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Quelle:Fws/Koch 1984

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Titel    Ursachen von Obdachlosigkeit

Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen

Herausgeber    Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW
Beteiligte    Projektleitung: Franz Koch
Ort    Minden
Datum    Mai 1984

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    14


Fragmente der Quelle:
[1.] Fws/Fragment 015 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-16 16:15:21 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 1-10
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 7, Zeilen: 16ff
[Als obdachlos werden nunmehr auch Personen bezeichnet, die im etymologischen Sinn des Wortes nicht obdachlos sind, z. B. alleinstehende Personen oder Familien, die zum größten Teil bereits seit vielen Jahren ihr "Obdach" in kommunalen Obdachlosen] Unterkünften gefunden haben. Daneben gibt es die im etymologischen Sinn des Wortes tatsächlich Obdachlosen. Das sind die wohnungslosen Stadtstreicher (Penner, Berber), die kein Dach über dem Kopf haben. Die durch das Nebeneinander beider Gruppen in der Definition hervorgerufene Irritation wird noch vergrößert, wenn man hinzunimmt, daß die zuletzt genannte Gruppe in der Praxis der Sozialverwaltung immer seltener zu den Obdachlosen gezählt werden. In der Erkenntnis notwendiger besonderer Hilfsmaßnahmen werden sie als Nichtseßhafte heute in der Regel anderen Hilfs- oder Kostenträgern zugewiesen. Dies berücksichtigend läßt sich mit Koch sogar überspitzt formulieren, daß im Sinne der Definition vorwiegend solche Personen obdachlos sind, die ein Obdach haben.15

15 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 10

Als "obdachlos" werden Personen bezeichnet, die im ethymologischen [sic] Sinn des Wortes nicht obdachlos sind, nämlich alleinstehende Personen und Familien, die zum größten Teil bereits seit vielen Jahren ein Obdach haben, dadurch, daß sie in kommunalen Obdachlosenunterkünften untergebracht sind. Daneben gibt es die im ethymologischen [sic] Sinn des Wortes tatsächlich Obdachlosen. Das sind die wohnungslosen Stadtstreicher ("Penner", "Berber"), die kein Dach über dem Kopf haben. Gerade diese Personen werden allerdings immer seltener zu den Obdachlosen gezählt. Man bezeichnet sie immer häufiger als "Nichtseßhafte" und weist sie dadurch anderen Hilfs- und Kostenträgern zu. Überspitzt läßt sich also formulieren, daß im Sinne der Definition vorwiegend solche Personen obdachlos sind, die ein Obdach haben.
Anmerkungen

Die Quelle ist zwar angegeben (wenn auch mit falscher Seitenangabe), aber der Leser muss annehmen, dass sich der Verweis nur auf den letzten Satz bezieht: "Dies berücksichtigend läßt sich mit Koch sogar überspitzt formulieren [...]"

Sichter
(Hindemith) Agrippina1

[2.] Fws/Fragment 017 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-07-26 10:30:53 Graf Isolan
Fragment, Fws, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 17, Zeilen: 2-31
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 9-10, Zeilen: 9:4-11.14-16.20-38 - 10:1-4
Den mitgeteilten Defiziten bisheriger Definitionsversuche trägt allein ein Obdachlosenbegriff ausreichend Rechnung, der zur Abgrenzung des obdachlosen Personenkreises als maßgebendes Kriterium den eingetretenen und drohenden Wohnungsverlust in Verbindung mit dem Bedarf der Betroffenen an öffentlichen Hilfen zum Wohnungserhalt und zur Wohnungsbeschaffung als Definitionsmerkmal miteinbezieht. Diesen Bedürfnissen Rechnung tragend, haben zuletzt Schuler/Sautter in Anlehnung an die erwähnten Landesvorschriften einen Definitionsvorschlag für die behördliche Praxis gemacht, der nicht mehr den juristischen Status der Unterbringung (Miete oder Einweisung) zum Definitionskriterium macht, sondern sich an der Notwendigkeit behördlicher Maßnahmen orientiert. Schuler/Sautter unterscheiden

- aktuell bestehende Obdachlosigkeit,

- unmittelbar drohende Obdachlosigkeit und

- potentielle Obdachlosigkeit.

Aktuell von Obdachlosigkeit betroffen sind nach Schuler/Sautter Personen, denen aufgrund ihrer Wohungslosigkeit [sic] von der Behörde Wohnraum zugewiesen wurde; dazu gehören ordnungsrechtlich eingewiesene Bewohner von Unterkünften und Normalwohnungen (Nutzungsberechtigte), ehemals eingewiesene Bewohner (heutige Mieter) von Unterkünften, die eine endgültige und ausreichende Unterbringung nicht gewährleisten und nicht auf dem Weg der Einweisung in Unterkünfte untergebrachte Bewohner (Mieter, die vom Wohnungsverlust betroffen waren und ohne Einweisungsverfügung eine Unterkunft zugeteilt bekamen).

