Fandom

VroniPlag Wiki

Quelle:Gjb/Rössner 1997

< Quelle:Gjb

31.377Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion2

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Dieter Rössner
Titel    Die gesellschaftlichen Aufgaben des Strafrichters
Jahr    1997
URL    http://www.kyopo.com/dkjg/vortraege/1997_aufg_strafrichter.htm

Literaturverz.   

(nein) s. Disk.
Fußnoten    (nein) s. Disk.
Fragmente    14


Fragmente der Quelle:
[1.] Gjb/Fragment 001 104 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:58:52 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 1, Zeilen: 104-110
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
[...]

1 Nach Girard bildet der Opferkult in allen Ursprungsmythen und in primitiven Gesellschaften die Chance eines Auswegs aus der Gewalt nach einer Gewalttat. Das Menschenopfer ist danach kein sinnloser Akt blutrünstiger Primitiver, sondern ein rationaler Versuch, die durch die Gewalttat in die Welt gesetzte und sich gefährlich ausbreitende Gewalt mit einem außergewöhnlichen Akt zu stoppen. Die Angst der Menschen vor dem Teufelskreis sich kettenreaktionsartig ausbreitender gewalttätiger Rache lässt sie zu dem letzten Mittel [des Menschenopfers greifen.]

Nach Girard bildet der Opferkult in allen Ursprungsmythen und in primitiven Gesellschaften die Chance eines Auswegs aus der Gewalt nach einer Gewalttat. Das Menschenopfer ist danach kein sinnloser Akt blutrünstiger Primitiver, sondern ein rationaler Versuch, die durch die Gewalttat in die Welt gesetzte und sich gefährlich ausbreitende Gewalt mit einem außergewöhnlichen Akt zu stoppen. Die Angst der Menschen vor dem Teufelskreis sich kettenreaktionsartig ausbreitender gewalttätiger Rache läßt sie zu dem letzten Mittel des Menschenopfers greifen.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[2.] Gjb/Fragment 002 101 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:59:53 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 2, Zeilen: 101-104
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
[...]

[Die Angst der Menschen vor dem Teufelskreis sich kettenreaktionsartig ausbreitender gewalttätiger Rache lässt sie zu dem letzten Mittel] des Menschenopfers greifen. Der direkte Zugriff auf den verantwortlichen Gewalttäter würde die Kettenreaktion nur anfachen. So soll die Tötung eines neutralen Dritten, der nicht im Kreislauf aus Gewalt und Rache befangen ist den beruhigenden und isolierenden Schlussakt setzen. Die Gewalt - so hofft man - kommt zum Stillstand.

Die Angst der Menschen vor dem Teufelskreis sich kettenreaktionsartig ausbreitender gewalttätiger Rache läßt sie zu dem letzten Mittel des Menschenopfers greifen. Der direkte Zugriff auf den verantwortlichen Gewalttäter würde die Kettenreaktion nur anfachen. So soll die Tötung eines neutralen Dritten, der nicht im Kreislauf aus Gewalt und Rache befangen ist, den beruhigenden und isolierenden Schlußakt setzen. Die Gewalt - so hoft [sic] man - kommt zum Stillstand.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Setzt Gjb/Fragment_001_104 fort.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[3.] Gjb/Fragment 042 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 08:29:28 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 1-28 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
3. Zur Funktion des Strafrichters

Das Strafrecht ist als schärfstes Mittel der Normverteidigung unvermeidlich in den gesellschaftlichen Prozess eingebunden. Auf dieser Weise steht auf der Spitze im Teilsystem sozialer Kontrolle. [sic]

Der Umgang mit Sanktionen - also die zentrale Aufgabe des Strafrechts - ist eine Grundfrage jeder Gemeinschaft. Ewige Maßstäbe und Wahrheiten gibt es und kann es für diesen Bereich nicht geben wenn wir nur den Alltag sehen: Wir sind im Laufe unseres Lebens situativ wechselnd, aber immer wiederkehrend einmal Täter und ein anderes Mal Opfer im Kontakt mit anderen Menschen. Jeder erfährt trotz aller Bemühungen und allen guten Willens laufend Verletzungen von anderen, wie auch er verletzt. Auf diese Herausforderung müssen wir als Gesellschaft reagieren.

Die Gesellschaft gibt viele Antworten: Strafe muss sein; Wie du mir so ich dir; usw. Unrecht darf sich nicht auszahlen. Freilich finden wir auch die konträre Position: Wenn sich das Übel der Tat schon nicht mehr aus der Welt schaffen lässt, so ist doch das bestmögliche Heilen der Wunden - die Regelung des Konflikts - der Weg zu einem Neuanfang und damit die Grundlage der Verhütung weiteren Übels.

Die Sicherung der primären Verhaltensnorm auf der Sanktionsebene ist von zentraler Bedeutung, weil jeder Konflikt sich sonst in einer endlosen Kettenreaktion fortsetzen würde, wenn die Sanktion hier nicht den absoluten Schlusspunkt setzen würde. Ein Normensystem hätte ohne Sanktionen keinen Bestand. Es enthält ein abrufbares Programm für den Ernstfall, das genügend Kraft besitzt, weiteren Verstößen entgegenzuwirken.118

Das Strafrecht ist bestimmt ein Musterbeispiel ausdifferenzierten Sanktionenrechts zur Sicherung primärer sozialer Verhaltensnormen.


118 POPITZ 1980, S. 49 ff.

Das Strafrecht ist als schärfstes Mittel der Normverteidigung unvermeidlich in den gesellschaftlichen Prozeß eingebunden.

Der Umgang mit Sanktionen - also die zentrale Aufgabe des Strafrechts - ist eine Grundfrage jeder Gemeinschaft. Ewige Maßstäbe und Wahrheiten gibt es und kann es für diesen Bereich nicht geben wenn wir nur den Alltag sehen: Wir sind im Laufe unseres Lebens situativ wechselnd, aber immer wiederkehrend einmal Täter und ein anderes Mal Opfer im Kontakt mit anderen Menschen. Jeder erfährt trotz aller Bemühungen und allen guten Willens laufend Verletzungen von anderen, wie auch er verletzt. Auf diese Herausforderung müssen wir als Gesellschaft reagieren.

[...]

Die Gesellschaft gibt viele Antworten: Strafe muß sein; Wie du mir so ich dir. Unrecht darf sich nicht auszahlen. Freilich finden wir auch die konträre Position: Wenn sich das Übel der Tat schon nicht mehr aus der Welt schaffen läßt, so ist doch das bestmögliche Heilen der Wunden - die Regelung des Konflikts - der Weg zu einem Neuanfang und damit die Grundlage der Verhütung weiteren Übels.

