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Quelle:Mm/Pflüger 1983

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Friedbert Pflüger
Titel    Die Menschenrechtspolitik der USA. Amerikanische Außenpolitik zwischen Idealismus und Realismus 1972-1982.
Ort    München
Verlag    Oldenbourg
Jahr    1983
Reihe    Schriften des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Reihe Internationale Politik und Wirtschaft, Bd. 48
ISBN    3-486-51901-8

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    30


Fragmente der Quelle:
[1.] Mm/Fragment 278 37-43 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:36 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, 62.226.139.22, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 278, Zeilen: 37-43
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 32, Zeilen: 9-14, 17-20
Die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik beginnt mit der Amerikanischen Revolution. Die Fortschrittsideale der Neuen Welt, so der „American Dream", sollten zum Ausgangspunkt und Vorbild einer internationalen Ordnung werden, in der die Freiheit der Menschen überall respektiert würde. Die amerikanische Überzeugung von der eigenen welthistorischen Mission hat sich über zweihundert Jahre erhalten können. Freilich, die Art und Weise, wie die Wertvorstellungen des freien Amerika der restlichen Welt am besten nahegebracht werden [sollten, blieb stets umstritten.[FN 47]]

[FN 47: Vgl. G. A. Craig: The Democratic Roots of American Diplomatie Style, in: H. Berdin u.a. (Hrsg.): Vom Staat des Ancien Régime zum modernen Parteienstaat (Festschrift für Theodor Schieder), München, Wien 1978, S. 117-131.]

Der Durchbruch dieser Überzeugung während der amerikanischen Revolution verband sich mit einem allgemeinen, über Amerika hinausweisenden Fortschrittsoptimismus, in dem religiöses Sendungsbewußtsein und aufklärerisches Menschenrechtspostulat gleichermaßen wirkten. Die «neue Welt», so der große «amerikanische Traum», sollte zum Ausgangspunkt und Vorbild einer internationalen Ordnung werden, in der die Freiheit der Menschen überall respektiert werden würde: [...]

In den mehr als zwei Jahrhunderten seit damals hat sich die amerikanische Überzeugung von der eigenen welthistorischen Mission stets erhalten. Lediglich die Art und Weise, wie die Wertvorstellungen des freien Amerikas der übrigen Welt am besten nahe gebracht werden sollten, blieb stets umstritten.

Anmerkungen

Plagiat setzt sich bis S. 288 fort. [1]

Sichter
Graf Isolan

[2.] Mm/Fragment 279 01-12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:38 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 279, Zeilen: 1-12
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 32, Zeilen: 16-27
[Freilich, die Art und Weise, wie die Wertvorstellungen des freien Amerika der restlichen Welt am besten nahegebracht werden] sollten, blieb stets umstritten.[FN 47] Sollte die junge Republik die Fortschrittsideale aktiv in die Welt hinaustragen und andere Völker direkt „missionieren", oder sollte sich Amerika nicht besser aus den Wirren der Weltpolitik heraushalten und darauf vertrauen, durch das Beispiel seiner Freiheit, seiner Demokratie und der Verwirklichung seiner Menschenrechte auch im Ausland einen Fortschritt zu bewirken?

Im puritanischen Zeitalter herrschte allgemein die Auffassung vor, daß die Neue Welt wie „a city upon the hill", als „Neues Jerusalem", die Blicke der Menschen in aller Welt auf sich ziehen und ihnen als Vorbild gelten könnte.[FN 48] Von einer Einmischung in die Angelegenheiten fremder Länder, um dort Veränderungen zu bewirken, wurde auch in den darauffolgenden Jahrzehnten strikt abgesehen.

[FN 47: Vgl. G. A. Craig: The Democratic Roots of American Diplomatic Style, in: H. Berdin u.a. (Hrsg.): Vom Staat des Ancien Régime zum modernen Parteienstaat (Festschrift für Theodor Schieder), München, Wien 1978, S. 117-131.]

[FN 48: Vgl. Larzer Ziff: Puritanism in America: New Culture in a New World, New York 1974; S. Bercovitch: The Puritan Origins of the American Self, New Haven/London 1977.]

Lediglich die Art und Weise, wie die Wertvorstellungen des freien Amerikas der übrigen Welt am besten nahe gebracht werden sollten, blieb stets umstritten. Sollten die USA die Idee der Menschenrechte aktiv in die Welt hinaustragen und andere Völker direkt «missionieren»? Oder sollte sich Amerika nicht besser aus den Wirren der Weltpolitik heraushalten und darauf vertrauen, durch das Beispiel seiner freiheitlichen Ordnung auch im Ausland einen Fortschritt zu bewirken?

In der Gründungsphase der USA herrschte allgemein die Auffassung vor, daß Amerika wie eine «Stadt auf dem Hügel» (so hatte es John Winthrop bereits im 17. Jahrhundert formuliert) die Blicke der Menschen in aller Welt auf sich ziehen und ihnen als Vorbild dienen sollte. Es könne nicht die Aufgabe der Vereinigten Staaten sein, sich in die Angelegenheiten fremder Völker zu mischen, um dort Veränderungen zu bewirken.

Anmerkungen

Vgl. auch [2]

Sichter
Graf Isolan

[3.] Mm/Fragment 279 40-44 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:40 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 279, Zeilen: 40-44
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 33, Zeilen: 8-12
Der Verzicht auf aktive Intervention im Namen von Freiheit und Fortschritt dominierte während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die amerikanische Außenpolitik. Er stützte sich vor allem auf die Warnung des ersten amerikanischen Präsidenten, George Washington, der in seiner „Farewell"-Botschaft im Jahre 1796, die den Grund der Isolationismus-Doktrin der USA legen sollte, vor [einer interventionistischen Außenpolitik mit guten Argumenten abriet.] Der hier angesprochene Verzicht auf aktive Intervention im Namen von Freiheit und

Menschenrecht dominierte während des ersten Viertels des 19. Jahrhunderts die amerikanische Außenpolitik. Er stützte sich vor allem auch auf die Warnung des ersten amerikanischen Präsidenten, George Washington, der in seiner «Farewell»-Ansprache im Jahre 1797 vor einer interventionistischen Außenpolitik gewarnt hatte.

Anmerkungen

-

Sichter
Graf Isolan

[4.] Mm/Fragment 280 01-05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:42 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, Graf Isolan, Senzahl
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 280, Zeilen: 1-5
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 33, Zeilen: 12-16
Warum sollten sich die USA, so fragte Washington, in die „Netze europäischer Ambition Rivalität, Interesse, Stimmung oder Laune" verstricken? Vielmehr ermögliche doch die abgesonderte geographische Lage Amerikas, sich aus dem Intrigenspiel europäischer Politik herauszuhalten:

[...][FN 54]

[FN 54: G. Washington's Farewell Address (17. September 1796), abgedruckt in: H. C. Syrett: American Historical Documents, a.a.O., S. 146. Ferner siehe hierzu: Felix Gilbert: To the Farewell Address: Ideas of Early American Foreign Policy, Princeton, N.J., 1961.]

Warum sollten sich die USA - so fragte Washington - in die «Netze europäischer Ambition, Rivalität, Interesse, Stimmung oder Laune» verstricken? Vielmehr ermögliche es die «abgesonderte» geographische Lage Amerikas, sich aus den Wechselfällen europäischer Politik herauszuhalten. [FN 4]

[FN 4: G. Washington, zit. nach: H. Wasser, Die Vereinigten Staaten von Amerika. Porträt einer Weltmacht, Stuttgart 1980, S.385.]

Anmerkungen

Unmittelbar weiter geht's mit der Quelle in Zeile 25. Ein längliches englisches Zitat ist eingeschoben.

Sichter
Graf Isolan

[5.] Mm/Fragment 280 25-34 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:44 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, Graf Isolan, Senzahl
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 280, Zeilen: 25-34
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 33, Zeilen: 17-24
Im gleichen Sinne vertrat auch, beeinflußt von John Quincy Adams, Präsident James Monroe im Jahre 1823 die isolationistische Auffassung, daß sich die Vereinigten Staaten aus den Angelegenheiten europäischer Politik heraushalten sollten. Zwar würden die Bürger der USA „die freundlichsten Gefühle für die Freiheit und das Glück ihrer Mitmenschen auf der anderen Seite des Atlantiks" hegen, aber dennoch könnten und wollten sich die Amerikaner nicht in europäische Auseinandersetzungen einmischen. Allerdings erwarteten sie auch von den Europäern, daß sie ihrerseits darauf verzichteten, ihr System „auf irgendeinen Teil" der westlichen Hemisphäre auszudehnen. Er formulierte damit eine Politik, die als „Monroe-Doktrin" in die Geschichte Amerikas eingehen sollte.

[...][FN 55]

[FN 55: Monroe Doctrine, abgedruckt in: H. C. Syrett, op. cit., S. 180.]

In gleichem Sinne vertrat auch Präsident James Monroe im Jahre 1823 die Auffassung, daß sich die USA aus den Angelegenheiten europäischer Politik heraushalten sollten. Zwar hegten die Bürger der Vereinigten Staaten «die freundlichsten Gefühle für die Freiheit und das Glück ihrer Mitmenschen auf der anderen Seite des Atlantiks», dennoch könnten und wollten sich die USA nicht in deren Auseinandersetzungen einmischen. Genauso erwarteten allerdings auch die USA, daß die Europäer ihrerseits darauf verzichteten, ihr System «auf irgendeinen Teil» der amerikanischen Hemisphäre auszudehnen (Monroe-Doktrin).[FN 5]

[FN 5: J. Monroe, zit. nach: H. Strauß (Bearbeitung), Botschaften der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zur Außenpolitik 1793-1949, Bern 1957, S.26.]

Anmerkungen

Komplettübernahme des Fließtextes aus Pflüger. Dazu ein längeres präsidiales Originalzitat mit Quellennachweis.

Sichter
Graf Isolan

[6.] Mm/Fragment 281 01-27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:46 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Plaqueiator
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 281, Zeilen: 1-27
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 33, 34, 35, Zeilen: S.33,25-34 + S.34,1-12 + S.35,6-9
Auch Albert Gallatin, einer der führenden amerikanischen Politiker jener Zeit, gehörte zu den Befürwortern einer isolationistischen Außenpolitik, die allein auf die Ausstrahlung des Vorbildes der amerikanischen Fortschrittsideale vertraute. Die Mission der Vereinigten Staaten bestünde darin, so Gallatin, ein „Modell für alle anderen Regierungen" darzustellen, die höchsten Prinzipien politischer Moral zu befolgen und die eigenen Institutionen zu verbessern, um damit durch das amerikanische Beispiel einen „für die Menschheit segensreichen moralischen Einfluß auszuüben."[FN 56]

Doch schon bald sollte dieses Prinzip amerikanischer Zurückhaltung in Frage gestellt werden. Im Dezember 1849 forderte Lewis Cass (Michigan) im Senat, den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Österreich zu erwägen, um damit gegen die Unterdrückung der Ungarischen Revolution durch österreichische und russische Truppen im Jahre 1848/1849 zu protestieren. Der Antrag war insofern von Bedeutung, da kurze Zeit später Ludwig Kossuth, der Führer des ungarischen Aufstandes, die USA besuchte und in mehreren Reden die Amerikaner zu aktiver Unterstützung seiner Sache aufforderte. Kossuth kritisierte die USA hinsichtlich ihrer Politik, daß sie zwar einerseits immer wieder über ihre Mission für Freiheit debattierten, aber in der Praxis nicht bereit seien, eine aktive Rolle bei der Regelung von Angelegenheiten im Ausland zu übernehmen. Amerika könne nicht nur auf die Leuchtkraft seines „Beispiels" setzen und hoffen, daß sich seine moralischen Appelle von selbst durchsetzen würden. Er, Kossuth, habe jedenfalls noch nie von einem Diktator gehört, der allein aufgrund von „moralischer Einflußnahme" zurückgewichen sei. Auch wenn der Cass-Antrag schließlich im Senat abgelehnt wurde, so hatte er doch eine Debatte über die passive Ambivalenz des amerikanischen Sendungs- und Fortschrittsbewußtseins hervorgerufen. Viele der Argumente für und gegen außenpolitische Interventionen sollten in den kommenden Jahren wieder auftauchen und bis heute Aktualität behalten.[FN 57]

[FN 56: A. Gallatin zit. in: F. Pflüger: Die Menschenrechtspolitik der USA, a.a.O., S. 33.]

[FN 57: Vgl. Congressional Globe, 31st Congress, 2nd Session vom 7. Januar 1850, S. 113-116; F. Pflüger, op. cit., S. 34 f.]

Auch Albert Gallatin, einer der großen Staatsmänner der jungen amerikanischen Republik, gehörte zu den Befürwortern einer isolationistischen Außenpolitik, die allein auf die Ausstrahlung des Vorbilds der amerikanischen Verfassung vertraute. Die Mission der USA bestünde daraus - so Gallatin - , ein «Modell für alle anderen Regierungen» darzustellen, die höchsten Prinzipien politischer Moral zu befolgen und die eigenen Institutionen zu verbessern, um damit durch «unser Beispiel» einen «für die Menschheit segensreichen moralischen Einfluß auszuüben».[FN 6]

Aber schon zwei Jahre später wurde dieses Prinzip amerikanischer Zurückhaltung in Frage gestellt. Im Dezember 1849 forderte der ehemalige Kriegsminister Senator Lewis Cass (Michigan) im amerikanischen Senat den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Österreich zu erwägen, um damit gegen die blutige Unterdrückung der ungarischen Revolution durch österreichische und russische Truppen im Jahre 1848 zu protestieren.[FN 7]

Der Antrag erhielt deshalb besondere Bedeutung, da kurze Zeit später Ludwig Kossuth, der Führer des ungarischen Aufstandes, die USA besuchte und in mehreren Reden die Amerikaner zu aktiver Unterstützung seiner Sache aufforderte. Kossuth kritisierte die Vereinigten Staaten hinsichtlich der Tatsache, daß sie zwar einerseits «endlos» über ihre Mission für Freiheit debattierten, aber in der Praxis nicht bereit seien, «eine aktive Rolle bei der Regelung von Zuständen im Ausland» zu übernehmen. Amerika könne nicht nur auf die Leuchtkraft seines «Beispiels» setzen und hoffen, daß sich sein moralischer Einfluß von selbst durchsetzen würde. Er jedenfalls - so Kossuth - habe noch nie von einem «Despoten» gehört, der allein aufgrund von «moralischer Einflußnahme» zurückweiche.[FN 8]

[...]

Auch wenn der Cass-Antrag im Senat schließlich abgelehnt wurde, so hatte er doch eine Debatte über die Frage nach einer dem amerikanischen Sendungsbewußtsein angemessenen Menschenrechtspolitik provoziert. Viele der Argumente von damals sollten in den folgenden Jahren wieder auftauchen und bis heute Aktualität behalten.


[FN 6: A. Gallatin, zit. nach: A. Schlesinger, a.a.O., S. 505.]

[FN 7: vgl. dazu: A. Schlesinger, a.a.O., S. 505ff.]

[FN 8: Louis Kossuth, Speech at Concord, 11.5.1952, in: Old South Leaflets, Nr. 111, S. 15.]

