

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Böckenförde, Ernst-Wolfgang
Titel    Menschenwürde und Lebensrecht am Anfang und Ende des Lebens
Zeitschrift    Stimmen der Zeit
Ausgabe    4/ 2008
Jahr    2008
Seiten    245-258
URL    http://www.con-spiration.de/texte/2008/boeckenfoerde.html

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    10


Fragmente der Quelle:
[1.] Cmg/Fragment 015 28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-11 12:20:56 Guckar
BauernOpfer, Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 28-31
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 251-252, Zeilen: 37-40; 01-03
Im Kontext der vorliegenden Untersuchung ist unter „Sterbebegleitung“ ein Anrecht auf eine Begleitung in der letzten Lebensphase zum Tod zu sehen, die mehr ist als medizinische Versorgung oder bloße Verwahrung. Dabei soll sie der Anerkennung und [Achtung der Menschenwürde verbunden sein und Hilfe zum Sterben in Würde leisten.

„Denn nicht von der Hand eines Dritten, sondern an der Hand eines Dritten solle der Mensch sterben.“47]


47 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 252; Sporken, Die Sorge um den kranken Menschen, S. 242; Schockenhoff, S. 112.

Sterbebegleitung meint ein Anrecht auf eine Begleitung in der letzten Lebensphase zum Tod hin, die mehr ist als medizinische Versorgung oder bloße Verwahrung. Sie steht in Beziehung zur Anerkennung und Achtung der menschlichen Würde und beinhaltet eine Hilfe zum Sterben in Würde. Nicht von der Hand eines Dritten, sondern an dessen Hand soll der Mensch sterben, wie es Bundespräsident Horst Köhler eindrucksvoll formuliert hat.
Anmerkungen

Leicht abgewandelt übernommen. So, wie es dargestellt ist, sieht es aus, als bezöge sich die Fußnote nur auf das vermeintlich einzige wörtliche Zitat. Dieses Zitat stammt zudem eben nicht von Böckenförde, sondern, wie dieser ausdrücklich ausweist, von Horst Köhler, siehe http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Horst-Koehler/Reden/2005/10/20051008_Rede_Anlage.pdf?__blob=publicationFile&v=2, S. 2: "Nicht durch die Hand eines anderen sollen die Menschen sterben, sondern an der Hand eines anderen."

Sichter
Hood

[2.] Cmg/Fragment 016 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-19 21:32:28 SleepyHollow02
BauernOpfer, Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 01-03
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 251-252, Zeilen: 37-40; 01-03
[Im Kontext der vorliegenden Untersuchung ist unter „Sterbebegleitung“ ein Anrecht auf eine Begleitung in der letzten Lebensphase zum Tod zu sehen, die mehr ist als medizinische Versorgung oder bloße Verwahrung. Dabei soll sie der Anerkennung und] Achtung der Menschenwürde verbunden sein und Hilfe zum Sterben in Würde leisten.

„Denn nicht von der Hand eines Dritten, sondern an der Hand eines Dritten solle der Mensch sterben.“47


47 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 252; Sporken, Die Sorge um den kranken Menschen, S. 242; Schockenhoff, S. 112.

Sterbebegleitung meint ein Anrecht auf eine Begleitung in der letzten Lebensphase zum Tod hin, die mehr ist als medizinische Versorgung oder bloße Verwahrung. Sie steht in Beziehung zur Anerkennung und Achtung der menschlichen Würde und beinhaltet eine Hilfe zum Sterben in Würde. Nicht von der Hand eines Dritten, sondern an dessen Hand soll der Mensch sterben, wie es Bundespräsident Horst Köhler eindrucksvoll formuliert hat.
Anmerkungen

Leicht abgewandelt übernommen. So, wie es dargestellt ist, sieht es aus, als bezöge sich die Fußnote nur auf das vermeintlich einzige wörtliche Zitat.