Unmittelbar von Obdachlosigkeit bedroht sind nach Schuler/Sautter Personen, denen der Verlust ihrer derzeitigen Wohnung droht und die dabei ohne behördliche Hilfe nicht in der Lage sind, ihren Wohnraum auf Dauer zu erhalten oder sich Ersatzwohnraum zu beschaffen.

Potentiell von Obdachlosigkeit bedroht sind nach Schuler/Sautter Personen, bei denen der Wohnungsverlust zeitlich zwar noch nicht absehbar ist, bei denen die Möglichkeit jedoch aufgrund ihrer unzureichenden Wohn- und Einkommenssituation nicht ausgeschlossen werden kann.19


19 Schuler, G./Sautter, H., Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen, Umfang, Struktur und Entwicklung der Obdachlosigkeit, Darmstadt 1983, S. 39 f.

[Seite 9]

Am überzeugendsten ist der bereits empirisch bewährte Definitionsvorschlag SCHULER's. In SCHULER's Studie zu Umfang und Struktur der Obdachlosigkeit in Hessen werden

"zur Abgrenzung des Obdachlosenpersonenkreises als maßgebende Kriterien der eingetretene oder der drohende Wohnungsverlust in Verbindung mit der Notwendigkeit behördlicher Maßnahmen zur Beseitigung oder Vermeidung der nach ordnungsrechtlichen Kategorien bestimmten Situation der Obdachlosigkeit zugrunde gelegt. Aufgrund dieser erweiterten Abgrenzung soll auch der Kreis der obdachlosen Menschen, die als Mieter untergebracht sind, miterfaßt werden" (SCHULER 1983:6 f.).

Es wird also nicht mehr der juristische Status der Unterbringung (Miete oder Einweisung) zum Definitionskriterium gemacht, sondern die Notwendigkeit behördlicher Maßnahmen. [...]

SCHULER unterscheidet:

(1) aktuell bestehende Obdachlosigkeit;

(2) unmittelbar drohende Obdachlosigkeit und

(3) potentielle Obdachlosigkeit.

(1) Aktuell von Obdachlosigkeit betroffen sind gemäß SCHULER Personen,

"denen aufgrund ihrer Wohnungslosigkeit von der Behörde Wohnraum zugewiesen wurde; dazu gehören

- ordnungsrechtlich eingewiesene Bewohner von Unterkünften und Normalwohnungen (Nutzungsberechtigte),

- ehemals eingewiesene Bewohner (heutige Mieter) von Unterkünften, die eine endgültige und ausreichende Unterbringung nicht gewährleisten und

- nicht auf dem Weg der Einweisung in Unterkünfte untergebrachte Bewohner (Mieter, die vom Wohnungsverlust betroffen waren und ohne Einweisungsverfügung eine Unterkunft zugeteilt bekamen)."

(2) Unmittelbar von Obdachlosigkeit bedroht sind gemäß SCHULER Personen,

"denen der Verlust ihrer derzeitigen Wohnung droht und die dabei ohne behördliche Hilfe nicht in der Lage sind, ihren Wohnraum auf Dauer zu erhalten oder sich Ersatzwohnraum zu beschaffen."

[Seite 10]

(3) Potentiell von Obdachlosigkeit bedroht sind gemäß SCHULER Personen,

"bei denen der Wohnungsverlust zeitlich zwar noch nicht absehbar ist, bei denen die Möglichkeit jedoch aufgrund ihrer unzureichenden Wohn- und Einkommenssituation nicht ausgeschlossen werden kann." (SCHULER 1983:7 f.).


SCHULER, G.
1981 Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen. In: INSTITUT WOHNEN UND UMWELT (Hrsg.), Wohnungspolitik am Ende?
Opladen. S. 39-59

SCHULER, G.
1983 Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen. Umfang, Struktur und Entwicklung der Obdachlosigkeit. Institut Wohnen und Unweit.
Darmstadt.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Koch (1984) demonstriert i.ü. wie man Definitionen korrekt zitieren kann.

Obwohl Fws hier auch Formulierungen von Koch übernimmt, wird dieser hier nicht als Quelle erwähnt.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Fws/Fragment 018 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-02 17:32:29 Klgn
Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 18, Zeilen: 3-8
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 10, Zeilen: 6-12
Wieviel angemessener vor allem diese Neudefinition aktueller Obdachlosigkeit ist, belegt eine Untersuchung in hessischen Gemeinden, der obige Definition zugrunde lag. Nur 65% der im Sinne der Neudefinition obdachlosen Haushalte wohnten ohne Mietvertrag; 35% der Haushalte hatten Mietverträge.20 Dies sind Haushalte, die mit Mietverträgen in Obdachlosenunterkünften lebten, also nach der herkömmlichen Definition nicht zu den Obdachlosen gehören.