Anmerkungen

-

Sichter

[7.] Mm/Fragment 281 28-47 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:48 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, Graf Isolan, Senzahl
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 281, Zeilen: 28-47
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 35-36, Zeilen: S.35,11-28 + S.36,1-5
Das für die Amerikaner typische, idealistisch-moralische Sendungsbewußtsein, das sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Frontier- und Manifest Destiny-Ideologie niederschlug, diente zunächst den USA als Motivation und Rechtfertigung für die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents und die Ausweitung der Grenze nach Westen. Man sah die Besiedlung und Missionierung des nordamerikanischen Kontinents als das natürliche Recht der Amerikaner an, mit dem sich die göttliche Providenz erfüllte, Christentum, Freiheit, Demokratie und Fortschritt in die Welt zu tragen. In den 40er und 50er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Amerika von einer Welle des innerkontinentalen Expansionismus ergriffen, als deren Ergebnis Oregon und der Südwesten einschließlich der Staaten Texas und Kalifornien in die Nation eingegliedert wurden. Zu diesen Gebietserweiterungen hatte es zwar eines Krieges gegen Mexiko (1846-48) bedurft, was aber aufgrund der Manifest Destiny-Doktrin als gerechtfertigt galt. Neben wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Motiven blieb doch die treibende Antriebskraft der Glaube, durch Expansion eine Vorherbestimmung zum Wohle der Menschheit auszuführen.[FN 58]

Allerdings sollte es nicht bei einer auf den eigenen Kontinent beschränkten Expansion bleiben. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dehnten die Vereinigten Staaten ihren Einfluß nach Zentralamerika, in die Pazifikregion wie nach China und Japan aus, wobei Konflikte mit europäischen Mächten erstmals auch in Kauf [genommen wurden. [FN 59]]

[FN 58: Vgl. Albert K. Weinberg: Manifest Destiny: A Study in Nationalist Expansionism in American History, New York 1963.]

[FN 59: Vgl. Dan E. Clark: Manifest Destiny and the Pacific, Pacific Historical Review, vol. 1, March 1932, S. 1-17.]

Das für die Amerikaner typische, idealistisch-moralische Missionsdenken war auch ein wesentliches Element des «Frontiergedankens»[FN 12] und der Idee der «Manifest Destiny,»[FN 13] die den Vereinigten Staaten als Motivation und Rechtfertigung für die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents dienten. Seit den frühesten Pionierzeiten hatten sich die Bewohner der «Neuen Welt» daran gewöhnt, ihre Grenzen immer weiter nach Westen auszudehnen, um neue Gebiete für Landwirtschaft und Handel zu erschließen und die «Zivilisation» zu verbreiten. Man sah die Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents als das natürliche Recht der Amerikaner an, mit dem sich die göttliche Vorhersehung erfüllte, Christentum, bürgerliche Freiheit und Fortschritt in die Welt zu tragen.

In den vierziger und fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die USA von einer neuen Welle des innerkontinentalen Expansionismus ergriffen, als deren Ergebnis Oregon und der Südwesten einschließlich der Staaten Texas und Kalifornien in die Nation eingegliedert wurden.[FN 14] Auch wenn es zu diesen Gebietserweiterungen eines Krieges gegen Mexiko (1846-48) bedurfte, so gab es in der amerikanischen Bevölkerung kaum jemanden, der das Recht der USA zur Eroberung der nördlichen Teile des Kontinents bestritten hätte. Neben wirtschaftlichen und sicherheitspoliüschen Gründen blieb auch damals die treibende Antriebskraft der Glaube, durch Expansion eine Vorherbestimmung zum Wohle der Menschheit auszuführen: [...]

Es sollte jedoch nicht bei einer auf den eigenen Kontinent beschränkten Expansion bleiben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts dehnten die USA ihren Einfluß - vor allem handelspolitisch - nach Zentralamerika, in die Pazifikregion und nach China und Japan aus, wobei immer wieder auch ernste Spannungen mit der konkurrierenden Seemacht Großbritannien in Kauf genommen wurden,[...][FN 16]

[FN 12: vgl. dazu: K. D. Bracher, Der «Frontier-Gedanke»: Motiv des amerikanischen Fortschrittsbewußtseins. Ein ideologiekritischer Versuch, in: Zeitschrift für Politik, 2/1955, bes. S.231, 234f.; zudem: F. ]. Turner, The Frontier in American History, New York 1920.]

[FN 13: vgl. z.B.: A. Divine, American Foreign Policy. A Documentary History, New York I960, S. 81 ff.; sowie: K. Weinberg, Manifest Destiny, Baltimore 1935.]

[FN 14: vgl. N. Klose, American History, a.a.O., S.210ff.]

[FN 15: J. L. O'Sullivan, zit. nach: D. M. Smith, The American Diplomatic Experience, Boston 1972, S. 114; O'Sullivan war Herausgeber des «Democratic Review» und gilt als Schöpfer des Begriffs «Manifest Destiny» (erstmals 1845).]

[FN 16: vgl. D. M. Smith, a.a.O., S. 136ff.; sowie: S. S. Kaplan, The Use of Military Force Abroad by the United States since 1789, in: Journal of Conflict Resolution, Bd. 19, Dezember 1975, S. 708ff.]

Anmerkungen

Die Seite ist komplett am Stück übernommen. Auf den Folgeseiten wird die gleiche Quelle verwertet.

Sichter
Graf Isolan

[8.] Mm/Fragment 282 01-37 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:51 Kybot
Fragment, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Plagin Hood, Graf Isolan, Senzahl
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 282, Zeilen: 1-37
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 36-37, Zeilen: S.36,10-14.16-23.26-30 - S.37,1-11.15-20.27-30
Schon bald sollte die Manifest Destiny-Doktrin ausgeweitet werden. Fortan galt sie nicht mehr ausschließlich als Rechtfertigungsformel für die innerkontinentale Expansion, sondern wurde zunehmend auch zur Legitimation für das Ausgreifen über die USA hinaus angewendet.

Die große Wende der amerikanischen Politik von der rein handelspolitischen Orientierung zu „imperialem" Weltmachtstreben wird allgemein für das Jahr 1898 konstatiert. In der Folge des spanisch-amerikanischen Krieges kam es zur Unabhängigkeit Kubas von Spanien und zur Einverleibung der Philippinen, Guams und Puerto Ricos in die Vereinigten Staaten. Im gleichen Jahr annektierten die Amerikaner Hawaii und teilten sich Samoa mit dem Deutschen Reich.[FN 60] Errichteten nun ihrerseits die USA - geboren im Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmacht England - „imperiale" Fremdherrschaften?[FN 61]

William H. Seward z.B., der Außenminister unter Andrew Jackson und Abraham Lincoln gewesen war, hatte immer wieder den Aufbau eines „Informal Empire" gefordert: Die Vereinigten Staaten als Weltmacht müßten sich nach Norden, Süden und Westen ausdehnen, den Pazifik zu einem „Mare Americanum" machen und Asien zur kommerziellen Domäne der USA werden lassen.[FN 62] Ähnliche Forderungen stellte auch der Historiker und Chef der US-Marineakademie, Alfred Thayer Mahan, dem der Aufbau einer starken Flotte zur Eroberung neuer Märkte und Stützpunkte vorschwebte.[FN 63]

Neben dieser unbestreitbaren, vor allem wirtschafts- und handelspolitischen Motivation der USA haben doch gleichzeitig auch idealistische Elemente im amerikanischen Expansionismusstreben um die Jahrhundertwende eine Rolle gespielt. Selbst von der „revisionistischen Schule" des 20. Jahrhunderts wurde die Großmachtpolitik der USA seit der Administration McKinleys (1897-1901) als „idealistischer und moralischer Imperialismus" bezeichnet. Unter McKinley kam wieder die „American Creed", der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Wertvorstellungen und der traditionelle Missions- und Fortschrittsoptimismus, zum Tragen.[FN 64] In diesem Sinne forderte auch der protestantische Geistliche Josiah Strong in seinem Buch „Our Country" (1885) das amerikanische Volk auf, die Welt in Amerikas Sinne zu erneuern: „Es scheint mir, daß Gott ... die angelsächsische Rasse für eine Stunde vorbereitete, die unweigerlich in der Zukunft der Welt kommen wird". Es nahe der „letzte Kampf der Rassen", der dazu führen müßte, daß der „Repräsentant ... der größten Freiheit, des reinsten Christentums, der höchsten Zivilisation ... sich über die ganze Welt verbreitet."[FN 65] Ebenso erklärte Präsident McKinley dem Kongreß am 11. April 1898, daß es eine „Frage der Menschlichkeit" sei, in Kuba zu intervenieren:

[FN 60: Vgl. E. May: Imperial Democracy: The Emergence of America as a Great Power, New York 1973<sup>2</sup>, S. 243ff.; Hans Ulrich Wehler: Grundzüge der amerikanischen Außenpolitik 1750-1900, Frankfurt/M. 1984, Bd. 1: 1750-1900, S. 193 ff.]

[FN 61: Vgl. H.-U. Wehler: Der amerikanische Imperialismus vor 1914, in: W. J. Mommsen (Hrsg.): Der moderne Imperialismus, Stuttgart 1971, S. 172 ff.; H.-U. Wehler: Der Aufstieg des amerikanischen Imperialismus, Studien zur Entwicklung des Imperium Americanum 1865-1900, Göttingen 1974.]

[FN 62: Vgl. E. May, op. cit.; H.-U. Wehler: Der amerikanische Imperialismus vor 1914, a.a.O.]

[FN 63: Vgl. A. Wolfers/L. Martin (eds.): The Anglo-American Tradition in Foreign Affairs, a.a.O., S. 234 ff.]

[FN 64: Vgl. William A. Williams: The Tragedy of American Diplomacy, New York 1978<sup>9</sup>; Yves-Henri Nouailhat: Histoire des doctrines politiques aux Etats-Unis, Paris 1977 (Kap.: Progressisme et impérialisme), S. 75 ff. Siehe ferner hierzu auch T. A. Shannon: Manifest Destiny and Anti-Imperialists of 1898: An American Dissent, Doctoral Dissertation, Oxford Univ. 1983.]

[FN 65: J. Strong, zit. in: F. Pflüger, op. cit., S. 37.]

Doch schon bald genügten diese vereinzelten internationalen Expansionsunternehmungen den Amerikanern nicht mehr. Die Idee der «Manifest Destiny» wurde ausgeweitet. Sie galt fortan nicht mehr ausschließlich als Rechtfertigungsformel für die innerkontinentale Ausdehnung, sondern wurde zunehmend auch zur Legitimation für das Ausgreifen über Amerika hinaus gebraucht.[...]

Als die große Wende der amerikanischen Politik von der rein handelspolitischen Orientierung zu imperialem Weltmachtstreben wird allgemein das Jahr 1898 angesehen. Im Gefolge des spanisch-amerikanischen Krieges kam es zur Unabhängigkeit Kubas von Spanien und zur Einverleibung der Philippinen, Guams und Puerto Ricos in die Vereinigten Staaten. Die USA annektierten zudem im gleichen Jahr Hawaii und teilten sich Samoa mit dem Deutschen Reich. Die Vereinigten Staaten, geboren im Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmacht England, errichteten nun ihrerseits imperiale Fremdherrschaften.[FN 18]

[...] William H. Seward z.B., Außenminister unter Andrew Jackson und Abraham Lincoln, hatte immer wieder den Aufbau eines «Informal Empire» gefordert: Die USA müßten sich nach Norden, Süden und Westen ausdehnen, den Pazifik zu einem «Mare Americanum» machen und Asien zur kommerziellen Domäne der Vereinigten Staaten werden lassen.[FN 19] In ähnlicher Weise wirkte auch Alfred Thayer Mahan, lange Zeit Chef der US-Marineakademie, der den Aufbau einer starken Flotte zur Eroberung neuer Märkte und Stützpunkte forderte.[FN 20]

Trotz dieser unbestreitbaren wirtschaftlichen Gründe müssen jedoch auch die nach wie vor in Amerika virulenten idealistischen Ursachen für das sich Ende der neunziger Jahre in der Regierungspolitik durchsetzende Expansionsstreben gesehen werden.[FN 21] Die Großmachtpolitik der USA seit der Administration McKinleys ist deshalb sogar von «Revisionisten» als «idealistischer Imperialismus» bezeichnet worden.[FN 22] Dabei spielte der alte amerikanische Glaube an die Überlegenheit der eigenen Wertvorstellungen und der traditionelle Missions- und Fortschrittsglaube eine bedeutende Rolle.

In diesem Sinne forderte der protestantische Geistliche Josiah Strong in seinem Buch «Our Country», [...] Es sei offensichtlich, daß Gott die Amerikaner damit beauftragt habe, die Welt in ihrem Sinne zu erneuern: «Es scheint mir, daß Gott ... die angelsächsische Rasse für eine Stunde vorbereitete, die unweigerlich in der Zukunft der Welt kommen wird».[FN 23] Es nahe der «letzte Kampf der Rassen», der dazu führen müßte, daß der «Repräsentant ... der größten Freiheit, des reinsten Christentums, der höchsten Zivilisation ... sich über die ganze Welt verteilt».[FN 24]

[...] Es sei eine «Frage der Menschlichkeit», in Kuba zu intervenieren und die Verletzung von Menschenrechten, die Not und den Hunger des kubanischen Volkes zu beenden, hatte Präsident McKinley dem Kongreß am 11. April 1889 erklärt.[FN 25]

[FN 18: vgl. E. May, Imperial Democracy, The Emergence of America as a Great Power, New York 1973 (Erstausgabe: 1961), bes. S. 243 ff.]

[FN 19: vgl. H. Wasser, a.a.O., S.394; und: H. U. Wehler, Der amerikanische Imperialismus vor 1914, in: W. J. Mommsen (Hrsg.), Der moderne Imperalismus, Stuttgart 1971, S. 172ff.; sowie: H. U. Wehler, Der Aufstieg des amerikanischen Imperialismus. Studien zur Entwicklung des Imperium Americanum 1895-1900, Göttingen 1974.]

[FN 20: vgl. H. v. Barch, Amerika, a.a.O., S.21.]

[FN 21: dazu besonders: R. Osgood, Ideals and Self-Interest in America's Foreign Relations, Chicago 1953, z.B. S. 27, 44.]

[FN 22: W. A. Williams, The Tragedy of American Diplomacy, New York 1978 (9. Auflage) S.58.]

[FN 23: J. Strong, Our Country (1885), in: R. Hofstadter, Great Issues in American History, From Reconstruction to the Present Day 1864-1969 (Auszüge), New York 1969, S. 187, das Buch Strongs war Mine der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts ein berühmter Besteller (Auflage ca. 170000).]

[FN 24: ebenda.]

[FN 25: W. McKinley, Kriegsbotschaft an den Kongreß, 11.4.1889, in: R. Hofstadter, a.a.O., S. 191 ff.]

Anmerkungen

Bis auf die korrekt eingerückten Zitate ist die komplette Seite der Quelle entnommen.

Sichter
Graf Isolan

[9.] Mm/Fragment 282 41-42 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:52 Kybot
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 282, Zeilen: 41-42
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 37, Zeilen: 31
In ähnlicher Weise rechtfertigte McKinley in einer Rede in Boston (1899) auch

die Annektierung der Philippinen:

In gleicher Weise wurde auch die Einverleibung der Philippinen gerechtfertigt.
Anmerkungen

-

Sichter
Graf Isolan

[10.] Mm/Fragment 283 01-13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:54 Kybot
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 283, Zeilen: 1-13
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 37-38, Zeilen: S.37,33 - S.38,1-3.7-9.10-16
Tatsächlich war der idealistische Fortschrittsglaube ein wesentlicher Grund für die amerikanische Ausdehnungspolitik gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

An diese Außenpolitiken knüpfte auch der Nachfolger McKinleys, Theodore Roosevelt, an. Zunächst trieb er die von McKinleys Außenminister John Hay begonnene „Open Door Policy" gegenüber China voran, vermittelte erfolgreich im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05 und ermöglichte durch seine Lateinamerika-Politik eine weitere Zurückdrängung britischen Einflusses und schließlich den Beginn des Baues des Panama-Kanals im Jahre 1904.[FN 68] Den Kern seiner Außenpolitik bildete jedoch die Ausdehnung der Monroe-Doktrin durch die sogenannte „Roosevelt-Corollary", mit der sich die USA zur Rolle einer „internationalen Polizeimacht" verpflichteten, um einerseits wirtschaftlichen Ruin und strategischen Zerfall lateinamerikanischer Staaten aufzuhalten und andererseits die deshalb drohende Intervention europäischer Regierungen zu verhindern.

