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Quelle:Fws/Jütte 1986

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Robert Jütte
Titel    Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit
Sammlung    Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung
Herausgeber    Chr. Sachße, F. Tennstedt
Ort    Frankfurt a. M.
Jahr    1986
Seiten    101ff

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    4


Fragmente der Quelle:
[1.] Fws/Fragment 267 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-08 21:05:01 Sotho Tal Ker
Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 267, Zeilen: 9-13
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 102, Zeilen: 20ff
In der Stadt des ausgehenden Mittelalters zeigten sich frühzeitig die Auflösungserscheinungen einer ständisch verfaßten Gesellschaft. Bevölkerungszunahme, Verknappung des Nahrungsspielraums, Strukturveränderung in Handwerk, Handel und Gewerbe sowie in der Landwirtschaft verschärften die sozialen Probleme, die auch noch die frühneuzeitliche Stadt kennzeichnen.8

8 Illustrative Darstellung zur Entwicklung der Stadt als Sammelbecken der Armut bei Mollat, M., Die Armen im Mittelalter, München 1984, S. 215, 221 f.; umfassend ausgeführt bei Fischer, Th., Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert, Göttingen 1979, passim; knapper ders., Der Beginn frühmoderner Sozialpolitik in den deutschen Städten des 16. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Jahrbuch der Sozialarbeit 4/1981, S. 46 ff.

In der Stadt des ausgehenden Mittelalters zeigten sich frühzeitig die Auflösungserscheinungen einer ständisch verfaßten Gesellschaft. Bevölkerungszunahme, Verkappung [sic] des Nahrungsspielraums, Strukturveränderung in Handwerk, Handel und Gewerbe sowie in der Landwirtschaft verschärften die sozialen Probleme, die auch noch die frühneuzeitliche Stadt8 kennzeichnen.

8 Zum ordnungspolitischen Aspekt städtischen Regiments im 16. Jahrhundert. Eine Skizze ihrer Entwicklung, in: Zeitschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie und Denkmalpflege 2, 1975, 30-47.

Anmerkungen

Die Quelle wird hier nicht genannt, wörtliche Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith)

[2.] Fws/Fragment 268 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-08 20:52:25 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 268, Zeilen: 13-20
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 103, Zeilen: 3-11
Zu heterogen waren die pauperisierten Massen, um sich in ihrer Gesamtheit als integrationsfähig zu erweisen.12 Wo die auf Integration ausgerichtete Politik der städtischen Obrigkeit versagte, bekam Sozialdisziplinierung "die Wirkung einer diskriminierenden Ausgrenzung".13 Die Mehrzahl der fremden Bettler, Zigeuner, Vaganten und vagabundierenden Landsknechte wurde, nachdem Eingliederungsversuche fehlgeschlagen waren, als nutzlose, faule und gefährliche Elemente gebrandmarkt und in eine gesellschaftliche Randexistenz gedrängt.14

12 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsor [sic] Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 103.

13 Sachße Ch./Tennstedt, F., Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland. Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, Stuttgart/Berlin /Köln /Mainz 1980, S. 36 f.; Fischer, Th., Die Anfänge frühbürgerlicher Sozialpolitik, in: Marzahn, Chr./Ritz , H.-G., Zähmen und Bewahren. Die Anfänge bürgerlicher Sozialpolitik, Bielefeld 1984, S. 84.

14 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch ./Tennsted t, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 103, wobei Sachße Ch ./Tennstedt, F., Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland. Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, Stuttgart/Berlin /Köln /Mainz 1980, S. 38, allerdings raten , dem in der neueren Sozialarbeiterliteratur gepflegten Klischee von einer brutalen Blutgesetzgebung gegen Bettelei und Vagabondage mit Vorsicht zu begegnen. "Zwar läßt sich die Existenz einer Blutgesetzgebung auch für den europäischen Kontinent belegen, nicht aber ein den gesetzlichen Strafdrohungen entsprechender konsequenter Strafvollzug ... Die gesellschaftliche Ausgrenzung und Ächtung von Armut beginnt hier (in der mittelalterlichen Gesellschaft) zögernd und kommt erst im weiteren Verlauf der historischen Entwicklung voll zum Tragen" (S. 39).

Zu heterogen waren die pauperisierten Massen, um sich in ihrer Gesamtheit als integrationsfähig zu erweisen. Wo die auf Integration ausgerichtete Politik der städtischen Obrigkeit versagte, bekam Sozialdisziplinierung »die Wirkung einer diskriminierenden Ausgrenzung«.10 Die Mehrzahl der fremden Bettler, Zigeuner, Vaganten und vagabundierenden Landsknechte wurde, nachdem Eingliederungsversuche fehlgeschlagen waren, als nutzlose, faule und gefährliche Elemente gebrandmarkt und in eine gesellschaftliche Randexistenz gedrängt.11

10 van Dülmen (Anm. 2), 27

11 [...]

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar zweimal angegeben, Art und Umfang der Übernahme sind aber nicht gekennzeichnet und für den Leser nicht ersichtlich.

Speziell die Passage vor der FN 13 ist unbelegt, bzw. falsch belegt.

