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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Udo Steinbach
Titel    Die Türkei im 20. Jahrhundert. Schwieriger Partner Europas
Ort    Bergisch Gladbach
Verlag    Gustav Lübbe Verlag
Jahr    1996
URL    3-7857-0828-9

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    15


Fragmente der Quelle:
[1.] Db/Fragment 013 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-27 21:15:30 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: (24-26), 26-42
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 30, Zeilen: 7-8, 10-14, 16-23, 26-36
„Das osmanische Reich war diplomatisch-politisch eher eine europäische als eine asiatische Macht“, sagte Steinbach. Die Hohe Pforte wurde immer mehr ein Partner europäische Diplomatie. Die Osmanen standen nach der gescheiterten Belagerung von Wien in einer dauernden Folge von kriegerischen und diplomatischen Kontakten mit dem Habsburgischem Reich. Am nachdrücklichsten wurde die Anerkennung des Osmanischen Reiches als Machtfaktor in Europa in jenem Vertrag bekundet, den Frankreich und die Hohe Pforte 1536 abgeschlossen haben und der in der europäischen historischen Literatur als „Kapitulationen“ bezeichnet wurde. Darin wurden Fragen des Handels, der Rechtsprechung über Franzosen auf osmanischem Territorium, der konsularischen Vertretung von Franzosen bei der Hohen Pforte sowie der Behandlung von Kriegsgefangenen geklärt. Später wurde das osmanische Reich zum Spielball europäischer Mächte und ähnliche Verträge wurden zu einem Instrument, um die Souveränität und innere Stabilität des Osmanischen Reiches zu unterminieren. Sie wurden Ausdruck immer neuer „Kapitulationen“ des einst so mächtigen Reiches vor dem Willen der immer überlegeneren europäischen Mächte.44

Das Ende der Ära Süleymans des Prächtigen markierte jedoch den Wendepunkt in der Geschichte des Osmanischen Reiches. Unter ihm hatte das Reich seine größte Prosperität und innere und äußere Stärke erreicht.


44 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei im 20. Jahrhundert, Schwieriger Partner Europas, Bergisch Gladbach, S. 30

Diplomatisch-politisch aber war das Reich des Sultans eher ein europäische als eine asiatische Macht. Die »Hohe Pforte« wurde immer mehr ein Partner europäischer Diplomatie. [...] Mit dem zunehmend mächtiger werdenden Habsburgischen Reich standen die Osmanen nach der gescheiterten Belagerung von Wien in einer dauernden Folge von kriegerischen und diplomatischen Kontakten. [...]

Am nachdrücklichsten aber wurde die Anerkennung des Osmanischen Reiches als Machtfaktor in Europa in jenem Vertrag bekundet, den Frankreich und die Hohe Pforte 1536 abschlossen und der in der europäischen historischen Literatur als »Kapitulation« bezeichnet wird. Seine »Kapitel« regelten Fragen des Handels, der Rechtsprechung über Franzosen auf osmanischem Territorium, der konsularischen Vertretung von Franzosen bei der Hohen Pforte sowie der Behandlung von Kriegsgefangenen. [...] In späteren Zeiten freilich, als das Reich kaum mehr war als ein Spielball europäischer Mächte, wurden ähnliche »Verträge« zu einem Instrument, die Souveränität und innere Stabilität des Osmanischen Reiches zu unterminieren. Sie wurden Ausdruck immer neuer »Kapitulationen« des einst so mächtigen Reiches vor dem Willen der immer überlegeneren europäischen Mächte.

Das Ende der Ära Süleymans des Prächtigen markierte zugleich den Wendepunkt in der Geschichte des Osmanischen Reiches. Unter ihm hatte es seine größte Prosperität und innere Stabilität erreicht.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Zunächst erfolgt noch ein ordentliches Zitat - das nicht in die Zählung aufgenommen wurde - danach aber finden sich weiter wortwörtlich übereinstimmende Texte aus Steinbach (1996).

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Db/Fragment 014 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-27 21:21:43 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 14, Zeilen: 1-33, 34-43
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 30-31, 32, 33, 34-35, 36, Zeilen: 30:36-38 - 31:1-5.7-10; 32:33-38; 33:14-20.24-25.38 - 34:1-2.36-38 - 35:1-4.6-7.9-10.12-14.20-21; 36:13-24.29-32.34-35
[Unter seinen Nachfolgern setzte der] politische und wirtschaftliche Niedergang ein. Die staatlichen Einrichtungen verloren an Stärke und Effizienz; der bürokratische Apparat begann zu verfallen. Mit Süleyman brach unglücklicherweise auch die Reihe der fähigen und in der Politik wie im Felde energischen Osmanherrscher [sic] abrupt ab. Für einige Zeit saßen Sultane auf dem Thron, die entweder noch minderjährig waren oder wenig Interesse an der Politik zeigten. Diese Epoche nennt die Geschichtsschreibung die „Zeit der Weiberherrschaft“, die in Kösem Sultan, der Mutter Murats IV. (1623-40), eine der wohl politisch einflussreichsten Frauengestalten der osmanischen Geschichte erlebte.45

