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Quelle:Mhe/Büchner 1995

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Peter Büchner
Titel    Vom Befehlen und Gehorchen zum Verhandeln. Entwicklungstendenzen von Verhaltensstandards und Umgangsnormen seit 1945
Sammlung    Kriegskinder, Konsumkinder, Krisenkinder. Zur Sozialisationsgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg
Herausgeber    Ulf Preuss-Lausitz (u.a.)
Ort    Weinheim / Basel
Verlag    Beltz
Ausgabe    4., unveränd. Aufl.
Jahr    1995
Seiten    196-212
Anmerkung    Die Verf.in gibt im Literaturverzeichnis fälschlich 1988 als Erscheinungsjahr an. Die Auflagen des Bandes sind: 1. (1983), 2. (1989), 3. (1991), 4. (1995). Während die 2. Auflage überarbeitet wurde, sind die Auflagen 3 und 4 unverändert; die Textvergleiche erfolgten mit der 4. Aufl.

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    nein
Fragmente    8


Fragmente der Quelle:
[1.] Mhe/Fragment 009 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-28 21:28:31 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 9, Zeilen: 1-3
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 196, Zeilen: 25 ff.
Welche treibenden Kräfte und historischen Entwicklungslinien sind erkennbar, die den Wandel von generationsspezifischen Werteinstellungen in der Erziehung hervorgerufen haben? Da diese Entwicklungstendenzen noch recht wenig über die tatsächlichen Verhaltensweisen und Lebensformen aussagen, wie sie sich in Anbetracht solcher Veränderungen der Lebensverhältnisse herausgebildet haben, geht es mir in diesem Beitrag vor allem um die Frage,

— [...] und

— ob und wenn ja, welche treibenden Kräfte und welche historischen Entwicklungslinien erkennbar sind, die diesen Wandel von generationsspezifischen Verhaltensstandards und Umgangsnormen bewirkt haben.

Anmerkungen

Büchners (zwar im Literaturverzeichnis genannter, in der Arbeit aber nirgends referenzierter) Aufsatz dient nicht nur als Quelle für zahlreiche Übernahmen, sondern in der Einleitung sogar für die Formulierung des Erkenntnisinteresses. (Hier hätte der Leser einen Hinweis auf die Parallelität im Ansatz und in der Formulierung erwarten können, zumal das auch den Grad der Eigenständigkeit der Untersuchung von Mhe zu beschreiben verspricht.)

Aufgrund der Kürze wird das Fragment unter "keine Wertung" kategorisiert.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[2.] Mhe/Fragment 065 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-20 13:48:02 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 15-17, 19-34
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 196; 197, Zeilen: 196: 2 ff.; 197: 1 ff.
Die Untersuchung des Wandels von Werten und Einstellungen unter dem Aspekt des Autoritarismus deutscher Eltern im Zeitvergleich wird aus generationsspezifischer Sicht betrachtet. [...]
Hier zeigte sich, daß sich die Lebensverhältnisse der Kinder- und Jugendlichen im Laufe dieses Jahrhunderts drastisch verändert haben. So wuchsen die 1957-1966 Geborenen unter grundlegend anderen Sozialisationsbedingungen auf als die 1917-1926 und 1937-1946 Geborenen.

Dazu gehören Veränderungen

− in den Wohnbedingungen

− in der Ausstattung ( z.B. Spielzeug, Familienhaushalte, Medien- und Konsumangebot usw.)

− in der Entwicklung der Alltagsorganisation (veränderte Bildungsbeteiligung, veränderte Schul- und Ausbildungszeiten, veränderte Freizeitorganisation und -angebote)

Diese Entwicklungen sagen jedoch wenig darüber aus, wie sich diese sichtbaren Veränderungen in jeweils konkrete Verhaltensstandards und Wertvorstellungen umgesetzt haben.

Um einen Wandel in den Werten und Einstellungen über solche erkennbaren Veränderungen hinaus zu erfassen, wurde versucht, nicht nur die Lebensbedingungen der [einzelnen Generationen zu beschreiben, sondern auch generationsspezifische Muster des Alltagshandelns herauszuarbeiten, d.h. jene spezifische Art des Erlebens und Denkens, die sich auf gemeinsame Standards sozialen Verhaltens stützt, auch wenn in diesem Rahmen soziale Realität unterschiedlich verarbeitet wird.]

