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Quelle:Is/Mayring 2001

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Philipp Mayring
Titel    Kombination und Integration qualitativer und quantitativer Analyse
Zeitschrift    Forum Qualitative Sozialforschung
Ausgabe    2
Jahr    2001
URL    http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/rt/printerFriendly/967/2110#gcit

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    7


Fragmente der Quelle:
[1.] Is/Fragment 221 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-10 23:13:54 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 221, Zeilen: 24-30
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
Die Wiederbelebung und Neuentwicklung qualitativer Ansätze in den letzten Jahrzehnten hat die Methodendiskussion in den Human- und Sozialwissenschaften enorm belebt. Gleichzeitig mit der Forderung nach einer verstärkten Öffnung für qualitative Methoden wurde die Forderung nach Integration mit quantitativen Ansätzen verstärkt erhoben. Das Etikett „Qualitative Forschungsmethoden“ kennzeichnet nicht eine Frontstellung gegenüber der quantitativen Forschung. Es scheint heute ein Allgemeinplatz zu sein, zu betonen, dass qualitative und [quantitative Ansätze keinen Gegensatz darstellen282.]

282 Vgl. Schnaitmann, Gerhard W. 2004. S. 9.

Die Wiederbelebung und Neuentwicklung qualitativer Ansätze in den letzten Jahrzehnten hat die Methodendiskussion in den Human- und Sozialwissenschaften enorm belebt (vgl. zum Überblick FLICK, v. KARDORFF & STEINKE 2000; MAYRING 1999b; DENZIN & LINCOLN 1998a). Gleichzeitig mit der Forderung nach einer verstärkten Öffnung für qualitative Methoden wurde die Forderung nach Integration mit quantitativen Ansätzen verstärkt erhoben. [1]

"Gleich zu Beginn betonen wir: Das Etikett 'Qualitative Forschungsmethoden' kennzeichnet nicht eine Frontstellung gegenüber der quantitativen Forschung" (FRIEBERTSHAEUSER & PRENGEL 1997, S.11). [...]

Es scheint heute ein Allgemeinplatz zu sein, zu betonen, dass qualitative und quantitative Ansätze keinen Gegensatz darstellen (vgl. auch BUER 1984; v. SALDERN 1992).

Anmerkungen

Der erste Hinweis auf die Quelle findet sich in Fn. 283 auf S. 223. Die wörtliche Übernahme auch des Texts im Fragment ist daraus nicht zu entnehmen.

(Alternativ wäre hier auch die Kategorisierung als Verschleierung vertretbar, da der Leser durch Fn. 282 annehmen muss, dass der Inhalt sich bis dahin auf Schnaitmann 2004 bezieht, und erst in dem auf das Fragment folgenden Text auf Mayring verwiesen wird.)

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Is/Fragment 222 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-10 23:15:51 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 222, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
Immer öfter wird von einer unsinnigen Dichotomie, einem unfruchtbaren Gegensatz, einer falschen Gegenüberstellung gesprochen. Für eine Überwindung des Gegensatzes qualitativ - quantitativ lassen sich nach Mayring im Wesentlichen drei Argumente anführen:

1. Die Plädoyers für qualitative Forschung in den letzten Jahrzehnten speisen sich oft aus einer harschen Kritik an quantitativer Methodologie. Dabei wird jedoch gerne ein Zerrbild entworfen und auf neuere Entwicklungen wenig Bezug genommen. Oft wird quantitativer Methodologie ein einseitig naturwissenschaftliches Denken unterstellt, das Mensch und Gesellschaft auf eine nach allgemeingültigen Gesetzen (d. h. messbaren, einfachen Ursache- Wirkungs-Zusammenhängen) funktionierende Maschinerie reduziere. Dieses Bild hält auch Mayring für überzogen. Auch werden neuere Entwicklungen multivariater Auswertungsstrategien dabei übersehen.

Ein zweiter Vorwurf an die quantitative Methodologie besteht darin, dass sie einseitig statisch orientiert sei und keine Prozesse untersuche. Dabei werden z. B. moderne Ansätze quantitativer Trendanalysen und Zeitreihenanalysen oder experimentelle Einzelfallforschung außer Acht gelassen. Die Schwächen quantitativer Methodologie werden also übertrieben. Andererseits werden die Probleme und Schwachpunkte qualitativer Ansätze wenig thematisiert. Dazu gehören m. E. die oft mangelnde Transparenz und Systematik der Verfahrensweisen und die Schwierigkeiten bei der Verallgemeinerung der Ergebnisse. Ein kritischerer Blick sieht also Stärken und Schwächen in quantitativen und in qualitativen Ansätzen. Daraus folgt, Analysestrategien differenziert dort einzusetzen, wo sie angemessen sind, wo sie ihre Stärken entfalten können, und damit auch nach einer Kombination qualitativer und quantitativer Strategien zu suchen.

