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Quelle:Jkr/Giersch 2000a

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Carsten Giersch
Titel    Die Europäische Union und der Krieg in Kosovo
Sammlung    Der Kosovo Konflikt Ursachen - Verlauf - Perspektiven
Herausgeber    Jens Reuter, Konrad Clewing
Ort    Klagenfurt, Wien, Ljubiljana, Tuzla, Sarajevo
Verlag    Wieser Verlag
Jahr    2000
Seiten    499-512
ISBN    385 1293290

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    nein
Fragmente    12


Fragmente der Quelle:
[1.] Jkr/Fragment 114 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 19:37:38 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 19-25
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 505, Zeilen: 17-27
Das oben beschriebene Massaker in Raçak leitete eine Wende in der internationalen Kosovo-Politik ein. Wegen der Verletzung des von Holbrooke ausgehandelten Oktober-Abkommens, dessen Ergebnisse nachträglich vom UN-Sicherheitsrat sanktioniert worden waren 240, hätte die NATO bereits zu diesem Zeitpunkt Luftschläge auslösen können. Die NATO-Generäle Wesley Clark und Klaus Naumann reisten nach Belgrad, um Milošević klarzumachen, dass die „activation order“ immer noch Geltung besaß, doch zeigte sich dieser von den [Prinzipien für eine Kosovo-Konferenz. [sic]241 Der diplomatische Ansatz der EU-Staaten und der militärische Ansatz der USA wurden nun in dem neuen Konzept zusammengefasst.]

240 UN-Sicherheitsresolution 1203 vom 24. Oktober 1998

241 Wolfgang Petritsch/Karl Kaser/Robert Pichler, Kosovo - Kosova. Mythen, Daten, Fakten, Klagenfurt u. a. 1999, S. 264-266, darin ist der Katalog nicht verhandelbarer Prinzipien dokumentiert [sic]

Nach dem Massaker von Reçak, wo serbische Kräfte am 15. Januar 1999 mehr als 40 Albaner töteten, hätte die NATO wegen der Verletzung des Oktober- Abkommens, dessen Ergebnisse nachträglich vom UN-Sicherheitsrat sanktioniert worden waren23, Luftschläge gegen Jugoslawien auslösen können. Die NATO-Generale Wesley Clark und Klaus Naumann reisten nach Belgrad, um Milošević klarzumachen, dass die „activation order“ immer noch Geltung besaß, doch blieb es bei Ermahnungen und Warnungen. Offenbar gegen den Widerstand der USA beschloss die Kontaktgruppe am 22. Januar einen Katalog nicht verhandelbarer Prinzipien für eine Kosovo-Konferenz.24 Der diplomatische Ansatz der EU-Staaten und der militärische Ansatz der USA wurden nun in dem neuen Konzept zusammengefasst, [...]

23 UN S/RES/1203 vom 24. Oktober 1998.

24 Dok. in Petritsch/Kaser/Pichler, S. 264-266.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Man beachte, dass in der Dissertation vor der Fußnote 241 ein unvollständiger Satz steht.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[2.] Jkr/Fragment 115 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 19:42:54 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 1-3
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 505, Zeilen: 20-27
[Die NATO-Generäle Wesley Clark und Klaus Naumann reisten nach Belgrad, um Milošević klarzumachen, dass die „activation order“ immer noch Geltung besaß, doch zeigte sich dieser von den] Prinzipien für eine Kosovo Konferenz.241 Der diplomatische Ansatz der EU-Staaten und der militärische Ansatz der USA wurden nun in dem neuen Konzept zusammengefasst.

241 Wolfgang Petritsch/Karl Kaser/Robert Pichler, Kosovo - Kosova. Mythen, Daten, Fakten, Klagenfurt u. a. 1999, S. 264-266, darin ist der Katalog nicht verhandelbarer Prinzipien dokumentiert

Die NATO-Generale Wesley Clark und Klaus Naumann reisten nach Belgrad, um Milošević klarzumachen, dass die „activation order“ immer noch Geltung besaß, doch blieb es bei Ermahnungen und Warnungen. Offenbar gegen den Widerstand der USA beschloss die Kontaktgruppe am 22. Januar einen Katalog nicht verhandelbarer Prinzipien für eine Kosovo-Konferenz.24 Der diplomatische Ansatz der EU-Staaten und der militärische Ansatz der USA wurden nun in dem neuen Konzept zusammengefasst, [...]

24 Dok. in Petritsch/Kaser/Pichler, S. 264-266.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Die Übernahme beginnt schon auf der Vorseite.

Man beachte, dass in der Dissertation vor der Fußnote 241 ein unvollständiger Satz steht.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[3.] Jkr/Fragment 115 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 19:48:01 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 16-20
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 505, Zeilen: 30-34
Russland unterstützte in der Kontaktgruppe das ausgesprochene „Friedens-Ultimatum“, stand jedoch nicht hinter der Ankündigung der NATO vom 30. Januar, die Einwilligung der Konfliktparteien in eine politische Einigung quasi mit vorgehaltener Waffe erzwingen zu wollen.243

243 Der Zwang für die Konfliktparteien, an den Verhandlungstisch zu kommen, wurde als »diplomacy at gunpoint“ bezeichnet.

Russland unterstützte in der Kontaktgruppe das am 29. Januar ausgesprochene „Friedens-Ultimatum“, stand freilich nicht hinter der Ankündigung der NATO vom 30. Januar, die Einwilligung der Konfliktparteien in eine politische Einigung quasi mit vorgehaltener Waffe erzwingen zu wollen.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[4.] Jkr/Fragment 116 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 19:52:56 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 7-23
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 505, 506, Zeilen: 505: 37; 506: 1-16
In der Vorladung der Kontaktgruppe war unter anderem die Rede davon, dass die Konfliktparteien zur Implementierung eines Abkommens eine von der internationalen Gemeinschaft als angemessen betrachtete „internationale Präsenz“ akzeptieren müssten. Die später so umstrittene NATO-geführte KFOR-Friedenstruppe wurde hier zwar, auch mit Rücksicht auf Russland nicht ausdrücklich erwähnt, die Option war aber in der Formulierung enthalten. Der britische Premierminister Tony Blair und der französiche Staatspräsident Jacques Chirac hatten jedenfalls schon die Bereitschaft ihrer Länder erklärt, Friedenstruppen zu stellen. Die Achsenbildung zwischen London und Paris war ganz unverkennbar. Beide Regierungen setzten anscheinend unter Umgehung der deutschen EU-Präsidentschaft den Konferenzort Rambouillet durch und übernahmen gleich die Leitung. Derart in eine Zuschauerrolle gedrängt, erreichte die Bundesregierung wenigstens, dass der bisherige Unterhändler Wolfgang Petritsch die operativen Verhandlungen für die gesamte EU führen sollte.245 Zusammen mit dem US-Botschafter Hill und dem russischen Beauftragten Boris Majorski bildete Petritsch die Verhandlungstroika der Kontaktgruppe.

245 Der EU-Verhandlungsfiihrer hat seine Erinnerungen zur Vorgeschichte und zum Ablauf der Konferenz von Rambouillet in seinem Buch Petritsch/Kaser/Pichler, Kosovo - Kosova, a.a.O. (Anm. 241) festgehalten. Das verhandelte Interimsabkommen ist dort im Anhang abgedruckt; siehe auch: Gunter Hofmann, Wie Deutschland in den Krieg geriet, in: Die Zeit, 12.05.1999

[Seite 505, Zeile 37]

Deutlicher als in den Grundprinzipien war in der Vorladung der Kontakt-

[Seite 506, Zeilen 1-16]

gruppe auch die Rede davon, dass die Konfliktparteien zur Implementierung eines Abkommens eine von der internationalen Gemeinschaft als angemessen betrachtete „internationale Präsenz“ akzeptieren müssten. Die später so umstrittene NATO-geführte Friedenstruppe wurde hier zwar - auch mit Rücksicht auf Russland - nicht ausdrücklich erwähnt, die Option war aber in der Formulierung enthalten. Blair und Chirac hatten jedenfalls schon die Bereitschaft ihrer Länder erklärt, Friedenstruppen zu stellen. Überhaupt war die Achsenbildung zwischen Paris und London in dieser Phase ganz unverkennbar. Die britische und französische Regierung setzten anscheinend unter Umgehung der deutschen EU-Präsidentschaft den Konferenzort Rambouillet durch und übernahmen auch gleich gemeinsam die Leitung. Derart in eine Zuschauerrolle gedrängt, erreichte die Bundesregierung wenigstens, dass der bisherige Unterhändler Petritsch die operativen Verhandlungen für die gesamte EU führen sollte.26 Zusammen mit dem US-Botschafter Hill und dem russischen Beauftragten Boris Majorski bildete Petritsch die Verhandlungstroika der Kontaktgruppe.


26 Gunter Hofmann, Wie Deutschland in den Krieg geriet, Die Zeit 12.5.1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[5.] Jkr/Fragment 119 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 19:58:56 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 5-20, 23-36
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 506, 507, Zeilen: 506: 24-38; 507: 1-15
Kurz vor Ablauf der bis zum 23. Februar verlängerten Frist schienen die Vermittler dem Ziel eines einigungstauglichen Autonomie-Abkommens näher gekommen zu sein.250 Tatsächlich hätten die politischen Bestimmungen der „Übergangsvereinbarung für Frieden und Selbstregierung in Kosovo“ einen vernünftigen Ausgleich zwischen albanischen und serbischen Interessen ermöglich [sic!]. Unter Wahrung der territorialen Integrität Serbiens sollte Kosovo weitgehende Autonomie erhalten, wobei der zu erwartenden Mehrheitsregierung der Albaner wiederum bedeutende Minderheitenrechte entgegengestellt wurden, einschließlich legislativer Vetorechte und kultureller Selbstverwaltung für die Serben und andere nationale Gemeinschaften. Die Vermittler verlangten von beiden Seiten die Aufgabe ihrer Extrempositionen, wie das bei der Suche nach Kompromisslösungen üblich ist. Von Belgrad wurde das Ende des serbischen Regimes in Kosovo verlangt, von den Albanern das Ende des Unabhängigkeitskampfes. Über den endgültigen Status des Kosovo sollte nach drei Jahren nicht ein Referendum, sondern unter Berücksichtigung des Volkswillens eine weitere internationale Konferenz entscheiden.[...]

Doch welchen Sinn ergaben die Verhandlungen über die Autonomieregelung, wenn die Serben keinen Zweifel daran ließen, dass für sie eine internationale militärische Präsenz in Kosovo nicht in Frage kam? Der Konferenzansatz, zunächst mit Verhandlungen über die politischen Regelungen zu beginnen und sich erst nach einer Einigung hierüber der militärischen Umsetzung zuzuwenden, hatte vermutlich folgende Gründe: Es bestand wohl die Hoffnung, dass eine Annäherung in dem einen, vielleicht weniger problematischen Bereich, Zugeständnisse im anderen Bereich, also bei der Implementierung nach sich ziehen würde, was nach Lage der Dinge reines Wunschdenken gewesen ist. Der Hauptgrund dürfte hingegen gewesen sein, dass die Kontaktgruppe zu Beginn der Konferenz keinen gemeinsam getragenen Plan für eine Friedenstruppe parat hatte. Die endgültige Zusage Präsident Clintons für eine amerikanische Beteiligung mit 4.000 Soldaten erfolgte erst, nachdem er seine innenpolitischen Probleme einigermaßen in den Griff bekommen hatte und als er in dem wegen der [Lewinsky-Affäre gegen ihn laufenden Amtsenthebungsverfahrens am 12. Februar vom Senat freigesprochen worden war.]


250 Entwurf eines Interimabkommens für Frieden und Selbstregierung in Kosovo vom 23. Februar, vorgelegt in Rambouillet, dokumentiert in: Internationale Politik, 5/1999, S. 104-114; Petritsch/Kaser/Pichler, a.a.O (Anm. 241) haben das „Interim Agreement for Peace and Self-Government in Kosovo (Rambouillet, 23 February 1999)“ im Anhang abgedruckt.

[Seite 506, Zeilen 24-38]

Vor allem wegen der serbischen Verzögerungstaktik wurde die Frist zweimal, zunächst bis zum 20., dann bis zum 23. Februar 1999 verlängert, aber schließlich schienen die Vermittler dem Ziel eines einigungstauglichen Autonomie-Abkommens für Kosovo näher gekommen zu sein. Tatsächlich hätten die politischen Bestimmungen der „Übergangsvereinbarung für Frieden und Selbstregierung in Kosovo“29 einen vernünftigen Ausgleich zwischen albanischen und serbischen Interessen ermöglicht. Unter Wahrung der territorialen Integrität Serbiens sollte Kosovo weitgehende Autonomie erhalten, wobei der zu erwartenden Mehrheitsregierung der Albaner wiederum bedeutende Minderheitenrechte entgegengestellt wurden, einschließlich legislativer Vetorechte und kultureller Selbstverwaltung für die Serben und andere nationale Gemeinschaften. Die Vermittler verlangten von beiden Seiten die Aufgabe ihrer Extrempositionen, wie das bei der Suche nach Kompromisslösungen üblich ist: von Belgrad das Ende des serbischen Regimes und von den Albaner das Ende des Ünabhängigkeitskampfes. Über den

[Seite 507, Zeilen 1-15]

endgültigen Status des Kosovo sollte nach drei Jahren nicht ein Referendum, sondern unter Berücksichtigung des Volkswillens eine weitere internationalen [sic!] Konferenz entscheiden.

Doch welchen Sinn ergaben die mühsamen Verhandlungen über die Autonomieregelung, wenn die Serben von Vornherein keinen Zweifel daran ließen, dass für sie eine internationale militärische Präsenz im Kosovo nicht in Frage kam? Der Konferenzansatz, zunächst mit Verhandlungen über die politischen Regelungen zu beginnen und sich erst nach einer Einigung hierüber der militärischen Umsetzung zuzuwenden, hatte vermutlich zwei Gründe. Zum einen mag die Hoffnung bestanden haben, dass eine Annäherung in dem einen, vielleicht weniger problematischen Bereich Zugeständnisse bei der Implementierung nach sich zöge, was nach Lage der Dinge aber reines Wunschdenken gewesen wäre. Der Hauptgrund dürfte hingegen gewesen sein, dass die Kontaktgruppe zu Beginn der Konferenz keinen gemeinsam getragenen Plan für eine Friedenstruppe parat hatte.

[Seite 507, Zeilen 19-22]

Die endgültige Zusage Präsident Clintons von 4000 US-Soldaten erfolgte erst, nachdem er in dem wegen der Lewinsky-Affäre gegen ihn laufenden Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) schließlich am 12. Februar vom Senat freigesprochen worden war.


29 Entwurf eines Interimsabkommens für Frieden und Selbstregierung in Kosovo vom 23. Februar, vorgelegt in Rambouillet (Auszüge), dok. in: Internationale Politik, 5/1999, S. 104-114. Petritsch/Kaser/Pichler haben das „Interim Agreement for Peace and Self-Government in Kosovo (Rambouillet, 23 February 1999)“ im Anhang abgedruckt. Siehe auch Weller (wie Anm. 2), S. 453-469.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[6.] Jkr/Fragment 120 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:07:39 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 1-26
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 507, 508, Zeilen: 507: 19-25, 44; 508: 1-23
[Die endgültige Zusage Präsident Clintons für eine amerikanische Beteiligung mit 4.000 Soldaten erfolgte erst, nachdem er seine innenpolitischen Probleme einigermaßen in den Griff bekommen hatte und als er in dem wegen der] Lewinsky-Affäre gegen ihn laufenden Amtsenthebungsverfahrens am 12. Februar vom Senat freigesprochen worden war. Ein zusätzliches Problem war, dass Russland, wie dargestellt, gegen eine weitere NATO-Truppe auf dem Balkan war, obwohl es sich nach dem Vorbild der IFOR/SFOR in Bosnien an der Operation beteiligen sollte.

Dass die Serben zunächst nicht eindeutig für das Scheitern der Konferenz verantwortlich gemacht werden konnten, hatten sie dem ungeschickten Verhandlungsgebaren der albanischen Delegation zu verdanken. Diese versuchte bis zuletzt, die Forderung nach einem Referendum über den Endstatus Kosovos durchzusetzen. Vor allem aber wagte es Hashim Thaçi nicht, der unmissverständlichen Bestimmung im Vertragstext über die Demilitarisierung der UÇK zuzustimmen. Mit der drohenden Ablehnung der Albaner wurde der Anwendung militärischer Zwangsmittel der NATO gegen Jugoslawien die politische Grundlage entzogen. Diese Entwicklung bestätigte einmal mehr, dass man militärische Diplomatie nur dann erfolgreich anwenden kann, wenn man wenigstens eine der Konfliktparteien an seiner Seite weiß. Am Ende war es der EU-Vermittler Petritsch, der für die albanische Delegation einen gangbaren Ausweg fand. Die Albaner gaben am 23. Februar eine Schlusserklärung ab, in der eine Unterzeichnung des Abkommens nach zwei Wochen in Aussicht gestellt wurde, das heißt nach Rücksprache mit den politisch und militärisch Verantwortlichen in Kosovo.251 Die Kontaktgruppe unterbrach daraufhin den Rambouillet-Prozess bis zur Fortsetzung am 15. März in Paris, wo nur noch über die Aspekte der Implementierung des Vertragsentwurfs gesprochen werden sollte. Liest man dagegen den abschließenden Brief der serbischen Delegation, dann wird dort auch im Hinblick auf die Autonomiebestimmungen weiterer Verhandlungsbedarf angemeldet, wobei die strittigen Punkte in der ersten Fassung genau [aufgelistet waren.]


251 Petritsch/Kaser/Pichler, Kosovo - Kosova, a.a.O (Anm. 241), S. 308-309: [...]

[Seite 507, Zeilen 19-25]

Die endgültige Zusage Präsident Clintons von 4000 US-Soldaten erfolgte erst, nachdem er in dem wegen der Lewinsky-Affäre gegen ihn laufenden Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) schließlich am 12. Februar vom Senat freigesprochen worden war. Ein ernsthaftes Problem war aber, dass Russland gegen eine weitere NATO-Truppe auf dem Balkan eingestellt war, obwohl es sich nach dem Vorbild der IFOR/SFOR in Bosnien an der Operation beteiligen sollte.

[Seite 507, Zeile 44]

Dass die Serben zunächst nicht eindeutig für das Scheitern der Konferenz ver-

[Seite 508, Zeilen 1-23]

antwortlich gemacht werden konnten, hatten sie dem ungeschickten Verhandlungs-Gebaren der albanischen Delegation zu verdanken. Diese versuchte bis zuletzt, die Forderung nach einem Referendum über den Endstatus Kosovos durchzusetzen. Vor allem aber wagte es der junge UÇK-Führer Hashim Thaçi nicht, der unmissverständlichen Bestimmung im Vertragstext über die Demilitariserung [sic] der UÇK zuzustimmen. Mit der drohenden Ablehnung der Albaner wurde der Anwendung militärischer Zwangsmittel der NATO gegen Jugoslawien die politische Grundlage entzogen. Diese Entwicklung bestätigte einmal mehr, dass man militärische Diplomatie nur ausüben kann, wenn man wenigstens eine der Konfliktparteien an seiner Seite weiß. Auch der eilends nach Rambouillet gereisten US-Außenministerin Madeleine Albright gelang es nicht, den UÇK-Führer zum Einlenken zu bewegen. Am Ende war es der EU-Vermittler Petritsch, der für die albanische Delegation einen gangbaren Ausweg fand. Sie gab am 23. Februar eine Schlusserklärung ab, in der eine Unterzeichnung des Abkommens nach zwei Wochen in Aussicht gestellt wurde, d.h. nach Rücksprache mit den politisch und militärisch Verantwortlichen in Kosovo.32 Die Kontaktgruppe unterbrach daraufhin den Rambouillet-Prozeß bis zur Fortsetzung am 15. März in Paris, wo nur noch über die Aspekte der Implementierung des Vertragsentwurfs gesprochen werden sollte.33 Liest man man [sic!] dagegen den abschließenden Brief der serbischen Delegation, dann wird dort auch im Hinblick auf die Autonomiebestimmungen weiterer Verhandlungsbedarf angemeldet, wobei die strittigen Punkte in der ersten Fassung genau aufgelistet werden; [...] --- [30 Petritsch/Kaser/Pichler, S. 296.]

32 A.a.O., S. 308-309.

33 A.a.O., S. 313-316.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Die Fn 251 enthält ergänzende Anmerkungen, aber keinen Verweis auf die Quelle.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[7.] Jkr/Fragment 121 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:12:38 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 1-9
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 508, Zeilen: 24-33
Erst in der zweiten und in der endgültigen dritten Brieffassung252 wird hinsichtlich des Umfangs und Charakters einer internationalen Präsenz in Kosovo Diskussionsbereitschaft bekundet.253 Im Grunde verklausulierte der Schlussbrief der Serben ihre Ablehnung des vorliegenden, nach dem Willen der Vermittler endgültigen Vertrages. Doch da auch die Albaner trotz ihrer prinzipiellen Zustimmung noch nicht unterschrieben hatten, war eine Schuldzuweisung an die Adresse Belgrads schlecht möglich. Die EU-Staaten sahen offenbar weiteren Spielraum für eine politische Lösung, während Milosevic längst Truppen im und um das Kosovo massierte.

252 ebenda, S. 31-315 [sic!], dort sind die drei Brieffassungen dokumentiert

253 ebenda, S. 315-316: [...]

[...] erst in der zweiten und endgültigen dritten Brieffassung wird hinsichtlich des Umfangs und Charakters einer internationalen Präsenz in Kosovo Diskussionsbereitschaft bekundet - offensichtlich ein taktisches Zugeständnis.34 Im Grunde verklausulierte der Schlussbrief der Serben ihre Ablehnung des vorliegenden, nach dem Willen der Vermittler endgültigen Vertrages. Doch da auch die Albaner trotz ihrer prinzipiellen Zustimmung noch nicht unterschrieben hatten, war eine Schuldzuweisung an die Adresse Belgrads schlecht möglich. Die EU-Staaten sahen offenbar weiteren Spielraum für eine politische Lösung, während Milosevic längst Truppen in und um Kosovo massierte.

34 Die drei Brieffassungen sind dokumentiert a.a.O., S. 310-315.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Die Fußnote 253 enthält keinen Quellenverweis, sondern ein langes Zitat aus der angegebenen Quelle.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[8.] Jkr/Fragment 123 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:38:18 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 123, Zeilen: 1-3
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 508, Zeilen: 37-40
[Auch die zahlreichen Besuche bei Milošević, darunter der deutsche] Außenminister und EU-Ratspräsident Fischer am 8. März, der US-Sonderbeauftragte Holbrooke am 10. März, und der russische Außenminister Ivanov am 12. März änderten nichts an seiner völlig verhärteten Haltung. Auch der Reigen hochrangiger Besucher bei Milošević, darunter der deutsche Außenminister und EU-Ratspräsident Fischer am 8. März, der US-Sondergesandte Holbrooke am 10. März, und der russische Außenminister Ivanov am 12. März, änderte nichts an seiner völlig verhärteten Haltung.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Die Übernahme setzt sich im Text der Quelle nahtlos fort in: Jkr/Fragment_123_12

Sichter
(Hindemith), Guckar

[9.] Jkr/Fragment 123 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:23:31 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 123, Zeilen: 12-19, 104-109
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 508, 509, Zeilen: 508: 41-44; 509: 1-3, 102-104
In Paris erklärte ihr Verhandlungsführer Thaçi in einem Brief an den EU-Unterhändler Petritsch noch am 15. März die Bereitschaft der albanischen Delegation zur Vertragsunterzeichnung. Die serbische Delegation schien hingegen einzig bereit, über das in Rambouillet geschnürte Paket noch einmal verhandeln zu wollen und wartete entgegen den vorab von der Kontaktgruppe festgelegten Verfahrensregeln mit einem neuen Vertragsentwurf auf, der mit dem Schlusstext von Rambouillet kaum mehr etwas gemein hatte.261

261 FRY Revised Draft Agreement (Agreement for Self-Government in Kosmet), 15 March 1999, dokumentiert in Weller, a.a.O (Anm. 204), S. 480-490. Die meisten Passagen des Rambouillet-Textes waren, beginnend bei der Überschrift, gestrichen oder durch neue Formulierungen ersetzt worden; der Textenwurf der serbischen Delegation liegt im Internet unter http//www.balkanaction.org vor; siehe auch: Petritsch/Kaser/Pichler, a.a.O. (Anm. 241), S. 288 f.

[Seite 508, Zeilen 41-44]

In Paris erklärte UÇK-Reprâsentant Thaçi in einem Brief an EU-Unterhändler Petritsch noch am 15. März die Bereitschaft der albanischen Delegation, das Kosovo-Abkommen zu unterzeichnen. Die serbische Delegation betrieb hingegen blanke

[Seite 509, Zeilen 1-3]

Obstruktion und wartete entgegen den vorab von der Kontaktgruppe festgelegten Verfahrensregeln mit einem neuen Vertragsentwurf auf, der mit dem Schlusstext von Rambouillet kaum mehr etwas gemein hatte.35


35 FRY Revised Draft Agreement (Agreement for Self-Government in Kosmet), 15 March 1999, dok. in: Weller (wie Anm. 2), S. 480-490. Die meisten Passagen des Rambouillet-Textes waren, beginnend bei der Überschrift, gestrichen oder durch neue Formulierungen ersetzt worden.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[10.] Jkr/Fragment 130 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-19 15:50:25 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 18-19
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 509, Zeilen: 21-22
Anders als im Bosnien-Konflikt war es Milošević während des Kosovo-Konflikts nicht gelungen, einen Keil zwischen die EU und die USA zu treiben. Anders als im Bosnien-Konflikt war es Milošević diesmal nicht gelungen einen Keil zwischen die EU und die USA zu treiben.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Für sich allein genommen zu kurz. Die Übernahme setzt sich aber im Text der Quelle nahtlos fort in Jkr/Fragment_130_24

Sichter
(Hindemith), Guckar

[11.] Jkr/Fragment 130 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-19 15:49:41 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 123, Zeilen: 24-27
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 509, Zeilen: 22-24
Mit Blick auf das bevorstehende Gipfeltreffen am 23. April 1999 zum 50. Jahrestag des transatlantischen Bündnisses standen auch Glaubwürdigkeit und Zusammenhalt der Allianz auf dem Spiel. Mit Blick auf das bevorstehende Gipfeltreffen am 23. April zum 50. Jahrestag der NATO standen auch Glaubwürdigkeit und Zusammenhalt der Allianz auf dem Spiel.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Für sich allein genommen zu kurz. Der Übernahme geht aber im Text der Quelle nahtlos Jkr/Fragment_130_18 vorraus.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[12.] Jkr/Fragment 173 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 20:33:24 Guckar
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000a, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 173, Zeilen: 1-11, 101-104
Quelle: Giersch 2000a
Seite(n): 511-512, Zeilen: 511: 17-28, 106-109; 512: 101
Offenbar war die Reise der beiden Vermittler aber durch eine geheime Sondermission des schwedischen Bankiers Peter Castenfelt380 vorbereitet worden. Dieser besaß ausgezeichnete Beziehungen zur russischen Regierung und soll sich bereits einige Tage vorher in Belgrad aufgehalten haben. Dabei gelang es ihm, Milošević davon zu überzeugen, dass der neue Friedensplan gegenüber dem Rambouillet-Vorschlag gewisse Vorteile bot. So wurde zwar in dem Neun-Punkte-Plan auf Rambouillet Bezug genommen, doch sollte nunmehr die UN die Schirmherrschaft über den Aufbau der Selbstverwaltungsstrukturen ausüben, also faktisch ein UN-Protektorat geschaffen werden, und zwar bis zur Bestimmung des endgültigen völkerrechtlichen Status des Kosovo.381

380 John Lloyd, Secret envoy laid ground for deal, in: Financial Times vom 14. 06. 1999 und Roger Cohen, In secret Beigrade talks, London financier seems to have helped Milošević accept accord, in: New York Times vom 15. 06. 1999

381 UN-Resolution 1244 vom 10. Juni 1999

Offenbar war die Reise Ahtisaaris und Tschernomyrdins aber durch eine geheime Sondermission des in London ansässigen, schwedischen Bankiers Peter Castenfelt43 vorbereitet worden. Castenfelt, der von der deutschen Regierung gebrieft wurde und der ausgezeichnete Beziehungen zur russischen Regierung besaß, soll sich ab dem 29. Mai in Belgrad aufgehalten haben. Er konnte Milošević verdeutlichen, dass der neue Friedensplan gegenüber den Rambouillet-Abkommen gewisse Vorteile bot. So wurde zwar in dem Neun-Punkte-Plan auf Rambouillet Bezug genommen, doch sollte nunmehr die UNO die Schirmherrschaft über den Aufbau der Selbstverwaltungsstrukturen ausüben, also faktisch ein UNO-Protektorat geschaffen werden, und zwar bis zur Bestimmung des endgültigen Status Kosovos.44

43 Castenfelt wurde vom Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin, Karl Kaiser, rekrutiert; siehe auch John Lloyd, Secret envoy laid ground for deal, Financial Times 14.6.1999. Roger Cohen, In secret Belgrade talks, London financier seems to have helped Milošević accept accord, New York Times 15.6.1999

44 UN S/RES/1244 vom 10. Juni 1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

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