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Quelle:Is/Gudjons 2003

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Herbert Gudjons
Titel    Didaktik zum Anfassen. Lehrer/in-Persönlichkeit und lebendiger Unterricht
Verlag    Verlag Julius Klinkhardt
Ausgabe    3. Auflage
Jahr    2003

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    5


Fragmente der Quelle:
[1.] Is/Fragment 106 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:48:16 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gudjons 2003, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 17-30
Quelle: Gudjons 2003
Seite(n): 11, Zeilen: 15 ff.
Die Frage an den Lehrer, wer er denn eigentlich als Person sei, ist ebenso alt wie provokativ. Die Kunst ihrer Ausblendung hat indes ebenso ihre Tradition. Kein gestandener Pädagoge möchte sich schon von dem Philanthropen Christian Gotthilf Salzmann160 provokativ und kritisch hinterfragen lassen, der 1806 im „Ameisenbüchlein“ behauptete: „Von allen Untugenden seiner Schüler muss der Erzieher den Grund in sich selber suchen.“ Sich darauf einzulassen, ist mühsam, Widerstand regt sich, Schuldgefühl steigt auf - wird aber gleich wieder heruntergedrückt durch unser in der „Umstände-Theorie“ bewährtes Abwehrkostüm: die Umstände (von den zerrütteten Familien bis zu überhöhtem Fernsehkonsum u. a. m.) sind zur Erklärung der „Untugenden“ heranzuziehen.161

Selbst bei Lernproblemen von Schülern werden neben den schülerbezogenen und schulorganisatorischen eben auch die „lehrerpersönlichkeitsbedingten“ Aspekte diskutiert.


160 Salzmann, Christian Gotthilf. 1964. S. 13.

Die Frage an den Lehrer und die Lehrerin, wer er/sie denn eigentlich als Person sei, ist ebenso alt wie provokativ. Die Kunst ihrer Ausblendung hat indes ebenso ihre Tradition. Kein Wunder: Welcher gestandene Pädagoge möchte sich schon von dem Philanthropen Ch. J. Salzmann provokativ und kritisch hinterfragen lassen, der 1806 im „Ameisenbüchlein“ behauptete: „Von allen Untugenden seiner Schüler muß der Erzieher den Grund in sich selber suchen.“ - Sich darauf einzulassen, ist mühsam, Widerstand regt sich, Schuldgefühl steigt auf - wird aber gleich wieder heruntergedrückt durch unser in der „Umstände-Theorie“ bewährtes Abwehrkostüm: Doch nicht ich, nein, die Umstände (von den zerrütteten Familien bis zu überhöhten [sic] Fernsehkonsum u.a.m.) sind zur Erklärung der „Untugenden“ heranzuziehen.

[...] Selbst bei Lernproblemen von Schülern und Schülerinnen werden neben den schülerbezogenen und schulorganisatorischen eben auch die "lehrerpersönlichkeitsbedingten“ Aspekte diskutiert.2


1 Alle Zitate aus der Zeitschrift Gesamtschulkontakte, H. 1 (1982), S. 5

2 Ebenda, S. 2

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 161 (wenn auch ohne Seitenangabe) genannt, die Wörtlichkeit und der Umfang der Übernahme gehen daraus aber nicht hervor.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Is/Fragment 107 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:48:22 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gudjons 2003, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 1-4
Quelle: Gudjons 2003
Seite(n): 11, 12, Zeilen: 11 unten, 12: 1-2
[„Jedenfalls ist das kein Verrat des bildungspolitischen Ver-]änderungsanspruchs objektiver Bedingungen an die subjektive Innerlichkeit der Lehrer/inpersönlichkeit. Eher ein Wiederentdecken des ,subjektiven Faktors’, ohne den alle Veränderungsversuche in der Schullandschaft zu kalter Sozialtechnologie verkommen.“162

162 Ebd. [= Gudjons, Herbert. 2003]

Jedenfalls ist das kein Verrat des bildungspolitischen Veränderungsanspruchs objektiver Bedingungen an die subjektive Innerlichkeit der Lehrer/inpersönlichkeit. Eher ein Wiederent-

[Seite 12]

decken des „subjektiven Faktors“, ohne den alle Veränderungsversuche in der Schullandschaft zu kalter Sozialtechnologie verkommen.

