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Quelle:Is/Fend 2006

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Helmut Fend
Titel    Neue Theorie der Schule. Einführung in das Verstehen von Bildungssystemen
Ort    Wiesbaden
Verlag    VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage
Ausgabe    1. Auflage
Datum    Januar 2006
Seiten    204
ISBN    353114717X
URL    https://books.google.de/books?id=5p06YPoTi_gC

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    8


Fragmente der Quelle:
[1.] Is/Fragment 016 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:23:27 Hindemith
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 16-36
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 128, 130, 131, Zeilen: 128: 8 ff.; 130: 28 ff.; 131: 9-13
Hat das System Schule das Lernen der Schüler nur zu organisieren oder weitgehend zu ermöglichen, d. h. eine Umwelt zu schaffen, die dem Schüler einen Erwerb von Wissen und Können ermöglicht, über das er noch nicht verfügt?

Jedes System stellt sich für das andere als Umwelt dar und zur Verfügung. Was das andere System daraus macht, ist nicht in der vollen Verfügung des einen Systems. Bildung und Erziehung sind keine direkt vermittelbaren Handlungstheorien, sondern Angebote für die Selbstentwicklung des anderen. Lehrkräfte haben es mit Bewusstseinssystemen zu tun (Schüler), die eigenen autopoietischen und selbstreferentiellen Systembesonderheiten folgen.

Pädagogisches Handeln bedeutet in der Systemtheorie eine strukturelle Koppelung autopoietischer Systeme: das eigene System ist die Umwelt für das andere. Sind Systeme in einer solchen Weise miteinander verbunden, dass das Verhalten des einen Systems systematisch zu neuen Strukturbildungen im anderen führt, spricht man von Lernen und Entwicklung. Diese Situation ist im Verhältnis von Lehrenden und Lernenden konstitutiv. Die Lehrkraft muss für Schüler eine Lernumwelt schaffen, die es ihnen ermöglicht, im Rahmen ihres operativ geschlossenen Bewusstseinssystems neue Bewusstseinsinhalte aufzunehmen und zu neuen Bewusstseinsstrukturen zu verarbeiten. Damit dies möglich ist, muss die Lehrperson ein Bild vom Schüler haben; der Schüler muss „im Bewusstsein“ der Lehrkraft präsent sein. Je genauer die Lehrkraft über den Lernstand eines Schülers Bescheid weiß, je akkurater der Schüler im Bewusstsein der Lehrkraft [präsent ist, umso anschlussfähiger ist der Lehrer, wenn er dem Schüler neue Lernmöglichkeiten bereit stellt.]

Sie können sogar in einer solchen Weise miteinander verbunden sein, dass das Verhalten des einen Systems systematisch zu neuen Strukturbildungen im anderen führt, also strukturell gekoppelt ist und zu dem führt, was wir an der Oberfläche Lernen und Entwicklung nennen.

Diese Situation ist im Verhältnis von Lehrenden und Lernenden konstitutiv. Die Lehrkraft muss für Schüler und Schülerinnen eine Lernumwelt schaffen, die es ihnen ermöglicht, im Rahmen ihres operativ geschlossenen Bewusstseinssystems neue Bewusstseinsinhalte aufzunehmen und zu neuen Bewusstseinsstrukturen zu verarbeiten. Damit dies möglich ist, muss die Lehrperson ein Bild vom Schüler bzw. der Schülerin haben, er bzw. sie muss „im Bewusstsein der Lehrperson präsent sein“. Je genauer die Lehrkraft z.B. über den Lernstand eines Schülers bzw. einer Schülerin Bescheid weiß, je akurater also der Schüler bzw. die Schülerin im Bewusstsein der Lehrkraft „präsent“ ist, umso „anschlussfähiger“ ist sie, wenn sie dem Schüler bzw. der Schülerin neue Lernmöglichkeiten bereit stellt.

[Seite 130:]

Jedes System stellt sich für das andere als Umwelt dar und zur Verfügung. Was das andere System daraus macht, ist nicht in der vollen Verfügung des einen Systems. Hier wird auf Umwegen eine alte pädagogische Vorstellung wirksam: Erziehung ist keine direkte, kausal vermittelte Handlungstechnologie, sondern ein Angebot für die Selbstentwicklung des anderen.

[Seite 131:]

Die Absicht zu erziehen ist aber vor allem an jenen Handlungen ablesbar, in denen z.B. Lehrpersonen eine Umwelt schaffen, die einen Erwerb von Wissen und Können ermöglicht, über das Schülerinnen und Schüler noch nicht verfügen. Im sozialen System der Schule ist dies institutionell verankert.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Is/Fragment 451 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-08 21:42:31 Schumann
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 451, Zeilen: 24-32
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 126 f., 129, Zeilen: 126:39-43; 127:1.6-10; 129: 15 ff.
Das System Schule ist eine komplexe Organisation, in der viele System- Umwelt-Verschachtelungen zu beobachten sind, die jeweils auf einer anderen Ebene bearbeitet werden müssen.

Analysiert man das Handeln von Personen in sozialen Systemen, kann man nicht von der naiven Annahme ausgehen, dass ein einfaches Ziel-Mittel-Schema genügt. Auch in Bildungsinstitutionen sind mehrere Systeme miteinander verbunden, die jeweils ihre eigenen Strukturen haben.

Autopoiesis und Selbstorganisation heben hervor, dass jedes System für sich steht und angesichts einer Umwelt seinen eigenen Bestand sichern muss. Dabei wählt es aus der Umwelt jene Probleme aus, die für die eigene Bestandssicherung und Entwicklung relevant sind. Es ist also aktiv mit Störungen beschäftigt und an der eigenen Selbstreproduktion interessiert.

[Seite 126:]

Wir können, wenn wir das Handeln von Personen in sozialen Systemen analysieren wollen, nach der Systemtheorie nicht von der naiven Annahme ausgehen, dass ein einfaches Ziel-Mittel-Schema genügt und wir etwa in Bildungsinstitutionen geradlinig das erreichen können, was wir wollen. Hier sind mehrere Systeme miteinander verbunden, die jeweils ihre eigenen Strukturen haben.

[Seite 127:]

- Autopoiesis und Selbstorganisation, [...]

[...] Jedes System steht für sich und muss angesichts einer Umwelt ihren eigenen Bestand sichern (Selbstorganisation). Dabei wählt es aus der Umwelt jene Probleme aus, die für die eigene Bestandssicherung und Entwicklung relevant sind. Es ist also aktiv mit Störungen beschäftigt und an der eigenen Selbstreproduktion interessiert. Dabei entwickelt es eigene Strukturen und stabilisiert sich selber. Dies nennt Luhmann Autopoiesis.

[Seite 129:]

Das System Schule kann somit als komplexe Organisation betrachtet werden, in der viele System-Umwelt-Verschachtelungen zu beobachten sind, die jeweils auf einer anderen Ebene bearbeitet werden müssen.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[3.] Is/Fragment 452 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-09 18:14:56 Schumann
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 452, Zeilen: 1-9, 9-12, 14-24
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 127, 130, Zeilen: 127: 16 f., 24-27, 31-33; 130: 28 ff., 40 ff.; 132: 30-32; 135: 22 ff.
[Betrachtet man das soziale] System Lehrer-Schüler so ist sowohl das System Schüler als auch das System Lehrer eigenaktiv und an der Erhaltung der eigenen Strukturen interessiert.466 Selbstreferenz und Reflexivität bedeuten, dass personale und soziale Systeme sich dadurch auszeichnen, dass sie zu Beobachtungen über sich selber fähig sind und Theorien über das eigene Handeln entwickeln können. So z. B. entwickelt ein Lehrer immer differenziertere Hypothesen, wie er richtig in seiner Koppelung mit dem System Schüler agieren und reagieren kann. Über die Beobachtung der Selbstreferenz der Schüler steigert sich die Bezugsfähigkeit des Systems Lehrer. [...] Der Lernende (und nicht nur die Schüler sondern auch die Lehrer) übersetzt die Umwelt in seine selbstreferentiell organisierten Formen der Selbstentwicklung. Er bleibt somit ,Produzent der eigenen Entwicklung’.

[...]