[Seite 196]

[Kindsein in den 50er Jahren war anders als Kindsein heute.] Aus einer Reihe von Untersuchungen und auch aus eigenen Erhebungen über Kindheit und Jugend seit dem 2. Weltkrieg geht hervor, daß sich in diesem relativ kurzen Zeitraum die Lebensverhältnisse (nicht nur für Kinder) drastisch verändert haben. Die Sozialisationsbedingungen, unter denen Kinder von heute aufwachsen, sind in vielerlei Hinsicht grundlegend andere, als sie es für die Generation der um 1940 Geborenen waren. Denken wir nur an

— den Wandel der räumlichen Umwelt (Verstädterung, Stadt-Land-Verhältnis, Verkehrsentwicklung, Wohnbedingungen etc.);

— die veränderte gegenständliche Ausstattung (Familienhaushalt, Spielzeug, Medien- und Konsumangebote);

[...]

— die Entwicklung der Alltagsorganisation (verlängerte (Vor-)Schulzeit, veränderte Bildungsbeteiligung, stärker organisierte Freizeit, zeitlich gestraffte Tagesabläufe usw.).

Da diese Entwicklungstendenzen noch recht wenig über die tatsächlichen Verhaltensweisen und Lebensformen aussagen, wie sie sich in Anbetracht solcher Veränderungen der Lebensverhältnisse herausgebildet haben, geht es mir in diesem Beitrag vor allem um die Frage,

— [...]

— [ob und wenn ja, welche treibenden Kräfte und welche historischen Entwicklungslinien erkennbar sind,] die diesen Wandel von generationsspezifischen Verhaltensstandards und Umgangsnormen bewirkt haben.

[Es kommt mir also darauf an, die Bedeutung des Wandels der Sozialisationsbedingungen seit 1945 für den veränderten Bestand an Regeln für das Alltagsleben, für die Sozialisationspraxis bzw. die Muster der Identitätsbildung zu erfassen:] denn entscheidend erscheint mir die Frage, wie sich die im beobachteten Zeitraum erkennbaren Veränderungen der Lebenszusammenhänge in jeweils konkrete Lebensformen und Sozialbeziehungen umgesetzt haben.

[Seite 197]

Kindsein wird in diesem Band aus generationsspezifischer Sicht betrachtet. Deshalb liegt es nahe, den Wandel der Kindheit über erkennbare Veränderungen im Hinblick auf generationsspezifische Muster des Alltagshandelns zu erfassen. Damit wird unterstellt, daß sich eine Generation in ihrer spezifischen Art des Erlebens, Denkens und Agierens auf ein gemeinsames Repertoire an zeitgemäßen Standards sozialen Verhaltens stützt, auch wenn dieser Rahmen durchaus recht unterschiedliche Formen der Verarbeitung sozialer Realität offen läßt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, aus der der Inhalt – mutatis mutandis – gerafft übernommen wird.

Die Ausführungen stehen auf der ersten Seite des Kapitels 3 ("Zusammenfassende Darstellung der Untersuchungsgesichtspunkte").
Der Aufsatz von Büchner (1995) ist zwar im Literaturverzeichnis aufgeführt, in der Arbeit aber nirgends als verwendet referenziert.

Der mit "Diese Entwicklungen ..." beginnende Satz wäre für sich genommen eher kein Plagiat, wird hier aber dennoch aufgeführt, da er im Kontext spezifischerer Übernahmen steht.

Fortsetzung auf der nächsten Seite, siehe Fragment 066 01.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[3.] Mhe/Fragment 066 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-20 13:53:48 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 1-4, 34-36
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 197, 198, Zeilen: 197: 2 ff.; 198: 28 ff.
[Um einen Wandel in den Werten und Einstellungen über solche erkennbaren Veränderungen hinaus zu erfassen, wurde versucht, nicht nur die Lebensbedingungen der] einzelnen Generationen zu beschreiben, sondern auch generationsspezifische Muster des Alltagshandelns herauszuarbeiten, d.h. jene spezifische Art des Erlebens und Denkens, die sich auf gemeinsame Standards sozialen Verhaltens stützt, auch wenn in diesem Rahmen soziale Realität unterschiedlich verarbeitet wird.

