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Quelle:Is/Bauer 2006

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Karl-Oswald Bauer
Titel    Arbeitsfeld Professionelles Selbst
Jahr    2006
URL    https://web.archive.org/web/20050505152336/http://www.karl-oswald-bauer.de/Arbeitsfeld02.htm

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Is/Fragment 111 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:22:33 Hindemith
Bauer 2006, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 111, Zeilen: 8-30
Quelle: Bauer 2006
Seite(n): online, Zeilen: 0
Das „professionelle Selbst“ wurde von Karl-Oswald Bauer geprägt. Der Begriff „professionelles Selbst“ erscheint in der Alltagssprache nicht; auch in der Wissenschaftssprache ist er wenig gebräuchlich. In einer ersten Annäherung ist damit Folgendes gemeint: Das professionelle Selbst ist der im Beruf sichtbar werdende und für berufliches Handeln relevante Teil der Person eines Menschen. Das professionelle Selbst ist das organisierende Zentrum, von dem aus Kompetenzen, Ziele und Handlungsrepertoires so miteinander verknüpft werden, dass ein konsistentes Bild einer verantwortlich handelnden professionellen Persönlichkeit entsteht.

Der Begriff „professionelles Selbst“ entstand im Laufe eines mehrjährigen Forschungsprojektes, in dem Karl-Oswald Bauer versucht hat, herauszufinden, was den Kern pädagogischer Professionalität ausmacht. Dabei stellte er fest, dass es nicht genügt, Kompetenzen und Einstellungen übereinander zu häufen, um ein realistisches Bild einer professionellen und engagierten Lehrperson zu zeichnen. Es fehlt dann das, was in der Alltagssprache als Lehrerpersönlichkeit bezeichnet wird. Der Begriff der Persönlichkeit war ihm jedoch zu unscharf und zu sehr mit Nebenbedeutungen belastet. Oft werde darunter etwas vollkommen Statisches verstanden; und die Konzepte der Differentiellen Psychologie seien zu sehr an allgemeinen Eigenschaften orientiert, um das Spezifische einer pädagogisch orientierten Person zu erfassen. Außerdem sei pädagogisches Handeln an bestimmte Werte und Zielvorstellungen gebunden, die offenbar zum Kern dessen gehören, was Professionalität ausmacht. Und schließlich gehöre zum professionellen Handeln in Abgrenzung zum bloß beruflichen Handeln außer dem Bezug zu ei-[ner besonderen Ethik auch der Bezug zur empirischen Wissenschaft.]

Das "professionelle Selbst" ist eines meiner vier Hauptarbeitsfelder. Den Begriff "professionelles Selbst" gibt es in der Alltagssprache nicht; und auch in der Wissenschaftssprache ist er noch wenig gebräuchlich. In einer ersten Annäherung ist damit folgendes gemeint: Das professionelle Selbst ist der im Beruf sichtbar werdende und für berufliches Handeln relevante Teil der Person eines Menschen. Das professionelle Selbst ist das organisierende Zentrum, von dem aus Kompetenzen, Ziele und Handlungsrepertoires so miteinander verknüpft werden, dass ein konsistentes Bild einer verantwortlich handelnden professionellen Persönlichkeit entsteht.

Der Begriff "professionelles Selbst" entstand im Laufe eines mehrjährigen Forschungsprojektes, in dem ich versucht habe herauszufinden, was den Kern pädagogischer Professionalität ausmacht. Dabei wurde mir klar, dass es nicht genügt, Kompetenzen und Einstellungen übereinander zu häufen, um ein realistisches Bild einer professionellen und engagierten Lehrperson zu zeichnen. Es fehlt dann das, was in der Alltagssprache als Lehrerpersönlichkeit bezeichnet wird. Der Begriff der Persönlichkeit ist mir jedoch zu unscharf und zu sehr mit Nebenbedeutungen belastet. Oft wird darunter etwas vollkommen Statisches verstanden; und die Konzepte der Differentiellen Psychologie sind zu sehr an allgemeinen Eigenschaften orientiert, um das Spezifische einer pädagogisch orientierten Person zu erfassen. Außerdem ist pädagogisches Handeln an bestimmte Werte und Zielvorstellungen gebunden, die offenbar zum Kern dessen gehören, was Professionalität ausmacht. Und schließlich gehört zum professionellen Handeln in Abgrenzung zum bloß beruflichen Handeln außer dem Bezug zu einer besonderen Ethik auch der Bezug zur empirischen Wissenschaft.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar auf S. 112 in Fn. 177 (recht unspezifisch) genannt, die größtenteils wörtliche Übernahme ist daraus aber nicht erkennbar. Vielmehr legt die Formulierung nahe, dass die Verf.in zum Leser über Bauer spricht. Gegen Ende wird allerdings immerhin die indirekte Rede verwendet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Is/Fragment 112 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:22:41 Hindemith
Bauer 2006, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 1-34
Quelle: Bauer 2006
Seite(n): online, Zeilen: 0
Professionelle beriefen sich nicht allein auf ihre Erfahrung, sondern auch auf wissenschaftliche Theorien und Forschungsergebnisse. Allerdings würden sie sich oft auch auf ihre Intuition verlassen und seien in der Lage, Forschungsbefunde zu relativieren, das heißt, die Methoden- und Standpunktabhängigkeit wissenschaftlicher Konstrukte zu erkennen.177

