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Quelle:Mhe/Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Ulf Preuss-Lausitz / Helga Zeiher / Dieter Geulen
Titel    Was wir unter Sozialisationsgeschichte verstehen
Sammlung    Kriegskinder, Konsumkinder, Krisenkinder. Zur Sozialisationsgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg
Herausgeber    Ulf Preuss-Lausitz (u.a.)
Ort    Weinheim / Basel
Verlag    Beltz
Ausgabe    4., unveränd. Aufl.
Jahr    1995
Seiten    11-25

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    ja
Fragmente    10


Fragmente der Quelle:
[1.] Mhe/Fragment 008 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-13 07:27:11 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 8, Zeilen: 20-21, 27-30
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 12, Zeilen: 18 ff.
Die veränderten Werte und Einstellungen werden in einen engen Zusammenhang mit den sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen gestellt.

[... Verweis auf Elder 1974 mit Beispielen von Krisenerfahrungen von US-Bürgern ... ] Solche Krisenereignisse sind prägend dafür, wie eine Generation die dann veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse später in ihrem Leben verarbeitet. Sie konstituieren eine gemeinsame Erfahrungs- und Sozialisationsgeschichte, die zu einer jeweils spezifischen Sozialisation führt.

Uns ist im Laufe unserer Untersuchungsarbeit immer deutlicher geworden, daß historisch einmalige gesellschaftliche Bedingungen zu spezifischen Kindheitserfahrungen führen, und daß solche Erfahrungen dafür prägend sind, wie eine Generation die dann veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse später in ihrem Leben verarbeitet. Sie konstituieren eine gemeinsame Erfahrungs- und Sozialisationsgeschichte.
Anmerkungen

Verwiesen wird auf Elder 1974 und es werden in der Auslassung historische Beispiele hinzugefügt, doch zeigt sich auch im Kontext mit dem Fragment 009 17 auf der folgenden Seite, aus welcher Quelle sich die Verfasserin für die schlussfolgernden Ausführungen hier tatsächlich bedient, sie aber nicht kenntlich macht.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[2.] Mhe/Fragment 009 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-07-15 18:54:52 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 9, Zeilen: 17-33
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 12, 13, Zeilen: 12: letzter Absatz; 13: 7 ff.
Zwei Aspekte aus Elders Ansatz sind für den Sozialisationsprozeß hervorzuheben. Erstens: Jede Generation erlebt ein bestimmtes historisches Ereignis in einem konkreten sozialen Kontext, in dem sie sich gerade aufgrund ihres Lebensalters befindet, welcher dann sehr spezifisch ist. Zweitens: Jede Generation erlebt dieses Ereignis vor einem anderen biographischen Hintergrund, der durch jeweils vorangegangen Sozialisationsprozesse und Sozialisationsagenten bestimmt wird und somit für sie kennzeichnend ist. Beide Aspekte zusammen zeigen, daß der Lebensverlauf und der Prozeß der Sozialisation für jede Generation spezifisch und wahrscheinlich sogar einmalig ist. Selbst benachbarte Geburtsjahrgänge unterscheiden sich in ihren Erfahrungen und Einstellungen, obwohl sie unter denselben historischen Verhältnissen gelebt haben.

Elder hebt bei seinen Untersuchungen hervor, daß es besondere zeitgeschichtliche, schicksalshafte Ereignisse sind, die die Lebensverläufe neu konstituieren und sich nachhaltig auf die betroffenen Individuen auswirken. Die gemeinsame Kindheitserfahrung eines einschneidenden und alle Lebensbereiche berührenden Ereignisses konstituiert neue Generationen, die sich genau von den Älteren und auch von den Jüngeren abgrenzen lassen. ( vgl. Pfeil 1968).

[Seite 12]

Zweierlei Sozialisationswirkungen sind im Generationsbegriff enthalten. Erstens erlebt jede Generation ein bestimmtes historisches Ereignis in einem konkreten sozialen Kontext, in dem sie aufgrund ihres Lebensalters gerade situiert ist. Ihre Erfahrung von diesem Ereignis ist also entsprechend spezifisch und selektiv. Zweitens erlebt jede Generation das Ereignis vor einem anderen biographischen Hintergrund, der ja durch die jeweils vorangegangenen Sozialisationsprozesse bestimmt und daher für sie spezifisch ist. Beides zusammen führt dazu, daß Lebenslauf und Sozialisation jeder Generation einmalig und selbst von denen der benachbarten Altersgruppe qualitativ verschieden sind, obwohl diese in denselben historischen Verhältnissen gelebt haben.