[FN 68: Vgl. John Milton Cooper: The Warrior and the Priest: Theodore Roosevelt and Woodrow Wilson, Cambridge, Mass., 1983; K. Krakau: Die Lateinamerika-Politik der USA, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B9/86, 1. März 186, S. 31f.]

Es kann somit kein Zweifel bestehen, daß der idealistische Fortschrittsglaube ein wesentlicher Grund für die amerikanische Ausweitungspolitik gegen Ende des 19. Jahrhunderts darstellte.

An diese Politik knüpfte Theodore Roosevelt, der Nachfolger McKinleys, an. [...] Er trieb die von McKinleys Außenminister begonnene «Open Door Policy» gegenüber China voran, vermittelte erfolgreich im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05 [...] und ermöglichte durch seine Lateinamerika-Politik die weitere Zurückdrängung britischen Einflusses und schließlich den Beginn der Bauarbeiten zum Panamakanal im Jahre 1904. Die einschneidendste Maßnahme des Präsidenten war jedoch die Ausdehnung der Monroe-Doktrin durch die sogenannte «Roosevelt-Corollary», mit der sich die USA zur Ausübung einer «internationalen Polizeimacht» verpflichteten, um einerseits finanziellen Ruin und Zerfall lateinamerikanischer Staaten aufzuhalten und andererseits die deshalb drohende Intervention europäischer Mächte zu verhindern.

Anmerkungen

Leicht redigierte Komplettübernahme.

Sichter
Graf Isolan

[11.] Mm/Fragment 283 28-37 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:54:56 Kybot
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Seite: 283, Zeilen: 28-37
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 38, Zeilen: 16-18, 23-29
In der amerikanischen Außenpolitik käme es deshalb darauf an, so Roosevelt, „to speak softly and to carry a big stick."[FN 70] Noch emphatischer als Roosevelt begründete Woodrow Wilson seine Außenpolitik mit idealistischen Visionen.[FN 71] Zunächst bemüht, die Neutralität Amerikas im 1. Weltkrieg zu wahren, zwang ihn die deutsche Politik und die drohende Niederlage der „Alliierten" dann doch schließlich zum Eingreifen.[FN 72] Wilsons Argument für den Kriegseintritt Amerikas war jedoch nicht die nationale Sicherheit des Landes, sondern die fundamentale moralische Vortrefflichkeit der amerikanischen Nation, die die Regierung dazu verpflichte, als „single champion" der Demokratie den „natürlichen Feind der Freiheit" zu bekämpfen:

[FN 70: Vgl. Frederick W. Marks: Theodore Roosevelt and the Conservative Revival, in: Norman Graebner (ed.): Traditions and Values: Studies in American Diplomacy, 1865-1945, Lanham, N.Y., 1985.]

[FN 71: Vgl. J. M. Blum: Woodrow Wilson and the Politics of Morality, Boston/Toronto 1956.]

[FN 72: Vgl. A. Lentin: Lloyd George, Woodrow Wilson and the Guilt of Germany, Louisiana State Univ. Press, Baton Rouge, La., 1985.]

Der amerikanischen Außenpolitik, so Theodore Roosevelt, käme es darauf an, «to speak softly and to carry a big stick».[FN 28] [...]

Noch stärker als Roosevelt begründete Woodrow Wilson seine Außenpolitik mit idealistischen Argumenten. Nachdem er lange Zeit bemüht gewesen war, die Neutralität Amerikas im Ersten Weltkrieg zu wahren, zwang ihn die deutsche Politik und die drohende Niederlage der «Alliierten» schließlich zum Eingreifen. Sein Hauptargument für den Kriegseintritt Amerikas war jedoch nicht die nationale Sicherheit, sondern die Behauptung, daß es für die USA als «single champion» der Menschenrechte eine Pflicht sei, den «natürlichen Feind der Freiheit» zu bekämpfen.

[FN 28: T. Roosevelt, zit. nach: H. Guggisberg, a.a.O., S. 167.]

Anmerkungen

Bis auf die korrekt eingerückten Zitate ist die komplette Seite der Quelle Pflüger 1983 entrissen.

Sichter
Graf Isolan

[12.] Mm/Fragment 284 01-02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-06 17:02:40 Kybot
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Seite: 284, Zeilen: 1-2
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 38, Zeilen: 33-34
Wilson definierte seinen „crusading idealism" als quasi letztes Gefecht des demokratischen Amerika gegen die Mächte des „Bösen". Wilson träumte von einer Art «letztem Gefecht» des demokratischen Amerikas gegen die Mächte des «Bösen».
Anmerkungen

-

Sichter
Plaqueiator

[13.] Mm/Fragment 284 06-24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:02 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

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Untersuchte Arbeit:
Seite: 284, Zeilen: 6-24
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 38-39, Zeilen: S.38,35 - S.39,1.4-5.7-12.14-17.19-22
Wilsons Idee einer Weltfriedensordnung - garantiert durch einen „Völkerbund" -, die die Außenpolitik abschaffen und durch eine „Weltinnenpolitik" ersetzen würde, sollte sich sehr bald als Utopie erweisen. Diese Ideen stießen nicht nur bei den europäischen Realpolitikern auf Ablehnung, sondern vor allem bei den Amerikanern selbst. Eine Verantwortung für die europäische Nachkriegsordnung wollte in Amerika niemand übernehmen.[FN 75] Schlagartig brach eine neue Isolationismusphase in Washington aus, gerade zu einem Zeitpunkt, wo die amerikanischen Fortschrittsideale in Europa dringender denn je als Beispiel hätten dienen können.[FN 76]

Nur 24 Jahre nach der Kriegsbotschaft Wilsons sollte die provisorische Isolationspolitik durch den Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg nunmehr endgültig aufgegeben werden. Wenngleich das Aufkommen des Nationalsozialismus zunächst an der amerikanischen Neutralitätspolitik nichts änderte, so entschloß sich doch Franklin D. Roosevelt mit der zunehmend größer werdenden totalitären Bedrohung Europas und der Freien Welt zu einer amerikanischen Intervention. Am 6. Januar 1941 erläuterte er dem amerikanischen Volk in seiner „Four Freedoms"-Rede die Notwendigkeit eines amerikanischen Eingreifens, auch wenn er noch keine konkreten Angaben zum Ausmaß des Engagements der USA machte:

[FN 74: W. Wilson zit. in: G. A. Craig: Die Supermacht und das Gute, a.a.O.. Ferner siehe hierzu: Daniel P. Moynihan: Was Woodrow Wilson Right? Morality and American Foreign Policy, Commentary, vol. 57, No. 4, May 1974, S. 25-31.]

[FN 75: Vgl. Lloyd Abrosius: Woodrow Wilson and the Quest for Orderly Progress, in: N. Graebner (ed.): Traditions and Values: Studies in American Diplomacy, 1865-1945, Lanham, N.Y., 1985.]

[FN 76: Vgl. David A. Shannon (Hrsg.): Progressivism and Postwar Desillusionment, 1898-1928, New York 1965.]

Wenn er gewonnen würde, so müßte sich eine Weltfriedensordnung - garantiert durch einen «Völkerbund» - ergeben, die Außenpolitik könnte abgeschafft und durch eine "Weltinnenpolitik" ersetzt werden.[...] Diese Ideen trafen nicht nur bei den europaischen Realpolitikern auf Ablehnung, sondern vor allen Dingen auch in den Vereinigten Staaten selbst. [...] und weigerte sich, Verantwortung für die europäische Nachkriegsordnung zu übernehmen. Als wäre das Kriegsengagement zuviel des Guten gewesen, wandte sich die amerikanische Nation mit einem Schlage von der Weltbühne ab, zog sich zurück auf den eigenen Kontinent und vergaß ihre Mission, die niemals mehr vonnöten gewesen wäre als im Europa der zwanziger und frühen dreißiger Jahre.

