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Quelle:Jkr/Clewing 2000

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Konrad Clewing
Titel    Mythen und Fakten zur Ethnostruktur in Kosovo - Ein geschichtlicher Überblick
Sammlung    Der Kosovo Konflikt Ursachen - Verlauf - Perspektiven
Herausgeber    Jens Reuter, Konrad Clewing
Ort    Klagenfurt, Wien, Ljubiljana, Tuzla, Sarajevo
Verlag    Wieser Verlag
Jahr    2000
Seiten    17-63
ISBN    385 1293290

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    17


Fragmente der Quelle:
[1.] Jkr/Fragment 033 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-04 12:21:10 Hindemith
BauernOpfer, Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 2-19
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 17, 18, 19, Zeilen: 17: 12-22, 30-31; 18: 1-2, 30-33; 19: 6-7
Wenn in einem Gebiet zwei Souveränitätsansprüche miteinander konkurrieren, so wie im Kosovo der 90-er Jahre diejenigen der albanischen Bevölkerungsmehrheit und der Bundesrepublik Jugoslawien, gerät die Bevölkerung mit ihrer ethnischen Struktur ins Blickfeld der Auseinandersetzungen. So war im Vorfeld der kriegerischen Auseinandersetzungen jeder der Konfliktparteien ihre Sicht der Zusammensetzung der Bevölkerung wichtig. Die kosovo-albanische Seite hat gegenüber der internationalen Öffentlichkeit stets auf einen albanischen Bevölkerungsanteil von mehr als 90 Prozent verwiesen, welcher zwar eine bewusste Übersteigerung darstellt, jedoch der Realität relativ nahe kommt, während die serbische Seite glauben machen wollte, dass der Albaner-Anteil an der Bevölkerung nur etwa halb so hoch sei. Dadurch wollten die Serben dem Eindruck entgegentreten, dass das Kosovo ein homogenes Gebiet sei, in dem es politisch einzig auf die Wünsche der Albaner ankomme.

So klar die Mehrheitsverhältnisse in den letzten Jahrzehnten waren, so umstritten ist es zwischen Albanern und Serben, wie sie entstanden sind. Nach wie vor gibt es keinen umfassenden Überblick zu den zentralen Streitfragen.40 Festzustellen ist, dass der Streit um die Entwicklung der Ethnostruktur des Kosovos nahezu identisch ist mit dem Streit um die Geschichte der Provinz überhaupt.


40 Wichtig, aber zeitlich begrenzt und in Manchem überholt ist ein Aufsatz von Ignacij Voje, Die Entwicklung des Kosovo im Lichte der ethnischen Prozesse bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, österreichische Osthefte 33, 1991, S. 359-383; der slowenische Autor behandelt den Gegenstand mit möglichster Objektivität, jedoch nur auf der Basis der west- und serbischsprachigen Literatur und für das wichtige 17. Jahrhundert ohne umfassende Berücksichtigung gedruckten Quellen, zitiert nach Konrad Clewing: Mythen und Fakten zur Ethnostruktur in Kosovo. Ein geschichtlicher Überblick, in: Der Kosovo-Konflikt, Hgg. Jens Reuter/Konrad Clewing, Klagenfurt u. a. 2000, S. 19

[Seite 17, Zeilen 12-22]

Wenn in der Gegenwart zwei Souveränitätsansprüche in einem Gebiet miteinander konkurrieren (wie im Kosovo der 1990-er Jahre diejenigen der albanischen Bevölkerungsmehrheit und des jugoslawisch-serbischen Staates sowie sekundär1 auch der kosovo-serbischen Minderheit), gerät auch deshalb die Bevölkerung mit ihren Wünschen und mit ihrer ethnischen Struktur ins Blickfeld.

So war im Vorfeld und im Verlauf des Krieges jeder der drei Konfliktparteien von 1998/99 ihre Sicht der Zusammensetzung der Bevölkerung wichtig. Die kosovo-albanische Seite versuchte mit erheblichem Erfolg, in der internationalen Öffentlichkeit die Ziffer 90 als untere Grenze für die Prozentangabe des albanischen Bevölkerungsanteils zu verankern.

[Seite 17, Zielen 30-31]

Der jeweilige Zweck der Argumentation ist klar: Die „90%“ wiesen Kosovo als im Grunde homogenes Gebiet aus, in dem es politisch einzig auf die Wün-

[Seite 18, Zeilen 1-2]

sehe der Albaner ankomme. Diese Zahl war relativ nahe an der Realität, aber doch eine bewusste Übersteigerung.

[Seite 18, Zeilen 30-33]

So klar die Mehrheitsverhältnisse der jüngeren Vergangenheit zu Tage liegen, so umstritten ist zwischen Serben und Albanern, wie sie historisch entstanden sind. Einen umfassenden Überblick zu den zentralen Streitfragen gibt es aber bislang nicht.6

[Seite 19, Zeilen 6-7]

Der Streit um die Entwicklung der Ethnostruktur Kosovos ist im Wesentlichen identisch mit dem Streit um dessen Geschichte überhaupt.



1 [...]

6 Wichtig, aber zeitlich begrenzt und in Manchem überholt ist ein Aufsatz von Ignacij VojE, Die Entwicklung des Kosovo im Lichte der ethnischen Prozesse bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, Österreichische Osthefte 33 (1991), S. 359-383; der slowenische Autor behandelt den Gegenstand mit möglichster Objektivität, jedoch nur auf der Basis der west- und serbischsprachigen Literatur und für das wichtige 17. Jahrhundert ohne umfassende Berücksichtigung der gedruckten Quellen.

