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Quelle:Ssh/Kühne 2006

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Christoph Kühne
Titel    Der „Heilige Krieg“ im 21. Jahrhundert. Genese, Prämissen und Logik der modernen Dschihad-Doktrin
Herausgeber    Institut für Politische Wissenschaft, RWTH Aachen
Datum    Juli 2006
Nummer    12
Seiten    38
Reihe    Selected Term Paper
ISSN    1862-8117
URL    http://www.ipw.rwth-aachen.de/pub/select/select_12.html

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Ssh/Fragment 031 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-01 23:48:53 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Kühne 2006, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ssh, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 11-32
Quelle: Kühne 2006
Seite(n): 3, 23, Zeilen: 3:7-14.18-21, 23:5-16
Der 11. September 2001 stellte schließlich den vorläufigen Höhepunkt eines sich neu abzeichnenden Konfliktes dar, einer Auseinandersetzung, die so ganz anders geartet ist als die großen Kriege des 20. Jahrhunderts, nämlich als der totale und Kalte Krieg. Mit der Bedrohung durch die Jihadisten, die terroristischen Methoden verwenden, stehen der Welt der Staaten plötzlich einflussreiche gesellschaftliche Akteure gegenüber, deren kraftgebende Motive vorwiegend aus der Religion kommen. Zum Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Begriff "Heiliger Krieg" in die internationale, politische Szene zurückgekehrt. Es ist ein Phänomen, das die Postmoderne hinter sich glaubte.

Wenn man religiöse Quellen untersucht, zeigt es sich, dass beinahe alle Religionen Material zur Legitimation von Krieg und Gewalt liefern. Je überzeugter man von diesen Quellen ist, umso mehr wird man für seine Überzeugung alles tun. Die Überzeugung, als einzig Rechtschaffener von einer böswilligen Umwelt unterdrückt und gedemütigt zu werden, soll aus der eigenen Hilflosigkeit retten. Z. B. bietet sich in islamischen Ländern der Islam als moralische Größe an, die dem zwar technologisch überlegenen, aber religiös verwerflichen Westen entgegen wirkt. Dieser moralische Größenwahn wirkt sich unmittelbar auf die Vorstellung von Krieg und Frieden aus. Die Gruppe des religiösen Extremisten, egal ob Christen, Muslime oder Juden, stilisieren sich selbst zu Gotteskriegern, die in einem endzeitlichen Kampf von Gut und Böse auf der Seite des Guten stehen. Das ideologische Material liefert in diesem Beispielfall die Religion. Man interpretiert religiöse Quellen und religiöse Überlieferung geradezu als sprudelnde Quellen für Kriegstheorien. Die fundamentale Zweiteilung in den Religionen in profan und heilig, wahr und falsch, gut und böse [290] ist auf diesseitige Konflikte übertragen.


290. Juergensmeyer, Mark, Terror im Namen Gottes. Ein Blick hinter die Kulissen des gewalttätigen Fundamentalismus, Freiburg 2004, S. 219.

[Seite 3]

Der 11. September 2001 stellte schließlich den vorläufigen Höhepunkt eines sich neu abzeichnenden Konfliktes dar, einer Auseinandersetzung, die so ganz anders geartet ist als die großen Kriege des 20. Jahrhunderts, der totale und der kalte Krieg. Mit der Bedrohung durch den dschihadistischen Terrorismus stehen der Staatenwelt plötzlich einflussreiche gesellschaftliche Akteure entgegen, deren motivierende Kraft vorwiegend die Religion ist. Zum Anbruch des 21. Jahrhunderts ist der „Heilige Krieg“ auf die Weltbühne zurückgekehrt – ein Phänomen, das die Postmoderne hinter sich gelassen glaubte.

[...] Es wird sich zeigen, dass nahezu alle Religionen Material zur Legitimation von Krieg und Gewalt liefern, der Koran allerdings, was die Kriegsrhetorik angeht, eine besonders reichhaltige Fundgrube sein dürfte.

[Seite 23]

Die Überzeugung, als einzig Rechtschaffener von einer böswilligen Umwelt unterdrückt und gedemütigt zu werden, soll aus der eigenen Hilflosigkeit retten: In islamischen Ländern bietet sich der Islam als moralische Größe an, die dem zwar technologisch überlegenen, aber religiös verwerflichen Westen entgegengesetzt wurde. Dieser moralische Größenwahn wirkt sich unmittelbar auf die Vorstellung von Krieg und Frieden aus: Die Gruppe der Dschihadisten stilisiert sich selbst zu Gotteskriegern, die in einem endzeitlichen Kampf von Gut und Böse auf der Seite des Guten stehen. Das ideologische Material liefert in diesem Fall der Islam: Wie oben dargestellt, sind Koran und koranische Überlieferung geradezu sprudelnde Quellen für Kriegstheorien. Die fundamentale Dichotomie in den Religionen von Profan und Heilig, Wahr und Falsch, Gut und Böse93 wird gerade von Qutbs Zweiteilung der Welt in islamische und heidnische Gesellschaften auf diesseitige Konflikte übertragen.