19 Schuler, G./Sautter, H., Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen, Umfang, Struktur und Entwicklung der Obdachlosigkeit, Darmstadt 1983, S. 39 f.

20 Ebenda, S. 40.

Wieviel angemessener diese Neudefinition aktueller Obdachlosigkeit (1) ist, zeigte sich bei der hessischen Gemeindeuntersuchung, der obige Definition zugrunde lag. Nur 65 % der im Sinne der Neudefinition obdachlosen Haushalte wohnten ohne Mietvertrag; 35 % der Haushalte hatten Mietverträge (SCHULER 1983:39 f.). Dies sind Haushalte, die mit Mietverträgen in Obdachlosenunterkünften lebten, also nach der herkömmlichen Definition nicht zu den Obdachlosen gehören.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf Koch (1984), wo dieselbe Bewertung der Definition Schulers und Sautters mit derselben Begründung bereits sieben Jahre früher im Wortlaut zu finden war.

Zudem finden sich bei Schuler und Sautter (1983) die angegebenen Daten nicht auf Seite 39, sondern, in anderem Wortlaut, auf Seite 58-59: "Die 5 kreisfreien Städte und 154 kreisangehörigen Gemeinden haben 65 vH der Haushalte im kommunalen Verfügungsbestand als Bewohner ohne Mietvertrag angegeben. [...] Faktisch obdachlos sind 35 vH der erfaßten Haushalte, die in dem für die Obdachlosenunterbringung zweckbestimmten Wohnungsbestand wohnten."

Der fehlerhafte Quellenverweis wurde also offenbar aus Koch (1984) mitübernommen.

Sichter
(Graf Isolan), Klgn

[4.] Fws/Fragment 034 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-02 08:27:56 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 7-12
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 12, Zeilen: 8-13
Obdachlose und potentiell Obdachlose rekrutieren sich aus den im umfassenden Sinn sozio-ökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen. In der sozialwissenschaftlichen Literatur werden deshalb potentiell Obdachlose vielfach auch nicht als eigenständige Randgruppe gesehen, sondern unter den gesellschaftlichen Problemgruppen aufgefunden, die aufgrund früherer Notlagen bereits als Zielgruppen sozialpolitischer und sozialarbeiterischer Praxis bekannt sind. Obdachlose und potentiell Obdachlose rekrutieren sich aus den im umfassenden Sinn sozioökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Potentiell Obdachlose sind keine eigenständige Randgruppe, sondern sind unter den gesellschaftlichen Problemgruppen zu suchen, die bereits als Zielgruppen sozialpolitischer und sozialarbeiterischer Praxis bekannt sind.
Anmerkungen

Im folgenden Satz und einer zu diesem gehörenden Fußnote wird explizit auf Koch (1984) hingewiesen - dort allerdings im Zusammenhang mit statistischen Zahlen. Art und Umfang der Übernahme in der vorliegenden Passage bleiben hingegen ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[5.] Fws/Fragment 045 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-20 19:20:32 Graf Isolan
Fragment, Fws, KeineWertung, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 20-22
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 60, Zeilen: 20-22
Zusammenfassend läßt sich unter Würdigung der Ergebnisse jüngster sozialwissenschaftlicher

Studien formulieren:

- Für den größten Teil der von Wohnungsverlust Bedrohten und Betroffenen hat das primäre Einkommenssicherungssystem, der Arbeitsmarkt, versagt. Viele beziehen ein Einkommen unter der Armutsgrenze127 oder sind arbeitslos.


127 Zur Diskussion um die Armutsgrenze vgl. die instruktive Darstellung bei Chassé, K.-A., Armut nach dem Wirtschaftswunder. Lebensweise und Sozialpolitik, Frankfurt a. M. 1988, S. 21 ff; Wagner, W., Die nützliche Armut. Eine Einführung in die Sozialpolitik, Berlin 1982, S. 24; Huster, E.- U., Muß unsere Leistungsgesellschaft mit der Armut leben, FR 1983, S. 10 [(Dokumentation eines Vortrags v. d. Ev. Akademie Loccum); Schulz, J., Armut und Sozialhilfe, Stuttgart u. a. 1989, S. 106; Glatzer, W./Hübinger, W., Lebenslagen und Armut, in: Döring, D./Hanesch, W ./Hustet, E. U. (Hrsg.), Armut im Wohlstand, Frankfurt a. M. 1990, S. 31 ff,; Iben, F., Zur Definition von Armut. Bestimmungsgrößen von Armut - "Kultur der Armut", BldW 1989, S. 276 f.]