Das wörtliche Zitat wird ungewöhnlicherweise mit drei Fundstellen verschiedener Verfasser belegt; merkwürdigerweise ist der Zitattext in indirekte Rede gefaßt.

Sichter
Hood

[3.] Cmg/Fragment 016 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-12-28 09:00:23 TaBi
Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 09-12
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 252, Zeilen: 10-14
Wichtig ist, dass man lediglich von einem Anrecht auf Sterbebegleitung ausgehen

kann, ein rechtsförmlicher Anspruch ist nicht gegeben. Grund hierfür ist, dass die Sterbebegleitung als Solidarleistung meist Angehörigen bzw. ehrenamtlichen oder freiwilligen Helfern übertragen wird, als Ausdruck eines solidarischen Miteinanders.49


49 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 252.

Ein solches Anrecht ist nicht auch schon ein rechtsförmlicher Anspruch. Solche Sterbebegleitung ist eine Solidarleistung von Angehörigen und auch der Gesellschaft, sie ist vielfach verwiesen auf ehrenamtliche und freiwillige Tätigkeit als Ausdruck eines solidarischen Miteinanders.
Anmerkungen

Leicht abgewandelt übernommen.

Sichter

[4.] Cmg/Fragment 050 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-05 21:09:22 Klicken
Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 07-11
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 253, Zeilen: 30-35
Die Sterbehilfedebatte zeichnet sich allgemein durch Spannungen zwischen ethischen und rechtlichen Prinzipien aus. Demgemäß steht auch der Lebensschutz als Teil der Selbstbestimmung als Ausfluss der Menschenwürde gegenüber. Und diesen tritt der Grundsatz der Nichtverfügbarkeit des Lebens entgegen. Zu untersuchen ist somit, ob, und wenn, wie weit man diese Spannungen lösen kann.149

149 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 253.

Das Thema Sterbehilfe ist durch ein Spannungsverhältnis zwischen verschiedenen ethischen und rechtlichen Prinzipien gekennzeichnet. Auf der einen Seite steht der Lebensschutz als Ausfluß des Lebensrechts, auf der anderen Seite die Selbstbestimmung als Ausfluß der Menschenwürde. Hinzu kommt der Grundsatz der Nichtverfügbarkeit des Lebens. Läßt sich, und wie weit läßt sich diese Spannung auflösen, lassen sich tragfähige allgemeine Antworten finden?
Anmerkungen

Abgewandelt und inhaltlich verstümmelt übernommen - wo Böckenförde vom Lebensschutz als Ausfluss des Lebensrechts schreibt und dem die Selbstbestimmung als Ausfluss der Menschenwürde gegenüberstellt, vermengt die Dissertation dies zur sinnentleerten Phrase: "Lebensschutz als Teil der Selbstbestimmung als Ausfluss der Menschenwürde".

Sichter

[5.] Cmg/Fragment 085 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-11 12:21:02 Guckar
BauernOpfer, Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi, Klicken
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 08-31
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 255, 256, Zeilen: 20-41, 01-02
Als relevante Grundfrage taucht immer wieder die Reichweite der Selbstbestimmung als Ausfluss der Menschenwürde auf. Problematisch ist hier vor allem, ob darin die Selbstverfügung über das eigene Leben eingeschlossen ist, sowohl im Allgemeinen als auch nur in Ausnahmefällen.

Um zu einer Antwort zu gelangen, muss zunächst der Zusammenhang von Menschenwürde und Menschenbild verdeutlicht werden.