Anmerkungen

Das Zitat folgt unmittelbar auf eine Übernahme (siehe Fragment 106 17), deren Wörtlichkeit ungekennzeichnet bleibt, aus der gleichen Quelle, und schließt diese ab.

Isoliert betrachtet ist dieses Zitat korrekt durch Anführungszeichen und Fußnote (wenn auch dort ohne Seitenangabe) als solches ausgewiesen. Im Kontext mit dem anderen Fragment zeigt allerdings sein Charakter als Bauernopfer.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[3.] Is/Fragment 113 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:48:29 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gudjons 2003, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 113, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gudjons 2003
Seite(n): 12, 13, Zeilen: 12: 23 ff.; 13: 5 ff.
[Hinter dem beobachtbaren und messbaren Verhalten liegt bei jedem Lehrenden die individuell - einzigartige innerseelische Organisiertheit von relativer Stabili-]tät, Strukturen der Persönlichkeit, die als charakteristische Reaktionen auf Situationen zum Ausdruck kommen. Diese Strukturen überhaupt erst einmal kennen zu lernen, wahrzunehmen und anzunehmen, ist Basis jeder Veränderung des Selbst.

Fritz Riemann178 entwickelte folgende Grundstrukturen der Persönlichkeit (im Folgenden nach Gudjons179 auf Lehrer bearbeitet):

Jede Persönlichkeit ist geprägt von Grundtendenzen, z. B. dem Bedürfnis nach Distanz, das vor Abhängigkeit und Einverleibtwerden schützt, andererseits aber - polar gegenüber - auch vom Grundbedürfnis nach Nähe, das vor Isolierung und Ungeborgtheit bewahren soll. Weitere Grundtendenzen sind Neigung zu System, Ordnung, Dauer als Schutz der Unsicherheit, Vergänglichkeit oder Chaos; schließlich wiederum als Gegenpol dazu die Sehnsucht nach Freiheit/Spontaneität als Gegengewicht zur einengenden Endgültigkeit, zur Unfreiheit, zum Zwang der bitteren Notwendigkeit. In einem Koordinationskreuz gedacht, ergänzen und widersprechen sich jeweils zwei dieser Grundimpulse: auf der Senkrechten oben die Distanztendenz, unten die Nähetendenz, auf der Waagerechten links die Ordnungs- und rechts die Freiheitstendenz.

[Abbildung]

Grundtendenzen bzw. -elemente der menschlichen Persönlichkeit180


178 Riemann, Fritz. 1977 (Zu den pathologischen Dimensionen vgl. besonders Winkel, Rainer. 1980).

179 Eine gewisse Problematik in der Verwendung der Riemannschen Begriffe liegt darin, dass die in der Tiefenpsychologie verwendeten Termini vor allem für die Kennzeichnung von Krankheitserscheinungen dienen und dort Bedeutung gewonnen haben.

180 Nach Gudjons, Herbert. 2003.

Hinter dem beobachtbaren und meßbaren Verhalten liegt bei jedem Lehrenden die individuell-einzigartige innerseelische Organisiertheit von relativer Stabilität, Strukturen der Persönlichkeit, „die als charakteristische Reaktionen auf Situationen zum Ausdruck kommen“ (Pervin, S. 12). Diese Strukturen überhaupt erst einmal kennenzulernen, wahrzunehmen und anzunehmen, ist Basis jeder Veränderung des Selbst.

