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Quelle:Mra/Halm Liakova 2006

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Dirk Halm / Marina Liakova / Zeliha Yetik
Titel    Die öffentlichen Diskurse um den Islam in den Jahren 2000 bis 2004 und ihre Auswirkungen auf das Zusammenleben von Muslimen und Mehrheitsgesellschaft in Deutschland
Zeitschrift    ZAR
Jahr    2006
Seiten    199 ff.

Literaturverz.   

ja (mit falscher Titelangabe)
Fußnoten    ja
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Mra/Fragment 013 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-14 07:37:53 WiseWoman
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Halm Liakova 2006, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: 19-26
Quelle: Halm Liakova 2006
Seite(n): 199, Zeilen: online
Seit den Terroranschlägen vom 11.09.2001 ist zudem ein Wendepunkt in der Beziehung zwischen „Islam“ und „Westen“ zu konstatieren. Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren ein asymmetrischer Konflikt zwischen den Staaten des Westens und Teilen der islamischen Welt entwickelt, der durch den islamistisch motivierten Terrorismus einerseits und die Antiterrorkriege in Afghanistan und im Irak andererseits gekennzeichnet ist, nicht zu vergessen der israelisch-palästinensischen Konflikt und die atomare Gefahr durch den Iran. Nun leben aber im Westen in großer Zahl muslimischer Zuwanderer, die sich eigentlich in interkulturelle Gesellschaften integrieren sollen.16

16 Detaillierte Forschungsergebnisse über öffentliche Diskurse um den Islam und ihre Auswirkungen auf das Zusammenleben von Muslimen und Mehrheitsgesellschaft bei Halm/Liakova, ZAR 2006, 199.

Der 11.9.2001 wird vielfach als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen »Islam« und »Westen« dargestellt.2 Dabei ist die Behauptung eines Konflikts zwischen beiden »Kulturkreisen« ein Produkt der 1990er, das seine prominenteste Manifestation in Huntingtons »Clash of Civilizations« von 1996 gefunden hatte.3 Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren ein asymmetrischer Konflikt zwischen den Staaten des Westens und Teilen der islamischen Welt entwickelt (und nach dem 11. September auch deutlich verschärft), der durch islamistisch motivierten Terrorismus einerseits und die »Anti-Terror-Kriege« in Afghanistan und im Irak andererseits gekennzeichnet ist, nicht zu vergessen den israelisch-palästinensischen Konflikt. Nun leben aber im »Westen« in großer Zahl muslimische Zuwanderer, die sich mit Einheimischen in interkulturelle Gesellschaften integrieren sollen.

2 Ein früher Ausdruck dieser Sichtweise in Deutschland waren etwa die Tagung »Wendepunkt 11. September?« im Goethe-Institut in München am 27. und 28.10.2001 oder der Band von Hilmar Hoffmann/Wilfried F. Schöller (Hg.): Wendepunkt 11.9.2001. Köln 2001.

3 Samuel P Huntington, The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order. New York 1996.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 16 genannt - wenngleich nicht als Quelle für die übernommenen Inhalte, sondern als Literaturhinweis zu Forschungsergebnissen über öffentliche Islam-Diskurse (insofern könnte das Fragment auch unter VS kategorisiert werden).

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mra/Fragment 015 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-14 07:40:45 WiseWoman
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Halm Liakova 2006, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 17-21, 27-30
Quelle: Halm Liakova 2006
Seite(n): 199, 200, Zeilen: online
[...]24 Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2004 zeigte bereits, dass die deutsche Bevölkerung schon damals von einem beträchtlichen Konfliktpotential des Islams ausging: 55 % der Befragten waren nämlich der Meinung, Islam und Christentum seien zu verschieden25, weshalb es immer wieder zu neuen Konflikten kommen werde. Nur 29 % waren der Auffassung, beide Religionen könnten überhaupt nebeneinander existieren.26 [...]

Auf diese Weise erfährt die islamische Kultur eine immer ausgeprägtere Abwertung in der deutschen Bevölkerung. Zugleich ist eine breite Zustimmung zu generalisierenden Aussagen über den Zusammenhang von Islam und Terrorismus festzustellen sowie mehrheitlich eine geringe Kompetenz zur Differenzierung islamischen Glaubensrichtungen.28


24 Halm/Liakova, ZAR 2006, 199; Steppat/Scheffler, Islam als Partner, Islamkundliche Aufsätze 1944-1996, Beirut/Würzburg 2001; Schweizer, Islam und Abendland: Geschichte eines Dauerkonflikts, Stuttgart 2003; Zehetmair, Der Islam: im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog, Würzburg 2005; Yousefi/Braun, Interkulturelles Denken oder die Achse des Bösen: das Islambild im christlichen Abendland, Nordhausen 2005; Tibi, Die Islamische Herausforderung: Religion und Politik im Europa des 21. Jahrhunderts, Darmstadt 2007.

25 Studien dazu: Schiffer, Medien und Erziehung Nr. 2/2005, 43; Hoffmann, Islam in den Medien, Münster 2004; Leibold/Kühnel/Heitmeyer, Aus Politik und Zeitgeschichte, 1-2/2006, 3; Halm/Sauer, WSI-Mitteilungen 10/2004, 547; Goldberg/Sauer, Perspektiven der Integration türkischstämmiger Migranten in NRW, Münster 2003; Hafez, Frankfurter Hefte 1/1991, 426.

26 Köcher, FAZ vom 15.12.2004; zu Islamphobie bei den Deutschen: Leibold/Kühne /Heitmeyer, Aus Politik und Zeitgeschichte 2006, 3.

28 Geißler/Pöttker, Medien und Migration im internationalen Vergleich, Bielefeld 2006; Zehetmair, Der Islam im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog, Wiesbaden 2005.

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2004 zeigt, dass die deutsche Bevölkerung von beträchtlichem Konfliktpotential ausgeht: 55 % der Befragten sind der Meinung, Islam und Christentum seien zu verschieden, weshalb es immer wieder zu schweren Konflikten kommen werde. Nur 29 % sind der Auffassung, beide Religionen könnten nebeneinander existieren.4

[Seite 200]

Die islamische Kultur erfährt eine immer ausgeprägtere Abwertung in der deutschen Bevölkerung. Zugleich ist eine breite Zustimmung zu generalisierenden Aussagen über den Zusammenhang von Islam und Terrorismus festzustellen sowie mehrheitlich eine geringe Kompetenz zur Differenzierung islamischer Glaubensrichtungen feststellbar.12


4 Renate Köcher in der FAZ vom 15.12.2004.

6 Siehe Jürgen Leibold/Steffen Kühnel/Wilhelm Heitmeyer: Abschottung von Muslimen durch generalisierte Islamkritik? In: Aus Politik und Zeitgeschichte 1-2/2006, S. 3-10. Der Text bietet eine Übersicht der Befunde zur Islamophobie in der deutschen Bevölkerung im Rahmen des Forschungsprojektes »Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit« (»GMF-Survey«) von 2003-2005.

12 Leibold/Kühnel/Heitmeyer (o.Fn. 6), S. 4-6.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 24 als erste genannt, doch wird auch danach weiter (ungekennzeichnet) aus ihr übernommen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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