1. Beurteilung nach dem christlichen Menschenbild

Wie bereits ausgeführt, besteht nach dem christlichen Menschenbild kein Recht zur Selbstverfügung über das eigene Leben. Dies resultiert daraus, dass das Leben von Gott gegeben und der Mensch nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist. Früher wurde dies sehr strikt vertreten, ebenso, dass ein Selbstmörder nicht in geweihter Erde bestattet werden darf. Von dieser strikten These werden jetzt in Grenzfällen Ausnahmen gestattet. Dann sei der Suizid zwar möglicherweise nicht zu verurteilen, dennoch aber wird am Nichtverfügungsrecht über das eigene Leben festgehalten. In Konsequenz hieraus ergibt sich, dass ein Sterbenlassen – als Unterschied zur Sterbehilfe – eines „Todgeweihten“ möglich ist. Dies folgt daraus, dass das Sterben und somit auch der Tod zum Leben gehören und ein lebensverlängernder Eingriff in den Sterbeprozess weder geboten noch angezeigt ist. Infolgedessen unterliegt auch der Einsatz von Palliativmitteln, selbst wenn sie lebensverkürzend wirken, keinen Bedenken mehr. Anders zu werten und somit weiterhin unzulässig ist eine vorzeitige Beendigung des Lebens aus dem Motiv, dass es nicht mehr lebenswert sei. Insoweit kann es dann Probleme mit sich bringen, wenn die Lebensverlängerung durch Maßnahmen der Apparatemedizin zu nichts anderem mehr als einem mechanischen Fortvegetieren führt. In diesen Fällen scheint es angezeigt, zu überlegen, ob und wann die Lebensverlängerung eingestellt werden kann.276


276 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 255 f.

Immer ist hier eine Grundfrage relevant, nämlich die Reichweite der Selbstbestimmung als Ausfluß der Würde des Menschen. Ist darin die Selbstverfügung über das eigene Leben mit eingeschlossen: generell – in Ausnahmefällen – überhaupt nicht?

Wichtig für eine Antwort ist, sich den Zusammenhang von Menschenwürde und Menschenbild bewußt zu machen. Nach dem christlichen Menschenbild besteht grundsätzlich kein Verfügungsrecht über das eigene Leben. Das Leben ist von Gott gegeben, der Mensch ist nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen, für den Menschen selbst ist das Leben daher nicht verfügbar. Dies wurde früher ganz strikt vertreten – der Selbstmörder durfte nicht in geweihter Erde bestattet werden –; heute wird bei möglichen Grenzfällen eingeräumt, daß ein Suizid dann vielleicht nicht zu verurteilen ist, aber an dem Prinzip der Nichtverfügung über das eigene, von Gott gegebene Leben wird festgehalten.

Daraus ergibt sich als Folgerung, daß jedenfalls das Sterbenlassen (im Unterschied zur Sterbehilfe) eines Todgeweihten möglich ist. Das Sterben (und damit der Tod) gehört zum Leben. Ein verlängernder Eingriff in den Sterbeprozeß, wenn dieser im Gang ist, ist weder geboten noch angezeigt. Auch der Einsatz von Palliativmitteln, wenn diese die Nebenwirkung haben, den Sterbeprozeß zu verkürzen, unterliegt keinen Bedenken. Nicht zulässig ist jedoch eine vorzeitige Beendigung des Lebens, weil es nicht mehr lebenswert sei. Daraus kann ein Problem entstehen, wenn die Lebensverlängerung durch Maßnahmen der Apparatemedizin zu nichts anderem mehr als einem mechanischen Fortvegetieren führt. Für solche Fälle


[Seite 256]

erscheint neues Nachdenken angezeigt, ob und wann solche Art der Lebensverlängerung eingestellt werden darf.

Anmerkungen

Längere inhaltliche und in Teilen wörtliche Übernahme. Auf die Vorlage wird verwiesen, jedoch reicht dies nicht aus, um die erheblichen Übereinstimmungen auszuweisen. Dies gilt insbesondere, weil sich die Übernahme über eine Zwischenüberschrift hinweg erstreckt und damit der Beleg vom Leser keinesfalls auf die gesamte übernommene Stelle bezogen werden kann.

Sichter
Strafjurist

[6.] Cmg/Fragment 085 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-12-28 17:49:12 SleepyHollow02
BauernOpfer, Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Unfertig

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 11-31
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 255-256, Zeilen: 24-41; 01-02
Um zu einer Antwort zu gelangen, muss zunächst der Zusammenhang von Menschenwürde und Menschenbild verdeutlicht werden.

