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Quelle:Mra/Jochum 2001

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Heike Jochum
Titel    Islam in der staatlichen Schule
Sammlung    Religion und Weltanschauung im säkularen Staat
Herausgeber    Andreas Haratsch / Norbert Janz / Sonja Rademacher / Stefanie Schmahl / Norman Weiß
Ort    Stuttgart
Verlag    Boorberg
Jahr    2001
Seiten    100 ff.

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    11


Fragmente der Quelle:
[1.] Mra/Fragment 025 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 10:37:47 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 2-5, 8-24
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 117 f., Zeilen: 117: 27 ff.; 118: 1 ff.
Zwingt denn nun die Existenz fundamentalistischer Gruppierungen dazu, grundsätzlich allen in Deutschland lebenden islamischen Gruppen unter dem Aspekt fehlender Verfassungstreue beispielsweise die Anerkennung als Religionsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes zu versagen? [...] Tatsächlich haben sich auch in Deutschland mehrere islamische Gruppen gebildet, die im Sinne islamistisch-fundamentalistischer Überzeugung agieren.73 Zu verstehen ist darunter in erster Linie der Versuch, eine nach dem Vorbild der islamischen Urgemeinde eingerichtete Gesellschaftsordnung zu statuieren. Nach dem Versagen der sozialistisch-kommunistischen Ordnungen und dem von den Islamisten propagierten bevorstehenden Versagen der demokratischen Staatsordnungen soll diese islamische Ordnung als das einzig richtige Modell eingeführt werden. Dieses Streben nach Begründung einer theokratischen Herrschaftsordnung verstößt aber gegen die grundgesetzliche Ordnung. Es scheint einen verfassungsrechtlichen Ordnungsrahmen in Frage zu stellen, der die Grundlage der auch die Muslime schützenden Religionsfreiheit bildet. Islamistisch-fundamentale Gruppen könnten daher als verfassungsfeindlich eingestuft werden. Insoweit wäre ihnen auch eine Berufung auf die Religionsfreiheit verwehrt. Das Streben nach Verwirklichung eines theokratischen Herrschaftsmodells ist eine politische Betätigung, die vielleicht auch religiös motiviert sein mag, jedoch über die freie Ausübung der Religion hinauszugehen scheint. Islamisierung in diesem Sinne betrifft nicht nur die religiöse Welt, sondern betrifft das gesamte Leben.74 Islamistische Fundamentalisten versuchen, den Islam insofern in eine politische Ideologie umzuformen.75 Diese allgemeinpolitische Betätigung könnte trotz des auch religiösen Hintergrundes keinen Grundrechtsschutz [durch Art. 4 GG genießen76, wobei man muss jedoch einräumen muss, dass diese Auffassung eine nicht unproblematische Eingrenzung des Schutzbereichs der Religionsfreiheit erfordern würde.]

72 Man bedenke die Tötung eines nicht an den Anschlägen in London im Juli 2005 beteiligten muslimisch aussehenden Unschuldigen, den Scotland Yard für verdächtig befand und der daraufhin mit fünf Kopfschüssen getötet wurde, weil er den Inhalt seines Rucksackes nicht zur Überprüfung preisgeben wollte. Oder die kurzzeitige Festnahme einer Gruppe von Japanern in New York, die tatsächlich nur Touristen waren.

73 So auch Muckel, in: FS Listl, Berlin 1999, S. 239.

74 Vgl. auch Sen, ZAR 2006, 14.

75 Die Ausmaße ihrer Despotie zeigten sich beispielsweise in Algerien, wo sie im Verlaufe des Jahres 1993 zwölf der führenden algerischen Intellektuellen brutal ermordeten, weil sie mit dem angestrebten, totalitären fundamentalistischen Staat der Hakimiyyat allah/Gottesherrschaft nicht übereinstimmen Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994, S. 344.

76 Hillgruber, JZ 1999, 538; Janz/Rademacher, NVwZ 1999, 706.

Die Existenz fundamentalistischer Gruppierungen könnte dazu zwingen, grundsätzlich allen in Deutschland lebenden islamischen Gruppen unter dem Aspekt der fehlenden Verfassungstreue die Anerkennung als Religionsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes zu versagen.

