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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Paul Levine
Titel    Der neue Realismus in der zeitgenössischen nordamerikanischen Literatur
Zeitschrift    Aus Politik und Zeitgeschichte
Ort    Bonn
Verlag    Bundeszentrale für Politische Bildung
Jahr    1984
Jahrgang    34
Seiten    15-24

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    ja
Fragmente    15


Fragmente der Quelle:
[1.] Mm/Fragment 128 08-19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:06 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc, Kannitverstan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 8-19
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 21, Zeilen: li.Spalte 20-40
Die kreative Überarbeitung von Geschichte ist eigentlich Teil einer in den letzten Jahren umfassenderen historisch-literarischen Strömung in den USA mit dem Ziel der Rekonstruktion der amerikanischen Vergangenheit. In den 60er Jahren hatten revisionistische Historiker begonnen, die herkömmliche Sicht der amerikanischen Geschichte, die Konsens, Assimilation und Fortschritt in den Mittelpunkt rückte, in Frage zu stellen. In diesem Prozeß eröffneten sie zwar sehr interessante neue, bisher nicht behandelte Bereiche der Geschichte von den sogenannten „schweigenden" Gruppen wie den Schwarzen, den Frauen und den Arbeitern; doch beruhte diese neue Geschichtsschreibung zum größten Teil auf quantitativer Forschung und mikro-historischen Studien, die dazu neigten, das Verständnis der amerikanischen Geschichte zu fragmentieren und deren Verständlichkeit für ein breiteres Publikum zu mindern.[...][FN 280]

[FN 280: Vgl. Paul Levine: Der neue Realismus in der zeitgenössischen nordamerikanischen Literatur, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 39-40/1984,29. Sept. 1984, S. 21; E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, (Kap.: Neue Interessengebiete), a.a.O., S. 82.]

Diese kreative Überarbeitung von Geschichte, auch für Doctorows übriges Werk kennzeichnend, ist eigentlich Teil einer in den letzten Jahren umfassenderen Strömung mit dem Ziel der Rekonstruktion der amerikanischen Vergangenheit. Schon in den sechziger Jahren begannen „revisionistische" Historiker die herkömmliche Sicht der amerikanischen Geschichte, die Konsens, Assimilation und Fortschritt in den Mittelpunkt rückte, in Frage zu stellen. In diesem Prozeß eröffneten sie sehr interessante neue Bereiche der Geschichte von vordem „schweigenden" Gruppen wie den Schwarzen, den Frauen und den Arbeitern. Viel von dieser „neuen Geschichtsschreibung beruhte jedoch auf quantitativer Forschung und mikro-historischen Studien, die dazu neigten, das Verständnis der amerikanischen Geschichte zu fragmentieren und deren Verständlichkeit für ein breiteres Publikum zu mindern.
Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter
Drhchc

[2.] Mm/Fragment 129 35-47 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:20 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Kannitverstan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 35-47
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 21, Zeilen: li.Spalte 45-54.101-102 - re.Spalte 1-12
In Herbert G. Gutmans Worten ist eine neue Synthese nötig, eine, die die neue Geschichte in sich aufnimmt und dann über sie hinausweist. Semiologen und Historiker fangen an, die traditionellen Unterscheidungen zwischen Geschichtsschreibung und Literatur (fiction) in Frage zu stellen.[FN 288] Bereits Roland Barthes und Hayden White hatten den besonderen Status von Geschichte als Repräsentation von Wirklichkeit angegriffen, indem sie auf die Ähnlichkeit zwischen den Sprachstrukturen und den rhetorischen Strategien in historischen und fiktiven Texten hinwiesen. Eine privilegierte Sicht der Vergangenheit schien es für sie nicht zu geben, und somit auch keine „objektive" Geschichte. Ebenso waren Tatsachen nicht aus sich heraus eindeutig, sondern ausgewählt und gegliedert, entsprechend der spezifischen erzählerischen Vision, die der Historiker an seinen Gegenstand herantrug.[FN 289] Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur wurde von Schriftstel[lern registriert.]

