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Quelle:Mra/Kelek 2006a

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Necla Kelek
Titel    Leben in der Tradition – Der türkisch-muslimische Common Sense als Abgrenzung
Zeitschrift    ZAR
Jahr    2006
Seiten    65 ff.

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Mra/Fragment 024 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-09 05:48:34 SleepyHollow02
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kelek 2006a, Mra, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 3-5
Quelle: Kelek 2006a
Seite(n): 65, Zeilen: online
Anders als in westlichen Gesellschaften und legitimiert durch den Islam, hat die Gemeinschaftlichkeit im türkisch-muslimischen „Common Sense“ Vorrang vor der Autonomie und Individualität des Einzelnen.66

66 Kelek, ZAR 2006, 65; Tezcan, Religiöse Strategien der „machbaren“ Gesellschaft: verwaltete Religion und islamische Utopie in der Türkei, Bielefeld 2003.

Anders als in westlichen Gesellschaften und legitimiert durch den Islam, hat die Gemeinschaftlichkeit im türkisch-muslimischen Common Sense Vorrang vor der Autonomie und Individualität des Einzelnen.
Anmerkungen

Die Quelle ist in der Fn. genannt, die Wörtlichkeit bleibt ungekennzeichnet.

Aufgrund der Kürze des Fragments kW (wenngleich der Satz nicht trivial ist).

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[2.] Mra/Fragment 253 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-14 13:45:00 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kelek 2006a, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 253, Zeilen: 2-27
Quelle: Kelek 2006a
Seite(n): 65, Zeilen: online
Die Migrantenjugendlichen selbst, die das Tuch freiwillig tragen, sehen dies als eine religiöse Vorschrift an, die als Teil ihres türkisch-muslimischen „Common Sense“ gesehen werden muss. Bei der Frage, woher sie das wüssten, werden die Eltern und der Hodscha aufgeführt, bei dem sie ihre Sicherheit für ihr strenges Leben bekommen. Auch die religiös aktiven Brüder in den Moscheenvereinen spielen eine wichtige Rolle, die Familie ideologisch zu orientieren. Diese traditionelle Orientierung wird von den Vereinen und Koranschulen getragen und die Jugendlichen werden dadurch einseitig geprägt. Wenn also festzustellen ist, dass die jungen Menschen in diesem türkisch-muslimischen „Common Sense“ gefangen sind, kann man unmöglich davon ausgehen, dass die jungen Mädchen und Frauen „freiwillig“ das Kopftuch tragen. Die Entscheidung ist von ihrer sozialen Umgebung gefällt worden: die Prägung der Eltern, der Verwandten, der Koranschulen, der Geschwister. Wenn man zusätzlich konstatiert, dass sich die jungen Frauen in einem für die Persönlichkeitsentwicklung wichtigem Ablöseprozess von den Eltern, der Pubertät befinden, sind die Folgen, die das Kopftuch als Symbol für ihre Rolle als Frau, fatal. In der muslimischen Tradition ist es ein gegebener Wert, dass nur eine Frau mit Kopftuch „rein“ ist. Es geht um die Ehre, ein zentraler Begriff des türkisch-muslimischen Selbstverständnisses. Und zur Ehre des Mannes gehört die Pflicht, Beleidigungen zu rächen und sein Gesicht zu wahren. Die Frau ist die Ehre des Mannes. Ein antiquiertes Weltbild, das zwangsläufig Probleme bei der Integration unausweichlich macht.1156 Ähnlich gestaltet sich die Lage, wenn man zur Feststellung gelangt, dass junge Frauen und Mädchen das Kopftuch tragen, weil ihnen dies in der Familie, der Gemeinde, der Koranschule vorgelebt wird und sie so am ehesten den Erwartungen der Umma1157 genügen können. Es stellt sich dann nämlich die Frage für die säkulare demokratische Gesellschaft, ob sie dieser Entwicklung Vorschub leisten will und vor allem, ob sie sie hinnehmen will. Gerade die Schule ist ein Raum, wo unsere Gesellschaft den jungen Menschen den Raum und die Gelegenheit geben muss, ein Leben in Selbstbestimmung, Chancengleichheit und Gleichberechtigung kennen zu lernen und positiv zu besetzen.

1156 Kelek, ZAR 2006, 65.

1157 Darunter versteht man die religiöse Gemeinschaft der Muslime.

Das Tragen eines Kopftuches sehen die Migrantenjugendlichen als eine religiöse Vorschrift, die aber nach den Aussagen der Probanden als ein Teil ihrer türkischmuslimischer Common Sense gesehen werden muss. [...]

Bei der Frage woher sie das wüssten, wurden die Eltern und der Hodscha aufgeführt, bei dem sie ihre Sicherheit für ihr strenges Leben bekommen. Auch die religiös aktiven Brüder in den Moscheevereinen spielen eine wichtige Rolle, die Familie ideologisch neu zu orientieren. Diese traditionelle Orientierung wird von den Vereinen und Koranschulen getragen und die Jugendlichen werden einseitig geprägt. [...]

Wenn festzustellen ist, dass die jungen Menschen in diesem türkisch-muslimischen Common Sense gefangen sind, kann man unmöglich davon reden, dass die jungen Mädchen und Frauen »freiwillig« das Kopftuch nehmen. Die Entscheidung ist von ihrer sozialen Umgebung gefällt worden: die Prägung der Eltern, der Verwandten, der Koranschulen, der Geschwister. Wenn man zusätzlich konstatiert, dass sich die jungen Frauen in einem für die Persönlichkeitsentwicklung wichtigem Ablöseprozess von den Eltern, der Pubertät, befinden, sind die Folgen, die das Kopftuch als Symbol für ihre Rolle als Frau hat, fatal. In der muslimischen Tradition ist es ein gegebener Wert: Nur eine Frau mit Kopftuch ist »rein«; d. h. im muslimischen Sinne »rein«, also heiratsfähig. So auch das Selbstverständnis mancher Kopftuchträgerinnen. Es geht um die Ehre, ein zentraler Begriff des türkisch-muslimischen Selbstverständnisses. Und zur Ehre des Mannes gehört die Pflicht, Beleidigungen zu rächen und sein Gesicht zu wahren. Die Frau ist die Ehre des Mannes. Ein antiquiertes Weltbild, das zwangsläufig Probleme bei der Integration unausweichlich macht.

Zusammenfassend kann festgestellt werden: Die jungen Frauen und Mädchen tragen das Kopftuch, weil ihnen dies in der Familie, der Gemeinde, der Koranschule vorgelebt wird und sie so am ehesten den Erwartungen der Umma genügen können. Es stellt sich die Frage für die säkulare demokratische Gesellschaft, ob sie dieser Entwicklung Vorschub leisten will – und sie hinnehmen will.

Für mich ist deshalb die Schule der Raum, wo unsere Gesellschaft den jungen Menschen den Raum und die Gelegenheit geben muss, ein Leben in Selbstbestimmung, Chancengleichheit und Gleichberechtigung kennenzulernen und positiv zu besetzen.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 1156 genannt, die Wörtlichkeit der Übernahme (die sich auch nach dieser Fn. fortsetzt) bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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