[...]

Die Sicherung der primären Verhaltensnorm auf der Sanktionsebene ist von zentraler Bedeutung, weil jeder Konflikt sich sonst in einer endlosen Kettenreaktion fortsetzen würde, wenn die Sanktion hier nicht den absoluten Schlußpunkt setzen würde. Ein Normensystem hätte ohne Sanktionen keinen Bestand. Es enthält ein abrufbares Programm für den Ernstfall, das genügend Kraft besitzt, weiteren Verstößen entgegenzuwirken.[5]

Das Strafrecht ist bestimmt ein Musterbeispiel ausdifferenzierten Sanktionenrechts zur Sicherung primärer sozialer Verhaltensnormen.


[1] Popitz, Die normative Konstruktion von Gesellschaft, 1980

[5] Popitz a.a.O. S. 49 f.

Anmerkungen

Wörtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[4.] Gjb/Fragment 043 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 08:32:04 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 1-24 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
Es ist aber- [sic] und diese Erkenntnis ist wichtiger - kein originäres Instrument der Verhaltenskontrolle, sondern existentieller Teil der “naturwüchsigen” Kontrolle menschlicher Gesellschaft. Es hat keine konstituierende Funktion, sondern übernimmt vorgefundene Aufgaben, die mit seinen noch genau zu bestimmenden besonderen Mitteln besser zu erledigen sind.

Die Suche nach besonderen Strafrechtsaufgaben hat sich also am gesamtgesellschaftlichen Kontrollsystem zu orientieren, von dem das Strafrecht einen Teil darstellt. Rössner zufolge, werden die folgendermaßen zusammengefasst:

a) Monopolisierung der Gewalt in der Sanktionsregelung

Die erste strafrechtseigene Aufgabe im Gesamtgefüge gesellschaftlicher und staatlicher Verhaltenskontrolle erschließt sich aus dem Brennpunkt straftrechtlichen Geschehens: Der Eliminierung privater Gewaltanwendung zwischen den Gesellschaftsmitgliedern.

„Die Bändigung des mit der menschlischen Physis notwendig verbundenen Gewaltpotentials war und ist zu allen Zeiten Dreh- und Angelpunkt gesellschaftlicher Zivilisationsprozesse. Es ist offenkundig, daß die Gewaltfrage mit der Geburt und Entwicklung der sozialen Kontrolle und vor allem ihrer exponierten Form - dem Strafrecht - eng verknüpft ist.“119

Der französische Kulturanthropologe René Girard 120 hat die evolutionistisch dem staatlichen Strafrecht zugetragene Aufgabe bei [der Gewalteindämmung materialreich analysiert und überzeugend dargestellt.]


119 RÖSSNER 1999, S. 212.

120 Siehe dazu Teil I §1.

Es ist aber- [sic] und diese Erkenntnis ist wichtiger - kein originäres Instrument der Verhaltenskontrolle, sondern existentieller Teil der “naturwüchsigen” Kontrolle menschlicher Gesellschaft. Es hat keine konstituierende Funktion, sondern übernimmt vorgefundene Aufgaben, die mit seinen noch genau zu bestimmenden besonderen Mitteln besser zu erledigen sind.

[...]

Die Suche nach besonderen Strafrechtsaufgaben hat sich also am gesamtgesellschaftlichen Kontrollsystem zu orientieren, von dem das Strafrecht einen Teil darstellt. [...]

1. Monopolisierung der Gewalt in der Sanktionsregelung

[...]

Die erste strafrechtseigene Aufgabe im Gesamtgefüge gesellschaftlicher und staatlicher Verhaltenskontrolle erschließt sich aus dem Brennpunkt straftrechtlichen Geschehens: Der Eliminierung privater Gewaltanwendung zwischen den Gesellschaftsmitgliedern. Die Bändigung des mit der menschlischen Physis notwendig verbundenen Gewaltpotentials war und ist zu allen Zeiten Dreh- und Angelpunkt gesellschaftlicher Zivilisationsprozesse. Es ist offenkundig, daß die Gewaltfrage mit der Geburt und Entwicklung der sozialen Kontrolle und vor allem ihrer exponierten Form - dem Strafrecht - eng verknüpft ist.

Der französische Kulturandropologe [sic] René Girard hat die evolutionistisch dem staatlichen Strafrecht zugetragene Aufgabe bei der Gewalteindämmung materialreich analysiert und überzeugend dargestellt.

Anmerkungen

Beinahe wörtlich. Für eine Übernahme im Copy/Paste-Modus spricht, dass in beiden Texten in der ersten Zeile der Bindestrich am "aber" klebt.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[5.] Gjb/Fragment 044 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 08:33:59 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 1-27 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
[Der französische Kulturanthropologe René Girard 120 hat die evolutionistisch dem staatlichen Strafrecht zugetragene Aufgabe bei ] der Gewalteindämmung materialreich analysiert und überzeugend dargestellt.

Im Laufe der Zeit und im Rahmen der sich evolutiv entwickelnden Zivilisation wird der Opferritus zur Isolierung und Mäßigung der Gewalt funktional äquivalent durch eine Strafjustiz abgelöst, die die Gewalt in ihrer außerordentlichen Sanktionsregelung monopolisiert und so zugleich isoliert. Die mächtige, zwingende und unabhängige Justiz befreit die Menschen aus dem schrecklichen Kreislauf der Gewalt.

„Die auf dem Gewaltmonopol beruhende Kraft und Autorität der Justiz reicht aus, den Täter, d. h. den Schuldigen, direkt anzugehen und die von ihm begangene Gewalttat zu isolieren. Es bedarf nicht mehr des Umwegs über ein neutrales Opfer. Eine starke und zentrale Justiz kann in der Gesellschaft Gewalt und Rache im Keim ersticken, ohne sie zu reizen oder gar zu vervielfachen. Die Monopolisierung der Gewalt in der Sanktionsregelung des Strafrechts ist damit zentrale Funktion und Aufgabe zivilisierter Vergesellschaftung.“121

Die Bedeutung dieser Aufgabe stellt sich heraus, wenn man in modernen systemtheoretischen Überlegungen zum Gewaltmonopol identische Strukturen aufspürt. Laut Luhmann122 ist die physische Gewalt stets reale Möglichkeit, in der Gemeinschaft die Interessen des Stärkeren durchzusetzen. Wenn man in einem Gesellschaftssystem physische Übergriffe reduzieren und Vertrauen in gewaltfreie Kommunikation mit anderen gewährleisten will, dann bleibt nur der Weg, die unabdingbar vorhandene körperliche Gewalt auf die Seite des Rechts zu ziehen.