1. Beurteilung nach dem christlichen Menschenbild Wie bereits ausgeführt, besteht nach dem christlichen Menschenbild kein Recht zur Selbstverfügung über das eigene Leben. Dies resultiert daraus, dass das Leben von Gott gegeben und der Mensch nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist. Früher wurde dies sehr strikt vertreten, ebenso, dass ein Selbstmörder nicht in geweihter Erde bestattet werden darf. Von dieser strikten These werden jetzt in Grenzfällen Ausnahmen gestattet. Dann sei der Suizid zwar möglicherweise nicht zu verurteilen, dennoch aber wird am Nichtverfügungsrecht über das eigene Leben festgehalten. In Konsequenz hieraus ergibt sich, dass ein Sterbenlassen – als Unterschied zur Sterbehilfe – eines „Todgeweihten“ möglich ist. Dies folgt daraus, dass das Sterben und somit auch der Tod zum Leben gehören und ein lebensverlängernder Eingriff in den Sterbeprozess weder geboten noch angezeigt ist. Infolgedessen unterliegt auch der Einsatz von Palliativmitteln, selbst wenn sie lebensverkürzend wirken, keinen Bedenken mehr. Anders zu werten und somit weiterhin unzulässig ist eine vorzeitige Beendigung des Lebens aus dem Motiv, dass es nicht mehr lebenswert sei. Insoweit kann es dann Probleme mit sich bringen, wenn die Lebensverlängerung durch Maßnahmen der Apparatemedizin zu nichts anderem mehr als einem mechanischen Fortvegetieren führt. In diesen Fällen scheint es angezeigt, zu überlegen, ob und wann die Lebensverlängerung eingestellt werden kann.276


276 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 255 f.

Wichtig für eine Antwort ist, sich den Zusammenhang von Menschenwürde und Menschenbild bewußt zu machen. Nach dem christlichen Menschenbild besteht grundsätzlich kein Verfügungsrecht über das eigene Leben. Das Leben ist von Gott gegeben, der Mensch ist nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen, für den Menschen selbst ist das Leben daher nicht verfügbar. Dies wurde früher ganz strikt vertreten – der Selbstmörder durfte nicht in geweihter Erde bestattet werden –; heute wird bei möglichen Grenzfällen eingeräumt, daß ein Suizid dann vielleicht nicht zu verurteilen ist, aber an dem Prinzip der Nichtverfügung über das eigene, von Gott gegebene Leben wird festgehalten.

Daraus ergibt sich als Folgerung, daß jedenfalls das Sterbenlassen (im Unterschied zur Sterbehilfe) eines Todgeweihten möglich ist. Das Sterben (und damit der Tod) gehört zum Leben. Ein verlängernder Eingriff in den Sterbeprozeß, wenn dieser im Gang ist, ist weder geboten noch angezeigt. Auch der Einsatz von Palliativmitteln, wenn diese die Nebenwirkung haben, den Sterbeprozeß zu verkürzen, unterliegt keinen Bedenken. Nicht zulässig ist jedoch eine vorzeitige Beendigung des Lebens, weil es nicht mehr lebenswert sei. Daraus kann ein Problem entstehen, wenn die Lebensverlängerung durch Maßnahmen der Apparatemedizin zu nichts anderem mehr als einem mechanischen Fortvegetieren führt. Für solche Fälle erscheint neues Nachdenken angezeigt, ob und wann solche Art der Lebensverlängerung eingestellt werden darf.

Anmerkungen

Leicht verändert übernommen.