2. An dieses Argument schließt sich die Forderung an, dem Gegenstand und der Fragestellung ein Primat gegenüber der Methode zuzubilligen. Erst muss geklärt werden, was untersucht werden soll, dann muss erwogen werden, welche Methoden dafür angemessen sind. Diese Position, die immer auch eine Kombination qualitativer und quantitativer Methodik, sofern angemessen, zulassen würde, wird zwar oft theoretisch formuliert aber in der Praxis haben sich methodische Schulen herausgebildet, die immer dieselben, bewährten Verfahrensweisen praktizieren. Dieses einseitige Denken in Schulrichtung sollte aber überwunden werden, um eine in der Forschung zentral geforderte gegenstandsadäquate Methodik zu ermöglichen.

3. Ein Argument dafür, nach den Verbindungslinien zu suchen, besteht auch darin, dass es bisher nicht eindeutig gelungen ist, qualitative und quantitative Analyse definitorisch klar abzugrenzen.283 So stellt die Stichprobengröße kein eindeutiges Abgrenzungskriterium dar, da es auch quantitative Einzelfallstudien gibt. Auch das Skalenniveau der zugrundeliegenden Messungen bietet keine klare Differenzierung, da moderne Ansätze heute auch nominale und ordinale Daten quantitativ analysieren und andererseits unter dem Stichwort „Explorative Datenanalyse“ quantitative Daten qualitativ interpretiert werden. Da aber eine eindeutige Abgrenzung quantitativ versus qualitativ nicht möglich erscheint, wurde nach Verbindungslinien gesucht.


283 Vgl. auch Mayring, Philipp. 2002. S. 7.

Immer öfter wird von einer unsinnigen Dichotomie, einem unfruchtbaren Gegensatz, einer falschen Gegenüberstellung gesprochen. [3]

Für eine Überwindung des Gegensatzes qualitativ – quantitativ lassen sich im Wesentlichen drei Argumente anführen: [4]

1. Die Plädoyers für qualitative Forschung in den letzten Jahrzehnten speisen sich oft aus einer harschen Kritik an quantitativer Methodologie. Dabei wird jedoch gerne ein Zerrbild entworfen und auf neuere Entwicklungen wenig Bezug genommen. Ich möchte dafür zwei Beispiele bringen. Oft wird quantitativer Methodologie ein einseitig naturwissenschaftliches Denken unterstellt (z.B. FLICK 1998, S.10), das Mensch und Gesellschaft auf eine nach allgemeingültigen Gesetzen (d.h. messbaren, einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen) funktionierende Maschinerie reduziere. Dieses Bild halte ich jedoch zumindest für die gegenwärtige quantitative Psychologie für überzogen, nur in einzelnen Teilbereichen (z.B. Physiologische Psychologie) teilweise zutreffend. Auch werden neuere Entwicklungen multivariater Auswertungsstrategien dabei übersehen. Ein zweiter Vorwurf an quantitative Methodologie besteht darin, dass sie einseitig statisch orientiert sei und keine Prozesse untersuche (DENZIN & LINCOLN 1998b, S.8). Dabei werden z.B. moderne Ansätze quantitativer Trendanalysen und Zeitreihenanalysen (SCHMITZ 1987) oder experimentelle Einzelfallforschung (vgl. KERN 1997) außer Acht gelassen. Die Schwächen quantitativer Methodologie werden also übertrieben. Andererseits werden die Probleme und Schwachpunkte qualitativer Ansätze wenig thematisiert. Dazu gehören m.E. die oft mangelnde Transparenz und Systematik der Verfahrensweisen und die Schwierigkeiten bei der Verallgemeinerung der Ergebnisse. Ein kritischerer Blick sieht also Stärken und Schwächen in quantitativen und in qualitativen Ansätzen. Daraus folgt, Analysestrategien differenziert dort einzusetzen, wo sie angemessen sind, wo sie ihre Stärken entfalten können, und damit auch nach einer Kombination qualitativer und quantitativer Strategien zu suchen. [5]

2. An dieses Argument schließt sich die Forderung an, dem Gegenstand und der Fragestellung ein Primat gegenüber der Methode zuzubilligen. Erst muss geklärt werden, was untersucht werden soll, dann muss erwogen werden, welche Methoden dafür angemessen sind. Diese Position, die immer auch eine Kombination qualitativer und quantitativer Methodik, sofern angemessen, zulassen würde, wird zwar oft theoretisch formuliert (vgl. z.B. BORTZ & DÖRING 1995, S.278), auch innerhalb qualitativer Forschung (z.B. MASON 1996). In der Praxis aber haben sich methodische Schulen herausgebildet, die immer dieselben, bewährten Verfahrensweisen praktizieren. Dieses einseitige Schulendenken sollte aber überwunden werden, um eine besonders in der qualitativen Forschung zentral geforderte gegenstandsadäquate Methodik zu ermöglichen. [6]

