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Quelle:Is/Cloer 2003

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Ernst Cloer
Titel    Der Lehrer als “bedeutungsvoller Anderer"; die Lehrerin als “bedeutungsvolle Andere"
Sammlung    in: Interdisziplinäres Zentrum für Lern- und Lehrforschung der Universität Potsdam. LLF - Berichte Nr. 14. September 1996
Jahr    1996
Seiten    58-76
URL    https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/files/427/CLOERDER.pdf

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Is/Fragment 074 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:22:48 Hindemith
BauernOpfer, Cloer 2003, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 74, Zeilen: 11 ff.
Quelle: Cloer 2003
Seite(n): online, Zeilen: 0
Versucht man, die Bemühungen in der westdeutschen Erziehungswissenschaft seit 1945 bezüglich einer Theorie des Lehrers und Erziehers zu periodisieren, so lassen sich wenigstens drei unterschiedliche Fragerichtungen unterscheiden99:

1. Ansätze in der Denktradition des Geistes der wissenschaftlichen Pädagogik

Diese haben sich um die Entfaltung von so genannten Tugendkatalogen bemüht. Darin wird das Bild vom guten, vom idealen Lehrer entworfen: betont werden Selbstlosigkeit, Freundlichkeit, Geduld, Gerechtigkeit, reine Liebe zum „Unmündigen“. Auch Nohls100 Explikation des pädagogischen Bezugsverhältnisses ist hier einzuordnen: die Betonung der Verantwortung des Erwachsenen als leidenschaftliches Bemühen um das Werden des Menschen, die Orientierung auf die Individuallage des Kindes, Vertrauen als die unaufgebbare Basis des pädagogischen Bezuges, seine Nichterzwingbarkeit und die Vorläufigkeit des pädagogischen Verhältnisses, in dem der Zögling bei aller „Hingabe an seinen Erzieher“ doch zugleich immer von „Selbstbewahrung und Widerstand“ geprägt ist.

2. Ansätze im Paradigma der empirischen und der kritischen Erziehungswissenschaft

Sie haben sich vielen derjenigen Aspekte zugewandt, die die Geisteswissenschaftliche Pädagogik vernachlässigt hatte. Sie haben die konkrete Berufssituation des Lehrers, die Funktionen und Aufgaben des Berufs (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren), die Sprache, den Erziehungsstil sowie die [Einstellungen von Lehrern (ihr Gesellschaftsbild, Politikverständnis, ihre Innovationsbereitschaft) analysiert; sie haben die Störfaktoren des Lehrerberufs (Beamtenstatus, Schule im bürokratischen System, familiäre Desintegration vieler Schüler) und schließlich auch die Konfliktfelder der Lehrerrolle (abweichende und widersprüchliche Erwartungen der Bezugsgruppen Schüler, Eltern, Kollegen, Schulverwaltungsbeamte) sorgfältig zu beschreiben und zu erhellen versucht.]


99 Cloer, Ernst. 1996. S. 58 - 76.

l00 Nohl, Hermann. 1949.

Versucht man, die Bemühungen in der westdeutschen Erziehungswissenschaft seit 1945 bezüglich einer Theorie des Lehrers und Erziehers zu periodisieren, so lassen sich wenigstens drei unterschiedliche Fragerichtungen unterscheiden:

1. Ansätze in der Denktradition der Geistes wissenschaftlichen [sic] Pädagogik. Diese haben sich um die Entfaltung von sog. Tugendkatalogen bemüht. Darin wird das Bild vom guten, vom idealen Lehrer entworfen: betont werden Selbstlosigkeit, Freundlichkeit, Geduld, Gerechtigkeit, reine Liebe zum “Unmündigen". Auch Nohls Explikation des pädagogischen Bezugsverhältnisses wird man im weiteren hier einzuordnen haben: die Betonung der Verantwortung des Erwachsenen als leidenschaftliches Bemühen um das Werden des Menschen, die Orientierung auf die Individuallage des Kindes, Vertrauen als die unaufgebbare Basis des pädagogischen Bezuges, seine Nichterzwingbarkeit und die Vorläufigkeit des pädagogischen Verhältnisses, in dem der Zögling bei aller “Hingabe an seinen Erzieher" doch zugleich immer “Selbstbewahrung und Widerstand" leben will. [...]