Anmerkungen

In der Fußnote 40 ist die Quelle angegeben, allerdings bezieht sich dieser Verweis auf Clewing nur auf die Fußnote und dem Leser ist nicht klar, dass auch im Fließtext deutliche Anlehnungen an die Quelle zu finden sind.

Der Verweis auf Clewing; "zitiert nach Konrad Clewing [...]" ist nicht angemessen, denn Clewing wird ja direkt zitiert.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[2.] Jkr/Fragment 033 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:08:45 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 23-30
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 19, Zeilen: 7-14, 18-20, 21-22
Obwohl das Kosovo als politisches Territorium erstmals um 1870 existierte, lässt es sich wegen des albanisch-serbischen Kontakts auch für frühere Zeiten als eigenständige Geschichtslandschaft einstufen. Beiden Seiten ist ihre geschichtliche Sicht zur Begründung der eigenen Ansprüche wichtig und beide legen den Schwerpunkt auf die Ethnostruktur. Hinzu kommt, dass die Albaner auf keine eigene Staatstradition im Kosovo verweisen können, weshalb sie zunehmend auf die Bevölkerungsstruktur abgehoben haben. [Zeilen 7-14]

Denn als Verwaltungseinheit, als politisches Territorium existierte ein Gebiet dieses Namens erstmals in den 1870-er Jahren und in annähernd den heutigen Grenzen erst seit 1945. Trotzdem lässt sich Kosovo als eigenständige Geschichtslandschaft begreifen und beschreiben - und der vornehmliche Grund dafür liegt exakt im Faktum jahrhundertealten albanisch-serbischen Kontakts (und in jüngerer Zeit auch Konflikts) in der Region, das diese von den Nachbarlandschaften unterscheidet.

[Zeilen 18-23]

Beiden Seiten ist „ihre“ Geschichte zur Begründung der eigenen Ansprüche wichtig und beide legen dabei den Schwerpunkt auf die Bevölkerungsstruktur. Mit Blick auf die albanische Argumentation ist das einfach zu erklären: Da keine albanische Staatstradition im Bereich von Kosovo existiert, muss diese Seite auf die Ebene der Bevölkerung zielen, soweit sie geschichtliche Gründe für ihre aktuellen Ansprüche sucht.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[3.] Jkr/Fragment 035 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:13:45 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 1-10
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 21, 22, 25, Zeilen: 21: 13-14, 17-25, 29-31; 22: 1-2; 25: 103-104
[Die Albaner vertreten die Auffassung, dass sie seit ihrer Besiedelung im Kosovo durchgehend die Mehrheit hatten, was nur deshalb nicht so leicht zu erkennen sei, weil sie im] Mittelalter von einer kleinen serbischen Oberschicht unterworfen gewesen seien. Die offizielle serbische Geschichtsauslegung dagegen bestreitet diese These von der illyrisch-albanischen Kontinuität. Nach serbischer Auffassung war das Kosovo im Mittelalter rein serbisch besiedelt gewesen, daran habe auch die Schlacht auf dem Amselfeld 1389 und die ab 1455 etablierte osmanische Herrschaft nichts geändert. Unbestritten ist für die serbische Seite, dass die Jahre 1690 bzw. 1737 eine große Wendemarke darstellen. Wegen der osmanischen Eroberungszüge gab es umfangreiche serbischen Fluchtbewegungen aus dem Kosovo nach Norden43, was den Albanern die Möglichkeit eröffnet habe, das entleerte Land zu besiedeln.

43 Vgl. Milutin Garašanin: Illyrians and Albaniens, in: Kosovo: Past and Present, Belgrad, Review of International Affairs, S. 33ff.

[Seite 21]

Die (kosovo-)albanische Auffassung ist in ihrer Grundstruktur einfach, da sie keinen Wandel zu erklären hat. Denn aus ihrer Perspektive sind die Albaner als Nachkommen der antiken Illyrer und des in der Region siedelnden illyrischen Stammes der Dardanen die gleichsam erbberechtigte Urbevölkerung in Kosovo, nicht die erst im Frühmittelalter zugewanderten Slawen. Seither hätten sie dort kontinuierlich die Mehrheit gestellt, was nur deshalb nicht so leicht zu erkennen sei, weil sie im Mittelalter von einer schmalen serbischen Oberschicht unterworfen bzw. sozio-kulturell überschichtet gewesen seien. Nach serbischer Auffassung dagegen war Kosovo als serbisches Kernland im Mittelalter rein oder doch praktisch rein serbisch besiedelt. Daran änderten auch die Schlacht auf dem Amselfeld 1389 und die nachfolgende (in Wirklichkeit erst ab 1455 endgültig und überall etablierte) osmanische Herrschaft noch lange nichts. [...] Einig ist sich die serbische Seite in der Sicht, 1690 bzw. 1737 sei ein großer Wendepunkt: Als Profiteure zweier großer serbischer Fluchtbewegungen nach Norden auf habsburgisches Gebiet seien da-

[Seite 22]

mals erstmals in nennenswerter Zahl Albaner in das teils verwaiste, teils mit Gewalt eingenommene Gebiet eingedrungen.