- Für den größten Teil der befragten Mietschuldner hat das primäre Einkommenssicherungssystem, der Arbeitsmarkt, versagt. Viele beziehen ein Einkommen unter der Armutsgrenze oder sind arbeitslos.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme - die Zusammenfassung stammt nicht von Fws. Nach dem zweiten Satz der "Zusammenfassung" auf der nächsten Seite erfolgt eine abschließende Fußnote, in welcher Koch (1984) erwähnt wird.

Einstufung als "Keine Wertung" erfolgt aufgrund der Kürze des Fragments. Zusammen mit Fws/Fragment_046_01 wäre wohl die Einstufung als Bauernopfer angebracht.

Sichter
(Graf Isolan)

[6.] Fws/Fragment 046 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-20 19:47:11 Graf Isolan
Fragment, Fws, KeineWertung, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 1-5
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 60 - 61, Zeilen: 60:23-24 - 61:1-4
- Die sekundären Einkommenssicherungssysteme, allen voran das Arbeitslosengeld, die Arbeitslosenhilfe, das Wohngeld tragen zwar einen hohen Prozentsatz zu den Einkünften der Problemgruppen bei, versagen aber ebenfalls bei der Aufgabe, den Betroffenen ein Einkommen an der oder oberhalb der institutionellen Armutsgrenze zu ermöglichen.128

128 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 60 f.; dazu Hubberts, K.-P., Die Entstehung und Verfestigung von Obdachlosigkeit - Zum Verhältnis von Armut und Subkultur, in: Neue Praxis 5 (1975), S. 290; Höhmann, P., Wie Obdachlosigkeit gemacht wird. Die Entstehung und Entwicklung eines sozialen Problems, Neuwied 1976, S. 12.

[Seite 60]

- Die sekundären Einkommenssicherungssysteme, allen voran das Arbeitslosengeld, die Arbeitslosenhilfe, das Wohngeld und die

[Seite 61]

Sozialhilfe, tragen zwar einen hohen Prozentsatz zu den Einkünften der untersuchten Problemgruppe bei, versagen aber ebenfalls bei der Aufgabe, den Betroffenen ein Einkommen an der oder oberhalb der institutionellen Armutsgrenze zu ermöglichen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Setzt auch im Original unmittelbar Fws/Fragment_045_20 fort. Im Zusammenhang mit diesem Fragment als Bauernopfer einzustufen, alleinstehend: KeineWertung.

Sichter
(Graf Isolan)

[7.] Fws/Fragment 072 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-16 16:17:24 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 17-26
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 75, 76, Zeilen: 75: 4ff; 76: 2ff
Diese vergleichsweise hohe Anforderung an die individuelle Handlungskompetenz kontrastiert nun auffällig mit der aus Befragungen von obdachlosen Haushalten gewonnenen Feststellung, wonach die Betroffenen in weitgehender Unkenntnis über die Bedeutung der unterschiedlichen Vorgänge wie Kündigung, Klagen, Urteilen und Fristen waren. Viele Haushalte waren nicht in der Lage, Kündigung, Klageschrift, Urteil und Mitteilungen über die Festsetzung von Zwangsräumungsterminen zu unterscheiden. Die Mehrzahl der Befragten war nicht einmal fähig, einen juristischen Schriftsatz zu verstehen, geschweige denn aufzusetzen. Viele der zur Räumung verurteilten Haushalte wußten nicht, ob ein schriftliches Verfahren bzw. eine mündliche Verhandlung überhaupt stattgefunden hatte.227

227 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 75, der aufgrund der dort ermittelten Quote von 90% Versäumnisurteilen im schriftlichen Verfahren die Mietschuldner bei der Feststellung des Räumungsanspruchs des Vermieters praktisch ausgeschaltet sieht.

Das wichtigste Ergebnis dieser Fragen ist die Feststellung, daß die betroffenen Haushalte in weitgehender Unkenntnis über die Bedeutung der unterschiedlichen Vorgänge wie Kündigungen, Klagen, Urteilen und Fristen waren. Viele Haushalte waren nicht in der Lage, Kündigung, Klageschrift, Urteil und Mitteilungen über die Festsetzung von Zwangsräumungsterminen zu unterscheiden. Viele der zur Räumung verurteilten Haushalte wußten nicht, daß ein schriftliches Verfahren bzw. eine mündliche Verhandlung stattgefunden hatte. 2)

[Seite 76]

Sie sind in der Mehrzahl nicht dazu fähig, einen juristischen Schriftsatz zu verstehen, geschweige denn aufzusetzen.


2) In einer Aktenauswertung kommt die Stadtverwaltung Köln zu dem Ergebnis, daß die Quote der Versäumnisurteile bei im Rahmen der Zwangsräumungsverfahren bekanntgewordenen Räumungsurteilen bei nahezu 90 % liegt (KÖLN 1983:37).