121 RÖSSNER 1999, S. 212 ff.

122 LUHMANN 1972.

Der französische Kulturandropologe [sic] René Girard hat die evolutionistisch dem staatlichen Strafrecht zugetragene Aufgabe bei der Gewalteindämmung materialreich analysiert und überzeugend dargestellt. [...]

Im Laufe der Zeit und im Rahmen der sich evolutiv entwickelnden Zivilisation wird der Opferritus zur Isolierung und Mäßigung der Gewalt funktional äquivalent durch eine Strafjustiz abgelöst, die die Gewalt in ihrer außerordentlichen Sanktionsregelung monopolisiert und so zugleich isoliert. Die mächtige, zwingende und unabhängige Justiz befreit die Menschen aus dem schrecklichen Kreislauf der Gewalt. Die auf dem Gewaltmonopol beruhende Kraft und Autorität der Justiz reicht aus, den Täter, d. h. den Schuldigen, direkt anzugehen und die von ihm begangene Gewalttat zu isolieren. Es bedarf nicht mehr des Umwegs über ein neutrales Opfer. Eine starke und zentrale Justiz kann in der Gesellschaft Gewalt und Rache im Keim ersticken, ohne sie zu reizen oder gar zu vervielfachen. Die Monopolisierung der Gewalt in der Sanktionsregelung des Strafrechts ist damit zentrale Funktion und Aufgabe zivilisierter Vergesellschaftung.

Die Bedeutung dieser Aufgabe stellt sich heraus, wenn man in modernen systemtheoretischen Überlegungen zum Gewaltmonopol identische Strukturen aufspürt. Nach Luhmann[16] ist die physische Gewalt stets reale Möglichkeit, in der Gemeinschaft die Interessen des Stärkeren durchzusetzen. Wenn man in einem Gesellschaftssystem physische Übergriffe reduzieren und Vertrauen in gewaltfreie Kommunikation mit anderen gewährleisten will, dann bleibt nur der Weg, die unabdingbar vorhandene körperliche Gewalt auf die Seite des Rechts zu ziehen.


[16] Luhmann, Rechtssoziologie, 3. Aufl., 1987, S. 106 ff.

Anmerkungen

fast wörtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[6.] Gjb/Fragment 045 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 08:36:05 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 1-25 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
Auf dieser Weise, außerordentliche Gewaltfälle werden zu kontrollierten und isolierten Rechtsfällen. [sic] Wenn trotz der Bedingungen heutiger Massengesellschaften und trotz allgegenwärtiger Gewalt vieler [sic] Menschen in einer ganzen Reihe von modernen und entwickelten Staaten verhältnismäßig friedlich zusammenleben, so kann dies als nicht selbstverständliches Ergebnis rechtsstaatlich monopolisierter Gewalt in einer unangefochtenen strafrechtlichen Sanktionsregelung verstanden werden.123

Die Sanktionenregelung zur Eindämmung privater Gewalt - das ist in einem Rechtsstaat das staatliche Strafrecht - konkretisiert das Gewaltmonopol und ist deshalb unabdingbar in die Verwirklichung dieser Aufgabenstellung eingebunden. Das damit verknüpfte hohe Maß an Macht- und Eingriffsbefugnissen gegenüber Menschen kann keiner anderen Institution der sozialen Kontrolle überlassen werden. Hier liegt der Ausgangspunkt für alle weiteren Spezifika strafrechtlicher Verbrechenskontrolle und der hohen Verantwortlichkeit des Richters in der Gesellschaft.

b) Isolierung des Normbruchs durch die Sanktion

Die strafrechtliche Sanktion markiert den Schlußpunkt nach einem Normbruch. Ohne die isolierende Sanktion bestünde die Gefahr, daß sich das gesamte primäre Normensystem quasi von hinten her aufrollt.124

Es ist etwas erlaubt, was sonst verboten ist: Gegengewalt. Die Sanktion darf in einer außerordentlichen Situation etwas Außerordentliches tun, das sich der Normbrecher gefallen lassen muß.


123 Siehe RÖSSNER 1999, S. 213.

123 POPITZ 1980, S. 49; RÖSSNER a.a.O., S. 213 ff.

Außerordentliche Gewaltfälle werden zu kontrollierten und isolierten Rechtsfällen. Wenn trotz der Bedingungen heutiger Massengesellschaften und trotz allgegenwärtiger Gewalt viele Millionen von Menschen in einer ganzen Reihe von entwickelten Staaten verhältnismäßig friedlich zusammenleben, so kann dies als nicht selbstverständliches Ergebnis rechtsstaatlich monopolisierter Gewalt in einer unangefochtenen strafrechtlichen Sanktionsregelung verstanden werden.[17]

Die Sanktionenregelung zur Eindämmung privater Gewalt - das ist in einem Rechtsstaat das staatliche Strafrecht - konkretisiert das Gewaltmonopol und ist deshalb unabdingbar in die Verwirklichung dieser Aufgabenstellung eingebunden. Das damit verknüpfte hohe Maß an Macht- und Eingriffsbefugnissen gegenüber Menschen kann keiner anderen Institution der sozialen Kontrolle überlassen werden. Hier liegt der Ausgangspunkt für alle weiteren Spezifika strafrechtlicher Verbrechenskontrolle und der hohen Verantwortlichkeit des Richters in der Gesellschaft.

2. Isolierung des Normbruchs durch die Sanktion

Die strafrechtliche Sanktion markiert den Schlußpunkt nach einem Normbruch. Ohne die isolierende Sanktion bestünde die Gefahr, daß sich das gesamte primäre Normensystem quasi von hinten her aufrollt.[18]

Es ist etwas erlaubt, was sonst verboten ist: Gegengewalt. Die Sanktion darf in einer außerordentlichen Situation etwas Außerordentliches tun, das sich der Normbrecher gefallen lassen muß.