[Seite 25]


21 Vgl. etwa Milutin GARAŠANIN, Illyrians and Albanians, in: Kosovo. Past and present. Hg. Ranko PETKOVIĆ. Belgrade o.J. [1989], S. 33-38, S. 37f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[4.] Jkr/Fragment 035 34 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:15:57 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 34-36, 104-105
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 22, Zeilen: 2-5
Allerdings haben die Albaner die Mehrheit gegenüber einer unterdrückten und von Islamisierung und Albanisierung dezimierten serbischen Stammbevölkerung erst im späten 19. [Jahrhundert, oder gar erst im 20. Jahrhundert erreicht.45]

45 Vgl. Kosovo, die Serben und die Albaner, Veränderungen in der ethnischen Struktur von 1918 bis 1991, Münchner Zeitschrift für Balkankunde, Sonderband 2,1996, S. 159-198

Allerdings hätten sie die Mehrheit gegenüber einer unterdrückten und von Islamisierung und Albanisierung dezimierten serbischen Stammbevölkerung erst im späten 19. Jahrhundert, nach Meinung mancher gar erst im 20. erreicht.13

13 Eine im einführenden Teil diesem Grundmuster eng folgende und darin repräsentative Darstellung findet sich in deutscher Sprache bei Milan VUČKVIĆ/Goran NIKOLIĆ, Stanovnistvo Kosova u razdoblju od 1918. do 1991. godine. Sa osvrtom na prethodni period [dt. Nebentitel: Kosovo, die Serben und die Albaner. Veränderungen in der ethnischen Struktur von 1918 bis 1991]. München 1996 (Münchner Zeitschrift für Balkankunde, Sonderband 2), S. 159-198. In gegenwartsnäheren Fragen sind die Autoren um Wissenschaftlichkeit bemüht und ihre Ausführungen zu einzelnen Gegenständen von eigenständigem Wert.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Schließt im Original direkt an die in Jkr/Fragment_035_01 wiedergegebene Passage an.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[5.] Jkr/Fragment 036 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:18:58 Guckar
BauernOpfer, Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 1-10
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 22, 23, Zeilen: 22: 27-28.30-35; 23: 1-5
Die jeweiligen Geschichtsbilder sind durch „Mythen“ geprägt, hinter denen sich im Zusammenhang mit dem Kosovo zwei konkurrierende Nationalstaatsideen verbergen. Bei allen Unterschieden in der historischen Auffassung gibt es drei wesentliche Aussagen, die beide Seiten gemeinsam vortragen: Wir waren zuerst da, wir waren seitdem immer in der Mehrheit bzw. sollten dies von Rechts wegen sein und wir sind diejenigen, denen das Land gehört, denn wenn es jemand gibt, dem die Geschichte übel mitgespielt hat, dann sind das wir. Jede Ausdehnung der „eigenen“ Gewalt über das umstrittene Gebiet ist folglich nichts anderes als ein Akt der „Befreiung“.46

46 Vgl. Clewing: Mythen und Fakten zur Ethnostuktur in Kosovo. Ein geschichtlicher Überblick, a.a.O. (Anm. 40), S. 22-23

[Seite 22, Zeilen 27-35]

3. Die Geschichtsbilder als moderne Mythen und die Instrumentalisierung der Wissenschaft

Wenn im Titel von „Mythen“ die Rede ist, so zielt dies nicht auf die Verwendung als Modewort der überlebten Postmoderne ab. Es handelt sich um dies: In Bezug auf Kosovo stehen einander zwei konkurrierende Nationalstaatsideen frontal entgegen und in deren Schlepptau auch die beiden Nationalhistoriografien. Ihre kurz geschilderten Auffassungen zu Kosovo eint bei allen Unterschieden ein gemeinsamer Glaubens-Dreisatz: a) Wir waren zuerst da; b) wir waren seitdem immer in der Mehrheit bzw. sollten dies von Rechts we-


[Seite 23, Zeilen 1-5]

gen sein; und c) wir sind diejenigen, denen das Land gehört, denn wenn es jemanden gibt, dem die Geschichte übel mitgespielt hat, dann sind das wir. Eine mögliche Aggression der eigenen Seite gegenüber den Anderen ist damit ausgeschlossen, jede Ausdehnung der „eigenen“ Gewalt über das umstrittene Gebiet ist nichts Anderes als ein Akt von „Befreiung“.15

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben trotz Nennung der Quelle ungeklärt.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[6.] Jkr/Fragment 039 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-30 07:26:25 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 17-24, 27-29
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 45, Zeilen: 23-33
[Zeilen 17-24]

Als Folge der Kriege zwischen Serbien und dem Osmanischen Reich von 1876-1878 trat ein tiefgreifender Wandel ein, der sich bis in die Gegenwart auswirkt. Die mit den Kriegen einhergehende Expansion Serbiens und seine weitreichenden Ansprüche auch auf das Kosovo setzten mit der Politisierung der ethnischen Zugehörigkeit eine Entwicklung in Gang, die seitdem den Hintergrund für die Konfliktgeschichte der Region abgibt. Sie ist geprägt von der Existenz konkurrierender serbischer und albanischer Ansprüche auf die faktische und staatliche Vorherrschaft in der Region.

[Zeilen 27-29]

Der dadurch entstandene ethnoterritoriale Konflikt hat wiederholt folgenschwere Rückwirkungen auf die Situation der einzelnen Bevölkerungsteile gehabt.