[...]

Auch als die Nazis nach der Auflösung der Weimarer Republik die Macht ergriffen hatten, Deutschland aufrüsteten und erste wichtige Territorialgewinne verzeichneten, änderte sich nichts an der amerikanischen Neutralitätspolitik, die inzwischen durch eine umfangreiche Gesetzgebung abgesichert war. [...] Nur 24 Jahre nach der Kriegsbotschaft Wilsons erläuterte schließlich Franklin D. Roosevelt am 6. Januar 1941 seiner Nation die Notwendigkeit eines amerikanischen Eingreifens, auch wenn er noch keine konkreten Angaben zum Ausmaß des Engagements der USA machte.[FN 32]

[FN 32: F. D. Roosevelt, Rede zu den «Vier Freiheiten», 6.1.1941, in: R. Hofstadter, a.a.O., S.394ff.]

Anmerkungen

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Sichter
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[14.] Mm/Fragment 284 25-26.29-31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:04 Kybot
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Seite: 284, Zeilen: 25-26, 29-31
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 39, Zeilen: 23-25, 30-31
„Let us say to the democracies, ,We Americans are vitally concerned in your defense of freedom.[...]"[FN 77]

Franklin Roosevelt sah die Hauptgefahr des Nationalsozialismus in der Bedrohung von Freiheit und Demokratie. In derselben Rede verkündete er sozusagen als „Bollwerk" gegen die deutsche Diktatur seine berühmten „vier Freiheiten": [...]

[FN 77: Zitiert nach: H. C. Syrett, op. cit., S. 385.]

Ähnlich wie Wilson sah Roosevelt in der Bedrohung der Freiheit und Demokratie die Hauptgefahr der Nazi-Offensive: «Laßt uns den Demokraten sagen: Wir Amerikaner nehmen tiefsten Anteil an Eurer Verteidigung der Freiheit... [...]»[FN 33].

In der gleichen Rede verkündete Franklin D. Roosevelt auch seine berühmten «vier Freiheiten».

[FN 33: F. D. Roosevelt, Rede zu den «Vier Freiheiten», 6.1.1941, in: R. Hofstadter, a.a.O., S.394ff.]

Anmerkungen

-

Sichter
Graf Isolan

[15.] Mm/Fragment 285 01-19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:06 Kybot
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 285, Zeilen: 1-19
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 40, Zeilen: 4-20
Sehr bald nach Beendigung des Krieges sollte sich erneut zeigen, daß der Aufbau einer harmonischen Weltfriedensordnung nicht möglich sein würde. Als Siegermacht betrieb die Sowjetunion in Ost- und Südeuropa eine aggressive Außenpolitik, errichtete den „Eisernen Vorhang", wie Winston Churchill ihn nannte, und leitete damit gleichzeitig die Ära des Kalten Krieges ein.[FN 79]

Die Reaktion der Vereinigten Staaten bestand in der sogenannten „Truman-Doktrin", mit der die Amerikaner den „freien und unabhängigen Nationen" ihre Unterstützung vor einem weiteren Ausgreifen „totalitärer Regime" zusagten. Auch in dieser Doktrin wurde an die Verpflichtung der Amerikaner appelliert, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte in der Welt zu fördern. Harry Truman unterstrich in seiner Rede, daß in der gegenwärtigen bipolaren Welt fast jedes Land der Erde zwischen zwei Staatsformen zu wählen habe: zwischen Demokratie oder Diktatur, zwischen Mehrheitsherrschaft, freien Institutionen, individueller Freiheit, Rede- und Religionsfreiheit oder aber Terror, Unterdrückung, Presse und Rundfunkzensur sowie eine Repression persönlicher Freiheiten. Es sei nun Aufgabe der USA, die Entscheidungsfreiheit der Länder zu ermöglichen und den freien Nationen beizustehen:

„The free peoples of the world look to us for Support in maintaining their freedoms. If we falter in our leadership we may endanger the peace of the world. ..."[FN 80]

[FN 79: Vgl . Michael Wolffsohn: Die Debatte über den Kalten Krieg, Opladen 1982; A. Conde : A History of American Foreign Policy: Global Power (1900 to the Present) , a.a.O.]

[FN 80: Truman Doctrine (12. März 1947), abgedruckt in: H. C. Syrett, a.a.O., S. 396.]

Bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zeigte sich, daß es auch diesmal nicht möglich sein würde, eine harmonische Weltfriedensordnung aufzubauen. Die Sowjetunion betrieb in Ost- und Südosteuropa eine äußerst aggressive Außenpolitik, förderte die Machtübernahme kommunistischer Parteien und errichtete den «Eisernen Vorhang» (Winston Churchill).[FN 35]

Die Reaktion der Amerikaner bestand in der sogenannten Truman-Doktrin, mit der die USA den «freien und unabhängigen Nationen» ihre Unterstützung vor einem weiteren Ausgreifen «totalitärer Regime» zusagten.[FN 36] Auch die Truman-Doktrin enthielt eine Sprache, welche die von den Amerikanern traditionell empfundene Verpflichtung, Freiheit und Menschenrechte in der Welt zu fördern, deutlich hervorhob. Fast jede Nation der Welt müsse gegenwärtig zwischen zwei Wegen wählen: entweder Mehrheitsherrschaft, freie Institutionen, individuelle Freiheit, Rede- und Religionsfreiheit oder aber Terror, Unterdrückung, Presse- und Rundfunkzensur sowie eine Repression persönlicher Freiheiten. Den Vereinigten Staaten komme die Aufgabe zu, die Entscheidungsfreiheit der Länder zu ermöglichen und den freien Nationen zu helfen: «Die freien Völker erhoffen von uns Unterstützung bei der Sicherung ihrer Freiheiten. Wenn wir bei unserer Führungsaufgabe zögern, könnten wir den Frieden in der Welt gefährden...»[FN 37]

[FN 35: W. Churchill, Rede über den «Eisernen Vorhang», 5.3.1946, in: T. G. Paterson, Major Problems in American Foreign Policy, Bd. II, Lexington, Mass. 1978, S.280. ; vgl. zur Nachkriegsgeschichte und dem Bruch der Vier-Mächte-Allianz: K. D. Bracher:, Europa in der Krise. Innengeschichte und Weltpolitik seit 1917, Frankfurt 1979, S. 284ff. ]

[FN 36: H. S. Truman, Rede am 12.3.1947, in: R. Hofstadter, a.a.O., S.411ff.]

[FN 37: ebenda, S.415.]

Anmerkungen

Austausch des ins Deutsche übersetzten Zitats durch Original. Minimale Änderungen weitestgehend auf Wortebene. (Den Vereinigten Staaten komme die Aufgabe zu – Es sei nun Aufgabe der USA)

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[16.] Mm/Fragment 285 33-40.45-46 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:10 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

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Untersuchte Arbeit:
Seite: 285, Zeilen: 33-40, 45-46
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 40, Zeilen: 22-30
Die während der Truman-Administration von George Kennan formulierte Strategie zur Eindämmung des sowjetischen Imperialismus und Erhaltung der Freien Welt[FN 82] sollte die amerikanische Außenpolitik bis Ende der 60er Jahre bestimmen, wobei ab 1961 mit der Präsidentschaft John F. Kennedys wieder auch idealistische Elemente in die Politik Eingang fanden. Während die Eisenhower-Administration damit beschäftigt war, auf sowjetische Initiativen zu reagieren und ihre Außenpolitik vornehmlich militärisch („roll back") und machtpolitisch („liberation") zu definieren - [...] - betonte Kennedy stärker die idealistische Grundmotivation, die der Containment-Politik ursprünglich [zugrunde gelegen hatte.]

