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Quelle:Jpm/Merklein 1998

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Helmut Merklein
Titel    Studien zu Jesus und Paulus II
Ort    Tübingen
Verlag    Mohr Siebeck
Jahr    1998
Nummer    105
Reihe    Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament
ISBN    3-16-146863-5

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    nein
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Jpm/Fragment 291 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-09-07 12:45:42 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Merklein 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 291, Zeilen: 4-30
Quelle: Merklein 1998
Seite(n): 60, 61, Zeilen: 5-16, 28-34; 1-6, 8-11, 19-29
2.4 Befreiung und Rettung von allem Unheil durch Christus

Das „Bewirken“ des „Heils“ und „Erschaffen“ des „Unheils“ unter-streicht, dass Gott dem Unheil nicht passiv gegenüber steht. Das Unheil, das Menschen und Völker trifft, kann auch von Gott zugelassenes Mittel sein, um Geschichte zu gestalten und zu lenken.

(5) Ich bin der Herr, und sonst niemand;
außer mir gibt es keinen Gott.
Ich habe dir den Gürtel angelegt,
ohne dass du mich kanntest,
(6) damit man vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Untergang erkennt,
dass es außer mir keinen Gott gibt.
Ich bin der Herr und sonst niemand.
(7) Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel,
ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil.
Ich bin der Herr, der das alles vollbringt. (Jes 45,5-7)

Nach K. Ellingers Interpretation des Deuterojesaja folgt der Lauf der Geschichte einem dem Menschen zwar nicht einsichtigen, doch aber logischen bzw. theologischen Konzept und setzt darüber hinaus voraus, dass das Unheil letztlich sogar eine Heilsfunktion besitzt.62 Nach W.H. Schmidt bilden Unheils- und Heilsverkündigung trotz ihrer Grundver-schiedenheit nicht zwei unabhängige Teile, sondern eine übergreifende Einheit: „Heil vollzieht sich nur im Gericht.“63 Das Neue Testament spricht von Heil und Unheil bzw. Gericht und Heil in der Gerichtspredigt Johannes des Täufers, der Heilsverkündigung Jesu und im Kerygma des Paulus. Johannes gilt als Gerichtsprediger des Neuen Testaments,64 wobei das bevorstehende Gericht den Ausgangspunkt seiner Predigt darstellt.


62 Ellinger, K.: Deuterojesaja 40,1-45.7 (BK XI/1), Neukirchen-Vluyn 1978; 500.

63 Schmidt, W.H.: Zukunftsgewissheit und Gegenwartskritik. Grundzüge prophetischer Verkündigung (BSt 64), Neukirchen-Vluyn 1973; 85.

64 Ernst, J.: Johannes der Täufer. Interpretation – Geschichte - Wirkungsgeschichte (BZNW 53), Berlin, New York 1989; zur näheren Begründung vgl. Merklein, H.: Jesu Botschaft von der Gottesherrschaft (SBS 111), Stuttgart 1989; 27-33.

[S. 60, Z. 5-16, 28-34]
(5) Ich bin der Herr, und sonst niemand;
außer mir gibt es keinen Gott.
Ich habe dir den Gürtel angelegt,
ohne daß du mich kanntest,
(6) damit man vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Untergang erkennt,
daß es außer mir keinen Gott gibt.
Ich bin der Herr, und sonst niemand.
(7) Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel,
ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil.
Ich bin der Herr, der das alles vollbringt.
(Jes 45,5-7)

[...]3 Entsprechend soll mit der Rede vom »Bewirken« des »Heils« und vom »Erschaffen« des »Unheils« die alles umfassende Geschichtssouveränität Gottes herausgestellt werden. Gott steht dem Unheil nicht passiv gegenüber, muß sich nicht reaktiv mit ihm arrangieren, um die Kontrolle über den Lauf der Geschichte zu behalten. Das Unheil, das die Menschen und Völker trifft, ist vielmehr ein positives, von Gott gewolltes und geschaffenes Mittel, um Geschichte zu [gestalten und zu lenken.]

