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Quelle:Jpm/Meyer 2005

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Olaf Meyer
Titel    Leib-Seele-Problem und Medizin
Ort    Würzburg
Verlag    Könignshausen & Neumann
Jahr    2005
ISBN    3-8260-2952-6
URL    http://books.google.es/books?id=6Sfo2XJtur4C

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    9


Fragmente der Quelle:
[1.] Jpm/Fragment 025 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:32:11 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 8-14
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 7, Zeilen: 21-24
Hintergrund dieser Diskussion ist einerseits die Etablierung der naturwissenschaftlichen Medizin als eine vornehmlich am Körper orientierte Medizin, andererseits der gegenläufige Prozess einer Wiederentdeckung des Seelischen, der u.a. mit der Entwicklung der modernen psychotherapeutischen und psychosomatischen Medizin einhergeht und vor allem mit der ganzheitlichen Medizin verbunden ist. einerseits die Etablierung der naturwissenschaftlichen Medizin als eine vornehmlich am Körper orientierte Medizin, andererseits der gegenläufige Prozeß einer Wiederentdeckung des Seelischen, der u.a. mit der Entfaltung der modernen psychotherapeutischen bzw. psychologischen Medizin einhergeht.
Anmerkungen

Einen Verweis auf die Quelle (und da auf eine ganz andere Seite) gibt es erst im nächsten Abschnitt ohne Bezug auf dieses kurze Textfragment.

Sichter
(Hindemith), fret

[2.] Jpm/Fragment 028 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:32:54 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 26-31
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 9, Zeilen: 14-21
Das Seelische, Geistige oder Mentale erscheint von anderer Natur, von anderer Seinsart als der Körper und kann nicht auf diesen zurückgeführt werden. Die Wirklichkeit erscheint zweigeteilt: in Körperliches und Seelisches getrennt. Der ontologische Dualismus – „Dualismus“, weil er von einer Zweiheit spricht, „ontologisch“, weil er eine Aussage über das Sein trifft, unterscheidet zwischen [körperlichen und seelischen Phänomenen] Und so folgern wir, was wir möglicherweise bereits vorausgesetzt haben: daß das Seelische von anderer Natur, von anderer Seinsart ist als der Körper und daher nicht auf diesen zurückgeführt werden kann. Die Wirklichkeit erscheint uns zweigeteilt: in Körperliches und Seelisches getrennt.

Man nennt diesen Gedanken einen ontologischen Dualismus - „Dualismus“, weil er von einer Zweiheit spricht, „ontologisch“, weil er eine Aussage über das Sein, über die Wirklichkeit trifft:

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle findet sich erst auf der nächsten Seite im nächsten Abschnitt, dort jedoch auf S. 10 statt S. 9 der Quelle.

Sichter
(Hindemith), fret

[3.] Jpm/Fragment 029 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:33:32 Fret
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 9-21
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 10, 11, Zeilen: 31-41, 1-2
Denn für sie bildet das Körperliche einen in sich geschlossenen Raum – ein kausales Netz, das sich selbst genug ist. Daher existieren keine Interaktionen mit Faktoren, die außerhalb des Netzes liegen: Es wirkt immer nur Körperliches auf Körperliches. Die eigentliche Bedeutung des Prinzips der kausalen Geschlossenheit, das seine Entsprechung im Gesetz von der Erhaltung der Energie findet, liegt darin, dass es Teil der naturwissenschaftlichen Methodologie ist und Handlungsanweisung enthält (von daher die Bezeichnung: Methodologischer Physikalismus). Die Handlungsanweisung lautet, dass wir zur Erklärung körperlicher Ereignisse nach Ursachen suchen müssen, die selbst wieder körperlich sind.6 Erklärungen, die auf etwas Nicht-Körperliches verweisen, z. B. spirituelle Kräfte, werden als unwissenschaftlich ausgeschlossen.

6 Meyer, O.: Leib-Seele-Problem und Medizin, 10.

Denn für diese bildet das Körperliche einen in sich geschlossenen Raum - ein kausales Netz, das sich selbst genug ist. Interaktionen mit Faktoren, die außerhalb des Netzes liegen [...] kann es daher nicht geben: Es wirkt immer nur Körperliches auf Körperliches.

Die eigentliche Bedeutung dieses Prinzips der kausalen Geschlossenheit, das seine Entsprechung im Gesetz von der Erhaltung der Energie findet, liegt darin, daß es Teil der naturwissenschaftlichen Methodologie ist und von daher eine Handlungsanweisung enthält.4 Diese Handlungsanweisung lautet, daß wir zur Erklärung körperlicher Ereignisse nach Ursachen suchen müssen, die selbst wieder körperlich sind. Erklärungen, die auf etwas Nicht-Körperliches verweisen, zum

[Seite 10]

Beispiel auf Geister, Dämonen oder spirituelle Kräfte, sind damit als unwissenschaftlich ausgeschlossen.


4 Man spricht deshalb auch von einem methodologischen Physikalismus

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt, aber der Umfang und der wörtliche Charakter der Übernahme wird dem Leser nicht vermittelt.

Die FN 4 der Quelle wird in den Fließtext übernommen.

Sichter
Hindemith, fret

[4.] Jpm/Fragment 029 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-01 23:22:50 Schumann
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 25-28
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 11, Zeilen: 20-23
Wenn körperliche und seelische Phänomene als zwei verschiedene Seinsarten aufeinander wirken, kann die körperliche Sphäre nicht kausal geschlossen sein. Ist sie hingegen geschlossen, kann sie nicht mit genuin seelischen Phänomenen interagieren. Denn wenn körperliche und seelische Phänomene als zwei verschiedene Seinsarten aufeinander wirken, dann kann die körperliche Sphäre nicht kausal geschlossen sein. Ist sie hingegen geschlossen, so kann sie nicht mit genuin seelischen Phänomenen interagieren
Anmerkungen

Es gibt weiter oben auf der Seite einen Verweis auf die Quelle, im Zusammenhang mit diesem Text aber nicht.

Sichter
(Hindemith), fret

[5.] Jpm/Fragment 030 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:52:49 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 20-30
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 13, Zeilen: 3-16
Der psychophysische Parallelismus

Vertreter des psychophysischen Parallelismus sind der Auffassung, dass weder der Körper die Seele noch die Seele den Körper beeinflussen könne, da sie ihrem Wesen nach verschieden sind. Wie zwei nebeneinander stehende Uhren „ticken“ Körper und Seele gleich, ohne dass eine Verbindung zwischen beiden besteht. Die Synchronizität beruht nach dem Prinzip des Okkasionalismus auf dem Eingreifen Gottes. G.W. Leibnitz10 sieht darin eine bereits im Voraus festgelegte Harmonie: „Die Seele folgt ihren eigenen Gesetzen und ebenso der Leib den seinigen; sie treffen zusammen kraft der Harmonie, welche unter allen Substanzen prästabilisiert [sic] ist, da sie sämtlich Vorstellungen einer und derselben Welt sind.“


10 Leibnitz, G. W.: Monadologie (1720), Stuttgart 1979; 78.

Der psychophysische Parallelismus

Eine der Antworten auf diese Schwierigkeit ist der psychophysische Parallelismus, dessen Vertreter sagen, daß weder der Körper die Seele noch die Seele den Körper beeinflussen könne - gerade weil sie ihrem Wesen nach verschieden sind. Körper und Seele liefen lediglich parallel: wie zwei Uhren, die zwar synchronisiert, aber nicht miteinander verbunden sind. Wie kommt es jedoch zu dieser Synchronizität? Dem Occasionalismus zufolge verdankt sie sich dem Eingreifen Gottes: [...] Für Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) dagegen ist sie Ausdruck einer bereits im voraus festgelegten Harmonie: „Die Seele folgt ihren eigenen Gesetzen und ebenso der Leib den seinigen; sie treffen zusammen kraft der Harmonie, welche unter allen Substanzen prästabiliert ist, da sie sämtlich Vorstellungen einer und derselben Welt sind.“10


10 “Leibniz, Gottfried Wilhelm: Monadologie

Anmerkungen

Der Abschnitt ist inhaltlich identisch zur Quelle, die auf der Seite weiter oben angegeben ist, nicht aber im Zusammenenhang mit diesem Unterkapitel.

Man beachte: Leibniz verwendet hier das Verb "prästabilieren" (siehe Duden), nicht "prästabilisieren".

Sichter
(Hindemith), fret

[6.] Jpm/Fragment 031 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:43:45 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 14-19
Quelle: Meyer_2005
Seite(n): 14, Zeilen: 20-27
Der Panpsychismus

Der Panpsychismus vertritt die Auffassung, dass die gesamte Wirklichkeit, also auch die anorganische Natur, beseelt ist. Der extreme Panpsychismus oder Spiritualismus stellt eine monistische Position dar, insofern er behauptet, dass es nichts gebe als die Seele, und alles Körperhafte nur deren Erscheinung, Manifestation oder Vorstellung sei.

Der Panpsychismus

[...] Der Panpsychismus ist die Auffassung, daß die gesamte Wirklichkeit, also auch die anorganische Natur, beseelt ist. Während aber der Gedanke einer Allbeseelung als solcher noch mit dem ontologischen Dualismus vereinbar ist, stellt der extreme Panpsychismus oder Spiritualismus eine monistische Position dar, insofern er behauptet, daß es nichts gebe als die Seele, und alles Körperhafte nur deren Erscheinung, Manifestation oder Vorstellung sei.

Anmerkungen

Im vorherigen und auch im nachfolgenden Abschnitt findet sich ein Verweis auf die Quelle. Diese Abschnitte sind aber jeweils durch einen Absatz und eine Überschrift getrennt, so dass diese Übernahme ungekennzeichnet bleibt.

Sichter
(Hindemith), fret

[7.] Jpm/Fragment 032 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:54:15 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 4-8
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 15, Zeilen: 30-33
In letzter Konsequenz beseitigt der Materialismus das Seelische. Dann gibt es nicht nur keine genuin seelischen Phänomene, sondern überhaupt nichts Seelisches: kein Fühlen und kein Empfinden, kein Wünschen und kein Wollen, keine Würde und Verantwortung. Daß der Materialismus aber das Seelische beseitigt, besagt in letzter Konsequenz: Wenn er wahr ist, dann gibt es nicht nur keine genuin seelischen Phänomene, sondern überhaupt nichts Seelisches: kein Fühlen und kein Empfinden, kein Wünschen und kein Wollen, keine Würde und keine Verantwortung.
Anmerkungen

Die Quelle wird in diesem Zusammenhang nicht genannt.

Sichter
(Hindemith), fret

[8.] Jpm/Fragment 034 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-07-26 06:44:26 Fret
Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 2-17
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 52, Zeilen: 10-25
Diese wird durch den Einbruch des Seelischen in die bisherige Geschlossenheit der körperlichen Sphäre erhalten und ist weitreichender als spezifische Krankheiten bzw. Krankheitssymptome. So sind die Mediziner heute davon überzeugt, dass seelische Faktoren bei fast allen Erkrankungen von entscheidender Bedeutung sind, sei es, dass sie zu ihrer Entstehung beitragen, sei es, dass sie ihren Verlauf beeinflussen, sei es, dass sie in therapeutischer Hinsicht eine Heilung begünstigen oder zumindest die Beschwerden lindern. Ob es z.B. zur Infektion kommt und diese zum Ausbruch der Erkrankung führt und welchen Verlauf die Erkrankung nimmt, hängt vielmehr von weiteren Faktoren ab, zu denen nicht zuletzt auch die seelische Verfassung des Patienten zählt. Die Beobachtung unterschiedlicher Infektionsverläufe wird seit den 1890er Jahren zunehmend auf innere Krankheitsbedingungen zurückgeführt und bewirkte eine zunehmende Entfaltung der Forschung auf dem Gebiet der Genetik, Immunologie, moderner Konstitutionspathologie und Sozialhygiene, aber auch Eugenik und Hygiene. Der Einbruch des Seelischen in die bisherige Geschlossenheit der körperlichen Sphäre ist freilich umfassender, als es einzelne Krankheitsgruppen umschreiben. So setzt sich in Teilen der Ärzteschaft immer mehr die Überzeugung durch, daß seelische Faktoren nicht nur bei hysterischen Reaktionen und Organneurosen, sondern bei fast allen Erkrankungen eine Rolle spielen, sei es, daß sie zu ihrer Entstehung beitragen, sei es, daß sie ihren Verlauf beeinflussen, sei es, daß sie in therapeutischer Hinsicht eine Heilung begünstigen oder zumindest die Beschwerden lindern. [...] Ob es überhaupt zu einer Infektion kommt, ob diese zum Ausbruch der Erkrankung führt, und welchen Verlauf die Krankheit dann nimmt, hängt vielmehr von weiteren Faktoren ab 112, zu denen nicht zuletzt auch die seelische Verfassung des Patienten zählt.

112 Die Beobachtung unterschiedlicher Infektionsverläufe wird seit den 1890er Jahren zunehmend auf innere Krankheitsbedingungen zurückgeführt und befördert so u.a. die Entfaltung von Genetik, Immunologie, moderner Konstitutionspathologie und Sozialhygiene, aber auch von Eugenik und Rassenhygiene.

Anmerkungen

Kein Quellenverweis vorhanden. Die Übernahmen sind z.T. wörtlich, z.T. inhaltlich.

Man beachte die Änderung von "Rassenhygiene" in der Quelle zur einfachen "Hygiene" in der Dissertation.

Sichter
(Hindemith), fret

[9.] Jpm/Fragment 080 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-09-20 18:22:48 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jpm, Meyer 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
KnallErbse
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 8-18
Quelle: Meyer 2005
Seite(n): 85, Zeilen: 15-28
Die ärztliche Selbstkritik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts bringt das Seelische ins Spiel, wo es um die Frage geht, was die Medizin unternehmen muss, will sie ihrem Anspruch des Helfens und Heilens gerecht werden. Hier leistet sie einen unschätzbaren Beitrag, indem sie das Seelische u.a. als Krankheitsursache und therapeutisches Mittel neu entdeckt. Angesichts der Vorherrschaft des somatischen Ansatzes macht sie dabei deutlich, dass das Seelische für die Medizin im Interesse von Diagnostik und Therapie ebenso unveräußerlich ist wie um ihrer Menschlichkeit willen. Unveräußerlichkeit heißt, dass die Medizin das Seelische nicht ausblenden darf, weil sie sonst den Patienten und damit ihren eigenen Anspruch verfehlt.38

_______

38 Meyer, O.: Leib-Seele-Problem und Medizin, 2005; 85.

Im wesentlichen bringt die ärztliche Selbstkritik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts das Seelische also erst an einem Punkt ins Spiel, wo es schon um die Frage geht, was die Medizin unternehmen muß, will sie ihrem Anspruch des Helfens und Heilens gerecht werden. Hier aber, auf der Ebene der Konkretion, leistet sie einen unschätzbaren Beitrag, indem sie das Seelische u.a. als Krankheitsursache und therapeutisches Mittel wiederentdeckt. Angesichts der Vorherrschaft des körpermedizinischen Ansatzes macht sie dabei deutlich, daß das Seelische für die Medizin unveräußerlich ist, im Interesse von Diagnostik und Therapie ebenso wie um ihrer Menschlichkeit willen. Gegen das Verschwinden des Seelischen fügt sie so dem reflexiven Argument von der Unhintergehbarkeit ein pragmatisches hinzu: Unhintergehbarkeit heißt, daß die Medizin das Seelische nicht ohne Selbstwiderspruch leugnen kann, Unveräußerlichkeit, daß sie es nicht ausblenden darf, weil sie sonst den Patienten und damit ihren eigenen Anspruch verfehlt.
Anmerkungen

Der Text ist Teil eines längeren Absatzes. Die Quelle ist zwar angegeben, aber die längere Übernahme ist nicht ersichtlich. Der Originaltext wurde lediglich gekürzt, sowie leicht nach Bedarf umgestellt, ohne die Originalformulierungen zu paraphrasieren. "Körpermedizinisch" wurde mit dem Synonym "somatisch" ersetzt.

Sichter
(KnallErbse), Hindemith

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