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Quelle:Gjb/Hitzler 2001

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Ronald Hitzler
Titel    Wie wehren sich Bürger? Reaktionen auf alltägliche Verunsicherung
Sammlung    Gewalt – Kriminalität und Verbrechen in der Gesellschaft
Herausgeber    Venanz Schubert
Ort    Erzabtei St. Ottilien
Verlag    EOS Verlag
Jahr    2001
Seiten    117-140
ISBN    3-8306-7093-1
URL    http://www.hitzler-soziologie.de/pdf/Publikationen_Ronald/Sammelbaende/3-69.PDF

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    1


Fragmente der Quelle:
[1.] Gjb/Fragment 171 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-09 21:58:39 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Hitzler 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 171, Zeilen: 3-19
Quelle: Hitzler 2001
Seite(n): 120, 121, Zeilen: 120: 25-29; 121: 1-3, 11-28
Verunsicherungs-Szenarios und demzufolge Sehnsucht nach Ruhe, Ordnung und Sicherheit, sind nicht mehr privaten [sic] Angelegenheiten, sondern immer mehr zur politischen Forderung offenbar vorgetragen. Entsprechend der von Robert Merton analysierte [sic] Logik einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zeigen sich somit (derzeit sich zunehmend) [sic] Menschen, die meinen, sie hätten „etwas zu verlieren“, bereit von denen sich bedroht fühlen zur Wehr zu setzen. Diese wachsende Wehr-Bereitschaft greift aktuell eben unabhängig von objektiven Risiken und Bedrohungen um sich. Denn die dahinterstehenden Sicherheitsbedürfnisse drücken tatsächliche Befürchtungen und Ängste der Bevölkerung aus. Dadurch wird das Rechtsgut „Sicherheit“ als solches problematisiert: der Regelungs-, Norm- und Vollzugsbedarf scheint vom Staat aufgrund seiner in Relation zur Problemdimension und zur Problemzunahme knappen Ressourcen, aber auch, aufgrund der strukturellen Strafunfähigkeit reflexiv werdender Demokratien immer weniger befriedigt werden zu können.411

411 HITZLER 2001, S. 121

[Seite 120]

Je mehr nun vor dem Hintergrund eines solchen Verunsicherungs-Szenarios ’gewissen’ Menschen unterstellt wird, davon zu leben, durch den Verfolg ihrer Interessen anderen Menschen das Leben (wie auch immer) schwer zu machen, um so mehr wird denen, denen (vermeintlich) das Leben von diesen ’gewissen’ ande-

[Seite 121]

ren schwer gemacht wird, die Sehnsucht nach Ruhe, Ordnung, Sicherheit zum nicht mehr nur privaten Anliegen, sondern zur öffentlich vorgetragenen, zur politischen Forderung. [...]

Entsprechend der von Robert K. Merton analysierten Logik einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zeigen sich somit (derzeit wieder zunehmend) Menschen, die meinen, sie hätten 'etwas zu verlieren', bereit, sich (wie auch immer) gegenüber anderen, von denen sie sich ’alltäglich' bedroht wähnen, zur Wehr zu setzen. Diese wachsende Wehr-Bereitschaft greift aktuell eben (relativ) unabhängig von (wie auch immer bestimmbaren) objektiven Risiken und Bedrohungen um sich.9 Denn die dahinterstehenden Sicherheitsbedürfnisse drücken tatsächliche Befürchtungen und Ängste der Bevölkerung aus. Dadurch aber wird das Rechtsgut 'Sicherheit' als solches problematisiert: der (zunehmende bzw. zunehmend eingeforderte) Regelungs-, Norm- und Vollzugsbedarf scheint vom Staat - z.B. aufgrund seiner in Relation zur Problemdimension und zur Problemzunahme knappen Ressourcen, aber auch, worauf insbesondere Manfred Lauermann (z.B. 1994) immer wieder hinweist, aufgrund der strukturellen Strafunfähigkeit fortgeschrittener bzw. reflexiv werdender Demokratien - immer weniger befriedigt werden zu können.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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