3. Ein Argument dafür, nach den Verbindungslinien zu suchen, besteht auch darin, dass es bisher nicht eindeutig gelungen ist, qualitative und quantitative Analyse definitorisch klar abzugrenzen (vgl. auch MAYRING 1999a; 2000a). So stellt die Stichprobengröße kein eindeutiges Abgrenzungskriterium dar, da es auch quantitative Einzelfallstudien gibt (vgl. z.B. STRAUSS 1996). Auch das Skalenniveau der zugrundeliegenden Messungen bietet keine klare Differenzierung, da moderne Ansätze heute auch nominale und ordinale Daten quantitativ analysieren (z.B. Latent Class Model, Log-lineare Modelle, Logit-Modelle, Faktorenanalysen für dichotome Variablen, Clusteranalysen, Konfigurationsfrequenzanalysen, vgl. RUDINGER, CHASELON, ZIMMERMANN & HENNIG 1985) und andererseits unter dem Stichwort "Explorative Datenanalyse" (vgl. z.B. JAMBU 1992; TUKEY 1994) quantitative Daten qualitativ interpretiert werden. Wenn aber eine eindeutige Abgrenzung quantitativ versus qualitativ nicht möglich erscheint, sollte man nach Verbindungslinien suchen. [7]

Anmerkungen

Die "Vgl. auch"-Referenz in der Fußnote lässt die wörtliche Übernahme der ganzen Seite nicht erahnen, ebensowenig wie die eingestreuten "nach Mayring" oder die kleinere Schriftgröße des Textes.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[3.] Is/Fragment 223 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-03-14 17:09:22 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 223, Zeilen: 3 ff.
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
Solche Kombinations- und Integrationsmöglichkeiten stellt Mayring u. a. auf fünf Ebenen vor:

[Abb.]

Abb.: Integrationsansätze qualitative - quantitative Forschung284

Technische Ebene

Seit etwa 25 Jahren wird immer wieder der Einsatz von Computerprogrammen zur Unterstützung qualitativer Forschung empfohlen. Verschiedene Materiale wie Beobachtungsprotokolle oder Interviewtranskripte fielen an und das Suchen, Navigieren, Ausschneiden, Neuzusammenstellen und Kodieren wurde so erleichtert. Computerprogramme wie Microsoft Word, Microsoft Excel, SPSS, Harvard Graphics u. a. ermöglichten Textverarbeitung, Textverwaltungsprozeduren, Auswertungsprozeduren und schließlich die Kombination qualitativer und quantitativer Analyseschritte. Dazu gehören automatische Suchfunktionen nach vorgegebenen Begriffen, um auf Textstellen aufmerksam zu werden, die übersehen worden waren, Zusammenstellen von Textstellen, die gleich oder ähnlich kodiert wurden, automatische Suche nach gemeinsamem Auftreten mehrerer Kodierungen, Vergleich von Kodierungen im Material nach deren Häufigkeit, komplexere statistische Analysen der Kodierungen u. a.

Datenebene

Bei der qualitativen Analyse werden bestimmten Materialbestandteile, Textstelle und erläuternde, analysierende, interpretierende Auswertungsurteile zugeordnet. Ähnliche Auswertungsurteile (Kodierungen, Kategorien) werden in unterschiedlichen Textstellen aufgefunden. Hierfür werden Kategorien aufgestellt (teils aus Material heraus entwickelt teils vorab festgelegt), mit denen das Material durchgearbeitet wird. Im Rahmen der „Grounded Theory“ werden solche Prozesse als [axiales und selektives Kodieren bezeichnet (Strauss 1987; Strauss/Corbin 1990).]


284 Mayring, Philipp. 2001. S. 3.

Deshalb soll hier versucht werden, solche Kombinations- und Integrationsmöglichkeiten im Einzelnen vorzustellen und zu diskutieren.

[Abb.]

Abb. 1: Integrationsansätze qualitative – quantitativ [8]

[...]

2. Vorbemerkungen

Seit etwa 20 Jahren wird immer wieder der Einsatz von Computerprogrammen zur Unterstützung qualitativer Forschung empfohlen (vgl. PFAFFENBERGER 1988; FIELDING & LEE 1991; HUBER 1992). Ausgangspunkt war dabei zunächst, dass in qualitativer Forschung oft große Mengen an Material wie Beobachtungsprotokolle oder Interviewtranskripte anfallen und das Suchen, Navigieren, Ausschneiden, Neuzusammenstellen und Kodieren erleichtert werden sollte.[...]