[Seite 13]

Nun konstituieren aber offenkundig nicht beliebige zeitgeschichtliche Ereignisse neue „Generationen“. Pfeil spricht von „besonders schicksalsbetroffenen Jahrgängen“ (1968, S. 11). In der historischen Epoche, mit der wir uns beschäftigen, gibt es nur eine Generation, die durch die gemeinsame Kindheitserfahrung eines einschneidenden und alle Lebensbereiche berührenden Ereignisses konstituiert ist und die sich deshalb sehr genau von den Älteren, ziemlich genau auch von den Jüngeren abgrenzen läßt: [...]

Anmerkungen

Auf Elder wird verwiesen, aber der Text der Arbeitsgruppe Preuss-Lausitz et al dient unausgewiesen als Schreibvorlage.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[3.] Mhe/Fragment 010 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-03 12:29:30 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 10, Zeilen: 18-22
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 11, 197, Zeilen: 11: letzte 4 Zeilen; 197: 1 ff.
Der Wandel von Werten und Einstellungen wird aus generationsspezifischer Sicht betrachtet. Dazu soll der Erfahrungshintergrund, d.h. generationsspezifische Muster des Alltagshandelns, vor dem die Generationen ihre Einstellungen herausgebildet haben, rekonstruiert werden. Damit wird berücksichtigt, daß das „Jetzt“ aus der Vergangenheit kommt und sich daraus möglicherweise das „Zukünftige“ entwickelt. [Seite 197]

Kindsein wird in diesem Band aus generationsspezifischer Sicht betrachtet. Deshalb liegt es nahe, den Wandel der Kindheit über erkennbare Veränderungen im Hinblick auf generationsspezifische Muster des Alltagshandelns zu erfassen.

[Seite 11]

Aber der Blick zurück ist keine Flucht aus der Gegenwart: Wir versuchen vielmehr zu beachten, daß „die Gegenwart, aus der Vergangenheit kommend, zu möglichen Zukünften hin schreitet“ (Elias 1982) - und daß darin auch Hoffnungen für uns selbst, wie für die Nachwachsenden, enthalten sein könnten.


Elias, N.: Vortrag auf dem 21. Dt. Soziologentag, Oktober 1982 (Tonbandmitschnitt)

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle(n).

An diesem Fragment erscheint zweierlei bemerkenswert:

Der erste Satz wurde dem Beitrag von Peter Büchner (Vom Befehlen und Gehorchen zum Verhandeln. Entwicklungstendenzen von Verhaltensstandards und Umgangsnormen seit 1945, S. 196-212) entnommen, dann aber anstelle des Kindseins auf den Wertewandel bezogen. (Aufgrund der relativen Kürze wurde darauf verzichtet, hierfür ein separates Fragment anzulegen.)

Im zweiten Satz, für den der im Namen der Arbeitsgruppe von Ulf Preuss-Lausitz, Helga Zeiher und Dieter Geulen verfasste Teil I (Was wir unter Sozialisationsgeschichte verstehen, S. 11-26) offensichtlich als Vorlage diente, eignet sich die Verf.in eine Aussage von Norbert Elias an (und formuliert sie tlw. um), die in der ungenannt bleibenden Quelle noch als wörtliches Zitat ausgewiesen ist.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[4.] Mhe/Fragment 013 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-28 21:27:35 Schumann
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: 15-19
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 13, 15, Zeilen: 13: 2-3 von unten; 15: 10 ff.
Die Besonderheit von Generationen wird erst im Vergleich erkennbar. Daher stehen am Anfang dieser Arbeit Vergleiche zwischen den Generationen. Die für die Arbeit ausgewählten Generationen werden in ihrem zeit- und sozialgeschichtlichen Kontext beschrieben, um offenzulegen, auf welche Entwicklungen die Auswahl der Generationen bezogen wurde. [Seite 13]

Die Besonderheit von Generationen wird erst im Vergleich erkennbar. Am Anfang dieses Bandes stehen deshalb Vergleiche zwischen Generationen.