Denn im Gefolge des Krieges zwischen Serbien und dem Osmanischen Reich von 1876-1878 tritt ein tiefgreifender Wandel ein, der bis heute fortwirkt. Die territoriale Expansion Serbiens und seine weiterreichenden Ansprüche auch auf Kosovo setzten mit der Politisierung der ethnischen Zugehörigkeit eine Entwicklung in Gang, die seitdem den Hintergrund für die Geschichte der Region abgibt. Sie ist geprägt von der Existenz konkurrierender serbischer und albanischer Ansprüche auf die faktische und staatliche Vorherrschaft in der Region. Der dadurch definierte ethnoterritoriale Konflikt hat wiederholt folgenschwere Rückwirkungen auf die Situation der einzelnen ethnischen Bevölkerungsteile ausgeübt.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), WiseWoman

[7.] Jkr/Fragment 040 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:01:18 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 7-30
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 46, 47, Zeilen: 46: 5-23.25-26.30-31; 47: 1-11
Dort siedelte nahe dem heutigen Kosovo eine zahlenmäßig in der Mehrheit befindliche albanische Bevölkerungsgruppe, eng verzahnt mit ihren serbischen Nachbarn.55 Diese Albaner wurden nahezu alle an der Jahreswende 1877/78 von den serbischen Truppen in die Flucht getrieben. Ein großer Teil der Vertriebenen fand schließlich im Kosovo eine dauerhafte Bleibe.56 Diese Vertreibung reiht sich in eine allgemeine Linie ein, entlang derer die Angehörigen der muslimischen Bevölkerungsgruppen Südosteuropas durch die neuen „christlichen“ Nationalstaaten zwischen 1821 und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in einer Wechselwirkung von Krieg, Flucht und Vertreibung verdrängt wurden. In seiner direkten Auswirkung für das Kosovo war der Vorgang neu für die Region. Es war die serbische Regierung, welche gezielte Gewalt einsetzte und erstmals eine „ethnische Säuberung“ in die Region einführte und damit die weitere negative Entwicklung der interethnischen Beziehungen prägte.

Für das Kosovo war damit eine Politisierung des Nationalen verbunden, weshalb die Geburtsstunde der albanischen Nationalbewegung nicht zufällig in Prizren stattfand. In der damals wichtigsten, im Südwesten des Kosovo gelegenen Stadt gründete sich am 10. Juni 1878 die „Liga von Prizren“ als panalbanische Versammlung. Sie verfolgte die Ziele, den drei Tage später beginnenden und zur Regelung der „Orientalischen Frage“ einberufenen Berliner Kongress dahingehend zu beeinflussen, dass keine albanischen Siedlungsgebiete an Serbien, Montenegro und Griechenland abgetreten und alle bereits besetzten Gebiete zurückgegeben werden sowie die Autonomie für Albanien innerhalb des Osmanischen Reiches.


55 Vgl. Johann Georg von Hahn, Reise von Belgrad nach Salonik, Wien 1868 sowie Fatos Baxhaku, Die Bevölkerungsstruktur der ethnischen Grenzzone von Albanern, Serben und makedonischen Slawen, Österreichische Osthefte Nr. 36, 1994, S. 245-264

56 Malcolm, Kosovo, a.a.O. (Anm. 42), S. 229

[Seite 46, Zeilen 5-23]

Dort siedelte südlich von Niš und besonders in der direkt an Kosovo angrenzenden Gegend von Toplica eine zahlenstarke albanische Bevölkerungsgruppe, eng verzahnt mit ihren serbischen Nachbarn, in insgesamt rund 600 Ortschaften mit je etwa zur Hälfte albanischer und serbischer Mehrheit.95 Diese Albaner wurden unter zahlreichen Todesopfern nahezu alle an der Jahreswende 1877/78 von den anrückenden serbischen Truppen in die Flucht getrieben; eine spätere Rückkehr in die Heimat wurde ihnen verwehrt. Betroffen waren nach einer zu hoch angesetzten Zahl 200.000 Personen, während die in der serbischen Literatur angegebene Ziffer von 30.-35.000 zu niedrig ist und allenfalls zur ungefähren Angabe derer dienen kann, die anschließend in Kosovo eine dauerhafte Bleibe fanden; eine wohlinformierte zeitgenössische Stimme schätzte die Zahl der Vertriebenen auf 83.000; gegen 50.000 mögen sich in Kosovo niedergelassen haben.96

Der Vorgang reiht sich in eine allgemeine Linie ein, entlang derer die Angehörigen der muslimischen Bevölkerungsgruppen Südosteuropas durch die neuen „christlichen“ Nationalstaaten zwischen 1821 und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in einer Wechselwirkung von Krieg, Flucht, Vertreibung und staatlicher Diskriminierungspolitik zu einem großen Teil ermordet oder verdrängt wurden.

[Seite 46, Zeilen 25-26]

In der direkten Rückwirkung auf Kosovo war der Gewaltakt jedoch etwas Neues für die Region.

[Seite 46, Zeilen 30-31]

Dagegen war es die Regierung in Belgrad, welche gezielte Gewalt und „ethnische Säuberung“ als ethnopolitische

[Seite 47, Zeilen 1-11]

Mittel in die Region einführte und damit die weitere Entwicklung der interethnischen Beziehungen auf Dauer im negativen Sinne prägte.