[17] Zur staatsrechtlichen Bedeutung des Gewaltmonopols s. Schmitt-Glaeser, Private Gewalt im Volkswillensbildungsprozeß, in Rolinskis/Eibl-Eibesfeldt (Hrsg.): Gewalt in unserer Gesellschaft, 1990

[18] Popitz a.a.O. (Fn 1), S. 49

Anmerkungen

Ansatzweise eigene Formulierung in der ersten Zeile. Ansonsten identisch.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[7.] Gjb/Fragment 046 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:39:47 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 1-24 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
Die StrafrichterInnen brauchen kein schlechtes Gewissen bei dieser zentralen Aufgabe zu haben.125

c) Verantwortungsfeststellung durch den Schuldspruch

Staatliche Gegengewalt, d. h. die ausnahmeweise Rechtfertigung des Verbotenen, muß sich ein Mensch nur gefallen lassen, wenn er für den Normbruch verantwortlich ist. Gegengewalt darf in einer freiheitlichen Ordnung nur angewendet werden, um (weiteres) Unrecht zu verhindern.126

Die Verantwortungsfeststellung auf der Basis der Schuld als Verbrechenselement hat in diesem Kontext große Schutzfunktion für das Individuum. Es handelt sich um den entscheidenden Antagonisten des notwendigen staatlichen Gewaltmonopol zugunsten des von einer Ausnahmesituation betroffenen Menschen. Das Individuum würde sonst zum Spielball staatlicher Gewalt und Interessen.

d) Opfergerechtigkeit und Opferschutz

Das Opfer ist bisher kein Thema strafrechtlicher Aufgaben. Als Strafrechtszweck ist jedoch dieser Aspekt aus folgenden Gründen unverzichtbar: Personenbezug im Rahmen der strafrechtlichen Kontrolle besteht nicht nur auf der Täterseite sondern auch beim Blick auf den durch die Straftat Verletzten.

Der Normbruch ist kein personenanonymes Handeln des Täters gegenüber einem Rechtsgut sondern zumindest bei den klassischen Individualrechtsgütern des Strafrechts haben wir es stets mit einem verletzten Menschen - in der Umgangssprache mit einem Opfer - zu [tun.]


125 RÖSSNER a.a.O., S. 213

126 AK-StGB-Schild vor § 13 Rz 37.

Die StrafrichterInnen brauchen kein schlechtes Gewissen bei dieser zentralen Aufgabe zu haben.

[...]

3. Verantwortungsfeststellung durch den Schuldspruch

Staatliche Gegengewalt, d. h. die ausnahmeweise Rechtfertigung des Verbotenen, muß sich ein Mensch nur gefallen lassen, wenn er für den Normbruch verantwortlich ist. Gegengewalt darf in einer freiheitlichen Ordnung nur angewendet werden, um (weiteres) Unrecht zu verhindern.[19] [...]

Die Verantwortungsfeststellung auf der Basis der Schuld als Verbrechenselement hat in diesem Kontext große Schutzfunktion für das Individuum. Es handelt sich um den entscheidenden Antagonisten des notwendigen staatlichen Gewaltmonopol zugunsten des von einer Ausnahmesituation betroffenen Menschen. Das Individuum würde sonst zum Spielball staatlicher Gewalt und Interessen.

[...]

4. Opfergerechtigkeit und Opferschutz

Das Opfer ist bisher kein Thema strafrechtlicher Aufgaben. Als Strafrechtszweck ist jedoch dieser Aspekt aus folgenden Gründen unverzichtbar: Personenbezug im Rahmen der strafrechtlichen Kontrolle besteht nicht nur auf der Täterseite sondern auch beim Blick auf den durch die Straftat Verletzten. Der Normbruch ist kein personenanonymes Handeln des Täters gegenüber einem Rechtsgut sondern zumindest bei den klassischen Individualrechtsgütern des Strafrechts haben wir es stets mit einem verletzten Menschen - in der Umgangssprache mit einem Opfer - zu tun.


[19] AK-StGB-Schild vor § 13 Rz 37

Anmerkungen

Wörtlich mit leichten Kürzungen.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[8.] Gjb/Fragment 047 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:41:18 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 1-24 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
[Der Normbruch ist kein personenanonymes Handeln des Täters gegenüber einem Rechtsgut sondern zumindest bei den klassischen Individualrechtsgütern des Strafrechts haben wir es stets mit einem verletzten Menschen - in der Umgangssprache mit einem Opfer - zu] tun. Dieses hat im Rahmen des gegen die Tat gerichteten Sanktionsakt einen Anspruch darauf, daß die erlittene und erlebte Verletzung festgestellt, sein Status anerkannt und es vor weiteren Verletzungen geschützt wird.

So ist es als zentrale Aufgabe des Strafrechts anzusehen, das Leid der Verbrechensopfer zu thematisieren, sie bei der Bewältigung der Tatfolgen psychisch und materiell zu unterstützen. Im Gesamtsystem der sozialen Kontrolle muß das Strafrecht sich als opferbezogene Strafrechtspflege begreifen. Opfergerechtigkeit und Opferschutz sind die wesentlichen Bezugspunkte. Das Opfer erfährt Gerechtigkeit, indem die Verantwortung des Täters für die Schädigung festgestellt und sowohl ideell als auch materiell wiedergutgemacht wird.127

e) Normbekräftigung und Verhaltensorientierung

Das Strafrecht generalisiert wichtige Teile der Verhaltensordnung und den Schutz elementarer Rechtsgüter128 auf höchster und damit sichtbarster Ebene. Wenn diese Verhaltensordnung durch Verstöße außer Kraft gesetzt wird, so hat die Sanktion die freiheits- und vertrauenssichernde Geltung der Norm wiederherzustellen.129

Die langfristige Wirkungsrichtung des Strafrechts hat nahe Bezüge zur allgemeinen Sozialisationsfunktion der Anbindung an elementare Wertprinzipien oder in der strafrechtlichen Diktion der Stärkung sozialethischer Handlungswerte.130


127 RÖSSNER 1999, S. 215.

128 AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 255.

129 RÖSSNER a.a.O., S. 215 ff.

130 AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 318 u. 334.

Der Normbruch ist kein personenanonymes Handeln des Täters gegenüber einem Rechtsgut sondern zumindest bei den klassischen Individualrechtsgütern des Strafrechts haben wir es stets mit einem verletzten Menschen - in der Umgangssprache mit einem Opfer - zu tun. Dieses hat im Rahmen des gegen die Tat gerichteten Sanktionsakt einen Anspruch darauf, daß die erlittene und erlebte Verletzung festgestellt, sein Status anerkannt und es vor weiteren Verletzungen geschützt wird. So ist es als zentrale Aufgabe des Strafrechts anzusehen, das Leid der Verbrechensopfer zu thematisieren, sie bei der Bewältigung der Tatfolgen psychisch und materiell zu unterstützen. Im Gesamtsystem der sozialen Kontrolle muß das Strafrecht sich als opferbezogene Strafrechtspflege begreifen.[21] Opfergerechtigkeit und Opferschutz sind die wesentlichen Bezugspunkte. Das Opfer erfährt Gerechtigkeit, indem die Verantwortung des Täters für die Schädigung festgestellt und sowohl ideell als auch materiell wiedergutgemacht wird.[22]

5. Normbekräftigung und Verhaltensorientierung

Das Strafrecht generalisiert wichtige Teile der Verhaltensordnung und den Schutz elementarer Rechtsgüter[24] auf höchster und damit sichtbarster Ebene. Wenn diese Verhaltensordnung durch Verstöße außer Kraft gesetzt wird, so hat die Sanktion die freiheits- und vertrauenssichernde Geltung der Norm wiederherzustellen.

