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Quelle:Sh/BBR 2000

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Titel    Stadtentwicklung und Städtebau in Deutschland
Beteiligte    Claus-Christian Wiegandt [Bearb.]
Ort    Bonn
Verlag    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Jahr    2000
Reihe    Berichte ; 5
URL    http://www.bbsr.bund.de/cln_032/nn_21272/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/Abgeschlossen/Berichte/2000__2005/Bd05StadtentwicklungStaedtebau.html

Literaturverz.   

ja
Fragmente    9


Fragmente der Quelle:
[1.] Sh/Fragment 012 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:16:55 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Goalgetter, Drhchc, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 012, Zeilen: 16-28
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 045, Zeilen: 01-21
1.4 Stadtentwicklung und Stadterneuerung [FN 3]

1.4.1 Überblick

Die Herausforderungen an den Städtebau wandeln sich ebenso wie die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse immer schneller. Die Dynamik der städtischen Entwicklung umfasst alle Lebensbereiche und Funktionen der Stadt. Die wirtschaftlichen und technischen Bedingungen sowie die gesellschaftlichen Probleme der Wiederaufbauphase nach dem 2. Weltkrieg waren andere als in der anschließenden Phase des Wirtschaftsaufschwungs und der Stadterweiterung. Die politischen Antworten auf Wirtschaftskrise und Strukturwandel sowie die städtebaulichen Konzepte der Stadterneuerung und des Stadtumbaus unterscheiden sich wiederum von den Ansätzen zur Bewältigung der gesellschaftlichen Veränderungen und der städtebaulichen Herausforderungen seit der deutschen Vereinigung 1990, die den Beginn einer Phase vielschichtiger Stadtentwicklung markiert.

[FN 3: Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung BBR – Stadtentwicklung und Städtebau in Deutschland. Ein Überblick, Bonn 2000]

3.3 Städtebauliche Entwicklung und Erneuerung

4. Stadtentwicklung und Städtebau im Wandel

Die Herausforderungen an den Städtebau wandeln sich ebenso wie die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse immer schneller. Diese Dynamik erfasste alle Lebensbereiche und Funktionen der Stadt. Die wirtschaftlichen und technischen Bedingungen und die gesellschaftlichen Probleme der Wiederaufbauphase waren andere als in der anschließenden Phase des Wirtschaftsaufschwungs und der Stadterweiterung. Die politischen Antworten auf Wirtschaftskrise und Strukturwandel sowie die städtebaulichen Konzepte der Stadterneuerung und des Stadtumbaus unterschieden sich wiederum von den Ansätzen zur Bewältigung der gesellschaftlichen Veränderungen und der städtebaulichen Herausforderungen seit der deutschen Vereinigung, die den Beginn einer Phase vielschichtiger Stadtentwicklung markiert

Anmerkungen

Nach der Fussnote an der Kapitelueberschrift (mit Quellenverweis: "Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]"), folgt eine woertliche Uebernahme, die als solche nicht gekennzeichnt ist. Der Autor fuegt "1990" nach "der deutschen Vereinigung" als Eigenleistung ein. Die woertlichen Uebernahmen ohne Kennzeichnung gehen auf den folgenden Seiten so weiter.

Sichter
Hindemith

[2.] Sh/Fragment 013 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:16:57 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Drhchc, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 013, Zeilen: 1-34
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 045-47, Zeilen: (Spalte 2) 33
1.4.1.1 Wiederaufbau in den 50er Jahren

Die ersten Nachkriegsjahre waren in vielen deutschen Städten durch große Flüchtlingsströme, weitgehende Zerstörung der Industrieanlagen, der technischen Infrastruktur sowie der Wohngebiete und Innenstädte geprägt. Die Wohnungsnot galt es durch umfassende Ankurbelung des Wohnungsbaus zu überwinden. Die Zielgruppen waren breite Bevölkerungsschichten, denn die Kriegsfolgen hatten alle zu spüren bekommen. Im Rahmen der Zwangsbewirtschaftung von bestehendem Wohnraum mussten sich mehrere Haushalte unfreiwillig eine Wohnung teilen. Die Zwangsbewirtschaftung wurde bald durch die Schaffung neuen Wohnraums ergänzt. Für die Berechtigung zum Bezug einer Wohnung waren viele soziale Härten zu berücksichtigen, z. B. Flucht, extremer Wohnungsnotstand, Kriegsgefangenschaft. In Westdeutschland wurden während der Wiederaufbauphase auf der Grundlage des 2. Wohnungsbaugesetzes über 5 Mio. Wohnungen gebaut. Trotzdem blieben viele Wohnungssuchende noch über Jahre auf Notunterkünfte angewiesen.

Die „gegliederte und aufgelockerte Stadt“ wurde zum vorherrschenden städtebaulichen Leitbild der 50er Jahre. In Anlehnung an die Wohnungsbaureformvorstellungen der 20er Jahre entstanden in vielen Städten Wohnsiedlungen mit viel Grün und mit nur wenigen Geschossen. Diese flächenintensiven Siedlungsformen wurden vorwiegend in innenstadtnahen Lagen realisiert. Zu dem setzten sich bereits in den 50er Jahren die auf die „Charta von Athen“ zurückgeführten Überlegungen durch, die städtischen Funktionen Wohnen, Arbeiten, Erholung unterschiedlichen Stadträumen zuzuordnen.

In Westdeutschland wurden den Kommunen die Planungshoheit für die Stadtentwicklung und den Städtebau bzw. Städteumbau übertragen. Diese Wiederaufbaujahre waren durch zwei sehr unterschiedliche Vorgehensweisen gekennzeichnet. In etlichen westdeutschen Städten wurden alte Gebäude auf den alten Stadtgrundrissen parzellenscharf rekonstruiert (z. B. in Münster). Die kleinteilige Grundeigentumsstruktur, das vorhandene Straßennetz mit erhaltenen Ver- und Entsorgungsleitungen sowie traditionsbewusste Bürger und Entscheidungsträger verhinderten vielfach tiefgreifende Veränderungen. In anderen Fällen nutzte man die Kriegszerstörung aber auch zu einem radikalen Neuanfang. Hier wurden die historischen Stadtkerne grundlegend umgestaltet (z. B. in Dortmund, aber auch in Ludwigshafen am Rhein) und den neuen Anforderungen des Straßenverkehrs angepasst. Vielfach wurde die traditionelle Blockrandbebauung aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg durch eine konsequente Zeilenbebauung ersetzt.

[S.45, Spalte 2, Z.33]

4.1 Wiederaufbau in den 50er Jahren

Die ersten Nachkriegsjahre waren in vielen deutschen Städten durch große Flüchtlingsströme, weitgehende Zerstörung der Industrieanlagen, der technischen Infrastruktur sowie der Wohngebiete und Innenstädte geprägt. [...]

[S.46, Spalte 2, Z.14]

Beide deutschen Staaten standen jedoch vor der gleichen Herausforderung, die Wohnungsnot durch umfassende Ankurbelung des Wohnungsbaus zu überwinden. Die Zielgruppen waren breite Bevölkerungsschichten, denn die Kriegsfolgen hatten alle zu spüren bekommen. Im Rahmen der Zwangsbewirtschaftung von bestehendem Wohnraum mussten sich mehrere Haushalte unfreiwillig eine Wohnung teilen. Die Zwangsbewirtschaftung wurde bald durch die Schaffung neuen Wohnraums ergänzt.

Für die Berechtigung zum Bezug einer Wohnung waren viele soziale Härten zu berücksichtigen, z. B. Flucht, extremer Wohnungsnotstand, Kriegsgefangenschaft. In Westdeutschland wurden während der Wiederaufbauphase auf der Grundlage des II. Wohnungsbaugesetzes über 5 Mio. Wohnungen gebaut. Trotzdem blieben viele Wohnungssuchende noch über Jahre auf Notunterkünfte angewiesen. [...]

[S.46, Spalte 2, Z.43]

Die „gegliederte und aufgelockerte Stadt“ wurde zum vorherrschenden städtebaulichen Leitbild der 50er Jahre. In Anlehnung an die Wohnungsbaureformvorstellungen der 20er Jahre entstanden in vielen Städten Wohnsiedlungen mit viel Grün und mit nur wenigen Geschossen. Diese flächenintensiven Siedlungsformen wurden vorwiegend in innenstadtnahen Lagen realisiert. Zu dem setzten sich bereits in den 50er Jahren die auf die „Charta von Athen“ zurückgeführten Überlegungen durch, die städtischen Funktionen Wohnen, Arbeiten, Erholung unterschiedlichen Stadträumen zuzuordnen.

In Westdeutschland bekamen die Kommunen die Planungshoheit. [...]

[S.47, Spalte 1, Z.1]

In Westdeutschland waren die Wiederaufbaujahre durch zwei sehr unterschiedliche Vorgehensweisen gekennzeichnet. In etlichen westdeutschen Städten wurden alte Gebäude auf den alten Stadtgrundrissen parzellenscharf rekonstruiert (z. B. in Münster). Die kleinteilige Grundeigentumsstruktur, das vorhandene Straßennetz mit erhaltenen Ver- und Entsorgungsleitungen sowie traditionsbewusste Bürger und Entscheidungsträger verhinderten vielfach tiefgreifende Veränderungen. In anderen Fällen nutzte man die Kriegszerstörung aber auch zu einem radikalen Neuanfang. Hier wurden die historischen Stadtkerne grundlegend umgestaltet (z. B. in Dortmund) und den neuen Anforderungen des Straßenverkehrs angepasst. Vielfach wurde die traditionelle Blockrandbebauung aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg durch eine konsequente Zeilenbebauung ersetzt.

Anmerkungen

Woertliche Uebernahmen, mit geringfuegigen Anpassungen, die meist darauf abziehlen DDR-Spezifisches auszulassen, oder einen Bezug zu Ludwigshafen herzustellen. Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via FN an der Kapitelueberschrift (FN 3: "Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]"). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

[3.] Sh/Fragment 014 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:16:59 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 014, Zeilen: 01-24
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 047, Zeilen: 45 (Spalte 1) ff.
1.4.1.2 Stadterweiterung in den 60er Jahren

Das Schlagwort „Wirtschaftswunder“ war zum Inbegriff des wirtschaftlichen Aufschwungs im Westen geworden. Kräftiges Wirtschaftswachstum, Ausweitung und Industrialisierung der Güterproduktion waren wichtige Triebkräfte für gesellschaftliche Veränderungen. Die Massenkaufkraft wurde gestärkt und der Warenkonsum angekurbelt. Zuwanderung und steigende Geburtenzahlen führten zu einem starken Bevölkerungswachstum. Der Bedarf an Arbeitskräften konnte zunächst jedoch noch nicht gedeckt werden. Die wirtschaftliche Entwicklung steigerte den Bedarf an neuen Industriestandorten und zusätzlichen Gewerbeflächen erheblich. In diesem Zusammenhang weitete sich das Transport- und Verkehrsaufkommen aus. Die Kaufkraftzuwächse ermöglichten vielen Haushalten ein eigenes Auto. Das Bevölkerungswachstum und der gestiegene Wohlstand verstärkten den Bedarf an Wohnraum, technischer und sozialer Infrastruktur.

Die bundesdeutsche Politik reagierte auf diese Entwicklung, in dem sie die Anwerbung von Gastarbeitern verstärkte, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Autobahnbau, in den Städten Straßen Neu– und Ausbau, S- und U-Bahnbau, aber auch Straßenbahnrückbau), der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und insbesondere den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau forcierte. Die finanzpolitischen Spielräume für staatliche Förder- und Investitionsprogramme hatten sich in Westdeutschland durch erhöhte Steueraufkommen in Folge des Wirtschaftswachstums erweitert. Die bundesrechtlichen Rahmensetzungen für den Wohnungs- und Städtebau wurden durch Novellierungen des Wohnungsbaugesetzes und die Einführung des Bundesbaugesetzes an die veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen angepasst.

4.2 Die Stadtentwicklung in den 60er Jahren

Das Schlagwort „Wirtschaftswunder“ war zum Inbegriff des wirtschaftlichen Aufschwungs im Westen geworden. Kräftiges Wirtschaftswachstum, Ausweitung und Industrialisierung der Güterproduktion waren wichtige Triebkräfte für gesellschaftliche Veränderungen. Die Massenkaufkraft wurde gestärkt und der Warenkonsum angekurbelt. Zuwanderung und steigende Geburtenzahlen führten zu einem starken Bevölkerungswachstum. Der Bedarf an Arbeitskräften konnte zunächst jedoch noch nicht gedeckt werden. Die wirtschaftliche Entwicklung steigerte den Bedarf an neuen Industriestandorten und zusätzlichen Gewerbeflächen erheblich. In diesem Zusammenhang weitete sich das Transport- und Verkehrsaufkommen aus. Die Kaufkraftzuwächse ermöglichten vielen Haushalten ein eigenes Auto. Das Bevölkerungswachstum und der gestiegene Wohlstand verstärkten den Bedarf an Wohnraum, technischer und sozialer Infrastruktur.

Die bundesdeutsche Politik reagierte auf diese Entwicklung, in dem sie die Anwerbung von Gastarbeitern verstärkte, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Autobahnbau, in den Städten Straßen Neu– und Ausbau, S- und U-Bahnbau, aber auch Straßenbahnrückbau), der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und insbesondere den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau forcierte. Die finanzpolitischen Spielräume für staatliche Förder- und Investitionsprogramme hatten sich in Westdeutschland durch erhöhte Steueraufkommen in Folge des Wirtschaftswachstums erweitert. Die bundesrechtlichen Rahmensetzungen für den Wohnungs- und Städtebau wurden durch Novellierungen des Wohnungsbaugesetzes und die Einführung des Bundesbaugesetzes an die veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen angepasst.

Anmerkungen

Woertliche Uebernahme. Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via Fussnote an der Kapitelueberschrift (FN 3: Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

[4.] Sh/Fragment 016 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:17:01 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith, Hansgert Ruppert
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 1-32
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 48-49, Zeilen: 11 (Spalte 2)
In vielen westdeutschen Stadtkernen bildeten sich ökonomische und kulturelle Zentren heraus, in denen sich vor allem Geschäfts- und Büronutzungen konzentrierten. Dem wachsenden Flächenbedarf für Wohnungs- und Gewerbebau standen nun immer weniger innerstädtische Flächenreserven gegenüber. Die Suburbanisierung setzte ein. Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum zogen eine deutliche Zunahme der Siedlungsflächen am Stadtrand und dem Stadtumland nach sich. Das Verkehrsaufkommen nahm rasant zu und Vorstellungen von einer autogerechten Stadtentwicklung erhielten Auftrieb. Vorhandene Straßen wurden verbreitert. Umgehungsstraßen neu gebaut und neue Verkehrstrassen durch gewachsene Stadtquartiere gebrochen.

Um diese Veränderungen planvoll gestalten zu können, erhielten im Bundesgebiet Leitvorstellungen der zentralen Orte und gestuften Dichten neue Bedeutung. Danach sollte die Siedlungstätigkeit entlang von leistungsfähigen Verkehrsstraßen, Verkehrstrassen und an Haltestellen des Schienenverkehrs konzentriert werden. Diesem Grundgedanken folgend wurden für etliche Städtebauvorhaben die Bebauungsdichten bereits im Planungsstadium heraufgesetzt.

Die Gestaltungsabsichten in der bundesdeutschen Stadtplanung wurden schnell von der dynamischen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung überholt. Unter dem starken Entwicklungsdruck richteten viele Städte ihre Zentren- und Dichtekonzepte schon bald auf die Stadtränder und in das Umland. Zu dem erwarben potente Wirtschaftsakteure (Industrie-, Gewerbe- und Wohnungsunternehmen) landwirtschaftliche Nutzflächen am Stadtrand und im Stadtumland. Manche Kommune war mit dem Planungsanforderungen überfordert und somit schnell bereit, auf die Unterstützung der Planungsabteilungen, z. B. von gemeinnützigen Wohnungsunternehmen, zurückzugreifen. So wurden die 60er Jahre zur Phase der Gewerbeansiedlungen und der neuen Großwohnsiedlungen am Stadtrand (z. B. Ludwigshafen-Pfingstweide), ganz im Zeichen der Funktionstrennung von Arbeitsstätten und reinen Wohngebieten. Wohnsiedlungen dieser Zeit waren durch mehrgeschossigen Mietwohnungsbau in industrieller Fertigungsweise geprägt. Im Laufe der Jahre kam es zu immer höherer und dichterer Bebauung. Parallel zu diesen relativ kompakten Stadterweiterungen entstanden im Umland auch immer mehr aufgelockert und offen bebaute Einfamilienhausgebiete.

In vielen westdeutschen Stadtkernen bildeten sich ökonomische und kulturelle Zentren heraus, in denen sich vor allem Geschäfts- und Büronutzungen konzentrierten. Dem wachsenden Flächenbedarf für Wohnungs- und Gewerbebau standen nun immer weniger innerstädtische Flächenreserven gegenüber. Die Suburbanisierung setzte ein. Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum zogen eine deutliche Zunahme der Siedlungsflächen am Stadtrand und im Stadtumland nach sich. Das Verkehrsaufkommen nahm rasant zu und Vorstellungen von einer autogerechten Stadtentwicklung erhielten Auftrieb. Vorhandene Straßen wurden verbreitert, Umgehungsstraßen neu gebaut und neue Verkehrstrassen durch gewachsene Stadtquartiere gebrochen.

Um diese Veränderungen planvoll gestalten zu können, erhielten in der BRD Leitvorstellungen der zentralen Orte und gestuften Dichten neue Bedeutung. Danach sollte die Siedlungstätigkeit entlang von leistungsfähigen Verkehrstrassen und an Haltestellen des Schienenverkehrs konzentriert werden. Diesem Grundgedanken folgend wurden für etliche Städtebauvorhaben die Bebauungsdichten bereits im Planungsstadium heraufgesetzt. [...]

Die Gestaltungsabsichten in der bundesdeutschen Stadtplanung wurden schnell von der dynamischen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung überholt. Unter dem starken Entwicklungsdruck richteten viele Städte ihre Zentren- und Dichtekonzepte schon bald auf die Stadtränder und in das Umland. Zudem erwarben potente Wirtschaftsakteure (Industrie-, Gewerbe- und Wohnungsunternehmen) landwirtschaftliche Nutzflächen am Stadtrand und im Stadtumland. Manche Kommune war mit den Planungsanforderungen überfordert und somit schnell bereit, auf die Unterstützung der Planungsabteilungen z.B. von gemeinnützigen Wohnungsunternehmen zurückzugreifen. So wurden die 60er Jahre zur Phase der Gewerbeansiedlung und der neuen Großwohnsiedlungen am Stadtrand, ganz im Zeichen der Funktionstrennung von Arbeitsstätten und reinen Wohngebieten. Die Wohnsiedlungen dieser Zeit waren durch mehrgeschossigen Mietwohnungsbau in industrieller Fertigungsweise geprägt. Im Laufe der Jahre kam es zu immer höherer und dichterer Bebauung. Parallel zu diesen relativ kompakten Stadterweiterungen entstanden im Umland jedoch auch immer mehr aufgelockert und offen bebaute Einfamilienhausgebiete.

Anmerkungen

Woertliche Uebernahme, mit der Auslassung alles DDR-Spezifischen und mit minimalen Anpassungen, um den Bezug zu Ludwigshafen herzustellen. Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via FN an der Kapitelueberschrift (FN 3: "Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]"). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter

[5.] Sh/Fragment 017 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:17:03 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 017, Zeilen: 01-32
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 049, 050, Zeilen: 36(Spalte 1) ff
1.4.1.3 Stadterneuerung in den 70er Jahren

Verwöhnt vom bisherigen „Wirtschaftswunder“ wurde Anfang der 70er Jahre so mancher fortschrittsgläubige Bundesbürger von der Ölkrise geschockt. Die vom Club of Rome erkannten „Grenzen des Wachstums“ wurden für viele Menschen sichtbar. Die Benzinpreise stiegen drastisch; es gab autofreie Sonntage. Das verknappte Öl verdeutlichte die Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen und von international verflochtenen Wirtschaftsstrukturen. Die sogenannte „Energiekrise“ erreichte die hochentwickelten Industriestaaten gerade zu einer Zeit, in der die räumlichen Grenzen der Städte deutlich wurde. Die zunehmenden Abwanderungen von Einwohnern und Betrieben in die Stadtrandbereiche waren Folge eines wachsenden Wohlstandes, aber zugleich auch eine wesentliche Voraussetzung für weiteres Wirtschaftswachstum.

„Rettet unsere Städte jetzt“ war das Motto der 70er Jahre. Es verstand sich als Hilferuf, eine Umkehr in der Städtebaupolitik einzuleiten. Bis dahin war die Stadtentwicklungspolitik auf den Wohnungsneubau fixiert und vernachlässigte zu sehr den Bestand. Mit dem Städtebauförderungsgesetz wurde die zentrale Rechtsgrundlage für die Erneuerung der Städte als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden geschaffen. „Städtebauliche Missstände“ wurden fortan Gegenstand umfassender Förderung. Weitere Gesetzeswerke zielten auf die verstärkte Modernisierung des Gebäudebestandes, insbesondere mit dem Ziel der Energieeinsparung. Zugleich wurde erkannt, dass die langfristige Entwicklung nur durch Stärkung der Stadtforschung gesteuert werden kann. Diese Einschätzung führte zur Gründung von Städtebauinstituten, zu kommunalen Stadtentwicklungsämtern und zu neuen interdisziplinären Ausbildungskonzepten im Städtebau. Die Rückbesinnung auf städtebauliche Qualitäten kennzeichnete im Bundesgebiet die gewandelte Wertschätzung der alten, bisher vernachlässigten Stadtquartiere. Die beklagte Unwirtlichkeit der Städte – vornehmlich der Neubausiedlungen am Stadtrand war zugleich Motiv für die Revitalisierung der Altbauquartiere. Neben der technischen Modernisierung der Bausubstanz stand die gesellschaftliche Aufwertung der innerstädtlichen Stadtteile im Vordergrund. Nun galt nicht länger die „störungsfreie Trennung“ städtischer Funktionen, sondern die lebendige Mischung als Ziel der Stadtentwicklungspolitik. Städtebauliche Dichte wurde als unverzichtbar für städtische Lebensweisen wiederentdeckt.

4.3 Stadterneuerung in den 70er Jahren

Verwöhnt vom bisherigen „Wirtschaftswunder“ wurde Anfang der 70er Jahre so mancher fortschrittsgläubige Bundesbürger von der Ölkrise geschockt. Die vom Club of Rome erkannten „Grenzen des Wachstums“ wurden für viele Menschen sichtbar. Die Benzinpreise stiegen drastisch; es gab autofreie Sonntage. Das verknappte Öl verdeutlichte die Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen und von international verflochtenen Wirtschaftsstrukturen. Die sogenannte „Energiekrise“ erreichte die hochentwickelten Industriestaaten gerade zu einer Zeit, in der die räumlichen Grenzen der Städte deutlich wurde. Die zunehmenden Abwanderungen von Einwohnern und Betrieben in die Stadtrandbereiche waren Folge eines wachsenden Wohlstandes, aber zugleich auch eine wesentliche Voraussetzung für weiteres Wirtschaftswachstum.

„Rettet unsere Städte jetzt“ war das Motto des Deutschen Städtetages der 70er Jahre. Es verstand sich als Hilferuf, eine Umkehr in der Städtebaupolitik einzuleiten. Bis dahin war die bundesdeutsche Stadtentwicklungspolitik auf den Wohnungsneubau fixiert und vernachlässigte zu sehr den Bestand. Mit dem Städtebauförderungsgesetz wurde die zentrale Rechtsgrundlage für die Erneuerung der Städte als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden geschaffen. „Städtebauliche Missstände“ wurden fortan Gegenstand umfassender Förderung. Weitere Gesetzeswerke zielten auf die verstärkte Modernisierung des Gebäudebestandes, insbesondere mit dem Ziel der Energieeinsparung. Zugleich wurde erkannt, dass die langfristige Entwicklung nur durch Stärkung der Stadtforschung gesteuert werden kann. Diese Einschätzung führte zur Gründung von Städtebauinstituten, zu kommunalen Stadtentwicklungsämtern und zu neuen interdisziplinären Ausbildungskonzepten im Städtebau.

[...]

Die Rückbesinnung auf städtische Qualitäten kennzeichnete im Bundesgebiet die gewandelte Wertschätzung der alten, bisher vernachlässigten Stadtquartiere. Die beklagte Unwirtlichkeit der Städte – vornehmlich der Neubausiedlungen am Stadtrand - war zugleich Motiv für die Revitalisierung der Altbauquartiere. Neben der technischen Modernisierung der Bausubstanz stand die gesellschaftliche Aufwertung der innerstädtlichen Stadtteile im Vordergrund. Nun galt nicht länger die „störungsfreie Trennung“ städtischer Funktionen, [Seite 50] sondern die lebendige Mischung als Ziel der Stadtentwicklungspolitik. Städtebauliche Dichte wurde als unverzichtbar für städtische Lebensweisen wiederentdeckt.

Anmerkungen

Woertliche Uebernahmen mit leichten Anpassungen. Ein Absatz der Quelle wird nicht mituebernommen. Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via Fussnote an der Kapitelueberschrift (FN 3: Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

[6.] Sh/Fragment 018 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:17:05 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 018, Zeilen: 01-31
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 050-051, Zeilen: 05-13 (Spalte 1),01-20,35-56 (Spalte 2),01-03 (Spalte 1)
Der Beginn der Stadterneuerungsphase im Westen war durch eine eher flächenhafte, durchgreifende Sanierung im größeren Maßstab geprägt. Blockweise wurden Wohngebäude abgerissen und an ihrer Stelle neue gebaut. In einzelnen westdeutschen Großstädten und in Westberlin machten „Hausinstandbesetzungen“ auf Politikdefizite hinsichtlich eines sozialverantwortlichen Umgangs mit dem Wohnungsbestand aufmerksam. Auch viele Innenstädte blieben nicht von diesen „Modernisierungsoffensiven“ durchgreifender Sanierung verschont.

Historische Stadtstrukturen sind vielerorts verschwunden. Dort wo einzelne Objekte als Zeugnisse vergangener Baukultur gerettet wurden, ist die Radikalität des Eingriffes in vorhandene Stadtstrukturen heute noch sichtbar.

Im Laufe des Jahrzehnts gab es aber in zahlreichen Städten bereits Ansätze für eine behutsame Stadterneuerung unter Wahrung des kulturhistorischen Erbes und traditioneller Architekturformen sowie zur Sicherung stabiler Nachbarschaft. Seit dieser Zeit erlangte auch der städtebauliche Denkmalschutz wachsende Bedeutung. Die bestanderhaltende Erneuerung der westdeutschen Innenstädte wurde in vielen Fällen durch die Einrichtung von Fußgängerzonen sowie durch die Schaffung neuer Autostellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen ergänzt und abgesichert.

1.4.1.4 Stadtumbau in den 80er Jahren

Der wirtschaftliche Strukturwandel in der Bundesrepublik brachte tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft, Arbeits-, Wohn- und Freizeitwelt mit sich. In Folge weitreichender Rationalisierung und Automatisierung des produzierenden Gewerbes verfestigte sich eine beträchtliche Langzeitarbeitslosigkeit. Im expandierenden Dienstleistungssektor etablierten sich neue Erwerbs- und Berufsfelder. Die Bevölkerungsentwicklung stagnierte, eine verstärkte Alterung der Gesellschaft wurde offenkundig. Der Anteil kleiner Haushalte mit ein bis zwei Personen nahm insbesondere in den Großstädten zu.

Vor diesem Hintergrund veränderte sich auch das Wohn- und Freizeitverhalten. Die Wohnwünsche der Bundesbürge richteten sich vermehrt auf das Eigenheim im Grünen. Vereinzelte Wohnungsleerstände wurden zum Anlass genommen, den öffentlich geförderten Mietwohnungsneubau einzuschränken und die Eigenheimförderung auszuweiten.

Der Beginn der Stadterneuerungsphase im Westen war durch eine eher flächenhafte, durchgreifende Sanierung im größeren Maßstab geprägt. Blockweise wurden Wohngebäude abgerissen und an ihrer Stelle neue gebaut. In einzelnen westdeutschen Großstädten und in Westberlin machten „Hausinstandbesetzungen“ auf Politikdefizite hinsichtlich eines sozialverantwortlichen Umgangs mit dem Wohnungsbestand aufmerksam. Auch viele Innenstädte blieben nicht von diesen „Modernisierungsoffensiven“ durchgreifender Sanierung verschont. Historische Stadtstrukturen sind vielerorts verschwunden. Dort wo einzelne Objekte als Zeugnisse vergangener Baukultur gerettet wurden, ist die Radikalität des Eingriffes in vorhandene Stadtstrukturen heute noch sichtbar.

Im Laufe des Jahrzehnts gab es aber in zahlreichen Städten bereits Ansätze für eine behutsame Stadterneuerung unter Wahrung des kulturhistorischen Erbes und traditioneller Architekturformen sowie zur Sicherung stabiler Nachbarschaften. Seit dieser Zeit erlangte auch der städtebauliche Denkmalschutz wachsende Bedeutung. Die bestanderhaltende Erneuerung der westdeutschen Innenstädte wurde in vielen Fällen durch die Einrichtung von Fußgängerzonen sowie durch die Schaffung neuer Autostellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen ergänzt und abgesichert.

[...]

4.4 Stadtumbau in den 80er Jahren

Der wirtschaftliche Strukturwandel in der Bundesrepublik brachte tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft, Arbeits-, Wohn- und Freizeitwelt mit sich. In Folge weitreichender Rationalisierung und Automatisierung des produzierenden Gewerbes verfestigte sich eine beträchtliche Langzeitarbeitslosigkeit. Im expandierenden Dienstleistungssektor etablierten sich neue Erwerbs- und Berufsfelder. Die Bevölkerungsentwicklung stagnierte, und eine verstärkte Alterung der Gesellschaft wurde offenkundig. Der Anteil kleiner Haushalte mit ein bis zwei Personen nahm insbesondere in den Großstädten zu.

Vor diesem Hintergrund veränderte sich auch das Wohn- und Freizeitverhalten. Die Wohnwünsche der Bundesbürger richteten sich vermehrt auf das Eigenheim im Grünen. Vereinzelte Wohnungsleerstände wurden zum Anlass genommen, den öffentlich geförderten Mietwohnungsneubau einzuschränken und die Eigenheimförderung auszuweiten.

Anmerkungen

Woertliche Uebernahme mit minimalen Aenderungen. Ein Absatzt der Quelle wird nicht miruebernommen. Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via Fussnote an der Kapitelueberschrift (FN 3: Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

[7.] Sh/Fragment 019 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:17:07 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 019, Zeilen: 01-33
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 051, Zeilen: 09-46,54-56 ( Spalte 1), 01-20 (Spalte 2)
Die politischen Antworten auf die Herausforderungen der 80er Jahre konzentrierten sich im Westen auf staatliche Investitions- und Beschäftigungsförderung, vor allem in Form steuerlicher Anreize. Diese Maßnahmen entlasteten vornehmlich die dynamischen Wirtschaftsakteure. In der Wohnungspolitik wurden die Akzente zu Gunsten der Eigentumsbildung, insbesondere der Eigenheimförderung verschoben. Dem gegenüber orientierte sich die Städtebaupolitik vorrangig auf die Innenentwicklung der Städte. Die Städtebauförderung von Bund und Ländern stellte die Erneuerung der Altbauquartiere in den Mittelpunkt; punktuell wurde sie aber auch auf die Nachbesserung von Großwohnsiedlungen ausgeweitet.

Die bundesdeutschen Kommunen versuchten zu dieser Zeit einen Spagat zwischen erhaltender Stadterneuerung in ihren Bestandsquartieren einerseits und Errichtung neuer Eigenheimgebiete andererseits. In dieser Doppelstrategie sollten einkommenskräftige Bevölkerungsgruppen in den Städten gehalten bzw. aus dem Stadtumland zurückgewonnen werden. Unter dem Eindruck stagnierender Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sowie eines geschärften Umweltbewusstseins erhielten Elemente einer ökologisch orientierten Stadtentwicklung zunehmende Bedeutung. Innenentwicklung durch Bestandserhalt und Umnutzung von Brachflächen vor Außenentwicklung, Verringerung der Siedlungserweiterung und flächensparende Städtebaukonzepte im Fall unvermeidbarer Neubauvorhaben, so lauteten die Schlagworte der neuen Leitbilder.

In der westdeutschen Städtebaupraxis der 80er Jahre war das vorläufige Ende der Großwohnsiedlungen am Stadtrand gekommen. An ihre Stelle traten kleinere Projekte des verdichteten Einfamilienhausbaus zumeist in Form zwei- bis dreigeschossiger Reihenhäuser auf kleinen Grundstücken, häufig unter dem Stichwort „kostengünstiges Bauen“. In den Altbauquartieren wurden die Ansätze der Flächensanierung aufgegeben und durch Konzepte der behutsamen Stadterneuerung abgelöst. Nun standen der Erhalt und die Erneuerung vorhandener Bausubstanz sowie ergänzende Neubauten in Baulücken im Vordergrund. Seit dieser Zeit wurden auch verstärkt Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt.

Die Bestandsorientierung ging mit verstärktem Bürgerengagement einher. Dieses drückte sich nicht mehr in förmlicher Bürgerbeteiligung nach StBauFG und Baugesetzbuch (BauGB) aus, sondern zunehmend auch in informellen Beteiligungsformen. Weiterhin etablierten sich gerade in den Großstädten zahlreiche [Bewohnerprojekte, die neue Formen des gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnens sowie der kleinräumigen Verbindung von Arbeiten und Wohnen erproben.]

Die politischen Antworten auf die Herausforderungen der 80er Jahre konzentrierten sich im Westen auf staatliche Investitions- und Beschäftigungsförderung, vor allem in Form steuerlicher Anreize. Diese Maßnahmen entlasteten vornehmlich die dynamischen Wirtschaftsakteure. In der Wohnungspolitik wurden die Akzente zu Gunsten der Eigentumsbildung, insbesondere der Eigenheimförderung verschoben. Demgegenüber orientierte sich die Städtebaupolitik vorrangig auf die Innenentwicklung der Städte. Die Städtebauförderung von Bund und Ländern stellte die Erneuerung der Altbauquartiere in den Mittelpunkt; punktuell wurde sie aber auch auf die Nachbesserung von Großwohnsiedlungen ausgeweitet.

Die bundesdeutschen Kommunen versuchten zu dieser Zeit einen Spagat zwischen erhaltender Stadterneuerung in ihren Bestandsquartieren einerseits und Errichtung neuer Eigenheimgebiete andererseits. In dieser Doppelstrategie sollten einkommenskräftige Bevölkerungsgruppen in den Städten gehalten bzw. aus dem Stadtumland zurückgewonnen werden. Unter dem Eindruck stagnierender Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sowie eines geschärften Umweltbewusstseins erhielten Elemente einer ökologisch orientierten Stadtentwicklung zunehmende Bedeutung: Innenentwicklung durch Bestandserhalt und Umnutzung von Brachflächen vor Außenentwicklung, Verringerung der Siedlungserweiterung und flächensparende Städtebaukonzepte im Fall unvermeidbarer Neubauvorhaben. [...]

In der bundesdeutschen Städtebaupraxis der 80er Jahre war das vorläufige Ende der Großwohnsiedlungen am Stadtrand gekommen. An ihre Stelle traten kleinere Projekte des verdichteten Einfamilienhausbaus zumeist in Form zwei- bis dreigeschossiger Reihenhäuser auf kleinen Grundstücken. In den Altbauquartieren wurden die Ansätze der Flächensanierung aufgegeben und durch Konzepte der behutsamen Stadterneuerung abgelöst. Nun standen der Erhalt und die Erneuerung vorhandener Bausubstanz sowie ergänzende Neubauten in Baulücken im Vordergrund. Seit dieser Zeit wurden auch verstärkt Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt.

Die Bestandsorientierung ging mit verstärktem Bürgerengagement einher. Dieses drückte sich nicht mehr in förmlicher Bürgerbeteiligung gemäß Baugesetzbuch aus, sondern zunehmend auch in informellen Beteiligungsformen. Weiterhin etablierten sich gerade in den Großstädten zahlreiche Bewohnerprojekte, die neue Formen des gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnens sowie der kleinräumigen Verbindung von Arbeiten und Wohnen erproben.

Anmerkungen

Weitgehend woertliche Uebernahme, mit geringen Anassungen. DDR-Spezifisches wurde nicht aus der Quelle uebernommen. Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via Fussnote an der Kapitelueberschrift (FN 3: Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

[8.] Sh/Fragment 020 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:17:09 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 020, Zeilen: 01-32
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 051-053, Zeilen:
Weiterhin etablierten sich gerade in den Großstädten zahlreiche Bewohnerprojekte, die neue Formen des gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnens sowie der kleinräumigen Verbindung von Arbeiten und Wohnen erproben.

1.4.1.5 Vielschichtige Stadtentwicklung in den 90er Jahren

Die 90er Jahre sind entscheidend geprägt durch die zunehmende Globalisierung der Wirtschaftsmärkte. Nicht zuletzt die Öffnung des Ostblocks führt zu neuen Absatzmärkten einerseits und zu neuen Konkurrenzen für Produkte und Dienstleistungen am Weltmarkt andererseits. Die Öffnung der Märkte korrespondiert mit der fortschreitenden europäischen Integration und anhaltender Zuwanderung nach Deutschland gerade auch aus dem ehemaligen Ostblock. Zunehmend multikulturell zusammengesetzte Bewohnerschaften prägen das Leben in deutschen Städten. Diese Entwicklung wird überlagert durch erhebliche Veränderungen in der demographischen Zusammensetzung. Anhaltend hohe Arbeitslosigkeit führt zu einer steigenden sozialen Polarisierung in einzelnen Stadtteilen.

Eine historisch einmalige Herausforderung an Politik und Gesellschaft stellt die deutsche Vereinigung zu Beginn der 90er Jahre dar. Nach 40 Jahren Trennung und Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ging es vor allem um die Angleichung der Lebensverhältnisse in beiden Teilen Deutschlands. Zahlreiche Gesetzeswerke mussten auf die anders gelagerten Probleme der Ostdeutschen Städte übertragen werden. Neue Gesetze, z. B. Investitions- und Maßnahmengesetz, wurden für die besonderen Aufgaben zur Bewältigung der Anpassungsprozesse entwickelt. Die städtebauliche Entwicklung wurde außerdem durch erhebliche steuerliche Anreize für Investoren (Gemeinschaftswerk Aufbau Ost) geprägt. Nicht zuletzt waren grundsätzliche Probleme bei der Überleitung von Volkseigentum an Gebäuden und Boden im Privateigentum zu lösen. Die Rückgabeansprüche früherer Eigentümer und die entsprechende Vermögenszuordnung haben die Stadtentwicklungsprozesse in den neuen Bundesländern wesentlich beeinflusst.

Die dominierende Leitorientierung der 90er Jahre lautet nachhaltige Stadtentwicklung. Entsprechende Wertevorstellungen können an einem in den 80er Jahren entwickelten Umweltbewusstsein anknüpfen. Dabei konzentrieren sich die Ziele nicht nur auf konsequente Ressourceneinsparung, sondern schließen auch die bewusste Verantwortung für die nachfolgenden Generationen und für die Solidarität mit allen [Menschen auf der Erde ein.]

[S.51, Spalte 2, Z.20]

Weiterhin etablierten sich gerade in den Großstädten zahlreiche Bewohnerprojekte, die neue Formen des gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnens sowie der kleinräumigen Verbindung von Arbeiten und Wohnen erproben. [...]

[S.52, Spalte 2, Z.13]

4.5 Vielschichtige Stadtentwicklung in den 90er Jahren

Die 90er Jahre sind entscheidend geprägt durch die zunehmende Globalisierung der Wirtschaftsmärkte. Nicht zuletzt die Öffnung des Ostblocks führt zu neuen Absatzmärkten einerseits und zu neuen Konkurrenzen für Produkte und Dienstleistungen am Weltmarkt andererseits. Die Öffnung der Märkte korrespondiert mit der fortschreitenden europäischen Integration und anhaltender Zuwanderung nach Deutschland gerade auch aus dem ehemaligen Ostblock. Zunehmend multikulturell zusammengesetzte Bewohnerschaften prägen das Leben in deutschen Städten. Diese Entwicklung wird überlagert durch erhebliche Veränderungen in der demographischen Zusammensetzung. Anhaltend hohe Arbeitslosigkeit führt zu einer steigenden sozialen Polarisierung in einzelnen Stadtteilen.

Eine historisch einmalige Herausforderung an Politik und Gesellschaft stellt die deutsche Vereinigung zu Beginn der 90er Jahre dar. Nach 40 Jahren Trennung und Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ging es vor allem um die Angleichung der Lebensverhältnisse in beiden Teilen Deutschlands. Zahlreiche Gesetzeswerke mussten auf die anders gelagerten Probleme der Ostdeutschen Städte übertragen werden. Neue Gesetze, z. B. Investitions- und Maßnahmengesetz, wurden für die besonderen Aufgaben zur Bewältigung der Anpassungsprozesse entwickelt. Die städtebauliche Entwicklung wurde außerdem durch erhebliche steuerliche Anreize für Investoren (Gemeinschaftswerk Aufbau Ost) geprägt. Nicht zuletzt waren grundsätzliche Probleme bei der Überleitung von Volkseigentum an Gebäuden und Boden im Privateigentum zu lösen. Die Rückgabeansprüche früherer Eigentümer und die entsprechende Vermögenszuordnung haben die Stadtentwicklungsprozesse in den neuen Bundesländern wesentlich beeinflusst.

Die dominierende Leitorientierung der 90er Jahre lautet nachhaltige Stadtentwicklung. Entsprechende Wertevorstellungen können an einem in den 80er Jahren entwickelten Umweltbewusstsein anknüpfen. Dabei konzentrieren sich die Ziele nicht nur auf konsequente Ressourceneinsparung, sondern schließen auch die bewusste Verantwortung für die nachfolgenden Generationen und für die Solidarität mit allen Menschen auf der Erde ein.

Anmerkungen

Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via FN an der Kapitelueberschrift (FN 3: "Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]"). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

[9.] Sh/Fragment 021 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 11:17:11 Kybot
BBR 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schirdewan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 021, Zeilen: 01-18
Quelle: BBR 2000
Seite(n): 053, Zeilen: 12-46 (Spalte 1)
[Dabei konzentrieren sich die Ziele nicht nur auf konsequente Ressourceneinsparung, sondern schließen auch die bewusste Verantwortung für die nachfolgenden Generationen und für die Solidarität mit allen] Menschen auf der Erde ein. Die Herausforderung, Umweltbelange (Rio-Konferenz, Agenda 21) und Stadtentwicklung (Istanbul-Konferenz, Habitat Agenda) zusammenzuführen, kennzeichnet die komplizierten Aufgaben auf kommunaler Ebene, Zielkonflikte zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen abzubauen und sie zu zukunftsfähigen Überlebensstrategien zu bündeln. Im Mittelpunkt der städtebaulichen Anstrengungen in den neuen Bundesländern steht die Sicherung und Verbesserung des großen Wohnungsbestandes in den sogenannten Plattebausiedlungen sowie die Revitalisierung der Innenstädte, aber auch erhebliche Rückbauanforderungen.

Die erkennbaren Folgen einer auch in den 90er Jahren fortschreitenden Zersiedlung des städtischen Umlandes durch neue Wohngebiete, insbesondere mit flächenintensiven Eigenheimen sowie durch neue Gewerbegebiete und großflächige Einzelhandelszentren, löst ein Umdenken aus. In vielen Städten wird jetzt dem Stadtumbau Vorrang vor dem Neubau auf der grünen Wiese eingeräumt. Zahlreiche Praxisbeispiele für zivile Wiedernutzung von Militärflächen oder für die Umnutzung von Industriebrachen verdeutlichen das Potential, das in einem konsequenten Stadtumbau liegt. Die Reaktivierung von Brachen stößt dabei weniger an technische Grenzen bei der Sanierung von Altlasten, sondern weiterhin an politische Grenzen einer privaten Verfügung über Grund und Boden.

Dabei konzentrieren sich die Ziele nicht nur auf konsequente Ressourceneinsparung, sondern schließen auch die bewusste Verantwortung für die nachfolgenden Generationen und für die Solidarität mit allen Menschen auf der Erde ein. Die Herausforderung, Umweltbelange (Rio-Konferenz, Agenda 21) und Stadtentwicklung (Istanbul-Konferenz, Habitat Agenda) zusammenzuführen, kennzeichnet die komplizierten Aufgaben auf kommunaler Ebene, Zielkonflikte zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen abzubauen und sie zu zukunftsfähigen Überlebensstrategien zu bündeln. Im Mittelpunkt der städtebaulichen Anstrengungen in den neuen Bundesländern steht die Sicherung und Verbesserung des großen Wohnungsbestandes in den sogenannten Plattenbausiedlungen sowie die Revitalisierung der Innenstädte.

Die erkennbaren Folgen einer auch in den 90er Jahren fortschreitenden Zersiedlung des städtischen Umlandes durch neue Wohngebiete, insbesondere mit flächenintensiven Eigenheimen sowie durch neue Gewerbegebiete und großflächige Einzelhandelszentren, löst ein Umdenken aus. In vielen Städten wird jetzt dem Stadtumbau Vorrang vor dem Neubau auf der "grünen Wiese" eingeräumt. Zahlreiche Praxisbeispiele für zivile Wiedernutzung von Militärflächen oder für die Umnutzung von Industriebrachen verdeutlichen das Potential, das in einem konsequenten Stadtumbau liegt. Die Reaktivierung von Brachen stößt dabei weniger an technische Grenzen bei der Sanierung von Altlasten, sondern weiterhin an politische Grenzen einer privaten Verfügung über Grund und Boden.

Anmerkungen

Woertliche Uebernahme, mit minimalen Aenderungen ("aber auch erhebliche Rückbauanforderungen" wird am Ende des ersten Absatzes eingefuegt). Am Anfang des Kapitels (S 12) wird auf die Quelle hingewiesen via FN an der Kapitelueberschrift (FN 3: "Text folgt in Auszügen dem hervorragenden Überblick in: [...]"). Eine woertliche Uebernahme ist aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
Hindemith

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