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle existiert, Art und Umfang der Übernahme sind aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith) Agrippina1

[8.] Fws/Fragment 079 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-19 23:06:03 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 13-19
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 14, Zeilen: 13-17, 20ff.
Die tatsächliche oder vermeintliche Existenz von Leistungsverweigerern, "Schmarotzern" in der "sozialen Hängematte" birgt für viele Menschen die Gefahr der Aktualisierung der eigenen Verdrängungen. Die wahrgenommene Abweichung von den ordnungsstiftenden Standards der Arbeits-, Wohn- und Lebenswelt bei anderen wird als Infragestellung der eigenen Lebensführung, des eigenen Selbst empfunden. Der eigene Abwehrmechanismus, die Verdrängungsfähigkeit wird verteidigt durch die Projektion von Negativeigenschaften auf den Abweicher.255

255 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 14, für den gesellschaftlichen Umgang mit Obdachlosigkeit; allgemein Thiersch, [H., Stigmatisierung und Verfestigung abweichenden Verhaltens, in: ders. (Hrsg.), Kritik und Handeln, Neuwied und Darmstadt 1977, S. 24 ff.]

Die tatsächliche oder vermeintliche Existenz von Leistungsverweigerern, "Schmarotzern" in der "sozialen Hängematte“ (um nur zwei der diskriminierenden Verdächtigungen aufzugreifen) bringt für viele Menschen die Gefahr der Aktualisierung der eigenen Verdrängungen (HERRMANN u.a. 1981:47). [...] Die wahrgenommene Abweichung von diesen Normen bei anderen wird als Infragestellung der eigenen Lebensführung, des eigenen Selbst, empfunden. Der eigene Abwehrmechanismus, die Verdrängungsfähigkeit, wird verteidigt durch die Projektion von Negativeigenschaften auf die Abweicher.
Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt, Art und Umfang der Übernahme bleiben aber ungekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith), Graf Isolan

[9.] Fws/Fragment 080 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-19 21:44:59 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 13-21
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 16, Zeilen: 9ff
Eine Rolle spielen ergänzend verschiedene Formen abweichenden Verhaltens, die möglicherweise mittelbar, aber doch nicht unmittelbar als Auswirkungen gesellschaftlicher Ursachen auf die Betroffenen erklärbar sind. Unter "individuellen Ursachen" werden hier Verhaltensweisen und Einstellungen verstanden, die dazu führen, daß einzelne Menschen Möglichkeiten der materiellen Existenzsicherung (Berufstätigkeit, Sozialleistungen, soziale Hilfen, Wohnungsmarkt, Konsumverhalten) nicht so nutzen können, wie es anderen Menschen in ähnlich unterprivilegierten Lebenslagen möglich ist.258

258 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 16.

Eine Rolle spielen ergänzend verschiedene Formen abweichenden Verhaltens, die eventuell mittelbar, jedoch nicht unmittelbar als Auswirkungen gesellschaftlicher Ursachen auf die Betroffenen erklärbar sind. Unter "individuellen Ursachen" werden hier Verhaltensweisen und Einstellungen verstanden, die dazu führen, daß manche Menschen Möglichkeiten der materiellen Existenzsicherung (Berufstätigkeit, Sozialleistungen, soziale Hilfen, Wohnungsmarkt, Konsumverhalten) nicht so nutzen können, wie es anderen Menschen in ähnlich unterprivilegierten Lebenslagen möglich ist.
Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle existiert, aber Umfang und wörtlicher Charakter der Übernahmen macht er nicht deutlich.

Sichter
(Hindemith), Graf Isolan

[10.] Fws/Fragment 087 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-02 14:42:07 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 87, Zeilen: 14-20
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 5, Zeilen: 1ff
Einig sind sich administrative Praxis9 wie wissenschaftliche Literatur10 aber darin, daß der Schlüssel zur Reduzierung oder doch zumindest zur Eindämmung der Obdachlosigkeit in der Prävention,11 also einer Verhinderung der Entstehung neuer Fälle von Obdachlosigkeit liegt. Nach erreichbaren Erfahrungsberichten ist die Reintegration von Haushalten aus Notunterkünften in Normalwohnungen ungleich aufwendiger als der Wohnungserhalt für Haushalte, die erst vom Wohnungsverlust bedroht sind, aber ihre Wohnung noch nicht verloren haben. Das liegt zum einen an [den beschriebenen psycho-sozialen Folgeschäden,12 die die Obdachlosigkeit bei den Betroffenen auslöst und durch einen Verfallsprozeß gesellschaftlich erwünschter Fähigkeiten und Verhaltensweisen mit einer wachsenden Diskriminierungs- und Ausgrenzungsbereitschaft durch Nachbarschaft, Arbeitgeber, Vermieter und Behörden gekennzeichnet ist.13]

9 Deutscher Städtetag, Sicherung der Wohnungsversorgung in Wohnungsnotfällen und Verbesserung der Lebensbedingungen in sozialen Brennpunkten - Empfehlungen und Hinweise -, DSt-Beiträge zur Sozialpolitik Heft 21, Köln 1987; Paritätischer Wohlfahrtsverband, Armutsbericht, BldW 1989, S. 320.

10 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 5; Könen, R., Wohnungsnot und Obdachlosigkeit im Sozialstaat, Frankfurt a. M./New York, 1990, S. 187.

11 "Prävention" meint nach dem Verständnis der Sozialwissenschaften ein Arsenal von Instrumentarien, das bei richtiger Handhabung Wohnungsgefährdung aus Gründen der Einkommensschwäche erst gar nicht zur Entstehung gelangen läßt. Gerade nicht eingeschlossen ist in dieses Verständnis die Anwendung polizeilicher Maßnahmen, die aber nach juristischem Sprachgebrauch in der Abgrenzung repressiver von präventiver Polizeitätigkeit durchaus als "Prävention" verstanden werden. Hier sind in der Kommunikation zwischen Sozialwissenschaften und Rechtswissenschaften eine Reihe von Mißverständnissen angelegt.

[12 Höhmann, P., Wie Obdachlosigkeit gemacht wird. Die Entstehung und Entwicklung eines sozialen Problems, Neuwied 1976, S. 63 ff.; Abels, H./Keller, B., Obdachlose. Zur gesellschaftlichen Definition und Lage einer sozialen Randgruppe, Opladen 1974, S. 47; Haag, F., Wohnungslose Familien in Notunterkünften. Soziales Bezugsfeld und Verhaltensstrategien, München 1971, S. 39 ff.

13 Könen, R., Wohnungsnot und Obdachlosigkeit im Sozialstaat, Frankfurt a. M./New York, 1990, S. 109, dort mit kurzem Literaturbericht zur ökonomischen und soziokulturellen Deprivation; Hubberts, K.-P., Die Entstehung und Verfestigung von Obdachlosigkeit - Zum Verhältnis von Armut und Subkultur, in: Neue Praxis 5 (1975), S. 295; Höhmann, P., Wie Obdachlosigkeit gemacht wird. Die Entstehung und Entwicklung eines sozialen Problems, Neuwied 1976, S. 49.]

Nach allgemeiner Auffassung liegt der Schlüssel zur Reduzierung oder doch zumindest zur Eindämmung der Obdachlosigkeit in der Prävention, also in der Verhinderung der Entstehung neuer Fälle von Obdachlosigkeit. Die Reintegration von Haushalten aus Obdachlosenunterkünften in Normalwohnungen ist ungleich aufwendiger als der Wohnungserhalt für Haushalte, die erst vom Wohnungsverlust bedroht sind, aber ihre Wohnung noch nicht verloren haben. Das liegt an den erwähnten psycho-sozialen Folgeschäden, die die Obdachlosigkeit bei den Betroffenen auslöst, und an der ausgeprägten Diskriminierungs- und Ausgrenzungsbereitschaft von Bevölkerung, Arbeitgebern, Vermietern und Behörden auch gegenüber ehemaligen Obdachlosen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet trotz Verweis auf die Quelle in FN 10. Dort wird die Quelle als eine von zwei Beispielen für "wissenschaftliche Literatur" genannt. Dass dann aus dieser Quelle z.T. wörtlich übernommen wird, ist aus dem Verweis nicht ersichtlich.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[11.] Fws/Fragment 088 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-19 22:53:35 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 88, Zeilen: 5-13
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 2, Zeilen: 1ff
Insbesondere wenn Familien betroffen sind, vervielfältigen sich die Probleme qualitativ und quantitativ. Zum anderen bedeutet jede Einweisung für die kommunalen Finanzen eine Belastung, die um ein Mehrfaches über den Kosten der Verhinderung dieser Einweisung liegt.14 Zu nennen sind insbesondere die Investitions- und Bewirtschaftungskosten der Unterkünfte, die erhöhten Sozialhilfeaufwendungen wegen der Verringerung der Chancen der Betroffenen, ihre Arbeitsstelle zu halten bzw. aus der Arbeitslosigkeit eine neue Arbeitsstelle zu finden und die Kosten der Heimunterbringung von Kindern.15

14 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 2; entsprechende Schätzungen schon bei Zöllner, W., Obdachlos durch Wohnungsnot, Beitrag zur Differenzierung der Obdachlosigkeit, Reinbek 1973, S. 30 f.

15 Vgl. dazu oben S. 76.

Insbesondere wenn Familien mit Kindern betroffen sind, vervielfältigen sich die Probleme qualitativ und quantitativ.