[...]

Die Sozialisationsbedingungen dieser Generation [1937-1946 Geborene] waren durch eine Reihe von Widersprüchlichkeiten gekennzeichnet. Die Umbruchssituation nach den Wirren des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, die lange Abwesenheit der Väter und die [volle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Erwachsenenalltag mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit führte zu einer vielfach unkontrollierten Offenheit im Sozialisationsprozess.]

Deshalb liegt es nahe, den Wandel der Kindheit über erkennbare Veränderungen im Hinblick auf generationsspezifische Muster des Alltagshandelns zu erfassen. Damit wird unterstellt, daß sich eine Generation in ihrer spezifischen Art des Erlebens, Denkens und Agierens auf ein gemeinsames Repertoire an zeitgemäßen Standards sozialen Verhaltens stützt, auch wenn dieser Rahmen durchaus recht unterschiedliche Formen der Verarbeitung sozialer Realität offen läßt.

[Seite 198]

Die Nachkriegsgeneration der um 1940 Geborenen, [...], ist jedoch auch durch eine Reihe von Widersprüchlichkeiten im Hinblick auf ihre Sozialisationsbedingungen gekennzeichnet. Die These vom „Kontroll-Loch“, die gerade im Gegensatz zu jener festgefügten, autoritärpatriarchalischen Sozialisationswelt davon ausgeht, daß die Umbruchsituation nach den Wirren des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, die lange Abwesenheit der Väter und die volle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Erwachsenenalltag mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und selbstverantworteter Eigentätigkeit zu einer vielfach unkontrollierten Offenheit des Sozialisationsprozesses mit entsprechenden Folgen geführt hat, wird in einigen anderen Beiträgen dieses Bandes erörtert.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Fortsetzung auf der folgenden Seite; siehe Fragment 067 01.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[4.] Mhe/Fragment 067 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-29 08:52:00 Klgn
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 67, Zeilen: 1-7
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 198, Zeilen: 36 ff.
[Die Umbruchssituation nach den Wirren des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, die lange Abwesenheit der Väter und die] volle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Erwachsenenalltag mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit führte zu einer vielfach unkontrollierten Offenheit im Sozialisationsprozess. Dennoch gehörte unter dem Eindruck materieller Existenznot Sparen, verbunden mit einem hohen Pflichtbewußtsein und ein hohes Sicherheitsbedürfnis zum Selbstverständnis dieser Generation, sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. Damit verbunden war eine hohe, nahezu asketische Arbeitsmoral, die auch zu Härte gegen sich selbst führte. Die These vom „Kontroll-Loch“, die gerade im Gegensatz zu jener festgefügten, autoritärpatriarchalischen Sozialisationswelt davon ausgeht, daß die Umbruchsituation nach den Wirren des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, die lange Abwesenheit der Väter und die volle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Erwachsenenalltag mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und selbstverantworteter Eigentätigkeit zu einer vielfach unkontrollierten Offenheit des Sozialisationsprozesses mit entsprechenden Folgen geführt hat, wird in einigen anderen Beiträgen dieses Bandes erörtert.

Dennoch gehört unter dem Eindruck materieller Existenznot Sparen und Investieren, verbunden mit hohem Pflichtbewußtsein und entsprechendem Sicherheitsbedürfnis, zu den Selbstverständlichkeiten dieser Generation, deren Jugend vor allem vom konformistischen und restaurativen Gedankengut im Adenauer-Deutschland der 50er Jahre geprägt wurde. Eng verbunden ist damit auch eine asketische Arbeitsmoral, die vielfach zur Härte gegen sich selbst zwang, auch bei Jugendlichen:

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Teile des Fragments werden auf Seite 162 wiederholt; siehe Fragment 162 18.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[5.] Mhe/Fragment 068 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-21 12:00:03 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 68, Zeilen: (1)1-5(5-9)11-16(16-17)
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 199, 200, Zeilen: 199: (4-7)7-13(13-19); 200: 3-8, 41-43
[Die Altersgruppe der 1957-1966 Geborenen stellt die Altersgruppe dar, die von neuen Verhaltensanforderungen geprägt wurde, die sich aus der Entwicklung der] Konsumgesellschaft vor allem in der Bundesrepublik ergaben. Wohlstand und Überflußproduktion erforderten einen konsumfreudigen und flexiblen Menschen, der sich in den Verhaltensstandards nicht mehr an der Nachkriegszeit orientierte. So setzt im Laufe der Entwicklung in der Bundesrepublik ein Wandel in den Verhaltensstandards und Umgangsnormen ein. „Der frühere Respekt vor der älteren Generation ist stark geschwunden und hat einer freieren, selbstbewußten und ausgeprägt kritischen Haltung der Jugend-Generation Raum gegeben. Die Konflikte mit den Eltern und den sonstigen Repräsentanten der älteren Generation werden offener, schärfer und in oft revoltierender Form ausgetragen. Es hat sich bei den Erwachsenen und Jungen ein ausgesprochenes Bewußtsein des Kampfes der Generationen entwickelt“ (Bernsdorf 1972, S.283) .

[...]

Es entwickelt sich eine Tendenz zum „freieren“ Umgang zwischen den Älteren und den Jüngeren, die auf eine Veränderung in der Eltern-Kind-Beziehung verweist. Gehorsamsbereitschaft allein und Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Vorschriften waren nicht mehr selbstverständlich. Die Autoritätsperson geriet zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Diese Entwicklung schlägt sich auch in einem zunehmend kindzentrierten Erziehungsstil nieder, die sich jedoch zunächst stärker in den höheren Bildungschichten vollzieht (s. Kapitel 1).

[Seite 199]

Die meisten Beobachter der Entwicklung der Sozialisationsbedingungen seit 1945 sehen den entscheidenden Umbruch im Übergang vom Nachkriegs-Sparkapitalismus zum Konsumkapitalismus der 60er Jahre, der für das Individuum mit einer Reihe von neuen Verhaltensanforderungen verbunden ist. Wohlstandsdenken und Überflußproduktion, steigende Massenkaufkraft und hohes Konsumniveau verlangen einen flexiblen und konsumfreudigen Zeitgenossen, dessen Verhaltensstandards und Umgangsnormen - ökonomisch wie moralisch — von den Fesseln der Nachkriegszeit befreit sind.

Im Zuge dieser Entwicklung setzt auch ein Wandel der Verhaltensstandards und Umgangsnormen ein. „Der frühere Respekt vor der älteren Generation ist stark geschwunden und hat einer freieren, selbstbewußten und ausgeprägt kritischen Haltung der Jugend-Generation Raum gegeben. Die Konflikte mit den Eltern und den sonstigen Repräsentanten der älteren Generation werden offener, schärfer und in oft revoltierender Form ausgetragen. Es hat sich bei Erwachsenen und Jungen ein ausgesprochenes Bewußtsein des Kampfes der Generationen entwickelt... ,Jugend' (wird) heute als besonderer Wert erlebt, und zwar von beiden Generationen, eine Tatsache, die ihren Ausdruck in dem auffälligen Bestreben der Älteren findet, ihr äußeres Erscheinungsbild und ihre Lebensgewohnheiten zu verjüngen.“ (Bernsdorf 1972, S. 283)

[Seite 200]

Damit ist eine viel diskutierte Entwicklungstendenz angesprochen3, die auf den zunehmend „freieren“ Umgang zwischen Älteren und Jüngeren und insbesondere die Veränderung der Eltern-Kind-Beziehungen verweist. Gehorsamsbereitschaft allein und Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Anordnungen und Vorschriften sind nicht mehr selbstverständlich. Die Autoritätsperson gerät unter Rechtfertigungsdruck.

[...]

Diese Entwicklung der Verhaltensstandards und Umgangsnormen schlägt sich in einem zunehmend positiven kindzentrierten Erziehungsstil (auch in Familien der sog. Unterschicht und unteren Mittelschicht) nieder (Wahl u.a. 1980, S.148ff.).


3 [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Da sich der erste Satz stärker von der Quelle unterscheidet, geht er nicht in die Zeilenzählung ein; ebenso das (fast) wörtliche Bernsdorf-Zitat, wenngleich sich hier der Eindruck einer ungeprüften Übernahme aus der Quelle aufdrängt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[6.] Mhe/Fragment 069 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-21 12:13:33 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 7-11
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 198, Zeilen: 11-15
Für die Generation der 1917-26 Geborenen wurde das Konzept der „autoritären Persönlichkeit“ der Frankfurter Schule für die Beschreibung des Sozialcharakters, wie ihn die Wissenschaft in der 30er Jahren kennzeichnete, reflektiert. Horkheimer, Fromm, Reich und später Adorno beschrieben diesen Charakter mit Verhaltensweisen wie Fleiß, Ehrgeiz, Gehorsam, Disziplin, Beharrungsvermögen und Ehrbarkeit (siehe Kapitel 2.1). Also Merkmalen eines innengeleiteten Subjekts mit einem starren Über-Ich, mit festen Ich-Grenzen (Abwehr nach außen) und festen Abwehrstrukturen nach innen. Zunächst jedoch einige Bemerkungen zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen in diesem Band, dem Sozialcharakter der um 1940 Geborenen2, deren Lebensformen und Sozialbeziehungen mit den Grundzügen klassischer bürgerlicher Identität viel gemein haben. Schülein (1977) beschreibt diese konventionelle Identität mit Verhaltensweisen wie Fleiß, Gehorsam, Ordentlichkeit, Sparsamkeit, Beharrungsvermögen und Ehrbarkeit — alles Merkmale eines innengeleiteten Subjekts mit einem wenig differenzierten und starren Über-Ich, mit festen Ich- Grenzen (Abgrenzung nach außen) und festen Abwehrstrukturen nach innen.

2 [...]


Schülein, J.A.: Von der Studentenrevolte zur Tendenzwende oder der Rückzug ins Private. In: Kursbuch 48/1977, S. 101-117

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Während Büchner sich noch auf Schülein stützte, zitiert die Verfasserin Horkheimer u.a. bei beinahe gleichem Wortlaut. Hier wäre ein Hinweis hilfreich (wenn nicht sogar: geboten) gewesen, daß es sich um Schüleins Rezeption von Horkheimer u.a. handelt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[7.] Mhe/Fragment 162 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-21 12:16:50 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 162, Zeilen: 18-23, 29-36
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 198, Zeilen: 8 ff.
Die 1917-26 Geborenen, die in ihrer Sozialisation durch die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg geprägt wurden, wuchsen in einer Zeit auf, in der ein starker autoritärer Vater in einer von Männlichkeitsidealen durchsetzten Umwelt dominierte, die durch althergebrachte Normen und Verhaltensstandards bestimmt war und wo eine entsprechend konformistische Haltung zum Bestand des gesellschaftlichen Systems erforderlich war (Kapitel 1 und 2.1).

[...]

Die Sozialisationsbedingungen dieser Generation [1937-46 Geborene] waren durch eine Reihe von Widersprüchlichkeiten gekennzeichnet. Die Umbruchssituation [sic] nach den Wirren des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, die lange Abwesenheit der Väter und die volle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Erwachsenenalltag mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit führte zu einer vielfach unkontrollierten Offenheit im Sozialisationsprozeß. Dennoch gehörte unter dem Eindruck materieller Existenznot Sparen, verbunden mit einem hohen Pflichtbewußtsein und ein hohes Sicherheitsbedürfnis zum Selbstverständnis dieser Generation, sowohl in Ost- als [auch in Westdeutschland.]

Zunächst jedoch einige Bemerkungen zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen in diesem Band, dem Sozialcharakter der um 1940 Geborenen [...] Schülein (1977) beschreibt diese konventionelle Identität mit [...]. In diesem Modell prägt ein starker autoritärer Vater eine von Männlichkeitsidealen durchsetzte Umwelt, die durch althergebrachte Normen und Verhaltensstandards bestimmt ist und wo eine entsprechend konformistische Haltung zu den tragenden Säulen des Sozialcharakters gehören. [...]

Die Nachkriegsgeneration der um 1940 Geborenen, [...], ist jedoch auch durch eine Reihe von Widersprüchlichkeiten im Hinblick auf ihre Sozialisationsbedingungen gekennzeichnet. Die These vom „Kontroll-Loch“, die gerade im Gegensatz zu jener festgefügten, autoritärpatriarchalischen Sozialisationswelt davon ausgeht, daß die Umbruchsituation nach den Wirren des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, die lange Abwesenheit der Väter und die volle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Erwachsenenalltag mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und selbstverantworteter Eigentätigkeit zu einer vielfach unkontrollierten Offenheit des Sozialisationsprozesses mit entsprechenden Folgen geführt hat, wird in einigen anderen Beiträgen dieses Bandes erörtert.

Dennoch gehört unter dem Eindruck materieller Existenznot Sparen und Investieren, verbunden mit hohem Pflichtbewußtsein und entsprechendem Sicherheitsbedürfnis, zu den Selbstverständlichkeiten dieser Generation, deren Jugend vor allem vom konformistischen und restaurativen Gedankengut im Adenauer-Deutschland der 50er Jahre geprägt wurde.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der Text befindet sich auf der ersten Seite des Teils 7 (Schlußfolgerungen und Ausblick, S. 162-177).

Bemerkenswert erscheint, dass die Verf.in die Charakterisierungen im oberen Absatz auf die Generation der 1917-26 Geborenen bezieht, während es in der Quelle jene der um 1940 Geborenen ist (und es sich dort um referierende Ausführungen zu Schülein 1977 handelt, von dem bei der Verf.in nirgends die Rede ist).

Fortsetzung auf der folgenden Seite; siehe Fragment 163 01.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[8.] Mhe/Fragment 163 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-21 12:21:06 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 163, Zeilen: 1-2, 5-12
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 198, 199, 200, Zeilen: 198: letzte drei Zeilen; 199: 5 ff., 200: 3 ff.
Damit verbunden war eine hohe, nahezu asketische Arbeitsmoral, die auch zu Härte gegen sich selbst zwang.(Kapitel 1)

[...] Die Altersgruppe der 1957-66 Geborenen wurde von neuen Verhaltensanforderungen geprägt, die sich aus der Entwicklung der Konsumgesellschaft vor allem in der Bundesrepublik ergaben. Wohlstand und Überflußproduktion erforderten einen konsumfreudigen und flexiblen Menschen, der sich in den Verhaltensstandards nicht mehr an der Nachkriegszeit orientierte. Im Laufe der Entwicklung setzte in der Bundesrepublik ein Wandel in den Verhaltensstandards und Umgangsnormen ein, die eine Tendenz zum „freieren“ Umgang zwischen den Älteren und den Jüngeren mit sich brachte. Die Bereitschaft zu Gehorsam allein und das Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Vorschriften ist nicht mehr selbstverständlich, so daß die Autoritätsperson zunehmend in einen Rechtfertigungsdruck gerät (s. Kapitel 1).

[Seite 198]

Eng verbunden ist damit auch eine asketische Arbeitsmoral, die vielfach zur Härte gegen sich selbst zwang, auch bei Jugendlichen:

[Seite 199]

Die meisten Beobachter der Entwicklung der Sozialisationsbedingungen seit 1945 sehen den entscheidenden Umbruch im Übergang vom Nachkriegs-Sparkapitalismus zum Konsumkapitalismus der 60er Jahre, der für das Individuum mit einer Reihe von neuen Verhaltensanforderungen verbunden ist. Wohlstandsdenken und Überflußproduktion, steigende Massenkaufkraft und hohes Konsumniveau verlangen einen flexiblen und konsumfreudigen Zeitgenossen, dessen Verhaltensstandards und Umgangsnormen — ökonomisch wie moralisch — von den Fesseln der Nachkriegszeit befreit sind.

[Seite 200]

Damit ist eine viel diskutierte Entwicklungstendenz angesprochen3, die auf den zunehmend „freieren“ Umgang zwischen Älteren und Jüngeren und insbesondere die Veränderung der Eltern-Kind-Beziehungen verweist. Gehorsamsbereitschaft allein und Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Anordnungen und Vorschriften sind nicht mehr selbstverständlich. Die Autoritätsperson.gerät unter Rechtfertigungsdruck.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite, siehe Fragment 162 18.

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der Text befindet sich auf der zweiten Seite des Teils 7 (Schlußfolgerungen und Ausblick, S. 162-177).

Der Inhalt findet sich auch bereits auf Seite 68; siehe Fragment 068 01.

Da sich der erste Satz des zweiten Absatzes stärker von der Quelle unterscheidet, geht er nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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