[FN 288: Vgl. H. G. Gutman: Whatever Happened to History?, The Nation, Nov. 21,1981, S. 554. Ferner siehe hierzu: John Higham/Paul K. Conkin: New Directions in American Intellectual History, Baltimore, Md., 1980.]

[FN 289: Vgl. P. Levine, op. cit., S. 21; Michael Kämmen (ed.): The Past before US: Contemporary Historical Writing in the United States, (Foreword by John Hope Franklin), Ithaca, N.Y., 1980.]

Daher kam Gutman zu dem Schluß: „Eine neue Synthese ist nötig, eine, die die neue Geschichte in sich aufnimmt und dann über sie hinausweist."[FN 14]

Zur gleichen Zeit fingen Semiologen und Historiker an, die traditionellen Unterscheidungen zwischen Geschichtsschreibung und Literatur ("fiction") in Frage zu stellen. Auf verschiedene Weise griffen Roland Barthes und Hayden White den besonderen Status von Geschichte als Repräsentation von Wirklichkeit an, indem sie auf die Ähnlichkeit zwischen den Sprachstrukturen und den rhetorischen Strategien in historischen und fiktiven Texten hinwiesen. Eine privilegierte Sicht der Vergangenheit schien es nicht zu geben, somit keine „objektive" Geschichte. Tatsachen waren nicht aus sich heraus eindeutig, sondern ausgewählt und gegliedert, entsprechend der besonderen narrativen Vision, die der Historiker an seinen Gegenstand herantrug.

Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur blieb von den Schriftstellern nicht unbeachtet.

[FN 14: H. G. Gutman, ,Whatever Happened to History?', in: The Nation vom 21. November 1981, S. 554.]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter

[3.] Mm/Fragment 130 01-29 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:22 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 1-29
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 21-22, Zeilen: S.21, re.Spalte 13-63 - S.22, li.Spalte 1-10.101-104
[Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur wurde von Schriftstel]lern registriert. Schon in den 60er Jahren hatten Autoren wie John Barth („The Sot-Weed Factor"), Thomas Berger („Little Big Man") und William Styron („Confessions of Nat Turner") begonnen, amerikanische Geschichte in ihren Romanen schöpferisch neu zu gestalten. Noch näher zur Gegenwart hin richtet sich das wiedererwachte Interesse an der Geschichte mehrfach auf politische Themen, z.B. E. L. Doctorows „Ragtime", Gore Vidals „Burr" oder John A. Williams „Captain Blackman".[FN 290] 1978 erklärte Doctorow in einem Interview, warum die amerikanischen Romanciers sich der Geschichte als eines Themas ihrer Arbeit annehmen würden:

„Nun, zunächst einmal ist Geschichte, wie sie von Historikern geschrieben wird, klar unzureichend. Dabei sind die Historiker die ersten, die Skepsis hinsichtlich der ,Objektivität' ihrer Disziplin äußern. Eine Menge Leute entdeckten nach dem Zweiten Weltkrieg und in den fünfziger Jahren, daß vieles von dem, was die jüngere Generation als Geschichte betrachtete, tatsächlich in hohem Maße interpretierte Geschichte war. Und gerade als wir durch die Anleitung und die Weisheit von Zeitschriften wie ,Time' über die Manipulation der Russen hinsichtlich ihrer eigenen Geschichte lachen konnten - worin sie sich technologische Fortschritte gutschrieben, die eindeutig in anderen Ländern erzielt worden waren, und worin Führer, denen die Gunst entzogen worden war, plötzlich aus ihrer Geschichte herausgefallen waren - , gerade um diese Zeit in etwa begannen wir, uns über unsere eigenen Geschichtstexte und unsere eigenen Schulbücher Gedanken zu machen. Und dabei stellte sich heraus, daß nicht allein einzelne Menschen, sondern ganze Völker aus unseren Geschichtstexten herausgefallen waren - die Schwarzen, die Chinesen, die Indianer. Gleichzeitig bietet ein Land von dieser Größe so wenig an Zusammengehörigkeits- und Identifikationsmustern, auf die wir uns alle beziehen und durch die wir uns gegenseitig erkennen können. Da stellt sich heraus, daß die Geschichte, so unzureichend und schlecht sie auch aufbereitet sein mag, eines der wenigen Dinge ist, die uns hier gemeinsam sind.... Für alle von uns wird das Lesen über das, was uns vor fünfzig oder hundert Jahren passierte, ein Akt von Gemeinschaft. Und die Person, die das, was sich vor fünfzig oder hundert Jahren abspielte, darstellt, hat die Chance, Dinge über unsere heutige Situation zu sagen. Diese Möglichkeit ist eine Entdeckung der Schriftsteller."[FN 291]