[...]

Die langfristige Wirkungsrichtung des Strafrechts hat nahe Bezüge zur allgemeinen Sozialisationsfunktion der Anbindung an elementare Wertprinzipien oder in der strafrechtlichen Diktion der Stärkung sozialethischer Handlungswerte.[26]


[21] Im einzelnen m.w.N. AK-StPO-Rössner vor §§ 374-406h RZ 1 ff.; Rössner/Wulf, Opferbezogene Strafrechtspflege, 3. Aufl., Bonn 1987

[22] Rössner, Gerechtigkeit für Gewaltopfer durch Kriminalstrafe, Bewährungshilfe 1994, 18 ff.

[24] S. mit überzeugender Begründung AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 255

[26] AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 318 u. 334

Anmerkungen

Fast wörtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[9.] Gjb/Fragment 048 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:42:20 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 1-27 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
f) Rationale Konfliktverarbeitung durch Formalisierung

Eine das Gesamtsystem der sozialen Kontrolle integrierende Strafrechtstheorie ist bei der Kenntniserlangung von vornherein nicht auf das materielle Strafrecht beschränkt. Materielles und prozessuales Strafrecht bilden in diesem Gesamtrahmen eine Einheit.131 In diesem Gesamtspektrum schält sich eine weitere hochspezifische Aufgabe des Strafrechts sofort heraus. Die Kontrolle der ausgewählten schwersten und elementaren Rechtsverletzungen erfolgt formalisiert und verrechtlicht. Die Formalisierung ist die notwendige Folge der zuvor genannten Aufgaben der Gewaltmonopolisierung, der Isolierung, der Verantwortungsfeststellung, des Opferschutzes und der Normbekräftigung bei schwersten Verletzungen. Soziale Kontrolle in diesem Bereich mit den scharfen Mitteln des Strafrechts ist nur formalisiert möglich.132

Die Formalisierung wirkt der Gefahr entgegen, daß das Opfer in seiner ersten Emotion unberechenbar handelt, die Fassung verliert oder sich selbst vergißt und damit neue Gewaltakte heraufbeschwört. Formalisierung bringt doppelte Entlastung: Der Täter wird vor maßloser Rache des Opfers geschützt, das Opfer und die Gemeinschaft vor unabsehbaren, ihnen bei Abstand betrachtet selbst fremden Überreaktionen. Sie können darauf verzichten, weil ihnen die Instanzen der Strafrechtspflege die Bürde der Reaktion abnehmen. 133 Ihre unmittelbaren sozialen Interaktionen laufen vor dem beruhigenden Hintergrund, daß im Ernstfall die Notbremse gezogen werden kann.

Die Formalisierung erlangt weiter dadurch Bedeutung, dass sie sich als zu beachtendes Procedere zwischen Normbruch und Sanktion schiebt.


131 AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 338.

132 AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 310, in RÖSSNER 1999, S. 216.

133 POPITZ 1980, S. 55.

6. Rationale Konfliktverarbeitung durch Formalisierung

Eine das Gesamtsystem der sozialen Kontrolle integrierende Strafrechtstheorie ist bei der Kenntniserlangung von vornherein nicht auf das materielle Strafrecht beschränkt. Materielles und prozessuales Strafrecht bilden in diesem Gesamtrahmen eine Einheit[28]. In diesem Gesamtspektrum schält sich eine weitere hochspezifische Aufgabe des Strafrechts sofort heraus. Die Kontrolle der ausgewählten schwersten und elementaren Rechtsverletzungen erfolgt formalisiert und verrechtlicht. Die Formalisierung ist die notwendige Folge der zuvor genannten Aufgaben der Gewaltmonopolisierung, der Isolierung, der Verantwortungsfeststellung, des Opferschutzes und der Normbekräftigung bei schwersten Verletzungen. Soziale Kontrolle in diesem Bereich mit den scharfen Mitteln des Strafrechts ist nur formalisiert möglich.[29]

Die Formalisierung wirkt der Gefahr entgegen, daß das Opfer in seiner ersten Emotion unberechenbar handelt, die Fassung verliert oder sich selbst vergißt und damit neue Gewaltakte heraufbeschwört. Formalisierung bringt doppelte Entlastung: Der Täter wird vor maßloser Rache des Opfers geschützt, das Opfer und die Gemeinschaft vor unabsehbaren, ihnen bei Abstand betrachtet selbst fremden Überreaktionen. Sie können darauf verzichten, weil ihnen die Instanzen der Strafrechtspflege die Bürde der Reaktion abnehmen[32]. Ihre unmittelbaren sozialen Interaktionen laufen vor dem beruhigenden Hintergrund, daß im Ernstfall die Notbremse gezogen werden kann. Die Formalisierung erlangt weiter dadurch Bedeutung, daß sie sich als zu beachtendes Procedere zwischen Normbruch und Sanktion schiebt.