Mit diesem Wissen ist einerseits eine Entlastung für die Lehrenden verbunden, aber damit darf nicht die Vorstellung gekoppelt werden, Erziehung und Unterricht sei ein Zufallsgeschehen. Jedes System stellt sich für das andere als Umwelt zur Verfügung. Was das andere System daraus macht, ist nicht in der vollen Verfügung des einen Systems. Erziehung ist keine direkte, kausal vermittelte Handlungstechnologie, sondern ein Angebot für die Selbstentwicklung des anderen. Die Angebotseite der Bildungsseite kann nicht beinhalten, die Eigendynamik der Nutzungsseite auszuschalten und damit die volle Verantwortung für die Ergebnisse des Bildungsprozesses zu übernehmen. Die Verantwortung liegt angesichts unhintergehbarer Autopoiesis und Eigenintentionalität auch auf der Nutzungsseite.


466 Vgl. u. a. Reformen „top down“ and „bottom-up“ in Kapitel 5.9 Erste Schritte in der prozesshaften Umsetzung des Bildungsplans 2004 in Baden-Württemberg.

[Seite 127]

Sowohl das System Mutter, als auch das System Kind sind eigenaktiv und an der Erhaltung der eigenen Strukturen interessiert. [...]

Personale und soziale Systeme zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie zu Beobachtungen über sich selber, zu Selbstreflexivität fähig sind und Theorien über das eigene Handeln entwickeln können. Die Mutter beginnt immer differenziertere Hypothesen darüber zu entwickeln, wie sie richtig reagieren kann. [...] Über Beobachtungen der jeweiligen Selbstreferenzen anderer steigert sich die Bezugsfähigkeit der sozialen Systeme.

[Seite 130]

Jedes System stellt sich für das andere als Umwelt dar und zur Verfügung. Was das andere System daraus macht, ist nicht in der vollen Verfügung des einen Systems. Hier wird auf Umwegen eine alte pädagogische Vorstellung wirksam: Erziehung ist keine direkte, kausal vermittelte Handlungstechnologie, sondern ein Angebot für die Selbstentwicklung des anderen. [...] Die Angebotsseite des Bildungsprozesses kann nicht beinhalten, die Eigendynamik der Nutzungsseite auszuschalten und damit die volle Verantwortung für die Ergebnisse des Bildungsprozesses zu übernehmen. Die Verantwortung liegt angesichts unhintergehbarer Autopoiesis und Eigenintentionalität auch auf der Nutzungsseite.

[Seite 132]

Der Lernende übersetzt diese Umwelt in seine selbstreferentiell organisierten Formen der Selbstentwicklung (Autopoiesis), er bleibt somit Produzent der eigenen Entwicklung

[Seite 135]

Damit ist einerseits eine Entlastung für die Erziehenden und Lehrenden verbunden, da sie sich von unangemessenen Instrumentalitätserwartungen lösen können.Es könnte damit aber auch die Vorstellung gekoppelt sein, Erziehung und Unterricht sei ein Zufallsgeschehen, das sich jeder Systematik entzieht.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Offensichtlicher Abschreibfehler: "Die Angebotseite der Bildungsseite ..."

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[4.] Is/Fragment 453 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-08 21:56:02 Schumann
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 453, Zeilen: 5-8, 13-22, 28-30
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 137, 147, 149, Zeilen: 137: 30 ff.; 147: 24 ff.; 149: 21 ff.
Doch Bildungssysteme sind nicht verständlich, wenn man sie als bloße Summe individuellen Handelns versteht. Das Handeln einzelner Akteure in Schulen ist miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Jede Lehrperson ist Teil eines größeren Ganzen.469

[...]

Auf die Schule übertragen würde dies bedeuten, dass dasjenige, was man die „Struktur des Bildungswesens“ nennen könnte, nicht einfach durch Aggregation der Einzelhandlungen der Lehrperson dargestellt werden kann. Eine gute Schule besteht nicht nur in der Summe guten Handelns von Lehrkräften. Diese problematische Position ist bei Reformvorschlägen im Anschluss an die problematischen Schulleistungen, die die Pisa-Studien für Deutschland dokumentiert haben, nicht selten zu finden. Gelänge es, durch entsprechendes Training von Lehrern den Unterricht zu verbessern, dann müssten auch die Leistungsergebnisse besser werden. Das Handeln des institutionellen Akteurs Bildungswesen470 ist hier die Summe des Handelns einzelner Lehrkräfte.

[...]

Institutionelle Regelungen sind mehr als individuelle Handlungen und die Summe von individuellen Handlungen allein macht noch keine Institution aus.471


469 Vgl. Heterogenität der Lehrer als Chance in Kapitel 6.3 Mythos von der Gleichheit der Lehrer.

470 Vgl. Weber, Max (zitiert nach Fend, Helmut. 2006. S.155ff.)

470 [sic] S. u. a. Fortbildungskonzepte für Lehrerkollegien in Kapitel 5.4.

Bildungssysteme sind nicht verständlich, wenn man sie als bloße Summe individuellen Handelns versteht. Das Handeln einzelner Akteure in Schulen ist miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Jede Lehrperson ist Teil eines „größeren Ganzen“.

[Seite 147:]

Auf die Schule übertragen würde dies bedeuten, dass dasjenige, was man die „Struktur des Bildungswesens“ nennen könnte, durch die Aggregation der Einzelhandlungen der Lehrpersonen dargestellt werden kann. Eine gute Schule bestünde dann in der Summe guten Handelns von Lehrkräften. Diese Position ist nicht selten zu finden, so auch bei Reformvorschlägen im Anschluss an die problematischen Schulleistungen, die die Pisa-Studien für Deutschland dokumentiert haben (Baumert, 2001). Gelänge es, durch entsprechendes Training von Lehrpersonen den Unterricht zu verbessern, dann müssten auch die Leistungsergebnisse besser werden. Das Handeln des institutionellen Akteurs Bildungswesen ist hier die Summe des Handelns einzelner Lehrkräfte.

[Seite 149:]

Institutionelle Regelungen sind mehr als individuelle Handlungen und die Summe von individuellen Handlungen allein macht noch keine Gesellschaft bzw. noch keine Institution aus.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Is/Fragment 454 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-08 22:06:20 Schumann
BauernOpfer, Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 454, Zeilen: 9-25
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 142, 144, 150, Zeilen: 142: 38 ff.; 144: 1 ff.; 150: 29 ff.
Der Homo Sociologicus vollzieht die institutionellen Strukturen, indem er sie zu Normen des eigenen Handelns macht, die er im Prozess der Sozialisation internalisiert. Er kann sie aber auch als äußerlich empfinden und nur aufgrund von befürchteten Sanktionen oder erwünschten Belohnungen normgerecht handeln.

Das Gegenmodell dazu ist der Homo Oeconomicus, der nicht handelt, weil er muss oder beim Wunsch von Sanktionsvermeidung nicht anders kann, sondern weil er will.

In der handlungsorientierten Theorie der Schule wird vom Bildungswesen als „institutionellem Akteur“ 472 gesprochen. Institutionelle Akteure repräsentieren das Insgesamt des Gesellschaftshandelns im Rahmen einer umschriebenen sozialen Ordnung - hier des Bildungswesens. Dieses Gesellschaftshandeln ist so reguliert, dass es auf eine Gesamtwirkung ausgerichtet ist. Das normativ geleitete Zusammenhandeln der Akteure ist aufeinander abgestimmt, um diese Gesamtwirkung zu erreichen.473 Die Ziele des institutionellen Akteurs werden nur dadurch erreicht, dass sie von individuellen Akteuren angestrebt werden. Wirkungen sozialer Gebilde werden über individuelle Handlungen vermittelt.


472 Max Weber wies darauf hin, dass wir bei verschiedenen sozialen Gebilden so reden, als handeln hier individuelle Personen: der Staat, das Bildungssystem, die Versicherung usw. Zitiert nach Fend, Helmut, a. a. O.

473 Vgl. Fend, Helmut. 2006. S. 142.

In diesem Sinne wird in der handlungsorientierten Theorie der Schule vom Bildungswesen als „institutionellem Akteur“ gesprochen. Institutionelle Akteure repräsentieren das Insgesamt des Gesellschaftshandelns im Rahmen einer umschriebenen sozialen Ordnung – hier z.B. des Bildungswesens. Dieses Gesellschaftshandeln ist so reguliert, dass es auf eine Gesamtwirkung ausgerichtet ist. Das normativ geleitete Zusammenhandeln der Akteure ist aufeinander abgestimmt, um diese Gesamtwirkung zu erreichen.

[Seite 144:]

Die Ziele des institutionellen Akteurs werden bei einer strikten Zentrierung auf Individuen als einzigen Trägern von Absichten nur dadurch erreicht, dass diese von individuellen Akteuren angestrebt werden. Wirkungen sozialer Gebilde werden ebenfalls über solche individuellen Handlungen vermittelt.

[Seite 150:]

Der Homo Sociologicus „vollzieht“ die institutionellen Strukturen, indem er sie zu Normen des eigenen Handelns macht, die er im Prozess der Sozialisation internalisiert. Er kann sie aber auch als äußerlich empfinden und nur aufgrund von befürchteten Sanktionen oder erwünschten Belohnungen normgerecht handeln.

as wichtigste Gegenmodell dazu ist der Homo Oeconomicus (Kirchgässner, 1991), der nicht handelt, weil er muss (Normverpflichtung) oder beim Wunsch der Sanktionsvermeidung nicht anders kann, sondern weil er will, weil er z.B. unter verfügbaren Alternativen jene wählt, die das beste Verhältnis von Nutzen und Kosten repräsentiert (Rational-Choice-Modell).

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 473 genannt (wobei die dortige Seitenangabe nur eine von drei rezipierten Seiten abdeckt), doch beibt die Wörtlichkeit der Übernahme ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[6.] Is/Fragment 455 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-08 21:46:24 Schumann
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 455, Zeilen: 1-7
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 134, 135, Zeilen: 134:38-41; 135:2-6
Die Wissenschaft darf bei den Reformbemühungen nicht von einem über das System erarbeiteten Wissen ausgehen, in welchem das Wissen der Akteure im System gar nicht vorkommt oder nur abgewertet wird. Das (pädagogische) Wissen im System (von Lehrern, Eltern, Schülern) muss ernst genommen und systematisiert werden. Die Gestaltungschancen und Gestaltungsgrenzen schulischer Wirklichkeit müssen die Selbstreferentialität des Systems bzw. der Subsysteme berücksichtigen und das handlungsleitende Wissen im System nutzen. [Seite 134]

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen dürfen also bei Gestaltungs- und Reformbemühungen nicht von einem über das System erarbeiteten Wissen ausgehen, in welchem das Wissen der Akteure im System gar nicht vorkommt oder nur abgewertet wird. Das (pädagogische) Wissen im System (von Lehrern, Eltern, Schülern) muss ernst genommen und systematisiert werden.

[Seite 135]

Sie eröffnen ein neues Verständnis von Gestaltungschancen und Gestaltungsgrenzen schulischer Wirklichkeiten, das die Selbstreferentialität des jeweiligen Systems zu berücksichtigen hat, also nicht über das handlungsleitende „Wissen im System“ hinweggehen kann.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[7.] Is/Fragment 455 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-26 21:15:58 Graf Isolan
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 455, Zeilen: 14-16
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 162, Zeilen: 30-32
In freiheitlich konzipierten Institutionen bedeutet rationales Verhalten Eigenständigkeit und Eigeninitiative entwickeln und nicht wie in autoritär konzipierten „sich ducken“ und „nicht auffallen“. In freiheitlich konzipierten Institutionen bedeutet „rationales“ Verhalten Eigenständigkeit und Eigeninitiative entwickeln, in autoritär konzipierten „sich ducken“ und „nicht auffallen“.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[8.] Is/Fragment 455 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-26 21:13:03 Graf Isolan
Fend 2006, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 455, Zeilen: 17-20
Quelle: Fend 2006
Seite(n): 163, Zeilen: 3-6
Institutionen wie Bildungssysteme werden nicht nur von offiziell festgelegten Regelungen bewegt. Die in ihnen handelnden Akteure sind nicht nur an den offiziellen Zielen und ihrer Erreichung ausgerichtet. Was offiziell angestrebt wird, ist oft erstaunlich unwirksam. Institutionen wie Bildungssysteme werden aber nicht nur von offiziell festgelegte [sic] Regelungen bewegt. Die in ihnen handelnden Akteure sind auch nicht nur ausschließlich an den offiziellen Zielen und ihrer Erreichung ausgerichtet. Was offiziell angestrebt wird, ist oft erstaunlich unwirksam.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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