- Für die kommunalen Finanzen bedeutet jede Einweisung eine Belastung, die um ein Mehrfaches über den Kosten der Verhinderung dieser Einweisung liegt. Zu nennen sind insbesondere die Investitions- und Bewirtschaftungskosten der Unterkünfte, die erhöhten Sozialhilfeaufwendungen wegen der Verringerung der Chancen der Betroffenen, ihre Arbeitsstelle zu behalten bzw. neue Arbeitsstellen zu finden und die Kosten der Heimunterbringung von Kindern.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle existiert zwar, aber die wörtlichen Übernahmen sind nicht gekennzeichnet. Außerdem geht die Übernahme auch nach dem Verweis noch weiter.

Sichter
(Hindemith), Graf Isolan

[12.] Fws/Fragment 091 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-02 09:16:39 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 13-19
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 103, Zeilen: 12-17
Hinweise auf drohende Obdachlosigkeit werden in der Regel durch die formale Vorgeschichte eines Wohnungsverlustes produziert, wie Mahnungen, Kündigungen, Klagen usw. Selbst wenn diese Informationen den für die Wohnraumversorgung zuständigen Behörden zur Verfügung ständen, setzten auch vorbeugende Hilfen erst dann ein, wenn der Gefährdungsprozeß schon weit fortgeschritten und die Absicht des Vermieters erkennbar ist, dem Mieter das weitere Wohnrecht zu entziehen.24

24 Auf diesen Punkt des selbstverständlich insgesamt unzureichenden Instrumentariums der vorbeugenden Obdachlosenhilfe hat Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 2, aufmerksam gemacht.

Informationsquellen der vorbeugenden Obdachlosenhilfe sind Vorgänge, die durch die formale Vorgeschichte eines Wohnungsverlustes produziert werden, wie Mahnungen, Kündigungen, Klagen usw. Die "vorbeugenden Hilfen" setzen also erst dann ein, wenn der Gefährdungsprozeß schon weit fortgeschritten und die Absicht des Vermieters erkennbar ist, dem Mieter das weitere Wohnrecht zu entziehen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Einen Verweis auf die Quelle gibt es zwar in FN 24, aber dort wird auf die Seite 2 der Quelle verwiesen, wo sich der übernommene Wortlaut nicht findet.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[13.] Fws/Fragment 313 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-19 23:28:41 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 313, Zeilen: 3-18
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 106, 107, Zeilen: 106: 13-17; 107: 12 ff.
[...]197 [...]. So ist bekannt, daß Verwaltungen, gestützt auf § 15 a BSHG, befristete Mietausfallgarantien übernehmen, um Mieter zur Fortsetzung oder Eingehung eines Mietverhältnisses zu bewegen. Begründet werden kann diese Anwendung damit, daß eine solche Zusicherung eine vorweggenommene Entscheidung über eine Mietschuldenübernahme im Falle ihres Auftretens sei. Anderenorts gibt es Anweisungen, daß im Einzelfall Mietrückstände immer dann unmittelbar nach der Kündigung beglichen werden sollen, wenn eine eventuelle Räumungsklage durch die Zahlung eines Rückstands nicht mehr unwirksam gemacht werden könnte, weil innerhalb der letzten zwei Jahre bereits einmal eine Klage durch Zahlung unwirksam wurde. Schließlich sind zur pauschalen Abwendung von Räumungsklagen Absprachen zwischen Stadtverwaltung und Wohnungsgesellschaften bekannt, in der sich die Wohnungsgesellschaften dazu verpflichten, in einem bestimmten Neubaugebiet keine Räumungsklagen ohne die Zustimmung eines gemeinsamen Arbeitskreises zu erheben. Die Gegenleistung der Stadt besteht in einer Verpflichtung, nichteinbringbare Mietforderungen zu tragen.198

197 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 107.

198 Das bekannteste Beispiel für die Unterbringung von Obdachlosen in Normalwohnungen örtlicher Wohnungsbaugesellschaften war in der Vergangenheit der Vertrag zwischen dem Bremer Senat und den örtlichen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften, indem sich diese verpflichteten, entsprechend der Größe ihres Bestands an Sozialwohnungen Wohnungsnotstandsfälle und Obdachlose aufzunehmen, während der Senat für die Mieten bürgte und sich verpflichtete, ggf. auch weitere daraus entstehende Kosten zu übernehmen; dokumentiert ist der Vertrag in Teil B des Gutachtens von Godehart, S./Frinken, M., Umfang und Struktur der Obdachlosigkeit in Niedersachsen, Untersuchung im Auftrag des Niedersächsischen Sozialministers, Hannover 1989. Erst jüngst hat Roscher eine Reihe von vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten zusammengestellt, die Wohnungsämtern, Trägern der Sozialhilfe und freien Wohlfahrtspflege zur Wohnraumbeschaffung für benachteiligte Wohnungssuchende zur Verfügung stehen (Roscher, F., Wohnraum durch "Anmietung"?, Mietrechtliche Probleme und Lösungen, Materialien zur Wohnungslosenhilfe, Heft 14, Bielefeld 1990); zum "Frankfurter"-Vertrag von 1974 siehe noch unten Fn. 289 in diesem Kapitel.

