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Quelle:Mra/Mayer 1994

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Tilman Mayer
Titel    Kommunitarismus, Patriotismus und das nationale Projekt
Sammlung    Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften
Herausgeber    Bernd Estel / Tilman Mayer
Ort    Opladen
Jahr    1994
Seiten    115 ff.

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    5


Fragmente der Quelle:
[1.] Mra/Fragment 075 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-19 16:06:49 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mayer 1994, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 27-31
Quelle: Mayer 1994
Seite(n): 115 ff., Zeilen: 115: 25 ff.; 116: 2 ff.; 117: 17 ff.
Kommunitarismus wiederum ist eine Idee, die als Antwort, Korrektiv und Lösungskonzept zu gesellschaftlichen Fehlentwicklungen verstanden werden kann. In der Sache bedeutet er die modernitätsimmanente Kritik an einem Individualismus, welches [sic] sich libertär aus sozialen Bezügen heraus verselbständigt hat und damit die modernen Gesellschaften in Frage stellt mit ihren extremen Ausuferungen einer modernen Ich-Bezogenheit.301

301 Mayer, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 115; [Es wird aus dem Geiste christlicher und aristotelisch-republikanischer Denktraditionen heraus versucht, eine Selbstkorrektur der modernen liberalen Gesellschaften kommunikativ zu erreichen. Dabei werden auch diskursethische Kommunikationskonzepte positiv aufgegriffen. Also nicht eine autoritäre Restaurierung von Gemeinschaftsbezügen, sondern die Revitalisierung republikanischer, z.T. auch puritanischer Gemeinschaftstugenden und Sittlichkeitsmodelle wird pluralismusimmanent angestrebt. Solidarität contra Individualismus wird zur intellektuellen Kampfformel der sozialmoralischen Kritik einer Gesellschaft, die sich zusehends sozialpathologisch entwickelt, die Eigeninteressen der Individuen prämiert, anstatt Lebenschancen gerecht zu verteilen.]

Kommunitarismus ist eine Idee, die als Antwort, Korrektiv und Lösungskonzept zu eingetretenen, eklatanten gesellschaftlichen Fehlentwicklungen verstanden werden kann.

In der Sache bedeutet er die modernitätsimmanente Kritik an einem Individualismus, der sich libertär aus sozialen Bezügen heraus verselbständigt hat und damit die Kohäsion moderner oder postmoderner Gesellschaften in Frage stellt. Konkret sind damit die Auflösungserscheinungen von Ehe und Familie, das Scheidungsverhalten, kriminelle Asozialität, Suchtverhalten, Bindungsangst, Areligiosität usw. gemeint, kurz extreme Ausuferungen einer modernen Ich-Bezogenheit.

[Seite 116]

Vielmehr wird aus dem Geist christlicher und aristotelisch-republikanischer Denktraditionen heraus versucht, eine Selbstkorrektur der modernen liberalen Gesellschaft kommunikativ zu erreichen. Dabei werden auch diskurs-ethische Kommunikationskonzepte positiv aufgegriffen. Also nicht eine autoritäre Restaurierung von Gemeinschaftsbezügen, sondern die Revitalisierung republikanischer - z.T. auch puritanischer - Gemeinschaftstugenden und Sittlichkeitsmodelle wird pluralismusimmanent angestrebt.

[Seite 117]

„Solidarität versus Individualismus“ wird so zur intellektuellen Kampfformel der sozialmoralischen Kritik einer Gesellschaft, die sich zusehends sozialpathologisch entwickelt, die Eigeninteressen der Individuen prämiert anstelle die Lebenschancen sozial gerecht zu verteilen.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 301 genannt. Eine wörtliche Übernahme lässt das nicht vermuten.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mra/Fragment 076 101 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-22 07:37:57 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mayer 1994, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 76, Zeilen: 101-107
Quelle: Mayer 1994
Seite(n): 116 f., Zeilen: 116: 2 ff; 117: 17 ff.
[...]

301 [...] Es wird aus dem Geiste christlicher und aristotelisch-republikanischer Denktraditionen heraus versucht, eine Selbstkorrektur der modernen liberalen Gesellschaften kommunikativ zu erreichen. Dabei werden auch diskursethische Kommunikationskonzepte positiv aufgegriffen. Also nicht eine autoritäre Restaurierung von Gemeinschaftsbezügen, sondern die Revitalisierung republikanischer, z.T. auch puritanischer Gemeinschaftstugenden und Sittlichkeitsmodelle wird pluralismusimmanent angestrebt. Solidarität contra Individualismus wird zur intellektuellen Kampfformel der sozialmoralischen Kritik einer Gesellschaft, die sich zusehends sozialpathologisch entwickelt, die Eigeninteressen der Individuen prämiert, anstatt Lebenschancen gerecht zu verteilen.

Vielmehr wird aus dem Geist christlicher und aristotelisch-republikanischer Denktraditionen heraus versucht, eine Selbstkorrektur der modernen liberalen Gesellschaft kommunikativ zu erreichen. Dabei werden auch diskurs-ethische Kommunikationskonzepte positiv aufgegriffen. Also nicht eine autoritäre Restaurierung von Gemeinschaftsbezügen, sondern die Revitalisierung republikanischer - z.T. auch puritanischer - Gemeinschaftstugenden und Sittlichkeitsmodelle wird pluralismusimmanent angestrebt.

[Seite 117]

„Solidarität versus Individualismus“ wird so zur intellektuellen Kampfformel der sozialmoralischen Kritik einer Gesellschaft, die sich zusehends sozialpathologisch entwickelt, die Eigeninteressen der Individuen prämiert anstelle die Lebenschancen sozial gerecht zu verteilen.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 301 genannt.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[3.] Mra/Fragment 077 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-19 16:35:07 Klgn
Fragment, Gesichtet, Mayer 1994, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 10-29
Quelle: Mayer 1994
Seite(n): 118 f., Zeilen: 118: 38 ff.; 119: 1 ff.
Das entwurzelte, bindungslose, bindungsscheue Individuum sei nämlich unfähig, eben dies einzugehen, was eine gesellschaftliche Kontinuität trage: Bindung. Und zwar Bindung in unmittelbaren sozialen Kontexten, wie Ehe und Familie, wie aber auch im größeren Zusammenhang, der Nation etwa, an die es sich nicht gebunden fühle. Die mangelnde Verbundenheit mit verpflichtenden Gemeinschaften bedrohe letztlich diese Gemeinschaften, beute diese aber auch aus. Eine Nation, deren Bürger nicht mehr politisch partizipieren, sondern sich nur noch auf ihr Konsumleben und ihre Selbstverwirklichung reduzierten, sei nur schwer überlebensfähig, weil sie sich nicht mehr über gemeinsam praktizierte Werte im Sinne einer guten Gesellschaft verständigen könne. Der Verlust an Bindung, den die Institutionen Familie, Kirche, Nation haben hinnehmen müssen, stelle die gesellschaftliche und moralische Herausforderung dar, auf die mit kommunitärem Denken geantwortet wird.

Der kommunitaristische Ansatz will bewusst machen, dass der anhaltende Prozess externer libertärer Entbindung aus sozialen und moralischen Kontexten durch die Perspektive auf Ganzheiten ausbalanciert werden müsse, deren gesellschaftlich und moralisch konstruktiver Sinnzusammenhang bislang nicht ausreichend beachtet worden sei. Zu diesen Ganzheiten gehörten auch die Nation im Allgemeinen, die ethnischen Gruppen und deren Verhältnis zueinander.

Fasst man den kommunitaristischen Ansatz zusammen, so ist er, wie bereits dargestellt, anhand des Begriffs der Bindung zu fokussieren.

Faßt man den kommunitaristischen Ansatz zusammen, so ist er zu fokusieren [sic] anhand des Begriffs der Bindung. Das entwurzelte, bindungslose, bindungsscheue Individuum ist unfähig, eben dies einzugehen, was eine gesellschaftliche Kontinuität trägt: Bindung. Und zwar Bindung in unmittelbaren sozialen Kontexten (Ehe, Familie) wie auch im größeren Zusammenhang, der Nation etwa, an die es sich nicht gebunden „fühlt“ und der es sich entbunden wähnt. Die

[Seite 119]

mangelnde Verbundenheit mit verpflichtenden Gemeinschaften bedroht letztlich diese Gemeinschaften, beutet sie aber auch aus. Auch eine pluralistische Gesellschaft baut auf einer gerechten Verteilung der Pflichten auf, daß also das Gemeinwohl zur Pflicht aller gehört. Eine Nation, deren Bürger nicht mehr politisch partizipieren, sondern zu Bourgeois werden, zu Konsumenten und Selbstverwirklichern ist nur schwer überlebensfähig, weil sie nicht mehr über gemeinsam praktizierte Werte im Sine [sic] einer guten Gesellschaft sich verständigen kann. Der Verlust an Bindung, den die Institutionen Familie, Nachbarschaft, Partei, Kirche, Verein, Nation hat hinnehmen müssen, stellt die gesellschaftliche und moralische Herausforderung dar, auf die mit kommunitärem Denken geantwortet wird.

[...]

Der kommunitaristische Ansatz schärft - und soll schärfen - das Bewußtsein dafür, daß der anhaltende Prozeß extremer libertärer Entbindung aus sozialen und moralischen Kontexten ausbalanciert werden muß durch die Perspektive auf Ganzheiten, deren gesellschaftlich und moralisch konstruktiver Sinnzusammenhang unterschätzt worden war. Zu diesen Ganzheiten gehört auch die Nation und die ethnische Gruppe.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[4.] Mra/Fragment 128 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-19 18:22:33 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mayer 1994, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 13-27, 29-40
Quelle: Mayer 1994
Seite(n): 120, 121, 122, Zeilen: 120: 24 ff: 121: 1 ff.; 122: 7 ff.
Jeder Mensch hat zunächst einmal, sofern er nicht Flüchtling oder auf eine andere Art und Weise entwurzelt ist, eine Bindung zu einer Gemeinschaft. Als soziales Wesen ist der Mensch zunächst auf die ihn bergende Familie als Gemeinschaft angewiesen und verwiesen. Die Nation ist die größtmögliche Gesellschaft, der der Mensch identitär angehören kann. Die kulturelle Reproduktion der Vernünftigkeit von Identität und Bindungen gelingt dort nicht, wo Vereinzelung und Atomisierung soziale Bezüge zerstört haben. In menschlichen Gesellschaften und eben auch in Nationen ist die Bindung auch für den Einzelnen neu erwerbbar, d.h. der Zugang zur Gemeinschaft ist nicht nur durch Geburt fixiert, sondern über eine neue nationale Sozialisation und Akkulturation auch herstellbar. Diesen Fragen der Einwanderung und Einbürgerung sehen sich sehr viele der hoch entwickelten Nationen ausgesetzt, weil sie ihren demographischen Bestand aus sich heraus nicht mehr gewährleisten können bzw. der Regenerations- oder Reproduktionsaufgabe nicht nachkommen können. Einwanderungen bedeuten, dass individuell neue Identitäten angenommen werden, wie auch, dass bestehende Identitäten ganzer Gemeinschaften allmählich verändert werden.534 Dazu bedürfte es einer gesellschaftlichen Basis, die es aber bis jetzt in Mitteleuropa (noch) nicht gibt. Die Europäische Verfassung ist allerdings eine solide Basis, die eine solche Einheit stiften könnte.535

Nationale Gemeinschaften sind nicht nur Naturgemeinschaften im Sinne eines Prozesses organischer Sukzession; sie sind aber noch weniger kulturelle Erfindungen oder mythisch bedingte Imaginationen. Vielmehr ist das spezifische in diesem Zusammenhang, dass Nationen soziale, kulturelle Vergemeinschaftungen sind, die Identität stiften, die bisher nicht auf Dauer durch größere politische Gemeinschaften ersetzt wurden. Zivilisationen und Regionen stiften auch Identität, aber sie sind keine Nationen ersetzenden, politischen Einheiten. Die nationale Gesellschaft bedarf der Verantwortung und Sorge um die Zukunft als kulturellem Verhaltensmuster. Oder umgekehrt, das Luxurierenlassen des Individuums, seine kulturelle Entbindung kann, auch als Topos der deutschen Kulturkritik bekannt, gemeinschaftszerstörend wirken. Die libertäre Freiheit disharmoniert mit der politischen Freiheit, die die Gleichheit der Pflichten, der Verantwortungen und der Sorge um die Zukunft ebenso verlangt, wie sie erst eigentlich die private Freiheit gewährleistet.536 Einreise- und Zuwanderungsbeschränkungen [wiederum haben den Zweck, Freiheit und Wohlfahrt sowie Politik und Kultur einer Gruppe von Menschen zu bewahren, die sich einander und einem gemeinsamen Leben verpflichtet fühlen.]


534 Siehe auch zum „Volk als Tatsache“, Schefold, Bewahrung der Demokratie, Berlin 2012, S. 102ff.

535 Vgl. bereits obige Ausführungen.

536 Mayer, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 115.

Jeder Mensch hat, sofern er nicht Flüchtling oder sonstwie entwurzelt ist, eine Bindung zu einer Gemeinschaft. Als soziales Wesen ist der Mensch zunächst auf die ihn bergende Familie als Gemeinschaft angewiesen und verwiesen. Es sei die These wiederholt, daß die Nation die größtmögliche Gemeinschaft ist, der der Mensch identitär angehören kann. Die kulturelle Reproduktion der Vernünftigkeit von Identität und Bindungen gelingt dort nicht, wo Vereinzelung und Atomisierung soziale Bezüge zerstört haben. [...] In menschlichen Gesellschaften - und eben auch bei Nationen - ist Bindung auch für einzelne neu erwerbbar, d.h. der Zugang zur Gemeinschaft ist nicht nur durch Geburt fixiert, sondern über eine neue nationale Sozialisation und Akkulturation auch herstellbar. Diesen Fragen der Einwanderung und Einbürgerung sehen sich sehr viele der hoch entwickelten Nationen ausgesetzt, weil sie ihren demographischen Bestand aus sich heraus nicht mehr gewährleisten können bzw. der Regenerations- oder Reproduktionsaufgabe - sozusagen aus eigenen Beständen - nicht nachkommen wollen. [...] Einwanderungen bedeuten, daß individuell neue Identitäten angenommen werden wie auch, daß bestehende Identitäten ganzer Gemeinschaften allmählich verändert wer-

[Seite 121]

en. Dazu bedürfte es eines gesellschaftlichen Konsenses, den es aber nicht gibt, jedenfalls nicht in Mitteleuropa.

Treten wir nochmals in einen Diskurs ein über die nationalen Gemeinschaften. Sie sind nicht nur Naturgemeinschaften im Sinne eines Prozesses organischer Sukzession; sie sind aber noch weniger kulturelle Erfindungen oder mythisch bedingte Imaginationen. Vielmehr ist das spezifische in diesem Zusammenhang, daß Nationen soziale, kulturelle Vergemeinschaftungen sind, die Identität stiften, die bisher nicht auf Dauer durch größere politische Gemeinschaften ersetzt wurden. Zivilisationen und Religionen stiften auch Identität, aber sie sind keine nationsersetzende politische Einheiten.

Die nationale Gesellschaft bedarf der Verantwortung und Sorge um die Zukunft als kulturellem Verhaltensmuster. Oder umgekehrt, das Luxurierenlassen des Individuums, seine kulturelle Entbindung können auch, als Topos der deutschen Kulturkritik bekannt, gemeinschaftszerstörend wirken. Die libertäre Freiheit disharmoniert mit der politischen Freiheit, die die Gleichheit der Pflichten, der Verantwortungen und der Sorge um die Zukunft ebenso verlangt, wie sie erst eigentlich die private Freiheit gewährleistet.

[Seite 122]

Und auch in der liberalen Perspektive Walzers gilt: „Einreise- und Zuwanderungsbeschränkungen haben den Zweck, Freiheit und Wohlfahrt sowie Politik und Kultur einer Gruppe von Menschen zu bewahren, die sich einander und einem gemeinsamen Leben verpflichtet fühlen.“

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 536 genannt. Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme gehen daraus nicht hervor. Was bei Mayer noch ein Zitat aus Walzer ist, ist bei Mra bereits ein eigener Gedanke.

Der Satz vor Fn. 535 geht nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Mra/Fragment 129 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 19:40:22 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mayer 1994, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 1-15, 19-34
Quelle: Mayer 1994
Seite(n): 122, 123, 124, 125, Zeilen: 122: 7 ff.; 123: 9 ff.; 124: 40 ff.; 125: 5 ff.; 126: 1
[Einreise- und Zuwanderungsbeschränkungen] wiederum haben den Zweck, Freiheit und Wohlfahrt sowie Politik und Kultur einer Gruppe von Menschen zu bewahren, die sich einander und einem gemeinsamen Leben verpflichtet fühlen. Und diese Mitglieder entscheiden frei über ihre zukünftigen Gefährten. Kein Außenstehender habe einen Rechtsanspruch darauf, tatsächlich hineinzugelangen. Am ehesten wird man diejenigen hereinlassen wollen, die als national oder ethnisch „Verwandte“ angesehen werden können, nämlich jene, die unter der Herrschaft der Verfassung stehen. Anders steht es mit der moralischen Verpflichtung auf gegenseitige Hilfe, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn es die territorialen und ökonomischen Verhältnisse und Voraussetzungen erlauben. Die Verpflichtung endet, wo sie den Lebensstandard der Gemeinschaft zu senken droht, insbesondere den der ärmeren Schichten.537 Natürlich bleibt es Recht der Gemeinschaft, einen Strom der Zuwanderung Einhalt zu gebieten, dieses Recht ist konstituierendes Merkmal gemeinschaftlicher Selbstbestimmung. Rousseau dazu: (…) wie sollten (Menschen) das Vaterland lieben wenn es ihnen nicht mehr bedeutet als den Ausländern und wenn es ihnen nur zugesteht, was es niemand verweigern kann?538 Patriotismus definiert sich als eine Art Loyalität gegenüber einer bestimmten Nation, die nur die haben können, die diese bestimmte Nationalität besitzen.

Gegenwärtig ist allerdings eine Entwicklung erkennbar, dass die nationalen und demokratischen Gemeinschaften derartigem Entnationalisierungsdruck widerstehen. Dass die Sowjetunion und Jugoslawien nicht als Vielvölkergebilde restauriert werden, stellt anhaltend ein Problem für die Vertreter kosmopolitischen Denkens dar. Diese Betrachtungen machen deutlich, dass das revolutionäre Prinzip der Nation seit der großen Französischen Revolution immer wieder durch internationalistisches Denken von so gegensätzlichen Figuren wie Monarchen, Kommunisten und Kapitalisten, aufzuhalten gesucht wird. Wenn die Elite eines Landes keinen Patriotismus vorlebt, d.h. eine Moral der Verpflichtung und des Dienstes an der eigenen Nation, überlässt sie den anspruchsvollen Patriotismus einfacheren Kreisen, die nur noch unterscheiden, was national Mein und Dein ist. Dass also Patriotismus zum Nationalismus degeneriert, ist alles andere als ein Normalfall nationaler Gesellschaftsentwicklung. Die Wachsamkeit der Gesellschaft freier Bürger ist erforderlich, wenn dem Zerfall der Gemeinschaft entgegengetreten werden soll. Der Kommunitarismus ist in diesem Zusammenhang dann kein konservativer Traditionalismus von oben, sondern ein Konzept für den patriotischen Bürger, der sein Land vor einer moralischen Konfusion schützen will. Moralische Werte sind schnell abgeschafft, weitaus schwieriger gestaltet sich die Wiedereinführung. Der Patriotismus [sic] der hier interessant erscheint, ist nur ein Teil der kommunitaristischen Programmatik. John F. Kennedy hat ihn schon vor fünfzig Jahren ausgedrückt: „Don´t ask what your country can do for you. Ask what you can do for your country”.


537 Mayer, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 115.

538 Mayer, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 115.

Und auch in der liberalen Perspektive Walzers gilt: „Einreise- und Zuwanderungsbeschränkungen haben den Zweck, Freiheit und Wohlfahrt sowie Politik und Kultur einer Gruppe von Menschen zu bewahren, die sich einander und einem gemeinsamen Leben verpflichtet fühlen.“ Und diese Mitglieder entscheiden frei über ihre künftigen Gefährten. Kein Außenstehender habe einen Rechtsanspruch darauf, tatsächlich hineinzugelangen. Am ehesten wird man diejenigen hereinlassen wollen, die als national oder ethnisch „Verwandte“ angesehen werden können. [...] Anders steht es mit der moralischen Verpflichtung auf gegenseitige Hilfe, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn es die territorialen und ökonomischen Verhältnisse und Voraussetzungen erlauben. Die Verpflichtung endet, wo sie den Lebensstandard der Gemeinschaft zu senken droht, insbesondere den der ärmeren Schichten (87). [...] Natürlich bleibt es das Recht der Gemeinschaft, einen Strom der Zuwanderung Einhalt zu gebieten; dieses Recht ist Konstituens gemeinschaftlicher Selbstbestimmung (92).

[Seite 123]

Walzer verweist auf einen Satz Rousseaus: „... wie sollten (Menschen) das Vaterland lieben, wenn es ihnen nicht mehr bedeutet als den Ausländern und wenn es ihnen nur zugesteht, was es niemand verweigern kann?“ (Rousseau 1977: 57).

Nach Alasdair MacIntyre (McIntyre [sic] 1993: 85) „definiert sich der Patriotismus als eine Art von Loyalität gegenüber einer bestimmten Nation, die nur die haben können, die diese bestimmte Nationalität besitzen.“

[Seite 124]

Diese Betrachtungen machen deutlich, daß das revolutionäre Prinzip (Conze 1964) der Nation seit der großen Französischen Revolution immer wieder durch internationalistisches Denken (von so gegensätzlichen Figuren wie Monarchen, Kommunisten und Kapitalisten) aufzuhalten gesucht wird.

[Seite 125]

Wenn die Elite eines Landes keinen Patriotismus vorlebt, d.h. eine Moral der Verpflichtung und des Dienstes an der eigenen Nation, überläßt sie den anspruchsvollen - wie wir sahen: projektgebundenen (Maclntyre 1993:96, vgl. auch Bendix 1982: 120 u. 132). - Patriotismus einfacheren Kreisen, die nur noch unterscheiden, was national Mein und Dein ist. Daß also Patriotismus zum Nationalismus oder gar Chauvinismus degeneriert, eine tugendhafte Einstellung krankhafte Formen annimmt, ist alles andere als ein Normalfall nationaler Gesellschaftsentwicklung. [...]

Die Wachsamkeit der Gesellschaft freier Bürger ist erforderlich, wenn dem Zerfall der Gemeinschaft entgegengetreten werden soll.

[...]

Der Kommunitarismus ist kein konservativer Traditionalismus von oben, sondern ein Konzept für den patriotischen Bürger, der sein Land vor einer moralischen Konfusion schützen will. Moralische Werte sind schnell abgeschafft, sie wieder einzuführen ist ein mühsamer Prozeß (Etzioni 1993). Der Patriotismus, der hier interessiert, ist nur ein Teil der kommunitaristischen Programmatik. John F. Kennedy hat ihn schon vor über dreißig Jahren ausgedrückt: „Ask not

[Seite 126]

what your Country can do for you. Ask what you can do for your Country.“

Anmerkungen

Die Referenzierung bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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