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Quelle:Sse/Herrmann 1988

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Ulrich Herrmann
Titel    Die Grundstruktur der Rechtshängigkeit. Entwickelt am Problem des Rechtshängigkeitseinwandes bei Rechtskrafterstreckung auf Dritte
Ort    Köln, Berlin, Bonn, München
Verlag    Heymann
Jahr    1988
Reihe    Prozessrechtliche Abhandlungen ; H. 65
Anmerkung    Zugl.: Bonn, Univ., Diss., 1987

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    9


Fragmente der Quelle:
[1.] Sse/Fragment 008 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 07:09:16 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, KomplettPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 8, Zeilen: 14-31
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 13, Zeilen: 8 ff.
Die Wurzeln der Rechtskraft finden sich in dem römisch-rechtlichen Grundsatz „bis de eadem re ne sit actio“.19 Im klassischen römischen Zivilprozess war das Verfahren zweigeteilt. Zunächst musste der Kläger um die Erteilung der „formula“ nachsuchen. Dieser Verfahrensabschnitt diente dem Auffinden des für den konkreten Fall anzuwendenden Rechtssatzes und der Art und Weise seiner Anwendung. Mit der Erteilung der formula ging das geltend gemachte Recht unter und an seine Stelle trat das Klagerecht, das in einem weiteren Verfahrensabschnitt zu verfolgen war.20 Die Erteilung der formula war der Zeitpunkt des eigentlichen Prozessbeginns. In diesem Moment kam der Grundsatz „bis de eadem re ne sit actio“ zur Entfaltung. Ein weiteres Verfahren zur Erlangung der formula war allerdings (auch schon) unzulässig. Diesem stand der genannte Satz ipso iure oder in Form der „exceptio rei in iudicum [sic] deductae“ entgegen.21

Der zweite Verfahrensabschnitt, das Verfahren in iudicio, wurde durch die sententia iudicis des iudex beendet. Durch sie ging das durch die litis contestatio entstandene Klagerecht unter und wurde, sofern eine Kondemnation erfolgte, durch ein neues Rechtsverhältnis, nämlich durch die res iudicata ersetzt. Auch dann fand der erwähnte Satz Anwendung und zwar [wiederum ipso iure oder in Form der „exceptio rei iudicatae“.]


19 Planck, S. 3, 265.

20 Planck, S. 4; Kaser/Knütel, S. 376 ff., Rn. 18 ff.

21 Planck, S. 5; Kaser/Knütel, S. 377, Rn. 24.

Die Wurzeln der Rechtskraft finden sich in dem römisch-rechtlichen Grundsatz »bis de eadem re ne sit actio«69. Im klassischen römischen Zivilprozeß war das Verfahren zweigeteilt. Zunächst mußte der Kläger um die Erteilung der »formula« nachsuchen. Dieser Verfahrensabschnitt diente dem Auffinden des für den konkreten Fall anzuwendenden Rechtssatzes und der Art und Weise seiner Anwendung. Mit der Erteilung der formula ging das geltend gemachte Recht unter und an seine Stelle trat das Klagerecht, das in einem weiteren Verfahrensabschnitt zu verfolgen war70. Die Erteilung der formula war der Zeitpunkt des eigentlichen Prozeßbeginnes71. In diesem Moment kam der Grundsatz »bis de eadem re ne sit actio« zur Entfaltung. Ein weiteres Verfahren zur Erlangung der formula war allerdings auch schon unzulässig. Diesem stand der genannnte [sic] Satz ipso iure oder in Form der »exceptio rei in iudicium deductae« entgegen72.

Der zweite Verfahrensabschnitt, das Verfahren in iudicio, wurde durch die sententia iudicis des iudex beendet. Durch sie ging das durch die litis contestatio entstandene Klagerecht unter und wurde, sofern eine Kondemnation erfolgte, durch ein neues Rechtsverhältnis, nämlich durch die res iudicata ersetzt. Auch dann fand der erwähnte Satz Anwendung und zwar wiederum ipso iure oder in Form der »exceptio rei iudicatae«.


69 Planck, S. 3, 265.

70 Planck, S. 4.

71 Planck, aaO.

72 Planck, S. 5.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[2.] Sse/Fragment 009 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 08:26:10 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 9, Zeilen: 1-15
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 13 f., Zeilen: 13: 25 ff.; 14: 1 ff.
[Auch dann fand der erwähnte Satz Anwendung und zwar] wiederum ipso iure oder in Form der „exceptio rei iudicatae“. Eine erneute Klage wegen derselben Sache war nicht möglich.22

Später entfiel die Zweiteilung des Verfahrens. Die Konsumtion und Novation des eingeklagten Rechts wurde nunmehr allein an die sententia geknüpft. Der Grundsatz „bis de eadem re ne sit actio“ war demnach nur noch in der „exceptio rei iudicatae“ enthalten, während die „exceptio rei in iudicum [sic] deductae“ der Sache nach entfiel (der Begriff verschwand jedoch erst allmählich).23

Diese römisch-rechtliche Entwicklung bildete die Grundlage und den Ausgangspunkt für die moderne wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Institut der Rechtskraft.24 Die Streitpunkte waren damals wie heute die Problematiken der Wirkung der Rechtskraft in materiellrechtlicher bzw. prozessualer Hinsicht, ihre positive und negative Funktion, die Prüfung von Amts wegen bzw. ihre Verzichtbarkeit sowie die Rechtskraft der Gründe.25


22 Planck, S. 6 f.

23 Planck, S. 11 ff.; Gaul, FS Flume I, S. 443, 464 ff.

24 Andrews, S. 503, Rn. 17-002; Stürner, FS Schütze, S. 913, 914.

25 Vgl. dazu den ausführlichen Übersichtsaufsatz Gauls, FS Flume I, S. 443 ff. Die Rechtskraft der Gründe soll aufgrund der zahlreichen Behandlung in anderen Schriften nicht Gegenstand der Arbeit werden.

Auch dann fand der erwähnte Satz Anwendung und zwar wiederum ipso iure oder in Form der »exceptio rei iudicatae«. Eine erneute Klage wegen derselben Sache war nicht möglich73.

Später entfiel die Zweiteilung des Verfahrens. Die Konsumtion und Novation des eingeklagten Rechts wurde nunmehr allein an die sententia geknüpft. Der Grundsatz bis de eadem re ne sit actio war demnach nur noch in der exceptio rei iudicatae enthalten, während die exceptio rei in iudicium deductae der Sache nach entfiel (der Begriff verschwand jedoch erst allmählich)74 75.

[Seite 14:]

Diese römisch-rechtliche Entwicklung bildete die Grundlage und den Ausgangspunkt für die moderne wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Institut der Rechtskraft.

Die Streitpunkte waren die Problematiken der Wirkung der Rechtskraft in materiellrechtlicher Hinsicht, ihre positive und negative Funktion, ihre Prüfung von Amts wegen, ihre Verzichtbarkeit und die Rechtskraft der Gründe76.


73 Planck, S. 6 f.

74 Zum Ganzen: Planck, S. 11 ff., Gaul, FS Flume, S. 464 ff.

75 Zur Schließung der entstandenen Lücke in der Verteidigung gegen erneute Anbringung einer bereits anhängigen, jedoch noch nicht judizierten Sache, siehe unten.

76 Vgl. dazu den ausführlichen Übersichtsaufsatz Gauls, FS Flume, S. 443 ff.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[3.] Sse/Fragment 010 22 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-11-03 10:26:36 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 10, Zeilen: 24-26, 104-107
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 14, Zeilen: 18 ff.
Das der wahren Rechtslage entsprechende Urteil bestätigt die bisherige Rechtslage und schafft für sie einen neuen Erwerbs- oder Untergangsgrund, d. h. ein zusätzliches Recht für die festgestellte Rechtsfolge. Wenn ein klagezusprechendes Urteil vorliegt, entsteht somit, ganz nach römisch-rechtlicher Tradition, eine Art Judikatsanspruch.

29 Als Begründer der materiellrechtlichen Rechtskrafttheorie gilt v. Savigny. Nach ihm findet der Charakter der Rechtskraft seinen Ausdruck in dem Begriff „Fiktion der Wahrheit“ (res iudicata pro veritate accipitur). Der neue Richter müsse den Inhalt des früheren Urteils als wahr annehmen (System VI, S. 261, 271, 274).

Ein richtiges Urteil verschafft ein zusätzliches Recht für die festgestellte Rechtsfolge. Wenn ein klagezusprechendes Urteil vorliegt, entsteht somit, ganz nach römisch-rechtlicher Tradition, eine Art Judikatsanspruch. Als Begründer der modernen materiellrechtlichen Rechtskrafttheorie gilt v. Savigny. Nach ihm findet der Charakter der Rechtskraft seinen Ausdruck in dem Begriff »Fiktion der Wahrheit« (res iudicata pro veritate accipitur). Der neue Richter müsse den Inhalt des früheren Urteils als wahr annehmen77.

77 Bd. VI, 261, 271, 274.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[4.] Sse/Fragment 012 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 09:59:12 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 21 f.
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 16, Zeilen: 12 ff.
Allerdings entspringt dies nicht einer Bindung an das durch den Erstrichter gestaltete materielle [Recht, sondern allein der Tatsache, dass der Erstrichter rechtskräftig über das Verhältnis zwischen den Parteien entschieden hat.] Jedoch entspringt dies nicht einer Bindung an das durch den Erstrichter gestaltete materielle Recht, sondern allein der Tatsache, daß der Erstrichter rechtskräftig über das Verhältnis zwischen den Parteien entschieden hat.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle. Trotz leichter Änderung in der Formulierung ist der ursprüngliche Sinn noch gut erkennbar.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[5.] Sse/Fragment 016 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 11:51:11 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 4-7
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 17 f., Zeilen: 17: letzter Satz; 18: 1 f.
Vom Boden der prozessrechtlichen Theorie aus gesehen ergibt sich für die Frage nach der positiven oder negativen Funktion der Rechtskraft keine zwingende Antwort. So wurde denn auch die Fragestellung zur Ursache eines Schismas innerhalb dieser Lehre.56

56 Vgl. dazu Gaul, FS Flume, S. 443, 517 f.

Vom Boden der prozeßrechtlichen Theorie aus gesehen ergibt sich für die Frage nach der positiven oder negativen Funktion der Rechtskraft keine zwingende Antwort.

[Seite 17:]

So wurde denn auch diese Fragestellung zur Ursache eines Schismas innerhalb der prozeßrechtlichen Theorie104.


104 Vgl. dazu Gaul, FS Flume, S. 517.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[6.] Sse/Fragment 022 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-11-04 09:55:55 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 24-27
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 45, Zeilen: 22 ff.
Für das publizitäre Interesse an der Rechtskraft sprächen zunächst die prozessökonomischen Wirkungen, die die Geschäftslast der Gerichte mindern und dadurch helfen würden, deren Rechtsschutzfunktion aufrechtzuerhalten.84

84 MünchKommZPO-Gottwald, § 322 Rn. 52.

Für das publizitäre Interesse an der Rechtskraft sprechen auch die prozeßökonomischen Wirkungen, die die Geschäftslast der Gerichte mindern und dadurch helfen, deren Rechtsschutzfunktion aufrechtzuerhalten. Die durch die Rechtskraft bewirkte Wahrung des Ansehens der Gerichte wird ebenfalls zur Begründung des öffentlichen Interesses an ihr herangezogen 231.

231 BGHZ 36, 365, 367; 53, 332, 334; Rosenberg/Schwab, § 152 I.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle. Die übernommene Formulierung findet sich nicht an der in Fn. 84 angegebenen Stelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[7.] Sse/Fragment 023 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 12:22:45 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, KomplettPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 19 ff.
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 39, 45, Zeilen: 39: 6 ff.; 45: 16 ff.
Ein rechtskräftiges Urteil verschaffe Rechtsgewissheit, da es. jedenfalls nicht mit ordentlichen Rechtsbehelfen angreifbar sei.94 Damit werde Rechtssicherheit herbeigeführt, die ihrerseits Rechtsfrieden unter den Parteien stifte.95 An der Schaffung von Rechtsgewissheit und Rechtsfrieden habe der Staat ein unmittelbares Interesse.96 Es könne nicht angehen, dass die Parteien durch einen Verzicht oder gar durch bloßes Nichtgeltendmachen der Rechtskraft wieder Rechtsungewissheit und [-unfrieden hervorrufen und dadurch das öffentliche Interesse verletzen könnten.97]

94 Wurzer, RheinZ 12 (1923), 43, 65.

95 BGHZ 36, 365, 367; Bötticher, ZZP 85 (1972), 1, 20; Habscheid, FS Nipperdey I, S. 895, 896; Lindacher, KTS 1966, 156 f.; Rimmelspacher, Amtsprüfung, S. 66 f.

96 BGHZ 3, 82, 86.

97 Habscheid, FS Nipperdey I, S. 895, 896.

Ein rechtskräftiges Urteil verschaffe Rechtsgewißheit, da es jedenfalls nicht mit ordentlichen Rechtsbehelfen angreifbar sei. Damit werde Rechtssicherheit herbeigeführt, die ihrerseits Rechtsfrieden unter den Parteien stifte213.

[Seite 45:]

An der Schaffung von Rechtsgewißheit und Rechtsfrieden habe der Staat ein unmittelbares Interesse229. Es könne nicht angehen, daß die Parteien durch einen Verzicht oder gar durch bloßes Nichtgeltendmachen der Rechtskraft wieder Rechtsungewißheit und -unfrieden hervorrufen würden und dadurch das öffentliche Interesse verletzen könnten230.


213 BGHZ 36, 365, 367; Bötticher, ZZP 85, 20; Bülow, AcP 83, 85 f., 120 f., 127 f.; Gaul, Wiederaufnahmerecht, S. 49, 91 ff., FS Flume, S. 451 f.; Gaupp/Stein, § 322, II; Habscheid, FS Nipperdey, S. 896; Jauernig, ZZP 66, 415; Lindacher, KTS 1966, 156 f.; Otto, S. 103; Peetz, S. 18 f.; Rimmelspacher, Amtsprüfung, S. 66 f.; Rosenberg/Schwab, § 152 I; Schwartz, Berliner FS Dernburg, S. 334.

229 Schwartz, aaO.

230 Bes. Bülow, aaO, S. 120 f., 127 f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[8.] Sse/Fragment 024 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 11:40:53 Klgn
Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 1-18
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 39, 45 f., Zeilen: 39: 19 ff.; 45: 17 ff.; 46: 1 ff.
[Es könne nicht angehen, dass die Parteien durch einen Verzicht oder gar durch bloßes Nichtgeltendmachen der Rechtskraft wieder Rechtsungewissheit und] -unfrieden hervorrufen und dadurch das öffentliche Interesse verletzen könnten.97 Dieses müsse überwiegen.98

Die Verschaffung von Rechtsgewissheit, Stiftung von Rechtsfrieden unter den Parteien und die prozessökonomischen Zwecke dienten natürlich auch dem privaten Interesse der Parteien oder doch zumindest dem obsiegenden Teil.99 Insbesondere die Rechtsvergewisserungs- und Rechtsfriedensfunktion zeitige jedoch eine erhebliche Rückkoppelung auf die Allgemeinheit.100 Durch sie werde die abstrakte Rechtsordnung dauerhaft konkretisiert. Dadurch werde sie mit Rechtswirklichkeit gefüllt und könne ihre prägende Kraft entfalten.101 Nur dadurch werde sie endgültig befähigt, die ihr zugedachte Funktion der Rechtsfriedensstiftung auszuüben.102 Lediglich bei gesichertem Funktionieren der Gesamtrechtsordnung sei auch der allgemeine Rechtsfrieden gesichert. Damit diene die Rechtskraft auch der Sicherung des Rechtsfriedens der Allgemeinheit. Zudem werde durch die Rechtskraft auch die Erfüllung der Rechtsschutzaufgabe gegenüber der Gesamtrechtsordnung gewährleistet.103

Aus diesen Gründen sei die Rechtskraft als eine überwiegend den öffentlichen Interessen dienende Einrichtung anzusehen.104


97 Habscheid, FS Nipperdey I, S. 895, 896.

98 Wurzer, RheinZ 12 (1923), 43, 65; Stein/Jonas-Leipold, § 322 Rn. 222.

99 Jauernig ZZP 64 (1950-51), 285, 305 f.

100 Rimmelspacher, Amtsprüfung, S. 67.

101 Wurzer, RheinZ 12 (1923), 43, 65.

102 Rimmelspacher, Amtsprüfung, S. 67.

103 Gaul, FS Flume I, S. 443, 512.

104 Wurzer, RheinZ 12, (1923), 43, 65; Gaul, FS Flume I, S. 443, 512.

[Seite 39:]

Nur dadurch werde sie endgültig befähigt, die ihr zugedachte Funktion der Rechtsfriedensstiftung auszuüben217. Lediglich bei gesichertem Funktionieren der Gesamtrechtsordnung sei auch der allgemeine Rechtsfrieden gesichert. Damit diene die Rechtskraft auch der Sicherung des Rechtsfriedens der Allgemeinheit.

[Seite 45:]

Es könne nicht angehen, daß die Parteien durch einen Verzicht oder gar durch bloßes Nichtgeltendmachen der Rechtskraft wieder Rechtsungewißheit und -unfrieden hervorrufen würden und dadurch das öffentliche Interesse verletzen könnten230. Dieses müsse überwiegen. [...]

Die Verschaffung von Rechtsgewißheit, Stiftung von Rechtsfrieden unter den Parteien und die prozeßökonomischen Zwecke dienen natürlich auch dem privaten Interesse der Parteien oder doch zumindest dem obsiegenden Teil232. Insbesondere die Rechtsvergewisserungs- und Rechtsfriedensfunktion zeitigt jedoch eine erhebliche Rückkoppelung auf die Allgemeinheit. Durch sie wird die abstrakte Rechtsordnung dauerhaft konkretisiert. Dadurch wird sie mit Rechtswirklichkeit gefüllt und kann ihre prägende

[Seite 46:]

Kraft entfalten. Zudem wird durch die Rechtskraft auch die Erfüllung der Rechtsschutzaufgabe gegenüber der Gesamtrechtsordnung gewährleistet233. Aus diesen Gründen ist die Rechtskraft als eine überwiegend den öffentlichen Interessen dienende Einrichtung anzusehen.


217 Rimmelspacher, aaO.

230 Bes. Bülow, aaO, S. 120 f., 127 f.

232 Jauernig, ZZP 64, 305 f.

233 Gaul, FS Flume, S. 512.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

[9.] Sse/Fragment 099 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-10-30 09:41:22 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Herrmann 1988, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sse

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 99, Zeilen: 1-6
Quelle: Herrmann 1988
Seite(n): 5, Zeilen: 11 ff.
[Stellt eine bestimmte rechtliche Erscheinung ein wesensgleiches Minus einer] anderen dar, muss sich die Schließung von Lücken bei der Regelung des Minus’ an der vollwertigen Erscheinung ausrichten.153 Die Lösung eines solchen Problems ist prinzipiell an den Strukturen, Erfordernissen und Aufgaben des Oberprinzips zu orientieren. Von der übergeordneten Erscheinung aus ist die Gedankenoperation zur Lückenschließung vorzunehmen.

153 Herrmann, S. 5.

Ist eine bestimmte rechtliche Erscheinung ein wesensgleiches Minus einer anderen, muß sich die Schließung von Lücken bei der Regelung des Minus an der vollwertigen Erscheinung ausrichten. Die Lösung eines solchen Problems ist an den Strukturen, Erfordernissen und Aufgaben des Oberprinzips zu orientieren. Von der übergeordneten Erscheinung aus ist die Gedankenoperation zur Lückenschließung vorzunehmen.
Anmerkungen

Hier fehlen nur Anführungsstriche - und die Fußnote hätte um einen Satz nach hinten verschoben werden müssen.

Sichter
(SleepyHollow02), Klgn

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