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Quelle:Gjb/Liell 2002

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Christoph Liell
Titel    Gewalt in modernen Gesellschaften - zwischen Ausblendung und Dramatisierung
Zeitschrift    Aus Politik und Zeitgeschichte
Jahr    2002
Nummer    B 44
Seiten    6-13
URL    http://www.bpb.de/apuz/26643/gewalt-in-modernen-gesellschaften-zwischen-ausblendung-und-dramatisierung - http://www.bpb.de/system/files/pdf/P8CUER.pdf

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Gjb/Fragment 103 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-06 16:39:53 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Liell 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 103, Zeilen: 4-13
Quelle: Liell 2002
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Dennoch liegt der Bedeutungskern von Gewalt in der „physische [sic] Zwangseinwirkung von Personen mit physischen Folgen für Personen“. 247 Davon ausgehend gibt es zahlreiche Begriffserweiterungen, wie z. B. Gewalt gegen Sachen oder strukturelle Gewalt. Die Ausweitung und Entgrenzung des Gewaltbegriffs kann, wie im Fall der strukturellen Gewalt, sehr weit gehen. Gewalt wird dabei definiert „als etwas Vermeidbares, das der menschlichen Selbstverwirklichung im Weg steht“248 und gerät so zu einem beliebigen, ununterscheidbaren Phänomen, das alle Übel dieser Welt differenzenlos erfassen soll.249

247 Siehe Abbildung 1 mit dem sich abzeichnende Bedeutungsgewinne des Gewaltbegriffs in NEIDHARDT 1986, S. 123.

248 GALTUNG 1978, S. 11.

249 LIELL 2002, S. 7.

Danach liegt der Bedeutungskern von Gewalt in der "physische[n] Zwangseinwirkung von Personen mit physischen Folgen für Personen"[1]. Davon ausgehend gibt es zahlreiche Begriffserweiterungen, wie z. B. Gewalt gegen Sachen oder strukturelle Gewalt. Die Ausweitung und Entgrenzung des Gewaltbegriffs kann, wie im Fall der strukturellen Gewalt, sehr weit gehen. Gewalt wird dabei definiert "als etwas Vermeidbares, das der menschlichen Selbstverwirklichung im Weg steht"[2], und gerät so zu einem beliebigen, ununterscheidbaren Phänomen, das alle Übel dieser Welt differenzenlos erfassen soll.

1. Friedhelm Neidhardt, Gewalt. Soziale Bedeutungen und wissenschaftliche Bestimmungen des Begriffs, in: BKA (Hrsg.), Was ist Gewalt?, Bd. 2, Wiesbaden 1986, S. 123.

2. Johan Galtung, Der besondere Beitrag der Friedensforschung zum Studium der Gewalt, in: Hans Saners/Kurt Röttgers (Hrsg.), Gewalt, Basel-Stuttgart 1978, S. 11.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben trotz völliger Übereinstimmung ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[2.] Gjb/Fragment 148 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-04 12:03:28 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Liell 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 148, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Liell 2002
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
4. Gewalt in modernen Gesellschaften

Gewalt in modernen Gesellschaften ist ein paradoxes Phänomen: Einerseits gelten solche Gemeinwesen ihrem Selbstverständnis nach als zivilisiert, als zumindest nach innen gewaltfrei und befriedet.341 Gerade dies wird als Unterschied zu vormodernen oder nichtmodernen Gesellschaften angesehen. Andererseits werden immer Horrorszenarien einer allgegenwärtigen Gewalt entwickelt.