Sichter

[7.] Cmg/Fragment 086 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-03 20:30:46 Hindemith
BauernOpfer, Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi, Klicken
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 02-20
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 256, Zeilen: 03-22
Vom freiheitsbezogenen, zur Autonomie führenden Menschenbild ausgehend, wie es insbesondere auch in der Philosophie Immanuel Kants (1724-1804) zum Ausdruck kommt, ist ebenso kein Selbstverfügungsrecht über das eigene Leben gegeben. Zwar meint Autonomie nicht, wie oft gedeutet, Beliebigkeit, da sie ihre „Grundlage im Menschen als Zweck an sich selbst hat.“ Weil er Zweck an sich selbst ist, ist er als Subjekt zur Autonomie berufen, d.h. zur Selbstgesetzgebung im Sinn einer Aufstellung verallgemeinerungsfähiger Maximen und Verhaltensnormen.“

Dieser Art von Selbstgesetzgebung sind im Widerspruch mit sich selbst Grenzen gesetzt. „Der Mensch als Zweck an sich selbst und Subjekt verantwortlichen Handelns setzt die Bejahung seiner Subjektstellung und damit des eigenen Lebens voraus, denn sein Leben ist die Voraussetzung seiner Selbstbestimmung.“277 Dabei meint Selbstbestimmung aber nicht, über die Subjektstellung selbst, also die Selbstbestimmungsfähigkeit, verfügen zu können, sondern vielmehr aus der eigenen Subjektstellung heraus selbstbestimmt zu handeln und zu verfügen. Insoweit wird auch nach dieser Ansicht Selbsttötung als Widerspruch in sich gesehen, da sie „die Existenz des Menschen als sittliches Subjekt und damit die eigene Würde“ zerstört. Dennoch aber erscheint ein Sterbenlassen statt möglicher Verlängerung des Sterbeprozesses „aus der Annahme der Endlichkeit des Lebens“ gerechtfertigt, wie auch die Vermeidung eines lediglich vegetierenden Lebens.278


277 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 256.

278 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 256.

Geht man vom freiheitsbezogenen, zur Autonomie führenden Menschenbild aus, wie es insbesondere in der Philosophie Kants zum Ausdruck kommt, ergibt sich folgendes: Autonomie meint nicht, wie oftmals mißgedeutet, einfachhin Beliebigkeit, denn sie hat ihre Grundlage im Menschen als Zweck an sich selbst. Weil er Zweck an sich selbst ist, ist er als Subjekt zur Autonomie berufen, d. h. zur Selbstgesetzgebung im Sinn einer Aufstellung verallgemeinerungsfähiger Maximen und Verhaltensnormen. Solche Selbstgesetzgebung findet aber ihre Grenze am Widerspruch mit sich selbst.

Der Mensch als Zweck an sich selbst und Subjekt verantwortlichen Handelns setzt die Bejahung seiner Subjektstellung und damit des eigenen Lebens voraus, denn sein Leben ist die Voraussetzung seiner Selbstbestimmung. Selbstbestimmung meint, aus der eigenen Subjektstellung heraus selbstbestimmt handeln und verfügen, aber nicht über die Subjektstellung selbst, d. h. die Selbstbestimmungsfähigkeit zu verfügen. Selbsttötung ist daher ein Widerspruch in sich, zerstört die Existenz des Menschen als sittliches Subjekt und damit die eigene Würde24.

Auch dieses Menschenbild trägt somit keine freie Verfügbarkeit über das Leben, wohl aber rechtfertigt es aus der Annahme der Endlichkeit des Lebens ein Geschehenlassen des Sterbens statt möglicher Hinauszögerung des Sterbeprozesses; und ebenso trägt es die Vermeidung nur vegetativer Fortexistenz als eines sinnlosen Lebens.


24 E.-W. Böckenförde, Vom Wandel des Menschenbildes im Recht (Münster 2001) 25–36.

Anmerkungen

Umfangreiche inhaltlich und teils wörtliche Übernahme der Vorlage. Durch die gelegentliche Verwendung von Anführungszeichen wird der Eindruck verstärkt, in der untersuchten Arbeit würden sich zwischen den zitierten Abschnitten nur eigene Formulierungen bzw. eigene inhaltliche Beiträge finden. Dieser Eindruck täuscht allerdings.

Sichter
SleepyHollow02

[8.] Cmg/Fragment 086 28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-14 10:43:01 Strafjurist
Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 28-31
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 251, Zeilen: 23-34
Als Ausgangspunkt ist zunächst festzuhalten, dass das Lebensrecht eines jeden Menschen bis zum Lebensende besteht und von der Menschenwürde getragen ist. In Konsequenz ist dies festgeschrieben im Tötungsverbot und der ärztlichen Pflicht zur Heilung und der Lebenserhaltung. Umstritten ist aber, ob dies auch das Aufhalten des [natürlichen Lebensendes erfasst, ob die Lebenserhaltungspflicht mit der Menschenwürde kollidieren kann. Es stellt sich dabei die Frage, ob es ein Recht zu Sterben in Würde gibt und wann dieses einsetzt. Daran anschließend ist zu untersuchen, ob auch eine Lebenspflicht oder ein Verfügungsrecht über das eigene Leben besteht, und in welchem Verhältnis ein solches zur Menschenwürde steht.280]

280 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 251.

Als Ausgangspunkt gilt der Grundsatz: Das Lebensrecht jedes Menschen, getragen von der Menschenwürde, besteht bis zum Lebensende. Dies findet seinen Niederschlag im generellen Tötungsverbot und der Pflicht des Arztes zur Krankheitsheilung und Lebenserhaltung. Wie weit ist darin auch das Aufhalten des natürlichen Lebensendes eingeschlossen?

Im Hinblick auf die gegenwärtige Diskussion ergeben sich vor allem zwei Fragen. Zum einen: Kann die Pflicht zur Lebenserhaltung mit dem Würdeanspruch in Konflikt geraten; gibt es ein Recht auf Sterben in Würde, und wann setzt es ein? Zum andern: Besteht neben dem Lebensrecht auch eine Lebenspflicht oder besteht ein Verfügungsrecht, sei es des Patienten, des Kranken oder jedes Menschen über das eigene Leben? Wenn ja, in welchem Umfang, unter welchen Bedingungen, ab wann und in welchem Verhältnis steht es zur Würde des Menschen14?


14 Eine verläßliche Orientierung bietet immer noch R. Schlund, Der manipulierte Tod u. das menschliche Sterben (Freiburg 1987); ferner O. W. Lembcke, Sterben in Würde. Zur institutionellen Vermittlung von Selbstbestimmung u. Fürsorgepflicht, in: Jahrbuch für Recht und Ethik 15 (2007) 501–523.

Anmerkungen

Abgewandelt übernommen ohne deutliche Kennzeichnung.

Sichter

[9.] Cmg/Fragment 087 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-05 20:39:15 Klicken
BauernOpfer, Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi, Klicken
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 87, Zeilen: 01-28
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 251, 246, 247, Zeilen: 23-34
[Als Ausgangspunkt ist zunächst festzuhalten, dass das Lebensrecht eines jeden Menschen bis zum Lebensende besteht und von der Menschenwürde getragen ist. In Konsequenz ist dies festgeschrieben im Tötungsverbot und der ärztlichen Pflicht zur Heilung und der Lebenserhaltung. Umstritten ist aber, ob dies auch das Aufhalten des] natürlichen Lebensendes erfasst, ob die Lebenserhaltungspflicht mit der Menschenwürde kollidieren kann. Es stellt sich dabei die Frage, ob es ein Recht zu Sterben in Würde gibt und wann dieses einsetzt. Daran anschließend ist zu untersuchen, ob auch eine Lebenspflicht oder ein Verfügungsrecht über das eigene Leben besteht, und in welchem Verhältnis ein solches zur Menschenwürde steht.280




Um eine Verletzung der Menschenwürde durch die Zulassung der Sterbehilfe feststellen zu können, ist es zunächst erforderlich zu klären, was die Garantie der Menschenwürde als Rechtsbegriff und Teil unserer rechtlichen Ordnung bedeutet. Hierzu ist sie näher zu präzisieren, um sie als Rechtsbegriff handhabbar zu machen und so konkrete von ihr ausgehende Ge- und Verbote auszumachen. Vielfach wird vertreten, die Menschenwürdegarantie als Leerformel zu verstehen, in die jeder Mensch „hineinlesen könne, was er aus ihr herauslesen möchte“.281 Zweifellos ist die Menschenwürde als offener Begriff zu werten. Trotzdem aber kann durch bestimmte Kriterien der Kerngehalt festgelegt werden.



Einer (christlichen) Ansicht nach ist in der Ähnlichkeit des Menschen mit Gott die Grundlage der Menschenwürde zu sehen. Dies wird schon im Schöpfungsbericht des Alten Testaments (Gen. 1, 27) deutlich: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ Nach anderer Theorie wurzelt die Menschenwürde im Humanismus, dem Denken der Aufklärung und insbesondere dem Kants. Das menschliche Dasein ist, um das Bundesverfassungsgericht zu zitieren, „Dasein um seiner selbst Willen“. Der Mensch darf niemals lediglich Objekt sein, ist vielmehr geschützt gegen Erniedrigung und totale „Verzweckung“, er hat ein Recht auf Rechte. „Aus der Unantastbarkeit der Menschenwürde und der Achtungs- und Schutzpflicht nach Art. 1 Abs. 1 S. 2, folgt ihre "Abwägungsresistenz": Dies bedeutet, dass die Achtung der Menschenwürde mehr ist als ein bloßer Gesichtspunkt, der bei der Gestaltung der Rechtsordnung zu berücksichtigen ist und gegenüber gewichtigeren Faktoren zurücktreten muss. Die Menschenwürdegarantie ist vielmehr das „unabdingbare Fundament, das stets zu beachten, nicht einschränkbar und nicht aufgebbar ist.“282


280 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 251.

281 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 251.

282 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 251.

[S. 251]

Als Ausgangspunkt gilt der Grundsatz: Das Lebensrecht jedes Menschen, getragen von der Menschenwürde, besteht bis zum Lebensende. Dies findet seinen Niederschlag im generellen Tötungsverbot und der Pflicht des Arztes zur Krankheitsheilung und Lebenserhaltung. Wie weit ist darin auch das Aufhalten des natürlichen Lebensendes eingeschlossen? Im Hinblick auf die gegenwärtige Diskussion ergeben sich vor allem zwei Fragen. Zum einen: Kann die Pflicht zur Lebenserhaltung mit dem Würdeanspruch in Konflikt geraten; gibt es ein Recht auf Sterben in Würde, und wann setzt es ein? Zum andern: Besteht neben dem Lebensrecht auch eine Lebenspflicht oder besteht ein Verfügungsrecht, sei es des Patienten, des Kranken oder jedes Menschen über das eigene Leben? Wenn ja, in welchem Umfang, unter welchen Bedingungen, ab wann und in welchem Verhältnis steht es zur Würde des Menschen14?

[S. 246]

Hierzu bedarf es, wie bei jedem Rechtsbegriff, einer näheren Präzisierung und Umgrenzung, damit er in der Praxis des Rechtslebens handhabbar ist, von ihm konkrete Wirkungen im Sinn eines Gebots oder Verbots ausgehen können, er sich also nicht in einem allgemeinen Appell verliert. Das ist nicht so einfach, wie es zunächst den Anschein hat. Der Begriff der Menschenwürde hat ja keine eigene Rechtstradition; als normativ verbindlicher Rechtsbegriff wird er erstmals im Grundgesetz gebraucht.

In der gegenwärtigen Diskussion heißt es zuweilen, der Begriff der Menschenwürde sei eine Leerformel, in die jeder das hineinlesen könne, was er aus ihr herauslesen wolle. Das ist gewiß zu weit gegriffen. Fraglos aber ist der Begriff der Menschenwürde ein sogenannter offener Begriff, [...]

[S. 247]

Die eine Vorstellung sah die Grundlage der Menschenwürde in der Gottebenbildlichkeit des Menschen, wie sie im Schöpfungsbericht des Alten Testaments (Gen 1, 27) niedergelegt ist: "Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie."

[...]

Die andere Vorstellung war im Humanismus, im Denken und der Philosophie der Aufklärung, insbesondere Immanuel Kants fundiert.

[...]

Sein Dasein ist, um das Bundesverfassungsgericht zu zitieren, "Dasein um seiner selbst willen". Niemals darf der Mensch lediglich Objekt sein, er ist geschützt gegen Erniedrigung und totale Verzweckung. Er hat, von Grund auf, ein Recht auf Rechte.

Zweitens: Aus der Unantastbarkeit der Menschenwürde und der Achtungs- und Schutzpflicht, die Satz 2 des Art. 1 Abs. 1 festlegt, ergibt sich das, was die Juristen "Abwägungsresistenz" 6 nennen. Die Achtung der Menschenwürde ist mehr als nur ein Gesichtspunkt oder Faktor, der bei der Gestaltung der Rechtsordnung zu berücksichtigen ist, aber auch gegenüber anderen gewichtigen Faktoren möglicherweise zurücktreten kann; sie ist vielmehr das unabdingbare Fundament, das stets zu beachten, nicht einschränkbar und nicht aufgebbar ist 7.


6 BVerfGE 88, 203 (252).

7 Statt anderer H. Dreier, in: Grundgesetz. Kommentar, hg. v. dems., Bd. 1 (Tübingen 22004) Art. 1 Abs. 1 Rdn. 132–134, m. w. Nachw.

14 Eine verläßliche Orientierung bietet immer noch R. Schlund, Der manipulierte Tod u. das menschliche Sterben (Freiburg 1987); ferner O. W. Lembcke, Sterben in Würde. Zur institutionellen Vermittlung von Selbstbestimmung u. Fürsorgepflicht, in: Jahrbuch für Recht und Ethik 15 (2007) 501–523.

Anmerkungen

Dass die ganze Seite von oben bis Zeile 28 unabgelöst die Quelle inhaltlich wiedergibt, ist nicht aus den drei Fußnoten herzuleiten.

Sichter

[10.] Cmg/Fragment 217 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-01 21:51:38 SleepyHollow02
Böckenförde 2008, Cmg, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 217, Zeilen: 02-09
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 252, Zeilen: 14-23
Generell ist vorab klarzustellen, dass eine Inpflichtnahme der Angehörigen rechtlich nicht wirksam durchgesetzt werden kann. Denn sie trifft – wenn sie möglich wäre – auf die eigenen Rechte und Belange der Angehörigen und Mitmenschen, auf Opfergrenzen, die nicht überschritten werden können, und unterliegt generell der Verhältnismäßigkeitskontrolle.

Gerade wenn man die Zukunftsprognose betrachtet – eine Zunahme des Umfangs und der Nachfrage nach der Sterbebegleitung gegenüber schwindenden personalen Kräften – scheint dies einer reellen Alternative entgegenzustehen.611


611 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 252.

Ein rechtsförmiger Anspruch auf Sterbebegleitung scheitert an den Grenzen der Inpflichtnahme zu Solidarleistungen. Eine solche Inpflichtnahme, soweit sie überhaupt möglich ist, trifft auf die eigenen Rechte und Belange der Angehörigen und Mitmenschen, trifft auf Opfergrenzen, die nicht überschritten werden können, und unterliegt generell einer Verhältnismäßigkeit. Zieht man die demographische Entwicklung in Betracht, kommt hier in der voraussehbaren Zukunft eine große Herausforderung auf uns zu. Der Umfang angezeigter und erhoffter Sterbebegleitung wird stetig zunehmen, die verfügbaren personalen Kräfte sowohl der mittleren und auch bald der älteren Generation, selbst jenseits der Arbeitswelt, werden abnehmen.
Anmerkungen

Leicht abgewandelt übernommen.

Sichter

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