[28] So auch AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 338 und Bottke, Assoziationsprävention, 1995

[29] AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 310

[32] Popitz a.a.O. (Fn 1), S. 55

Anmerkungen

Fast wörtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[10.] Gjb/Fragment 049 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:44:04 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 1-29 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
g) Konstruktive Konfliktverarbeitung durch integrierende Sanktionen

Die Tat, als Schnittpunkt der Aufgaben des Strafrechts muß isoliert und formal verarbeitet werden. Die betroffenen Personen werden an dieser Stelle des sozialen Kontrollsystems nur in ihrem unmittelbaren Bezug zur Tat relevant: Der Täter bei der Verantwortungsfeststellung und das Opfer bei der tatorientierten Interessenwahrnehmung.134

„Das Strafrecht hat bei dieser Lage der Dinge die heikle Aufgabe, das selbst aufgestellte Differenzierungsgebot zwischen Tat und Täter in der Sanktion zur Geltung zu bringen. Das Verlangen ist anspruchsvoll, müssen doch die widerstreitenden Prinzipien des Tadel und der damit notwendig verbundenen Ausgrenzung mit der Forderung nach sozialer Integration in Einklang gebracht werden. Das strafrechtliche Sanktionsprogramm hat die praktische Konkordanz beider Ansprüche zu bewerkstelligen. Dieses Dilemma zwingt, sich von der traditionellen Strafauffassung, die sozialethischen Tadel mit der repressiven Übelszufügung unmittelbar verbindet, zu verabschieden. Gefragt sind stattdessen neue Wege der sozialkonstruktiven und selbstverantworteten Konfliktlösung im Rahmen strafrechtlicher Kontrolle. Anders als bei den traditionellen Strafen soll der neue Weg die durch den Tadel gesetzte Differenz zwischen Gemeinschaft und Täter nicht verstärken, sondern mit einem Angebot zur Reintegration abbauen. Die Kriminologie kann im Rahmen der empirisch fundierten Kontroll- und Bindungstheorien die Bedeutung dieses Vorgehens für eine tatorientierte Kriminalitätsprophylaxe belegen.“ 135


134 Siehe RÖSSNER 1999, S. 217.

135 RÖSSNER a.a.O., S. 217 ff.

7. Konstruktive Konfliktverarbeitung durch integrierendes Sanktionieren

Die Tat muß isoliert und formal verarbeitet werden. Die betroffenen Personen werden an dieser Stelle des sozialen Kontrollsystems nur in ihrem unmittelbaren Bezug zur Tat relevant: Der Täter bei der Verantwortungsfeststellung und das Opfer bei der tatorientierten Interessenwahrnehmung.

[...]

Das Strafrecht hat bei dieser Lage der Dinge die heikle Aufgabe, das selbst aufgestellte Differenzierungsgebot zwischen Tat und Täter in der Sanktion zur Geltung zu bringen. Das Verlangen ist anspruchsvoll, müssen doch die widerstreitenden Prinzipien des Tadel und der damit notwendig verbundenen Ausgrenzung mit der Forderung nach sozialer Integration in Einklang gebracht werden. Das strafrechtliche Sanktionsprogramm hat die praktische Konkordanz beider Ansprüche zu bewerkstelligen. Dieses Dilemma zwingt, sich von der traditionellen Strafauffassung, die sozialethischen Tadel mit der repressiven Übelszufügung unmittelbar verbindet[36], zu verabschieden. Gefragt sind stattdessen neue Wege der sozialkonstruktiven und selbstverantworteten Konfliktlösung im Rahmen strafrechtlicher Kontrolle.[37] Anders als bei den traditionellen Strafen soll der neue Weg die durch den Tadel gesetzte Differenz zwischen Gemeinschaft und Täter nicht verstärken, sondern mit einem Angebot zur Reintegration abbauen. Die Kriminologie kann im Rahmen der empirisch fundierten Kontroll- und Bindungstheorien die Bedeutung dieses Vorgehens für eine tatorientierte Kriminalitätsprophylaxe belegen.[38]


[36] Jescheck, Strafrecht AT, 4. Aufl., 1988, S. 58

[37] Rössner a.a.O. (Fn 37) und ders., Strafrechtsfolgen ohne Übelzufügung, NStZ 1992, 409 ff.

[38] s. die Literatur zu Fn 12

Anmerkungen

Fast wörtlich. Nach seitenlangen wörtlichen Übernahmen aus derselben einschließlich Aufbau, Struktur und Argumentation wird nun eine längere wörtliche Übernahme aus der Quelle als solche verdeutlicht. Dies ändert nichts an der Wertung der gesamten Seite im Zusammenhang mit den vorangegangenen Seiten als Strukturplagiat.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[11.] Gjb/Fragment 050 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:45:29 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 1-26 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Die kriminologische Theorie des “reintegrative shaming” stellt speziell auf die Bedeutung des Sanktionsprogramms bei der Kriminalitätsprophylaxe ab.136 Die drei zentralen Stützpfeiler dieser Theorie untermauern die zuvor aus der Strafrechtsdogmatik entwickelte strafrechtliche Aufgabe der konstruktiven Tatbewältigung. Danach hat das Sanktionsprogramm wie folgt [sic] wirken:

„Das Fehlverhalten muß klar abgegrenzt und mißbilligt werden; anschließend ist die Tat konstruktiv zu bewältigen, indem die Reaktion auf Selbstverantwortung und Integration in die Gemeinschaft zielt.“137

Von vornherein klar ist, daß Integration durch das Strafrecht der Gemeinschaft nicht verordnet werden kann, sondern nur prozeßfördernde Rahmenbedingungen zu schaffen sind. Wenn der eigenverantwortliche Normbruch Grundvoraussetzung jeder Strafbarkeit ist, so ist die autonome Verantwortungsübernahme bei der Konfliktbewältigung ein reziproker Aspekt bei der Sinngebung für die Strafe.

Sanktionen, die die Norm verdeutlichen, müssen nicht notwendig von außen kommen, sondern können auch durch den Normbrecher selbst gesetzt werden.

Im Sinne effektiver Sozialisation des Täters und des Normvertrauens der Gemeinschaft ist die Selbstkontrolle das anzustrebende Endziel im Strafrecht ebenso wie im Gesamtsystem der sozialen Kontrolle. Wenn der Normbrecher sich mit Steinen auf den Kopf schlägt, für einige Zeit ins Exil geht oder dem Opfer Genugtuung durch Wiedergutmachung widerfahren läßt, so ist dies die [vergleichsweise friedlichste Regelung des Sanktionenkonflikts bei gleichzeitiger Erfüllung strafrechtlicher Aufgaben.138]


136 RÖSSNER a.a.O., S. 218.

137 Braithwaite, “Crime, shame und reintegration”, 1989. In RÖSSNER 1999, S. 218.

[138 Siehe dazu POPITZ 1980, S. 55 ff.]