[FN 82: Vgl . G. Kennan: The Sources of Soviet Conduct , Foreign Affairs, vol. 25, 1946/47, S. 566-582.]

Die Grundlinie dieser von Truman und seinem Berater George Kennan formulierten Politik lief auf die «Eindämmung» der sowjetischen Expansionsbestrebungen zur Verteidigung der Freiheit hinaus.[FN 38] Sie bestimmte die amerikanische Politik bis mindestens 1969, wobei es allerdings 1961 durch die Amtsübernahme Präsident John F. Kennedys zu einer gewissen Akzentverschiebung kam. Während die Administrationen Trumans und Eisenhowers sich zunehmend damit zu begnügen schienen, auf sowjetische Initiativen zu reagieren und ihre Außenpolitik vornehmlich militärisch und machtpolitisch definierten, betonte Kennedy wieder stärker die idealistische Grundposition, die der «Eindämmungspolitik» ursprünglich zugrunde lag.

[FN38: vgl. z.B. G. Kennan, American Diplomacy, Chicago 1951, S.89ff.]

Anmerkungen

Verschleiernde Übernahme in Collagetechnik: in diese Übernahme von Pflüger ist ein Ausschnitt aus einem FAZ-Artikel von Craig eingebettet, siehe Mm/Fragment 285 40-45.

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[17.] Mm/Fragment 286 01-28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:14 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

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Untersuchte Arbeit:
Seite: 286, Zeilen: 1-28
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 40-41, Zeilen: S.40,30 - S.41,1-4.7-12.14-20.24-31
Außerdem widmete sich Kennedy verstärkt den Problemen der Dritten Welt, indem er durch seine „Alliance of Progress"-Strategie Armut und Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika bekämpfen wollte.[FN 84]

In seiner Inaugurationsrede 1961 bezog sich Kennedy auf die Fortschrittsideale und Grundwerte der Amerikanischen Revolution, die es zu bewahren und zu verteidigen gelte. Kennedy versprach „a grand and global alliance ... against the common enemies of man: tyranny, poverty, disease and war itself". An die Adresse der Sowjetunion richtete er die Botschaft, daß die Amerikaner nicht bereit seien, die Unterhöhlung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten hinzunehmen; vielmehr sollte jede Nation wissen,

„that we shall pay any price, bear any bürden, meet any hardship, support any friend, oppose any foe to assure the survival and the success of liberty."[FN 85]

Nachdem die Eindämmungspolitik und das damit einhergehende globale Engagement der Amerikaner schließlich im Vietnam-Krieg ihren Höhepunkt erreicht hatten und gleichzeitig auch ein partielles Scheitern dieser Strategie offenbar wurde,[FN 86] wuchs das Bedürfnis nach einer Neuorientierung, nach einem Wandel der amerikanischen Außenpolitik. Bei dem Versuch der USA, freiheitliche Wertvorstellungen gegen kommunistische Aggression zu verteidigen, wie es die Johnson-Administration in Vietnam praktiziert hatte, schienen die Vereinigten Staaten für einen Großteil der amerikanischen öffentlichen Meinung diese Werte im blutigen Dschungelkrieg selbst verleugnet zu haben.[FN 87] Der einst von Truman initiierte breite außenpolitische Konsens war mit einem Mal in Gefahr geraten.

Als Richard Nixon 1969 das Präsidentenamt antrat und den erfahrenen Henry Kissinger zu seinem Sicherheitsberater ernannte, sollten sich schon bald neue Akzente in der amerikanischen Außenpolitik abzeichnen. Am 25. Juli 1969 verkündete Richard Nixon in Guam die sogenannte „Nixon-Doktrin", die einen Abbau des militärischen „over-commitment" der vergangenen Jahrzehnte vorsah, bei gleichzeitiger Stabilisierung und Stärkung regionaler Strukturen.[FN 88]

[FN 84: Vgl. K. Krakau: Die Lateinamerika-Politik der USA, a.a.O., S. 32f.; A. Schlesinger: A Thousand Days: John F. Kennedy in the White House, New York 1965, S. 176 ff.]

[FN 85: J. F. Kennedys Inaugurationsrede, abgedruckt in: Richard Hofstadter: Great Issues in American History: From Reconstruction to the Present Day, 1864-1969, New York 1969, S. 453.]

[FN 86: Vgl. J. William Fulbright: The Arrogance of Power, New York 1966; Henry Kissinger: White House Years, Boston 1979, S. 63ff.; S. Hoffmann: Primacy or World Order, a.a.O. , S. 20ff.]

[FN 87: Vgl. R. Aron, op. cit.]

[FN 88: Vgl. zur Nixon-Doktrin: H. Kissinger, op. cit., S. 223f., 460, 519; Christian Hacke: Die Ära Nixon-Kissinger 1969-1974. Konservative Reform der Weltpolitik, Stuttgart 1983, S. 30ff.]

Er widmete sich außerdem verstärkt den Problemen der Dritten Welt, insbesondere auch mit seiner Politik der «Alliance of Progress», mit der er in Lateinamerika Not und Menschenrechtsverletzungen bekämpfen wollte.[FN 39]

In seiner Rede zur Amtseinführung bezog sich Kennedy auf die Grundwerte der amerikanischen Revolution, die es als deren «Erbe» zu verteidigen gelte: [...][FN 40] Kennedy versprach einen Kampf gegen die «Feinde der Menschen», gegen «Tyrannei, Armut, Krankheit und Krieg». Eine neue Generation der Amerikaner sei nicht bereit, die langsame Unterhöhlung von «Menschenrechten» hinzunehmen, vielmehr solle jede Nation wissen, «daß wir jeden Preis bezahlen, jede Last tragen, jede Schwierigkeit auf uns nehmen, jeden Freund unterstützen, jeden Feind angreifen, um das Uberleben und den Erfolg der Freiheit zu sichern».[FN 41]

[...]

Nachdem die Politik der «Eindämmung» und des damit verbundenen globalen Engagements der Amerikaner schließlich im Vietnam-Krieg ihren Höhepunkt erreicht hatte und zugleich ihr tragisches Scheitern eingestehen mußte,[FN 42] wuchs das Bedürfnis nach einer Neuorientierung der amerikanischen Außenpolitik. Bei dem Versuch, freiheitliche Wertvorstellungen gegen kommunistische Aggression zu verteidigen, schienen die Vereinigten Staaten nach Meinung vieler diese Werte im blutigen Krieg selbst verleugnet zu haben. [...] Der breite außenpolitische Konsens, der die ersten zwanzig Jahre der Nachkriegszeit bestimmt hatte, war dahin.

Nachdem Richard Nixon 1969 sein Amt als Präsident angetreten und Henry Kissinger zu seinem Sicherheitsberater bestimmt hatte, zeichnete sich deshalb schon bald eine Veränderung der amerikanischen Außenpolitik ab. Am 25. Juli 1969 verkündete Richard Nixon in Guam die sogenannte «Nixon-Doktrin», die einen Abbau des «overcommitments» der USA in der Welt bei gleichzeitiger Stabilisierung und Stärkung regionaler Strukturen vorsah.[FN 43]

[FN 39: vgl. A. Schlesinger, A Thousand Days. John F. Kennedy in the White House, New York 1965, S. 176ff.]

[FN 40: J. F. Kennedy, Rede zur Amtseinführung, 20.1.1961, in: R. Hofstadter, a.a.O., S.453.]

[FN 41: ebenda.]

[FN 42: zum Scheitern des Containment: H. Kissinger, White House Years, Boston 1979, S. 63ff.; S. Hoffmann, Primacy or World Order. American Foreign Policy Since the Cold War, New York 1980, bes. S. 20ff.]

[FN 43: zur Nixon-Doktrin: H. Kissinger, White House Years, a.a.O., S.223f., 460, 519.]

Anmerkungen

Wie auch auf in den diversen Stellen vorher erstzen Originalzitate die bei Pflüger zu findenden deutschen Übersetzungen. Weitere Textbearbeitungen sind Kürzungen oder Wortersetzungen durch Synonyme (damit verbunden – damit einhergehend) etc.