[FN 290: Vgl. P. Levine, op. cit.]

[FN 291: P. Levine: The Writer as Independent Witness: An Interview with E. L. Doctorow, in: R. Trenner (ed.): E. L. Doctorow: Essays and Conversations, Princeton, N. J., 1983, S. 58-59. Siehe hierzu auch: Dominick LaCapra: History and Criticism, Ithaca, N.Y., 1985.]

Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur blieb von den Schriftstellern nicht unbeachtet. Schon in den sechziger Jahren begannen Autoren wie John Barth, thomas Berger und William Styron amerikanische Geschichte in Romanen wie The Sot-Weed Factor, Little Big Man und Confessions of Nat Turner schöpferisch neu zu gestalten. Noch näher zur Gegenwart hin richtete sich das wiedererwachte Interesse an der Geschichte ausdrücklicher auf politische Themen, z.B. E. L. Doctorows Ragtime, Gore Vidals Burr oder John A. Williams Captain Blackman. In einem 1978 aufgenommenen Interview erklärte Doctorow, warum die Romanciers sich wieder einmal der Geschichte als eines Themas ihrer Arbeit zuwandten:

„Nun, zunächst einmal ist Geschichte, wie sie von Historikern geschrieben wird, klar unzureichend. Dabei sind die Historiker die ersten, die Skepsis hinsichtlich der ,Objektivität' ihrer Disziplin äußern. Eine Menge Leute entdeckten nach dem Zweiten Weltkrieg und in den fünfziger Jahren, daß vieles von dem, was die jüngere Generation als Geschichte betrachtete, tatsächlich in hohem Maße interpretierte Geschichte war. Und gerade als wir durch die Anleitung und die Weisheit von Zeitschriften wie ,Time' über die Manipulation der Russen hinsichtlich ihrer eigenen Geschichte lachen konnten - worin sie sich technologische Fortschritte gutschrieben, die eindeutig in anderen Ländern erzielt worden waren, und worin Führer, denen die Gunst entzogen worden war, plötzlich aus ihrer Geschichte herausgefallen waren - , gerade um diese Zeit in etwa begannen wir, uns über unsere eigenen Geschichtstexte und unsere eigenen Schulbücher Gedanken zu machen. Und dabei stellte sich heraus, daß nicht allein einzelne Menschen, sondern ganze Völker aus unseren Geschichtstexten herausgefallen waren - die Schwarzen, die Chinesen, die Indianer. Gleichzeitig bietet ein Land von dieser Größe so wenig an Zusammengehörigkeits- und Identifikationsmustern, auf die wir uns alle beziehen und durch die wir uns gegenseitig erkennen können. Da stellt sich heraus, daß die Geschichte, so unzureichend und schlecht sie auch aufbereitet sein mag, eines der wenigen Dinge ist, die uns hier gemeinsam sind.... Für alle von uns wird das Lesen über das, was uns vor fünfzig oder hundert Jahren passierte, ein Akt von Gemeinschaft. Und die Person, die das, was sich vor fünfzig oder hundert Jahren abspielte, darstellt, hat die Chance, Dinge über unsere heutige Situation zu sagen. Diese Möglichkeit ist eine Entdeckung der Schriftsteller."[FN 15]