[Seite 15]

Um offenzulegen, auf welche Entwicklungen wir die Auswahl der Generationen beziehen, halten wir es für sinnvoll, im folgenden in groben Zügen die ökonomische, politische und kulturelle Entwicklung seit 1945 sowie den Wandel der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in diesem Zeitraum zu vergegenwärtigen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Das Fragment mag fachlich eher geringe Schöpfungshöhe aufweisen; bemerkenswert erscheint aber, dass bzw. wie diese Quelle als Vorlage dient, um das weitere inhaltliche "Programm" (Z. 13) der Arbeit zu erläutern.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[5.] Mhe/Fragment 015 32 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-10-30 18:14:03 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 32-35
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 13, Zeilen: 9 ff.
Die erste Generation , die 1917 -1926 Geborenen, wurden in ihrer Jugendphase duch die NS-Zeit und den zweiten Weltkrieg geprägt. Diese gemeinsame Jugenderfahrung eines einschneidenden und alle Lebensbereiche berührenden Ereignisses grenzt diese Generation von der vorhergehenden Älteren und den nachfolgenden Jüngeren deutlich ab. In der historischen Epoche, mit der wir uns beschäftigen, gibt es nur eine Generation, die durch die gemeinsame Kindheitserfahrung eines einschneidenden und alle Lebensbereiche berührenden Ereignisses konstituiert ist und die sich deshalb sehr genau von den Älteren, ziemlich genau auch von den Jüngeren abgrenzen läßt: die Generation der 1939 bis etwa 1945 Geborenen, die Kriegskinder, deren Kindheit durch die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre geprägt war.
Anmerkungen

Eine Google-Suche nach der Wortgruppe "eines einschneidenden und alle Lebensbereiche berührenden Ereignisses" weist (neben einer ersten Nennung in der untersuchten Arbeit; siehe Fragment 009 17) lediglich einen Treffer aus – für Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995.

Bemerkenswert erscheint, dass diese Charakterisierung in der Quelle ausschließlich für die Generation der zwischen 1939 und 1945 geborenen Kriegskinder als Abgrenzungskriterium gilt - bei der Verf.in ist es hingegen die Generation der 1917-1926 Geborenen.

Fortsetzung auf der folgenden Seite; siehe Fragment 016 01.

(Aufgrund des kreativen Umgangs mit dem Vorlagentext und der Abwandlung des inhaltlichen Bezugs wäre aber auch eine Einordnung unter "keine Wertung" begründbar; die Fortsetzung der – abwandelnden – Übernahme auf der Folgeseite spricht aber für eine Kategorisierung als Verschleierung.)

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[6.] Mhe/Fragment 016 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-20 18:35:07 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 1-2.3-12, 18-21
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 13, Zeilen: 16 ff.
In den darauffolgenden Jahren waren die gesellschaftlichen Veränderungen eher fließend, die Generationen trennenden Einschnitte waren weniger an Einzelereignisse (mit Ausnahme vielleicht des Mauerbaus 1961) gebunden, als vielmehr an bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen, die zu Umschlagpunkten wurden, an denen sich Entwicklungen beschleunigen und verstärken und deren Auswirkungen sich in mehreren Lebensbereichen kumulieren.

Eine Generation, die dies in vollem Maße betrifft sind die Jugendlichen die im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit geboren und zum Teil sozialisiert wurden, die Nachkriegskinder der Jahrgänge 1937-1946. Ihre Jugendzeit war in Westdeutschland durch die Restauration und das Wirtschaftswunder, durch den Glauben an den Fortschritt und durch wachsenden Konsums [sic] geprägt. Sie wurden die Träger kultureller Erneuerungen, wie der Studentenaufstand 1968 zeigte. [...]

Die eigentliche Generation des Konsums sind jedoch die Geburtsjahrgänge von 1957-1966. Sie erlebten in ihrer Jugendphase die Selbstverständlichkeit des Wohlstandes und sie wurden von den vielfältigen gesellschaftlichen und pädagogischen Erneuerungen bestimmt. Mitte der 70er Jahre erlebten sie in Westdeutschland die Krise des Wachstums.

In der Folgezeit waren die gesellschaftlichen Veränderungen eher fließend. Gleichwohl gab es Generationen trennende Einschnitte. Sie waren jedoch nicht an einzelne Ereignisse gebunden, sondern sind Umschlagspunkte in der gesellschaftlichen Entwicklung, an denen sich langfristige Prozesse verstärken und beschleunigen und an denen sich die Auswirkungen solcher Prozesse in mehreren Lebensbereichen kumulieren. [...] Die Generationen, die durch diese Umschlagspunkte voneinander getrennt werden, lassen sich nicht exakt als Gruppe bestimmter Jahrgänge fassen. Wir greifen daher unter ausgewählten Gesichtspunkten zentrale Jahrgänge heraus. Die um 1950 Geborenen, deren Kindheit durch Restauration und Wirtschaftswunder, durch den Glauben an die Fortschrittlichkeit wachsenden Konsums geprägt ist, werden später wichtige Träger kultureller Erneuerung (z.B. der Frauenbewegung und anderer sozialer Bewegungen). Die eigentlichen Konsumkinder sind jedoch die nach 1960 Geborenen, deren Kindheit durch die Selbstverständlichkeiten etablierten Wohlstandes und die Öffnung für vielfältige gesellschaftliche, auch pädagogische, Erneuerungen bestimmt ist. Ob diejenigen, die seit Mitte der 70er Jahre in der Krise des Wachstums und in der ,Sinnkrise“ aufwachsen, die ,Krisenkinder,, bereits eine neue Generation bilden, muß heute noch offen bleiben.
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 015 32.

Kein Hinweis auf die Quelle.

Trotz stärkerer Umformulierung zeigt die Gegenüberstellung eine gleiche Textstruktur bei lediglich marginalen inhaltlichen Differenzen: Außer einem Klammerzusatz (Mauerbau 1961) und der Ersetzung eines historischen Beispiels (Studentenaufstand statt Frauenbewegung) unterscheidet sich die Darstellung der Verf.in von der Quelle nur noch durch die angegebenen Geburtsjahrgänge: "1937-1946" (statt "um 1950") sowie "1957-1966" (statt "nach 1960").

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[7.] Mhe/Fragment 021 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-24 11:34:17 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 13-21
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 17, Zeilen: 25 ff.
Die Städte gewinnen zunehmend an Attraktivität, auch die Flüchtlinge siedeln sich vorwiegend in den Stadträumen an. Der Anteil der Landbevölkerung, vor allem derjenigen, die im agrarischen Sektor tätig sind, sinkt. Zugleich verstärkten sich die „neuen Mittelschichten“ durch das Anwachsen der Angestelltentätigkeiten und des Dienstleistungssektors. Deren Orientierung ist auf sozialen Aufstieg, technischen Fortschritt, moralische Flexibilität und Wachstum gerichtet. Die Zeit des Wirtschaftswunders, die Adenauer-Ära des risikolosen Wachstums, führt dazu, daß die Phase der nahezu ausschließlichen Akkumulation der Nachkriegszeit abgelöst wird von einer Phase des extensiven Konsums. Nicht Sparen sondern Verbrauchen ist die Devise. Die Städte gewannen zunehmend an Attraktivität, auch die Flüchtlinge siedelten sich vorwiegend in Stadträumen an. Der Anteil der Landbevölkerung, vor allem der agrarisch tätigen, sank. Zugleich verstärkten sich die „neuen Mittelschichten“ durch das Anwachsen der Angestelltentätigkeiten, des Dienstleistungs- und Zirkulationssektors. Deren Orientierung war auf sozialen Aufstieg, technischen Fortschritt, moralische Flexibilität und Wachstum gerichtet — Werte der späteren sozialliberalen Politik.

Ironischerweise endet zu der Zeit, als kein grundsätzlicher Widerpart zur herrschenden Politik mehr existiert (d.h. als die Sozialdemokratie ihren Frieden mit der sozialen Marktwirtschaft, der Westorientierung und der herrschenden politischen Kultur gemacht hatten), die Zeit des "Wirtschaftswunders", die Adenauer-Ära des risikolosen Wachstums. Anfang der 60er Jahre mehrten sich die Zeichen, daß modifizierte Formen des Wirtschaftens notwendig wurden: die Phase der nahezu ausschließlichen Akkumulation weicht der Phase extensiven Konsums. Nicht Sparen, sondern Verbrauchen ist die Existenzgrundlage sowohl der staatlichen Finanz- und Wirtschaftspolitik als auch die Philosophie der Individuen.

Anmerkungen

Weiter unten auf der Seite findet sich ein wörtliches Zitat aus der Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[8.] Mhe/Fragment 022 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-24 11:32:19 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 9-20
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 21 f., Zeilen: 21: letzter Absatz; 22: 1 ff.
In der Nachkriegszeit hatten die Kinder relativ große Freiheiten, da die Erwachsenen wenig Zeit hatten. Mit der bürgerlich-konservativen Politik der Adenauer-Ära etabilierte sich jedoch nach wenigen Jahren das sozial-selektive viergliedrige Schulsystem mit weitgehend traditionellem Curriculum und seinem autoritär-patriarchalischem Stil. Auch in den Familien stellte sich rasch das frühere patriarchalische Kleinfamilienmodell wieder her. Die Mütter, die sich und ihre Kinder selbständig im Krieg versorgten, dienten Mann und Kindern wieder als „ordentliche“ Hausfrau. Es etablierte sich das Modell der „Versorgerehe“ (Bertram 1997, S.88), das ökonomisch vorrangig durch die Erwerbstätigkeit der aus dem Krieg zurückgekehrten Männer gesichert und getragen wurde. Kinder und Jugendliche in allen sozialen Schichten mußten sich an die Rolle des behüteten, nicht an der Sicherung des Lebensunterhalts beteiligten Kindes anpassen. Tradierte Erziehungsnormen und -stile wurden autoritär durchgesetzt. Kinder verdankten ihre relativ große Freiheit in der unmittelbaren Nachkriegszeit wohl mehr der Tatsache, daß die Erwachsenen wenig Zeit für sie hatten, als der vorübergehenden Lockerung konventioneller Denkweisen und Lebensformen nach dem Zerbrechen der ideologischen Zwänge des Nationalsozialismus. Von der neuaufgenommenen Diskussion reformpädagogischer Konzepte unmittelbar nach Kriegsende haben die Kinder und Jugendlichen wenig zu spüren bekommen. Sehr schnell etablierte sich nach wenigen Jahren mit der bürgerlich-konservativen Politik auch wieder das sozial-selektive viergliedrige Schulsystem mit weitgehend traditionellem Curriculum und autoritär-patriarchalischem Stil. Auch die Familien stellten sich rasch wieder als patriarchalische Kleinfamilie her, nachdem die Väter, soweit sie den Krieg überlebt hatten, zurückgekehrt waren und der extreme materielle Mangel nach der Währungsreform überwunden war. Die Mütter, die sich und ihre Kinder selbständig im Krieg "durchgebracht" hatten, beschränkten sich wieder darauf, Mann und Kindern als ordentliche Hausfrau zu dienen. Die Kinder und Jugendlichen mußten sich — in allen sozialen Schichten —

[Seite 22]

in die tradierte Rolle des behüteten, nicht an der Sicherung des Lebensunterhalts beteiligten bürgerlich-kleinbürgerlichen Kindes fügen, das sich den Normen und Lebensweisen der Kleinfamilie anzupassen hatte.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[9.] Mhe/Fragment 022 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-20 18:38:33 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 21-23, 28-30
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 22, Zeilen: 9 ff.
Bis Ende der fünfziger Jahre gab es wenige Kinderzimmer, wenig Spielzeug und keine besondere Kinder- und Jugendmode. Für die wenigen berufstätigen Mütter wurden Kindergärten und Horte eingerichtet. Im großen und ganzen spielten Kinder und Jugendliche in den fünfziger Jahren in der Bundesrepublik weder materiell noch pädagogisch eine besondere Rolle (vgl. Preuß-Lausitz, 1994).

Erst Mitte der sechziger Jahre fanden Kinder und Jugendliche in einer Phase des Massenkonsums, der nur noch durch die Erschließung neuer Märkte zu beschleunigen war, eine neue Beachtung. Kinder und Jugendliche wurden mit Spiel- und Sportgeräten überschwemmt, mit einer eigenen Mode, mit besonderen Eßwaren usw. Es entstanden eigene ‘Kulturen’ - Musikstile, Fernsehprogramme und die Comicliteratur.

Bis Ende der 50er Jahre gab es wenig Kinderzimmer, wenig Spielzeug, keine besonderen Kinder- und Jugendmoden. Im öffentlichen Bereich wurden besondere Maßnahmen für Kinder nur ergriffen, wo es unumgänglich war: Für die „Schlüsselkinder“ der — noch wenigen — erwerbstätigen Mütter wurden Kindergärten und Horte eingerichtet. [...] Im Ganzen läßt sich sagen, daß sich die bundesrepublikanische Gesellschaft in den fünfziger Jahren weder materiell noch pädagogisch besonders mit Kindern und Jugendlichen befaßte.

Die gesellschaftliche Segregation der Altersgruppen wurde genutzt und weitergetrieben durch altersspezifische Warenangebote: Kinder und Jugendliche wurden überschwemmt mit Spiel- und Sportgegenständen, mit eigenen Textilmoden, besonderen Möbeln und Eßwaren und mit Ausstattungen zum Hören spezifischer Jugendmusik (vgl. den Beitrag von P. Zimmermann). So entstanden für sie eigene ,Kulturen‘ — Musikstile, Femsehserien, Comicliteratur —, wozu die rasche Ausbreitung neuer Medien wesentlich beitrug (vgl. den Beitrag von H.G. Rolff).