[...] Dazu gehören:

  • Automatische Suchfunktionen nach vorgegebenen Begriffen, um auf Textstellen aufmerksam zu werden, die bisher vielleicht übersehen wurden;
  • Zusammenstellen von Textstellen, die gleich oder ähnlich kodiert wurden;
  • Automatische Suche nach gemeinsamem Auftreten mehrerer Kodierungen in Textstellen;
  • Vergleich von Kodierungen im Material nach deren Häufigkeit;
  • Vergleich der Auswertungsurteile mehrerer Auswerter am gleichen Material. [11]

Darüber hinaus bieten einige Programme an, auch komplexere statistische Analysen der Kodierungen vorzunehmen, oder sie ermöglichen das Zusammenstellen einer Datenmatrix (Kodierungen mal Textstellen), die von Statistikprogrammpaketen eingelesen werden können, ohne dass es zu Übertragungsverlusten kommen kann. [12]

[...]

Viele qualitative Ansätze wollen aber darüber hinausgehen und ähnliche Auswertungsurteile (Kodierungen, Kategorien) in unterschiedlichen Textstellen auffinden. Hierfür wird in der Regel ein überschaubares Set an solchen Kategorien aufgestellt (aus dem Material heraus entwickelt oder vorab festgelegt), mit denen das Material durchgearbeitet wird. Im Rahmen der "Grounded Theory" werden solche Prozesse als axiales und selektives Kodieren bezeichnet (vgl. STRAUSS 1987; STRAUSS & CORBIN 1990).

Anmerkungen

Die Quelle wird (für die Abbildung) benannt; dass auch eine teils wörtliche Übernahme des Textes aus der Quelle erfolgt, ist aber nicht ersichtlich.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[4.] Is/Fragment 224 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:21:50 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 224, Zeilen: 2 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
Dabei wird um zentrale Kategorien herum systematisch nach Material gesucht. Noch deutlicher arbeitet die „Ethnographic Content Analysis“ (Altheide 1996) Prozesse des Findens und Anwendens von Codes bzw. Kategorien vom Material heraus. Im Rahmen der Qualitativen Inhaltsanalyse werden hier zwei Verfahrensweisen genauer beschrieben, die den Prozess des Arbeitens mit einem Set an Kategorien unterstützen. Die induktive Kategorienentwicklung versucht die Auswertungsgesichtpunkte aus dem Material herauszukristallisieren. Sie folgt dabei einem Ablaufmodell, in dessen Rahmen die Definition eines Selektionskriteriums, die schrittweise Materialbearbeitung und die Revision der neu entwickelten Kategorien zentral sind. Mittels deduktiver Kategorienanwendung werden auf ein theoretisch entwickeltes Kategorienset bezogen genaue Zuordnungsregeln formuliert (Kodierleitfaden), die festlegen, unter welchen Bedingungen die Zuordnung einer Kategorie zu einer Textstelle zulässig ist.

So entsteht eine Reihe von Auswertungsgesichtspunkten (Kategorien) und einer Reihe von zugeordneten Textstellen Diese Zuordnungen werden als Daten aufgefasst und in einem zweiten Analyseschritt quantitativ weiterbearbeitet. Die Kategorien werden nach der Häufigkeit ihres Auftauchens im Material geordnet, Prozentangaben werden berechnet, Häufigkeitslisten zwischen verschiedenen Materialteilen (z. B. den Interviews) werden verglichen, ordinale Kategoriensysteme (hoch - mittel - niedrig) werden eingesetzt, Maße der zentralen Tendenz werden berechnet, Vergleiche zwischen Materialuntergruppen werden angestellt. Bei diesem Vorgehen, das mit Kategoriensystemen arbeitet, besteht der erste Schritt aus qualitativen Analysen, der zweite Schritt aus quantitativen Prozeduren, die dann in einem dritten Schritt wieder (qualitativ) interpretiert werden.

Personebene: Typenbildung

Auf der Ebene der Untersuchungsteilnehmer hat man es in qualitativer Analyse in aller Regel zunächst mit Einzelfallanalysen zu tun. Fallanalysen gelten als Ideal qualitativer Forschung, da wir hier in einer ganzheitlichen Sicht auf das Subjekt komplexe Beziehungen des Einzelnen mit seiner Umwelt beschreiben können. Allerdings stellt sich hier oft das Problem der Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse. Die Ausweisung des Einzelfalls als typisch für einen bestimmten Gegenstandsbereich stellt einen ersten, quantifizierenden Verallgemeinerungsschritt dar. Ein einzelner Fall steht nie für sich selbst. Die Ergebnisse der Fallanalyse sind meistens auch auf ähnliche Fälle übertragbar.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, schrittweise die Fallbasis zu erweitern, indem Vergleichsfalle untersucht werden. Hier sind verschiedene Strategien möglich: besonders häufig auftretende Fälle einzubeziehen, Extremfälle gegenüberzustellen oder theoretisch interessante Fälle genauer zu analysieren. Es stellen sich drei Strategien systematischer Fallvergleiche heraus, die Suche nach Gegenbeispielen, das theoretische und das selektive Sampling.