Für Kosovo ging ganz unmittelbar eine Politisierung des Nationalen einher. Die Geburtsstunde der albanischen Nationalbewegung fand nicht von ungefähr in Prizren statt. Dort gründete sich am 10. Juni 1878 die gesamtalbanische „Liga von Prizren“, die sich gegen die für die Albaner nachteiligen Bestimmungen des im März zwischen Russland und dem Osmanischen Reich geschlossenen Vorfriedens von San Stefano wandte und den bevorstehenden Berliner Kongress zu beeinflussen suchte. Grundposition war die strikte Ablehnung jeder Abtretung von albanischem oder gemischtem Siedlungsgebiet an die Nachbarstaaten, allen voran Serbien und Montenegro.


95 Vgl. als wichtige Quelle Johann Georg VON HAHN, Reise von Belgrad nach Salonik. Wien 21868 sowie zur Forschung Fatos BAXHAKU, Die Bevölkerungsstruktur der ethnischen Grenzzone von Albanern, Serben und makedonischen Slawen (zweite Hälfte des 19. bis Anfang des 20. Jh.s), Österreichische Osthefte 36 (1994), S. 245-264.

96 Maßgeblich nunmehr Sabit UKA, Debimi i shqiptareve nga Sanxhaku i Nishit dhe vendosja e tyre ne Kosove, 1878-1912 [Die Vertreibung der Albaner aus dem Sandschak Nis und ihre Ansiedlung in Kosovo]. Bde. 1-2 und 3 Prishtine 1994, der aber (Bd. 1-2, S. 29) den Einwohnerfaktor pro evidentierter Siedlung unplausibel hoch ansetzt und deshalb auf 200.000 Betroffene kommt; vgl. dort S. 25-28 zu den anderen Zahlen; MALCOLM, Kosovo, S. 229 zu den 50.000.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Im letzten Satz löst sich Jkr ein wenig von der Vorlage. Bis dahin aber herrscht völlige inhaltliche und vielfach wörtliche Übereinstimmung mit der ungenannt bleibenden Vorlage.

Sichter
(Hindemith), WiseWoman, Guckar

[8.] Jkr/Fragment 041 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 23:17:32 WiseWoman
BauernOpfer, Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 3-13
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 47, Zeilen: 9ff
Grundposition war die strikte Ablehnung jeder Abtretung von albanischem oder gemischtem Siedlungsgebiet an die Nachbarstaaten, allen voran Serbien und Montenegro. Insbesondere vor dem Hintergrund vorangegangener Vertreibungen wurde dies von den Albanern im Kosovo als Existenzfrage angesehen. Dieser Faktor spielte im Agieren der albanischen Nationalbewegten im Kosovo noch Jahrzehnte später eine maßgebliche Rolle.58 Die Verknüpfung von Gebietsstreit und eigener Existenz, in Abwehrhaltung gegen die nördlichen Nachbarn, stand damit am Beginn der nationalen Politisierung bei den Albanern. Die zuspitzende Wirkung dieser Kopplung dauerte im weiteren Zerfallsprozess des Osmanischen Reiches angesichts der konstanten Überlappung der territorialen Ambitionen aller beteiligten Seiten fort.

58 Konrad Clewing, Mythen und Fakten zur Ethnostruktur in Kosovo, a.a.O. (Anm. 40), S. 47

Grundposition war die strikte Ablehnung jeder Abtretung von albanischem oder gemischtem Siedlungsgebiet an die Nachbarstaaten, allen voran Serbien und Montenegro. Dass dies (wie auch die in der Intention religionsübergreifende, aber faktisch deutlich islamische Ausrichtung der Liga) vor dem Hintergrund der voran gegangenen Vertreibung und der Anwesenheit von mehreren Zehntausend Vertriebenen zu sehen ist und von den Albanern Kosovos als Existenzfrage aufgegriffen werden musste, kommt in der bisherigen Literatur nicht ausreichend zur Geltung. In Wirklichkeit spielte dieser Faktor aber im Agieren der albanischen Nationalbewegten in Kosovo noch Jahrzehnte später eine maßgebliche Rolle.99 Die reale Verknüpfung von Gebietsstreit und eigener Existenz, in Abwehrhaltung gegen die nördlichen Nachbarn, stand damit am Beginn der nationalen Politisierung bei den Albanern. Die zuspitzende Wirkung dieser Koppelung dauerte im weiteren Zerfallsprozess des Osmanischen Reiches angesichts der konstanten Überlappung der territorialen Ambitionen aller beteiligten Seiten fort.

99 [...]

Anmerkungen

Ein Quellenverweis ist vorhanden, er macht dem Leser aber keineswegs klar, dass es sich hier um eine wörtliche Übernahme handelt und dass diese auch nach dem Verweis noch weitergeht.

Sichter
(Hindemith), WiseWoman

[9.] Jkr/Fragment 041 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-30 07:51:30 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 26-30
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 48, Zeilen: 3ff
Die Möglichkeit zur nationalen Aufladung dieses Konflikts ergab sich zwangsläufig und ergänzte die wachsende Wahrnehmung der jeweils anderen Seite als Bedrohung, welche aufgrund des vorhandenen Territorialkonflikts ohnehin schon gegeben war. Konkret darunter zu leiden hatte die kaum geschützte serbische Bevölkerungsminderheit. [Zeilen 3-7]

Die Möglichkeit zur nationalen Aufladung dieses Konflikts ergab sich von selbst und ergänzte die wachsende Wahrnehmung der jeweils anderen Seite als eine Bedrohung, die durch den schon von den Zeitgenossen in Verbindung mit der Existenz der „Anderen“ betrachteten Territorialkonflikt ab 1878 ohnehin gegeben war [...]