[Seite 13]

Jede Persönlichkeit ist geprägt von Grundtendenzen, z. B. dem Bedürfnis nach Distanz das vor Abhängigkeit und Einverleibtwerden schützt, andererseits aber - polar gegenüber - auch vom Grundbedürfnis nach Nähe, das vor Isolierung und Ungeborgtheit bewahren soll. Weitere Grundtendenzen sind Neigung zu System, Ordnung, Dauer als Schutz der Unsicherheit, Vergänglichkeit oder Chaos; schließlich wiederum als Gegenpol dazu die Sehnsucht nach Freiheit/Spontaneität als Gegengewicht zur einengenden Endgültigkeit, zur Unfreiheit, zum Zwang der bitteren Notwendigkeit. In einem Koordinationskreuz gedacht, ergänzen und widersprechen sich jeweils zwei dieser Grundimpulse: auf der Senkrechten oben die Distanztendenz, unten die Nähetendenz, auf der Waagerechten links die Ordnungs- und rechts die Freiheitstendenz.

[Abbildung]

Abb. 1: Grundtendenzen der Persönlichkeit

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 180 (wenn auch ohne Seitenangabe) für die Abbildung referenziert. Daraus läßt sich aber nicht entnehmen, dass auch der umgebende Text weitgehend wörtlich übernommen worden ist.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[4.] Is/Fragment 114 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:48:40 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gudjons 2003, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 17-37
Quelle: Gudjons 2003
Seite(n): 13, 14, 19, 20, Zeilen: 13: letzte Zeilen; 14: 1 ff. ; 19: 28 ff.; 20: 1 ff.
Herbert Gudjons verwendet diese Begriffe absichtlich anstelle der von Riemann benutzten (schizoid, depressiv, zwanghaft und hysterisch), weil sie alltagsnäher sind und nicht etwas Krankhaftes suggerieren. Auch versteht er darunter nicht „Typen“ von Menschen, sondern vier Grundtendenzen, die in unterschiedlicher Ausprägung in jedem Menschen vorhanden sind. Er vergleicht sie mit Speichen an einem Rad: derjenige ist am ausgeglichensten, bei dem die Speichen etwa gleich lang sind. Umgekehrt wirkt eine Persönlichkeit umso weniger integriert, je verschiedener die Speichen sind.

In der Unterschiedlichkeit der Ausprägung einzelner Tendenzen hat sich m. E. ein starker Wandel vollzogen. Beherrschten früher die Distanz- und Ordnungstendenz die Szene, so haben wir es heute verstärkt mit ihren Gegenpolen zu tun: Heute herrscht bei vielen Lehrern eine ausgeprägte Nähe-Tendenz vor - mit allen ihren Vorteilen für die Verbesserung der Beziehungen in der Schule, aber auch mit allen Risiken, wenn man das eigene (kindliche) Nähebedürfnis, die unbewusste Angst vor dem Ich-Werden, vor der (immer auch ein Stück Einsamkeit bringenden) Individuation vorschnell und ohne sich selbst genauer zu kennen ausgibt als sozial-integrativen Umgangsstil. Liebe zu Kindern aus unbewusster Ich-Schwäche meint letztlich nicht das Kind, sondern ist ein Stück Eigentherapie. Riemann behauptet von solchen Menschen, „dass sie fühlen, vor einer der großen Forderungen des Lebens auszuweichen, indem sie nicht voll erwachsen werden wollen“.181


181 Riemann, Fritz. 1977. S. 97.

Ich verwende diese Begriffe absichtlich anstelle der von Riemann benutzten (schizoid, depressiv, zwanghaft und hysterisch), weil sie alltagsnäher sind und nicht etwas Krankhaftes suggerieren. Auch verstehe ich darunter nicht „Typen“ von

[Seite 14:]

Menschen, sondern vier Grundtendenzen, die in unterschiedlicher Ausprägung in jedem Menschen vorhanden sind. Vergleicht man sie mit Speichen an einem Rad, so leuchtet ein, daß derjenige am ausgeglichensten ist, bei dem die Speichen etwa gleich lang sind. Umgekehrt wirkt eine Persönlichkeit um so weniger integriert, je verschiedener die Speichen sind.