Anmerkungen

Die Quelle ist – unspezifisch ohne Seitenangabe – genannt (aber sowohl bzgl. Verfasserangabe [Preuß-Lausitz statt Preuss-Lausitz u.a.] wie Jahr [1994 statt korrekt 1995; Fehler auch im Lit.verz.] inkorrekt).

Der Inhalt ist aus dem im Auftrag der Arbeitsgruppe „Wandel der Sozialisationsbedingungen seit dem Zweiten Weltkrieg“ von Ulf Preuss-Lausitz, Helga Zeiher und Dieter Geulen verfassten einführenden Beitrag Was wir unter Sozialisationsgeschichte verstehen (S. 11-25) entnommen.

Da sich die Quellenangabe vor dem Punkt eines bilanzierenden Satzes ("Im großen und ganzen [...]") befindet, signalisiert sie dem Leser, sich nur auf diesen (und nicht auf den gesamten Absatz) zu beziehen. Die Übernahme fand aber schon davor statt und setzt sich danach auch weiter unten fort.
Sie führt auch zu einer halben Stilblüte (Kindergärten und Horte für die berufstätigen Mütter [Mhe] statt für deren Kinder [Quelle]).

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[10.] Mhe/Fragment 023 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-10-30 18:16:06 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 21-22(22-25)26-33
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 22, 23, Zeilen: 22: 30 ff.; 23: 1 ff.
Durch die ökonomische Entwicklung der sechziger Jahre bedingt erschien qualifiziertere Ausbildung dringend notwendig. „Der Reformprozeß brachte zum einen eine Expansion der pädagogischen Wissenschaften , die die Vorstellung darüber, wie Kinder zu sein und was sie zu lernen haben, verwissenschaftlichten und in ungeheurem Umfang vermehrten; sowie die breite Popularisierung dieser Vorstellungen (Preuß-Lausitz 1994, S.22).

Dies führte zu einer weiteren Ausdifferenzierung und Professionalisierung von pädagogischen und kindertherapeutischen Berufen. Neue Erziehungskonzepte, die die Entfaltung kindlicher Bedürfnisse, Emanzipation und Kritikfähigkeit berücksichtigten, wurden in radikaler Form in den Kinderläden der Studentenbewegung formuliert. Die Liberalisierung des sozialen Klimas Mitte der sechziger Jahre, die einherging mit dem Abbau konventioneller Verhaltensstile, offener Verweigerung autoritärer Unterwerfung und Lockerung der Sexualmoral, betraf zunächst vor allem die Jugendlichen dieser Generation.

Die ökonomische Entwicklung in den 60er Jahren lenkte die Aufmerksamkeit noch aus einem anderen Grund auf Kinder und Jugendliche. Qualifiziertere Ausbildung als bisher erschien dringend notwendig. Der Reformprozeß brachte zum einen eine Expansion pädagogischer Wissenschaften, die die Vorstellungen darüber, wie Kinder zu sein und was sie zu lernen haben, verwissenschaftlichten und in ungeheurem Umfang vermehrten; sowie die breite Popularisierung dieser Vorstellungen. [...] Das hatte weitere Ausdifferenzierung und Professionalisierung pädagogischer und kindertherapeutischer Berufe zur Voraussetzung und zur Folge.

Dies alles ging einher mit der Formulierung neuer Erziehungskonzepte. Gegen die starren autoritär-patriarchalischen Normen der Adenauer-Ära wurden Ziele wie Entfaltung kindlicher Bedürfnisse, Emanzipation und Kritikfähigkeit zuerst Mitte der sechziger Jahre in radikaler Form in den Kinderläden der Studentenbewegung formuliert und breiteten sich dann rasch in nahezu der gesamten pädagogischen Diskussion und Reformplanung aus. [...]

[Seite 23]

Die Liberalisierung des sozialen Klimas seit Mitte der 60er Jahre — Abbau konventioneller Verhaltensstile, offene Verweigerung autoritärer Unterwerfung, Lockerung der Sexualmoral — betraf zunächst vor allem Kinder und Jugendliche (vgl. die Beiträge von U. Preuss-Lausitz und P. Büchner).

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar für ein kurzes wörtliches Zitat (das – wie so oft in der Arbeit – unpräzise übertragen wird) genannt (mit falscher Jahresangabe), doch geht die Übernahme weit darüber hinaus: ein klassisches Bauernopfer.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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