Dabei wird um zentrale Kategorien herum systematisch nach Material gesucht. Noch deutlicher arbeitet die "Ethnographic Content Analysis" (ALTHEIDE 1996) die Prozesse des Findens und Anwendens von Codes bzw. Kategorien am Material heraus. [14]

Im Rahmen der Qualitativen Inhaltsanalyse (vgl. MAYRING 2000a; 2000b) werden hier zwei Verfahrensweisen genauer beschrieben, die den Prozess des Arbeitens mit einem Set an Kategorien unterstützen. Die induktive Kategorienentwicklung versucht die Auswertungsgesichtpunkte aus dem Material herauszukristallisieren. Sie folgt dabei einem Ablaufmodell, in dessen Rahmen die Definition eines Selektionskriteriums, die schrittweise Materialbearbeitung und die Revision der neu entwickelten Kategorien zentral sind. Mittels deduktiver Kategorienanwendung werden auf ein theoretisch entwickeltes Kategorienset bezogen genaue Zuordnungsregeln formuliert (Kodierleitfaden), die festlegen, unter welchen Bedingungen die Zuordnung einer Kategorie zu einer Textstelle zulässig ist. [15]

In beiden Fällen gelangt man zu einer Reihe von Auswertungsgesichtspunkten (Kategorien) und einer Reihe von zugeordneten Textstellen. Wenn derart systematisch mit Kategorien gearbeitet wird, bietet es sich an, diese Zuordnungen als "Daten" aufzufassen und in einem zweiten Analyseschritt quantitativ weiterzuverarbeiten. Hier besteht z.B. die Möglichkeit

  • die Kategorien nach der Häufigkeit ihres Auftauchens im Material zu ordnen, Prozentangaben zu berechnen;
  • solche Häufigkeitslisten zwischen verschiedenen Materialteilen (z.B. Interviews) zu vergleichen;
  • auch einfache ordinale Kategoriensysteme (hoch – mittel – niedrig) einzusetzen, Maße der zentralen Tendenz zu berechnen, Vergleiche zwischen Materialuntergruppen anzustellen. [16]

Bei einem solchen Vorgehen, das mit Kategoriensystemen arbeitet, besteht also der erste Schritt aus qualitativen Analysen, der zweite Schritt aus quantitativen Prozeduren, die dann in einem dritten Schritt wieder (qualitativ) interpretiert werden müssen. [17]

4. Personebene: Typenbildung

Auf der Ebene der Untersuchungsteilnehmer haben wir es in qualitativer Analyse in aller Regel zunächst mit Einzelfallanalysen zu tun. Fallanalysen gelten als Ideal qualitativer Forschung, da wir hier in einer ganzheitlichen Sicht auf das Subjekt komplexe Beziehungen des Einzelnen mit seiner Umwelt beschreiben können (BROMLEY 1986; STAKE 1995). Allerdings stellt sich hier oft das Problem der Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse. Die Ausweisung des Einzelfalls als typisch für einen bestimmten Gegenstandsbereich stellt hier einen ersten, quantifizierenden Verallgemeinerungsschritt dar. [18]

Denn ein einzelner Fall steht nie für sich selbst. Wir wollen zeigen, dass die Ergebnisse der Fallanalyse auch auf ähnliche Fälle übertragbar sind. Hier sind verschiedene Argumentationslinien und Vorgehensweisen entwickelt worden (vgl. z.B. GERHARDT 1991). [...]

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, schrittweise die Fallbasis zu erweitern, indem Vergleichsfälle untersucht werden. Hier sind verschiedene Strategien möglich: besonders häufig auftretende Fälle einzubeziehen, Extremfälle gegenüberzustellen oder theoretisch interessante Fälle genauer zu analysieren. KELLE und KLUGE (1999) stellen hier drei Strategien systematischer Fallvergleiche heraus, die Suche nach Gegenbeispielen, das theoretische und das selektive Sampling und betonen die Notwendigkeit eines heuristischen Rahmens für Fallvergleiche und Typenbildung.

Anmerkungen

Die Quelle wird vorher auf S. 223 und danach auf S. 225 - jeweils zum Nachweis zweier Abbildungen - genannt; dass aber auch der Text (großteils wörtlich) daraus entnommen ist, bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Is/Fragment 225 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:21:43 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 225, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
[Sie betonen die] Notwendigkeit eines heuristischen Rahmens für Fallvergleiche und Typenbildung.