Nicht nur die öffentliche und politische Diskussion um Gewalt ist durch diese Spannung zwischen Ausblendung einerseits und Dramatisierung andererseits geprägt. Auch sozialwissenschaftliche Analysen zu Gewalt bewegen sich zwischen beiden Polen und liefern entsprechende Erklärungen, Umfrageergebnisse und Statistiken. Beiden Haltungen – Ausblendung und Dramatisierung – ist gemeinsam, dass Gewalt als Fremdkörper, als Defizit und als Synonym für Bedrohung, Zerfall und Auflösung der Gesellschaft betrachtet wird: Entweder bricht Gewalt als Barbarei von außen in die Gesellschaft herein, oder sie löst – als Pathologie der modernen Gesellschaft –diese von innen, aus ihrer Mitte heraus auf.

4.1 Gesellschaftstheoretischen Ebene

Auf der gesellschaftstheoretischen Ebene führt die einseitige Verbindung von Gewalt mit Desintegration – d.h. dem Auseinanderbrechen und Zerfall sozialer Ordnung342 dazu, dass die integrierenden, ordnungsstiftenden und –stabilisierenden Wirkungen von Gewalt nicht in den Blick geraten. Gerade darin dürfte aber ein Grund für die Attraktivität und Dauerhaftigkeit von Gewalthandeln liegen. Diese Defizitperspektive auf Gewalt führt in der Tendenz dazu, alle möglichen Phänomene, die als Übel der Gesellschaft erscheinen [(Leistungsdruck, Individualismus, Pluralisierung von Werten, Rückzug aus Institutionen, etc.) zur unscharfen und vagen Diagnose einer „desintegrierten Gesellschaft“ zu verdichten und diese als Ursache für Gewalt auszugeben.343]


341 LIELL 2002, S. 6 ff.

342 Siehe LIELL 2002.

[343 Siehe LIELL 2002.]

Gewalt in modernen Gesellschaften - zwischen Ausblendung und Dramatisierung

[...]

Einleitung

Gewalt in modernen Gesellschaften ist ein paradoxes Phänomen: Einerseits gelten solche Gemeinwesen ihrem Selbstverständnis nach als zivilisiert, als zumindest nach innen gewaltfrei und befriedet. Gerade dies wird als Unterschied zu vormodernen oder nichtmodernen Gesellschaften angesehen. Andererseits werden immer wieder Horrorszenarien einer allgegenwärtigen Gewalt entwickelt. [...] Nicht nur die öffentliche und politische Diskussion um Gewalt ist durch diese Spannung zwischen Ausblendung einerseits und Dramatisierung andererseits geprägt. Auch sozialwissenschaftliche Analysen zu Gewalt bewegen sich zwischen diesen beiden Polen und liefern entsprechende Erklärungen, Umfrageergebnisse und Statistiken.

Beiden Haltungen - Ausblendung und Dramatisierung - ist gemeinsam, dass Gewalt als Fremdkörper, als Defizit und als Synonym für Bedrohung, Zerfall und Auflösung der Gesellschaft betrachtet wird: Entweder bricht Gewalt als Barbarei von außen in die Gesellschaft herein, oder sie löst - als Pathologie der modernen Gesellschaft - diese von innen, aus ihrer Mitte heraus auf. [...]

Auf der gesellschaftstheoretischen Ebene führt die einseitige Verbindung von Gewalt mit Desintegration - d.h. dem Auseinanderbrechen und Zerfall sozialer Ordnung - dazu, dass die integrierenden, ordnungsstiftenden und -stabilisierenden Wirkungen von Gewalt nicht in den Blick geraten. Gerade darin dürfte aber ein Grund für die Attraktivität und Dauerhaftigkeit von Gewalthandeln liegen. Diese Defizitperspektive auf Gewalt führt in der Tendenz dazu, alle möglichen Phänomene, die als Übel der Gesellschaft erscheinen (Leistungsdruck, Individualismus, Pluralisierung von Werten, Rückzug aus Institutionen etc.) zur unscharfen und vagen Diagnose einer "desintegrierten Gesellschaft" zu verdichten und diese als Ursache für Gewalt auszugeben.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[3.] Gjb/Fragment 149 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 21:46:24 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Liell 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 149, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Liell 2002
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
[Diese Defizitperspektive auf Gewalt führt in der Tendenz dazu, alle möglichen Phänomene, die als Übel der Gesellschaft erscheinen] (Leistungsdruck, Individualismus, Pluralisierung von Werten, Rückzug aus Institutionen, etc.) zur unscharfen und vagen Diagnose einer „desintegrierten Gesellschaft“ zu verdichten und diese als Ursache für Gewalt auszugeben.343