[FN 15: P. Levine, ,The Writer as Independent Witness: An Interview with E. L. Doctorow', in: R. Trenner (Ed.): E. L. Doctorow: Essays and Conversations, Princeton (N. J.) 1983, S. 58-59.]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter

[4.] Mm/Fragment 130 30-44 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:24 Kybot
Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 30-44
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 22, Zeilen: li.Spalte 10-37
Dieses erneute Interesse an der Geschichte, teilweise eine Reaktion auf die übermäßige Subjektivität der Literatur in den 50er und teilweise eine Reaktion auf die politischen und kulturellen Vorgänge in den 60er Jahren, ist von einer Reihe sehr unterschiedlicher Autoren aufgegriffen worden: von orthodoxen Modernisten wie William Styron und Gore Vidal bis hin zu den unorthodoxen Postmodernisten wie Thomas Pynchon und Ishmael Reed. In diesen Romanen sind Wirklichkeit und Dichtung, konventionelle und experimentelle literarische Formen vereinigt, um sowohl die Vorstellung von historischer Objektivität in Frage zu stellen als auch die Annahme zu zerstören, daß es eine nachweisbare Ordnung in der Geschichte gibt. In Reeds „Mumbo Jumbo" und Doctorows „Ragtime" z.B. wird die traditionelle Interpretation der modernen amerikanischen Geschichte umgestoßen und „von unten herauf" neu geschrieben. In diesen Büchern erweisen sich gerade jene Menschen als Persönlichkeiten der modernen amerikanischen Kultur, die in den Geschichtsbüchern nicht vorkamen: die Schwarzen, die Frauen, die Immigranten und die Arbeiter.[FN 292]

[FN 292: Vgl. E. L. Doctorow: Ragtime, New York 1975 (dt. Reinbek); Ishmael Reed: Mumbo Jumbo, New York 1972.]

Dieses erneuerte Interesse an der Geschichte, teilweise eine Reaktion auf die übermäßige Subjektivität der Literatur in den fünfziger und teilweise eine Reaktion auf die politischen und kulturellen Vorgänge in den sechziger Jahren, ist von einer Reihe sehr unterschiedlicher amerikanischer Autoren aufgegriffen worden: von den orthodoxen Modernisten wie William Styron und Gore Vidal bis hin zu den unorthodoxen Postmodernisten wie Thomas Pynchon und Ishmael Reed. Die interessantesten dieser neuen Romane vereinigen Wirklichkeit und Dichtung ("fact and fiction"), konventionelle und experimentelle literarische Formen, um sowohl die Vorstellung von historischer Objektivität in Frage zu stellen, als auch die Annahme zu zerstören, daß es eine nachweisbare Ordnung in der Geschichte gibt. In Reeds Mumbo Jumbo und Doctorows Ragtime zum Beispiel wird die traditionelle Interpretation der modernen amerikanischen Geschichte umgestoßen und dann „von unten herauf" neu geschrieben. In diesen Romanen erweisen sich gerade jene Menschen als Gestalter der modernen amerikanischen Kultur, die in den Geschichtsbüchern nicht vorkamen: die Schwarzen, die Immigranten und die Arbeiterklasse
Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.<br/> So wenig abgewandelt, dass es schon als KomplettPlagiat aufgefasst werden könnte.<br />"Putzig" ist, dass Mm - obwohl sie sonst nichts Neues beiträgt - meint, die Liste der "neuen" Akteure in der amerikanischen Literatur gegenüber der Vorlage um "Frauen" erweitern zu müssen.

Sichter

[5.] Mm/Fragment 130 45-49 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:26 Kybot
Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 45-49
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 22, Zeilen: li.Spalte 44-54
Wahrscheinlich würde es zu weit gehen zu behaupten, daß die Geschichte zum Gliederungsprinzip der neueren amerikanischen Literatur geworden ist, so wie der Marxismus in den 30er und der Existentialismus in den 50er Jahren. Freilich bemühen sich einige amerikanische Autoren jene neue Synthese zu liefern, die Herbert Gutman in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung vermißt. Es mag zu weit gehen zu behaupten, daß die Geschichte zum Gliederungsprinzip der neueren Literatur geworden ist, so wie der Marxismus in den dreißiger und der Existentialismus in den fünfziger Jahren. Doch mit Berechtigung kann darauf hingewiesen werden, daß einige amerikanische Schriftsteller jene neue Synthese zu liefern suchen, die Herbert Guttman in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung vermißte.
Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Mm korrigiert einen Tippfehler der Vorlage ("Gutman" statt "Guttman")

Sichter

[6.] Mm/Fragment 131 01-15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:27 Kybot
Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 131, Zeilen: 1-15
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 22, Zeilen: re. Spalte 3-29, 101
[Doch] beschäftigen sich neuerdings auch einige Schriftsteller mit dem Ende der Geschichte. Bis hin zur Gegenwart der 80er Jahre schlägt die amerikanische Literatur einen apokalyptischen Ton an, wie Jonathan Schells vieldiskutierte Untergangsapotheose „The Fate of the Earth", Norman Mailers Beschreibung des Niedergangs eines Großreiches in „Ancient Evenings" oder Jayne Anne Philipps' Abrechnung mit dem American Dream in ihrem jüngsten Buch „Machine Dreams"[FN 293]

Bernard Malamuds „God's Grace" malt eine Welt der Katastrophe, kündigt gar das Ende der Welt an. Auf den ersten Seiten seines Romans z.B. spricht Gott zu dem einzigen Überlebenden eines nuklearen Holocaust in der Sprache eines puritanischen Sermons aus dem 17. Jahrhundert:

„They have destroyed my handiwork, the conditions of their survival: the sweet air I gave them to breathe; the fresh water I blessed them with, to drink and bathe in; the fertile green earth. They tore apart my ozone, carbonized my oxygen, acidified my refreshing rain. Now they affront my cosmos. How much shall the Lord endure?"[FN 294]

[FN 293: Vgl. J. Schell: The Fate of the Earth, New York 1982 (dt. München 1982); N. Mailer: Ancient Evenings, New York 1983 (dt. München 1983); J. A. Phillips: Machine Dreams, New York 1984 (dt. Frankfurt 1985).]

[FN 294: B. Malamud: God's Grace, London 1982, S. 5.]

In ähnlicher Weise beschäftigen sich neuerdings einige Romanciers mit dem Ende der Geschichte. Bis hin zur Gegenwart der achtziger Jahre schlägt die amerikanische Literatur einen apokalyptischen Ton an, ein Echo auf die Dringlichkeit von Jonathan Schells vieldiskutiertem Klagelied The Fate of the Earth. Ob sie sich mit dem Niedergang eines Großreiches, wie Norman Mailers Ancient Evenings, mit dem Mißlingen einer Revolution, wie Robert Stones A Flag for Sunrise, oder mit dem Ende der Welt, wie Bernard Malamuds God's Grace befaßt - die neuere amerikanische Literatur entwirft eine Welt der Katastrophe. Auf den ersten Seiten in Malamuds Romans - zum Beispiel - spricht Gott zu dem einzigen Überlebenden eines nuklearen Holocaust in der Sprache eines puritanischen Sermons aus dem 17. Jahrhundert:

„They have destroyed my handiwork, the conditions of their survival: the sweet air I gave them to breathe; the fresh water I blessed them with, to drink and bathe in; the fertile green earth. They tore apart my ozone, carbonized my oxygen, acidified my refreshing rain. Now they affront my cosmos. How much shall the Lord endure?"[FN 16]

[FN 16: B. Malamud, God's Grace, London 1982, S. 5. [...]]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Eine Kürzung, eine Ergänzung - das war's mal wieder. Diesmal hat Mm nicht einmal das amerikanische Originalzitat selbstständig besorgt.