Theoretische Erwägungen, die sich im Laufe der Arbeit in einem Mix induktiver und deduktiver Analyseschritte präzisieren („theoretical sampling“ vgl. Glaser 1978) stehen also im Zentrum. Auch die Verfahrensweisen einer „Komparativen Kasuistik“ (Jüttemann 1990), die im Kontext der Persönlichkeitspsychologie entwickelt werden, gehen in diese Richtung. In jedem Falle wird die Ebene des einzelnen Falles durchbrochen und zum Zweck der Generalisierung die Basis der Untersuchungsgegenstände erweitert. Somit wird hier qualitatives und quantitatives Vorgehen auf der Personebene integriert.

Designebene: Kombinationsmodelle

Eine noch stärkere Integration qualitativen und quantitativen Vorgehens besteht darin, beide Analysearten als Verfahrensschritte in einem übergeordneten Forschungsdesign zu verstehen. Bei einer solchen Kombination qualitativer und quantitativer Analyse sind nach Mayring verschiedene Modelle denkbar:

[Abbildung]

Abb.: Möglichkeiten der Integration qualitativer und quantitativer Analyse auf der Designebene285/286


285 Im englischen Sprachraum (vor allem in der USA) wird Triangulation oft auch als „mixed method“ bezeichnet.

286 Mayring, Philipp. 2001. S. 9. S. auch Bortz, Jürgen/Döring, Nicola. 1995. S. 274ff.

KELLE und KLUGE (1999) stellen hier drei Strategien systematischer Fallvergleiche heraus, die Suche nach Gegenbeispielen, das theoretische und das selektive Sampling und betonen die Notwendigkeit eines heuristischen Rahmens für Fallvergleiche und Typenbildung. Theoretische Erwägungen, die sich im Laufe der Arbeit in einem Mix induktiver und deduktiver Analyseschritte präzisieren ("Theoretical Sampling", vgl. GLASER 1978), stehen also im Zentrum. Auch die Verfahrensweisen einer "Komparativen Kasuistik" (JÜTTEMANN 1990), die im Kontext der Persönlichkeitspsychologie entwickelt wurden, gehen in diese Richtung. In jedem Falle wird die Ebene des einzelnen Falles durchbrochen und zum Zweck der Generalisierung die Basis der Untersuchungsgegenstände erweitert. Somit wird hier qualitatives und quantitatives Vorgehen auf der Personebene integriert. [20]

5. Designebene: Kombinationsmodelle

Eine noch stärkere Integration qualitativen und quantitativen Vorgehens besteht darin, beide Analysearten als Verfahrensschritte in einem übergeordneten Forschungsdesign zu verstehen. Bei einer solchen Kombination qualitativer und quantitativer Analyse sind verschiedene Modelle denkbar (vgl. dazu STECKLER, McLEROY, GOODMAN, BIRD & McCORMICK 1992; MAYRING, KÖNIG, BIRK & HURST 2000; MAYRING 1999a).

[Abbildung]

Abb.2: Möglichkeiten der Integration qualitativer und quantitativer Analyse auf der Designebene [21]

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar in Fn. 286 genannt, auf eine wörtliche Übernahme weist jedoch nichts hin.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[6.] Is/Fragment 226 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-10 23:18:04 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 226, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
Eine erste Möglichkeit könnte man dabei als Vorstudienmodell bezeichnen. Dies stellt eine klassische Variante quantitativ orientierten Vorgehens dar, die darin besteht, die qualitativen Analyseschritte auf die Phase der Hypothesengewinnung in einer Vorstudie zu beschränken. In der nachfolgenden Phase werden diese Hypothesen dann quantitativ überprüft.

Eine zweite Kombinationsmöglichkeit stellt das Verallgemeinerungsmodell dar. Hier besitzen die qualitativen Elemente einen höheren Stellenwert, da zunächst eine qualitative Studie komplett durchgeführt und ausgewertet und erst im zweiten Schritt mit quantitativen Mitteln verallgemeinert und abgesichert wird.

Eine dritte Möglichkeit des Verhältnisses qualitativer und quantitativer Analyseschritte könnte man Vertiefungsmodell nennen; teilweise liegt dieses Modell auch dieser Studie zu Grunde. Hier ist das Verfahren umgekehrt: Eine abgeschlossene quantitative Studie wird durch qualitative Analysen weitergeführt. Die Ergebnisse werden so besser interpretierbar; quantitativen Ergebnissen kann auf diese Weise weiter nachgegangen werden.

