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Quelle:Mt/Grabowski 2006

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Jan Max Grabowski
Titel    Die Leichenschau im Stadtgebiet von Münster vor und nach Einführung des Bestattungsgesetzes
Jahr    2006
Anmerkung    INAUGURAL - DISSERTATION zur Erlangung des doctor medicinae dentinum der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
URL    http://d-nb.info/990422305/34

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    10


Fragmente der Quelle:
[1.] Analyse:Mt/Fragment 005 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-06 23:20:47 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 5, Zeilen: 2-7, 9-19
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 4, Zeilen: 1-9, 12-21
1.1. Historischer Überblick über die Leichenschau

Die ersten in deutschsprachigen Aufzeichnungen erwähnten Leichenschauen unter forensischen Gesichtspunkten wurden im 13. Jahrhundert durchgeführt. Hierbei handelte es sich um Besichtigungen von Ermordeten oder Erschlagenen durch das Gericht. Schon im Jahr 1230 wurde im Sachsenspiegel bestimmt, dass der Verstorbene ohne richterliche Genehmigung nicht beerdigt werden dürfe. [...] Die Besichtigung des Toten erfolgte entweder am Auffindungsort, am Ort der Aufbahrung oder am ständigen Gerichtsplatz. Erst 200 Jahre später wurde in der „Cent-Gerichtsreformation“ von 1447 bestimmt, dass zwei Schöffen und ein Wund- oder Leibarzt die Leichenschau vorzunehmen hatten. Dabei handelte es sich meistens um Barbiere oder Bader, denen vom Gericht anvertraut wurde, dass sie die Verwundeten und Toten untersuchen sollten (Schneider 1987).

Im Jahr 1507 trat die „Bambergische Peinliche Halsgerichtsordnung“ des Johann Freiherr zu Schwarzenberg in Kraft, die als allgemeingültiges Gesetz die gerichtliche Leichenschau regelte und als Vorlage für das umfangreiche Strafgesetz der „Constitutio Criminalis Carolina“, die 1532 erschien, galt.


Schneider, V. (1987): Die Leichenschau – Ein Leitfaden für Ärzte. Elsevier (München): 1-103

1.3 Historische Entwicklung der Leichenschau

Die erste in deutschsprachigen Aufzeichnungen erwähnte Leichenschau unter forensischen Gesichtspunkten wurde im 13. Jahrhundert durchgeführt. Hierbei handelte es sich um eine Begutachtung von Ermordeten oder Erschlagenen durch das Gericht. Schon 1230 wurde im Sachsenspiegel (BRUNE 1999) bestimmt, dass der Verstorbene nur mit richterlicher Genehmigung beerdigt werden durfte, wobei die Besichtigung des Toten durch das Gericht entweder am Tatort bzw. dort, wo der Leichnam aufgebahrt lag, oder am ständigen Gerichtsplatz zu geschehen hatte. [...] Durch die Cent-Gerichtsreformation von 1447 wurde bestimmt, dass bei der Leichenschau neben den zwei geschworenen Schöffen auch ein Wund- oder Leibarzt anwesend sein musste. Hierbei handelte es sich meist um Barbiere oder Bader, welchen die Untersuchung von Verwundeten und Toten vom Gericht anvertraut wurde. 1507 trat die „Bambergische peinliche Halsgerichtsordnung“ als allgemeingültiges Gesetz in Kraft, welches die bestehenden Vorschriften vereinigte. Die „Bambergische peinliche Halsgerichtsordnung“ diente als Vorlage für das weit umfangreichere Strafgesetz der „Constitutio Criminalis Carolina“ (Kaiser Karl V. und des Heiligen Römischen Reiches peinliche Gerichtsordnung), die 1532 erschien (KANNE 1975, SCHNEIDER 1981, SCHNEIDER 1987).


BRUNE, A. (1999):
Kritische Überprüfung von Todesbescheinigungen in einem städtischen Gebiet
Münster, Diss. Med.

KANNE, G.-U. (1975):
Untersuchungen und Gedanken zum Leichenschauwesen in der BRD.
Münster, Diss. Med. Dent.

SCHNEIDER, V. (1981):
Leichenschau und Meldepflicht nicht-natürlicher Todesfälle
Kriminalstatistik 35, 282-289

SCHNEIDER, V. (1987):
Die Leichenschau: ein Leitfaden für Ärzte
Fischer Verlag, Stuttgart und New York

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[2.] Analyse:Mt/Fragment 017 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-11-23 23:36:37 Graf Isolan
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 17, Zeilen: 6-12
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 1, Zeilen: 2-9
1.5. Zielsetzung

Bei der Durchführung der ärztlichen Leichenschau handelt es sich um einen Akt hoher ärztlicher Verantwortung im Sinne der letzten ärztlich-diagnostischen Tätigkeit. Hierbei stehen die sichere Feststellung des Todes, der Todesursache und -art im Vordergrund. Auch das Aufklären möglicher Straftaten, die Erfüllung gesundheitspolitischer und epidemiologischer Aufgaben und die Sicherung zivilrechtlicher Interessen spielen bei der Leichenschau eine große Rolle.

1.1 Zielstellung

Bei der Durchführung der ärztlichen Leichenschau handelt es sich um einen Akt hoher ärztlicher Verantwortung im Sinne der letzten ärztlich-diagnostischen Tätigkeit. Hierbei stehen die sichere Feststellung des Todes, sowie der Todesursache und der Todesart im Vordergrund. Auch das Aufdecken möglicher Straftaten, die Erfüllung gesundheitspolitischer und epidemiologischer Aufgaben und die Sicherung zivilrechtlicher Belange spielen bei der Leichenschau eine entscheidende Rolle.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Analyse:Mt/Fragment 039 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-06 23:30:29 Hindemith
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 25-32
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 64, Zeilen: 3ff
Der sehr niedrige Anteil ungeklärter und nicht natürlicher Todesfälle mit jeweils 0,9 % lässt sich mit der genauen Kenntnis über die Vorerkrankungen der Verstorbenen und der guten klinischen Diagnostik bezüglich der Abklärung der zum Tode führenden Krankheiten erklären. Allerdings verkennen Klinikärzte vielfach den Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Tod und attestieren so einen natürlichen Tod. Zum anderen werden Todesfälle in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit medizinisch-invasiven Maßnahmen, nach häuslichen Stürzen oder operativen [Eingriffen nicht als „nicht natürlich“ oder „ungeklärt“ eingestuft, wie dies nach medizinisch-naturwissenschaftlicher Definition korrekt wäre.] Der sehr niedrige Anteil „unklarer“ (4,2%) Todesfälle lässt sich mit der genauen Kenntnis über die Vorerkrankungen des Verstorbenen und der guten klinischen Diagnostik bezüglich der Abklärung der zum Tode führenden Krankheit erklären. [...]

Ein Grund für die Angabe eines „natürlichen“ Todes seitens vieler Kliniker liegt häufig im Verkennen des Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Tod begründet, wie er häufig bei Oberschenkelhalsfrakturen älterer Menschen vorliegt. Zum anderen werden Todesfälle in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit medizinisch-invasiven Maßnahmen, nach häuslichen Stürzen oder operativen Eingriffen nicht als „nicht natürlich“ oder „unklar“ eingestuft, wie dies nach medizinisch-naturwissenschaftlicher Definition korrekt wäre.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[4.] Analyse:Mt/Fragment 040 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-06 23:40:15 Hindemith
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 1-11
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 64, 65, Zeilen: 64: 14ff; 65: 1ff
[Zum anderen werden Todesfälle in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit medizinisch-invasiven Maßnahmen, nach häuslichen Stürzen oder operativen] Eingriffen nicht als „nicht natürlich“ oder „ungeklärt“ eingestuft, wie dies nach medizinisch-naturwissenschaftlicher Definition korrekt wäre. Die Befürchtung der vor Ort leichenschauhaltenden Ärzte, dass Angehörige des Verstorbenen bei ungeklärter oder nicht natürlicher Todesart den Verdacht eines Behandlungsfehlers äußern könnten, wäre sehr wohl eine plausibel erscheinende Erklärung des Umstandes, wonach insbesondere nach ärztlichen Interventionen im zeitlichen Zusammenhang zum Tod ein natürlicher Tod bescheinigt wird. Daraus resultierende polizeiliche Ermittlungen würden eine Schädigung des Rufes bedeuten (Berg und Ditt 1984). Um in diesen Fällen eindeutig Klarheit zu erhalten, müsste jeder nicht eindeutig natürliche Todesfall und jeder Fall mit zeitlichem Bezug zu einem medizinischen Eingriff obduziert werden. Hierdurch wäre Objektivität und Rechtssicherheit gewährleistet. Zum anderen werden Todesfälle in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit medizinisch-invasiven Maßnahmen, nach häuslichen Stürzen oder operativen Eingriffen nicht als „nicht natürlich“ oder „unklar“ eingestuft, wie dies nach medizinisch-naturwissenschaftlicher Definition korrekt wäre. Dem liegt vermutlich häufig die Befürchtung zugrunde, dass Angehörige des Verstorbenen bei „unklarer“ oder „nicht natürlicher“ Todesart den Verdacht eines Behandlungsfehlers äußern könnten, was für den behandelnden Arzt unangenehme Ermittlungen nach sich ziehen würde. Durch Angabe einer „natürlichen“ Todesart kann sowohl einer Schädigung des Rufes, als auch der Bezichtigung eines Kollegen, einen Behandlungsfehler gemacht zu haben, vorgebeugt werden. Mit der Klassifizierung eines „unklaren“ oder „nicht natürlichen“ Todes stellen Ärzte die Weichen für die Einleitung einer Ermittlung oder eines Verfahrens gegen sich selbst oder einen Kollegen (BERG und DITT 1984).

[Seite 65]

Um in diesen Fällen eindeutig Klarheit zu erhalten, müsste jeder nicht eindeutig „natürliche“ Todesfall und jeder Fall mit zeitlichem Bezug zu einem medizinischen Eingriff obduziert werden. Hierdurch wäre Objektivität und Rechtssicherheit sowohl gegenüber dem Verstorbenen und dessen Angehörigen als auch unter der Ärzteschaft gewährleistet.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[5.] Analyse:Mt/Fragment 041 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-06 23:58:11 Hindemith
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 12-16, 18-24
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 67, Zeilen: 67: 27ff; 68: 1ff
Bereits 1975 bemängelte Kanne, dass die von niedergelassenen Ärzten durchgeführte Leichenschau in nur 20% der Fälle an der entkleideten Leiche durchgeführt wird. Zwei Drittel der Leichenschauen erfolgten ohne Entfernen der Kinnbinde, die mögliche Würgemale verdecken könnte (Kanne 1975). Auch eine durch Gerg und Baier im Jahr 2007 durchgeführte Umfrage im Regierungsbezirk Stuttgart ergab, dass nur in 41,4 % der Fälle die Leiche vollständig entkleidet wurde. Diese Zahlen lassen vermuten, dass bei den durch niedergelassene Ärzte durchgeführten Leichenschauen eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten nicht natürlichen Todesfällen vorliegt (Gerg und Baier 2009). Allerdings wird eine korrekt klassifizierte Todesart für den niedergelassenen Arzt möglicherweise zu einer existenziellen Frage, wenn die Hinterbliebenen des Verstorbenen, die eventuell ebenfalls zum Patientenkollektiv des leichenschauenden Arztes gehören, direkt oder indirekt Einfluss auf die Entscheidung bezüglich der Todesart ausüben.

Kanne, G.-U. (1975): Untersuchungen und Gedanken zum Leichenschauwesen in der BRD. Münster. Diss. Med. Dent.

KANNE bemängelte bereits 1975, dass die von niedergelassenen Ärzten durchgeführte Leichenschau in nur 20% der Fälle an der entkleideten Leiche durchgeführt wird. Zwei Drittel der Leichenschauen erfolgte ohne Entfernen der Kinnbinde, die mögliche Würgemale verdecken könnte.

[Seite 68]

Diese Zahlen lassen vermuten, dass bei den durch niedergelassene Ärzte durchgeführten Leichenschauen eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten „nicht natürlichen“ Todesfällen vorliegt.

Die korrekt klassifizierte Todesart wird für den niedergelassenen Arzt möglicherweise zu einer existenziellen Frage, wenn die Hinterbliebenen des Verstorbenen, die möglicherweise ebenfalls zum Patientenkollektiv des leichenschauenden Arztes gehören, direkt oder indirekt Druck im Bezug auf das Urteil bezüglich der Todesart ausüben (JANSSEN 1991).


KANNE, G.-U. (1975): Untersuchungen und Gedanken zum Leichenschauwesen in der BRD. Münster, Diss. Med. Dent.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Man beachte, dass hier eine Aussage der Quelle einer anderen, später veröffentlichten Quelle (Gerg und Baier 2009) zugeschrieben wird.

Sichter
(Hindemith)

[6.] Analyse:Mt/Fragment 043 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-11-24 09:22:35 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 10-26
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 66, Zeilen: 11ff
In früher durchgeführten Studien von Berster, Koch und Grabowski wurde im Gegensatz dazu festgestellt, dass gerade die Notärzte häufig eine ungeklärte oder nicht natürliche Todesart bescheinigen, denn die im Rettungsdienst tätigen Mediziner sind überproportional häufig mit Patienten konfrontiert, die ihnen unbekannt sind und über deren Krankengeschichte sie nicht hinreichend bis gar nicht informiert sind (Berster 2006, Koch 2004, Grabowski 2006). Außerdem steht der Einsatzort dieser Arztgruppe häufig in Verbindung mit einem nicht natürlichen Tod, wie dies bei Unfällen, Suiziden oder Gewaltverbrechen der Fall ist. In vielen Fällen werden die Notärzte zu Leichenfunden und Todesfällen im öffentlichen Raum gerufen, bei denen sich situationsbedingt keine eindeutige Klärung der zum Tode führenden Umstände ermitteln lässt, so dass eine ungeklärte Todesart bescheinigt wird. Stellen sich für die Notärzte die zum Tode führenden Umstände jedoch eindeutig als nicht natürlich dar, bereitet es ihnen auch im häuslichen Milieu weniger Schwierigkeiten, die Todesart als nicht natürlich zu bescheinigen, da sie in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu den Angehörigen des Verstorbenen stehen, welche eventuell ebenfalls zum Patientenstamm eines niedergelassenen Leichenschauarztes gehören könnten.

Berster, D. (2006): Beurteilung von Auswirkungen der Gesetzesänderung des Nordrhein-Westfälischen Bestattungsgesetzes vom 17.06.2003 auf die Effektivität des Leichenschauwesens durch kritische Überprüfung von Todesbescheinigungen in einem ländlichen Gebiet (Kreis Steinfurt). Diss Med

Grabowski, J. (2006): Die Leichenschau im Stadtgebiet von Münster vor und nach Einführung des Bestattungsgesetzes. Diss Med

Koch, G. (2004): Analyse von Todesbescheinigungen in einem abgegrenzten ländlichen Gebiet in der Peripherie eines rechtsmedizinischen Einzugsbereiches im Kreis Lippe. Diss Med

In Münster wurde die Leichenschau im Untersuchungszeitraum in 363 Fällen (7,8%) von Notärzten durchgeführt. Sie bescheinigten in 79,1% eine „unklare“, in 13,8% eine „nicht natürliche“ und in 7,2% eine „natürliche“ Todesart. Die im Rettungsdienst tätigen Mediziner sind überproportional häufig mit Patienten konfrontiert, die ihnen unbekannt sind und über deren Krankengeschichte sie nicht Bescheid wissen. Außerdem steht der Einsatzort dieser Arztgruppe häufig in Verbindung mit einem „nicht natürlichen“ Tod, wie dies bei Unfällen, Suiziden oder Gewaltverbrechen der Fall ist. In vielen Fällen werden die Notärzte zu Leichenfunden und Todesfällen im öffentlichen Raum gerufen, bei denen sich situationsbedingt keine eindeutige Klärung der zum Tode führenden Umstände ermitteln lässt, so dass eine „unklare“ Todesart bescheinigt wird. Stellen sich für die Notärzte die zum Tode führenden Umstände jedoch eindeutig als „nicht natürlich“ dar, bereitet es ihnen auch im häuslichen Milieu keinerlei Schwierigkeit, die Todesart als „nicht natürlich“ zu bescheinigen, da sie in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu den Angehörigen des Verstorbenen stehen, welche eventuell ebenfalls zum Patientenstamm eines niedergelassenen Leichenschauarztes gehören könnten.
Anmerkungen

Die Quelle ist zwar u.a. genannt, aber nichts ist als Zitat gekennzeichnet und die Übernahme setzt sich auch nach dem Quellenverweis fort.

Sichter
(Hindemith)

[7.] Analyse:Mt/Fragment 045 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-07 00:09:30 Hindemith
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 23-26
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 63, Zeilen: 15ff
Die Diskrepanz dieser Werte zu den in der Literatur angegeben Werten lässt vermuten, dass eine hohe Dunkelziffer an nicht natürlichen Todesfällen vorliegt, welche sowohl auf Sorgfaltsmängel bei der Leichenschau als auch auf Fehler bei der Klassifizierung der Todesart zurückzuführen sind. Die Diskrepanz dieser Werte zu den in der Literatur angegeben Werten lässt vermuten, dass sowohl in Münster als auch in den Kreisen Steinfurt und Lippe eine hohe Dunkelziffer an „nicht natürlichen“ Todesfällen vorliegt, welche sowohl auf Sorgfaltsmängel bei der Leichenschau als auch auf Fehler bei der Klassifizierung der Todesart zurückzuführen sind.
Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[8.] Analyse:Mt/Fragment 054 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-11-24 09:18:50 Graf Isolan
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 2-15
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 75, 76, Zeilen: 75: 6ff; 76: 2ff
Notwendig und sinnvoll ist eine klare Anweisung, dass die Leichenschau an der vollständig entkleideten Leiche von allen Seiten, insbesondere im Bereich der behaarten Kopfhaut, des Rückens und des Nackens zu erfolgen hat. In diesem Zusammenhang ist das im Freistaat Bayern existierende, zusätzliche Informationsblatt zum Formularsatz der Todesbescheinigungen hilfreich, das genaue Anweisungen zur Durchführung der Leichenschau enthält, die Klassifikation der Todesart erläutert und die Untersuchung der Leiche - wie oben beschrieben - zur Feststellung der Todesart als zwingend voraussetzt. Auch die Todesbescheinigung des Landes Baden- Württemberg, in der eine Entscheidungshilfe zur Todesartklassifikation in Form einer ausführlichen Beschreibung der einzelnen Todesarten angegeben wird, erweist sich für den Leichenschauarzt als äußerst hilfreich

Kanne forderte bereits 1975 die Einführung von Sanktionen und bewies mit seiner Studie, dass die Leichenschau von Ärzten im Münsterland in 80% der Fälle an der bekleideten Leiche durchführt wurde (Kanne 1975).


Kanne, G.-U. (1975): Untersuchungen und Gedanken zum Leichenschauwesen in der BRD. Münster. Diss. Med. Dent.

Notwendig und sinnvoll ist eine klare Anweisung, dass die Leichenschau an der vollständig entkleideten Leiche von allen Seiten, insbesondere im Bereich der behaarten Kopfhaut, des Rückens und des Nackens zu erfolgen hat. In diesem Zusammenhang ist das im Freistaat Bayern existierende, zusätzliche Informationsblatt zum Formularsatz der Todesbescheinigungen hilfreich, das genaue Anweisungen zur Durchführung der Leichenschau enthält, die Klassifikation der Todesart erläutert und die Untersuchung der Leiche - wie oben beschrieben - zur Feststellung des „natürlichen“ Todes als zwingend voraussetzt. [...]

[...] KANNE forderte bereits 1975 die Einführung von Sanktionen und bewies mit seiner Studie, dass die Leichenschauen von Ärzten im Münsterland in 80% an der bekleideten Leiche durchführt wurden.

[Seite 76]

Die Todesbescheinigung des Landes Baden-Württemberg, in der eine Entscheidungshilfe zur Todesartklassifikation in Form einer ausführlichen Beschreibung der einzelnen Todesarten angegeben wird, erweist sich für den Leichenschauarzt als äußerst hilfreich


KANNE, G.-U. (1975):
Untersuchungen und Gedanken zum Leichenschauwesen in der BRD.
Münster, Diss. Med. Dent.

Anmerkungen

Die Quelle ist hier nicht genannt.

Interessant, dass Mt hier inhaltlich auf eine außerhalb Münsters nur schwer bis gar nicht zugängliche Quelle (Kanne 1975) zurückgegriffen haben will.

Sichter
(Hindemith)

[9.] Analyse:Mt/Fragment 056 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-11-24 09:53:34 Graf Isolan
Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 14-18
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 79, Zeilen: 13-16
Eine gute Alternative wäre der von vielen Autoren geforderte unabhängige Leichenschauer als hauptamtlich beauftragter Arzt, da dieser über die nötige Sachkenntnis verfügen würde und aufgrund seines eingegrenzten Aufgabenfeldes auch wesentlich mehr Routine im Erkennen zweifelhafter Todesfälle hätte (Brinkmann et al 1997).

Brinkmann et al. (1997): Fehlleistungen bei der Leichenschau in der Bundesrepublik Deutschland. Archiv für Kriminologie 199: 65-74

Der von vielen Autoren geforderte unabhängige Leichenschauer als hauptamtlich beauftragter Arzt würde über die nötige Sachkenntnis verfügen und hätte aufgrund seines eingegrenzten Aufgabenfeldes auch wesentlich mehr Routine im Erkennen zweifelhafter Todesfälle.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan)

[10.] Analyse:Mt/Fragment 057 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-12-07 00:16:44 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Grabowski 2006, Mt, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 1-15, 19-21
Quelle: Grabowski 2006
Seite(n): 81, Zeilen: 79: 23ff; 80: 20ff ; 81:7ff
Zurzeit stehen der Einführung eines spezialisierten Leichenschaudienstes die damit verbundenen hohen Kosten entgegen. Die zur Finanzierung dieses Modells erforderlichen Mittel könnten durch eine direkte Bezahlung durch die Hinterbliebenen gewährleistet werden. Sollten keine Angehörigen ermittelbar sein, wären die anfallenden Kosten durch den Nachlass des Verstorbenen zu decken. Das Sozialamt würde dann nur bei unbekannten Leichen oder in Fällen eines mittellos Verstorbenen die Gebühren übernehmen (Grabowski 2006).

Auch der eingeführte vorläufige Leichenschauschein, der vor allem die Situation der Ärzte im Notfall- und Rettungsdienst verbessert hat, ist als positiv zu bewerten. Schon 1997 forderten Du Chesne und Brinkmann den vorläufigen Leichenschein für alle Ärzte, die sich zur Durchführung der ordnungsgemäßen Leichenschau unter den gegebenen situativen Umständen nicht in der Lage sehen, einzuführen (Du Chesne und Brinkmann 1997). Der Arzt könnte die eigentliche Leichenschau später an einem geeigneten Ort durchführen oder eine Vertretung (z.B. aus dem Bereitschaftsdienst der Rechtsmedizin) in Anspruch nehmen. [...] Die Übernahme dieser Regelung in allen Bundesländern wäre erstrebenswert, da Ärzte so Leichenschauen auf qualifizierte Spezialisten übertragen könnten (Du Chesne und Brinkmann 1997).

[Seite 79]

Die damit verbundenen hohen Kosten stehen einer systematischen Einführung spezialisierter Leichenschauärzte zurzeit entgegen.

[Seite 80]

Die zur Finanzierung dieses Modells erforderlichen Mittel wären durch eine direkte Vergütung der mit der Leichenschau beauftragten Ärzte durch die Hinterbliebenen gewährleistet. Sollten keine Angehörigen ermittelbar sein, wären die anfallenden Kosten durch den Nachlass des Verstorbenen oder eine Versteigerung des Nachlasses zu decken. Nur bei unbekannten Leichen oder in Fällen eines mittellos Verstorbenen hätte das Sozialamt die Kosten zu tragen.

[Seite 81]

Die Einführung des vorläufigen Leichenschauscheines, der im Besonderen die Situation der Notärzte im Rettungsdienst verbessert, ist als positiv zu bewerten. DU CHESNE und BRINKMANN (1997) fordern den vorläufigen Leichenschein für alle Ärzte, die sich zur Durchführung der ordnungsgemäßen Leichenschau unter den gegebenen situativen Umständen nicht in der Lage sehen. Dieses Verfahren wird bereits in Bremen praktiziert. Der Arzt kann die Leichenschau später an einem geeigneten Ort durchführen oder eine Vertretung (z.B. aus dem Bereitschaftsdienst der Rechtsmedizin) in Anspruch nehmen. Die Übernahme dieses Modells in die Regelung aller Bundesländer wäre erstrebenswert, da Ärzten so die Möglichkeit gegeben würde, schwierige Leichenschauen auf qualifizierte Spezialisten zu übertragen.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt, die Übernahme geht aber nach der Nennung weiter und ein wörtliches Zitat ist nicht gekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith)

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