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Quelle:Mra/Zerger 2009

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Frithjof Zerger
Titel    Klima- und umweltbedingte Migration
Zeitschrift    ZAR
Jahr    2009
Seiten    85 ff.

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Mra/Fragment 195 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-13 22:39:27 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Zerger 2009

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 23-34
Quelle: Zerger 2009
Seite(n): 85 f., Zeilen: online
Zugleich muss die Aufmerksamkeit auch auf die Auswirkungen von Migrationsprozessen gerichtet werden, die durch Klima- und Umweltveränderungen ausgelöst werden. Verschiedene Prognosen prophezeien für die nächsten Jahrzehnte ein starkes Anwachsen klimabedingter Migration und damit verbunden eine steigende Gefahr von Verteilungskonflikten.806 Unklar ist bislang insbesondere der völkerrechtliche Status von Migranten und Flüchtlingen, die aufgrund klimatisch oder umweltbedingter Gründe ihr Herkunftsland verlassen.807 Bereits im Jahre 2007 diskutierte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über Sicherheitsfragen infolge von Klimaveränderungen.808 Schlussfolgerungen wurden jedoch nicht gezogen, obwohl „environmental migration“ mehrfach als größter Risikofaktor erkannt wurde. Die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Staaten verlangen zwar eine drastische Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase, allerdings verpflichten sich die größten Produzenten dieser Treibhausgase wie die USA und China nur zögerlich.

806 Vgl. dazu Welzer, Klimakriege – Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird, Frankfurt am Main 2008.

807 Ausführlich Zerger, ZAR 2009, 85.

808 Sitzung des VN-Sicherheitsrates am 17.04.2007.

Die Auswirkungen von Klima- und Umweltveränderungen auf Migrationprozesse beschäftigen zunehmend die Migrationsforschung, politische Entscheider sowie Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen. Verschiedene Prognosen prophezeien für die nächsten Jahrzehnte ein starkes Anwachsen klimabedingter Migration und damit verbunden eine steigende Gefahr von Verteilungskonflikten. Unklar ist bislang insbesondere der völkerrechtliche Status von Migranten und Flüchtlingen, die aufgrund klimatisch oder umweltbedingter Gründe ihr Herkunftsland verlassen.

1. Bedrohung der Lebensgrundlage durch den Klimawandel

Im Jahr 2007 diskutierte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mehrere Stunden über Sicherheitsfragen infolge von Klimaveränderungen. 1 In der Debatte wurde »environmental migration« mehrfach als größter Risikofaktor angesprochen. [...]

[...]

Insofern ist es wenig erstaunlich, wenn die von den Folgen des Klimawandels voraussichtlich am stärksten betroffenen Staaten wie Tuvalu und die Malediven die Industriestaaten als Hauptverursacher von Klimaveränderungen an ihre Verantwortung erinnern und eine schnelle und drastische Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase einfordern. Bislang haben sich jedoch gerade einige der größten Produzenten von Treibhausgasen,

[Seite 86]

insbesondere die USA, aber auch die Schwellenländer China und Indien, nur sehr bedingt bzw. gar nicht der Reduktion von Treibhausgasemissionen verpflichtet.


1 Sitzung des VN-Sicherheitsrates am 17.4.2007.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 807 genannt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[2.] Mra/Fragment 196 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-14 13:36:33 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Zerger 2009

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 6-23
Quelle: Zerger 2009
Seite(n): 86, 87, 88, Zeilen: online
Zum Umfang aktueller und zukünftiger klima- bzw. umweltbedingter Wanderungsbewegungen existieren zwar unterschiedliche Schätzungen, allerdings kann kein Migrationsforscher die komplexen Wechselwirkungen der verschiedenen Faktoren bestimmen. Als allgemein anerkannt erscheint allerdings die Zahl von 25 Mio. Umweltflüchtlingen810, wobei dieser Begriff, oder auch der des Klimaflüchtlings, relativ neu ist und eine allgemein akzeptierte Definition noch nicht existiert. Dies wiederum wirft vor allem völkerrechtliche Probleme auf, denn für den Status als international anerkannter Flüchtling ist die Fluchtursache entscheidend. Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 und das aus dem Jahre 1967 stammende Zusatzprotokoll erkennen jede Person als Flüchtling an, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will.“ Umweltgründe oder klimatische Veränderungen sind darin also (bislang) nicht vorgesehen.811

Was schließlich zu einer handlungsleitenden Wanderung führt, wird im Einzelfall bei verschiedensten klimatischen, ökonomischen und sozialen Migrations- bzw. Fluchtursachen nur schwer zu ermitteln sein.


810 So beispielsweise auch Stern, The Economics of Climate Change. The Stern Review. Cambridge 2006.

811 Vgl. zur Frage der Ausweitung der GFK oder alternativer Modelle, Zerger, ZAR 2009, 85.

Zum Umfang aktueller und künftiger klima- bzw. umweltbedingter Wanderungsbewegungen existieren verschiedene Schätzungen und Prognosemodelle,9 allerdings kann kein Migrationsforscher exakt die komplexe Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Konfliktkonstellationen und deren Einfluss auf Migration10 bestimmen.

[Seite 87]

Die erste Schätzung von ca. 25 Mio. Umwelflüchtlingen wurde später immer wieder aufgegriffen, so etwa 2001 im World Disasters Report der Internationalen Roten Kreuz und Roten Halbmond Organisation, ebenso die erwarteten 200 Mio., etwa im Stern Report zur Fussnote11 oder im IPCC.12

[Seite 88]

Da keine allgemein akzeptierte Definition der Termini existiert, scheint eine Begriffsklärung dringend notwendig. [...] Es müsste also auf jeden Fall zwischen klimatischen, ökonomischen und sozialen Migrations- bzw. Fluchtursachen differenziert werden. In der Praxis dürfte dies allerdings nur schwer und kaum trennscharf zu bewerkstelligen sein. [...] Für den Status als international anerkannter Flüchtling ist jedoch die Fluchtursache entscheidend.

5. Zum Rechtsstatus von Klima- bzw. Umweltflüchtlingen und -migranten

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 und das Zusatzprotokoll von 1967 sehen vor, jede Person als Flüchtling anzuerkennen, die »aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will«. Umweltgründe und klimatische Veränderungen sind darin nicht verankert.


9 Kritisch dazu Black, Environmental Refugees: Myth or Reality? Working Paper No. 34, UNHCR, 2001.

10 Vgl. Hugo, Environmental Concerns and International Migration, International Migration Review 30, 1996, S. 105-131. Clark, Environmentally Induced Migration and Conflict, Berlin, 2007

11 Stern, The Economics of Climate Change: The Stern Review, Cambridge, 2006.

12 Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC): Climate Change 2001. Impacts, Adaptation and Vulnerability – Summary for Policy Makers, Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the IPCC, Geneva 2001

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 811 genannt; dass auch der Inhalt davor und danach - teils wörtlich - aus ihr stammt, wird nicht deutlich.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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