Sichter

[7.] Mm/Fragment 131 21-26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:29 Kybot
Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 131, Zeilen: 21-26
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 22, Zeilen: re. Spalte 30-38, 111
Wenn man sich dem Bild der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft in der neueren Literatur zuwendet, stößt man unwillkürlich auf das gleiche Endzeitgefühl. Über Geschichte denkt der Held in John Updikes „Rabbit is Rich":

„The more of it you have the more you have to live it. After a little while there gets to be too much of it to memorize and maybe that's when empires start to decline."[FN 295]

[FN 295: J. Updike: Rabbit is Rich, London 1982, S. 229.]

Wenn wir uns dem Bild der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft in der neueren Literatur zuwenden, stoßen wir auf das gleiche Endzeitgefühl. "History", denkt die Hauptfigur in John Updikes Rabbit is Rich, "The more of it you have the more you have to live it. After a little while there gets to be too much of it to memorize and maybe that's when empires start to decline."[FN 17]

[FN 17: J. Updike, Rabbit is Rich, London 1982, S. 229.]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter

[8.] Mm/Fragment 131 27-44 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:32 Kybot
Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 131, Zeilen: 27-44
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 23, Zeilen: li.Spalte 5-38
Das Thema des Niedergangs spielt auch in Saul Bellows neuestem Buch „The Dean's December" über das gegenwärtige Leben in Chicago und Bukarest eine zentrale Rolle. Bellows Roman ist ein Porträt zweier Gesellschaften, die von unterschiedlichen Verfallserscheinungen bedrängt sind: der liberalen Gesellschaft des Westens, die auf dem Lustprinzip aufgebaut ist, aber an einem Autoritätsverlust leidet und von einer anarchischen Unterschicht bedroht ist, die ins Abseits gedrängt wurde, und der autoritären Gesellschaft des Ostens, die auf dem Leidensprinzip basiert, aber durch Apathie ausgehöhlt ist und von einer zynischen Neuen Klasse regiert wird. Für Bellow sind das Gegensätze zwischen dem „weichen" Nihilismus des Westens, wo Permissivität die Gemeinschaft unterminiert, und dem „harten" Nihilismus des Ostens, wo Terror sich der gesetzesmäßigen Autorität bemächtigt hat.[FN 296] „The Dean's December" beschreibt die Möglichkeit der letzten Tage der Zivilisation, mit Begriffen, die ähnlich den von Christopher Lasch in seiner kontroversen Studie „The Culture of Narcissism: American Life in an Age of Diminishing Experience"[FN 297] verwendeten sind:

„In these last days we have a right and even a duty to purge our understanding. In the general weakening of authority, the authority of the ruling forms of thought also is reduced, those forms which have done much to bring us into despair and into the abyss. I don't need to mind [them anymore. [...]"[FN 298]]

[FN 296: Vgl. S. Bellow: The Dean's December, London 1982.]

[FN 297: Ch. Lasch: The Culture of Narcissism, American Life in An Age of Diminishing Experience, New York 1979 (dt. München 1982).]

[FN 298: S. Bellow, op. cit., S. 278,123.]