2. Ansätze im Paradigma der empirischen und der kritischen Erziehungswissenschaft: Sie haben sich vielen derjenigen Aspekte zugewandt, die die Geisteswissenschaftliche Pädagogik vernachlässigt hatte. Sie haben die konkrete Berufssituation des Lehrers analysiert, haben die Funktionen und Aufgaben des Berufs (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren), die Sprache, den Erziehungsstil sowie die Einstellungen von Lehrern (ihr Gesellschaftsbild, Politikverständnis, ihre lnnovationsbereitschaft), sie haben die Störfaktoren des Lehrerberufs (Beamtenstatus, Schule im bürokratischen System, familiale Desintegration vieler Schüler), sie haben schließlich auch die Konfliktfelder der Lehrerrolle (abweichende und widersprüchliche Erwartungen der Bezugsgruppen Schüler, Eltern, Kollegen, Schulverwaltungsbeamte) sorgfältig zu beschreiben und zu erhellen versucht.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar in Fn. 99 genannt, Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme gehen daraus aber nicht hervor.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Is/Fragment 075 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:22:54 Hindemith
BauernOpfer, Cloer 2003, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 1-28
Quelle: Cloer 2003
Seite(n): online, Zeilen: 0
[Sie haben die konkrete Berufssituation des Lehrers, die Funktionen und Aufgaben des Berufs (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren), die Sprache, den Erziehungsstil sowie die] Einstellungen von Lehrern (ihr Gesellschaftsbild, Politikverständnis, ihre Innovationsbereitschaft) analysiert; sie haben die Störfaktoren des Lehrerberufs (Beamtenstatus, Schule im bürokratischen System, familiäre Desintegration vieler Schüler) und schließlich auch die Konfliktfelder der Lehrerrolle (abweichende und widersprüchliche Erwartungen der Bezugsgruppen Schüler, Eltern, Kollegen, Schulverwaltungsbeamte) sorgfältig zu beschreiben und zu erhellen versucht. Das war und bleibt verdienstvoll. Lagen die Grenzen der Reflexionsansätze in der Denktradition der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik in der Ausblendung der makro-sozialen sowie der institutionell-bürokratischen Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, so haben sich die Analysen der empirischen und zu Teilen auch der kritischen Erziehungswissenschaft häufig ganz auf die Beschreibung der Rahmenbedingungen der Lehrerrolle konzentriert und dabei die eben wichtige mikro-soziale Ebene der interpersonalen Beziehungen unaufgeklärt gelassen.

3. Die jüngste Entwicklung der späten 1980er und der 90er Jahre fällt nach allgemeiner Einschätzung hinter das vormals erreichte Reflexionsniveau zurück. Diese Periode ist gekennzeichnet durch eine einseitige Untersuchung der Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, und sie hat - flankiert durch die Sensationsmedien - Horror-Szenarien entworfen. Buch- und Aufsatztitel thematisieren häufig das so genannte „Burnout-Syndrom“, die „Berufsunzufriedenheit“, die „belastenden Unterrichtssituationen“, die „hilflosen Helfer“, die „Schul- und Erziehungsnot in Deutschland“, die „Intensivstation Klassenzimmer“ 101 u. a.

Solche Titel führen oft in unbeabsichtigter Weise zu weiterem Ansehensverlust der Lehrer anstatt Empathie mit den Angehörigen des Lehrerberufs zu bewirken. Die Verallgemeinerung mancher Ausnahmebedingungen in solchen Horror- Szenarien konstruieren eher eine Wirklichkeit, die darüber hinaus Studierende der Lehrämter in unnötiger Weise ängstigen, wenn nicht gar vorzeitig resignieren lassen könnten.


101 Titel bibliographiert bei Spanhel. Dieter/Hüber, Heinz-Georg. 1995. S 225 - 235.

Sie haben die konkrete Berufssituation des Lehrers analysiert, haben die Funktionen und Aufgaben des Berufs (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren), die Sprache, den Erziehungsstil sowie die Einstellungen von Lehrern (ihr Gesellschaftsbild, Politikverständnis, ihre Innovationsbereitschaft), sie haben die Störfaktoren des Lehrerberufs (Beamtenstatus, Schule im bürokratischen System, familiale Desintegration vieler Schüler), sie haben schließlich auch die Konfliktfelder der Lehrerrolle (abweichende und widersprüchliche Erwartungen der Bezugsgruppen Schüler, Eltern, Kollegen, Schulverwaltungsbeamte) sorgfältig zu beschreiben und zu erhellen versucht. Das war und bleibt verdienstvoll. Lagen die Grenzen der Reflexionsansätze in der Denktradition der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik in der Ausblendung der makro-sozialen sowie der institutionell-bürokratischen Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, so haben sich die Analysen der empirischen und zu Teilen auch der kritischen Erziehungswissenschaft häufig ganz auf die Beschreibung der Rahmenbedingungen der Lehrerrolle konzentriert und dabei die eben wichtige mikro-soziale Ebene der interpersonalen Beziehungen unaufgeklärt gelassen.

3. Die jüngste Entwicklung der späten 1980er und der 90er Jahre fällt hinter das vormals erreichte Reflexionsniveau zurück. Diese Periode ist gekennzeichnet durch eine einseitige Untersuchung der Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, und sie hat - durch die Sensationsmedien flankiert - Horror-Szenarien entworfen. Buch- und Aufsatztitel thematisieren zuhauf das sog. “Burnout-Syndrom", die “Berufsunzufriedenheit", die “belastenden Unterrichtssituationen", die “hilflosen Helfer", die “Schul- und Erziehungsnot in Deutschland", die “lntensivstation Klassenzimmer" (alle Titel sind bibliographiert bei: Spanhel/Hüber 1995, S.225 -235). [...] Ich vermute aber erstens, daß solche Titel und eine von manchen Lehrern in diesem Kontext entwickelte Larmoyanz in der Öffentlichkeit eher das Gegenteil vom angestrebten Ziel bewirkt haben, keine wachsende Empathie mit den Angehörigen des Lehrerberufs, sondern einen weiteren Ansehensverlust. Und ich vermute zweitens, daß diese Fokussierung auf Ausnahmebedingungen und ihre Verallgemeinerung in solchen Horror-Szenarien eher eine Wirklichkeit konstruiert haben als sie abzubilden und darüber hinaus Studierende der Lehrämter in unnötiger Weise ängstigen, wenn nicht gar vorzeitig resignieren lassen könnten.

Anmerkungen

Die Übernahme lässt sich aus Fn. 99 auf S. 74 erahnen, Umfang und Wörtlichkeit aber nicht.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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