93 Vgl. Juergensmeyer, Mark: a. a. O., S. 232f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die Passage auf Seite 23 von Kühne (2006) wird in den Formulierungen weitgehend übernommen, inhaltlich aber "aufgebohrt" und auf Religionen allgemein bezogen.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[2.] Ssh/Fragment 032 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-30 10:50:04 Kybot
Fragment, KeineWertung, Kühne 2006, SMWFragment, Schutzlevel, Ssh, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 1-3
Quelle: Kühne 2006
Seite(n): 23, Zeilen: 16-21, 22-23
[Der Urteilsspruch "jemanden zum Ungläubigen erklären" ist der nächste Schritt in Richtung eines Kampfes, der also unter dem Namen "Kreuzzug", "Jihad" oder besser gesagt heiliger] Krieg verstanden wird. Dieser Heilige Krieg gegen die Ungläubigen wird als das letzte Gefecht zwischen Gut und Böse, das irgendwann zum Sieg des Guten führt, also das

Armageddon geschehen [290]. Ein Krieg zwischen Religion und Anti-Religion.


290. Juergensmeyer, Mark, Terror im Namen Gottes. Ein Blick hinter die Kulissen des gewalttätigen Fundamentalismus, Freiburg 2004, S. 219.

Zum Freund-Feind-Kriterium wird damit, ob eine Gesellschaft bedingungslos nach der Scharia lebt oder eben heidnisch ist, was sie unter den Urteilsspruch des takfir, der Aussetzung des islamischen Tötungsverbotes stellt. Der Dschihad gegen die Ungläubigen wird also als „kosmischer Krieg“94 verstanden, ein letztes Gefecht zwischen Gut und Böse, das irgendwann zum Sieg des Guten führt, also dem weltweiten Kalifat und der Geltung der Scharia. Die Konfliktlinie wird dabei entlang des Gegensatzes von westlichem Säkularismus und islamistischem Integralismus gezogen: Ein Krieg zwischen Religion und Anti-Religion.95

94 Vgl. ebd., S. 203.

95 Vgl. ebd., S. 213.

Anmerkungen

Unter Beibehaltung der Grundgedanken und einer Reihe von Formulierungen umgeschrieben, um vom Islam ("Dschihad") auch auf andere Religionen ("heiliger Krieg") zu verallgemeinern. Ohne Nennung der bereits auf der Vorseite benutzten Vorlage.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Ssh/Fragment 033 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-01 23:45:04 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Kühne 2006, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ssh, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 15-29
Quelle: Kühne 2006
Seite(n): 19, 20, Zeilen: 19:8-16; 20:9-13
Der Aufstieg des Islamismus begann mit dem Scheitern des Nationalismus und dem Trauma des Sechs-Tage-Krieges. Von da an bis zum heutigen Tag mussten die muslimischen Gesellschaften feststellen, dass sie angesichts der militärischen Übermacht Israels das von den USA und dem Westen bedingungslose Unterstützung erfährt, absolut hilflos sind. Das Gefühl totaler physischer Unterlegenheit zieht sich fortan durch die Geschichte des Islamismus und brachte wenige Erfolgserlebnisse, wie etwa die iranische Revolution oder der Rückzug der Russen aus Afghanistan, die in der Folge ausschließlich dem Jihad zugeschrieben wurden. Ab Ende der Neunziger finden sich die fundamentalistische Islamisten überall auf der Welt, von Algerien bis Palästina, von Tschetschenien bis Indonesien, in einer ausweglosen Lage.

Nachdem im Nahen Osten der arabische Nationalismus gegen Israel und der persische Nationalismus nach dem CIA-Putsch 1951 im Iran, mit Hilfe des Westens bzw. der USA, gescheitert sind, droht jetzt auch der Islam angesichts des westlich verordneten Pluralismus als kulturelle Klammer zu brechen. Für religiöse Extremisten ist der Feind also vor allem, wer die verbindende Kraft des Glaubens in Frage stellt. Der Zweifel ist der Feind des Glaubens und gefährdet den inneren Zusammenhalt [292].


292. Hopper, Earl, The in cohesion basic assumption, Paper presented at the Annual Scientific Meeting of the American Group Psychotherapy Association, Atlanta 1995.

[Seite 19]

Der Aufstieg des Islamismus beginnt bezeichnenderweise mit dem Trauma des Sechs-Tage-Krieges; von da an bis zum heutigen Tag mussten die muslimischen Gesellschaften feststellen, dass sie angesichts der militärischen Übermacht Israels und der USA völlig hilflos sind. Das Gefühl totaler physischer Unterlegenheit zieht sich fortan durch die Geschichte des Islamismus und brachte wenige Erfolgserlebnisse wie etwa die iranische Revolution oder der Rückzug der Russen aus Afghanistan, die in der Folge ausschließlich dem Dschihad zugeschrieben wurden. Ab Ende der Neunziger finden sich die fundamentalistischen Islamisten überall auf der Welt, von Algerien bis Palästina, von Tschetschenien bis Indonesien, in einer ausweglosen Lage.

[Seite 20]

Nachdem im Nahen Osten der arabische Nationalismus als einigendes Band gescheitert ist, droht jetzt auch der Islam angesichts des westlich verordneten Pluralismus als kulturelle Klammer zu brechen. Für religiöse Paranoiker ist der Feind also vor allem, wer die verbindende Kraft des Glaubens in Frage stellt: Der Zweifel ist der Feind des Glaubens und gefährdet die Kohäsion.81


80 Hopper, Earl: The incohesion basic assumption. Paper presented at the Annual Scientific Meeting of the American Group Psychotherapy Association, Atlanta 1995; zitiert nach ebd. S. 122f.

81 Vgl. ebd., S. 128ff.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme, welche hier inkl. des Literaturverweises erfolgt.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

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