Sichter
(Hindemith)

[3.] Fws/Fragment 269 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-08 19:58:09 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 269, Zeilen: 1-12
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 103, Zeilen: 15ff
Die Ausweitung der Disziplinarmechanismen ist eine Erscheinung, die sich zuerst in den Städten zeigte. Das Zusammenleben von Menschen auf engem Raum brachte Probleme mit sich, auf die die städtischen Eliten eine ordnungspolitische Antwort finden mußten. Früher als in den Territorien begann man deshalb in den Städten, das Wohlfahrts- und Polizeiwesen zu organisieren. Damit begann eine Phase der "Sozialregulierung" in den deutschen Städten, an deren Endpunkt die Sozialdisziplinierung im Sinne umfassender Erziehung zur Arbeit in Armut stand. Im Laufe des 16. und frühen 17. Jahrhunderts verfeinerte sich das Herrschaftsinstrumentarium immer mehr. Zucht- und Polizeiordnungen, Luxus- und Kleiderordnungen, Taxordnungen, Armen- und Bettlerordnungen trugen dazu bei, daß jeder einzelne Stadtbewohner dem engmaschigen Netz der Sozialdisziplinierung kaum entgehen konnte.15

15 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 103; Sachße Ch./Tennstedt, F., Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland, Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, Stuttgart/Berlin /Köln /Mainz 1980, S. 30 ff., die den Neuigkeitswert der städtischen Bettel- und Almostnordnungen des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts nur eingeschränkt bejahen wollen. Ihrer Ansicht nach hatte bereits die traditionelle Almosen-Dogmatik durchaus praktikable Kriterien für die Berechtigung zum Empfang von Almosen erarbeitet (S. 33).

Die Ausweitung der Disziplinarmechanismen ist eine Erscheinung, die sich zuerst in den Städten zeigte. Das Zusammenleben von Menschen auf engem Raum brachte Probleme mit sich, auf die der Magistrat eine ordnungspolitische Antwort finden mußte. Früher als in den Territorien begann man in den Städten, das Wohlfahrts- und Polizeiwesen zu organisieren. [...] Damit begann eine Phase der »Sozialregulierung« in den deutschen Städten, an deren Endpunkt die Sozialdisziplinierung stand. Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts verfeinerte sich das Herrschaftsinstrumentarium immer mehr. Zucht- und Polizeiordnungen, Luxus- und Kleiderordnungen, Taxordnungen, Armen- und Bettlerordnungen trugen dazu bei, daß jeder einzelne Stadtbewohner dem engmaschigen Netz der Sozialdisziplinierung kaum entgehen konnte.
Anmerkungen

Die Quelle ist zwar angegeben, Art und Umfang der Übernahme sind aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith)

[4.] Fws/Fragment 272 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-08 21:12:35 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 3-8
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 112, Zeilen: 30ff
Die Verinnerlichung dieser Disziplinierungsmechanismen war ein Entwicklungsprozeß, der erst in der Industriegesellschaft zum Abschluß kam. An dem Disziplinierungsvorgang waren die verschiedensten Sozialisationsinstanzen beteiligt. Das Armenwesen und die mit ihm verbundenen Institutionen wie Spitäler, Zucht-, Waisen- und Arbeitshäuser waren als Experimentierfeld für soziale Kontrolle innerhalb der frühneuzeitlichen Stadtgesellschaft von unschätzbarem Wert.25

25 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 112; Stekl, H., Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 127, 122, dort zur Bedeutung der Zucht- und Arbeitshäuser als Vorreiter einer rigorosen Zeitdisziplin. Bereits ab Ende des 17. Jahrhunderts wurden Zucht- und Arbeitshäuser gezielt in die gewerbliche Produktion der landesherrschaftlichen Manufakturen einbezogen. "Ein Land, dann in Aufschwung, wenn die Seyden- und Wollmanufacturen wohl eingerichtet seyn und nur ein Zuchthaus dabei ist, durch dessen Furcht das liederliche Gesindlein zum erforderten Fleiß und Arbeit angewiesen wird. Das ist ... gewiß, daß mit Zuchtund Waysenhäusern neue anzulegende und einzuführende Manufakturen gar unvergleichlich und am besten mit einander zu verknüpfen sind." (Zitiert aus einem bei Marzahn, Chr., Das Zuchtund Arbeitshaus. Die Kerninstitution frühbürgerlicher Sozialpolitik, in: Marzahn, Chr./Ritz, H.- G. (Hrsg.), Zähmen und Bewahren. Die Anfänge bürgerlicher Sozialpolitik, Bielefeld 1984, S. 63, wiedergegebenen Vorschlag eines treuen Untertanen). Stekl berichtet für Brandenburg-Preußen von dem verbreiteten Modell der Entreprise, der Verpachtung von Zucht- und Arbeitshäusern an Privatunternehmer (Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 127); Stolleis, M., Quellen zur Geschichte des Sozialrechts, Göttingen 1976, S. 16.

Die Verinnerlichung dieser Disziplinierungsmechanismen war ein Entwicklungsprozeß, der erst in der Industriegesellschaft zum Abschluß kam. An dem Disziplinierungsvorgang waren die verschiedensten Sozialisationsinstanzen beteiligt. Das Armenwesen und die mit ihm verbundenen Institutionen wie Spitäler, Zucht- und Arbeitshäuser — nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang die Waisenhäuser47, die vielleicht den effektivsten Beitrag zur Arbeitserziehung leisteten - waren als Experimentierfeld für soziale Kontrolle innerhalb der frühneuzeitlichen Stadtgesellschaft von unschätzbarem und bisher noch nicht entsprechend gewürdigtem Wert.

47 Vgl. dazu beispielsweise Treibert, Hubert/Heinz Steinert: Die Fabrikation des zuverlässigen Menschen. Über die » Wahlverwandtschaft« von Kloster- und Fabrikdisziplin, München 1980, 107ff.

Anmerkungen

Die Quelle ist am Ende der Passage zwar angegeben (zusammen mit anderen Quellen), es wird aber nicht klar, dass hier eine im Wesentlichen wörtliche Übernahme über drei Sätze vorliegt.

Sichter
(Hindemith)

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