Es ist auch bekannt, daß Verwaltungen, gestützt auf § 15a BSHG, befristete Mietausfallgarantien übernehmen, um Vermieter zur Fortsetzung des Mietverhältnisses zu bewegen. Begründet werden kann diese Anwendung damit, daß eine solche Zusicherung eine vorweggenommene Entscheidung über eine Mietschuldenübernahme im Falle ihres Auftretens sei.

[Seite 107]

Es gibt Anweisungen, daß im Einzelfall Mietrückstände immer dann unmittelbar nach der Kündigung beglichen werden sollen, wenn eine eventuelle Räumungsklage durch die Zahlung des Rückstandes nicht mehr unwirksam gemacht werden könnte, weil innerhalb der letzten zwei Jahre bereits einmal eine Klage durch Zahlung unwirksam wurde. Zur pauschalen Abwendung von Räumungsklagen ist eine Absprache zwischen einer Stadtverwaltung und Wohnungsgesellschaften bekannt, in der sich die Wohnungsgesellschaften dazu verpflichten, in einem bestimmten Neubaugebiet keine Räumungsklagen ohne die Zustimmung eines gemeinsamen Arbeitskreises zu erheben. Die Gegenleistung der Stadt besteht in einer Verpflichtung, nicht einbringbare Mietforderungen zu tragen.

Anmerkungen

Es wird vor der Übernahme auf die Quelle verwiesen, allerdings aber ohne Hinweis, dass damit die wörtliche Übernahme des danach folgenden Textes belegt werden soll.

Man beachte auch, dass die Übernahme auf Seite 106 der Quelle beginnt, in der Dissertation aber nur Seite 107 angegeben ist.

Sichter
(Hindemith), Graf Isolan

[14.] Fws/Fragment 314 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-19 22:43:43 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Fws, Gesichtet, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 314, Zeilen: 1-13
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 107, Zeilen: 3-6; 23 ff.
[Zwar liegen keine präzisen] Angaben darüber vor, wie oft und in welchen zeitlichen Abständen für die gleichen Haushalte Mietrückstände wiederholt übernommen worden sind. Den durchgeführten Studien läßt sich aber entnehmen, daß bei wiederholten Rückständen die Gewährung sehr viel restriktiver gehandhabt wird, als im Falle erstmaliger Rückstände. Im allgemeinen machen die bewilligenden Stellen die wiederholte Gewährung von einer ausführlichen und befürwortenden Stellungnahme des zuständigen Sozialarbeiters abhängig. Daraus läßt sich folgern, daß die Hilfe von einer intakten Kooperation zwischen dem betreffenden Haushalt und dem Sozialarbeiter abhängt. Den Forschungsberichten ist weiter zu entnehmen, daß die Fixierung absoluter Obergrenzen der wiederholten Übernahme zwar vermieden wird, gleichwohl aber das Bemühen vorherrscht, keine Praxis frühzeitiger Schuldenübernahme zur Entstehung gelangen zu lassen, die Mieter und Vermieter in ihrem Verhalten auf ein mehr oder weniger sicheres "Wohngeld dritter Klasse" vertrauen läßt.199

199 Koch, F., Ursachen von Obdachlosigkeit, Bericht über das Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, hrsg. vom Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Minden 1984, S. 107.

Nach verbreiteter Auffassung besteht die Gefahr, daß sich bei frühzeitigen Übernahmen Mieter und Vermieter in ihrem Verhalten auf ein mehr oder weniger sicheres Wohngeld "dritter Klasse" einstellen. [...]

[...] Es liegen keine Angaben darüber vor, wie oft und in welchen zeitlichen Abständen für die gleichen Haushalte Mietrückstände wiederholt übernommen worden sind. Den Unterlagen und Expertengesprächen läßt sich aber entnehmen, daß bei wiederholten Rückständen die Gewährung sehr viel restriktiver gehandhabt wird als im Falle erstmaliger Rückstände. Im allgemeinen machen die bewilligenden Stellen die wiederholte Gewährung von einer ausführlichen und befürwortenden Stellungnahme des zuständigen Sozialarbeiters abhängig. Daraus läßt sich folgern, daß die Hilfe von einer intakten Kooperation zwischen dem betreffenden Haushalt und dem Sozialarbeiter abhängt. Den Expertengesprächen war zu entnehmen, daß die Fixierung absoluter Obergrenzen der wiederholten Übernahme vermieden wird.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle existiert zwar, aber dieser macht keineswegs deutlich, dass hier fast der gesamte Abschnitt wörtlich übernommen wurde.

Sichter
(Hindemith), Graf Isolan

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