Körper, Stimme und Bewegung werden in beruflichen Anforderungssituationen mehr oder weniger professionell ins Spiel gebracht; mit Emotionen gehen Professionelle in der pädagogischen Interaktion anders - gezielter, gebremster, kontrollierter - um als in außerberuflichen Alltagssituationen. Sichtbar und spürbar wird das professionelle Selbst zum Beispiel bei Verzögerungs- und Distanzphänomenen, die verhindern, dass professionelle Akteure ungebremst ihre Affekte ausleben oder sich zu rasch in diffuse Interaktionen verstricken. Auch Abgrenzungen und Selbstüberprüfungen gehören zur Entwicklung des „professionellen Selbst“. Dabei gilt es der Vermischung von „beruflich“ und „privat“ ebenso zu begegnen wie eigenen Größenphantasien, die sich vor allem dann einstellen, wenn Profis zu wenige Erfahrungen mit den eigenen Grenzen machen.

Im Unterschied zu Qualifikationen, die man vermitteln oder geradezu produzieren kann, lässt sich ein professionelles Selbst nicht von außen erzeugen. Das professionelle Selbst bringt sich selbst hervor - durch seine eigene Praxis und durch die Interaktion mit Menschen, die für seine Genese relevant sind. In seiner Praxis versucht der Professionelle seine Unvollkommenheit zu überwinden, zwar vergebens, aber doch mit dem Erfolg, nach und nach besser zu werden. Ein professionelles Selbst entsteht dadurch, dass ein Entwurf des eigenen Selbst in der Praxis erprobt und immer wieder neu gefasst wird. Unterstützung von außen ist dabei wichtig, genügt aber nicht. Feedback, Reflexion, Beratung und Supervision sind Prozesse und Faktoren, welche die Genese des professionellen Selbst fördern. Diese Faktoren wirken aber nicht ohne aktives Zutun des Subjekts, das aus sich einen professionellen Pädagogen (Berater, Therapeuten, Klärungshelfer...) macht.

Das professionelle Selbst verfügt über eine begrenzte Zahl von Basiskompetenzen und eine wertende Instanz, die es ermöglicht, pädagogisch orientiert Entscheidungen zu treffen. Die Basiskompetenzen sind im HandlungsVollzug miteinander vernetzt, so dass sehr komplexe Handlungsmuster möglich werden.


177 http://www.karl-oswald-bauer.de/ letzter Zugriff 15.11.2005.

Professionelle berufen sich nicht allein auf ihre Erfahrung, sondern auch auf wissenschaftliche Theorien und Forschungsergebnisse. Allerdings verlassen sie sich oft auch auf ihre Intuition und sind in der Lage, Forschungsbefunde zu relativieren, das heißt, die Methoden- und Standpunktabhängigkeit wissenschaftlicher Konstrukte zu erkennen.

[...]

Körper, Stimme und Bewegung werden ja in beruflichen Anforderungssituationen mehr oder weniger professionell ins Spiel gebracht; und mit Emotionen gehen Professionelle in der pädagogischen Interaktion anders - eben: gezielter, gebremster, kontrollierter - um als in außerberuflichen Alltagssituationen. Sichtbar und spürbar wird das professionelle Selbst zum Beispiel bei Verzögerungs- und Distanzphänomenen, die verhindern, dass professionelle Akteure ungebremst ihre Affekte ausleben oder sich zu rasch in diffuse Interaktionen verstricken. Auch Abgrenzungen und Selbstüberprüfungen gehören zur Entwicklung des professionellen Selbst. Dabei gilt es der Vermischung von "beruflich" und "privat" ebenso zu begegnen wie eigenen Größenphantasien, die sich vor allem dann einstellen, wenn Profis zu wenig Erfahrungen mit den eigenen Grenzen machen.

Wie entsteht ein professionelles Selbst? Im Unterschied zu Qualifikationen, die man vermitteln oder geradezu produzieren kann, lässt sich ein professionelles Selbst nicht von außen erzeugen. Das professionelle Selbst bringt sich selbst hervor - durch seine eigene Praxis und durch die Interaktion mit Menschen, die für seine Genese relevant sind. In seiner Praxis versucht der Professionelle seine Unvollkommenheit zu überwinden, zwar vergebens, aber doch mit dem Erfolg, nach und nach besser zu werden. Ein professionelles Selbst entsteht dadurch, dass ein Entwurf des eigenen Selbst in der Praxis erprobt und immer wieder neu gefasst wird. Unterstützung von außen ist dabei wichtig, genügt aber nicht. Feedback, Reflexion, Beratung und Supervision sind Prozesse und Faktoren, welche die Genese des professionellen Selbst fördern. Diese Faktoren wirken aber nicht ohne aktives Zutun des Subjekts, das aus sich einen professionellen Pädagogen (Berater, Therapeuten, Klärungshelfer...) macht.

Das professionelle Selbst verfügt über eine begrenzte Zahl von Basiskompetenzen und eine wertende Instanz, die es ermöglicht, pädagogisch orientiert Entscheidungen zu treffen. Die Basiskompetenzen sind im Handlungsvollzug miteinander vernetzt, so dass sehr komplexe Handlungsmuster möglich werden.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 177 genannt. Die Übernahme setzt sich auch danach wörtlich, aber ungekennzeichnet fort.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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