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Quelle:Jkr/NZZ 2003a

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Titel    Die Kosovo-Frage in der Sackgasse. «Standard vor Status» oder doch «Status vor Standard»?
Zeitschrift    Neue Zürcher Zeitung
Datum    26. März 2003
URL    http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/article8PU67-1.231026

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    ja
Fragmente    4


Fragmente der Quelle:
[1.] Jkr/Dublette/Fragment 282 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-14 10:13:45 Hindemith
Dublette, Fragment, Gesichtet, Jkr, KeineWertung, NZZ 2003a, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 282, Zeilen: 24-32
Quelle: NZZ 2003a
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Die kosovarischen Politiker kritisieren dieses Konzept, nachdem es ihrer Meinung nach nur dem Ziel diene, die Unabhängigkeit hinauszuschieben oder letztlich zu verhindern. Ihres Erachtens sind die Standards nicht zu erreichen, wenn nicht mittels der Unabhängigkeit die entsprechenden Kompetenzen zugestanden werden. Präsident Rugova hat in einer Kritik zu Steiners Doktrin gar festgestellt, dass, wenn die Statusfrage nicht bald gelöst sein werde, die albanische Frage insgesamt neu gestellt werden müsse. Mit anderen Worten: Ohne Kosovos Eigenstaatlichkeit müsse die Zusammenführung aller albanisch besiedelten Gebiete wieder erwogen werden. Viele kosovarische Politiker führen die wachsenden Spannungen und Blockaden zwischen den lokalen politischen Akteuren und den UNMIK-Vertretern auf die ungelöste Statusfrage zurück. Die LDK-Abgeordnete Edita Tahiri ist der Meinung, dass „das kosovarische Schiff nicht vorwärts kommen kann, wenn ihm der Kompass fehlt.“ Solange die Albaner [fürchteten und die Serben hofften, dass Kosovo eines Tages wieder zu Serbien und Montenegro gehöre, blieben die Beziehungen zwischen den Volksgruppen und zwischen Kosovo und Serbien gestört.] 602

602 Edita Tahiri: Nation Building in Kosova. Can the indefinite postponement of final status undermine the success? Zitiert nach Andreas Emst, “Standards vor Status”, in: Südosteuropa, 2002 H. 7-9, S. 363

Ein wesentliches Motiv für die Beschleunigung dieses Prozesses ist weniger Belgrads Vorstoss als die kontinuierliche Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Unmik und den kosovo-albanischen Politikern. Diese lehnen Steiners Doktrin recht unverhohlen ab. Zwei Einwände sind immer wieder zu hören. «Standards vor Status» diene dem Ziel, die Unabhängigkeit auf ein fernes, unbestimmtes Datum zu verlegen oder ganz zu verunmöglichen. Und: Die Erreichung der Standards sei gar nicht möglich ohne den Status der Unabhängigkeit. Die Qualität der Gegenargumente zu Steiners «Mantra» variieren stark. Eher plump argumentiert Präsident Rugova, der im Gespräch feststellt, wenn die Statusfrage nicht bald gelöst werde, müsse die albanische Frage neu gestellt werden. Mit andern [sic!] Worten: Ohne Kosovos Eigenstaatlichkeit werde die Zusammenführung aller albanisch besiedelten Gebiete («Grossalbanien») wieder aktuell.

[...]

Eine differenzierte Auseinandersetzung mit Steiners Doktrin führt die Parlamentarierin des Demokratischen Bundes Kosovos, Edita Tahiri, die in den Jahren des «Parallelsystems» zeitweise als «Aussenministerin» gewirkt hatte. Sie führt die wachsenden Spannungen und Blockaden zwischen den lokalen politischen Akteuren und den Vertretern der internationalen Gemeinschaft auf die ungelöste Statusfrage zurück. «Das kosovarische Schiff kann nicht vorwärts kommen, wenn ihm der Kompass fehlt.» Solange die Albaner befürchteten und die Serben hofften, dass Kosovo eines Tages wieder zu Serbien gehöre, blieben die Beziehungen zwischen den Volksgruppen und zwischen Pristina und Belgrad gestört.

Anmerkungen

Weitgehend wörtliche Übernahme ohne Kennzeichnung eines Zitats. Ein Quellenverweis ist nicht vorhanden.

Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter
Guckar

[2.] Jkr/Dublette/Fragment 283 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-14 10:13:31 Hindemith
Dublette, Fragment, Gesichtet, Jkr, KeineWertung, NZZ 2003a, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 283, Zeilen: 1-10
Quelle: NZZ 2003a
Seite(n): 0, Zeilen: 0
[“ Solange die Albaner] fürchteten und die Serben hofften, dass Kosovo eines Tages wieder zu Serbien und Montenegro gehöre, blieben die Beziehungen zwischen den Volksgruppen und zwischen Kosovo und Serbien gestört.602 Als positives Beispiel und möglicher Ausweg aus der, durch das Hinausschieben der Statusfrage entstandenen Krise, wird das UN-Protektorat in Ost-Timor genannt. Dort wurden die Kompetenzen nach nur kurzer Zeit an die örtlichen Institutionen übertragen, welche auf dem Weg in die Unabhängigkeit von einem internationalen Aufsichtsgremium begleitet werden. Die Abgeordnete entwickelte daraus die Formel „Unabhängigkeit plus Protektorat“, was genau dem oben dargelegten Vorschlag einer „konditionierten Unabhängigkeit“ entspricht.603

602 Edita Tahiri: Nation Building in Kosova. Can the indefinite postponement of final status undermine the success? Zitiert nach Andreas Emst, “Standards vor Status”, in: Südosteuropa, 2002 H. 7-9, S. 363

603 Independent International Commission on Kosovo, a.a.O. (Anm. 592)

«Das kosovarische Schiff kann nicht vorwärts kommen, wenn ihm der Kompass fehlt.» Solange die Albaner befürchteten und die Serben hofften, dass Kosovo eines Tages wieder zu Serbien gehöre, blieben die Beziehungen zwischen den Volksgruppen und zwischen Pristina und Belgrad gestört. Bürokratische Hemmnisse und Finten von internationalen Beamten hätten zur Untergrabung des eigentlich partnerschaftlich gedachten Verhältnisses mit örtlichen Kräften geführt. Das Resultat seien Misstrauen und ein Machtkampf um Kompetenzen. Das Beispiel des Uno-Protektorats Osttimor zeige aber einen Ausweg: schnelle Übergabe der Kompetenzen an die Regierung, die von einem internationalen Aufsichtsgremium begleitet werden solle. Daraus resultiert Tahiris Formel «Unabhängigkeit plus Protektorat», was einer «konditionierten Unabhängigkeit» entspricht.
Anmerkungen

Weitgehend wörtliche Übernahme ohne Kennzeichnung eines Zitats. Ein Quellenverweis ist nicht vorhanden.

Fortsetzung von vorheriger Seite.

Sichter
Guckar

[3.] Jkr/Dublette/Fragment 283 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-14 10:13:18 Hindemith
Dublette, Fragment, Gesichtet, Jkr, KeineWertung, NZZ 2003a, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 283, Zeilen: 31-36
Quelle: NZZ 2003a
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Die Bereitschaft der kosovarischen Politiker, in einen Verhandlungsprozess einzutreten, wirkt hingegen ambivalent. Einerseits wird die baldige Entlassung in die Unabhängigkeit gefordert, andererseits wurden Direktverhandlungen mit Belgrad lange Zeit abgelehnt. Dabei scheint die tief verwurzelte Befürchtung, den serbischen Verhandlungspartnern aufgrund mangelnder politischer Versiertheit und Erfahrung unterlegen zu sein, eine nicht unerhebliche [Rolle zu spielen. Verschiedene ihrer Parlamentarier sind nach wie vor der Auffassung, dass die Statusverhandlungen bilateral zwischen den Kosovo-Albanern

und der internationalen Staatengemeinschaft geführt werden sollten. Verhandlungen mit Belgrad hätten ihrer Ansicht nach erst dann einen Sinn, wenn die Unabhängigkeit von der Staatengemeinschaft festgeschrieben sei. Dann könne mit Serbien technische Detailfragen der geklärt werden.]

Die Bereitschaft der kosovo-albanischen Elite, auf einen Verhandlungsprozess einzutreten, wirkt derweil ambivalent. Einerseits wird die Entlassung in die Unabhängigkeit so schnell als möglich gefordert und als Voraussetzung für andauernden Frieden auf dem Balkan bezeichnet. Dabei scheint der eingespielte psychologische Reflex, gegenüber Belgrad unterlegen zu sein, mit eine Rolle zu spielen. Immer wieder ist auch zu hören, dass erst die «Anerkennung einer historischen Schuld durch die Serben» das Klima für konstruktive Gespräche schaffe. Verschiedene Parlamentarier halten sogar fest, dass Verhandlungen mit Belgrad erst dann einen Sinn hätten, wenn die Unabhängigkeit von der internationalen Gemeinschaft festgeschrieben und von Belgrad nolens volens akzeptiert worden sei. [...] Aus dieser Perspektive ginge es in Direktgesprächen mit Belgrad lediglich darum, technische Detailfragen der Loslösung zu klären. Die eigentlichen Statusverhandlungen würden bilateral zwischen den Kosovo-Albanern und der Staatengemeinschaft geführt.
Anmerkungen

Kein wörtliches Zitat ausgewiesen. Fortsetzung auf der Folgeseite (ein Teil des Folgetextes ist dargestellt, um den Zusammenhang erkennbar zu machen).

Sichter
Guckar

[4.] Jkr/Dublette/Fragment 284 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-14 10:13:02 Hindemith
Dublette, Fragment, Gesichtet, Jkr, KeineWertung, NZZ 2003a, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 284, Zeilen: 1-18
Quelle: NZZ 2003a
Seite(n): 0, Zeilen: 0
[Dabei scheint die tief verwurzelte Befürchtung, den serbischen Verhandlungspartnern aufgrund mangelnder politischer Versiertheit und Erfahrung unterlegen zu sein, eine nicht unerhebliche] Rolle zu spielen. Verschiedene ihrer Parlamentarier sind nach wie vor der Auffassung, dass die Statusverhandlungen bilateral zwischen den Kosovo-Albanern und der internationalen Staatengemeinschaft geführt werden sollten. Verhandlungen mit Belgrad hätten ihrer Ansicht nach erst dann einen Sinn, wenn die Unabhängigkeit von der Staatengemeinschaft festgeschrieben sei. Dann könne mit Serbien technische Detailfragen der geklärt werden.

In Anbetracht dieser schwierigen Ausgangslage ist es nachvollziehbar, dass keine Seite mit großer Freude darauf hinarbeitet, diesen höchst anspruchsvollen und schwierigen Verhandlungsprozess zu beginnen. Nicht ausgeschlossen werden kann dabei, dass ein ungünstiger Verhandlungsverlauf radikalen oder sogar militanten Kräften Auftrieb verleiht und die relative Stabilität in Kosovo und Serbien nachhaltig gefährdet. Im Gegensatz dazu sind jedoch die Risiken eines weiteren Aufschubs von Gesprächen ungleich größer. Die Albaner werden in einem solchen Fall die Rückkehr der Serben zumindest behindern, Belgrad wird die Integration der Kosovo-Serben hintertreiben, womit zentrale „benchmarks“ Steiners dauerhaft außer Reichweite bleiben. Zweifelsohne aber werden die oben angesprochenen Spannungen zwischen UNMIK und den einheimischen Eliten in Kosovo weiter zunehmen.

Dabei scheint der eingespielte psychologische Reflex, gegenüber Belgrad unterlegen zu sein, mit eine Rolle zu spielen. Immer wieder ist auch zu hören, dass erst die «Anerkennung einer historischen Schuld durch die Serben» das Klima für konstruktive Gespräche schaffe. Verschiedene Parlamentarier halten sogar fest, dass Verhandlungen mit Belgrad erst dann einen Sinn hätten, wenn die Unabhängigkeit von der internationalen Gemeinschaft festgeschrieben und von Belgrad nolens volens akzeptiert worden sei. [...] Aus dieser Perspektive ginge es in Direktgesprächen mit Belgrad lediglich darum, technische Detailfragen der Loslösung zu klären. Die eigentlichen Statusverhandlungen würden bilateral zwischen den Kosovo-Albanern und der Staatengemeinschaft geführt.

Angesichts dieser Ausgangslage ist es verständlich, dass niemand grosse Lust hat, diesen höchst anspruchsvollen Verhandlungsprozess zu beginnen. Es kann nicht einmal ausgeschlossen werden, dass ein Verhandlungsverlauf, der von der einen oder andern Seite (vielleicht auch von beiden) als ungünstig eingeschätzt wird, militanten Kräften Auftrieb gibt und die relative Stabilität in Serbien und Kosovo gefährdet. Dennoch erscheinen die Risiken des weiteren Aufschubs von Gesprächen ungleich grösser. Die Albaner werden die Rückkehr der Serben blockieren, und Belgrad wird die Integration der Kosovo-Serben hintertreiben, womit zentrale «Standards» dauerhaft ausser Reichweite bleiben. [...] Ganz ohne Zweifel werden die Spannungen zwischen den internationalen Protektoren und den einheimischen Eliten Kosovos zunehmen, und wer als Befreier begrüsst wurde, könnte dereinst als Besetzer bekämpft werden.

Anmerkungen

Fortgesetzt von vorheriger Seite, ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
Guckar

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