[Zeilen 10-12]

Konkret darunter zu leiden hatte die vom schwachen und sich selbst in der Defensive befindenden osmanischen Staat kaum geschützte serbische Bevölkerungsminderheit.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[10.] Jkr/Fragment 042 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:21:43 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 3-9
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 48, Zeilen: 17-21, 33-36
Das Jahr 1912 markierte dabei einen tiefen Einschnitt innerhalb der vom Territorialkonflikt definierten Epoche. Im Ersten Balkankrieg im Herbst dieses Jahres besetzten serbische und montenegrinische Truppen mit Waffengewalt das Gebiet des Kosovo. Die serbische Minderheit wird diese Besetzung als Befreiung empfunden haben. Für die albanische Mehrheit von damals etwa 75 Prozent der Bevölkerung dagegen gestaltete sich das von blutiger Militärgewalt begleitete Vorgehen als brutale Eroberung, [...] [Zeilen 17-21]

Innerhalb der vom Territorialkonflikt definierten Gesamtepoche ab 1878 markiert das Jahr 1912 einen Einschnitt in der politischen Geschichte und im Gefolge dessen auch in der Bevölkerungsgeschichte. Im Herbst dieses Jahres erwarben Serbien und Montenegro in einem kurzen Feldzug im Ersten Balkankrieg Kosovo de facto.

[Zeilen 33-36]

Für die örtlichen Serben bedeutete das Vordringen der serbischen und montenegrinischen Truppen im Oktober 1912 angesichts der zugespitzten interethnischen Lage bestimmt eine Befreiung. Für die albanische Mehrheit aber war es eine von brutaler Militärgewalt begleitete Eroberung.

Anmerkungen

Trotz inhaltlicher Identität und zum Teil identischer Formulierungen kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[11.] Jkr/Fragment 043 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-31 23:56:30 Graf Isolan
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 15-19
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 49, Zeilen: 24ff
Während der Truppeneinmarsch der Entente nach dem Ersten Weltkriegs im Herbst 1918 in das Kosovo kampflos vonstatten ging, führte das baldige Nachrücken der serbischen Truppen Ende 1918 zu einer weitgehenden Wiederholung der Ereignisse von 1912. Mehr als Zehntausend Albaner fanden bei den erbitterten Kämpfen den Tod.66

66 Miranda Vickers, Between Serb and Albanian. A history of Kosovo, London 1998, S. 98

Während aber der Einmarsch der am Ende auch von den Hoffnungen der politischen Vertreter der Kosovo-Albaner begleiteten Entente-Truppen im Herbst 1918 kampflos vonstatten ging, führte das baldige Nachrücken der serbischen Truppen zu einer weitgehenden Wiederholung der Ereignisse von 1912. Eine zeitgenössische inoffizielle, penible Auflistung für die Zeit von Ende 1918 bis Juni 1921 enthält Angaben zu 12.371 zivilen kosovarischen Todesopfern.108

108 In einer exilkosovarischen Petition an den Völkerbund vom Juli 1921, unter Angaben der Namen und Wohnorte; vgl. VICKERS, Between Serb and Albanian, S. 98.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Graf Isolan

[12.] Jkr/Fragment 043 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-04 18:30:54 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith, Graf Isolan
Gesichtet
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 23-27
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 52, Zeilen: 3-9
Das Kosovo blieb aber auch im SHS-Staat ein Teil Serbiens. Zwischen den Weltkriegen herrschten in der Provinz halbkoloniale und strikt diskriminatorische Verhältnisse. Die Minderheitenrechte, zu deren Einhaltung sich der SHS-Staat 1919 gegenüber dem Völkerbund verpflichtet hatte, wurden der albanischen Volksgruppe vorenthalten. Parallel zur gewaltsamen (Wieder-)Herstellung der nunmehr im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen aufgegangenen südslawischen Staatsmacht in Kosovo zogen dort halbkoloniale und von strikter ethnischer Diskriminierung der Mehrheitsbevölkerung gekennzeichnete Verhältnisse ein. Die Minderheitenrechte, zu deren Einhaltung sich der SHS-Staat 1919 gegenüber dem Völkerbund verpflichtet hatte, blieben der albanischen Volksgruppe vorenthalten.115