4.2 Handlungstheoretischen Ebene

Auf der handlungstheoretischen Ebene blendet eine defizitorientierte Gewaltanalyse das eigentliche Gewalthandeln, dessen durchhaus [sic] unterschiedlichen Kontext. Verlauf und die Folgen aus. Individualistisch verengt, erscheinen die Akteure (vor allem die Täter) entweder einseitig als instrumentell orientiert, den eigenen Nutzen durchsetzend oder aber als Opfer anonymer allgemeingesellschaftlicher Wirkkräfte (Desintegration, Modernisierung, Globalisierung).344

Sowohl der meist kollektive Charakter von Gewaltereignissen als auch der häufigen [sic] Ziel-Mittel-Kalkulationen entgrenzende, euphorisierend [sic] Charakter von Gewalthandeln und seine Eigendynamiken bleiben ausgeblendet. Zudem wird in den meisten Gewaltanalysen davon ausgegangen, dass Gewalt eine eindeutige, objektiv vorhandene und messbare Größe ist – als sei nicht gerade die Einstufung einer Handlung als Gewalt Gegenstand historischen und kulturellen Wandelns [sic] und vor allem sozialer und kultureller Auseinandersetzungen. Damit und in Verbindung mit der [sic] oft radikal kulturpessimistischen Gesellschaftsdiagnosen werden Gewaltanalysen selbst zum Spielball von Begriffstrategien [sic], Dramatisierungen, Stigmatisierungen und des Rufs nach „Recht und Ordnung“.


343 Siehe LIELL 2002.

344 LIELL a.a.O., S. 6 ff.

Diese Defizitperspektive auf Gewalt führt in der Tendenz dazu, alle möglichen Phänomene, die als Übel der Gesellschaft erscheinen (Leistungsdruck, Individualismus, Pluralisierung von Werten, Rückzug aus Institutionen etc.) zur unscharfen und vagen Diagnose einer "desintegrierten Gesellschaft" zu verdichten und diese als Ursache für Gewalt auszugeben. [...]

Auf der handlungstheoretischen Ebene blendet eine defizitorientierte Gewaltanalyse das eigentliche Gewalthandeln, dessen durchaus unterschiedlichen Kontext, Verlauf und die Folgen aus. Individualistisch verengt, erscheinen die Akteure (vor allem die Täter) entweder einseitig als instrumentell orientiert, den eigenen Nutzen durchsetzend oder aber als Opfer anonymer allgemeingesellschaftlicher Wirkkräfte (Desintegration, Modernisierung, Globalisierung). Sowohl der meist kollektive Charakter von Gewaltereignissen als auch der häufig Ziel-Mittel-Kalkulationen entgrenzende, euphorisierende Charakter von Gewalthandeln und seine Eigendynamiken bleiben ausgeblendet. Zudem wird in den meisten Gewaltanalysen davon ausgegangen, dass Gewalt eine eindeutige, objektiv vorhandene und messbare Größe ist - als sei nicht gerade die Einstufung einer Handlung als Gewalt Gegenstand historischen und kulturellen Wandels und vor allem sozialer und kultureller Auseinandersetzungen. Damit und in Verbindung mit den oft radikal kulturpessimistischen Gesellschaftsdiagnosen werden Gewaltanalysen selbst (teils gewollt, teils ungewollt) zum Spielball von Begriffsstrategien, Dramatisierungen, Stigmatisierungen und des Rufs nach "Recht und Ordnung".

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben vollständig ungeklärt.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

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