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[18.] Mm/Fragment 287 20-46 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:26 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mm, Pflüger 1983, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 287, Zeilen: 20-46
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 42, Zeilen: 3-25
Unter Nixon, Ford und Kissinger waren die Vereinigten Staaten zu einer Außenpolitik zurückgekehrt, die primär Stabilität, Erhaltung des weltpolitischen Status quo, Konsolidierung eigener Einflußsphären und Friedenssicherung zum Inhalt hatte. Der außenpolitische Primat war Realismus, nicht Idealismus. Der Missionsgedanke trat zurück, Amerika beschränkte sich wieder darauf, als „city upon the hill" anderen Ländern lediglich als Vorbild zu dienen, ohne die eigenen Wertvorstellungen aktiv in die Welt hinauszutragen. Diese Haltung formulierte Henry Kissinger prägnant mit den Worten:

„... as the greatest democracy the world has ever known, we are a living reminder that there is an alternative to tyranny and oppression. The revolution that we began two hundred years ago goes on, for most of the world still lives without the freedom that has for so long been ours. To them we remain a beacon of hope and an example to be emulated."[FN 91]

Auch Kissinger bekannte sich zu der Verpflichtung der Vereinigten Staaten, die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung zu vertreten. Doch während für die Präsidenten Wilson, Roosevelt und Kennedy diese idealistischen Zielsetzungen über weite Strecken den Kern ihrer Außenpolitiken bildeten, traten für den Pragmatiker Kissinger andere Aufgaben in den Vordergrund, für die er jedoch ebenfalls moralische Gründe geltend machte. „Was den uralten Antagonismus zwischen Freiheit und Tyrannei angeht, so sind wir nicht neutral", sagte Kissinger vor dem Senate Committee on Foreign Relations am 19. September 1974. Aber es gäbe andere zwingende Notwendigkeiten, die der Fähigkeit der USA, innere Veränderungen in anderen Ländern zu bewirken, Grenzen auferlegten. Es war nicht mehr „the principal goal of American foreign policy to transform the domestic structures of societies with which we deal". „Das Bewußtsein unserer Grenzen entspricht der Erkenntnis der Notwendigkeit des Friedens - nicht moralischer Gefühllosigkeit". Die Erhaltung des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft seien auch moralische Werte, schloß Kissinger seine Rede.[FN 92]

[FN 91: Henry Kissinger: The Moral Foundations of Foreign Policy, in: H. Kissinger: American Foreign Policy, New York 1977, S. 212f.]

[FN 92: H. Kissinger: Detente with the Soviet Union: The Reality of Competition and the Imperative of Cooperation, Erklärung vor dem Senate Committee on Foreign Relations, 19. September 1974, (dt. in: Europa Archiv, 20/1974, S. D464).]

Unter Nixon, Ford und Kissinger waren die USA zu einer Außenpolitik zurückgekehrt, die vornehmlich Stabilität, Erhaltung des weltpolitischen Status quo, Konsolidierung eigener Einflußsphären und Friedenssicherung zum Inhalt hatte. Der idealistische Missionsgedanke trat zurück, Amerika beschränkte sich wieder darauf, als «Stadt auf dem Hügel» anderen Ländern als Vorbild zu dienen, ohne die eigenen Wertvorstellungen aktiv in die Welt hinauszutragen. Diese Haltung formulierte niemand deutlicher als Henry Kissinger: «Als die großartigste Demokratie, die es je auf der Welt gegeben hat, sind wir eine lebende Erinnerung dafür, daß es eine Alternative zu Tyrannei und Unterdrückung gibt. Die Revolution, die wir vor zweihundert Jahren begannen, geht weiter, da die größten Teile der Erde noch immer ohne die Freiheit leben, die wir so lange genossen haben. Für diese werden wir ein Feuer der Hoffnung und ein Beispiel zum Nacheifern bleiben.»[FN 44]

Auch Kissinger bekannte sich zu den Menschenrechten und der Aufgabe der USA, die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung zu vertreten. Doch während diese Zielsetzung z.B. bei Woodrow Wilson, Franklin D. Roosevelt und John F. Kennedy über weite Strecken die Seele der Außenpolitik bildeten, so traten nun andere Aufgaben in den Mittelpunkt, für die Kissinger jedoch ebenfalls moralische Gründe geltend machte: «Was den uralten Antagonismus zwischen Freiheit und Tyrannei angeht, so sind wir nicht neutral. Aber andere zwingende Notwendigkeiten legen unserer Fähigkeit Grenzen auf, innere Veränderungen in anderen Ländern zu bewirken. Das Bewußtsein unserer Grenzen entspricht der Erkenntnis der Notwendigkeit des Friedens - nicht moralischer Gefühllosigkeit. Die Erhaltung des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft sind auch moralische Werte».[FN 45]

[FN 44: H. Kissinger, The Moral Foundations of Foreign Policy, Rede vor dem «Upper Midwest Council», Bloomington (Minneapolis) 15.7.1975, in: ders., American Foreign Policy, New York 1977 (3. Auflage), S.212f.]

[FN 45: H. Kissinger, Detente with the Soviet Union: The Reality of Competition and the Imperative of Cooperation, Erklärung vor dem «Senate Committee on Foreign Relations», 19.9.1974, deutsch in: EA, 20/1974, S. D464.]

Anmerkungen

Text incl. Fußnoten übernommen. Zitate sind im Plagiat in der Originalsprache - bis auf den zweiten Teil des letzten Kissinger-Zitates. Das ist Deutsch geblieben.

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[19.] Mm/Fragment 288 01-11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:55:28 Kybot
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Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 288, Zeilen: 1-11
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 42-43, Zeilen: S.42,26-32 + S.43,5-7
Unter Nixon, Ford und Kissinger hatte sich die amerikanische Außenpolitik scheinbar noch zahlreicher Manifestationen amerikanischen Sendungsbewußtseins in Fragen von Grundfreiheiten und Menschenrechten wie der der Maxime George Washingtons und John Quincy Adams erinnert. Eine Entideologisierung und Pragmatisierung der internationalen Beziehungen ging nunmehr einher mit Schlüsselworten wie Stabilität, Gleichgewicht, Interesse, Macht, Sicherheit, Entspannung und Frieden.

Kissingers realpolitische Gleichgewichtspolitik und seine Strategie des „aufgeklärten Interesses" sollte Mitte der 70er Jahre die Balance im eigenen Land verlieren. Von allen Seiten des politischen Spektrums wurde ein „moralisches Vakuum" der amerikanischen Außenpolitik beklagt.

Nach zahlreichen Manifestationen amerikanischen Sendungsbewußtseins in Fragen von Menschenrechten und Grundfreiheiten hatte sich die amerikanische Außenpolitik unter Nixon, Ford und Kissinger wieder der Maxime George Washingtons, John Quincy Adams oder Albert Gallatins erinnert.[FN 46] Die internationalen Beziehungen wurden weitgehend entideologisiert. Begriffe wie Stabilität, Gleichgewicht, Interesse, Macht, Einfluß, Sicherheit, Entspannung und Frieden erschienen nun als die wesentlichen Schlüsselworte der US-Außenpolitik.

Die Realpolitik Henry Kissingers sah sich seit spätestens 1974 einer zunehmenden Kritik aus der Öffentlichkeit gegenüber, die ein «moralisches Vakuum» im Zentrum der Außenpolitik der USA beklagte.

[FN 46: Dies bezieht sich ausdrücklich nur auf Gemeinsamkeiten im Bereich der Menschenrechtspolitik. Darüber hinaus ließe sich die Aussage nicht aufrechterhalten, da die Kissinger-Außenpolitik schwerlich als «isolationistisch» bezeichnet werden kann, sich also von den Ansätzen Washingtons oder Adams' unterscheidet.]

Anmerkungen

Fortsetzung von S. 287.

Sichter
Graf Isolan












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