115 Vgl. Malcolm, Kosovo, S. 267-269.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith, Graf Isolan), Guckar

[13.] Jkr/Fragment 044 22 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-07 07:42:29 Graf Isolan
Clewing 2000, Fragment, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 13-24
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 53, Zeilen: 5-20
Im Zweiten Weltkrieg trat mit der Zerschlagung Jugoslawiens durch die Achsenmächte im April 1941 vorübergehend eine Wende ein. Etwa zwei Drittel des Kosovos wurde italienisch besetzt und bald darauf an das von Italien seit der Invasion von 1939 komplet [sic] abhängige Albanien angeschlossen. Der Südosten wurde von Bulgarien annektiert, während das Gebiet um Mitrovica als autonomer, albanisch dominierter Kreis an das deutsch besetzte Restserbien gelangte. Nach den seit 1912 und 1918 gemachten Erfahrungen war dies für die albanische Mehrheit im deutschen und vor allem im italienischen Machtbereich eine „Befreiung“, erhielt sie doch Schulen, eine eigene Verwaltung und unter Italiens Ägide die Zugehörigkeit zum „eigenen“ Staat Albanien. Albanisch wurde nun Amtssprache. Wieder gab es aber auch Leidtragende dieser Entwicklung, in diesem Fall die serbische Minderheit. Die rasche Zerschlagung Jugoslawiens nach dem deutschen Angriff im April 1941 brachte für Kosovo eine völlige Umgestaltung der Lage. Das Gebiet der späteren Autonomen Provinz wurde dreigeteilt: gut zwei Drittel mit Prizren, Gjakova, Peja und Prishtina kamen unter italienische Besatzung und einige Monate darauf an das italienisch beherrschte Albanien. Die Kontrolle des Nordostens um Mitrovica wurde wegen dessen Rohstoffreichtums samt Vushtrria und Podujeva von der deutschen Besatzungsmacht beansprucht; das Gebiet bildete zusammen mit dem benachbarten Novi Pazar als eigener Bezirk mit faktischem Sonderstatus einen Bestandteil des von Deutschland okkupierten und von der Kollaborationsregierung Aćimović bzw. Nedić regierten Serbien. Der Südosten mit Gjilan und Kaçanik kam unter bulgarische Herrschaft. Im italienischen und deutschen Herrschaftsbereich besserten sich die Volksgruppenrechte der Mehrheit umgehend: die Kosovo-Albaner erhielten eigene Schulen und Beamte, Albanisch wurde Amtssprache. Leidtragende der Entwicklung gab es aber auch - die Kosovo-Serben, vor allem die Kolonisten.
Anmerkungen

Um einige Fakten gekürzt und trotz Bemühungen um eigene Formulierungen inhaltlich - teilweise bis in die Details - übereinstimmend. Eine Kennzeichnung als Übernahme unterbleibt, eine Quellenangabe fehlt vollständig.

Sichter
(Graf Isolan)

[14.] Jkr/Fragment 045 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:29:19 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 6-11, 14-18
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 53, Zeilen: 20-32
Vom offenen ethnischen Konflikt und Bürgerkrieg, wie er in anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien herrschte, war das Kosovo dagegen vergleichsweise wenig betroffen. Dies lag daran, dass die serbische Bevölkerungsbasis für eine stärkere Präsenz serbischer Untergrundkämpfer, so genannter Tschetniks, zu schwach war. Außerdem konnten die jugoslawisch-kommunistisch gelenkten regionalen Partisanen, die sich in den nationalpolitischen Zielen letztlich entgegen ihrer zeitweiligen Forderung nach einem Recht des Kosovo auf Selbstbestimmung und auf fortbestehende Vereinigung mit Albanien den Vorgaben ihrer gesamtjugoslawischen Zentrale unterordnen mussten, schon wegen der mit ihnen verbundenen Aussicht auf Rückkehr der jugoslawischen Herrschaft kaum Rückhalt gewinnen.71 Eine gewaltlose Zeit war der Zweite Weltkrieg aber auch im Kosovo beileibe nicht, vor allem nicht ab 1943. Mit Blick auf die Serben spricht eine großzügige Schätzung von 7.000 Toten und 93.000 Vertriebenen.72

71 Vgl. Malcolm, Kosovo, a.a.O. (Anm. 42), S. 306f. (nationalalbanischer Widerstand) und Bernd J. Fischer, Albania at War, 1939-1945, London 1999, S. 237-240

72 Branislav Bozović/Vavicö Milorad, Rauhe Zeiten im Kosovo und in Metohija, Belgrad 1991, S. 400-402 und ebenda, S. 312f.

Zwar war Kosovo verglichen mit anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien wenig betroffen vom Kampf gegen die Besatzer und vom internen ethnischen oder ideologischen Krieg: Für eine stärkere Präsenz serbischer Četniks war die serbische Bevölkerungsbasis zu schwach und die jugoslawisch-kommunistisch gelenkten Partisanen konnten schon wegen der mit ihnen verbundenen Aussicht auf die Rückkehr der jugoslawischen Herrschaft bei der Mehrheit kaum Rückhalt gewinnen121.

Aber auch in Kosovo war die Zeit des Zweiten Weltkriegs alles andere als gewaltfrei, vor allem, wie gesagt, nicht für die dortigen Serben. Von zwei patriotischen serbischen Wissenschaftlern festgehaltene Schätzungen der statistischen Folgen können dabei als Obergrenzen gelten: ca. 7.000 Tote und etwa 93.000 Vertriebene, wobei vor allem die erste Zahl deutlich zu hoch liegen dürfte. [...]122.


121 Vgl. MALCOLM, Kosovo, S. 297f.

122. Branislav BOŽOVIĆ/Milorad VAVIĆ, Surova vremena na Kosovu i u Metohiji. Kvizlinzi i Kolaboracija u Dru- gom svetskom ratu [Rauhe Zeiten in Kosovo und Metohija. Quislinge und Kollaboration im Zweiten Weltkrieg]. Beograd 1991, S. 400-402 (ihre genaueren Angaben ebd. zu Teilgebieten lassen die Zahl zu den Toten übertrieben scheinen); zum Weiteren vgl. Malcolm, a.a.O., S. 312 f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme trotz inhaltlicher und zum Teil wörtlicher Übereinstimmung.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[15.] Jkr/Fragment 045 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-31 14:04:35 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 19-27
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 53, 54, Zeilen: 53: 33-37; 54: 1-4
Für die Bevölkerungsmehrheit kulminierte die gegen sie gewendete Gewalt erst nach dem Abzug der deutschen Truppen im Herbst 1944 mit der Wiederherstellung der jugoslawischen Herrschaft. Dieses Mal stand das gewalttätige Vorgehen unter kommunistischen Vorzeichen. Das folgende Wechselspiel von Repression und Widerstand erreichte seinen Höhepunkt von Januar bis März 1945 im Raum Drenica. Hier kam es zur offenen Rebellion mehrerer Tausend zwangsrekrutierter albanischer Partisanen, welche die Unterstützung der örtlichen Zivilbevölkerung fand und von den neuen Landesherren nur mit großem Aufwand niedergeworfen werden konnte. [Seite 53, Zeilen 33-37]