[Seite 19:]

In der Unterschiedlichkeit der Ausprägung einzelner Tendenzen hat sich m. E. ein starker Wandel vollzogen. Beherrschten früher die Distanz- und Ordnungstendenz die Szene, so haben wir es heute verstärkt mit ihren Gegenpolen zu tun: Nach meiner Vermutung herrscht heute bei vielen Lehrer/innen eine ausgeprägte Nähe-Tendenz vor - mit allen ihren Vorteilen für die Verbesserung der Beziehungen in der Schule. Aber auch mit allen Risiken, wenn man das eigene (kindliche) Nähebedürfnis, die unbewußte Angst vor dem Ich-werden, vor der (immer auch ein Stück Einsamkeit bringenden) Individuation vorschnell und ohne sich selbst genauer zu kennen ausgibt als sozial-integrativen Umgangsstil. Liebe zu Kindern aus

[Seite 20:]

unbewußter Ich-Schwäche meint letztlich nicht das Kind, sondern ist ein Stück Eigentherapie. Riemann spricht bei solchen Menschen davon, „daß sie fühlen, vor einer der großen Forderungen des Lebens auszuweichen, indem sie nicht voll erwachsen werden wollen“ (Riemann, S. 97)

Anmerkungen

Außer in der Anmoderation kein Hinweis auf die Quelle. Die Wörtlichkeit und der Umfang der Übernahme sind nicht erkennbar.

Im ersten Absatz ist noch erkennbar, dass Gudjon referiert wird, danach eignet sich die Verf.in dessen Ausführungen an.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Is/Fragment 115 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:48:46 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Gudjons 2003, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 1-13
Quelle: Gudjons 2003
Seite(n): 20, Zeilen: 5 ff.
Auch die Freiheits- und Spontaneitätstendenz tritt heute stärker in der Persönlichkeitsstruktur hervor. Doch bei manchen Verkrustungen der Institution Schule haben es vor allem die Berufsanfänger schwer. Einerseits sind ihre neuen Ideen angesichts „überalterter“ Kollegien gefragt, andererseits stoßen sie auf Widerstände, wenn sie die jugendliche Lebenskultur zu stark betonen. Riemann bemerkt zur Dominanz dieser Tendenz, dass auch sie eine tiefe Abwehr des Erwachsenenwerdens und des Alterns enthält, man meint, man könne „die Illusion ewiger Jugend aufrechterhalten“.182

Dem Vorherrschen dieser beiden Grundtendenzen entsprechen zwei heute vielfach dominierende Grundgefühle: erstens in der Schule eher Objekt zu sein (sich nicht subjekthaft verwirklichen zu können) und zweitens sich nicht wirklich auf die Realität dieser Schule einlassen zu können (sondern ständig wie ein Schauspieler Rollen spielen zu müssen).


182 Ebd. [= Riemann 1977] S. 161.

Auch die Freiheits- und Spontaneitätstendenz tritt heute stärker in der Persönlichkeitsstruktur hervor. Doch bei manchen Verkrustungen der Institution Schule haben es vor allem die Berufsanfänger schwer. Einerseits sind ihre neuen Ideen angesichts überalterter Kollegien gefragt, andererseits stoßen sie auf Widerstände, wenn sie die jugendliche Lebenskultur zu stark betonen. Riemann bemerkt zur Dominanz dieser Tendenz, daß auch sie eine tiefe Abwehr des Erwachsenenwerdens und des Alterns enthält, man meint, man könne „die Illusion ewiger Jugend aufrecht erhalten“ (Riemann, S. 161).

Dem Vorherrschen dieser beiden Grundtendenzen entsprechen zwei heute vielfach dominierende Grundgefühle: Erstens in der Schule eher Objekt zu sein (sich nicht subjekthaft verwirklichen zu können), und zweitens sich nicht wirklich auf die Realität dieser Schule einlassen zu können (sondern ständig wie ein Schauspieler Rollen spielen zu müssen).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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