[Seite 118]

Tatsächlich haben sich auch in Deutschland mehrere islamische Gruppen gebildet, die im Sinne islamistisch-fundamentalistischer Überzeugung agieren. Zu verstehen ist darunter der Versuch, eine nach dem Vorbild der islamischen Urgemeinde eingerichtete Gesellschaftsordnung zu statuieren. Nach dem Versagen der sozialistisch-kommunistischen Ordnungen und dem von den Islamisten propagierten bevorstehenden Versagen der demokratischen Staatsordnungen soll diese islamistische Ordnung als das einzig richtige Modell eingeführt werden. Dieses Streben nach Begründung einer theokratischen Herrschaftsordnung verstößt gegen die grundgesetzliche Ordnung. Diese Bestrebungen stellen gerade den verfassungsrechtlichen Ordnungsrahmen in Frage, der die Grundlage der auch die Muslime schützenden Religionsfreiheit bildet. Diese islamistisch-fundamentalen Gruppen müssen daher als verfassungsfeindlich eingestuft werden.

Insoweit ist den fundamentalistischen Gruppierungen auch eine Berufung auf das Grundrecht der Religionsfreiheit verwehrt64. Das Streben nach Verwirklichung eines theokratischen Herrschaftsmodells ist eine politische Betätigung, die vielleicht auch religiös motiviert sein mag, jedoch weit über die freie Ausübung der Religion hinausgeht. Islamierung in diesem Sinne betrifft nicht die religiöse Welt als solche, sondern allein das staatliche Leben. Islamistische Fundamentalisten versuchen, den Islam insofern in eine politische Ideologie umzuformen. Diese allgemeinpolitische Betätigung islamischer Gruppen genießt trotz des auch religiösen Hintergrundes keinen Grundrechtsschutz durch Art. 4 GG65. Zuzugeben ist, daß diese Auffassung eine nicht unproblematische Eingrenzung des Schutzbereichs des Grundrechts der Religionsfreiheit erfordert.


64 Stefan Mückl, Staatskirchenrechtliche Regelungen zum Religionsunterricht, AöR 122 (1997) S. 513 (553).

65 Christian Hillgruber, Der deutsche Kulturstaat und der muslimische Kulturimport, JZ 1999, 538 (542); Norbert Janz/Sonja Rademacher, Islam und Religionsfreiheit, NVwZ 1999 706 (710).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mra/Fragment 026 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 19:30:18 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 1-11
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 118 f., Zeilen: 118: 23 ff.; 119: 1 ff.
[Diese allgemeinpolitische Betätigung könnte trotz des auch religiösen Hintergrundes keinen Grundrechtsschutz] durch Art. 4 GG genießen76, wobei man muss [sic] jedoch einräumen muss, dass diese Auffassung eine nicht unproblematische Eingrenzung des Schutzbereichs der Religionsfreiheit erfordern würde. Die sachgerechte Bestimmung des Umfanges eines Schutzbereiches ist jedoch allgemein eine stets schwierige Frage. In tatsächlicher Hinsicht erfährt diese Frage zunächst eine Entschärfung, denn nur rund 31.300 und damit lediglich 1 % aller in Deutschland lebenden Muslime sind Mitglied einer solchen Organisation im geschilderten Sinne.77 Im Gegenzug dazu ist anzuerkennen, dass diese in der Öffentlichkeit weit mehr und weit nachhaltiger in Erscheinung treten als die übrigen 99 % der Muslime und dass diese islamistische Minderheit durch ihren höheren Organisationsgrad an Effektivität und Bedeutung gewinnt. Bei diesen Zahlen kann sich es sich letztlich nur um Schätzungen handeln, denn von den islamistischfundamentalistischen Gruppen selbst werden wesentlich höhere Mitgliederzahlen behauptet.

76 Hillgruber, JZ 1999, 538; Janz/Rademacher, NVwZ 1999, 706.

77 Haratsch, Religion und Weltanschauung im säkularen Staat, Stuttgart 2001, S. 118.

Zuzugeben ist, daß diese Auffassung eine nicht unproblematische Eingrenzung des Schutzbereichs des Grundrechts der Religionsfreiheit erfordert. Mit dieser Begrenzung ist eine schwierige, aber unvermeidbare Gratwanderung verbunden. Die sachgerechte Bestimmung des Umfangs des sachlichen Schutzbereichs eines Grundrechts ist jedoch allgemein eine stets schwierige Frage der Grundrechtsdogmatik66.

Praktisch entschärft wird die Problematik, macht man sich die tatsächliche Relevanz der islamistisch-fundamentalistischen Strömungen in Deutschland bewußt. Rund 31.300 und damit lediglich 1 % aller in Deutschland lebenden Muslime sind Mitglied einer islamistisch-fundamentalistischen Organisation im geschilderten Sinne67. Anzuerkennen ist, daß diese in der Öffentlichkeit weit

[Seite 119]

mehr und weit nachhaltiger in Erscheinung treten als die übrigen 99 % der Muslime. Zuzugeben ist auch, daß diese islamistische Minderheit durch ihren höheren Organisationsgrad an Effektivität und Bedeutung gewinnt. Auch handelt es sich bei diesen Zahlen lediglich um Schätzungen. Von den islamistisch-fundamentalistischen Gruppen selbst werden wesentlich höhere Mitgliederzahlen behauptet.


66 Zu dieser Problematik vgl. auch Martin Borowski, Der Grundrechtsschutz des religiösen Selbstverständnisses, in diesem Band, S. 49 ff.

67 Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion der CDU/CSU (BT-Drucks. 14/2301) v. 8. November 2000, BT-Drucks. 14/4530, S. 66 ff

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Die Referenz in Fn. 77 könnte der Versuch sein, Jochum zu zitieren.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[3.] Mra/Fragment 035 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-30 21:57:11 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 24-30
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 117, Zeilen: 9 ff.
Damit ist das Verhältnis zwischen Ordnung des Gastlandes und dem Geltungsanspruch des Islam grundsätzlich zugunsten der Gastordnung auszutarieren. Bedenken ergeben sich allenfalls im Hinblick auf den in der islamischen Regelung enthaltenen Vorbehalt („solange“). Denn was hat zu geschehen, wenn ein Muslim den ihm durch die Ordnung des Gastlandes gewährten Schutz für nicht ausreichend hält? Nach der Lehre des Islam wäre der gläubige Muslim dann nicht mehr an die Gesetze des Gastlandes gebunden. Damit ist das Verhältnis zwischen Ordnung des Gastlandes und dem Geltungsanspruch des Islam grundsätzlich zugunsten der Gastordnung auszutarieren. Bedenken ergeben sich allenfalls mit Blick auf den in der islamischen Regelung enthaltenen Vorbehalt („solange“). Denn was hat zu geschehen, wenn ein Muslim den ihm durch die Ordnung des Gastlandes gewährten Schutz für nicht ausreichend hält? Nach der Lehre des Islam wäre der gläubige Muslim dann nicht mehr an die Gesetze seines Gastlandes gebunden.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[4.] Mra/Fragment 036 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-01 22:04:19 Schumann
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 1-8
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 117, Zeilen: 15 ff.
[Hier ist der Staat gefordert und man müsste dergestalt an-]setzen und präventive Aufklärung betreiben, um das Vertrauen der in Deutschland lebenden Muslime in die deutsche Rechtsordnung zu gewinnen und zu stärken. Die Kenntnisse grundlegender Elemente der deutschen Rechtsordnung wie das Gewaltmonopol des Staates, des grundsätzlichen Verbots der Selbsthilfe und der Voraussetzungen und Grenzen der legalen Notwehr und Selbsthilfe sollten den Muslimen beispielsweise, wie jedem Staatsbürger, bekannt sein. Aber auch ausreichende Information über die Befugnisse der staatlichen Polizeibehörden und das deutsche Sanktionssystem sind von großer Bedeutung. Hier erscheint es notwendig, präventive Aufklärung zu betreiben und das Vertrauen der in Deutschland lebenden Muslime in die deutsche Rechtsordnung zu gewinnen und zu stärken. Die Kenntnis grundlegender Elemente der deutschen Rechtsordnung wie des Gewaltmonopols des Staates, des grundsätzlichen Verbots der Selbsthilfe und der Voraussetzungen und Grenzen der legalen Notwehr und Selbsthilfe sollten den Muslimen - wie jedem Staatsbürger - bekannt sein. Aber auch ausreichende Information über die Befugnisse der staatlichen Polizeibehörden und das deutsche Sanktionensystem sind von großer Bedeutung.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Mra/Fragment 040 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-31 10:45:53 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 12-16
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 111, Zeilen: 26 ff.
Es stellt sich daher in mehrfacher Hinsicht immer wieder die Frage, wie der Konflikt zwischen den christlich-abendländisch geprägten Regeln des deutschen Staatskirchenrechts und den andersartigen Strukturen der islamischen Vorstellungswelt sachgerecht aufgelöst werden kann. Gefragt ist insoweit ein maßvolles Aufeinanderzugehen, das z.T. eine offene, kreative und innovative Auslegung des geltenden deutschen Verfassungsrechts erfordert. Es stellt sich in mehrfacher Hinsicht die Frage, wie der Konflikt zwischen den christlich-abendländisch geprägten Regeln des deutschen Staatskirchenrechts und den andersartigen Strukturen der islamischen Vorstellungswelt sachgerecht aufgelöst werden kann. Gefragt ist insoweit ein maßvolles Aufeinanderzugehen, das zum Teil eine offene, kreative und innovative

[Seite 112]

Auslegung46 des geltenden deutschen Verfassungsrechts erfordert.


46 Klaus Gebauer, Islamische Unterweisung in deutschen Klassenzimmern, RdjB 1989, 263 (269).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[6.] Mra/Fragment 040 30 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-31 10:49:44 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 30-38
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 112, Zeilen: 1 ff.
Die nachfolgenden Überlegungen werden zeigen, dass es nicht genügt, von den Islamgläubigern [sic] pauschal einfach nur die Erfüllung der verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zu fordern131 oder sich aber auf einen christlich-abendländischen Kulturvorbehalt zurückzuziehen. 132 Demgegenüber überzeugt allerdings auch die Forderung nach einem wörtlichen Verständnis der Formel von der weltanschaulichen Neutralität des Staates und nach einer restriktiveren Auslegung des Grundrechts der Religionsfreiheit nicht restlos. Die Frage erscheint also berechtigt, ob diese Auffassung einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung fruchtbaren Boden bieten kann oder als hilfloser Versuch der Abschottung und Verteidigung des eigenen traditionell geprägten Horizonts abgelehnt werden muss.

131 Heckel, JZ 1999, 741.

132 So wohl Hillgruber, JZ 1999, 538. Ablehnend dagegen Häußler, ZAR 2000, 159.

Die nachfolgenden Überlegungen werden zeigen, daß es nicht genügt, von den Islamgläubigen pauschal die Erfüllung der verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zu fordern47 oder sich auf einen christlich-abendländischen „Kulturvorbehalt“ zurückzuziehen48. Aber auch die Forderung nach einem wörtlicheren Verständnis der Formel von der weltanschaulichen Neutralität des Staates und nach einer restriktiveren Auslegung des Grundrechts der Religionsfreiheit49 überzeugt nicht restlos50. Die Frage scheint berechtigt, ob diese Auffassung einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung fruchtbaren Boden bieten kann oder als hilfloser Versuch der Abschottung und Verteidigung des eigenen traditionell geprägten Horizonts abgelehnt werden muß.

47 Martin Heckel, Religionsunterricht für Muslime, JZ 1999, 741 ff.

48 So wohl Christian Hillgruber, Der deutsche Kulturstaat und der muslimische Kulturimport, JZ 1999, 538 (547); ablehnend dagegen Ulf Häußler, Islamische Inhalte im deutschen Schulwesen - Verfassungsrechtlicher Anspruch und schulische Wirklichkeit, ZAR 2000, 160.

49 Norbert Janz/Sonja Rademacher, Islam und Religionsfreiheit, NVwZ 1999, 706 (712 f.), die von einer gewissen Durchdringung und Verhaftung des Staatswesens durch bzw. in christlich-abendländischen Traditionen ausgehen, welche stets als gewollt akzeptiert worden sei, und mit Blick auf den Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse für eine restriktive Auslegung des Grundrechts der Religionsfreiheit plädieren.

50 Kritisch auch Ulf Häußler, „Schulkreuze“ im säkularen Staat, ZevKR 43 (1998), 461 (492).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle. Aus den Islamgläubigen werden beim Übertragen Islamgläubiger.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[7.] Mra/Fragment 159 28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-30 19:47:40 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 159, Zeilen: 28-38
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 115, Zeilen: 20 ff.
Der aus diesem Gedanken resultierende Versuch zwischen einer Bindung der islamischen Gruppen an die grundgesetzlichen Werte im Außenverhältnis und einer in der Regel nicht an den grundlegenden Verfassungsprinzipien auszurichtenden Binnensphäre zu differenzieren, begegnet allerdings von vorneherein grundlegenden Bedenken. Die deutsche Verfassung kennt keine rechtsfreien Räume. Auch erscheint eine so pauschale Trennung zwischen Binnen- und Außensphäre allenfalls als Gedankenmodell möglich. Die Überschneidungen beider Sphären, das stete Ineinandergreifen beider Bereiche liegen auf der Hand. Unterwirft sich ein Mitglied der muslimischen Gemeinschaft den islamischen Glaubensvorstellungen nicht freiwillig, so ist der deutsche Staat zum Eingreifen aufgerufen. Darüber hinaus kann der deutsche Staat aber auch trotz freiwilliger Beachtung islamischer Vorschriften zum Eingreifen in die Binnensphäre der islamischen Gemeinschaft verpflichtet sein. Der Versuch, insoweit zwischen einer Bindung der islamischen Gruppen an die grundgesetzlichen Werte im Außenverhältnis und einer „in der Regel nicht an den grundlegenden Verfassungsprinzipien auszurichtenden Binnensphäre“ zu differenzieren58, begegnet grundlegenden Bedenken. Die deutsche Verfassung kennt keine rechtsfreien Räume. Auch erscheint eine so pauschale Trennung zwischen Binnen- und Außensphäre allenfalls als Gedankenmodell möglich. Die Überschneidungen der beiden Sphären, das stete Ineinandergreifen beider Bereiche liegen auf der Hand. [...] Unterwirft sich ein Mitglied der muslimischen Gemeinschaft den islamischen Glaubensvorstellungen nicht freiwillig, so ist der deutsche Staat zum Eingreifen aufgerufen59. Darüber hinaus kann der deutsche Staat aber auch trotz freiwilliger Beachtung islamischer Vorschriften zum Eingreifen in die „Binnensphäre“

[Seite 116]

der islamischen Gemeinschaft verpflichtet sein.


58 So aber Hans Markus Heimann, Materielle Anforderungen an Religionsgemeinschaften für die Erteilung schulischen Religionsunterrichts, in diesem Band, S. 81 ff.

59 Martin Heckel, Religionsunterricht für Muslime, JZ 1999, 741 (753).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[8.] Mra/Fragment 160 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-30 19:37:06 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, KomplettPlagiat, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 160, Zeilen: 1-5
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 116, Zeilen: 1 ff.
Grundrechte stehen nicht unbegrenzt zur Disposition der Grundrechtsinhaber. Es gibt Grenzen, die auch durch freiwilligen Verzicht nicht überschritten werden können. Die dem Staat auferlegten Schutzpflichten können auch insoweit mit den islamisch geprägten Wertvorstellungen kollidieren und verhindern die sachgerechte Abgrenzung von Binnen- und Außensphäre. Grundrechte stehen nicht unbegrenzt zur Disposition der Grundrechtsinhaber. Es gibt Grenzen, die auch durch freiwilligen Verzicht nicht überschritten werden können. Die dem Staat auferlegten Schutzpflichten können auch insoweit mit den islamisch geprägten Wertvorstellungen kollidieren und verhindern die sachgerechte Abgrenzung von Binnen- und Außensphäre.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[9.] Mra/Fragment 310 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 08:40:01 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 310, Zeilen: 21-27
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 102 f., Zeilen: 102: 19 ff.; 103: 7 ff.
Somit wird festgestellt, dass die staatliche Schule mehr als eine Anstalt zur Vermittlung einzelner Fähigkeiten ist. Sie bildet den Schüler vielmehr als eine Gesamtpersönlichkeit auf der Grundlage der grundgesetzlichen Wertentscheidung und darf daher auch die religiöse Dimension menschlicher Existenz nicht ausklammern.1444 Ein völliger Verzicht auf religiöse Bezüge in der Schule würde dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule widersprechen.1445

1444 Haratsch, Religion und Weltanschauung im säkularen Staat, Stuttgart 2001, S. 102.

1445 Aus diesem Gesamtauftrag lassen sich vier Einzelaufgaben der staatlichen Schule ableiten: 1. Dienende Funktion des staatlichen Schulwesens: Sie zielt auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Individuelle Fähigkeiten des einzelnen Kindes sind zu fördern; 2. Bildungs- und Erziehungsauftrag: Der Staat hat Chancengleichheit herzustellen, um vorhandene Unterschiede auszugleichen und somit gleiche Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren. 3. Leistungsfähigkeit und Erwerb von Kulturtechniken: Leistungsfähigkeit ist im Interesse eines hoch entwickelten Gemeinwesens sicherzustellen, wozu die Kulturtechniken des Lesens, Schreibens, Rechnens und eine allgemeine Grundbildung gehören. 4. Integrationsaufgabe: Schüler sollen gelehrt werden, ihrer staatsbürgerlichen Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft gerecht zu werden, vgl. Details zu allen Punkten: Haratsch, Religion und Weltanschauung im säkularen Staat, Stuttgart 2001, S. 103.

Die staatliche Schule ist mehr als eine Anstalt zur Vermittlung einzelner Fähigkeiten. Sie bildet den Schüler vielmehr als Gesamtpersönlichkeit auf der Grundlage der grundgesetzlichen Wertentscheidung und darf daher auch die religiöse Dimension menschlicher Existenz nicht ausklammern5. Ein völliger Verzicht auf religiöse Bezüge in der Schule würde dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule widersprechen. Aus diesem „Gesamtauftrag“ des staatlichen Schulwesens lassen sich vier Einzelaufgaben der staatlichen Schule ableiten:

a) „ Dienende “ Funktion des staatlichen Schulwesens

Das staatliche Schulwesen hat eine „dienende“ Funktion zu erfüllen, die auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit zielt. Zu fördern sind die individuellen Gaben und Fähigkeiten des einzelnen Kindes sowie die Bereitschaft und Befähigung zum selbständigen Denken und Urteilen.

[Seite 103]

c) Leistungsfähigkeit und Erwerb von „ Kulturtechniken “

[...]

d) Die Integrationsaufgabe des Staates

[...] Die Schüler sollen daher durch die schulische Bildung auch befähigt werden, ihr Leben in eigener Verantwortung zu fuhren und zugleich ihrer Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft gerecht zu werden.


5 Gerhard Robbers, in: Das Bonner Grundgesetz, Kommentar, hrsg. v. Christian Starck, Band 1, 4. Aufl, München, 1999, Art. 7 GG Rn. 114.

Anmerkungen

Die Quelle ist in beiden Fn. (wenn auch recht ungenau) genannt.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[10.] Mra/Fragment 311 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-31 12:11:34 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, KomplettPlagiat, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 311, Zeilen: 21-24
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 108, Zeilen: 10 ff.
Die Pflege und Tradierung des gewachsenen Kulturwertkonsenses von Werten, die ihre Grundlage im christlich und humanistisch geprägten Menschenbild haben, steht nicht im Widerspruch zur Verpflichtung des Staates zur Neutralität. Die Pflege und Tradierung des gewachsenen Kulturwertkonsenses, von Werten, die ihre Grundlage im christlich und humanistisch geprägten Menschenbild haben, steht nicht in Widerspruch zur Verpflichtung des Staates zur Neutralität.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Kleine sprachliche Änderung.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[11.] Mra/Fragment 312 30 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-31 12:16:29 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 312, Zeilen: 30-36
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 107 f., Zeilen: 107: letzte drei Zeilen; 108: 1 ff.
Daher lässt sich im Ergebnis folgern, dass man aus dem Grundsatz der weltanschaulichen Neutralität des Staates nicht die Wertneutralität des Staates selbst ableiten kann. Das Grundgesetz schreibt einen Kernbereich von verpflichtenden Wertsetzungen fest.1450 Der Grundsatz der weltanschaulichen Neutralität entbindet den Staat nicht von der Verpflichtung, sich nachdrücklich für die Erhaltung dieses Kernbereichs, insbesondere für die freiheitliche Grundordnung des Grundgesetzes und deren gesellschaftlicher Akzeptanz einzusetzen.

1450 Niehues, Schul- und Prüfungsrecht Band 1, München 1994, Rn 527.

Aus dem Grundsatz der weltanschaulichen Neutralität des Staates läßt sich nicht die Wertneutralität des Staates ableiten24. Das Grundgesetz schreibt einen Kernbereich von verpflichtenden Wertsetzungen fest25. Der Grundsatz der

[Seite 108]

weltanschaulichen Neutralität entbindet den Staat nicht von der Verpflichtung, sich nachdrücklich für die Erhaltung dieses Kernbereichs, insbesondere die freiheitliche Grundordnung des Grundgesetzes und deren gesellschaftlicher Akzeptanz, einzusetzen.


24 Zur Neutralität als verfassungsrechtlichem Prinzip vgl. Ulf Häußler, „Schulkreuze“ im säkularen Staat, ZevKR 43 (1998), 461 (484 ff.).

25 Norbert Niehues, Schul- und Prüfungsrecht, Band 1, 3. Aufl., München 1999, Rn. 527.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

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