[S. 61, Z. 1-6; 8-11, 19-29]

Auch in dieser Karl Eiliger verpflichteten Interpretation ist das Wort des Deuterojesaja noch aufregend genug. Denn es behauptet nicht nur, daß der Lauf der Geschichte einem dem Menschen zwar nicht einsichtigen, dennoch aber logischen bzw. theo-logischen Konzept folgt, sondern setzt darüber hinaus auch voraus, daß das Unheil letztlich sogar eine Heilsfunktion besitzt. [...]

Werner H. Schmidt betont, daß Unheils- und Heilsverkündigung trotz ihrer Grundverschiedenheit nicht in zwei unabhängige Teile auseinanderfallen, sondern eine sachliche Einheit bilden: »Heil vollzieht sich nur im Gericht«.4 [...]

Es beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie auch im Neuen Testament Gericht und Heil zusammengedacht sind bzw. ob und wie auch dort der Gedanke eines heilsamen Gerichts vorkommt. Als Sondierungsfelder werden die Gerichtspredigt Johannes des Täufers, die Heilsverkündigung Jesu und das Kerygma des Paulus ausgewählt, wobei im einzelnen nicht die Erhebung des vollständigen, sondern des typischen Befundes angezielt ist.

I. Johannes der Täufer

1. Johannes gilt als der Gerichtsprediger des Neuen Testaments schlechthin7. Das bevorstehende Gericht ist der Ausgangspunkt seiner Predigt.


3 K. Eiliger, Deuterojesaja 40,1 - 45,7 (BK X I /1), Neukirchen-Vluyn 1978, 500.

4 IV. H. Schmidt, Zukunftsgewißheit und Gegenwartskritik. Grundzüge prophetischer Verkündigung (BSt 64), Neukirchen-Vluyn 1973, 85; konkret geht es an der Stelle um Hosea.

7 Aus der reichhaltigen Literatur zu Johannes sei hier nur auf zwei Titel verwiesen: J. Becker, Johannes der Täufer und Jesus von Nazareth (BSt 63), Neukirchen-Vluyn 1972; J. Ernst, Johannes der Täufer. Interpretation - Geschichte - Wirkungsgeschichte (BZNW 53), Berlin / New York 1989. Zur näheren Begründung der hier vorgetragenen Sicht vgl. H. Merklein, Jesu Botschaft von der Gottesherrschaft (SBS 111), Stuttgart 3., überarbeitete Aufl. 1989, 27-33.

Anmerkungen

Keine ausreichende Kennzeichnung.

Sichter
KnallErbse

[2.] Jpm/Fragment 292 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-09-07 13:03:05 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Merklein 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 292, Zeilen: 1-26 (komplett)
Quelle: Merklein 1998
Seite(n): 62, 63. 64, Zeilen: 2-10, 12-20, 10-32
[Er] ist davon überzeugt, dass ganz Israel mit dem Gericht Gottes konfrontiert ist.65 Die Abrahamskindschaft lässt Johannes als Berufungsinstanz für kommendes Heil nicht gelten: „Meint nicht bei euch sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater!“(Mt 3,9a). Nach Johannes zielt die Taufe auf „Vergebung der Sünden“ (Mk 1,4) und damit auf die Reinigung Israels. Die Taufe „beseitigt…, die anthropologische Ursache des Gerichts. Fehlt diesem der Anlass, kann es ausbleiben.“66 Die Taufe besitzt zumindest indirekt auch soteriologische Kraft, sofern ihr Empfang von dem kommenden Gericht zu bewahren bzw. die Voraussetzung für den Heilsempfang zu schaffen vermag. „Die Dominanz des Zorns bleibt allerdings bewahrt.“67

Nach der Botschaft des Täufers kann niemand dem kommenden Zorn entgehen (Mt 3,8). Daher ist es nötig, der Umkehr würdige Früchte zu bringen. Umkehr zielt nicht auf das Entrinnen vor dem Zorn Gottes, sondern auf dessen Anerkennung und Bereitschaft, sich ihm zu stellen. Die „Frucht der Umkehr“ ist als das „erkennbare äußere Zeichen“ wohl mit der Taufe selbst zu identifizieren.68 Dem entspricht die Bezeichnung „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ (Mk 1,4). So macht die Taufe nicht den kommenden Zorn gegenstandslos, sondern ist dessen Vorwegnahme und Vollzug. Dabei symbolisiert das Untertauchen im Wasser das Todesgericht über den Sünder.69 Diese Art von Gerichtsvollzug hat rettende und heilsame Wirkung – die Sünden sind vergeben (Mk 1,4), da der Sünder als ihr Verursacher vernichtet ist. Der aus dem Wasser Auftauchende ist neue Schöpfung und wird als Weizen bezeichnet, den der Kommende in seiner Scheune sammelt (Mt 3,12). Die Taufe bietet Neuschöpfung als reale Möglichkeit, so dass im vorweggenommen [Gericht Heil geschieht.]


65 Vgl. v. Dobbler, S.: Die Botschaft Johannes des Täufers und ihre Rezeption bei den Johannesjüngern im Rahmen der Theologiegeschichte des Frühjudentums (BBBB 70), Frankfurt a.M. 1988; 83-131.

66 Becker, J.: Johannes der Täufer und Jesus von Nazareth (BSt 63), Neukirchen-Vluyn 1972; 22.

67 Ebd.

68 Merklein, H.: Die Umkehrpredigt bei Johannes dem Täufer und Jesus von Nazareth, in: ders., Studien zu Jesus und Paulus (WUNT 43), Tübingen 1987; 109-126.

69 Die Symbolik des Wassers ist religionsgeschichtlich weit verbreitet. Für das AT vgl. zum Wasser als Symbol des Todes bzw. der Todesgefahr 2 Sam 22,5f; Ps 18,17; die Sintflutgeschichte Gen 6-9, den Durchzug durch das Rote Meer mit dem Gericht über die Ägypter Ex 14,15, bes. 15,7,8-10.

[S. 62 Z. 2-10]

Die Anrede »Schlangenbrut« steht im Gegensatz zur (physischen) Abrahamskindschaft, die Johannes als Berufungsinstanz für ein kommendes Heil nicht mehr gelten läßt: »Meint nicht bei euch sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater!« (Mt 3,9a par). [...] Wohl im Gefolge deuteronomistischer Verkündigung ist Johannes davon überzeugt, daß ganz Israel mit dem Gericht Gottes konfrontiert ist.

[S. 63, Z. 12-20]

Im übrigen zielt die für Johannes so typische Taufe, die ihm den Beinamen »der Täufer« eingetragen hat, auf die »Vergebung der Sünden« (Mk 1,4) und damit auf die Reinigung Israels. Die Taufe »beseitigt. . . die anthropologische Ursache des Gerichts. Fehlt diesem der Anlaß, kann es ausbleiben«. Die Taufe besitzt also zumindest indirekt auch soteriologische Kraft, sofern ihr Empfang vor dem kommenden Gericht zu bewahren bzw. die Voraussetzung für den Heilsempfang zu schaffen vermag. »Die Dominanz des Zorns bleibt« allerdings »gewahrt«.

[S. 64 Z. 10-32]

Weil niemand dem kommenden Zorn Gottes entrinnen kann, ist es nötig, würdige Frucht der Umkehr zu erbringen, wobei deren Inhalt sich dann auch von V. 7b her bestimmt. Umkehr zielt nicht auf das Entrinnen vor dem Zorn Gottes, sondern auf dessen Anerkennung und die Bereitschaft, sich ihm zu stellen. Die »Frucht der Umkehr« als das geforderte »erkennbare äußere Zeichen« ist wohl mit der Taufe selbst zu identifizieren. Dazu würde auch die Bezeichnung »Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden« (Mk 1,4) passen19. Die Taufe will also nicht den kommenden Zorn Gottes gegenstandslos machen, sondern ist dessen Vorwegnahme und Vollzug. Das Untertauchen im Wasser, das der Täufling passiv (!) an sich geschehen läßt, symbolisiert das Todesgericht über den Sünder. Eben dieses Todesgericht hat aber positive Wirkung. Die Sünden sind vergeben (vgl. Mk 1,4), weil der Sünder als ihr Verursacher vernichtet ist. Was aus dem Wasser auftaucht, ist neue Schöpfung, ist Weizen, den der Kommende in seine Scheune sammelt (Mt 3,12ba par). Die Drohung, daß Gott aus toten Steinen dem Abraham Kinder erwecken könne (Mt 3,9b par), ist daher nicht nur eine fiktive Möglichkeit, um die Treue Gottes angesichts seines Zorns über Israel wahren zu können. Die darin angesprochene Neuschöpfung bietet Johannes mit seiner Taufe vielmehr auch als reale Möglichkeit an. Die symbolische Unterstellung unter das Todesgericht in der Taufe eröffnet die Möglichkeit neuer Schöpfung. Im vorweggenommenen Gericht geschieht Heil.

Anmerkungen

Der Verweis auf Merklein bezieht sich auf einen anderen Aufsatz in einem früheren Aufsatzband.

Sichter
KnallErbse

[3.] Jpm/Fragment 293 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-09-07 12:49:48 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Merklein 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 293, Zeilen: 1-30
Quelle: Merklein 1998
Seite(n): 65-67, Zeilen: 22-35, 9ff, 1-6
Wer sich dem Gericht Gottes stellt, wird neu geschaffen, wer ihm auszuweichen sucht, kommt um. In ihm wird der Realität der sündigen menschlichen Existenz Rechnung getragen und das Heil als die allein Gott mögliche Schöpfungstat in der Begegnung des Menschen mit dem Heiligen erwartet.70

Wie der Täufer das Gericht, so verkündet Jesus das Heil: „Nahe gekommen ist die Gottesherrschaft“ (Mk 1,15; Mt 10,7) und übernimmt die Prämisse des Täufers, dass alle umkommen, wenn sie nicht umkehren (LK 13,3-5).71 Umkehr vollzieht sich dabei nicht in der Übernahme des Gerichts, wie bei Johannes, sondern in der Annahme der Heilsbotschaft. In diesem Kontext wird das Gericht über den Satan ausdrücklich betont: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lk 10,18). Der Ankläger der Sünder ist gestürzt, so dass Jesus dem Volk Israel allgemeinen Schulderlass gewährt. In den Begegnungen und der Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern bringt Jesus den Heilsentscheid Gottes symbolisch zum Ausdruck und verkündet dem Volk Israel eschatalogisches Heil: „Selig die Armen, denn ihnen gehört die Gottesherrschaft“ (Lk 6,20b). Jesus etablierte das Reich Gottes, indem er durch Wunder und Zeichen wirkte, Kranke heilte und Dämonen austrieb (Lk 11,20). Das Gericht wird aber denen angedroht, die das Heilsangebot nicht annehmen.72 Aufgrund der vorliegenden, verschiedenen Sinndeutungen des „Gerichts“ handelt es sich um ein komplexes Verständnis und einen konditionalen Charakter der Gerichtsaussagen.

Jesus ist sich bewusst, dass das anbrechende Heil unheile Strukturen der Welt nicht einfach verschwinden lässt. Die Heilsbotschaft schafft nicht nur Frieden, sondern auch Feindschaft, sogar „Hass“ gegenüber den eigenen Angehörigen (Lk 14,26) und Entzweiung der Familien (Lk 12,52). Jesus ist nicht nur mit der Absicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern auch das Schwert (Mt 10,34); Feuer wollte er auf die Erde werfen (Lk 12,49). Möglicherweise setzte Jesus bei seinen Jüngern die Bereit[schaft zum Martyrium voraus (Lk 14,27; [...] ]


70 Vgl. Merklein, H.: Gericht und Heil. Zur heilsamen Funktion des Gerichts bei Johannes dem Täufer, Jesus u. Paulus, in:J ahrbuch für Biblische Theologie, Bd. 5, Schöpfung und Neuschöpfung, Neukirchener 1990; 76.

71 Vgl. Die Rede von der bösen Generation, Mk 8,12; Lk 11,29 par Mt 12,39.

72 Zum konditionalen Charakter der Gerichtsaussage, vgl. Merklein, H.: Die Gottesherrschaft als Handlungsprinzip. Untersuchungen zur Ethik Jesu (fzb 34), Würzburg 1984; 146-149.

[S. 65, Z. 22-24, 31-35]

Grundlegend ist beide Male aber der Gerichtsgedanke: Wer sich dem Gericht Gottes stellt, wird neugeschaffen, wer ihm auszuweichen sucht, kommt um. [...] In äußerster Ernsthaftigkeit wird der Realität der (sündigen) menschlichen Existenz Rechnung getragen und das Heil in letzter Konsequenz als die allein Gott mögliche Schöpfungstat in der für den Menschen immer tödlichen Begegnung mit dem Heiligen erwartet.

[S. 66, Z9ff]

Wie der Täufer das Gericht, so verkündet Jesus jetzt apodiktisch das Heil: »Nahegekommen ist die Gottesherrschaft« (Mk 1,15; Mt 10,7 par). Zwar weiß auch Jesus um die Sünde Israels; er teilt die Prämisse des Täufers, daß alle umkommen, wenn sie nicht umkehren (Lk 13,3.5)24. Doch konkretisiert sich diese Umkehr nicht in der Übernahme des Gerichts wie bei der Taufe des Johannes, sondern in der Annahme der Heilsbotschaft. Ausdrücklich genannt und vorausgesetzt wird das Gericht über den Satan: »Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen« (Lk 10,18). Der himmlische Ankläger und Repräsentant der Sünde Israels ist gestürzt, der metahistorische Grund für die Verurteilung Israels ist damit entfallen, so daß Jesus von einem allgemeinen Schulderlaß, einer Art Generalamnestie, ausgehen kann. In Tischgemeinschaften und Begegnungen mit Zöllnern und anderen als Sünder eingestuften Menschen bringt Jesus diesen Heilsentscheid Gottes zeichenhaft zum Ausdruck und proklamiert das eschatologische Heil für das bei Johannes noch unter der akuten Gerichtsdrohung stehende Israel: »Selig die Armen, denn ihnen gehört die Gottesherrschaft« (Lk 6,20b par). Jetzt ist Heilszeit; jetzt geschieht, was Propheten und Könige ersehnt haben (Lk 10,23 par); jetzt erfüllt sich die Verheißung der Propheten (Lk 7,22f par). Wenn er, Jesus, Wunder vollbringt und Dämonen austreibt, dann ist die Gottesherrschaft schon präsent (Lk 11,20 par). Für das Gericht bleibt nurmehr ein konditionaler Platz. Es wird denen angedroht, die das Heilsangebot nicht annehmen. Selbstverständlich weiß auch Jesus, daß das anbrechende Heil die unhei[len Strukturen der Welt nicht einfach verschwinden läßt.]

[S. 67, Z. 1-6]

Zum Teil verstärkt es sie sogar. Die Heilsbotschaft schafft nicht nur Frieden, sondern auch Feindschaft. Sie führt zum »Haß« der eigenen Angehörigen (Lk 14,26 par) und zur Entzweiung der Familien (Lk 12,52f par)26. Insofern ist Jesus nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert (Mt 10,34 par); [...]

Anmerkungen

Keine Kennzeichnung.

Sichter
KnallErbse

[4.] Jpm/Fragment 294 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-09-07 13:13:34 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Merklein 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 294, Zeilen: 1-29
Quelle: Merklein 1998
Seite(n): 67, 69, 70, 71, Zeilen: 6-13, 19-26; 3-15; 21-23, 26-28; 4, 11-14
[Möglicherweise setzte Jesus bei seinen Jüngern die Bereit]schaft zum Martyrium voraus (Lk 14,27; Mk 8,34) und rechnete selbst mit einem gewaltsamen Geschick: „Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist“ (Lk 12,50; Mk 10,38f). Der ursprüngliche Sinn dieses Wortes ist schwer zu erheben; zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass es aus dem tatsächlichen Geschick Jesu erschlossen ist.73

Wo das Gericht Gottes in der Botschaft Jesu ausdrücklich thematisiert wird, erscheint es als Konsequenz abgelehnten Heils, nicht aber als Voraussetzung und Ermöglichung des Heils. Somit ist die Predigt Jesu im Wesentlichen Ansage des von Gott her unbedingten eschatologischen Heils. Die Art des Redens von Gott ist nicht weniger beeindruckend als die Predigt des Täufers. Der Heilswille Gottes wird konsequent ernst genommen, so dass die Sündigkeit des Menschen zunächst kein Hindernis darstellt.74 Dabei taucht der Gedanke des heilsamen Gerichts noch am Ende des Wirkens Jesu auf, indem er seinen Tod als Lebenshingabe für „viele“ deutet, d.h. wohl für Israel. Hier kann es auf sich beruhen, ob die Abendmahlstradition (Mk 14,24; 1 Kor 11,23f; Lk 22,19f) oder Mk 10,45 traditionsgeschichtlich älter ist.75 Dabei ist inhaltlich wohl auf Jes 53 angespielt. Jesus trägt die Sünden Israels und gilt die Strafe ab, die eigentlich die Sünder treffen müsste. In diesem Sinne wird der Tod Jesu als Sühneopfer verstanden. Gerade so aber werden den Sündern das Heil und die Gerechtigkeit zuteil. Stellvertretend wird in Jesus das heilsame Gericht vollzogen. Allerdings wird die Authentizität der hier angesprochenen Überlieferungen sehr kontrovers beurteilt.76

In den paulinischen Heils- und Gerichtsvorstellungen wird zwischen Gericht und Heil wohl unterschieden. In Röm 1,17 und V.18 bildet die Rede von der Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes eine Parallele zu der Offenbarung des Zornes Gottes. Dennoch ist das inhaltliche Verhältnis der beiden Verse in der Forschung umstritten.


73 Vgl. Oberlinner, L.: Todeserwartung und Todesgewissheit Jesu. Zum Problem einer historischen Begründung (SBB10), Stuttgart 1980; 98-101.

74 Merklein, H.: Gericht und Heil, in: Jahrbuch der Biblischen Theologie, 1990; 78.

75 Vgl. Grimm, W.: Die Verkündigung Jesu und Deuterojesaja (ANTJ 1), Frankfurt/M 1981; 231-276.

76 Vgl. Vögtle, A.: Offenbarungsgeschehen und Wirkungsgeschichte. Neutestamentliche Beiträge, Freiburg, Basel, Wien 1985; 141-167.

[S. 67, Z. 6-13, 19-26]

Möglicherweise hat Jesus bei seinen Jüngern Martyriumsbereitschaft vorausgesetzt (Lk 14,27 par; Mk 8,34) und vielleicht sogar selbst mit einem gewaltsamen Geschick gerechnet: »Ich muß mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist« (Lk 12,50; vgl. Mk 10,38f). Der ursprüngliche Sinn dieses Wortes ist jedoch schwer zu erheben; zudem kann nicht ausgeschlossen werden, daß es erst aus dem tatsächlichen Geschick Jesu erschlossen ist. [...]

Wo das Gericht Gottes in der Botschaft Jesu ausdrücklich thematisiert wird, erscheint es als Konsequenz des abgelehnten Heils, nicht aber als Voraussetzung und Ermöglichung des Heils. Die Predigt Jesu ist im wesentlichen Ansage des von Gott her unbedingten eschatologischen Heils. Diese Art des Redens von Gott ist nicht weniger beeindruckend als die Predigt des Täufers. Der Heilswille Gottes wird so konsequent ernst genommen, daß die Sündigkeit des Menschen zunächst einmal belanglos wird.

[S. 69, Z. 3-15]

3. Etwas sichereren Boden betreten wir wieder mit Folgendem: Nach Ausweis unserer Quellen taucht der Gedanke heilsamen Gerichtes dann doch noch auf, nämlich am Ende des Wirkens Jesu, und zwar in der Form, daß Jesus seinen Tod als Lebenshingabe für »viele«, d.h. wohl für Israel, deutet. Dabei kann es hier auf sich beruhen, ob die Abendmahlstradition (Mk 14,24 par; vgl. 1 Kor ll,23f; Lk 22,19f) oder Mk 10,45 traditionsgeschichtlich älter ist. Inhaltlich ist wohl auf Jes 53 angespielt. Der Tod Jesu wird als Ersatzleistung, als Sühnopfer (אׇשׇׁם), verstanden. Jesus trägt die Sünden Israels und gilt die Strafe ab, die eigentlich die Sünder treffen müßte. Gerade so aber wird den Sündern Heil und Gerechtigkeit zuteil. Stellvertretend wird an Jesus das heilsame Gericht vollzogen. Die Authentizität der hier angesprochenen Überlieferungen wird allerdings sehr kontrovers beurteilt.

[S. 70, Z. 21-23, 26-28]

Selbstverständlich kann es hier nicht um den Versuch gehen, eine auch nur annäherungsweise vollständige Übersicht über die paulinischen Heils- und Gerichtsvorstellungen zu geben. [...] Immerhin zeigt diese Rede, daß Paulus zwischen Gericht und Heil sehr wohl unterscheidet und sogar definitiv unterscheiden kann.

[S. 71, Z. 4, 11-14]

1. Von der Terminologie her fällt der Blick zunächst auf Röm 1,17f. [...]

Parallel zur Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes in V. 17 ist in V. 18 von der Offenbarung des Zorns Gottes die Rede, wobei die zweite Aussage die erste durch γαρ noch zu begründen scheint. Dennoch ist in der Forschung das inhaltliche Verhältnis der beiden Verse sehr umstritten.

Anmerkungen

Keine Kennzeichnugn dre zusammenfassenden Übernahme aus der Quelle.

Sichter
KnallErbse

[5.] Jpm/Fragment 295 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-09-07 12:58:49 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Merklein 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 295, Zeilen: 1-25
Quelle: Merklein 1998
Seite(n): 71,72, Zeilen: 23-29, 36-37; 1-20, 24-32
[Nach Paulus ist das Heil nicht] die Alternative zum Unheil, sondern dessen Aufhebung.77 Die Offenbarung des Zornes Gottes sollte auch Thema der gegenwärtigen Verkündigung sein. E. Käsemann stellt fest: „Die Weltgeschichte hat schon stets im Zeichen des Endgerichts und des Untergangs gestanden. Dies gilt nicht erst seit der Verkündigung des Evangeliums…, wird aber zugleich mit ihm offenbart.“78 Röm 1,18 bringt zum Ausdruck, dass in der Verkündigung der Zorn Gottes offenbar wird, der sich schon immer gegen den Sünder gerichtet hat und richtet und diesen sogar vernichtet. Wenn man Gott und den Sünder in ihrer elementaren Opposition als heilig und unheilig betrachtet, kann es von Gott her nur Zorn und für den Sünder nur Vernichtungsgericht geben. Insofern ist der Zorn Gottes auch Ausdruck seiner Heiligkeit als Gegensatz zum Heil des sündigen Menschen. Wenn der sündige Mensch aus dieser Konfrontation heil davon kommen soll, gelingt dies nur, indem Gott diese Elementarkonstellation heilsam modifiziert. In diesem Zusammenhang postuliert Paulus, dass der Zorn Gottes gegen alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit feststehe, im Evangelium offenbar werde und über sie einmal endgültig ergehe. Mit dieser intentionalen Zielsetzung der Offenbarung des allumfassenden göttlichen Zorns gewinnt die Aussage von Röm 1,18 überhaupt erst Profil. Zugleich wird deutlich, wo der objektive Grund für die im Evangelium angekündigte Offenbarung des Zornes Gottes liegt. Die Erkenntnis, dass alle Sünder sind, hat Paulus nicht aus der Empirie, sondern aus der Christologie, konkret vom Kreuz Christi her gewonnen.79 Christus, der uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft hat, in dem er für die Menschen zum Fluch geworden ist (Gal 3,13), erweist die Menschen als Sünder.

77 Wilkens, U.: Der Brief an die Römer. Teilbd.1: Röm 1-5 (EKK VI/1), Zürich, Neu-kirchen-Vluyn 1987; 103.

78 Käsemann, E.: An die Römer (HNT 8a), Tübingen 1980; 34.

79 Vgl. Merklein, H.: Die Bedeutung des Kreuzestodes Christi für die paulinische Gerechtigkeits- und Gesetzesthematik, in: ders., Studien zu Jesus und Paulus (WUNT 43), Tübingen 1987; 1-106, hier 1-9.

[S. 71, Z. 23-29, 36-37]

Die Parallelität [...] ist notwendig, weil Paulus das Heil nicht als Alternative zum Unheil, sondern als dessen Aufhebung denkt«. Diese Würdigung, die in der Tendenz m.E. durchaus zutrifft, bedarf der Präzisierung. Denn gerade wenn es richtig ist, daß Paulus das Heil nicht als Alternative zum Unheil denkt, kann schwerlich im gleichen Atemzug gesagt werden, daß das Heil die Aufhebung des Unheils sei. [...]

Zutreffend ist, daß apokalyptetai (Präsens) sich auf »die Offenbarung des Zornes Gottes in gegenwärtiger Verkündigung« (wie in V. 17: en [auto = en to euangelio) bezieht.]

[S. 72, Z. 1-20, 24-32]

Zugleich gilt, was Ernst Käsemann festgestellt hat: »Die Weltgeschichte hat schon stets im Zeichen des Endgerichtes und des Unterganges gestanden. Das gilt nicht erst seit der Verkündigung des Evangeliums. . wird aber zugleich mit ihm offenbart.« Eben dies ist der Punkt, um den es V. 18 geht: In der Verkündigung wird der Zorn Gottes offenbar, der je schon immer sich gegen die Sünder gerichtet hat und richtet und diese vernichtet. In der Konstellation von Gott und Sünder kann es, wenn man sie in ihrer elementaren Opposition von heilig vs. unheilig betrachtet, von Gott her nur Zorn und für den Sünder nur das Vemichtungsgericht geben. Insofern ist der Zorn Gottes (als Ausfluß der Heiligkeit Gottes) der diametrale Gegensatz zum Heil des (sündigen) Menschen. Wenn der (sündige) Mensch aus dieser Konfrontation überhaupt heil davonkommen soll, dann nur so, daß Gott die angeführte Elementarkonstellation heilsam modifiziert. Aber wie? In diesem Zusammenhang ist es nicht unwesentlich zu wissen, inwiefern Paulus sagen kann, daß im Evangelium der Zorn Gottes offenbar wird. Daß Gottes Zorn gegen alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit feststeht und einmal endgültig über sie ergehen wird, ist eine (vor allem apokalyptische) Binsenweisheit. Dies zu offenbaren, bedarf es des Evangeliums nicht! [...]

Mit dieser (wenigstens intentionalen) Zielsetzung der Offenbarung eines alle umfassenden göttlichen Zorns gewinnt die Aussage von Röm 1,18 überhaupt erst Profil. Zugleich wird deutlich, wo die im Evangelium erfolgende Offenbarung des Zornes Gottes ihren objektiven Grund hat. Daß alle Sünder sind, ist eine Erkenntnis, die Paulus nicht aus der Empirie, sondern aus der Christologie, konkret vom Kreuz Christi her gewonnen hat. Christus, der für uns, die Menschen, zum Fluch geworden ist (Gal 3,13), erweist die Menschen als Sünder.

Anmerkungen

Keine hinreichende Kennzeichnung der zusammendfassenden Übernahme der Ausführungen Merkleins.

Sichter
KnallErbse

[6.] Jpm/Fragment 352 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-08-23 20:38:44 Fret
Fragment, Jpm, KeinPlagiat, Merklein 1998, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeinPlagiat
Bearbeiter
fret
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 352, Zeilen: 19-25
Quelle: Merklein 1998
Seite(n): 65, Zeilen: 18-24
„Die Alternative lautet daher nicht: Heil oder Gericht (bzw. Entrinnen aus dem Gericht), sondern Anerken-nung oder Nicht-Anerkennung des kommenden Zorns. Im ersten Fall führt der Vollzug des Gerichts zur Neuschöpfung, im zweiten Fall zur endgültigen Vernichtung... Wer sich dem Gericht Gottes stellt, wird neu geschaffen (siehe Kap. 5.1.1 bis 5.1.3), wer ihm auszuweichen sucht, kommt um“.181

181 Merklein, H.: Gericht und Heil. Zur heilsamen Funktion des Gerichts bei Johannes dem Täufer, Jesus und Paulus, in: Jahrbuch Biblische Theologie, Bd. 5, Schöpfung und Neuschöpfung, Neukirchen-Vluyn 1990; 6-8.

Die Alternative lautet daher nicht: Heil oder Gericht (bzw. Entrinnen aus dem Gericht oder Gericht), sondern Anerkennung oder Nicht-Anerkennung des kommenden Zorns. Im ersten Fall führt der Vollzug des Gerichts zur Neuschöpfung, im zweiten Fall zur endgültigen Vernichtung. Grundlegend ist beide Male aber der Gerichtsgedanke: Wer sich dem Gericht Gottes stellt, wird neugeschaffen, wer ihm auszuweichen sucht, kommt um.
Anmerkungen

Elementarer Zitierfehler.

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