Zu dem langen Verfallsprozess führten vielerlei Faktoren: Änderungen in den großen Handelsrouten, die die wirtschaftliche Grundlage des Reiches unterminierten, die Korruption in einer aufgeblähten Bürokratie und die Verelendung der bäuerlichen Bevölkerung, sowie der Niedergang der Janitscharen, die mehr und mehr den Militärdienst nur noch als sicheren Erwerb betrachteten.46

Der „Weiberherrschaft“ machte schließlich Mehmet Köprülü ein Ende, der 1656 das Amt des Großwesirs antrat. Seine fünfjährige Amtszeit nützte er dazu, den Harem und die Janitscharenführer zu entmachten, gegen die Verschwendungssucht bei Hofe einzuschreiten und Korruption und Misswirtschaft der Bürokratie mit brutaler Härte zu verfolgen. Außenpolitisch musste das Reich jetzt große Niederlagen hinnehmen. Die Niederlage vor Wien und die nachfolgende Kampagne unter dem Prinzen Eugen ließen das Reich in seinen europäischen Teilen rasch zusammenschrumpfen, auch wenn Belgrad wieder zurückerobert werden konnte.47

Mit der Tulpenzeit (Lale Devri) begann zugleich eine Ära der Reformen, eine vorsichtige Hinwendung zu Europa. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Europäisierung des höfischen Lebens während der Tulpenzeit unter Ahmet III. (1703-30). Mitten in der Bedrängnis durch schwierige äußere Verwirklichung und trotz der fortschreitenden Auflösung des gesamten sozioökonomischen Gefüges, pflegten der Sultan und sein Hofstaat einen kultivier-verschwenderischen [sic] Lebensstil. Man vertrieb sich die Zeit mit Schach und Muschelspiel, und pompöse Feierlichkeiten wurden veranstaltet. Zu den Glanzpunkten höfischer Selbstdarstellung gehörte die Gartenbaukunst. Neue farbenprächtige Tulpenarten wurden gezüchtet. Eine der wesentlichen Reformen dieser Zeit wurde die Einführung des Buchdrucks 1728. Die zahlreichen in der Folgezeit gedruckten Werke trugen wesentlich zur kulturellen Blüte bei.48 Ein Janitscharenaufstand verhinderte aber die weitere Durchführung von Reformen. Die Wirklichkeit war durch anhaltenden politischen Niedergang gekennzeichnet.

1736 brach ein Krieg mit Russland aus. Im Friedensvertrag von Belgrad (1739) erneuerte das Reich Hoheitsrechte über das Schwarze Meer und stärkte die Stellung des Reiches in Europa. Die Russische [sic] Regierung akzeptierte jedoch den Frieden von Belgrad nicht und rüstete sich zu neuen Kriegen. Dieser endete mit einer türkischen Niederlage. Am 21. Juli 1774 verlor das Reich im Friedensvertrag von Kücük Kaynarca, im heutigen Nordostbulgarien, große Teile seiner Gebiete auf dem Balkan und im Kaukasus. Mit diesem Vertrag büßte das Osmanisiche [sic] Reich seine Großmachtstellung endgültig ein.49


45 Vgl. ebd., S. 30

46 Vgl. ebd., S. 32

47 Vgl. ebd., S. 33 f.

48 Vgl. ebd. S. 36

49 Vgl. ebd., S. 35

[Seite 30]

Unter seinen Nachfolgern setzte der politische und wirtschaftliche Niedergang ein. Die staatlichen Einrichtungen verloren an Stärke und Effizienz; der bürokratische Apparat begann zu ver-

[Seite 31]

fallen. Unglücklicherweise brach mit Süleyman auch die Reihe der fähigen und in der Politik wie im Felde energischen Osmanenherrscher abrupt ab. Für einige Zeit saßen Sultane auf dem Thron, die entweder noch minderjährig waren oder wenig Interesse an der Politik zeigten. [...] Die Geschichtsschreibung nennt diese Epoche die »Zeit der Weiberherrschaft«, die in Kösem Sultan, der Mutter Murats IV. (1623-40), eine der wohl politisch einflußreichsten Frauengestalten der osmanischen Geschichte erlebte.

[Seite 32]

Zu dem langen Verfallsprozeß führten vielerlei Faktoren: Änderungen in den großen Handelsrouten, die die wirtschaftliche Grundlage des Reiches unterminierten; die Korruption in einer aufgeblähten Bürokratie und die Verelendung der bäuerlichen Bevölkerung; sowie der Niedergang der Janitscharen, die mehr und mehr den Militärdienst nur noch als sicheren Nebenerwerb betrachteten.

[Seite 33]

Der »Weiberherrschaft« machte schließlich ein fast achtzigjähriger Greis albanischer Abstammung ein Ende, Köprülü Mehmet, der 1656 das Amt des Großwesirs antrat. Seine fünfjährige Amtszeit nützte er dazu, den Harem und die Janitscharenführer zu entmachten, gegen die Verschwendungssucht bei Hofe einzuschreiten und Korruption und Mißwirtschaft der Bürokratie mit brutaler Härte zu verfolgen. [...]

Außenpolitisch aber mußte das Reich jetzt eine katastrophale Niederlage hinnehmen: [...]

Die Niederlage vor Wien war vor allem zunächst ein Fanal zu ei-

[Seite 34]

ner Serie militärischer Rückschläge, die das Reich in seinen europäischen Teilen rasch zusammenschrumpfen ließen. [...]

1736 brach wieder ein Krieg mit Rußland aus, und diesem folgten weitere. Trotz des österreichisch-russischen Bündnisses konnte die osmanische Armee Belgrad zurückerobern; der anschließende

[Seite 35]

Friedensvertrag von Belgrad (1739) stellte sogar vorübergehend die osmanische Oberhoheit über die Stadt wieder her. Zugleich erneuerte der Vertrag die osmanischen Hoheitsrechte über das Schwarze Meer und stärkte die Stellung des Reiches in Europa. [...]

Die Russen empfanden den Frieden von Belgrad jedoch als Schmach und rüsteten sich zu neuen Kriegen. Erst 1768 freilich ließ sich Sultan Mustafa III. (1757-74) auf einen neuen Waffengang mit Rußland ein. Er dauerte alles in allem sechs Jahre und endete mit der türkischen Niederlage. [...] Am 21. Juli 1774 verlor das Reich im Friedensvertrag von Küçük Kaynarca, im heutigen Nordostbulgarien, große Teile seiner Gebiete auf dem Balkan und im Kaukasus. [...]

Mit dem Vertrag von Küçük Kaynarca büßte das Osmanenreich seine Großmachtstellung endgültig ein.

[Seite 36]

Zunächst freilich wurde nur die Fassade aufpoliert. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Europäisierung des höfischen Lebens während der sogenannten »Tulpenära« (Lâle devri) unter Ahmet III. (1703-30). Mitten in der Bedrängnis durch schwierige äußere Verwicklungen und trotz der fortschreitenden Auflösung des gesamten sozio-ökonomischen Gefüges pflegten der Sultan und sein Hofstaat einen kultiviert-verschwenderischen Lebensstil. Man vertrieb sich die Zeit mit Schach und Muschelspiel, man ergötzte sich an Poesie und Musik. Pompöse Feierlichkeiten wurden veranstaltet. Zu den Glanzleistungen höfischer Selbstdarstellung gehörte die Gartenbaukunst. Neue farbenprächtige Tulpenarten wurden gezüchtet.

In jener Zeit vollzog sich also eine erste Öffnung nach Europa; [...] 1727 wurde durch den ungarischen Renegaten Müteferrika Ibrahim im Auftrag des Sultans offiziell der Buchdruck eingeführt. Die in der Folgezeit zahlreichen gedruckten Werke trugen nicht unwesentlich zur kulturellen Blüte bei.

[...] Die Wirklichkeit war durch anhaltenden politischen Niedergang gekennzeichnet.

Anmerkungen

Eine Collage vieler verschiedener Originalpassagen aus Steinbach (1996). Dennoch bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[3.] Db/Fragment 015 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-27 21:06:13 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 9-20
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 38-39, Zeilen: 38:15-20.29-38 - 39:1
Um die Umsetzung der militärischen Reformen - zu denen Planung und Durchsetzung gehörte - zu verwirklichen holte sich Sultan Mahmut II., den jungen preußischen Militärexperten Helmuth von Moltke ins Land. Ein besonderes Anliegen Mahmuts II. war die Einrichtung von technischen Schulen, in denen nicht nur Offiziere, sondern auch Beamte eines neuen Typs ausgebildet werden sollten, um die konservativen Beamten vergangener Zeiten ablösen zu können. In einem säkularen Grundschulsystem sollten die Schüler auf den Besuch der technischen Schulen vorbereitet werden. Als äußeres Zeichen der Modernisierung erließ der Sultan außerdem eine Kleiderverordnung, die das Tragen der traditionellen Pluderhosen und des Turbans verbot. Die Beamten mussten stattdessen nun einen rockähnlichen schwarzen Mantel, eng anliegende schwarze Hosen und den roten Fes tragen.50

50 Vgl. ebd., S. 38

[Seite 38]

Der Europa gegenüber sehr aufgeschlossene Sultan Mahmut II. (1808-39), Sohn einer von Korsaren entführten und an den großherrlichen Harem von Istanbul verkauften französischen Adligen, holte zu diesem Zweck preußische Militärexperten ins Land. Der Bekannteste unter diesen ersten »Militärberatern« der Osmanen war Helmuth von Moltke. [...]

Ein besonderes Anliegen war Mahmut II. die Einrichtung von technischen Schulen, in denen nicht nur Offiziere, sondern auch Beamte eines neuen Typs ausgebildet werden sollten, um die konservativen Beamten vergangener Zeiten ablösen zu können. In einem säkularen, das heißt nichtreligiösen, Grundschulsystem sollten die Schüler auf den Besuch der technischen Schulen vorbereitet werden. Als äußeres Zeichen des Modernisierungswillens erließ der Sultan eine Kleiderverordnung, die das Tragen der traditionellen Pluderhosen und des Turbans verbot. Statt dessen mußten die Beamten nun einen rockähnlichen schwarzen Mantel, eng anliegende

[Seite 39]

schwarze Hosen und den roten Fes tragen - [...]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[4.] Db/Fragment 015 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-27 21:06:16 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 25-34
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 41-42, Zeilen: 41:33-35 - 42:1-14
Der Sohn von Mahmut II., Abdümecid [sic] I. (1839-1861), setzte das Werk seines Vaters entschieden und auf breiter Grundlage fort. Der neue Sultan ließ in einem Erlass (Ferman) von Gülhane, 1839, die Grundprinzipien niederlegen, die den Reformen seines Vaters und seinen eigenen künftigen Schritten zugrunde lagen. Nach der Niederlage des neu von Molte [sic] aufgestellten Heeres lag wohl das Motiv zu seiner Verkündung darin, dass die Osmanen sich selbst modernisieren wollten. Zum ersten Mal wurden so etwas wie Menschen- bzw. Bürgerrechte proklamiert: Sicherheit des Lebens und der Ehre aller Osmanen sowie ihres Besitzes, Ende der Steuerpacht und ihres Missbrauchs, reguläre Rekrutierung in die Armee, gerechte und öffentliche Gerichtsbarkeit für alle Angeklagten, Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.52

52 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 42

[Seite 41]

Der Sohn und Nachfolger Sultan Mahmuts, Abdülmecit I. (1839-61), setzte das Werk seines Vaters entschieden und auf breiterer Grundlage fort. Kurz nach seinem Re-

[Seite 42]

gierungsantritt ließ der neue Sultan in einem Erlaß, dem »Hohen Sendschreiben« (Hatt-i şerif), 1839 die Grundprinzipien niederlegen, die den Reformen seines Vaters und seinen eigenen künftigen Schritten zugrunde lagen. Nach der Niederlage des soeben neu aufgestellten Heeres lag wohl das Motiv zu seiner Verkündigung darin, den europäischen Mächten zu zeigen, daß die Osmanen sich selbst zu modernisieren vermochten. Zum ersten Mal wurden so etwas wie Menschen- bzw. Bürgerrechte proklamiert, auch wenn diese von europäischen Vorstellungen noch weit entfernt waren: Sicherheit des Lebens und der Ehre aller Osmanen (darunter waren sowohl Muslime wie Nichtmuslime zu verstehen) sowie ihres Besitzes; Ende der Steuerpacht und ihrer Mißbräuche; reguläre Rekrutierung in die Armee; gerechte und öffentliche Gerichtsbarkeit für alle Angeklagten; Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[5.] Db/Fragment 015 38 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-27 21:13:13 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 38-44
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 43, 44, Zeilen: 43:11-14; 44:16-17.21-25
Weitere Reformen entstanden; das Strafrecht wurde neu gefasst; Handelsrecht und Handelsgerichtsbarkeit wurden reformiert.54

Der Einfluss Europas auf die osmanischen Institutionen und die Verwaltung nahm stetig zu. Eine Gruppe, die „Jungen Osmanen“ (Yeni Osmanlilar), die sich den liberalen Ideen Europas verbunden fühlten, begann, sich dem Absolutismus der Sultane entgegenzustellen. In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und [Liberalismus eine Einheit.]


54 Vgl. ebd, S. 44

[Seite 43]

Weitere Reformen folgten unter den »Jüngern« Reşit Paschas, Ali Pascha und Fuat Pascha. Ein Bodenrechtskodex entstand; das Strafrecht wurde neu gefaßt; Handelsrecht und Handelsgerichtsbarkeit wurden reformiert.

[Seite 44]

Der Einfluß Europas auf die osmanischen Institutionen und die Verwaltung nahm stetig zu; [...] Eine Gruppe, die »Jungen Osmanen« (Yeni osmanlılar), die sich in der einen oder anderen Weise liberalen Ideen Europas verbunden fühlten, begann, diese dem Absolutismus der Sultane entgegenzustellen. In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und Liberalismus eine Einheit.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[6.] Db/Fragment 016 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-27 21:06:06 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 1-7
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 44-45, Zeilen: 44:24-26.36-38 - 45:1-3
[In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und] Liberalismus eine Einheit. Dieser Gruppe gehörten Angehörige aus den besten Familien der osmanischen Elite an.

1876 kam es zu Straßenunruhen, und Mithat Pasa (Großwesir und später Minister in Istanbul) ließ am 30. Mai 1876 den Sultan absetzen. Abdülhamid II. (1876-1908) gelangte auf den Thron. Vor seiner Erhebung zum Sultan versprach der Prinz, eine Verfassung zu erlassen, die Mithat Pasa bereits im Wortlaut vorlegen konnte. Das Dokument ging in wesentlichen Teilen auf die belgische Verfassung von 1831 zurück.55


55 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 42

[Seite 44]

In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und Liberalismus eine Einheit. Der Gruppe gehörten Angehörige aus den besten Familien der osmanischen Elite an. [...]

[...]

[...] 1876 kam es zu Straßenunruhen, und Mithat ließ am 30. Mai 1876 den Sultan absetzen. Abdülhamit II. (1876-1908) gelangte auf den Thron. Vor seiner Erhebung zum Sul-

[Seite 45]

tan versprach der Prinz, eine Verfassung zu erlassen, die Mithat bereits im Wortlaut vorlegen konnte. Das Dokument ging in wesentlichen Teilen auf die belgische Verfassung von 1831 zurück.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[7.] Db/Fragment 016 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-28 16:35:50 Schumann
Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 10-13
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 48, Zeilen: 8-11, 15-18
Der innere Zerfall des Reiches setzte sich rasch fort. Offiziere, Intellektuelle und Lehrer schlossen sich in oppositionellen Geheimgesellschaften zusammen. Unter anderem entstand eine Gruppe mit den Namen „Komitee für Einheit und Fortschritt“ (Ittihat ve terakki cemiyeti). Während diese Ideen noch diskutiert wurden, setzte sich der innere Zerfall des Reiches rasch fort. Staatsbeamte, Offiziere, Intellektuelle und Lehrer schlossen sich zu Geheimgesellschaften zusammen; [...]

Unter den Gruppen, die gegen die autoritäre Herrschaft von Sultan Abdülhamit II. zu agitieren anfingen, war auch eine Gruppierung mit Namen Komitee für Einheit und Fortschritt (Ittihat ve terakki cemiyeti).

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[8.] Db/Fragment 016 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-07-27 12:47:47 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 31-35
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 68-69, Zeilen: 68:35-38 - 69:1-3
Der geistige Vater des türkischen Nationalismus, Ziya Gökalp (1875-1924), begann 1896 Interesse für die frühe türkische Geschichte zu entwickeln, nach dem [sic] er Werke von Leon [sic] Cahun (1841-1900) über die Geschichte der Türken gelesen hatte. Cahun war Lehrer und Schriftsteller, er wurde mit seinen Büchern zu türkischen Themen auch in der Türkei bekannt.59

59 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 68

[Seite 68]

Ziya Gökalp (1875-1924), geistiger Vater des türkischen Nationalismus, begann erst 1896 Interesse für die frühe türkische Geschichte zu entwickeln, nachdem er Werke von Léon Cahun (1841-1900) über die Ge-

[Seite 69]

schichte der Türken gelesen hatte. Cahun, Lehrer und Schriftsteller, war mit seinen Büchern zu türkischen Themen auch in der Türkei bekannt geworden.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Stratumlucidum

[9.] Db/Fragment 021 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-28 16:36:03 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 8-11
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 144, Zeilen: 4-8
Ungeachtet aller emotionalen Bindungen und aller Traditionen war es die westliche Zivilisation seines Zeitalters – real im Sinne einer politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und technisch überwältigenden Potenz - die es zu beherrschen galt, wenn man nicht von ihr beherrscht werden wollte, behauptete Atatürk.82

82 Vgl. Udo Steinbach: Die Türkei im 20. Jahrhundert, S. 144, Dikerdem Mahmut: Ortadogu´da Devrim Yillari, Istanbul 1977, S. 10

Wahrscheinlich ist es auch sein unbestechlicher Realitätssinn gewesen, der Mustafa Kemals Verhältnis zum Islam und umgekehrt zur einzigen Zivilisation bestimmte, die er als solche anerkannte: Ungeachtet aller emotionalen Bindungen und aller Traditionen war das die westliche Zivilisation seines Zeitalters - real im Sinne einer politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und technisch überwältigenden Potenz, die es zu beherrschen galt, wenn man nicht von ihr beherrscht werden wollte.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Der Rückgriff auf eine türkischsprachige Quelle ist hier offensichtlich nicht erfolgt.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[10.] Db/Fragment 022 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-28 16:36:19 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 1-3, (3-10), 11-14
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 128-129, Zeilen: 128:5-10.(10-15) - 129:(1-8).9.15-19
[Atatürk selbst erschien Ende August 1925 in der religiös] konservativen Stadt Kastamonu mit einem Panamahut. Die Bewohner waren zuerst sprachlos; denn der Hut war das sichtbarste Zeichen der Ungläubigen. Zur Begründung ließ er sich folgendermaßen vernehmen: „Meine Herren, das türkische Volk, das die Türkische Republik gegründet hat, ist zivilisiert; es ist zivilisiert in Geschichte und Realität... . Ist unsere Kleidung zivilisiert und national? Meine Freunde, wir müssen nicht die alten Trachten und Turans aufsuchen und neu beleben. Eine zivilisierte, internationale Kleidung ist würdig und passend für unsere Nation und wir werden sie auch tragen. Stiefel und Schuhe an unseren Füßen, Hosen an unseren Beinen, Rock und Krawatte, Jacke und Weste und natürlich zur Vervollständigung eine Kopfbedeckung mit einem Rand. Darauf lege ich großen Wert. Diese Kopfbedeckung nennt sich Hut.“85

Der Hut löste den Fes ab. Der Einführung des Hutes folgte im September 1925 ein Verbot, die Tracht mit weiten Pluderhosen, Mänteln und Turbans zu tragen. Das Verbot galt auch für alle Bürger, die ein staatlich anerkanntes religiöses Amt bekleideten. Alle Beamten mussten westliche Kleidung anlegen und Hüte tragen.86


85 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 128f.

86 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 129

[Seite 128]

Er selbst erschien Ende August 1925 in der religiös konservativen, aber nationalbewußten Stadt Kastamonu, landeinwärts vom Schwarzen Meer, mit einem Panamahut. Die Bewohner waren zuerst sprachlos; denn der Hut war das sichtbarste Zeichen der Ungläubigen. Zur Begründung ließ er sich folgendermaßen vernehmen: »Meine Herren, das türkische Volk, das die Türkische Republik gegründet hat, ist zivilisiert; es ist zivilisiert in Geschichte und Realität. Aber ich sage Ihnen ..., die Bevölkerung der Türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muß ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise... Ist unsere Kleidung zivili-

[Seite 129]

siert und national? Meine Freunde, wir müssen nicht die alten Trachten von Turan aufsuchen und neu beleben. Eine zivilisierte, internationale Kleidung ist würdig und passend für unsere Nation, und wir werden sie auch tragen. Stiefel oder Schuhe an unseren Füßen, Hosen an unseren Beinen, Rock und Krawatte, Jacke und Weste - und natürlich zur Vervollständigung eine Kopfbedeckung mit einem Rand. Darauf lege ich besonderen Wert. Diese Kopfbedeckung nennt sich Hut.« Dabei schwenkte er den Panamahut, den er mitgebracht hatte.28 Der Hut löste den Fes ab. [...]

Der Einführung des Hutes folgte im September 1925 ein Verbot, »klerikale« Gewänder, gemeint war die Tracht mit weiten Pluderhosen, Mantel und Turban, zu tragen. Das Verbot galt für alle Bürger, die nicht ein staatlich anerkanntes religiöses Amt bekleideten. Alle Beamten mußten westliche Kleidung und Hut anlegen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Der gesamte Abschnitt entspricht einem inhaltlichen Block in Steinbach (1996). Das Atatürkzitat folgt (mit kleinen Abweichungen und einer Kürzung) wortwörtlich der deutschsprachigen Version, wie sie ebd. zu finden ist, ohne dass darauf adäquat hingewiesen würde. Da als Zitat ersichtlich, wurde es nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[11.] Db/Fragment 023 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-18 00:22:24 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 25-27, 28-34, (34-36)
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 130, 131, Zeilen: 130:6-9; 131:12-20.(20-21).(26-28)
Mustafa Kemal wollte auch die überkommenen Gesellschaftsstrukturen aufbrechen, die in jahrhundertealter islamischer Tradition wurzelten. Die Befreiung der Frau war die radikalste unter ihnen. [Die Anerkennung der Frau und die Emanzipation waren prinzipielle Punkte Atatürks.] Das „Türkische Bürgerliche Gesetzbuch“ von 1926 sah innerhalb der Familie gleiche Rechte für Mann und Frau vor. Den Mädchen wurde die Möglichkeit der höheren Schulbildung eröffnet; sie konnten die Universität besuchen und ins Berufsleben eintreten. Wiederum wurde die Kleidung zum Symbol der Modernisierung. Bisher trugen Frauen den Schleier und den schwarze Überwurf (Carsaf) zum Gang über die Straße - für Mustafa Kemal äußeres Zeichen der Rückständigkeit und Hindernis auf dem Weg zur Emanzipation. [Er meinte: „Die Frauen sollen ihre Gesichter der Welt zeigen, und sie sollen die Welt mit ihren Augen aufmerksam betrachten können. Dabei gibt es nicht zu befürchten.“95]

95 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 131

[Seite 130]

Es galt auch, überkommene Gesellschaftsstrukturen aufzubrechen, die aber in jahrhundertealter islamischer Tradition wurzelten. Die Befreiung der Frau war die radikalste unter ihnen.

[Seite 131]

Das »Türkische Bürgerliche Gesetzbuch« von 1926 sah innerhalb der Familie gleiche Rechte für Mann und Frau vor. Den Mädchen wurden die Möglichkeiten der höheren Schulbildung eröffnet; sie konnten die Universitäten des Landes besuchen und ins Berufsleben eintreten. Wiederum wurde die Kleidung zum Symbol der Modernisierung. Diesmal waren es der Schleier und der schwarze Überwurf zum Gang über die Straße, der Çarşaf, die für Mustafa Kemal äußere Zeichen der Rückständigkeit und Hindernisse auf dem Weg zur Emanzipation waren. [Er erzwang die Ablegung nicht, sondern ließ es bei moralischen Aufforderungen bewenden: »[...] Die Frauen sollen ihre Gesichter der Welt zeigen, und sie sollen die Welt mit ihren Augen aufmerksam betrachten können. Dabei gibt es doch nichts zu befürchten.«32]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Neben dem nachgewiesenen Zitat von Atatürk in den Zeilen 34-36 stammt auch der vorangegangene Absatz vollständig aus Steinbach (1996).

Das übernommene Atatürk-Zitat wurde nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[12.] Db/Fragment 024 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-18 00:39:47 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 2-21
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 75-76, Zeilen: 75:24-38 - 76:1-12
Bis zu dieser Reform besaß ein Türke nur einen einfachen Namen, der meist arabischen Ursprungs und mit dem Islam gekommen war: Ali, Hasan, Hüseyin, Ibrahim, Ayse, Fatma usw. Es gab auch iranische Namen, die über die persische Literatur in die Namensgebung Eingang gefunden hatten, wie etwa Ferhat, Rusen, Rüstem. Rein türkische Namen waren selten geworden: Orhan, Yasar, Dursun, Ertugrul, Demir. Ohne Nachnahmen [sic!] wäre der Aufbau der Verwaltung schwierig geworden, so im Postbetrieb, bei Behörden, in der Statistik. Daraufhin wurden Listen veröffentlich [sic] mit Familiennamen, die von turksprachigen Wurzeln abgeleitet waren, aus denen sich jeder Bürger der Türkischen Republik nach Belieben einen aussuchen konnte. Man konnte sich natürlich auch selbst einen Namen ausdenken. Weil sich viele bei der Namenswahl kein großes Kopfzerbrechen bereiteten, gibt es in türkischen Dörfern oder Provinzstädten viele gleichlautende Familiennamen, die aus der Empfehlungsliste entnommen worden waren. Öztürk (echter Türke), Kocatürk (großer Türke), Sentürk (lustiger Türke) usw. Intellektuelle oder Offiziere dachten sich schon eher neue Familiennamen aus. So nahm ein Schriftsteller z. B. den Namen Yazar (Schreibender) an, ein Arzt Cankurtaran (Lebensretter) und ein Beamter Yurdakul (Diener des Landes). Die große Türkische Nationalversammlung verlieh Mustafa Kemal nach Einführung des Familiennamens den Namen Atatürk (Vater der Türken) und würdigte damit dessen herausragende Verdienste um die türkische Nation.97

97 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 76 und Vgl. Sen Faruk et all [sic], S. 9, so konnte sich jede einen Familiennamen aussuchen, es gibt lustigere Geschichten darüber wie sie diese Namen auswählten.

[Seite 75]

Bis zu dieser Reform besaß ein Türke nur einen einfachen Namen, der meist arabischen Ursprungs und mit dem Islam gekommen war: Ali, Hasan, Hüseyn, Ibrahim, [Kemal, Mustafa, Osman] usw. Es gab auch iranische, die über die persische Literatur in die türkische Namensgebung Eingang gefunden hatten, wie etwa: Ferhat, Rüstem, Ruşen usw. Rein türkische Namen waren selten geworden: Orhan, Yaşar, Dursun, Ertuğrul, Demir.

Das Fehlen von Nachnamen mußte sich beim Aufbau der Verwaltung hinderlich auswirken; so im Postbetrieb, bei Behörden oder in der Statistik. Deswegen veröffentlichte man Listen mit Familiennamen, die von turksprachigen Wurzeln abgeleitet waren und aus denen sich jeder Bürger der Türkischen Republik nach Belieben einen aussuchen konnte. Im übrigen war es auch gestattet, sich selbst einen Nachnamen auszudenken. Vielen Türken berei-

[Seite 76]

tete die Namenswahl kein großes Kopfzerbrechen, und so gibt es heute in türkischen Dörfern und Provinzstädten massenhaft gleichlautende Familiennamen, die den Empfehlungslisten entnommen waren: Öztürk (echter Türke), Kocatürk (großer Türke), Şentürk (lustiger Türke) usw. Intellektuelle wie Offiziere dachten sich da schon eher neue Familiennamen aus. So nahm ein Schriftsteller den Namen Yazar (Schreibender) an, ein Arzt nannte sich Yankurteran (Lebensretter), ein Flieger Uçanör (Fliegender) und ein Beamter Yurdakul (Diener des Landes). Ein Sondererlaß der Großen Türkischen Nationalversammlung verlieh 1934 Mustafa Kemal Pascha den Namen Atatürk (Vater der Türken) und würdigte damit dessen herausragende Verdienste um die türkische Nation.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Die inhaltliche Eigenleistung von Db besteht in der (teilweisen) Ersetzung der Vornamensbeispiele: an die Stelle von Kemal, Mustafa und Osman treten Ayse und Fatma.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[13.] Db/Fragment 056 28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-02-01 09:39:30 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 28-33
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 179, Zeilen: 25-31
Unter dem Vorsitz des Präsidenten (bzw. Ministerpräsidenten) sollte dieser die Regierung in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit beraten. Angehören würden ihm neben den jeweils zuständigen Ministern der Generalstabchef [sic] sowie die Oberkommandierenden der Teilstreitkräfte. Bald begann jedoch der Nationale Sicherheitsrat eine bestimmende Rolle in der türkischen Politik zu spielen.269

269 Vgl. Steinbach Udo: Türkei ..., S. 179

Unter dem Vorsitz des Präsidenten (bzw. Ministerpräsidenten) sollte er die Regierung in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit beraten. Angehören würden ihm neben den jeweils zuständigen Ministern der Generalstabschef sowie die Oberkommandierenden der Teilstreitkräfte. Ausgestattet mit einem eigenen Sekretariat, nahm der Nationale Sicherheitsrat in den folgenden Jahrzehnten einen erheblichen Einfluß auf die türkische Politik.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

An dieser Stelle wird aus zwei Arbeiten "collagiert" (vgl. auch Db/Fragment_056_26).

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[14.] Db/Fragment 090 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-15 21:49:00 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 90, Zeilen: 20-29
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 230, Zeilen: 8-20
Kernpunkt dieser Krise war, ob der amerikanische Präsident John. F. Kennedy entgegen seinen offiziellen Erklärungen insgeheim der Forderung des damaligen Generalsekretärs der KPdSU, Nikita Chruschtschow, gefolgt sei, den Rückzug der sowjetischen Raketen von Kuba gegen den Abzug amerikanischen Jupiter-Raketen aus der Türkei einzuhandeln, obwohl Ankara wiederholt auf dem Verbleib dieser Raketen in der Türkei beharrt hatte. In der türkischen Öffentlichkeit war der Verdacht geweckt, dass Washington amerikanische Sicherheitsinteressen den türkischen überordnen könnte. Zweifel stellten sich ein, inwieweit das bestehende Sicherheitssystem der Türkei überhaupt noch den nationalen Interessen angemessen wäre. 467

467 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 230

Kernpunkt des bis heute diskutierten Streites ist, ob der amerikanische Präsident John F. Kennedy entgegen seinen offiziellen Erklärungen insgeheim der Forderung des damaligen Generalsekretärs der KPdSU, Nikita Chruschtschow, gefolgt ist, den Rückzug der sowjetischen Raketen von Kuba gegen den Abzug der amerikanischen Jupiter-Raketen aus der Türkei einzuhandeln, obwohl Ankara wiederholt auf dem Verbleib dieser Raketen in der Türkei beharrt hatte. Immerhin aber war in der türkischen Öffentlichkeit der Verdacht geweckt, daß Washington amerikanische Sicherheitsinteressen den türkischen überzuordnen entschlossen sein könnte. Zweifel stellten sich ein, inwieweit das bestehende Sicherheitssystem der Türkei überhaupt noch den »nationalen Interessen« angemessen wäre.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[15.] Db/Fragment 091 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-15 21:54:19 Schumann
BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinbach 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 31-35
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 236-237, Zeilen: 236:37-38 - 237:1-5
Unter den großen Parteien der Mitte suchte die Gerechtigkeitspartei (Adalet Partisi von Demirel477) angesichts der bestehenden Abhängigkeit der Türkei von den USA und zahlreichen gemeinsamen Interessen in Politik und Wirtschaft eine negative Rückwirkung auf die Beziehungen zu den USA zu verhindern. Im Gegensatz dazu nahm die Republikanische Partei eine reserviertere Haltung gegenüber den USA ein478.

477 Süleyman Demirel (1924), Ingenieur aus Islamköy, einem Dorf bei Isparte. 1949 Examen an der Istanbuler Technische Universität (ITÜ) in Istanbul, unter Menderes für Dammbauten zuständig. Nach 1960 Geschäftsmann. 1964 Vorsitzender der Adalet Partisi (Gerechtigkeitspartei). 1965-71 und 1975-80 mit kurzen Unterbrechungen insgesamt sechsmal Premier. Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 227

478 Vgl. Steinbach Udo: Türkei, S. 257

[Seite 236]

Unter den großen Parteien der Mitte suchte die Gerechtigkeitspartei angesichts der fortbestehenden Abhängigkeit der Türkei von

[Seite 237]

den USA und zahlreicher gemeinsamer Interessen in Politik und Wirtschaft eine allzu negative Rückwirkung auf die Beziehungen zu den USA zu verhindern. Im Gegensatz dazu nahm die Republikanische Volkspartei eine reserviertere Haltung gegenüber den USA ein.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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