Ein viertes Modell der Verbindung qualitativer und quantitativer Analyseschritte stellt schließlich das Triangulationsmodell („between-method-triangulation“)287 dar, nach dem sich auch diese Untersuchung richtet. Dies bedeutet die komplexeste Verschränkung qualitativer und quantitativer Analyseschritte in einem Analyseprozess. Hier wird eine Fragestellung aus mehreren Blickwinkeln mit unterschiedlichen Methoden angegangen. Dabei geht es nicht darum, festzustellen, welcher Analyseansatz die richtigeren Ergebnisse erbringt. Die Resultate sollen sich vielmehr gegenseitig unterstützen, der Schnittpunkt der Einzelresultate stellt die Endergebnisse dar.288

Das Modell der Triangulation wird auch innerhalb der qualitativen Forschung als zentrales Gütekriterium verwendet, wobei nicht das Finden der Wahrheit im Schnittpunkt der Analyseperspektiven erwartet wird, sondern ein schrittweises Erweitern der Erkenntnis durch gegenseitiges Vergleichen unterschiedlicher Herangehensweisen.

Ebene der Forschungslogik: Gemeinsames Ablaufmodell

Eine wirkliche Integration qualitativer und quantitativer Analyse und damit eine Überwindung der oft kritisierten Gegenüberstellung gelingt aber nur, wenn man für beide Forschungstraditionen eine gemeinsame Forschungslogik formuliert. Dies wird zunächst dadurch erschwert, dass klassische Methodenhandbücher empirischer Forschung Forderungen stellen wie Hypothesenformulierungen am Anfang oder Verwendung großer - am besten repräsentativer - Stichproben, die von qualitativen Vertretern abgelehnt werden. Die Konsequenz ist dann oft, dass qualitativ orientierte Projektberichte keinem geregelten Ablaufschema folgen.


287 Ebd. S. 11: Mayring differenziert verschiedene Triangulationsmöglichkeiten: Daten- Triangulation, Investigator-Triangulation, Theorien-Triangulation und methodologische Triangulation.

288 Vgl. Mayring, Philipp. 1999.

Eine erste Möglichkeit könnte man dabei als Vorstudienmodell bezeichnen. Dies stellt eine klassische Variante quantitativ orientierten Vorgehens dar, die darin besteht, die qualitativen Analyseschritte auf die Phase der Hypothesengewinnung in einer Vorstudie zu beschränken. In der nachfolgenden Phase werden diese Hypothesen dann quantitativ überprüft. [...]

Eine zweite Kombinationsmöglichkeit stellt das Verallgemeinerungsmodell dar. Hier besitzen die qualitativen Elemente einen höheren Stellenwert, da zunächst eine qualitative Studie komplett durch geführt [sic] und ausgewertet und erst im zweiten Schritt mit quantitativen Mitteln verallgemeinert und abgesichert wird. [...]

Eine dritte Möglichkeit des Verhältnisses qualitativer und quantitativer Analyseschritte könnte man Vertiefungsmodell nennen. Hier ist das Verfahren umgekehrt: Eine abgeschlossene quantitative Studie wird durch qualitative Analysen weitergeführt. Die Ergebnisse werden so besser interpretierbar; beispielsweise kann durch Fallanalysen in Korrelationen die Richtung einer möglichen Kausalität gedeutet werden. Quantitativen Ergebnissen kann auf diese Weise weiter nachgegangen werden. [24]

Ein viertes Modell der Verbindung qualitativer und quantitativer Analyseschritte schließlich stellt das Triangulationsmodell dar. Dies bedeutet die komplexeste Verschränkung qualitativer und quantitativer Analyseschritte in einem Analyseprozess. Hier wird eine Fragestellung aus mehreren Blickwinkeln mit unterschiedlichen Methoden angegangen. Dabei geht es nicht darum, festzustellen, welcher Analyseansatz die richtigeren Ergebnisse erbringt. Die Resultate sollen sich vielmehr gegenseitig unterstützen, der Schnittpunkt der Einzelresultate stellt die Endergebnisse dar (Triangulation; vgl. MAYRING 1999b). Das Modell der Triangulation wird auch innerhalb der qualitativen Forschung als zentrales Gütekritierium verwendet (vgl. FLICK 2000), wobei nicht das Finden der Wahrheit im Schnittpunkt der Analyseperspektiven erwartet wird, sondern ein schrittweises Erweitern der Erkenntnis durch gegenseitiges Vergleichen unterschiedlicher Herangehensweisen. Dabei werden auch verschiedene Triangulationsmöglichkeiten differenziert (Daten-Triangulation, Investigator-Triangulation, Theorien-Triangulation und methodologische Triangulation, wobei wir uns hier auf die "Between-method-triangulation" beziehen (vgl. DENZIN 1978). [25]

6. Ebene der Forschungslogik: Gemeinsames Ablaufmodell

Eine wirkliche Integration qualitativer und quantitativer Analyse und damit eine Überwindung der oft kritisierten Gegenüberstellung gelingt uns aber nur, wenn wir für beide Forschungstraditionen eine gemeinsame Forschungslogik formulieren. Dies wird zunächst dadurch erschwert, dass klassische Methodenhandbücher empirischer Forschung Forderungen stellen wie Hypothesenformulierungen am Anfang oder Verwendung großer – am besten repräsentativer – Stichproben, die von qualitativen Vertretern abgelehnt werden. Die Konsequenz ist dann oft, dass qualitativ orientierte Projektberichte keinem geregelten Ablaufschema folgen. [26]

Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[7.] Is/Fragment 227 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-10 23:21:05 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Is, Mayring 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 227, Zeilen: 1-8, 11-27
Quelle: Mayring 2001
Seite(n): online, Zeilen: 0
In Handbüchern empirischer Sozialforschung wird in der Regel der Forschungsprozess idealtypisch in einzelne Schritte zerlegt, wie Fragestellungsformulierung, Stichprobenbeschreibung, Methoden, Ergebnisdarstellung und Diskussion. Mayring289 vertritt die Hypothese, dass man ein solches idealtypisches Forschungsablaufmodell an einigen Punkten erweitern kann, um so auch qualitativen Projekten Platz zu bieten. Eine solche für qualitative und quantitative Analyse gemeinsame Forschungslogik vermag beide auf einem höheren Niveau zu integrieren.

Gewinne einer Integration qualitativer und quantitativer Forschung

Qualitative und quantitative Analyse sind oft miteinander verknüpft.

Auf der Seite quantitativ orientierter Forschung steht dabei ein Moment im Vordergrund. Durch Einbezug qualitativer Analysestrategien gewinnt solche Forschung an Offenheit für den Gegenstand und damit auch an Alltagsnähe. Vorgefasste Konzepte (Hypothesen) werden stärker in Frage gestellt, die Verbindung mit dem Gegenstand der Untersuchung wird während des gesamten Forschungsprozesses, nicht nur in der Erhebungsphase aufrechterhalten.

Qualitativ orientierte Forschungsprojekte gewinnen durch die oben explizierten Verbindungsmöglichkeiten zunächst an Transparenz und methodischer Strin- genz. Der instrumentell-technische Charakter von Forschungsstrategien wird stärker unterstrichen, wenngleich dies bei einer Übertreibung neue Gefahren birgt (Vernachlässigung der Forscher-Subjekt Interaktion). Damit wird die Forschung stärker intersubjektiv nachvollziehbar und überprüfbar. Weiterhin gewinnt qualitativ orientierte Forschung durch Hinzuziehen quantitativer Analyseschritte in aller Regel an Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse. Diese Systematisierungen und Generalisierungen geben gegen die Vorwürfe mangelnder Wissenschaftlichkeit, wie sie heute noch vor allem in der Psychologie gegen qualitative Forschung erhoben werden, Argumente an die Hand.


289 Ebd.

In Handbüchern empirischer Sozialforschung (z.B. BORTZ & DÖRING 1995) wird in der Regel der Forschungsprozess idealtypisch in einzelne Schritte zerlegt, wie Fragestellungsformulierung, Stichprobenbeschreibung, Methoden, Ergebnisdarstellung und Diskussion. Hier soll die Hypothese vertreten werden (vgl. MAYRING 1999a), dass man ein solches idealtypisches Forschungsablaufmodell an einigen Punkten erweitern kann, um so auch qualitativen Projekten Platz zu bieten. Eine solche für qualitative und quantitative Analyse gemeinsame Forschungslogik vermag beide auf einem höheren Niveau zu integrieren.

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Auf der Seite quantitativ orientierter Forschung steht dabei ein Moment im Vordergrund. Durch Einbezug qualitativer Analysestrategien gewinnt solche Forschung an Offenheit für den Gegenstand und damit auch an Alltagsnähe. Vorgefasste Konzepte (Hypothesen) werden stärker in Frage gestellt, die Verbindung mit dem Gegenstand der Untersuchung wird während des gesamten Forschungsprozesses, nicht nur in der (sonst meist an Hilfskräfte delegierten) Erhebungsphase aufrechterhalten. [30]

Qualitativ orientierte Forschungsprojekte gewinnen durch die oben explizierten Verbindungsmöglichkeiten zunächst an Transparenz und methodischer Stringenz. Der instrumentell-technische Charakter von Forschungsstrategien wird stärker unterstrichen, wenngleich dies bei einer Übertreibung neue Gefahren birgt (Vernachlässigung der Forscher-Subjekt-Interaktion). Damit wird die Forschung stärker intersubjektiv nachvollziehbar und überprüfbar. Weiterhin gewinnt qualitativ orientierte Forschung durch Hinzuziehen quantitativer Analyseschritte in aller Regel an Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse. Diese Systematisierungen und Generalisierungen geben Argumente an die Hand gegen die Vorwürfe mangelnder Wissenschaftlichkeit, wie sie heute noch vor allem in der Psychologie gegen qualitative Forschung erhoben werden. [31]

Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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