Die neue kriminologische Theorie des “reintegrative shaming” stellt speziell auf die Bedeutung des Sanktionsprogramms bei der Kriminalitätsprophylaxe ab. Die drei zentralen Stützpfeiler dieser Theorie untermauern die zuvor aus der Strafrechtsdogmatik entwickelte strafrechtliche Aufgabe der konstruktiven Tatbewältigung. Danach hat das Sanktionsprogramm wie folgt [sic] wirken[39]: Das Fehlverhalten muß klar abgegrenzt und mißbilligt werden; anschließend ist die Tat konstruktiv zu bewältigen, indem die Reaktion auf Selbstverantwortung und Integration in die Gemeinschaft zielt. Von vornherein klar ist, daß Integration durch das Strafrecht der Gemeinschaft nicht verordnet werden kann, sondern nur prozeßfördernde Rahmenbedingungen zu schaffen sind. Wenn der eigenverantwortliche Normbruch Grundvoraussetzung jeder Strafbarkeit ist, so ist die autonome Verantwortungsübernahme bei der Konfliktbewältigung ein reziproker Aspekt bei der Sinngebung für die Strafe[40]. Sanktionen, die die Norm verdeutlichen, müssen nicht notwendig von außen kommen, sondern können auch durch den Normbrecher selbst gesetzt werden. Im Sinne effektiver Sozialisation des Täters und des Normvertrauens der Gemeinschaft ist die Selbstkontrolle das anzustrebende Endziel im Strafrecht ebenso wie im Gesamtsystem der sozialen Kontrolle. Wenn der Normbrecher sich mit Steinen auf den Kopf schlägt, für einige Zeit ins Exil geht oder dem Opfer Genugtuung durch Wiedergutmachung widerfahren läßt, so ist dies die vergleichsweise friedlichste Regelung des Sanktionenkonflikts bei gleichzeitiger Erfüllung strafrechtlicher Aufgaben. [41]

[39] Braithwaite, Crime, shame und reintegration, 1989

[40] Rössner a.a.O. (Fn 37), S. 272 f.

[41] Popitz a.a.O. (Fn 1), S. 55 f.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Die Literaturquelle Braithwaite 1989 wird nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt. Für den Leser bleibt unklar, ob es ein wörtliches Zitat von Rössner oder Braithwaite (zitiert nach Rössner) sein soll.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02, Singulus

[12.] Gjb/Fragment 070 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:54:47 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 1-33 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
[Die Suche nach spezifisch strafrechtlichen Aufgaben unter Zugrundelegung des Gesamtgefüges der sozialen Kontrolle revidiert] die traditionelle und nur strafrechtsbezogene Straftheorie in wesentlichen Punkten. Die realitätsorientierte und unvoreingenommene Beurteilung lässt zum einen negativ erkennen, dass die omnipotenten Ansprüche der klassischen Strafzwecke von der Herstellung absoluter Gerechtigkeit bis zur Resozialisierung ideell überhöht sind. Die unmittelbare Verknüpfung dieser hochgesteckten Ziele mit dem Strafrecht, birgt die Gefahr, es als vermeintlich hochwirksames Mittel einsetzen. Dazu verführt die staatliche Verfügbarkeit ebenso wie die so demonstrierbare Stärke und Entschlossenheit zur Problemlösung. Andererseits wird die Gemeinschaft verleitet, an die Strafjustiz unerfüllbare Anforderungen zu stellen und vom Strafrecht die Lösung vieler Probleme zu erwarten.

In Wirklichkeit zeigt sich bei der Gesamtbetrachtung des sozialen Kontrollsystem die Begrenztheit der strafrechtlichen Mittel. Hier wurde insbesondere dargelegt, wie weit die strafrechtliche Sozialkontrolle vom zentralen Geschehen der Sozialisation und den hochwirksamen Mitteln entfernt ist.

Die strafrechtliche Aufgabe kann schon von den Mitteln her und dem Zwangsrahmen nur in der Defensive liegen. Dreh- und Angelpunkt ist die Konfliktbegrenzung durch Isolierung der schwer sozialschädlichen Tat mit dem Instrument eines rechtstaatlich gebundenen, aber mächtigen Gewaltmonopols. Die Isolierung der Straftat verlangt in unmittelbarer Konsequenz die Feststellung eines Verantwortlichen und die Konfrontation mit seinem Verhalten. Die Interessen des unterlegenen Opfers und sein Schutz sind die korrespondierende Seite des personenorientierten unmittelbaren Tatbezugs.

Die Aufgabe des Sanktionsprogramms besteht zunächst in der kontrafaktischen, die Gemeinschaftsinteressen wahrenden Normbekräftigung. Das emotional geladene Klima auf allen Seiten (Täter - Opfer - Gemeinschaft) und die Schwere des zwangsweisen Eingriffs erfordern ein formalisiertes Verfahren, das nur im Strafrecht gewährleistet ist. Die staatliche Gewalt wird im Recht gebändigt und ist [so klar als Limitierung des sozialen Kontrollsystems am eingriffsintensivsten Ende auszumachen.]

Die Suche nach spezifisch strafrechtlichen Aufgaben unter Zugrundelegung des Gesamtgefüges der sozialen Kontrolle revidiert die traditionelle und nur strafrechtsbezogene Straftheorie in wesentlichen Punkten. Die realitätsorientierte und unvoreingenommene Beurteilung läßt zum einen negativ erkennen, daß die omnipotenten Ansprüche der klassischen Strafzwecke von der Herstellung absoluter Gerechtigkeit bis zur Resozialisierung ideell überhöht sind. Die unmittelbare Verknüpfung dieser hochgesteckten Ziele mit dem Strafrecht, birgt die Gefahr, es als vermeintlich hochwirksames Mittel einsetzen. Dazu verführt die staatliche Verfügbarkeit ebenso wie die so demonstrierbare Stärke und Entschlossenheit zur Problemlösung. Andererseits wird die Gemeinschaft verleitet, an die Strafjustiz unerfüllbare Anforderungen zu stellen und vom Strafrecht die Lösung vieler Probleme zu erwarten.

In Wirklichkeit zeigt sich bei der Gesamtbetrachtung des sozialen Kontrollsystem die Begrenztheit der strafrechtlichen Mittel. Hier wurde insbesondere dargelegt, wie weit die strafrechtliche Sozialkontrolle vom zentralen Geschehen der Sozialisation und den hochwirksamen Mitteln entfernt ist.

Die strafrechtliche Aufgabe kann schon von den Mitteln her und dem Zwangsrahmen nur in der Defensive liegen. Dreh- und Angelpunkt ist die Konfliktbegrenzung durch Isolierung der schwer sozialschädlichen Tat mit dem Instrument eines rechtstaatlich gebundenen, aber mächtigen Gewaltmonopols. Die Isolierung der Straftat verlangt in unmittelbarer Konsequenz die Feststellung eines Verantwortlichen und die Konfrontation mit seinem Verhalten. Die Interessen des unterlegenen Opfers und sein Schutz sind die korrespondierende Seite des personenorientierten unmittelbaren Tatbezugs. Die Aufgabe des Sanktionsprogramms besteht zunächst in der kontrafaktischen, die Gemeinschaftsinteressen wahrenden Normbekräftigung. Das emotional geladene Klima auf allen Seiten (Täter - Opfer - Gemeinschaft) und die Schwere des zwangsweisen Eingriffs erfordern ein formalisiertes Verfahren, das nur im Strafrecht gewährleistet ist. Die staatliche Gewalt wird im Recht gebändigt und ist so klar als Limitierung des sozialen Kontrollsystems am eingriffsintensivsten Ende auszumachen.