Für die albanische Mehrheit kulminierte die gegen sie gewendete Gewalt erst bald nach dem Abzug der deutschen Truppen (im September/Oktober 1944) mit der Wiederherstellung der jugoslawischen Herrschaft, die diesmal unter kommunistischen Vorzeichen stand. Das anschließende Wechselspiel von Repres-

[Seite 54, Zeilen 1-4]

sion und Widerstand erreichte seinen Höhepunkt von Januar bis März 1945 im Raum Drenica: in einer nur mit großem Aufwand niedergeworfenen Rebellion mehrerer Tausend frisch rekrutierter kosovo-albanischer Partisanen, unterstützt von der dortigen Zivilbevölkerung.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[16.] Jkr/Fragment 045 32 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:29:23 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 32-37, 101-103
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 54, Zeilen: 6-13
Anders als den Jugoslawiendeutschen blieb den Albanern das Schicksal der Vertreibung erspart. Noch im Herbst 1944 war sie in der neuen serbisch-kommunistischen Führungsschicht ernsthaft in Erwägung gezogen worden. Ähnlich wie bei den von den Überlegungen gleichfalls betroffenen Ungarn der Vojvodina waren es außenpolitische Motive, die schließlich gegen eine solche Maßnahme sprachen. Albanien und analog Ungarn war schließ[lich bis zum Zerwürfnis zwischen Moskau und Belgrad im mächtepolitisch begründeten Kominform-Streit von 1948 ein befreundeter Nachbar von Tito-Jugoslawien gewesen.73]

73 Vgl. Robert Elsie, Kosovo. In the Heart of the Powder Keg, New York, 1997, S. 449-464; dort ist das Memorandum von Vaso Cubrilović vom 3.11.1944 zur Vertreibung der Albaner, Deutschen und Ungarn abgedruckt; systematisch vertrieben wurden schließlich die noch im Lande verbliebenen unter den ca. 500.000 Deutschen der Vorkriegszeit, für die keine solche außenpolitische Rücksichtnahme Anwendung fand.

Wie in der Zwischenkriegszeit gab es Ende 1944 Planungen zur Vertreibung der Albaner aus Jugoslawien, teils von den gleichen Personen, die nun aber innerhalb der neuen kommunistischen Führungsschicht agierten.124 Anders als den Jugoslawiendeutschen blieb den Albanern ähnlich wie den Magyaren dieses Schicksal jedoch erspart; die kompletten bzw. teilweisen kommunistischen Machtergreifungen in Tirana und in Budapest machten zum Glück für die Betroffenen einen solchen Akt gegen einem „Bruderstaat“ zurechenbare Bevölkerungsgruppen unmöglich.

124 Nämlich wieder durch Vasa Čubrilović, hier in einem Memorandum vom 3.11.1944 zugunsten der Vertreibung der Albaner, Deutschen und Magyaren; in engl. Übersetzung abgedruckt in: Kosovo. In the heart of the powder keg, S. 449-464.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme trotz inhaltlicher und zum teil wörtlicher Identität

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[17.] Jkr/Fragment 047 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 18:05:19 Graf Isolan
Clewing 2000, Fragment, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 31-33
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 56, Zeilen: 5-8, 106, 116-119
Die Geburtenrate der Albaner schürte die Hysterie vor einer biologischen Verdrängung der Serben und wurde als gezieltes Instrument antiserbischer Politik, als schmutziger demografischer Krieg für ein ethnisch reines Kosovo [interpretiert.81]

81 Marko Mladenovic, Counter-revolution in Kosovo, demographic policy and family planning, in: Kosovo 1389-1989, Belgrad 1995, S. 141-150

Wichtig ist jedoch, dass viele serbische Betrachter im Bevölkerungsverhalten der Albaner eine gezielte chauvinistische Waffe und ein planmäßiges Vorgehen zur Verdrängung der Serben vermuteten und sich kollektiv in einer Defensive sahen, die ihrer Meinung nach „Gegenmaßnahmen“ gleichsam erzwang.130

130 Die psychologisch erklärbaren Reaktionen reichten bis zu Ansätzen von Hysterie und die Übergänge zu gezielter nationalpolitischer Propaganda waren ab der chauvinistischen Neugestaltung der serbischen Politik in den 80-er Jahren fließend; [...] In einem vom Serbischen Schriftstellerverband 1989 herausgegebenen Sammelband war im Text der englischsprachigen Ausgabe von einem „dirty demographic war for an ethnically pure Kosovo“ die Rede (Marko MLADENOVIĆ, Counter-revolution in Kosovo, demographic policy and family planning, in: Kosovo 1389-1989. Serbian Literary Quarterly 1989, 1-3. Special edition on the occasion of 600 years since the Battle of Kosovo. Beograd [1989], S. 141-150, hier im Einführungssatz S. 141;

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Die Formulierung "schmutziger demografischer Krieg für ein ethnisch reines Kosovo" wird einszueins aus dem Englischen übersetzt.

Sichter
(Graf Isolan)

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