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Quelle:Mkl/Mair 2002

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Stefan Mair
Titel    Die regionale Integration und Kooperation in Afrika südlich der Sahara
Zeitschrift    Aus Politik und Zeitgeschichte
Herausgeber    Bundeszentrale für politische Bildung
Ort    Bonn
Datum    12. Mai 2002
ISSN    0479-611X
URL    http://www.bpb.de/apuz/27002/die-regionale-integration-und-kooperation-in-afrika-suedlich-der-sahara?p=all

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Mkl/Fragment 083 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-20 13:03:37 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, Mair 2002, Mkl, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 6-28, 101-104
Quelle: Mair 2002
Seite(n): 15, 16, Zeilen: 15:re.Sp:5-41; 16:li.Sp:1-20
2.2.5.2 Ansätze regionaler Kooperation in Afrika: ECOWAS und SADC im Vergleich

Sowohl die westafrikanische ECOWAS als auch die SADC (Southern African Development Community) im südlichen Afrika zählen zu den viel versprechenden Ansätzen regionaler Integration in Afrika. Ein Vergleich dieser beiden Wirtschaftskooperationen erscheint deshalb interessant, weil sie über äußerst differierende Ausgangsbedingungen verfügen und unterschiedliche Integrations- und Kooperationsstrategien verfolgen.

Während die SADC57 – formal gesehen – eine relativ junge Organisation ist, deren Gründungsvertrag aus dem Jahr 1992 stammt, kann die ECOWAS58 bereits auf eine 25jährige Existenz zurückblicken. Jedoch pflegte die ECOWAS bis zu Beginn der 1990er Jahre ein „Dornröschendasein“. Erst die verstärkte Hinwendung der EU zur SADC sowie die deutlich spürbaren Bemühungen der frankophonen Staaten Westafrikas, ihre Integration voranzutreiben, sorgten für eine Wiederbelebung der ECOWAS. Ihren Ausdruck fand die erneute Mobilisierung in der Unterzeichung eines überarbeiteten Gründungsvertrags 1993, doch hat sich dadurch die grundlegende Ratio der Existenz der ECOWAS nicht entscheidend verändert: Nach wie vor gilt sie als Versuch Nigerias, seinem regionalen Vormachtsstreben – in Konkurrenz zu Frankreich – einen institutionalisierten Rahmen zu geben (vgl. Petretto 2005: 55f. + 69f.). Unterschiedliche Ausgangsbedingungen ergeben sich für die beiden regionalen Kooperationsmodelle auch in Bezug auf ihr jeweiliges Wirtschaftspotential. Westafrika ist mit beträchtlichem Vorkommen hochwertigen Erdöls, bedeutsamen Gold-, Bauxit-, Eisenerz-, Uran- und Diamantenlagern selbst im internationalen Vergleich gut ausgestattet. Die Bevölkerungszahl des regionalen Marktes ist hoch, wenngleich die Nachfrage privater Haushalte aufgrund des geringen Einkommens relativ gering ist. Der intraregionale Handel mit einem Anteil von zehn Prozent am gesamten Außenhandel der Mitgliedsländer wird durch Ausfuhren Nigerias [und der Elfenbeinküste dominiert.]


57 Die SADC ging aus der alten „Southern African Development Co-ordination Cooperation [sic!]“ hervor, wobei der Wegfall des zweiten „C“ nicht nur eine kosmetische Änderung, sondern eine Ausweitung der Zielsetzung bedeutete: Statt ausschließlicher Sektorkooperation, um die Abhängigkeit der so genannten Frontlinienstaaten von Südafrika zu mildern, stand nun Integration im südlichen Afrika im Vordergrund der Anstrengungen. Zu den SADC-Mitgliedsstaaten zählen Angola, Botswana, DR Kongo, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Swasiland, Tansania, Südafrika, Mauritius und Madagaskar. Vgl. Berman/Sams 2000: 151ff.

58 Zu den Mitgliedsländer der ECOWAS zählen Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo.

Dieser Beitrag vergleicht zwei afrikanische Regionalorganisationen: die westafrikanische „Economic Community of West African States“2 (ECOWAS) und die „Southern African Development Community“3 (SADC) im südlichen Afrika. Beide Organisationen gehören zu den vielversprechendsten Ansätzen regionaler Integration in Afrika. Sie decken zwei verschiedene Regionen ab, verfügen über äußerst differierende Ausgangsbedingungen und verfolgen unterschiedliche Integrations- und Kooperationsstrategien.

Die SADC ist formal gesehen eine junge Organisation. Ihr Gründungsvertrag stammt aus dem Jahr 1992. Sie ging aus der alten „Southern African Development Co-ordination Conference“ (SADCC) hervor, wobei der Wegfall des zweiten „C“ nicht nur eine kosmetische Änderung, sondern eine Ausweitung der Zielsetzung bedeutete: Statt ausschließlicher Sektorkooperation, um die Abhängigkeit der so genannten Frontlinienstaaten von Südafrika zu mildern, stand nun Integration im südlichen Afrika im Vordergrund der Anstrengungen. Nach dem Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika galt es, den potenziellen Hegemon einzubinden sowie seine Wirtschaftskraft und seine wirtschaftliche Dynamik für die Mitgliedsländer der SADC nutzbar zu machen.