Das Thema des Niedergangs spielt auch eine zentrale Rolle in „The Dean's December", Saul Bellows neuestem Roman über das Leben der Gegenwart in Chicago und Bukarest. Bellows Geschichte von den beiden Städten ist ein Porträt zweier Gesellschaften, von unterschiedlichen Verfallserscheinungen bedrängt: den liberalen Gesellschaften des Westens, die auf dem Lustprinzip aufgebaut sind, aber an einem Autoritätsverlust leidet und von einer anarchischen Unterklasse bedroht sind, die brutal ins Abseits gedrängt ist, und den autoritären Gesellschaften des Ostens, die auf dem Leidensprinzip basieren, aber durch Apathie ausgehöhlt sind und von einer zynischen Neuen Klasse regiert werden. So schildert Bellow die Gegensätze zwischen dem „weichen" Nihilismus des Westens, wo Permissivität die Gemeinschaft unterminiert, und dem „harten" Nihilismus des Ostens, wo Terror sich der gesetzesmäßigen Autorität bemächtigt hat. The Dean's December" beschreibt die Möglichkeit der letzten Tage der Zivilisation, wie wir sie kennen, mit Begriffen, die den von Christopher Lasch in seiner kontroversen Studie The Culture of Narcissism: American

Life in an Age of Diminishing Experience verwendeten nicht unähnlich sind:

„In these last days we have a right and even a duty to purge our understanding. In the general weakening of authority, the authority of the ruling forms of thought also is reduced, those forms which have done much to bring us into despair and into the abyss. I don't need to mind them anymore.[...][FN 19]

[FN 19: S. Bellow, The Dean's December, London 1982, S.278. [...]]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter

[9.] Mm/Fragment 132 01-14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:34 Kybot
Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 1-14
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 23, Zeilen: li.Spalte 38-40.46.102, re.Spalte 1-21.101.104-105
[„[...] I don't need to mind] them anymore. For science there can be no good or evil. But I personally think about virtue about vice. ... In the American moral crisis the first requirement was to experience what was happening and to see what must be seen."[FN 298]

Das Schreiben von Literatur ist für Bellow gewissermaßen ein Akt der Wiedergewinnung von Realität wie auch ein Prozeß der Enthüllung ihres Sinns. Diese Wiedergewinnung der gesellschaftlichen Wirklichkeit erfordert allerdings mehr als ein einfaches Eingeständnis des Verfalls der Umwelt; sie erfordert eine Auseinandersetzung mit „the slums we carry around inside us. Every man's inner city...".[FN 299] So meint Bellow, daß das Problem des Fortschritts nicht allein eine vergiftete Atmosphäre, sondern vergiftete Gedanken und auch eine vergiftete Theorie ist. Aus diesem Grunde ist ein neuer Realismus erforderlich, der uns helfen würde, die Welt, zu der wir den Kontakt verloren haben, wiederzugewinnen - in Bellows Worten: „To recover the world that is buried under the debris of false description or non-experience."[FN 300]

[FN 298: S. Bellow, op. cit., S. 278,123.]

[FN 299: S. Bellow, op. cit., S. 207.]

[FN 300: S. Bellow, op. cit., S. 243.]

"[...] I don't need to mind] them anymore. For science there can be no good or evil. But I personally think about virtue about vice."[FN 19]

[...]

"In the American moral crisis", schreibt Bellow, "the first requirement was to experience what was happening and to see what must be seen."[FN 20] Für Bellow ist das Schreiben von Literatur ein Akt der Wiedergewinnung von Realität wie auch ein Prozeß der Enthüllung ihres Sinns. Doch die Wiedergewinnung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit erfordert mehr als ein einfaches Eingeständnis unserer verfallenden Umwelt; sie erfordert, meint Bellow, eine Auseinandersetzung mit „the slums we carry around inside us. Every man's inner city ...".[FN 21] Das Problem ist nicht allein eine vergiftete Atmosphäre, sondern vergiftete Gedanken und auch eine vergiftete Theorie. Deswegen ist ein neuer Realismus erforderlich, der uns hilft, die Welt, zu der wir den Kontakt verloren haben, wiederzugewinnen - oder in Bellows Worten: "To recover the world that is buried under the debris of false description or non-experience."[FN 22]

[FN 19: S. Bellow, The Dean's December, London 1982, S.278.[...]]

[FN 20: Ebd., S. 123. [...]]

[FN 21: Ebd., S. 207]

[FN 22: Ebd., S. 243. [...]]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter

[10.] Mm/Fragment 132 22-41 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 12:18:36 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet (BC), Levine 1984, Mm, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 22-41
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 23, Zeilen: re.Spalte 22-49
Dieser neue Realismus in der zeitgenössischen Geschichte und Literatur scheint sowohl eine Reaktion auf die gegenwärtige intellektuelle Atmosphäre vis á vis einer neu zu definierenden Fortschrittsidee zu sein wie auch eine kritische Überprüfung des utopischen Revisionismus der 60er Jahre. Tatsächlich ist die jüngste Literatur und Geschichteschreibung politischer geworden, wobei sie über die „Wahrheiten", wie sie von den vorherrschenden Ideologien der jüngeren Vergangenheit definiert wurden, bewußt hinausgeht. Für Bellow bedeuten diese neuen Strömungen ein Wiederherstellen der Stärke eines schon aufgegebenen Humanismus in einer von wissenschaftlichem Materialismus dominierten Welt; für Doctorow bedeuten sie, die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt der Komplexität und Zwiespältigkeit wiederaufzunehmen. Angesichts der politischen Alternativen des Fortschritts im 20. Jahrhundert hat sich nach Doctorow ein Gefühl allseitigen Erschöpfungszustandes herausgebildet, eines Erschöpfungszustandes, der sich - könnte man hinzufügen - schließlich auch physiologisch in der jüngsten Zivilisationskrankheit Aids tödlich bemerkbar macht. Kein System, ob es nun religiös oder anti-religiös, kapitalistisch organisiert oder staatlich dirigiert wird, ist für Doctorow gegen Haß, Gier und Wahnsinn der Menschen gefeit. Die beste neuere amerikanische Literatur und Historie scheint, wie der Literaturhistoriker Paul Levine meint, gekennzeichnet zu sein durch diesen neuen Realismus, der nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht ohne Weisheit ist.[FN 302]

[FN 302: Vgl. P. Levine, op. cit., S. 23.]

Dieser neue Realismus, der hier zu beschreiben versucht wurde, ist sowohl eine Reaktion auf unsere gegenwärtige Situation wie auch eine Überprüfung des utopischen Revisionismus der sechziger Jahre. Das heißt, die amerikanische Literatur ist wieder politischer geworden, wobei sie über die „Wahrheit", wie sie von den vorherrschenden Ideologien der jüngeren Vergangenheit definiert wurde, hinausgeht. Für Bellow bedeuten das ein Wiederherstellen der Stärke eines schon aufgegebenen Humanismus in einer von wissenschaftlichem Materialismus dominierten Welt. Für Doctorow bedeutet es, die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt der Komplexität und Zwiespältigkeit wiederaufzunehmen. „Denn Gefühl, das wir angesichts der politischen Alternativen des 20.jahrhunderts heute haben, eine Art allseitigen Erschöpfungszustandes," hat Doctorow festgestellt, und weiter: „Kein System, ob es nun religiös oder anti-religiös oder ökonomisch oder materialistisch ist, scheint gegen Haß, Gier und Wahnsinn der Menschen gefeit zu sein."[FN 23]. Die beste neuere amerikanische Literatur ist gekennzeichnet durch diesen neuen Realismus, nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht ohne Weisheit.

[FN 23: R. Trenner (Ed.) (Anm. 15), S.65.]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Unglaublich: nach Übernahme von fast zwei Seiten des Originalartikels (weitgehend im Originalwortlaut) kennzeichnet Mm den LETZTEN Satz als Erkenntnis von Levine und verweist in der abschließenden Fußnote auf die Quelle (wobei sie mit "op.cit" einen Zitierfehler begeht, da sie zwischendurch einen anderen Artikel von Levine "zitiert" hat).<br/> Aids als Ausdruck des "allseitigen Erschöpfungszustandes" zu interpretieren ist der einzige eigene Gedanke, den Mm in Ergänzung zu den Levineschen Ausführungen auf den Seiten 131-132 entwickelt.

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