Anmerkungen

Wörtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[13.] Gjb/Fragment 071 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-05 10:56:02 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, KomplettPlagiat, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 71, Zeilen: 1-30 (komplett)
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
[Die staatliche Gewalt wird im Recht gebändigt und ist] so klar als Limitierung des sozialen Kontrollsystems am eingriffsintensivsten Ende auszumachen. Nicht nur höchstmögliche Effektivität bei der Eleminierung kriminellen Verhaltens ist seine Aufgabe sondern zugleich - und wichtiger - die größtmögliche Limitierung der Mittel. Abwehrreaktionen, auf die das Strafrecht beschränkt ist, sind immer fragwürdig und daher zu reduzieren. Insbesondere geht es um die Beachtung des Subsidiaritätsgrundsatzes, d. h. die Frage, ob Alternativen im Gesamtsystem der sozialen Kontrolle humaner und ebenso wirksam sind.

Hier wird klar, daß gewaltgebundenes Strafrecht von rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen abhängig ist. Ohne diese besteht immer die Gefahr der Pervertierung staatlicher Gewalt. So konkretisiert sich der Grad der Humanität in formalisierten Verfahren, das entsprechende Prozeßgrundsätze aufstellt bei der Feststellung der Verantwortlichkeit des Täters und des Opferschutzes die Grundrechte beachtet und die Wirklichkeit über die Effektivität stellt. Das im Rahmen dieser Aufgabenstellung konsequente Sanktionsprogramm liegt nicht in Übelszufügung und Stigmatisierung, sondern weist in Richtung freiwilliger Verantwortungsübernahme und Reintegration. Die Wiedergutmachung ist ein probates Mittel der autonomen Wiederherstellung des Rechtsfriedens nach einer Straftat.

Die aus dem Gesamtsystem sozialer Kontrolle gewonnene Aufgabenbeschreibung des strafrechtlichen Teilsystems mag sich relativ bescheiden ausnehmen. Mit der Selbstbeschränkung wächst aber gleichlaufend die Legitimation dieses Instruments. Drei lebensnotwendige Grundpositionen des Rechtsstaats sind im strafrechtlichen Teil des sozialen Kontrollsystems aufgehoben:

Ausschluß körperlicher Gewalt durch Individuen untereinander
Formalisierung und Minimierung staatlicher Gewalt
Freiräume der Konfliktregelung und des Aushandelns.
Die staatliche Gewalt wird im Recht gebändigt und ist so klar als Limitierung des sozialen Kontrollsystems am eingriffsintensivsten Ende auszumachen. Nicht nur höchstmögliche Effektivität bei der Eleminierung kriminellen Verhaltens ist seine Aufgabe sondern zugleich - und wichtiger - die größtmögliche Limitierung der Mittel. Abwehrreaktionen, auf die das Strafrecht beschränkt ist, sind immer fragwürdig und daher zu reduzieren. Insbesondere geht es um die Beachtung des Subsidiaritätsgrundsatzes, d. h. die Frage, ob Alternativen im Gesamtsystem der sozialen Kontrolle humaner und ebenso wirksam sind. Hier wird klar, daß gewaltgebundenes Strafrecht von rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen abhängig ist. Ohne diese besteht immer die Gefahr der Pervertierung staatlicher Gewalt. So konkretisiert sich der Grad der Humanität in formalisierten Verfahren, das entsprechende Prozeßgrundsätze aufstellt bei der Feststellung der Verantwortlichkeit des Täters und des Opferschutzes die Grundrechte beachtet und die Wirklichkeit über die Effektivität stellt. Das im Rahmen dieser Aufgabenstellung konsequente Sanktionsprogramm liegt nicht in Übelszufügung und Stigmatisierung, sondern weist in Richtung freiwilliger Verantwortungsübernahme und Reintegration. Die Wiedergutmachung ist ein probates Mittel der autonomen Wiederherstellung des Rechtsfriedens nach einer Straftat.

Die aus dem Gesamtsystem sozialer Kontrolle gewonnene Aufgabenbeschreibung des strafrechtlichen Teilsystems mag sich relativ bescheiden ausnehmen. Mit der Selbstbeschränkung wächst aber gleichlaufend die Legitimation dieses Instruments. Drei lebensnotwendige Grundpositionen des Rechtsstaats sind im strafrechtlichen Teil des sozialen Kontrollsystems aufgehoben:

- Ausschluß körperlicher Gewalt durch Individuen untereinander

- Formalisierung und Minimierung staatlicher Gewalt

- Freiräume der Konfliktregelung und des Aushandelns.

Anmerkungen

wörtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

[14.] Gjb/Fragment 087 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-04 12:01:34 Guckar
Fragment, Gesichtet, Gjb, Rössner 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 87, Zeilen: 8-14
Quelle: Rössner 1997
Seite(n): 1, Zeilen: Internetquelle
Zusammenfassend, das rechtsstaatliche Strafrecht ist ein wesentliches Mittel zur Limitierung der naturwüchsigen sozialen Kontrolle. 210 Sein Wesen ist nicht Übelszufügung zur Aufrechterhaltung eines abstrakten Gerechtigkeitsanspruchs, sondern es ist zu verstehen und zu definieren als ein Teilsystem der sozialen Kontrolle, dessen Ziel die kontrollierte Wiederherstellung des gestörten und die Sicherung des künftigen Friedens nach einer Straftat ist.

210 AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 318 ff.

Das rechtsstaatliche Strafrecht ist damit ein wesentliches Mittel zur Limitierung der naturwüchsigen sozialen Kontrolle[46]. Sein Wesen ist nicht Übelszufügung zur Aufrechterhaltung eines abstrakten Gerechtigkeitsanspruchs, sondern es ist zu verstehen und zu definieren als ein Teilsystem der sozialen Kontrolle, dessen Ziel die kontrollierte Wiederherstellung des gestörten und die Sicherung des künftigen Friedens nach einer Straftat ist.

[46] AK-StGB-Hassemer vor § 1 Rz 318 ff.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Singulus

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki