Fandom

VroniPlag Wiki

Quelle:Jkr/Giersch 2000

< Quelle:Jkr

31.363Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Carsten Giersch
Titel    NATO und militärische Diplomatie im Kosovo-Konflikt
Sammlung    Der Kosovo Konflikt Ursachen - Verlauf - Perspektiven
Herausgeber    Jens Reuter, Konrad Clewing
Ort    Klagenfurt, Wien, Ljubiljana, Tuzla, Sarajevo
Verlag    Wieser Verlag
Jahr    2000
Seiten    443-466
ISBN    385 1293290

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    nein
Fragmente    32


Fragmente der Quelle:
[1.] Jkr/Fragment 101 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-25 20:16:01 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 19-31
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 445, Zeilen: 3-16
Im Gegensatz zum Bosnien-Krieg stand die NATO dem Kosovo-Konflikt 1998 nicht völlig unvorbereitet gegenüber. In den acht Jahren seit dem Ende des Kalten Krieges hatte der als Bündnis zur kollektiven Verteidigung gegründete Atlantikpakt eine beträchtliche Transformation durchlaufen.200 Neben den Kooperationsvereinbarungen mit den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten und Russland gehörte dazu auch eine neue Verantwortlichkeit der NATO für Bedrohungen der Sicherheit in Europa durch ethnische Konflikte. Das Bündnis hat sich deshalb nach und nach für „out-of-area“-Einsätze zunächst im Dienst der OSZE und der UN geöffnet. Das Adria-Embargo gegen die BR Jugoslawien, die Überwachung des Flugverbots über Bosnien und die Luftnahunterstützung für die UN-Friedenstruppen in Bosnien wurden, ausgestattet mit einem UN-Mandat, durchgeführt. Dabei hat die NATO teilweise auch schlechte Erfahrungen gemacht.

200 David S. Yost, NATO transformed. The Alliance's new roles in international security, Washington 1998; Ulrich Weisser, Sicherheit für ganz Europa. Die Atlantische Allianz in der Bewährung, Stuttgart 1999

Anders als im Falle des Bosnien-Krieges stand die NATO dem Kosovo-Konflikt 1998 nicht völlig unvorbereitet gegenüber. In den acht Jahren seit dem Ende des Kalten Krieges hatte der als Bündnis zur kollektiven Verteidigung gegründete Atlantikpakt eine beträchtliche Transformation durchlaufen.4 Dazu gehörte neben den Kooperationsvereinbarungen mit den ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten und Russland auch eine neue Verantwortlichkeit der NATO für Bedrohungen der Sicherheit in Europa durch ethnische Konflikte. Die Allianz hat sich nach und nach für „out-of-area“-Einsätze zunächst im Dienst der OSZE und der Vereinten Nationen geöffnet. Das Adria-Embargo gegen Serbien/Montenegro, die Überwachung des Flugverbots über Bosnien und die Luftnahunterstützung für die UN-Friedenstruppen in Bosnien (UN- PROFOR) wurden mit Mandat und unter Oberhoheit der Vereinten Nationen durchgeführt. Jedoch hat die NATO dabei teilweise schlechte Erfahrungen gemacht.

4 David S. Yost, NATO transformed. The Alliance’s new roles in international security. Washington 1998. Siehe aus deutscher Sicht die Darstellung des langjährigen Leiters des Planungsstabs im Verteidigungsministerium Ulrich WEISSER, Sicherheit für ganz Europa. Die Atlantische Allianz in der Bewährung. Stuttgart 1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Agrippina1

[2.] Jkr/Fragment 102 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:01:31 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 1-29, 101-112
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 445, 446, Zeilen: 445: 16-39; 446: 1-21
[Es ist weder dem Zusammenhalt noch der Glaubwürdigkeit der Al-]lianz gut bekommen, dass der damalige UN-Generalsekretär Boutros-Ghali die Mandatsausübung der NATO einschränkte. Die serbischen Massaker in der muslimischen Enklave und UN-„Sicherheitszone“ Srebrenica im Juli 1995 leiteten das Ende dieses von den UN gesteuerten Systems ein. Eine zentrale Lehre des Bosnien-Konflikts war daher, dass künftig die operative Handlungsfreiheit der NATO zu wahren war. So wurde die internationale IFOR/SFOR-Truppe zur Umsetzung des Dayton-Abkommens für Bosnien zwar vom UN-Sicherheitsrat autorisiert, jedoch eindeutig dem NATO-Kommando unterstellt.201 Die schlechten Erfahrungen auf dem Balkan erklären zu einem großen Teil, warum die NATO im Kosovo-Konflikt sehr viel energischer eine unabhängige Rolle beanspruchte.

Hinderlich für ein wirkungsvolles Handeln der NATO war es, dass die Möglichkeiten auf dem Balkan von der geopolitischen Konkurrenz mit Russland bestimmt waren. Der Versuch, die Osterweiterung des Bündnisses und seine neue Rolle als regionale Ordnungsmacht auf dem Balkan mit der Kooperation mit Russland abzustimmen, ist nur sehr bedingt gelungen. Zwar wurden im Mai 1997 in der Grundakte zwischen der NATO und Russland Sonderbeziehungen in Form eines „Ständigen Gemeinsamen Rates“ etabliert. Zugleich hat die Einrichtung des „Euro-Atlantischen Partnerschaftsrates“ aber die faktische Vorrangstellung der NATO in der künftigen europäischen Sicherheitsarchitektur unterstrichen.202 Moskau versuchte der erweiterten Rolle der NATO entgegenzuwirken und tat dies in besonderem Maße dort, wo der Westen seinen Willen zur Zusammenarbeit am praktischen Beispiel zu demonstrieren suchte, bei der Regulierung des Jugoslawien-Konflikts. Im Frühjahr 1994, als die Kontroversen über die europäische Sicherheitsarchitektur in vollem Gange waren, bezogen die westlichen Mächte die politische Schutzmacht Serbiens, Russland, in die Balkan-Kontaktgruppe ein.203 Dieses Gremium sollte vor allem dazu dienen, die widersprüchlichen Großmachtinteressen auf dem Balkan auszugleichen. Die dargestellte Entwicklung verdeutlicht die Ausgangslage der NATO im Zu-[sammenhang mit dem Ausbruch des Kosovo-Krieges im Februar/März 1998.]


201 Carsten Giersch, Konfliktregelung in Jugoslawien 1991-1995. Die Rolle von OSZE, EU, UNO und NATO, Baden-Baden 1998, S. 264-295

202 Es war überaus schwierig, Russland davon zu überzeugen, dass es sich bei der „Partnerschaft für den Frieden“ mit Osteuropa und den GUS-Staaten um ein System kooperativer Sicherheit handelt und ebenso wie die Entscheidung, Polen, die Tschechische Republik und Ungarn in die NATO aufzunehmen, keine Bedrohung darstelle.

203 Die Kooperation in der Kontaktgruppe kam im Bosnien-Konflikt erstmals zum Tragen. Ihre Bilanz wurde als ambivalent eingestufl. Einerseits hat Russland an der Erarbeitung eines Friedensplans mitgewirkt, der aber erfolglos geblieben ist, weil die russische Delegation andererseits einen auch historisch begründeten Anspruch, als Großmacht auf dem Balkan eine Sonderrolle zu spielen, dadurch unterstrichen hat, dass es die Anwendung militärischer Zwangsmaßnahmen gegen die Serben strikt ablehnte.

[Seite 445, Zeilen 16-39]

Es ist weder der Glaubwürdigkeit noch dem Zusammenhalt der Allianz gut bekommen, ganz zu schweigen von den Blauhelm-Operationen selbst, dass der damalige UN-Generalsekretär Boutros Ghali und seine Beauftragten die Mandatsausübung der NATO einschränkten. Die serbischen Massaker in der muslimischen Enklave und UN-„Sicherheitszone“ Srebrenica im Juli 1995 leiteten das Ende dieses Systems ein. Eine zentrale Lehre des Bosnien-Konflikts war daher, dass künftig die operative Handlungsfreiheit der NATO zu wahren war. So wurde die internationale Truppe zur Umsetzung des Dayton-Abkommens für Bosnien (IFOR/SFOR) zwar vom UN-Sicherheitsrat autorisiert, jedoch unmißverständlich dem NATO-Kommando unterstellt.5 Diese frühen negativen Erfahrungen auf dem Balkan erklären zu einem großen Teil, warum die NATO im Kosovo-Konflikt sehr viel energischer eine autonome Rolle beanspruchte.

Die NATO und Russland

Freilich wurden die Handlungsmöglichkeiten der NATO auf dem Balkan zugleich von der geopolitischen Konkurrenz mit Russland bestimmt. Der Versuch, die Osterweiterung der NATO und ihre neue Rolle als regionale Ordnungsmacht auf dem Balkan mit der Kooperation mit Russland unter einen Hut zu bringen, ist nur sehr bedingt gelungen. Zwar wurden im Mai 1997 in der Grundakte zwischen der NATO und Russland Sonderbeziehungen in Form eines „Ständigen Gemeinsamen Rates“ etabliert. Zugleich hat die Einrichtung des „Euro-Atlantischen Partnerschaftsrates“ jedoch die faktische Vorrangstellung der NATO in der künftigen europäischen Sicherheitsarchitektur verdeutlicht. Es ist schwer, Russland davon zu überzeugen, dass es sich

[Seite 445, Zeilen 1-21]

bei der „Partnerschaft für den Frieden“ mit Osteuropa und den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion um ein System kooperativer Sicherheit handelt und ebenso wie die Entscheidung, Polen, die Tschechische Republik und Ungarn in die NATO aufzunehmen, keine Bedrohung darstellt.

Moskau versuchte der erweiterten Rolle der NATO entgegenwirken und tat dies in besonderem Maße dort, wo der Westen seinen Willen zur Zusammenarbeit am praktischen Beispiel zu demonstrieren suchte - bei der Regulierung des Jugoslawien-Konflikts. Im Frühjahr 1994, als die Kontroversen über die europäische Sicherheitsarchitektur in vollem Gange waren, bezogen die westlichen Mächte USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland die politische Schutzmacht der Serben, Russland, in die sogenannte Kontaktgruppe ein.6 Die Bilanz dieser Kontaktgruppe im Bosnien-Konflikt ist als ambivalent zu bezeichnen. Einerseits hat Russland an der Erarbeitung eines Friedensplans mitgewirkt, der aber erfolglos geblieben ist, weil Moskau andererseits einen auch historisch begründeten Anspruch, als Großmacht auf dem Balkan eine Sonderrolle zu spielen, dadurch unterstrichen hat, dass es die Anwendung militärischer Zwangsmittel gegen die Serben durchweg ablehnte. In Wirklichkeit diente die Kontaktgruppe vor allem dazu, die widersprüchlichen Großmächteinteressen auf dem Balkan auszugleichen.

Diese Vorgeschichte verdeutlicht die Ausgangslage der NATO gegenüber dem Ausbruch des Kosovo-Krieges im Februar/März 1998:


5 Carsten Giersch, Konfliktregulierung in Jugoslawien 1991-1995. Die Rolle von OSZE, EU, UNO und NATO. Baden-Baden 1998, S. 264-295.

6 Francine Boidevaix, Une diplomatic informelle pour l’Europe. Le Groupe de Contact Bosnie. Paris 1997.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[3.] Jkr/Fragment 103 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-07 00:32:38 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 103, Zeilen: 1-30, 101-104
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 446, 447, 448, Zeilen: 446: 20-24; 447: 14-20, 28-34; 448: 1-14
[Die dargestellte Entwicklung verdeutlicht die Ausgangslage der NATO im Zu-]sammenhang mit dem Ausbruch des Kosovo-Krieges im Februar/März 1998. Die militärisch geführte Organisation stand im Spannungsverhältnis zur diplomatisch führenden Rolle der Kontaktgruppe, in der Russland bemüht war, den Einfluss des Bündnisses zu begrenzen.

Die Kontaktgruppe reagierte auf die kriegerischen Auseinandersetzungen im Frühjahr 1998, indem sie die brutalen Gewaltanwendungen der Serben am 9. März ebenso verurteilte, wie die „terroristischen Handlungen“ der UÇK203a Alles was nach einer Aufwertung der UÇK zu einer legitimen Befreiungsorganisation hätte aussehen können, wurde vermieden. Damit wurde aber auch ignoriert, dass der Kosovo-Konflikt eine völlig neue Qualität angenommen hatte und mit der UÇK nunmehr ein politischer Faktor herangewachsen war, ohne den eine Konfliktlösung nicht mehr möglich war. Der Druck auf Milošević wurde in den folgenden Wochen erhöht, indem der UN-Sicherheitsrat am 31. März wie dargelegt mit der Resolution 1160 ein Waffenembargo über Jugoslawien verhängte. Doch Hoffnungen auf den Beginn ernst gemeinter Verhandlungen auf eine Konfliktbeilegung wurden Ende Mai 1998 jäh zunichte gemacht. Das vom US-Sonderbeauftragten und Architekten des Daytoner Friedensabkommens, Richard Holbrooke, arrangierte Treffen zwischen Milošević und Rugova am 15. Mai stellte sich als eines der berüchtigten taktischen Manöver des serbischen Präsidenten heraus, dem anschließende [sic] eine Großoffensive in Kosovo folgte.

Da nicht damit zu rechnen war, dass Russland weitere, über die Resolution 1160 hinausgehende, Sanktionsdrohungen mittragen würde, schaltete sich unter Ausklammerung der Kontaktgruppe erstmals die NATO in den Kosovo-Konflikt ein. Die Außenminister der Allianz-Staaten gaben bei ihrer Frühjahrstagung am 28. Mai 1998 militärische Planungen für regionale Stabilisierungsmaßnahmen in Auftrag, wobei bemerkenswerter Weise [sic] auch die Option einer präventiven Verlegung von NATO-Truppen nach Albanien und Mazedonien aufgeführt wurde.204 Um ihre Fähigkeit zum schnellen militärischen Eingreifen zu demonstrieren, hielt die NATO am 15. Juni das bereits angesprochene Luftmanöver „Determined Falcon“ über Albanien und Mazedonien ab.


203a Statement by the Contact Goup, London, 9 March 1998

204 Statement of Ministerial Meeting, North Atlantic Council, Luxembourg, 28 May 1998, dokumentiert in: Marc Weller, The crisis in Kosovo 1989-1999. From the disslution [sic!] of Yugoslavia to Rambouillet and the outbreak of hostilities, Cambridge 1999, S. 275-276

[Seite 446, Zeilen 20-]

Diese Vorgeschichte verdeutlicht die Ausgangslage der NATO gegenüber dem Ausbruch des Kosovo-Krieges im Februar/März 1998: die militärisch führende Organisation stand im Spannungsverhältnis zur diplomatisch führenden Rolle der Kontaktgruppe, in der Russland bemüht war, den Einfluß der NATO zu begrenzen.

[Seite 447, Zeilen 14-20]

Die Kontaktgruppe verurteilte die brutale Gewaltanwendung der Serben am 9. März ebenso wie die „terroristischen Handlungen“ der Albaner.11 Alles, was nach einer Aufwertung der UÇK zu einer legitimen Befreiungsorganisation hätte klingen können, wurde sorgfältig vermieden, damit aber auch ignoriert, dass der Kosovo-Konflikt eine völlig neue Qualität angenommen hatte und mit der UÇK nunmehr auch ein politischer Faktor herangewachsen war, ohne den eine Konfliktlösung nicht mehr denkbar war.

[Seite 447, Zeilen 28-34]

Der Druck auf Belgrad wurde zwar in den folgenden Wochen schrittweise erhöht. So verhängte der Weltsicherheitsrat am 31. März mit der Resolution 1160 ein Waffenembargo über Jugoslawien12 und die westlichen Kontaktgruppe-Staaten beschlossen ohne Beteiligung Russlands eine Reihe von wirtschaftlichen, finanziellen und diplomatischen Sanktionen.13 Doch Hoffnungen auf den Beginn ernst gemeinter Autonomieverhandlungen wurden Ende Mai 1998 jäh zunichte gemacht. Das vom US-Unterhändler und Architekten des

[Seite 448, 1-14]

Daytoner Friedensabkommes für Bosnien, Richard Holbrooke, arrangierte Treffen zwischen Milosevic und Rugova am 15. Mai stellte sich als eines der berüchtigten taktischen Manöver des Serben-Führers heraus, dem anschließend eine Großoffensive in Kosovo folgte.

Da nicht zu erwarten war, dass Russland weitere westliche Sanktionsdrohungen mittragen würde, schaltete sich unter Ausklammern der Kontaktgruppe nun erstmals die NATO in den Kosovo-Konflikt ein. Die Außenminister gaben bei ihrer Frühjahrstagung am 28. Mai 1998 militärische Planungen für regionale Stabilisierungsmaßnahmen in Auftrag, wobei bemerkenswerterweise auch die Option einer präventiven Verlegung von NATO-Kräften nach Albanien und Makedonien aufgeführt wurde.14 Um ihre Fähigkeit zur schnellen Machtprojektion zu demonstrieren, hielt die NATO am 15. Juni mit 85 Flugzeugen aus dreizehn Ländern das Luftmanöver „Determined Falcon“ über Albanien und Makedonien ab.15


11 Statement by the Contact Group, London, 9 March 1998, dok. in: Weller, S. 235-236.

12 S/RES/1160 vom 31. März 1998.

13 Siehe dazu den nachstehenden Beitrag über die EU.

14 Statement of Ministerial Meeting, North Atlantic Council, Luxembourg, 28 May 1998, dok. in: Weller, S. 275-276.

15 Statement issued at the Meeting of the North Atlantic Council in Defence Ministers Session, 11 June 1998/ Presse Release: Determined Falcon demonstrates NATO’s resolve for peace and stability, a.a.O., S. 276f.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[4.] Jkr/Fragment 104 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-29 11:12:52 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 104, Zeilen: 1-7
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 448, Zeilen: 14-23
[Freilich waren die NATO-Mitglieder zu diesem Zeitpunkt noch] weit davon entfernt, das notwendige politischen [sic!] Beschlussverfahren zur Anordnung möglicher Luftschläge gegen Jugoslawien in Gang zu setzen. Auch wurden die militärischen Drohgebärden nicht mit einer konkreten Strategie zur Durchsetzung von politischen Lösungen verknüpft. Das NATO-Manöver zeitigte insofern Wirkung, als Milosevic am folgenden Tag das geringfügige Zugeständnis einer diplomatischen Beobachtermission der Großmächte für Kosovo machte. Freilich waren die NATO-Mitglieder zu diesem Zeitpunkt noch weit davon entfernt, das notwendige politische Beschlussverfahren zur Anordnung möglicher Luftschläge gegen Jugoslawien in Gang zu setzen. Auch wurde die militärische Drohgebärde nicht mit einer konkreten Strategie zur Durchsetzung einer politischen Lösung verknüpft. Das NATO-Manöver wurde außerdem am Tag darauf, am 16. Juni, in Moskau durch das Treffen des russischen Präsidenten Boris Jelzin mit Milosevic konterkariert, der durch das geringfügige Zugeständnis einer Diplomatischen Beobachtermission der Großmächte für Kosovo (KDOM16) Russland zurück ins Spiel brachte.

16 Joint Statement by President of Russian Federation and President of FRY, Moscow, 16 June 1998, a.a.O., S. 292. Die etwa 200 Personen umfassende Kosovo Diplomatic Observer Mission nahm am 6. Juli 1998 ihre Tätigkeit auf.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt, obwohl aus der Quelle mit leichten Kürzungen übernommen wurde. Am Ende findet sich in der Dissertation allerdings eine beinahe gegenteilige Aussage ("konterkariert" vs. "zeitigte ... Wirkung").

Sichter
(Hindemith), Guckar

[5.] Jkr/Fragment 104 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:36:04 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 104, Zeilen: 12-30
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 448, 449, Zeilen: 448: 26ff; 449: 1ff
Ein überraschendes Treffen Holbrookes mit mehreren UÇK-Kommandanten in Junik am 24. Juni ergab, dass die Rebellen entschlossen waren, ihren Unabhängigkeitskampf fortzusetzen. Ganz offensichtlich fehlte ein Konzept zur Einbindung der „Befreiungsarmee“ in die Suche nach einer Konfliktlösung. Das vermeintliche Erstarken der zu jenem Zeitpunkt in Brüssel immer noch als Terrororganisation angesehene UÇK kam im Gegenteil unerwünscht, weil es den westlichen Autonomieplänen für Kosovo entgegenwirkte. Jedenfalls wurde das Säbelrasseln der NATO gegenüber Jugoslawien reduziert, stattdessen stellte die Allianz klar, dass sie nicht als „Luftwaffe“ für die Rebellen agieren würde.206

Tatsächlich war die UÇK personell und ausrüstungsmäßig wie dargelegt viel zu schwach, um die angeblich bis zu vierzig Prozent „befreite Gebiete“ in Kosovo halten zu können. Durch den Stimmungsumschwung in der NATO dürfte sich Milosevic zu einer diesmal massiven Gegenoffensive ab Mitte Juli 1998 ermuntert gefühlt haben. Innerhalb kürzester Zeit verloren die Rebellen wichtige Hochburgen in Kosovo, wobei der Fall von Malisheva am 28. Juli als der eigentliche, Wendepunkt im Kriegsgeschehen gilt.207 Während das serbische Militär ein albanisches Dorf nach dem anderen zerstörte und sich ein Flüchtlingsdrama großen Ausmaßes anbahnte, blieb die NATO zunächst untätig.


206 Steven Lee Myers, NATO Threat to Intervene in Kosovo Faides as Rebels Succeed, in: New York Times vom 16. 07. 1998

201 Stefan Troebst, The Kosovo war, round one: 1998, Südosteuropa 3-4, 1999, S. 156-190

Ein überraschendes Treffen Holbrookes mit mehreren UÇK-Kommandanten in Junik am 24. Juni ergab, dass die Rebellen entschlossen waren, ihren Unabhängigkeitskampf fortzusetzen. Ganz offensichtlich fehlte ein Konzept zur Einbindung der UÇK in die Suche nach einer Konfliktlösung. Das vermeintliche Erstarken der UÇK kam im Gegenteil unerwünscht, weil es den westlichen Autonomieplänen für Kosovo entgegenwirkte. Das Säbelrasseln der NATO gegenüber Jugoslawien klang vorerst ab, statt dessen stellte die Allianz klar, dass sie nicht als Luftwaffe für die Rebellen agieren würde.17

In Wirklichkeit war die UÇK personell und ausrüstungsmäßig viel zu schwach, um die angeblich bis zu vierzig Prozent „befreiten Gebiete“[sic!] in Kosovo halten zu können. Durch den Stimmungsumschwung in der NATO

[Seite 449]

dürfte sich Milosevic zu einer diesmal massiven Gegenoffensive ab Mitte Juli 1998 ermuntert gefühlt haben. Innerhalb kürzester Zeit verloren die Aufständischen wichtige Hochburgen, wobei der Fall von Malisheva am 28. Juli als der eigentliche Wendepunkt gilt.18 Während das serbische Militär ein albanisches Dorf nach dem anderen zerstörte und sich ein Flüchtlingsdrama großen Ausmaßes anbahnte, blieb die NATO zunächst untätig.


17 Steven Lee Myers, NATO Threat to Intervene in Kosovo Faides as Rebels Succeed, New York Times 16.7.1998.

18 Troebst (wie Anm. 10), S. 178.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), JustusHaberer

[6.] Jkr/Fragment 105 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:47:00 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 105, Zeilen: 1-25, 103-108
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 449, Zeilen: 7-34, 101-105
Am 3. August hatte das US-Außenministerium lediglich bekannt gegeben, der NATO-Rat habe eine Reihe von Optionen für ein militärisches Eingreifen als Grundlage für weitere Detailplanungen gebilligt. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um mögliche Luftoperationen.209 Eine konkrete Warnung wurde nicht ausgesprochen. Auch von der Stationierung von NATO-Kräften in der Region war nicht mehr die Rede. Die Bodenmanöver, welche die NATO im Rahmen des Programms „Partnerschaft für den Frieden“ im August in Albanien und im September in Mazedonien durchführte210, dienten sicher der Stabilisierung dieser Nachbarländer und dem Training multinationaler Friedensoperationen. Eine abschreckende Wirkung auf die serbische Gewalteskalation im Kosovo hatten diese Übungen aber nicht. Mit einer diplomatischen Mission versuchte derweil der amerikanische Botschafter in Mazedonien, Christopher Hill im August/September 1998 die Voraussetzungen für eine politische Beilegung des Konflikts zu schaffen. Immerhin die Bildung eines albanischen Verhandlungsteams zu schaffen. Wegweisend war auch die Überlegung, zunächst eine Übergangsvereinbarung für das Kosovo vorzusehen. Dennoch gingen die Vermittlungsbemühungen ohne eine Beteiligung der U£K an der Realität des Krieges vorbei.

Am 4. September veröffentlichte der UN-Generalsekretär Kofi Annan einen schonungslosen Bericht über die Situation im Kosovo.211 Danach waren inzwischen etwa 230.000 Kosovo-Albaner vertrieben worden. Von den Binnenflüchtlingen wurden 50.000 schutzlos in den Bergen und Wäldern vermutet. Diese seien besonders hilfsbedürftig und drohten im herannahenden Winter in ernste Lebensgefahr zu geraten. Annan verhehlte nicht, dass er Belgrad und die serbischen Sicherheitskräfte für die humanitäre Katastrophe verantwortlich machte.


209 Steven Erlanger, NATO approval renews threat o f force in Kosovo, in: New York Times, 04. 08. 1998

210 Exercise Cooperative Assembly 98, NATO Press Release, 6 August 1998/Exercise Cooperative Best Effort 98, NATO Press Release, 3 September 1998, in: Weller, a.a.O. (Anm. 204), S. 277

211 Report of the Secretary-General Prepared Pursuant to Security Council Resolution 1160

Am 3. August gab das US-Außenministerium als Erinnerung an Milošević lediglich bekannt, der NATO-Rat habe eine Reihe von Optionen für ein militärisches Eingreifen als Grundlage für weitere Detailplanungen gebilligt. Nach Informationen der New York Times handelte es dabei im Wesentlichen um mögliche Luftoperationen.19 Eine konkrete Warnung wurde nicht ausgesprochen. Auch von der Stationierung von NATO-Kräften in der Region war nicht mehr die Rede. Die Bodenmanöver, welche die NATO im Rahmen des Programms „Partnerschaft für den Frieden“ vom 17. bis zum 22. August in Albanien und vom 10. bis zum 18. September in Makedonien durchführte20, dienten sicher der Stabilisierung dieser Nachbarländer und dem Training multinationaler Friedensoperationen; eine abschreckende Wirkung auf die serbische Gewalteskalation in Kosovo konnten diese Übungen aber nicht haben.

Im Hintergrund versuchte der amerikanische Botschafter in Makedonien, Christopher Hill, im August/September 1998 unverdrossen, Voraussetzungen für eine politische Beilegung des Kosovo-Konfliktes zu schaffen. Immerhin gelang die Bildung eines albanischen Verhandlungsteams und wegweisend war auch die Überlegung, zunächst eine Übergangsvereinbarung für Kosovo vorzusehen. Dennoch gingen die Vermittlungsbemühungen ohne eine Beteiligung der UÇK an der Realität des Krieges in Kosovo vorbei.

III. Das „Oktober-Ultimatum“

Am 4. September veröffentlichte UN-Generalsekretär Kofi Annan einen schonungslosen Bericht über die Situation in Kosovo.21 Demnach waren inzwischen etwa 230.000 Kosovo-Albaner vertrieben worden. Von den geschätzten 170.000 Binnenflüchtlingen wurden 50.000 schutzlos in den Bergen und Wäldern vermutet. Diese seien besonders hilfsbedürftig und drohten im herannahenden Winter in ernste Lebensgefahr zu geraten. Annan verhehlte nicht, dass er Belgrad und die serbischen Sicherheitskräfte für die humanitäre Katastrophe verantwortlich machte.


19 Steven Erlanger, NATO approval renews threat of force in Kosovo, New York Times 4.8.1998.

20 Exercise Cooperative Assembly 98, NATO Press Release, 6 August 1998/Exercise Cooperative Best Effort 98, NATO Press Release, 3 September 1998, in: Weller, S. 277.

21 Report of the Secretary-General Prepared Pursuant to Security Council Resolution 1160 (1998), 4 September 1998, a.a.O., S. 211-214 (S/1998/834).

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[7.] Jkr/Fragment 106 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:31:09 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 1-11, 101-104
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 450, Zeilen: 9-20, 101-104
[Dies erlaubte den NATO-]Kommandeuren, die notwendigen Mittel zur Durchführung der Luftoperationen festzustellen und bedeutete somit die konkrete Vorbereitung der Einsatzbereitschaft. 212 Erwartungsgemäß protestierte die dadurch ausmanövrierte russische Regierung213, aber auch innerhalb der Allianz war die NATO-Drohung zunächst umstritten. Vor allem in Deutschland und Frankreich bestanden erhebliche Bedenken gegen eine Anwendung militärischer Gewalt ohne ein ausdrückliches UN-Mandat, selbst wenn angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen in Kosovo eine Nothilfesituation für eine humanitäre Intervention geltend gemacht werden konnte. Die fortgesetzten serbischen Greueltaten selbst nach Verabschiedung der Sicherheitsresolution [sic!] 1199 ließen jedenfalls kaum noch die Erwartung zu, dass Milosevic internationalen Appellen Folge leisten würde.214

212 Statement by NATO Secretary-General following ACTWARN Decision, Vilamoura, 24 September 1998, in: Weller, a.a.O. (Anm. 204), S. 277

213 Statement by the Government of the Russian Federation, 4 October 1998, ebenda, S. 277

214 Report of the Secretary-General, 3 October 1998, ebenda, S. 214-218

[...]; dies erlaubte den NATO-Kommandeuren, die notwendigen Mittel zur Durchführung der Luftoperationen festzustellen und bedeutete mithin die konkrete Vorbereitung der Einsatzbereitschaft.22 Erwartungsgemäß protestierte die dadurch ausmanövrierte russische Regierung23, aber auch innerhalb der Allianz war die NATO-Drohung zunächst umstritten. Vor allem in Deutschland und Frankreich bestanden erhebliche Bedenken gegen eine Anwendung militärischer Gewalt ohne ein ausdrückliches Mandat der Vereinten Nationen, selbst wenn angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen in Kosovo eine Nothilfesituation für eine humanitäre Intervention geltend gemacht werden konnte. Neue serbische Greueltaten selbst nach Verabschiedung der Sicherheitsratsresolution 119924 ließen jedenfalls kaum noch die Erwartung zu, dass Milosevic internationalen Appellen Folge leisten würde.

22 Statement by NATO Secretary-General following ACTWARN Decision, Vilamoura, 24 September 1998, a.a.O., S. 277.

23 Statement by the Government of the Russian Federation, 4 October 1998, a.a.O., S. 277.

24 Report of the Secretary-General, 3 October 1998, a. a. O., S. 214-218.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[8.] Jkr/Fragment 106 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-25 20:48:54 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, KomplettPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 18-31, 105-106
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 450, Zeilen: 23-37, 105
Die Uneinigkeit zwischen dem Westen und Russland über mögliche Luftschläge war keineswegs ausgeräumt, dennoch unterstützte die Kontaktgruppe am 8. Oktober sechs aus der Resolution 1199 abgeleitete und der Holbrooke-Mission zugrundeliegende Forderungen an die Führung Jugoslawiens: Ende der Kampfhandlungen; Rückzug der Streitkräfte auf ihre Positionen vor dem März 1998 und Abzug der schweren Waffen; freier Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen; volle Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien; Rückkehr der Flüchtlinge und schließlich der Beginn von Verhandlungen auf der Grundlage des Hill-Entwurfs für eine Interimslösung. Die Kooperation Russlands war erreicht worden, indem die OSZE für eine mögliche Überprüfungsmission genannt wurde und eine von Holbrooke für Belgrad getroffene Vereinbarung über Kosovo in eine weitere UN-Resolution gefasst werden sollte.215

215 Contact Group Discussion on Kosovo, Statement by UK Foreign Secretary, 8 October 1998, ebenda, S. 238; zur Holbrooke-Mission siehe auch S. 92 dieser Arbeit.

Die Uneinigkeit zwischen dem Westen und Russland über mögliche Luftschläge war keineswegs ausgeräumt, dennoch unterstützte die Kontaktgrupppe [sic!] am 8. Oktober sechs aus der Resolution 1199 abgeleitete und der Holbrooke- Mission zugrundeliegende Forderungen an die Führung Jugoslawiens: Ende der Kampfhandlungen; Rückzug der Streitkräfte auf ihre Positionen vor dem März 1998 und Abzug der schweren Waffen; freier Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen; volle Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien; Rückkehr der Flüchtlinge und schließlich der Beginn von Verhandlungen auf der Grundlage des Hill-Entwurfs für eine Interimslösung. Die Kooperation Russlands dürfte erreicht worden sein, indem die OSZE für eine mögliche Überprüfungsmission genannt wurde und eine von Holbrooke mit Belgrad getroffene Vereinbarung über Kosovo in eine weitere Sicherheitsratsresolution gefasst und damit der Autorität der Vereinten Nationen unterstellt werden sollte.25

25 Contact Group Discussion on Kosovo, Statement by UK Foreign Secretary, 8 October 1998, a.a.O., S. 238.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

In weiten Strecken unverändert kopiert.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[9.] Jkr/Fragment 108 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 18:42:34 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 108, Zeilen: 3-33
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 451, 452, Zeilen: 451:16ff; 452: 1ff
Nachdem die NATO ihr Ultimatum bis zum 27. Oktober verlängert hatte, machte Milosevic zunächst keine Anstalten, den entscheidenden Kern seiner Vereinbarung mit Holbrooke, den teilweisen Abzug der Sicherheitskräfte, einzuhalten.

Es bedurfte einer Mission des NATO-Oberbefehlshabers Europa, Wesley Clark und des Vorsitzenden des Militärausschusses Klaus Naumann, um Belgrad, allen voran Slobodan Milosevic, den Ernst der Lage klar zu machen. Über den Wortlaut der Zusagen, die Clark und Naumann am 25. Oktober schließlich nach zähen Verhandlungen erhielten, herrschte lange Zeit Unklarheit. Die NATO-Vertreter nahmen lediglich eine Absichtserklärung Jugoslawiens zur Kenntnis, wonach bis zum 27. Oktober der Umfang der Sonderpolizeitruppen des serbischen Innenministeriums und der jugoslawischen Armee auf ein „normales“ Maß reduziert würden, das heißt, dass man beabsichtige, alle nach dem Februar 1998 verlegten Einheiten und schweren Waffen aus Kosovo abzuziehen. Die Polizeieinheiten sollten ihre Aktivitäten wieder aufnehmen, die verbleibenden Armeeeinheiten bis auf die Grenztruppen und drei Kompanien zur Sicherung von Kommunikationsverbindungen jedoch in ihre Kasernen zurückkehren.222 Außerdem trafen die diplomatische Beobachtermission KDOM und das serbische Innenministerium eine Abmachung223 unter anderem über die Auflösung der polizeilichen Kontrollposten und die Einrichtung von Beobachterposten. Festzustellen bleibt freilich, dass sich Belgrad vorbehalten hatte, „angemessen und verhältnismäßig auf jede Form von terroristischen Aktivitäten“ zu reagieren. Obwohl die Vereinbarungen sehr unverbindlich waren, äußerte sich NATO-Generalsekretär Javier Solana insgesamt zufrieden über den laufenden Abzug der serbischen Sicherheitskräfte und die Aufhebung des NATO-Ulitmatums. [sic] Die ACTORD blieb allerdings in Kraft, um den [sic] Drohkulisse für die Durchsetzung der UN-Resolutionen 1199 und 1203 aufrecht zu erhalten.224 Die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright zeigte sich überzeugt, dass diese Entwicklung nicht stattgefunden hätte, wäre die Diplomatie nicht mit der unmissverständlichen Drohung der NATO, Gewalt anzuwenden, kombiniert worden.225


222 Record of NATO-Serbia/FRY Meeting in Belgrade, 25 October 1998, in: Weller, a.a.O (Anm. 204), S. 283

223 Understanding between KDOM and the Ministery of the Interior of the Republic of Serbia, 25 October 1998, ebenda, S. 284

224 Statement by NATO Secretary General following Meeting of the North Atlantic Council, 27 October 1998, in Weller a.a.O. (Anm. 204)

225 Secretary of State Albright, Remarks on Kosovo, Washington, DC, 27 October 1998, ebenda, S. 285

Nachdem die NATO ihr Ultimatum bis zum 27. Oktober 1998 verlängert hatte, machte Milosevic zunächst keine Anstalten, den entscheidenden Kern seiner Vereinbarung mit Holbrooke, den teilweisen Abzug der Sicherheitskräfte, einzuhalten. Es bedurfte einer Mission, der NATO Generale Wesley Clark (Oberbefehlshaber Europa) und Klaus Naumann (Vorsitzender des Militärausschusses), um Belgrad den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Über den genauen Wortlaut der Zusagen, die Clark und Naumann am 25. Oktober 1998 schließlich erhielten, herrschte lange Rätselraten. Die NATO-Vertreter nahmen offenbar lediglich eine Absichtserklärung Jugoslawiens zur Kenntnis, wonach bis zum 27. Oktober der Umfang der Sonderpolizeitruppen des serbischen Innenministeriums und der jugoslawischen Armee auf ein „normales“ Maß reduziert, das heißt alle nach dem Februar 1998 verlegten Einheiten und schweren Waffen aus Kosovo abgezogen werden würden. Die Polizeieinheiten sollten ihre „normalen“ Aktivitäten wieder aufnehmen, die verbleibenden Armeeinheiten bis auf die Grenztruppen und drei Kompanien zur Sicherung von Kommunikationsverbindungen in ihre Kasernen zurückkehren.31 Außerdem trafen die diplomatische Beobachtermission (KDOM) und das serbische Innenministerium eine Abmachung unter anderem über die Auflösung der polizeilichen Kontrollposten und die Einrichtung von 27 Beobachterposten bis zum 29. Oktober.32

Festzuhalten bleibt erstens, dass kein verbindliches Abkommen unterzeichnet wurde. Zweitens nennt die Erklärung keine exakten Zahlen, so dass der erlaubte Truppenumfang für unterschiedliche Interpretationen seitens Belgrads offenblieb. Drittens behielt sich Jugoslawien vor, „angemessen und verhält-

[Seite 452]

nismäßig auf jede Form von terroristischen Aktivitäten“ zu reagieren. Das alles war sehr vage, doch am 27. Oktober äußerte sich NATO-Generalsekretär Javier Solana zufrieden über den laufenden Abzug serbischer Streitkräfte und das NATO-Ultimatum wurde aufgehoben; die activation order blieb allerdings in Kraft, damit die UN-Resolutionen 1199 und 1203 befolgt würden.33 US-Außenministerin Madeleine Albright gab sich überzeugt, dass diese Entwicklung nicht stattgefunden hätte, wäre Diplomatie nicht mit der Drohung der NATO, Gewalt anzuwenden, kombiniert worden.34


31 Record of NATO-Serbia/FRY Meeting in Belgrade, 25 October 1998, in: Weller, S. 283.

32 Understanding between KDOM and the Ministry of the Interior of the Republic of Serbia, 25 October 1998, a.a.O., S. 284.

33 Statement by NATO Secretary General following Meeting of the North Atlantic Council, 27 October 1998, a.a.O., S. 284.

34 Secretary of State Albright, Remarks on Kosovo, Washington, DC, 27 October 1998, a.a.O., S. 285.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), JustusHaberer

[10.] Jkr/Fragment 109 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:44:31 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 109, Zeilen: 1-36
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 452, 453, Zeilen: 452: 8ff; 453: 1ff
Im Rückblick ist festzustellen, dass das NATO-Ultimatum den Glauben an das Drohpotential von Luftschlägen stärkte, obwohl bei näherer Betrachtung kaum von erfolgreicher militärischer Diplomatie geredet werden kann. Einerseits besteht kein Zweifel, dass sich die Sicherheitslage in Kosovo zunächst wesentlich verbesserte und die befürchtete humanitäre Katastrophe durch die nun mögliche Versorgung der Flüchtlinge abgewendet werden konnte. Andererseits war klar, dass dieser Zustand nicht lange andauern würde. Denn das Ultimatum enthielt nicht die Forderung nach der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe, die allein in der Lage gewesen wäre, ein sicheres Umfeld zu schaffen. Milošević wurde in dieser Hinsicht nicht ernsthaft gefordert, weil keinerlei Bereitschaft unter den westlichen Regierungen vorhanden war, für eine solche, notwendiger Weise riskante Unternehmung Bodentruppen zur Verfügung zu stellen. Er kam mit der Hinnahme einer schwachen OSZE-Mission ziemlich günstig davon, denn er behielt auch nach dem Teilrückzug der Sicherheitskräfte alle Karten in der Hand, einschließlich der Option, doch noch eine militärische Entscheidung in Kosovo herbeizuführen. Es wäre für ihn unter diesen Umständen unsinnig gewesen, eine Konfrontation mit der NATO zu riskieren, da er weiter auf Zeit spielen konnte. Außerdem war kein Versuch unternommen worden, ihm eine unerwünschte Autonomielösung für das Kosovo aufzuzwingen. Ein weiteres Manko bestand darin, dass die UÇK nicht ebenfalls zu einem Waffenstillstand verpflichtet worden war. Wie schon nach dem NATO-Luftmanöver im Juni nutzten die Rebellen den serbischen Teilrückzug, um ihrerseits erneut vorzustoßen. Im Dezember häuften sich bereits wieder die Zusammenstöße zwischen der UÇK und den serbischen Sicherheitskräften und es war klar, dass die bestehenden Vereinbarungen einen Neuausbruch des Krieges in Kosovo kaum verhindern könnten. Klaus Naumann vermutete rückblickend, Milošević habe angesichts des Wiedererstarkens der Rebellen damals den Entschluss gefasst, die UÇK mit militärischen Mitteln zu zerschlagen.226

Tatsächlich gab es offene Anzeichen dafür, dass Milošević eine neue Offensive vorbereitete, etwa die Entlassung des Generalstabschefs der jugoslawischen Armee, Momcilo Perisic und anderer hochrangiger Befehlshaber, die das rücksichtslose serbische Vorgehen in Kosovo kritisiert hatten. Diese Entlassungen wurden im Westen teilweise als Schwäche fehlgedeutet227, obwohl die Neubesetzung mit loyalen Gefolgsleuten in Wirklichkeit zeigte, dass Milošević nach wie vor die Hebel der Macht kontrollierte. Nicht auszuschließen ist deshalb, dass sein Einlenken im Oktober lediglich eine taktische Konzession ge-[wesen ist.]


226 Klaus Naumann, Der Krieg gegen Serbien war ein Erfolg, in: FAZ, 01. 10. 1999

227 Jane Perlez, Purges hint at beginning of the end for Milošević, in: New York Times, 29. 11. 1998

Das NATO-Ultimatum stärkte den Glauben an das Drohpotential von Luftschlägen, obwohl bei näherer Betrachtung kaum von erfolgreicher militärischer Diplomatie geredet werden kann. Einerseits besteht kein Zweifel, dass sich die Sicherheitslage in Kosovo zunächst wesentlich verbesserte und die befürchtete humanitäre Katastrophe durch die nun mögliche Versorgung der albanischen Flüchtlinge abgewendet wurde. Andererseits war klar, dass dieser Zustand nicht lange anhalten konnte. Denn schließlich enthielt das NATO-Ultimatum nicht die Forderung nach der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe, die allein in der Lage gewesen wäre, ein sicheres Umfeld für Verhandlungen über eine Konfliktlösung zu schaffen. Milošević wurde in dieser Hinsicht nicht ernsthaft herausgefordert, weil keinerlei Bereitschaft unter den westlichen Regierungen vorhanden war, für eine solche, notwendigerweise riskante Unternehmung Bodentruppen zur Verfügung zu stellen. Milošević kam mit der Hinnahme einer schwachen OSZE-Mission ziemlich günstig davon, denn er behielt auch nach dem Teilrückzug der Sicherheitskräfte alle Karten in der Hand, einschließlich der Option, doch noch eine militärische Entscheidung in Kosovo herbeizuführen. Es wäre unter diesen Umständen unsinnig gewesen, eine Konfrontation mit der NATO zu riskieren, da Milošević weiter auf Zeit spielen konnte und kein Versuch unternommen worden war, ihm eine unerwünschte Autonomielösung für Kosovo aufzuzwingen.

[...]

Als ein weiterer Grunddefekt war die UÇK nicht ebenfalls auf einen Waffen-

[Seite 453]

stillstand verpflichtet worden. Wie schon nach dem Luftmanöver der NATO im Juni nutzten die Rebellen den serbischen Teilrückzug, um das entstehende Vakuum auszufüllen. Im Dezember häuften sich bereits wieder die Zusammenstöße zwischen Rebellen und serbischen Sicherheitskräften und es war klar, dass die bestehenden Arrangements einen Neuausbruch des Krieges in Kosovo kaum würden verhindern können. General Naumann vermutete rückblickend, Milošević habe angesichts des Wiedererstarkens der Rebellen damals den Entschluss gefasst, die UÇK mit militärischen Mitteln zu zerschlagen.36

Es gab durchaus offene Anzeichen dafür, dass Milošević eine neue Offensive vorbereitete, etwa die Entlassung des Generalstabschefs der jugoslawischen Armee, Momcilo Perisic und anderer hochrangiger Befehlshaber, die das rücksichtslose serbische Vorgehen in Kosovo kritisiert hatten. Diese Entlassungen wurden teilweise als Schwäche missdeutet37, obwohl die Neubesetzung mit loyalen Gefolgsleuten in Wirklichkeit zeigte, dass Milošević nach wie vor die Hebel der Macht kontrollierte. Demnach wäre sein Einlenken im Oktober lediglich eine taktische Konzession gewesen.


36 Klaus Naumann, Der Krieg gegen Serbien war ein Erfolg, FAZ 1.10.1999.

37 Jane Perlez, Purges hint at beginning of the end for Milošević, New York Times 29.11.1998.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith) JustusHaberer

[11.] Jkr/Fragment 110 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 18:45:54 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 110, Zeilen: 1-8
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 453, Zeilen: 17ff
Jedenfalls war die Säuberung wichtiger militärischer Führungspositionen ein böses Omen für die Möglichkeit einer politischen Lösung. Nach Geheimdienstinformationen, die in den Anfangstagen des NATO-Luftkrieges vom deutschen Verteidigungsminister Rudolf Scharping bekannt gemacht wurden, reichten die serbischen Planungen einer „Operation Hufeisen“ in den Dezember 1998 zurück. Danach bereitete Milosevic eine groß angelegte, die Albaner sichelförmig vom Norden her austreibende Kampagne in [sic] Kosovo vor.228

228 Vgl. Rudolf Scharping, Wir dürfen nicht wegsehen. Der Kosovo-Krieg und Europa, Berlin 1999, S. 102, S. 107, Annex III (S. 229-232)

Jedenfalls war die Säuberung wichtiger militärischer Führungspositionen ein böses Omen für die Möglichkeit einer politischen Lösung. Nach Geheimdienstinformationen, die in den Anfangstagen von „Allied Force“ im April 1999 vom deutschen Verteidigungsminister, Rudolf Scharping, bekannt gemacht wurden, reichten die serbischen Planungen einer „Operation Hufeisen“ in den Dezember 1998 zurück. Danach bereitete Milosevic eine groß angelegte, die Albaner sichelförmig vom Norden her austreibende Kampagne in Kosovo vor.38

38 Siehe dazu Rudolf SCHARPING, Wir dürfen nicht wegsehen. Der Kosovo-Krieg und Europa. Berlin 1999, S. 102, S. 107, Annex III (S. 229-232).

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Anders als Giersch 2000 schreibt Jkr sonst „im Kosovo“

Sichter
(Hindemith), JustusHaberer

[12.] Jkr/Fragment 115 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:07:55 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 24-33
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 453, 454, Zeilen: 453: 37-41; 454: 1-5
Insgesamt haben drei neue Elemente den in Rambouillet verfolgten Ansatz gekennzeichnet. Anders als im Oktober 1998, als es vor allem um die unmittelbare Abwendung einer humanitären Katastrophe ging, drohte die NATO nun erstmals mit Luftschlägen, falls die serbische Führung den vorgelegten Autonomieentwurf nicht annehmen würde. Den Kosovo-Albanern wurde bei einer Verweigerungshaltung mit dem Entzug der westlichen Unterstützung und der Blockade der Nachschubwege der Rebellen über die Adria und Albanien gedroht.244 Ein weiteres neue Tatsache war, dass erstmals Vertreter der albanischen Rebellen in die Delegation einbezogen worden waren.

244 Beide Schlüsseldokumente sind abgedruckt in: Internationale Politik, 4/1999, S. 101-104

[Seite 453, Zeilen 37-41]

Insgesamt kennzeichneten drei neue Elemente den in Rambouillet verfolgten Ansatz. Anders als im Oktober 1998, als es vor allem um die unmittelbare Abwendung einer humanitären Katastrophe ging, drohte die NATO nun erstmals mit Luftschlägen, falls die serbische Führung den vorgelegten Autonomieentwurf nicht annehmen würde. Den Kosovo-Albanern wurde bei ei-

[Seite 454, Zeilen 1-5]

ner Verweigerungshaltung mit dem Entzug der westlichen Unterstützung und der Blockade der Nachschubwege der Rebellen über die Adria und Albanien gedroht. Zweitens waren erstmals Vertreter der albanischen Rebellen in die Delegation einbezogen, eine Anerkennung der Tatsache, dass ein Friedensabkommen ohne die UÇK nicht möglich war.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[13.] Jkr/Fragment 116 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:11:13 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 1-7
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 454, Zeilen: 3-11
[Es wurde dabei der Erkenntnis Rechnung getragen, dass] ein Friedensabkommen ohne die UÇK nicht möglich war. Obwohl auch Rugova und andere prominente albanische Politiker nach Rambouillet kamen, gab der junge UÇK-Kommandant Hashim Thaçi in der albanischen Delegation den Ton an. Als drittes bauten die Autonomieverhandlungen zwar auf dem oben dargestellten Hill-Plan auf, der wesentliche Unterschied war aber, dass die politische Autonomie für Kosovo nunmehr von einer NATO-geführten, internationalen Friedenstruppe militärisch überwacht werden sollte. Zweitens waren erstmals Vertreter der albanischen Rebellen in die Delegation einbezogen, eine Anerkennung der Tatsache, dass ein Friedensabkommen ohne die UÇK nicht möglich war. Obwohl auch Rugova und weitere prominente albanische Politiker nach Rambouillet reisten, gab der junge UÇK-Kommandant, Hashim Thaçi, in der albanischen Delegation den Ton an. Drittens bauten die Autonomieverhandlungen zwar auf dem Hill-Plan auf, der wesentliche Unterschied war jedoch, dass die politische Autonomie für Kosovo nunmehr von einer NATO-geführten, internationalen Friedenstruppe militärisch überwacht werden sollte.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[14.] Jkr/Fragment 117 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:14:03 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 1-11
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 454, Zeilen: 12-22
[Das] Problem war, dass es keine Version eines Autonomieplanes gab, der für Serben und Albaner gleichermaßen akzeptabel gewesen wäre. Die albanische Seite, von der erwartet wurde, dass sie ihren Unabhängigkeitskampf aufgäbe, konnte allenfalls dann einer Übergangslösung über Autonomie zustimmen, wenn diese von einer NATO-Friedenstruppe garantiert werden würde. Die Serben lehnten eine solche bewaffnete Truppe auf ihrem Territorium strikt ab. Obwohl der Anschein der Unparteilichkeit gewahrt wurde, ist im Zusammenhang mit der Vorlage des militärischen Anhangs B zum Abkommensentwurf, der die Aufgaben und Befugnisse der geplanten NATO-geführten internationalen Friedenstruppe in Kosovo regelte, der Vorwurf laut geworden, dieser richte sich einseitig gegen jugoslawische Interessen. Es gab freilich keine Version eines Autonomieplanes mehr, der für Serben und Albaner gleichermaßen politisch akzeptabel gewesen wäre. Die albanische Seite, von der erwartet wurde, dass sie ihren Unabhängigkeitskampf aufgäbe, konnte allenfalls dann einer Übergangslösung über Autonomie zustimmen, wenn diese von einer NATO-Friedenstruppe garantiert werden würde. Die Serben lehnten eine solche bewaffnete Truppe auf ihrem Territorium strikt ab. Obwohl mühsam der Anschein der Unparteilichkeit gewahrt wurde, hatten sich die westlichen Staaten mit der Vorlage des militärischen Anhangs B zum Abkommensentwurf, der die Aufgaben und Befugnisse der geplanten 30.000 Mann starken, NATO geführten internationalen Friedenstruppe in Kosovo regelte, faktisch auf die Seite der Albaner geschlagen.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[15.] Jkr/Fragment 117 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 19:16:38 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 24-27
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 454, Zeilen: 22-27
Überraschenderweise drohte das Abkommen zuerst an den Bestimmungen zur Demilitarisierung der UÇK und an deren Forderungen nach einem Referendum zu scheitern. Letztlich bot der Plan aber auch für die militanten Albaner eine annehmbare Lösung, da keine Option endgültig verbaut wurde. Kurioserweise drohte das Abkommen zuerst an den Bestimmungen zur Demilitarisierung der UÇK und an deren Forderung nach einem Referendum über die Unabhängigkeit nach drei Übergangsjahren zu scheitern. Letztlich bot der Plan aber auch für die militanten Albaner eine annehmbare Lösung, da keine Option endgültig verbaut wurde.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[16.] Jkr/Fragment 118 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:37:55 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 118, Zeilen: 9-25
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 454, 455, Zeilen: 454: 36-40; 455: 1ff
Das Problem bestand letztlich darin, dass der Versuch einer autoritären Konfliktregulierung in Rambouillet diplomatisch und militärisch nicht ausreichend abgesichert war. Militärische Diplomatie sollte in der Lage sein, eine Konfliktpartei, die einem politischen Abkommen nicht zustimmen will, notfalls dazu zu zwingen. Die Vorstellung, allein die Androhung von NATO-Luftschlägen könnte Milošević dazu bringen, Kosovo aufzugeben, war reichlich gewagt. Die Friedenskonferenz geriet offenbar unter einen solchen Erfolgszwang, dass Milošević unterdessen in Verletzung der im Oktober getroffenen Vereinbarungen ungehindert seine Armee im und um das Kosovo aufmarschieren lassen konnte. Hinzu kam, dass Russland am 29. Januar in der Kontaktgruppe zwar die Vorladung zur Friedenskonferenz mitgetragen hatte, aber nicht die am nächsten Tag von der NATO ausgestoßene Gewaltdrohung. Es war von vorneherein klar, dass Russland in letzter Konsequenz kein Autonomieabkommen unterstützte, das die Serben nicht akzeptieren wollten, weil dann Luftangriffe drohten. Milošević durfte davon ausgehen, dass er bei einer Ablehnung des Friedensplans nicht völlig isoliert sein würde, und er konnte versuchen, den westlich-russischen [Gegensatz auszunutzen.] [Seite 454, Zeilen 36-40]

Das Problem bestand darin, dass der Versuch einer autoritativen Konfliktregulierung in Rambouillet diplomatisch und militärisch nicht ausreichend abgesichert worden war. Militärische Diplomatie sollte in der Lage sein, eine Konfliktpartei, die einem politischen Abkommen nicht zustimmen will, notfalls dazu zu zwingen. Die Vorstellung, allein

[Seite 455, Zeilen 1-8]

die Androhung von NATO-Luftschlägen könnte Milošević dazu bringen, Kosovo aufzugeben, war reichlich gewagt. Die Friedenskonferenz geriet offenbar unter einen solchen Erfolgszwang, dass Milošević unterdessen in Verletzung der im Oktober getroffenen Vereinbarungen ungehindert seine Armee in und um Kosovo aufmarschieren lassen konnte.

Hinzu kam, dass Russland am 29. Januar in der Kontaktgruppe zwar die Vorladung zur Friedenskonferenz mitgetragen hatte, aber nicht die am nächsten Tag von der NATO ausgestoßene Gewaltdrohung.

[Seite 455, Zeilen 12-17]

Russland würde in der letzten Konsequenz kein Autonomieabkommen unterstützen, das die Serben nicht akzeptieren wollten, weil dann NATO-Luftangriffe drohten. Milošević durfte davon ausgehen, dass er bei einer Ablehnung nicht völlig isoliert sein würde, und er konnte versuchen, den westlich-russischen Gegensatz auszunutzen.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[17.] Jkr/Fragment 119 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 22:22:35 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, KomplettPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 1-4
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 455, Zeilen: 17-20
In die Enge getrieben blieb ihm als möglicher Ausweg die militärische Eskalation, der Versuch, in Kosovo vollendete Tatsachen zu schaffen, in der Annahme, Kontaktgruppe und NATO würden sich über die internationalen Gegenmaßnahmen zerstreiten. In die Enge getrieben blieb ihm als möglicher Ausweg die militärische Eskalation - der Versuch, in Kosovo vollendete Tatsachen zu schaffen, in der Annahme, Kontaktgruppe und NATO würden sich über die internationalen Gegenmaßnahmen zerstreiten.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Die Übernahme beginnt schon auf der Vorseite.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[18.] Jkr/Fragment 161 34 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-01 14:31:01 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 161, Zeilen: 34-37
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 456, Zeilen: 2-4
Festzuhalten bleibt, dass die NATO die Operation „Allied Force“ nicht in erster Linie deshalb ausgelöst hat, weil Milošević den Ramboullet-Plan [sic] nicht angenommen hatte, sondern weil seine Streitkräfte im Kosovo die albanische Bevölkerung beschossen und massenweise vertrieben haben Die NATO löste die Operation „Allied Force“ letztlich nicht aus, weil Milošević den Rambouillet-Plan nicht angenommen hatte, sondern weil seine Streitkräfte in Kosovo die albanische Bevölkerung beschossen und vertrieben.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Guckar

[19.] Jkr/Fragment 164 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-26 17:25:34 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 164, Zeilen: 1-14
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 456, Zeilen: 7-25, 101-104
Nach einer Phase der Unklarheit diktierte die NATO am 12. April, also knapp drei Wochen nach dem Beginn des Luftkriegs, fünf Bedingungen für eine Einstellung der Angriffe. Die NATO verlangte von Milošević erstens die Einstellung der Kampfhandlungen im Kosovo, zweitens den Rückzug aller militärischen, polizeilichen und paramilitärischen Kräfte, drittens die Zustimmung zur Stationierung einer internationalen militärischen Präsenz, viertens die bedingungslose Rücknahme aller militärischen Einzelaktionen. Bei Nichtannahme der Bedingungen sollte ein Dreiphasenplan zur Ausführung kommen. Danach sollten zuerst jugoslawische Luftabwehrstellungen und Kommandoeinrichtungen, dann militärische Einrichtungen in Jugoslawien und auch im Kosovo, also auch südlich des 44. Breitengrades, und schließlich Ziele in Belgrad angegriffen werden. Da offenbar mit einem raschen Einlenken Miloševićs gerechnet worden war, gab es keine durchgeplante Strategie für einen länger anhaltenden Luftkrieg. Nach einer Phase der Unklarheit über ihre genauen Zielsetzungen diktierte die NATO am 12. April fünf Bedingungen für eine Einstellung der Luftangriffe. Die NATO verlangte von Milošević erstens die Einstellung der Kampfhandlungen in Kosovo, zweitens den Rückzug aller militärischen, polizeilichen und paramilitärischen Kräfte, drittens die Zustimmung zur Stationierung einer internationalen militärischen Präsenz, viertens die bedingungslose Rückkehr aller Flüchtlinge sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen und fünftens die Akzeptanz eines politischen Rahmens auf der Grundlage des Rambouillet-Plans.40

Wie diese Ziele mit einer Luftoperation erreicht werden sollten, war die große Frage. Es existierte zwar eine umfangreiche Liste militärischer Einzelziele und ein Dreiphasenplan; danach sollten zuerst jugoslawische Luftverteidigungsstellungen und Kommandoeinrichtungen, dann militärische Einrichtungen in Jugoslawien auch südlich des 44. Breitengrades, also auch in Kosovo, und schließlich Ziele in Belgrad angegriffen werden. Da jedoch offenbar mit einem raschen Einlenken Miloševićs nach Abwurf der ersten Bomben gerechnet wurde, gab es keine durchgeplante Strategie für einen länger anhaltenden Luftkrieg.41


40 Siehe bereits die „Schlussfolgerungen des Europäischen Sonderrats zu Kosovo am 8. April 1999“, dok. in: Internationale Politik, 5/1999, S. 131-133.

41 Jörg KUNZE, Kriegführung an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Eine Bilanz des Kosovo-Konfliktes, unveröff. Manuskript Vicenza 1999, S. 26.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Graf Isolan

[20.] Jkr/Fragment 165 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-25 20:14:32 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 165, Zeilen: 7-18
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 456, Zeilen: 456: 38-40; 457: 1-2, 22-29
Weil es der NATO zunächst nicht gelang,

der serbischen Offensive in Kosovo Einhalt zu gebieten und weil bis heute nicht genau festgestellt werden kann, wie viel die Luftangriffe letztlich dazu beitrugen, dass Milosevic schließlich einer diplomatischen Lösung zustimmte, wird die Anlage und Durchführung der NATO-Luftoperation umstritten bleiben.

Die USA hatten den entscheidenden Anteil an der Operation. Insgesamt wurden etwa 38.000 Einsätze geflogen, 11.000 davon zu eigentlichen Bombenangriffen.356 Die Amerikaner unternahmen 70 Prozent der Unterstützungsflüge, wobei vor allem auf die europäische Abhängigkeit von den US-Lufttankern hinzuweisen ist. Die USA und die Alliierten flogen zwar jeweils etwa die Hälfte der Kampfeinsätze, doch 80 Prozent der Angriffsmunition wurde von US-Jets ausgelöst.


356 Anthony H. Cordesman, The lessons und [sic!] non-lessons of the air und missile campaign in Kosovo, Center for Strategic und International Studies, Washingon D.C. (www.csis.org), 1999, S. 18

Weil es der NATO zunächst nicht gelang, der serbischen Offensive in Kosovo Einhalt zu gebieten, und weil bis heute nicht genau bestimmt werden kann, wieviel die Luftangriffe letztlich dazu beitrugen, dass Milosevic am 3. Juni

[Seite 457]

1999 einer diplomatischen Lösung zustimmte, wird die Anlage und Durchführung der Operation „Allied Force“ außerordentlich umstritten bleiben.[...]

Die Vereinigten Staaten hatten den entscheidenden Anteil an der Operation. Insgesamt wurden etwa 38.000 Einsätze geflogen, 11.000 davon zu eigentlichen Bombenangriffen, etwas mehr als 3000 weitere zur Unterdrückung der jugoslawischen Luftverteidigung.47 Die Amerikaner unternahmen 70 Prozent der Unterstützungsflüge, wobei vor allem auf die europäische Abhängigkeit von den US-Lufttankern hinzuweisen ist. Die USA und die Alliierten flogen zwar jeweils etwa die Hälfte der Kampfeinsätze, doch 80 Prozent der Angriffsmunition wurden von US-Jets ausgelöst.


47 A.a.O., S. 18.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

47 bezieht sich auf die bibliographischen Daten zu CORDESMAN auf S. 456 Anm. 42.

Sichter
Agrippina1

[21.] Jkr/Fragment 166 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 00:50:10 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 166, Zeilen: 19-22
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 457-458, Zeilen: 457: 36-38; 458:13-15
Die politische Einflussnahme der Alliierten erklärt zum großen Teil die Verzögerungen in der Zielausweitung.359 Diese Bedingungen ließen nur eine langsame Steigerung des Bombardements zu, wobei auf eine kumulative Wirkung der Zerstörung der militärisch bedeutsamen Infrastruktur gezählt wurde.

359 Michael Ignatieff, Der gefesselte Kriegsherr, in: Die Zeit vom 12. 08. 1999

[Seite 457]

Die politische Einflussnahme der Alliierten erklärt zum großen Teil die Verzögerungen in der Zielausweitung vor allem während der ersten Hälfte der Kampagne.48

[Seite 458]

Die Bedingungen der „Koalitionskriegsführung“ ließen nur eine langsame Steigerung des Bombardements zu, wobei auf eine kumulative Wirkung der Zerstörung der militärisch bedeutsamen Infrastruktur gezählt wurde.


48 Michael Ignatieff, Der gefesselte Kriegsherr, Die Zeit vom 12. August 1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Die Übernahme setzt sich unmittelbar in Jkr/Fragment_167_01 fort

Sichter
Hindemith

[22.] Jkr/Fragment 167 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 00:57:54 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 167, Zeilen: 1-36, 101-105
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 458-460, Zeilen: 458: 15ff; 459: 26-42; 460: 3ff
Diese Vorgehensweise führte zu einer ersten Kontroverse innerhalb der Kriegskoalition. US-General Michael Short, der von Vincenza [sic] aus die Luftangriffe leitete, sagte dazu vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats aus, er hätte gleich in der ersten Nacht einen „Enthauptungsschlag“ gegen Belgrad geführt.360 Eine zweite Kontroverse gab es zwischen Armeegeneral Clark und dem ihm unterstellten Luftwaffengeneral Short. Clark befürwortete von Anfang an verschärfte taktische Luftangriffe gegen die serbischen Streitkräfte in Kosovo selbst, während Short die Zerstörung von Panzerfahrzeugen und Geschützen für wenig sinnvoll hielt.361 Eine Untersuchung von Luftkriegen kommt zu dem Ergebnis, dass die strategische Bombardierung fester Ziele allein nicht ausschlaggebend ist, weil die Toleranzschwelle eines Gegners gegenüber „Bestrafungsschlägen“ viel höher liegt als allgemein angenommen. Im vorliegenden Fall wäre es ziel führender gewesen, die operativ gegen die albanische Bevölkerung vorgehenden serbischen Kräfte zu attackieren, um Milosevic klar zu machen, dass er die militärische Kontrolle über das Kosovo nicht würde aufrecht erhalten können.

Nach zwei Monaten strategischer und taktischer Luftangriffe war das Belgrader Regime zweifellos angeschlagen, aber ob nicht doch, trotz der oben dargestellten Gründe, eine Bodeninvasion der NATO notwendig werden würde, um die jugoslawische Armee zum Rückzug aus Kosovo zu zwingen, war bis Ende Mai 1999 völlig ungewiss. Offiziell hatte Präsident Clinton die Option eines Bodenkrieges ausgeschlossen. Um die Unterstützung der amerikanischen Öffentlichkeit für die NATO-Operation zu erhalten, galt es, US-Soldaten keinen unnötigen Risiken auszusetzen, was bei einem Landkrieg zweifelsohne der Fall gewesen wäre. Mit Ausnahme Großbritanniens hätte die Autorisierung einer Invasion in den führenden europäischen NATO-Staaten erhebliche innenpolitische Probleme hervorgerufen und die prekäre Einheit der Allianz in Frage gestellt. Aus militärischer Sicht gab der Verzicht auf die Bodenoption Milosevic freilich das falsche Signal und drohte damit Konflikt verlängernd zu wirken. Kurz vor dem Gipfeltreffen zum 50. Jahrestag der NATO vom 23. bis zum 25. April 1999 in Washington soll sich Clinton intern dazu entschlossen haben, US-Bodentruppen zu entsenden, falls die Luftoperation nicht zum Erfolg führen sollte.362 Gegen den Standpunkt des Pentagon, das ganz auf die Ausweitung des strategischen Bombardements setzte, unterstützte das State Departement General Clark in seinem Ansinnen, innerhalb der NATO einen geheimen Angriffsplan auszuarbeiten. Nach außen sichtbar billigte die Allianz am 25. Mai 1999 nur den Plan [für eine schwer bewaffnete Friedenstruppe von 48.000 Soldaten363, doch hinter den Kulissen war die Diskussion über eine Bodeninvasion in vollem Gange.]


360 Linda D. Kozaryn, Air Chief's Kosovo lesson: Go fort [sic] he [sic] snake's head first, in: American Forces Press Service vom 26. 10. 1999

361 Dana Priest, The battle inside headquarters. Tension grew with divide over strategy, in: Washington Post vom 21. 09. 1999

362 Dana Priest, A decisive battle that never was, in: Washington Post vom 19. 09. 1999

363 Michael Gordon, NATO moves ahead on a Kosovo Force of 50,000 troops, New York Times vom 26. 05. 1999

Diese Vorgehensweise hat US-General Michael C. Short, der von Vicenza aus die Luftangriffe operativ leitete, mit deutlichen Worten kritisiert. Wie Short am 21. Oktober 1999 vor dem Streitkräfteausschuß des US-Senats aussagte, hätte er gleich in der ersten Nacht einen „Enthauptungsschlag“ gegen Belgrad geführt.50 [...]

Hieran knüpft sich eine zweite Kontroverse, die offenbar unter den Militärs, zwischen dem Armeegeneral Clark und dem ihm unterstellten Luftwaffengeneral Short, ausgetragen wurde. Clark befürwortete von Anfang an auch verschärfte taktische Luftangriffe gegen die serbischen Streitkräfte in Kosovo selbst, während Short die Zerstörung von Panzerfahrzeugen und Geschützen für wenig sinnvoll hielt.51 Eine Untersuchung vergangener Luftkriege kommt zu dem Ergebnis, dass die strategische Bombardierung fester Ziele allein nicht ausschlaggebend ist, weil die Toleranzschwelle eines Gegners gegenüber „Bestrafungs“-Schlägen viel höher liegt als allgemein angenommen. [...] Im vorliegenden Fall mussten also die operativ gegen die albanische Bevölkerung vorgehenden serbischen Kräfte attackiert werden, um Milosevic klarzumachen, dass er die militärische Kontrolle über Kosovo nicht würde aufrechterhalten können.

[Seite 459]

Nach zwei Monaten strategischer und taktischer Luftangriffe war das Belgrader Regime zweifellos angeschlagen, aber ob nicht doch eine Bodeninvasion der NATO notwendig werden würde, um die jugoslawische Armee zum Rückzug aus Kosovo zu zwingen, war bis Ende Mai 1999 völlig ungewiss. Offiziell hatte Präsident Clinton die Option eines Bodenkriegs ausgeschlossen, wofür es eine Reihe politischer Gründe gab. Um die öffentliche Unterstützung für die NATO-Operation zu erhalten, galt es, US-Soldaten keinen unnötigen Risiken auszusetzen. Überraschend waren am Ende von „Allied Force“ keine Piloten im Kampfeinsatz getötet worden, doch bei einem Landkrieg musste mit beträchtlichen eigenen Verlusten gerechnet werden. Mit Ausnahme Großbritanniens hätte die Autorisierung einer Invasion in den führenden europäischen NATO-Staaten, einschließlich Deutschlands, erhebliche innenpolitische Probleme hervorgerufen und die prekäre Einheit der Allianz in Frage gestellt. [...] Aus militärischer Sicht gab der Verzicht auf die Bodenoption Milosevic freilich das falsche Signal und drohte damit konfliktverlängernd zu wirken.

[Seite 460]

Schon kurz vor dem Gipfeltreffen zum 50. Jahrestag der NATO vom 23. bis zum 25. April in Washington soll sich Clinton intern dazu entschlossen haben, US-Bodentruppen zu entsenden, falls die Luftoperation nicht zum Erfolg führen sollte.54 Gegen den Standpunkt des Verteidigungsministeriums, das ganz auf die Ausweitung des strategischen Bombardements setzte, unterstützte das Weiße Haus General Clark in seinem Ansinnen, innerhalb der NATO einen geheimen Angriffsplan auszuarbeiten. [...]

Nach außen sichtbar billigte die NATO am 25. Mai 1999 nur den Plan für eine schwer bewaffnete Friedenstruppe von 48.000 Soldaten, die nach einem Abzug der Serben in Kosovo einrücken sollten55; doch hinter den Kulissen war die Diskussion über eine Bodeninvasion in vollem Gange.


50 Linda D. Kozaryn, Air Chiefs Kosovo lesson: Go for the snake’s head first, American Forces Press Service vom 26. Oktober 1999.

51 Dana Priest, The battle inside headquarters. Tension grew with divide over strategy, Washington Post 21.9.1999.

54 S. hierzu und zum folgenden Dana Priest, A decisive battle that never was, Washington Post 19.9.1999.

55 Michael R. Gordon, NATO moves ahead on a Kosovo Force of 50,000 troops, New York Times 26.5.1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt. Bis auf geringe Modifikationen wurde die ganze Seite übernommen.

Die Stadt heißt Vicenza

Sichter
Hindemith

[23.] Jkr/Fragment 168 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:40:26 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 168, Zeilen: 1-2, 4-11, 13-14
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 460, Zeilen: 15ff
[Nach außen sichtbar billigte die Allianz am 25. Mai 1999 nur den Plan] für eine schwer bewaffnete Friedenstruppe von 48.000 Soldaten363, doch hinter den Kulissen war die Diskussion über eine Bodeninvasion in vollem Gange. [...] Dazu ist es nicht mehr gekommen, weil Milošević am 3. Juni schließlich auf eine diplomatische Lösung einging. Wie viel er über die geheimen Planungen der NATO wusste und inwieweit eine drohende Bodeninvasion seine Entscheidung beeinflusste, bleibt ungewiss. In der [sic!] Verhandlungen mit ihm drängte sich für seine Gesprächspartner mehrfach der Verdacht auf, dass er über die Pläne der NATO bestens Bescheid wusste.364 Der zeitliche Zusammenhang ist immerhin auffällig, und vermutlich war Milošević klar geworden, dass er die Luftoperation nicht würde aussitzen können.

4.2 Das Bemühen um die politische Handlungsfähigkeit

Der jugoslawische Machthaber hatte sich mit seiner Herausforderung der NATO in mehrfacher Hinsicht verkalkuliert.


363 Michael Gordon, NATO moves ahead on a Kosovo Force of 50,000 troops, New York Times vom 26. 05. 1999

364 Klaus Naumann, der Milošević bei Verhandlungen insgesamt vier Mal direkt gegenüber gesessen war, äußerte sich dazu in dem o. g. Gespräch (Anm. 352) folgendermaßen: „Milošević wusste, nachdem er seinen Angaben nach über jeden Schritt der NATO genauestens informiert war, dass die NATO bereit war, notfalls weitere Schritte zu unternehmen.“

Nach außen sichtbar billigte die NATO am 25. Mai 1999 nur den Plan für eine schwer bewaffnete Friedenstruppe von 48.000 Soldaten, die nach einem Abzug der Serben in Kosovo einrücken sollten55; doch hinter den Kulissen war die Diskussion über eine Bodeninvasion in vollem Gange. [...]

Dazu ist es nicht gekommen, weil Milošević am 3. Juni schließlich auf eine diplomatische Lösung einging. [...] Wieviel Milošević über die geheimen Planungen der NATO wußte und inwieweit eine drohende Bodeninvasion seine Entscheidung beeinflusste, muss hier offen bleiben. Die zeitliche Koinzidenz ist immerhin auffällig, und vermutlich hatte Milošević verstanden, dass er die Luftoperation nicht würde aussitzen können.

VI. Das Ringen um eine diplomatische Lösung

Milošević hatte sich bei seiner abenteuerlichen Herausforderung der NATO in zweierlei Hinsicht verkalkuliert.


55 Michael R. Gordon, NATO moves ahead on a Kosovo Force of 50,000 troops, New York Times 26.5.1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Hindemith

[24.] Jkr/Fragment 168 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 01:23:01 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 168, Zeilen: 21-28
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 460-461, Zeilen: 460: 40-43; 461: 1ff
Außerdem war seitens der NATO geplant, beim Gipfeltreffen zum 50-jährigen Bestehen der Allianz Ende April 1999 in Washington ein neues strategisches Konzept zu verabschieden, welches die NATO als Krisenreaktionsmacht gegenüber bewaffneten Konflikten präsentierte.365 Dieses Konzept wäre zur Makulatur geworden, wenn das Bündnis im Testfall des Kosovo-Krieges versagt hätte. Die Gipfelerklärung der Staats- und Regierungschefs zu Kosovo ließ nicht den geringsten Zweifel daran, dass die NATO alles tun würde, um ihre Bedingungen kompromisslos durchzusetzen.366

365 Strategisches Konzept der NATO, auf dem Gipfeltreffen vom 23. und 24. April in Washington DC verabschiedet, in: Internationale Politik, 5/1999, S. 107-123

366 Erklärung zum Gipfeltreffen der NATO-Staaten zu Kosovo, in: Internationale Politik, 5/1999, S. 145-147

Beim Gipfeltreffen zum 50jährigen Bestehen der NATO in Washington vom 23. bis zum 25. April sollte das neue Strategische Konzept verabschiedet werden, das

[Seite 461]

die Allianz unter anderem als Krisenreaktionsmacht gegenüber bewaffneten Konflikten präsentierte, welche die euro-atlantische Stabilität berühren57; es wäre zur Makulatur geworden, hätte das Bündnis im Testfall des Kosovo-Konflikts versagt. Die in einem scharfen Ton gehaltene Gipfelerklärung der Staats- und Regierungschefs zu Kosovo ließ keinen Zweifel daran, dass die NATO gewillt war, ihre Bedingungen kompromisslos durchzusetzen.58


57 Strategisches Konzept der NATO, auf dem Gipfeltreffen vom 23. und 24. April in Washington, DC, verabschiedet, in: Internationale Politik, 10/1999, S. 107-123.

58 Erklärung des Gipfeltreffens der NATO-Staaten zu Kosovo, abgegeben am 23. April 1999 in Washington, DC, in: Internationale Politik, 5/1999, S. 145-147.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Hindemith

[25.] Jkr/Fragment 169 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-05 18:48:46 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 169, Zeilen: 3-6
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 461, Zeilen: 7-11
Den NATO-Mächten gelang es nach und nach, Russland in eine gemeinsame internationale Kosovo-Politik einzubeziehen. Der Beginn der Luftoperation hatte zunächst massive Proteste der russischen Regierung hervorgerufen. Zweitens gelang es den NATO-Mächten nach und nach, Russland, das als einziger Teilnehmerstaat des Programms „Partnerschaft für den Frieden“ nicht beim NATO-Gipfel vertreten war, in eine gemeinsame internationale Kosovo-Politik einzubeziehen. Der Beginn der Operation „Allied Force“ rief zunächst wütende Proteste der russischen Regierung hervor.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Guckar

[26.] Jkr/Fragment 170 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 01:31:49 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 170, Zeilen: 2-10, 12-15
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 461, Zeilen: 33ff
Als Grundlage für die Wiederannäherung zu Russland diente ab Mitte April der Friedensplan des deutschen Außenministers und amtierenden EU-Ratsvorsitzenden Fischer, der die Rolle Russlands für eine diplomatische Lösung anerkannte und als möglichen gemeinsamen Nenner eine UN-Übergangsverwaltung für das Kosovo vorschlug.370 Ein Einlenken Russlands kündigte sich an, als der von Präsident Jelzin als Sondervermittler ernannte, ehemalige Ministerpräsident Victor Tschernomyrdin am 22. April in Belgrad darauf drängte, eine internationale Sicherheitspräsenz zu akzeptieren. [...] Ein Sprecher des jugoslawischen Machthabers stellte allerdings klar, es könne sich dabei nur um eine unbewaffnete Mission handeln. Das war für die NATO in Anbetracht der mit der OSZE-Verifikationsmission gemachten Erfahrungen kein akzeptables Angebot.

370 Die deutsche Initiative für Kosovo vom 14. 04. 1999, in: Internationale Politik 5/1999, S. 135-136

Als Grundlage für die Wiederannäherung diente ab Mitte April der Friedensplan des deutschen Außenministers und amtierenden EU-Ratsvorsitzenden Joschka Fischer, der die Rolle Russlands bei einer diplomatischen Lösung des Kosovo-Konflikts anerkannte und als möglichen gemeinsamen Nenner eine UN-ÜbergangsVerwaltung für Kosovo vorschlug.59 Ein Einschwenken Russlands kündigte sich an, als Cernomyrdin am 22. April in Belgrad darauf drängte, eine internationale Sicherheitspräsenz in Kosovo zu akzeptieren. Ein Sprecher Milosevics stellte allerdings klar, es könne sich dabei nur um eine unbewaffnete zivile Mission handeln - angesichts der Erfahrungen der OSZE-Verifikationsmission kein ernstzunehmendes Angebot.

59 Die Initiative der deutschen Bundesregierung für Kosovo vom 14. April 1999, in: Internationale Politik, 5/1999, S. 135-136.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Hindemith

[27.] Jkr/Fragment 171 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 22:54:53 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 171, Zeilen: 11-20
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 461, 462, Zeilen: 461: vorletzte Zeile; 462: 1-13
Sie rangen sich zu einer gemeinsamen Erklärung durch, die im Wesentlichen die NATO-Forderungen an Belgrad wiedergab. Es war allerdings nur von der „Stationierung von wirksamen internationalen zivilen und Sicherheitspräsenzen“ die Rede. Weiterhin Uneinigkeit herrschte über die Frage nach der Zusammensetzung und Führung der Sicherheitspräsenz und über den Zeitpunkt der Unterbrechung bzw. Einstellung der Bombardierungen. Ein geschickter Schachzug war die Ernennung des finnischen Staatspräsidenten Martti Ahtisaari zum EU-Unterhändler. Einerseits bestehen zwischen Finnland und Russland traditionell Sonderbeziehungen, zum anderen war Finnland als militärisch neutraler Staat nicht an der NATO-Operation beteiligt. Die Außenminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands einigten sich auf eine Erklärung, die im Wesentlichen die NA-

[Seite 462]

TO-Forderungen an Belgrad wiedergab. Es war allerdings nur vage von der „Stationierung von wirksamen internationalen zivilen und Sicherheitspräsenzen“ die Rede.60 In diesem Formelkompromiss drückte sich Russlands Unwille gegen eine NATO-geführte Friedenstruppe aus, wobei die westlichen Staaten mit dem Zusatz „wirksam“ eine solche implizierten. Neben der Frage nach der Zusammensetzung und Führung der Sicherheitspräsenz bestand noch Uneinigkeit über den Zeitpunkt der Einstellung der NÄTO-Luftangriffe.

Ein geschickter Schachzug war die Bestimmung des finnischen Staatspräsidenten Martti Ahtisaari als EU-Unterhändler. Zum einen bestehen zwischen den Nachbarn Finnland und Russland traditionell Sonderbeziehungen, zum anderen war Finnland als militärisch neutraler Staat nicht an der NATO-Operation beteiligt.


60 S/RES/1244 vom 10. Juni 1999, Anhang 1.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[28.] Jkr/Fragment 172 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 22:57:27 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, KomplettPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 172, Zeilen: 10-14
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 462, Zeilen: 27-30
Ende Mai erhöhte sich nicht nur der militärische Druck der NATO auf Jugoslawien. Am 27. Mai klagte der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien Milošević und Mitglieder seines engsten Führungskreises wegen ihres Kosovo-Feldzuges der Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.377

377 Text der Anklageschrift unter http://www.un.org/icty

Ende Mai erhöhte sich nicht nur der militärische Druck der NATO auf Jugoslawien. Am 27. Mai klagte der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien Milošević und Mitglieder seines engsten Führungskreis wegen ihres Kosovo-Feldzuges der Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.61

61 Siehe die Klageschrift bei www.org/icty/indictment/english/24-05-99milo.htm

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Man beachte, dass der Verfasser den link auf die Klageschrift abgekürzt hat.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[29.] Jkr/Fragment 172 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 23:02:00 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 172, Zeilen: 21-29, 32-34
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 462, 463, Zeilen: 462:34-42, 463: 3-5
[Seite 172, Zeilen 21-29]

Am 1. Juni einigten sich Ahtisaari, Tschernomyrdin und Talbott unter deutscher Vermittlung am Petersberg bei Bonn auf einen gemeinsamen Forderungskatalog, den die Unterhändler der EU und Russlands anschließend in Belgrad präsentieren sollten. Die G-8-Prinzipien waren dahingehend präzisiert, dass die „internationale Sicherheitspräsenz“ unter „substanzieller Beteiligung der NATO“ und unter gemeinsamer Führung zu organisieren sei. Die Aussetzung der Luftangriffe würde nach Beginn eines nachprüfbaren Abzugs der Serben erfolgen, der zuvor in einem militärisch-technischen Abkommen zeitlich genau zu regeln wäre.

[Seite 172, Zeilen 32-34]

Nachdem sie ihm klargemacht hatten, dass es keinen weiteren Verhandlungsspielraum gebe, willigte er am 3. Juni schließlich in die internationalen Friedensbedingungen ein.

[Seite 462, Zeilen 34-42]

Bei einer erneuten Konferenz auf dem Petersberg am 1. Juni einigten sich Talbott, Ahtisaari und Cernomyrdin unter deutscher Vermittlung schließlich auf einen gemeinsamen konkreten Forderungskatalog, den die Unterhändler der EU und Russlands anschließend in Belgrad präsentieren sollten. Die G-8-Prinzipien waren dahingehend präzisiert, dass die „internationale Sicherheitspräsenz“ unter „substantieller Beteiligung der NATO“ und unter gemeinsamer Führung zu dislozieren sei. Die Aussetzung der Luftangriffe würde nach Beginn eines nachprüfbaren Abzugs der Serben erfolgen, der zuvor in einer militärisch-technischen Vereinbarung zeitlich genau zu regeln wäre.62

[Seite 463, Zeilen 3-5]

Nachdem Ahtisaari und Cernomyrdin Milosevic am 2. Juni klargemacht hatten, dass es keinen weiteren Verhandlungsspielraum gebe, willigte Milosevic am 3. Juni schließlich in die internationalen Friedensbedingungen ein.


62 S/RES/1244 vom 10. Juni 1999, Anhang 2.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[30.] Jkr/Fragment 174 34 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 23:06:30 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 174, Zeilen: 34-42
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 463, Zeilen: 5-11, 16-19
Ab dem 4. Juni verhandelte der britische General Michael Jackson an der mazedonischen Grenze mit jugoslawischen Offizieren über das Abkommen. Wegen mangelnder Fortschritte wurden die Luftschläge zunächst fortgesetzt. Am 9. Juni kam es schließlich zur Unterzeichnung des militär-technischen Abkommens, nachdem man sich auch [sic] den Abzug der jugoslawischen Streitkräfte aus dem Kosovo innerhalb von elf Tagen geeinigt hatte. Am Tag danach begann der Abzug, worauf die NATO die Aussetzung der Luftangriffe verkündete und der SR zusammentrat, um mit 14 Stimmen bei Enthaltung Chinas die Resolution 1244 zu ver[abschieden.] [Seite 463, Zeilen 5-11]

Ab dem 4. Juni verhandelte der britische General Michael Jackson an der makedonischen Grenze mit jugoslawischen Offizieren über das militärisch-technische Abkommen. Wegen mangelnder Fortschritte wurden die NATO-Bombenangriffe zunächst fortgesetzt. Am 9. Juni regelten die Militärs schließlich den Abzug der jugoslawischen Streitkräfte aus Kosovo innerhalb von elf Tagen.

[Seite 463, Zeilen 16-19]

Nach Beginn des serbischen Rückzugs am 10. Juni suspendierte die NATO ihre Luftangriffe; anschließend billigte der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1244, die den Friedensplan für Kosovo unter Kapitel VII der UN-Charta autorisierte.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[31.] Jkr/Fragment 207 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 02:11:41 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 207, Zeilen: 25-30
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 464, Zeilen: 24ff
Immer wieder kam es zu schlimmen Übergriffen, wobei die Ermordung von vierzehn serbischen Bauern bei Gracko südlich von Pristina am 23. Juni 1999 ein trauriger Höhepunkt war. Der insbesondere von UÇK-Mitgliedern ausgehende Vertreibungsdruck hat dazu beigetragen, dass die meisten der Serben und der Roma, die sich während des Krieges mit den serbischen Kämpfern solidarisiert hatten, aus Kosovo geflohen sind. 439

439 KFOR, The international Security Presence in Kosovo, in: www.nato.int/kfor

Tatsächlich kam es in den folgenden Wochen häufig zu Übergriffen, wobei die Ermordung von vierzehn serbischen Bauern bei Gracko am 23. Juli 1999 ein trauriger Höhepunkt war. Der von UÇK-Mitgliedern ausgehende Vertreibungsdruck hat so dazu beigetragen, dass die Mehrheit der Serben und der Roma, die sich während des Krieges mit den Serben solidarisiert hatten, aus Kosovo geflohen sind.66

66 Vgl. auch die Angaben zur Bevölkerungsstatistik im Anhang dieses Buches.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
Hindemith

[32.] Jkr/Fragment 208 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 23:11:10 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 208, Zeilen: 2-7
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 464, Zeilen: 31-36
Die Soldaten versuchten zwar durch Patrouillen und den Einsatz von Militärpolizei die innere Sicherheit herzustellen. Letztlich war dies aber eine Aufgabe für die sie weder ausgebildet, noch zuständig waren. Die Aufstellung der später eingerichteten UN-Polizei ließ sich unterdessen ebenso langsam an, wie die Etablierung einer zivilen UN-Verwaltung. Dass die UÇK inzwischen dieses Vakuum auszufüllen suchte, konnte kaum überraschen. Die NATO versuchte zwar durch Patrouillen und den Einsatz von Militärpolizei innere Sicherheit herzustellen; letztlich ist dies aber eine Aufgabe, für die Soldaten weder ausgebildet sind, noch voll zuständig sein können. Die Aufstellung der geplanten UN-Polizei ließ sich unterdessen ebenso langsam an wie die Etablierung einer zivilen UN-Verwaltung. Dass die UÇK inzwischen das Vakuum auszufüllen suchte, konnte kaum überraschen.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki