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Quelle:Mhe/Kühnel 1990

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Wolfgang Kühnel
Titel    Scheinbar konfliktfrei aneinander vorbei. Eine Retrospektive auf die Generationsbeziehungen in den 80er Jahren in der DDR
Zeitschrift    PROKLA. Zeitschrift für politische Ökonomie und sozialistische Politik
Ort    Berlin
Verlag    Rotbuch Verlag
Ausgabe    80
Datum    September 1990
Jahrgang    20
Nummer    3
Seiten    28-39
ISSN    3-88022-580-X
URL    http://www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/1990/Prokla80.pdf

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Mhe/Fragment 024 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-07-08 11:39:06 Schumann
Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 14-29
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 31, Zeilen: 3 ff.
Bis Anfang der sechziger Jahre war die Herausbildung der sozialen Grundstruktur im wesentlichen abgeschlossen. In der Aufbauphase in den vierziger und fünfziger Jahren eröffnete sich für unterschiedliche Gruppen ein Prozeß grundlegender Umgestaltung. Hauptsächlich stieg der Anteil der Beschäftigten in Landwirtschaft und Industrie. Vor allem der Anteil der Arbeiter, die in der Großindustrie beschäftigt waren, nahm zu. Den Hauptanteil der neu eingestellten Arbeiter machten nichterwerbstätige Frauen, Jugendliche und Arbeitslose aus. Mit Lohnanreizen und verbesserten Arbeitsbedingungen wurde die Aufnahme von Beschäftigungsverhältnissen in der Industrie gefördert. Dabei spielte die Aussicht, durch Qualifikation eine Veränderung der Lebenssituation zu erreichen, nur für einen kleinen Teil dieser sozialen Gruppe eine Rolle.

Die Landbevölkerung, die bis Anfang der sechziger Jahre endgültig in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften organisiert war2, rekrutierte sich zum größten Teil aus ehemaligen Klein- und Mittelbauern, Landarbeitern und in sehr geringem Maße aus der Industriearbeiterschaft bzw. aus Jugendlichen, die von der Stadt aufs Land gingen. Sehr gezielt wurde staatlicherseits in die Rekrutierungsbedingungen und - mechanismen der Intelligenz eingegriffen, um eine Erweiterung der sozialen Basis durch [die Förderung von Arbeiterkindern zu erreichen.]


2 Im Gegensatz zur Bundesrepublik, wo nach wie vor der bäuerliche Kleinbetrieb dominierte. [...]

Bis Anfang der sechziger Jahre war die Herausbildung der sozialen Grundstruktur im wesentlichen abgeschlossen. Die Aufbauphase in den vierziger und fünfziger Jahren eröffnete für die verschiedenen sozialen Gruppen einen Prozeß grundlegender Umgestaltung, der hauptsächlich zu einem Anwachsen der Beschäftigten in Arbeiterberufen und in der Landwirtschaft führte. Dabei nahm die Anzahl der in der Großindustrie beschäftigten Arbeiter am schnellsten zu (vgl. Dittrich 1981, S. 256). Die hauptsächlichen Quellen des Zustroms waren Frauen aus der nichtarbeitenden Bevölkerung, Jugendliche und Arbeitslose. Die Aufnahme von Beschäftigungsverhältnissen in der staatlichen Industrie wurden gefördert durch Lohnanreize und verbesserte Arbeitsbedingungen. Die Aussicht, eine Veränderung der Lebenssituation durch Qualifikation zu erreichen, spielte nur für einen kleinen Teil der Jugendlichen dieser sozialen Gruppe eine Rolle.

Die Landbevölkerung, bis Anfang der sechziger Jahre endgültig in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften organisiert, rekrutierte sich zum größten Teil aus ehemaligen Klein- und Mittelbauern, Landarbeitern und in ausgesprochen geringem Maße aus der Industriearbeiterschaft bzw. aus Jugendlichen, die von der Stadt aufs Land gingen. Sehr gezielt wurde staatlicherseits in die Rekrutierungsbedingungen und -mechanismen der Intelligenz eingegriffen, um eine Erweiterung der sozialen Basis durch die Förderung von Arbeiterkindern zu erreichen.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Zwischendrin findet sich der Versuch, den ursprünglichen Wortlaut durch Variationen abzuändern. Insgesamt folgt Mhe aber auch da Satz für Satz der Vorlage.

Die Fn. 2 enthält keine Quellenangabe. Ihr Inhalt ist ab dem zweiten Satz ebenfalls übernommen; siehe Fragment 024 101.

Sichter
(Hindemith), (Graf Isolan) Schumann

[2.] Mhe/Fragment 030 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-10-30 18:21:49 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 20-33
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 31-32, Zeilen: 31:38ff.-32:1-9.(9-12)
Mit Beginn der siebziger Jahre hatten sich die mit der extensiven Strukturentwicklung im Zusammenhang stehenden sozialen Verschiebungen nunmehr erschöpft. Es deuteten sich Grenzbedingungen in den Wachstumspotentialen der sozialen Gruppen an (vgl. Lötsch/Freitag 1981, S. 95), die im Verlaufe der siebziger Jahre zu Homogenisierungstendenzen und einer zunehmenden Uniformität in den Sozialprofilen führten. Die funktionsstörenden Wirkungen der Homogenisierungsbestrebungen wurden immer offensichtlicher, und zwar in dem Maße, in dem die Entflechtung der Volkswirtschaft weiter vorangetrieben wurde. Dem daraus folgenden Innovationsrückgang versuchte man staatlicherseits mit einem abgestuften Maßnahmenkatalog von Einkommensdifferenzierungen und Privilegien zu begegnen und bestimmte soziale Gruppen in der Wissenschaft und unter den Arbeitern zu fördern (vgl. Wielgohs/Schulz 1990, S.23). Parallel dazu wurden die Zulasssungsquoten zum Hochschulstudium drastisch reduziert und die Aufnahmequoten für Abiturienten daran rigide angepaßt. Grund dafür waren beschäftigungspolitische Erwägungen.

"Dadurch ist eine sich wechselseitig blockierende Entwicklungsdynamik im Verhältnis von Bildung und Beschäftigung in Gang gesetzt worden, die sowohl zu einschneidenden Begrenzungen sozialer [Aufstiegschancen und [sic] als auch zu erheblichen Dequalifizierungsprozessen in der Wirtschaft geführt hat." (Kühnel 1990, S.32).]


Kühnel, W. (1990),Scheinbar konfliktfrei aneinander vorbei. Eine Retrospektive auf die Generationsbeziehungen in den 80er Jahren der DDR,, Prokla 80, 20 Jahrgang 1990 Nr. 3, (S. 28-39),

Lötsch, M., Freitag, J. (1981), Sozialstruktur und Mobilität. In: Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.) Jahrbuch für Soziologie und Sozialpolitik, Berlin,

Wielgohs, J., Schulz, M. (1990),Reformbewegung und Volksbewegung. Politische und soziale Aspekte im Umbruch der DDR-Gesellschaft, In: Politik und Zeitgeschichte., Beilage zur Wochenzeitschaft [sic] Das Parlament, B16-17,

[Seite 31]

Mit Beginn der siebziger Jahre setzte eine weitere Phase ein. Die mit der extensiven Strukturentwicklung im Zusammenhang stehenden sozialen Verschiebungen hatten sich nunmehr erschöpft. Es deuteten sich Grenzbedingungen in den Wachstumspotentialen der sozialen Gruppen an (vgl. Lötsch/Freitag 1981, S. 95), die im Verlaufe der siebziger Jahre zu Homogenisierungstendenzen und einer zunehmenden Uniformität in den Sozialprofilen führten. Die dysfunktionalen Wirkungen der Homogeni-

[Seite 32]

sierungsbestrebungen wurden immer offensichtlicher, und zwar in dem Maße, in dem die Rezentralisierung der Volkswirtschaft weiter vorangetrieben worden ist. Dem daraus folgenden stetigen Innovationsrückgang versuche [sic] man staatlicherseits mit einem differenzierten Maßnahmenkatalog von Einkommensdifferenzierungen und abgestuften Privilegien zu begegnen und bestimmte soziale Gruppen in der Wissenschaft und unter den Arbeitern zu fördern (vgl. Wielgohs/Schulz 1990, S. 23). Gleichzeitig wurden vor allem aus beschäftigungspolitischen Erwägungen die Zulassungsquoten zum Hochschu1studium drastisch reduziert und die Aufnahmequoten für Abiturienten daran rigide angepaßt. Dadurch ist eine sich wechselseitig blockierende Entwicklungsdynamik im Verhältnis von Bildung und Beschäftigung in Gang gesetzt worden, die sowohl zu einschneidenden Begrenzungen sozialer Aufstiegschancen als auch zu erheblichen Dequalifizierungsprozessen in der Wirtschaft geführt hat.


Lötsch, M./Freitag, J. (1981): Sozialstruktur und Mobilität, in: Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Jahrbuch für Soziologie und Sozialpolitik, Berlin.

Wielgohs, J./Schulz, M (1990): Reformbewegung und Volksbewegung. Politische und soziale Aspekte im Umbruch der DDR-Gesellschaft, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitschrift Das Parlament, B 16-17.

Anmerkungen

Einer langen, gänzlich ungekennzeichneten und fast identisch (inkl. Literaturverweisen) übernommenen Passage folgt ein Zitat aus derselben Quelle. Der Quellenverweis ist nicht eindeutig.

Das Zitat bleibt in der Zeilenzählung unberücksichtigt.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[3.] Mhe/Fragment 031 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-09 13:11:51 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
77.174.38.119
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 3-6
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 32, Zeilen: 12 ff.
Der verstärkte Eingriff der Bürokratie in die Zuteilung von Bildungs- und Berufschancen beförderte die Stabilisierung und Schließung sozialer Reproduktionsquellen und bewirkte einen Rückgang an sozialen Veränderungsmöglichkeiten für die heranwachsende Generation. (vgl. Kühnel 1987, S.94).

Kühnel, W. (1987),Jugend in den gesellschaftlichen Strukturveränderungen. Ein Beitrag zur generationssoziologischen Analyse des Lebenszusammenhangs [sic] Heranwachsender. Dissertation A, Berlin,

Der verstärkte administrative Eingriff in die Zuteilung von Bildungs- und Berufschancen beförderte die Stabilisierung und Schließung sozialer Reproduktionsquellen und wirkte sich somit als Rückgang an sozialen Veränderungsmöglichkeiten für die heranwachsende Generation aus (vgl. Kühnel 1987, S. 94).

Kühnel, W. (1987): Jugend in den gesellschaftlichen Strukturveränderungen. Ein Beitrag zur generationssoziologischen Analyse des Lebenszusammenhanges Heranwachsender. Diss., Berlin.

Anmerkungen

Unmittelbar zuvor wird Kühnel (1990, S. 32) wörtlich zitiert; dass sich die Übernahme aus der gleichen Quelle auch danach fortsetzt, bleibt dem Rezipienten verborgen.

Bei Kühnel (1987, S. 94) findet sich der Wortlaut des übernommenen Textes in dieser kompakten Form nicht.

Im Titel der Dissertation heißt es im Original "Lebenszusammenhanges".

Sichter
(77.174.38.119) Schumann

[4.] Mhe/Fragment 032 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-09 21:38:25 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
77.174.38.119
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 4-23
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 33; 37, Zeilen: 33: 27 ff.; 37: 28 ff.
Enttraditionalisierung und Individualisierung sind in der DDR keine direkte Folge von Flexibilisierungen in den Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen, sondern eher Ausdruck eines Anpassungsdruckes, der durch den zunehmenden Einfluß des Staates auf die Lebensbedingungen erzeugt wurde. Die Berufswahl sowie die Gestaltung des Lebensweges waren in mehr oder weniger starkem Maße den normativen Regelungen des staatlich-administrativen Systems in Wirtschaft, Politik und Ausbildung unterworfen. Trotz der Möglichkeit, individuelle Wahlhandlungen über die eigenen Lebensumstände innerhalb bestimmter Grenzen zu treffen, waren gruppenspezifische Zusammenhänge und Identitäten in größerem Ausmaß, die den Anspruch auf Selbstorganisation in nicht staatlichen Infrastrukturen hätte geltend machen können, nicht herstellbar. Somit hatte die Familie als sozialer Rückzugsraum für die Jugendlichen eine primäre Funktion. (vgl. Kühnel, 1990)

Der veränderte Bezug zu Arbeit und Beruf führte unter anderem dazu, daß die Identitätssuche der Jugendlichen in den achtziger Jahren auch andere Wege nahm als die ihrer Eltern. Zwar wurde von nahezu allen Jugendlichen die Sicherheit des künftigen Arbeitsplatzes nicht angezweifelt, aber nur für eine Minderheit ging [in den letzten Jahren] der angestrebte Berufswunsch auch wirklich in Erfüllung, denn restriktive Zulassungsbestimmungen und Schließungsprozesse auf seiten [sic] des Beschäftigtensystems begünstigten eine inflationäre Entwicklung von Leistungsnachweisen im Verhältnis zu den realen Berufschancen (vgl. Kühnel, 1990).

[Seite 33]

Enttraditionalisierung und Individualisierung waren in der DDR nicht die Folge von Flexibilisierungen in den Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen, sondern ein Ergebnis des Anpassungsdrucks, der mit der zunehmenden Durchstaatlichung von Lebensbedingungen erzeugt wurde. Berufswahl, die Gestaltung des Lebensweges und politische Optionen sind einzig und allein dadurch zu risikovollen Unternehmen geworden, weil sie in mehr oder weniger starkem Maße den normativen Regelungen des staatlich-administrativen Systems in Wirtschaft, Politik und Ausbildung unterworfen werden mußten. Zwar waren innerhalb bestimmter Grenzen wohl individuelle Wahlhandlungen über die eigenen Lebensumstände möglich, keinesfalls jedoch gruppenspezifische Zusammenhänge und Identitäten in größerem Ausmaß herstellbar, die den Anspruch auf Selbstorganisation in nichtstaatlichen Infrastrukturen hätten geltend machen können. Insofern wird verständlich, daß die Familie als sozialer Rückzugsraum für die Jugendlichen eine große Rolle spielte.

[Seite 37]

Wenn die Identitässuche [sic] der Jugendlichen in den achtziger Jahren andere Wege nimmt als die ihrer Eltern, so hat das vor allem etwas mit dem veränderten Bezug zu Arbeit und Beruf zu tun. Von nahezu allen Jugendlichen wurde die Sicherheit des künftigen Arbeitsplatzes nicht angezweifelt, aber nur für eine Minderheit ging der im letzten Schuljahr angestrebte Berufswunsch auch wirklich in Erfüllung.7
Restriktive Zulassungsbeschränkungen und Schließungsprozesse auf seiten [sic] des Beschäftigtensystems begünstigten eine inflationäre Entwicklung von Leistungsnachweisen im Verhältnis zu den realen Berufschancen.


7 Lediglich für knapp ein Drittel der Jugendlichen eines Altersjahrganges hat sich der Berufswunsch erfüllen lassen. Vgl. Kühnel (1990).


[Kühnel, W. (1990): Der Lebenszusammenhang DDR-Jugendlicher im Spannungsfeld von institutioneller Verregelung und alltagskultureller Modernisierung, in: Sozialisation im Sozialismus. Sonderheft der Zeitschrift für Sozialisationsforschung.]

Anmerkungen

Die Verf.in verweist lediglich zweimal unspezifisch mit "vgl." auf die Quelle, obwohl sie ihre Ausführungen über weite Strecken wörtlich aus dieser übernimmt (die beiden längsten Wortgruppen umfassen je 18 zusammenhängende Wörter).

Der Rechtschreibfehler "auf seiten" wird ebenfalls übernommen.

Der Fragmentinhalt wird teils auf Seite 68 (siehe Fragment 068 19), teils auf Seite 119 (siehe Fragment 119 09) wörtlich wiederholt.

Sichter
(77.174.38.119) Schumann

[5.] Mhe/Fragment 068 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-09 21:46:00 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
77.174.38.119
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 68, Zeilen: 19-30
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 33, Zeilen: 27 ff.
[In der DDR sind solche Entwicklungen in diesem Maße nicht erkennbar.] Enttraditionalisierung und Individualisierung sind hier keine direkte Folge von Flexibilisierungen in den Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen, sondern eher Ausdruck eines Anpassungsdruckes, der durch den zunehmenden Einfluß des Staates auf die Lebensbedingungen erzeugt wurde. Die Gestaltung des Lebensweges war in mehr oder weniger starkem Maße den normativen Regelungen des staatlich-administrativen Systems in Wirtschaft, Politik und Ausbildung unterworfen. Trotz der Möglichkeit, individuelle Wahlhandlungen über die eigenen Lebensumstände innerhalb bestimmter Grenzen zu treffen, waren jedoch gruppenspezifische Zusammenhänge und Identitäten in größerem Ausmaß, die den Anspruch auf Selbstorganisation in nicht staatlichen Infrastrukturen hätten geltend machen können, nicht herstellbar. Somit hatte die Familie als sozialer Rückzugsraum für die Jugendlichen eine primäre Funktion (vgl. Kühnel, 1990). Enttraditionalisierung und Individualisierung waren in der DDR nicht die Folge von Flexibilisierungen in den Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen, sondern ein Ergebnis des Anpassungsdrucks, der mit der zunehmenden Durchstaatlichung von Lebensbedingungen erzeugt wurde. Berufswahl, die Gestaltung des Lebensweges und politische Optionen sind einzig und allein dadurch zu risikovollen Unternehmen geworden, weil sie in mehr oder weniger starkem Maße den normativen Regelungen des staatlich-administrativen Systems in Wirtschaft, Politik und Ausbildung unterworfen werden mußten. Zwar waren innerhalb bestimmter Grenzen wohl individuelle Wahlhandlungen über die eigenen Lebensumstände möglich, keinesfalls jedoch gruppenspezifische Zusammenhänge und Identitäten in größerem Ausmaß herstellbar, die den Anspruch auf Selbstorganisation in nichtstaatlichen Infrastrukturen hätten geltend machen können. Insofern wird verständlich, daß die Familie als sozialer Rückzugsraum für die Jugendlichen eine große Rolle spielte.
Anmerkungen

Die Verf.in verweist lediglich unspezifisch mit "vgl." auf die Quelle, obwohl sie ihre Ausführungen über weite Strecken wörtlich aus dieser übernimmt (die längste Wortgruppe umfasst 18 zusammenhängende Wörter).

Der Fragmentinhalt stellt eine zum größten Teil wörtliche Wiederholung des oberen Teils von Fragment 032 04 dar.

Sichter
(77.174.38.119) Schumann

[6.] Mhe/Fragment 119 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-09 21:56:27 Schumann
Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
77.174.38.119
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 9-16
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 37, Zeilen: 28 ff.
„Der veränderte Bezug zu Arbeit und Beruf führte unter anderem dazu, daß die Identitätssuche der Jugendlichen in den achtziger Jahren andere Wege nahm als die ihrer Eltern. Zwar wurde von nahezu allen Jugendlichen die Sicherheit des zukünftigen Arbeitsplatzes nicht angezweifelt, aber nur für eine Minderheit ging in den letzten Jahren der angestrebte Berufswunsch auch in Erfüllung, denn die restriktiven Zulassungsbestimmungen und Schließungsprozesse begünstigten eine inflationäre Entwicklung von Leistungsnachweisen im Verhältnis zu den realen Berufschancen“ [(siehe Kapitel „Generationen in ihrem historischen Kontext“)]. Wenn die Identitässuche [sic] der Jugendlichen in den achtziger Jahren andere Wege nimmt als die ihrer Eltern, so hat das vor allem etwas mit dem veränderten Bezug zu Arbeit und Beruf zu tun. Von nahezu allen Jugendlichen wurde die Sicherheit des künftigen Arbeitsplatzes nicht angezweifelt, aber nur für eine Minderheit ging der im letzten Schuljahr angestrebte Berufswunsch auch wirklich in Erfüllung.7

Restriktive Zulassungsbeschränkungen und Schließungsprozesse auf seiten [sic] des Beschäftigtensystems begünstigten eine inflationäre Entwicklung von Leistungsnachweisen im Verhältnis zu den realen Berufschancen.


7 Lediglich für knapp ein Drittel der Jugendlichen eines Altersjahrganges hat sich der Berufswunsch erfüllen lassen. Vgl. Kühnel (1990).


[Kühnel, W. (1990): Der Lebenszusammenhang DDR-Jugendlicher im Spannungsfeld von institutioneller Verregelung und alltagskultureller Modernisierung, in: Sozialisation im Sozialismus. Sonderheft der Zeitschrift für Sozialisationsforschung.]

Anmerkungen

Die Verf.in zitiert hier – im Wortlaut allerdings abweichend – ihre "eigenen" Ausführungen von S. 32.

Tatsächlich stammen diese, nur leicht variiert, aber aus einem Aufsatz von Kühnel (1990), was für den Fragmentinhalt bereits bzgl. des unteren Teils von Fragment 032 04 gezeigt wurde.

Sichter
(77.174.38.119) Schumann

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