Die ECOWAS kann bereits auf eine 25-jährige Existenz zurückblicken, pflegte aber bis zu Beginn der neunziger Jahre ein Dornröschendasein. Die verstärkte Hinwendung der EU zur SADC sowie die deutlich spürbaren Bemühungen der frankophonen Staaten Westafrikas, ihre Integration voranzutreiben, dürften - zusätzlich zu den eingangs genannten - wesentliche Gründe der Wiederbelebung der ECOWAS gewesen sein. Formalen Ausdruck fand dies in der Unterzeichnung eines überarbeiteten Gründungsvertrags 1993. Dennoch hat sich die grundlegende Ratio der Existenz der ECOWAS nicht entscheidend verändert: Nach wie vor gilt sie als Versuch Nigerias, seinem regionalen Vormachtstreben - in Konkurrenz zu Frankreich - einen institutionalisierten Rahmen zu geben.

Westafrika ist mit beträchtlichen Vorkommen hochwertigen Erdöls, international bedeutsamen Gold-, Bauxit-, Eisenerz-, Uran- und Diamantenlagern selbst im internationalen Vergleich gut ausgestattet. Die Bevölkerungszahl des regionalen Marktes ist hoch, wenngleich die Nachfrage privater Haushalte aufgrund des geringen Einkommensniveaus relativ niedrig ist. Der intraregionale Handel mit einem Anteil von um die zehn Prozent am gesamten Außenhandel der Mitgliedsländer4 wird durch Ausfuhren Nigerias und der Elfenbeinküste sowie in geringerem Maße Ghanas und Senegals in die kleineren Nachbarländer und die Binnenstaaten dominiert.


2 Mitgliedsstaaten: Nigeria, Niger, Ghana, Elfenbeinküste, Senegal, Benin, Togo, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mali, Liberia, Sierra Leone, Burkina Faso.

3 Mitgliedsstaaten: Südafrika, Angola, Tansania, Simbabwe, Mosambik, Botswana, Namibia, Malawi, DR Kongo, Mauritius, Seychellen, Lesotho, Swasiland, Sambia.

4 Eigene Berechnungen nach IWF.

Anmerkungen

Die Quelle wird erst am Ende der nächsten Seite mit "vgl." erwähnt.

Mkl aktualisiert nicht die Altersangabe für ECOWAS. Die "25-jährige Existenz" war bei Mair einigermaßen aktuell. Bei Drucklegung der Arbeit von Mkl war die 1975 gegründete ECOWAS schon über 30 Jahre alt.

Sichter

[2.] Mkl/Fragment 086 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-16 19:34:19 WiseWoman
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mair 2002, Mkl, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 1-30, 101-103
Quelle: Mair 2002
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
● Der Fortschritt der regionalen Integration hängt wesentlich von der Bereitschaft der Staats- und Regierungschefs ab, sich an den Gipfeltreffen zu beteiligen, und von deren Fähigkeit, sich untereinander zu verständigen. In beiden Organisationen sind persönliche Animositäten zwischen den Präsidenten ein erhebliches Integrationshemmnis.

● Die Organisationsstruktur wirkt sich demotivierend auf die untergeordneten Organe aus, da ihre Vorarbeit auf den Gipfeltreffen häufig ignoriert oder gar entgegen ihren Empfehlungen gehandelt wird.

Beide Regionalorganisationen verfügen über Zentralsekretariate, die jedoch zu schwach sind, um den ihnen zugedachten Aufgaben – Vorantreiben und Umsetzen des Integrationsprozesses – gerecht zu werden. Der Hauptgrund für die Schwäche des ECOWAS-Sekretariats besteht in seiner Organisationsstruktur: Einer Vielzahl von Angestellten auf Leitungsebene steht nur eine geringe Zahl von Sachbearbeitern gegenüber. Des Weiteren sind die Mittel für operative Maßnahmen äußerst begrenzt. Auch der dem Sekretariat unterstellte ECOWAS-Regionalfonds kennzeichnet sich durch Unterfinanzierung, so dass dessen Funktionsfähigkeit als äußerst beschränkt einzustufen ist. Ähnliche Tendenzen lassen sich für das Zentralsekretariat der SADC erkennen. Dessen Funktionsfähigkeit wird zudem durch die dezentrale Verwaltungsstruktur der SADC beeinträchtigt (vgl. Petretto 2005: 57).

ECOWAS und SADC streben gleichermaßen die Schaffung nichtexekutiver Kontroll- und Beratungsorgane an. Dazu gehören ein regionaler Gerichtshof, eine regionale parlamentarische Vertretung und ein Forum zur Abstimmung mit Interessenverbänden und NROen. Während die ECOWAS bereits wesentliche Schritte zur Realisierung dieser Vorhaben eingeleitet hat, besteht in der SADC noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen den ehrgeizigen Zielsetzungen in den Gründungsverträgen und der Realität. So hat sich die SADC – nach langen Kontroversen – bislang nur zur Schaffung eines parlamentarischen Forums durchgerungen, zu dem jede nationale Volksvertretung die gleiche Zahl von Abgeordneten delegiert und dessen Tätigkeit sich bisher in der Entsendung von Wahlbeobachtern erschöpft. Die für das ECOWAS-Regionalparlament vorgesehene Beratung der Exekutivorgane und Debatte regionaler Fragestellungen hat in das SADC-Forum noch keinen Einzug erhalten (vgl. Mair 2002: 19).62

Für die Finanzierung der Aktivitäten der Regionalorgane sieht die SADC jeweils gleiche Beiträge der Mitgliedsländer vor. Die Zuwendungen reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die [regionalen Entwicklungsprojekte zu finanzieren.]


62 Selbst wenn diese Aufgaben wahrgenommen würden, gingen die Kompetenzen des Regionalparlaments kaum über das hinaus, was in den Gründungsverträgen der Regionalorganisationen den Interessenverbänden und den NROen zugestanden wird.

Zweitens hängt der Fortschritt regionaler Integration wesentlich von der Bereitschaft der Staats- und Regierungschefs ab, sich an den Gipfeltreffen zu beteiligen, und von deren Fähigkeit, sich untereinander zu verständigen. In beiden Organisationen sind persönliche Animositäten zwischen den Präsidenten ein wesentliches Integrationshemmnis. Drittens werden die dem Gipfeltreffen untergeordneten Organe demotiviert, da ihre Vorarbeit häufig ignoriert oder ihnen gar entgegen gehandelt wird.

[...]

Beide Regionalorganisationen verfügen über Zentralsekretariate, die jedoch zu schwach sind, um den ihnen zugedachten Aufgaben - Vorantreiben und Umsetzen des Integrationsprozesses - gerecht zu werden. Der Hauptgrund für die Schwäche des ECOWAS-Sekretariats besteht in seiner Organisationsstruktur. Einer Vielzahl von Angestellten auf Leitungsebene steht nur eine geringe Zahl von Sachbearbeitern gegenüber. [...] Schließlich steht dem ECOWAS-Sekreteriat jenseits seiner Sach- und Personalmittel nur ein geringer Etat für operative Maßnahmen zur Verfügung. Auch die auf der Ebene des Sekretariats angesiedelte eigenständige Verwaltung des ECOWAS-Regionalfonds gilt als weitgehend ineffizient. [...] Die Unterfinanzierung des Fonds und die unzureichende Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen schränken dessen Funktionsfähigkeit gründlich ein. [...] Noch sehr viel mehr wird seine Funktionsfähigkeit durch die dezentrale Verwaltungsstruktur der SADC beeinträchtigt. [...]

ECOWAS und SADC streben gleichermaßen die Schaffung nichtexekutiver Kontroll- und Beratungsorgane an. Dazu gehören ein regionaler Gerichtshof bzw. Tribunal, eine regionale parlamentarische Vertretung und ein Forum zur Abstimmung mit Interessenverbänden und Nichtregierungsorganisationen. [...] Die ECOWAS hat allerdings wesentliche Schritte zur Schaffung von regionalen Gerichtshöfen zurückgelegt. [...] Eine ähnlich große Diskrepanz zwischen ehrgeizigen Zielsetzungen in den Gründungsverträgen und der Realität besteht bei den regionalen parlamentarischen Versammlungen. Auch hier weist die ECOWAS einen erheblichen Vorsprung gegenüber der SADC auf, der vor allem im Treffen entsprechender Vereinbarungen besteht. [...] Die SADC hat sich bisher nur zur Schaffung eines parlamentarischen Forums durchgerungen, zu dem jede nationale Volksvertretung die gleiche Zahl von Abgeordneten entsendet und dessen Tätigkeit sich bisher weitgehend in der Entsendung von Wahlbeobachtern erschöpfte. Die für das Regionalparlament der ECOWAS geplante Beratung der Exekutivorgane und Debatte regionaler Fragestellungen hat im SADC-Forum bisher nicht stattgefunden.

Selbst wenn diese Aufgaben wahrgenommen werden können, gehen damit die Kompetenzen des Regionalparlaments kaum über das hinaus, was in den Gründungsverträgen der Regionalorganisationen Interessenverbänden und Nichtregierungsorganisationen zugestanden wird. [...]

[...]

Die SADC sieht zur Finanzierung der Aktivitäten der Regionalorgane jeweils gleiche Beiträge der Mitgliedsländer vor. Die Zuwendungen reichen bei weitem nicht aus, um regionale Entwicklungsprojekte zu finanzieren.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Die Quelle wird trotz fast vollständiger inhaltlicher und vielfach wörtlicher Übereinstimmung nur an einer einzigen Stelle auf der Seite erwähnt.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

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