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Quelle:Stf/Maas und Umbach 2004

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Nora Maas / Frank Umbach
Titel    SARS — eine verpasste Chance für politische Reformen in China? Eine kritische Reflexion des chinesischen Krisenmanagements im Kontext innen- und außenpolitischer Implikationen
Zeitschrift    KAS-Auslandsinformationen
Herausgeber    Konrad-Adenauer-Stiftung
Ort    Sankt Augustin / Berlin
Jahr    2004
Nummer    4
Seiten    4-29
ISSN    0177-7521
URL    http://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/13161/ssoar-kas-2004-4-umbach_et_al-sars_-_eine_verpasste_chance.pdf?sequence=1

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    14


Fragmente der Quelle:
[1.] Stf/Fragment 032 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:59:51 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 2-9
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 8, Zeilen: 9-20
3.2 Maßnahmen gegen SARS

Durch eine Reise des ersten SARS-Patienten nach Hongkong wurde eine Infektionswelle ausgelöst, der bis heute über 800 Menschen zum Opfer gefallen und von der weltweit über 8000 Menschen betroffen waren.

Bis Januar 2003 leitete die chinesische Regierung keine Schritte zur Bekämpfung der Krankheit ein. Obwohl die Zahl der Erkrankten stetig anstieg, erließ der Parteisekretär der Provinz Guangdong eine Nachrichtensperre und setzte auch Amtskollegen in anderen Provinzen nicht in Kenntnis, um so das chinesische Neujahrsfest nicht zu stören.75


75 MAAS/UMBACH (2004), S.7f.

Experten vermuten, dass das SARS-Virus seinen Ursprung in der südchinesischen Provinz Guangdong hatte, wo sich im November 2002 ein Geschäftsmann aus Foshan als erster mit dem bis dahin unbekannten Virus ansteckte. Durch eine anschließende Geschäftsreise nach Hongkong wurde eine Infektionswelle ausgelöst, der bis heute 810 Menschen zum Opfer gefallen und von der weltweit über achttausend Menschen betroffen waren. Bis Januar 2003 leitete die chinesische Regierung keinerlei Schritte zur Bekämpfung der Krankheit ein. Obwohl die Zahl der Erkrankten stetig anstieg, erließ der Parteisekretär der Provinz Guangdong eine Nachrichtensperre, und setzte auch Amtskollegen in anderen Provinzen nicht in Kenntnis, um so das chinesische Neujahrsfest nicht zu stören.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Stf/Fragment 033 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:53:30 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 9-28
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 8-9, Zeilen: 8:21-45 - 9:1-12
Am 10. Februar 2003 gab die Provinzregierung erstmals eine Pressekonferenz, in der sie Bezug auf Gerüchte über eine grassierende atypische Lungenentzündung nahm.81

Diese via SMS und E-Mail millionenfach verbreiteten Gerüchte hatten bereits Panik in der Bevölkerung der Provinz ausgelöst und zu einer Verdreifachung der Preise für medizinisches Zubehör geführt. Dennoch erklärte die Regierung im Zuge eines traditionellen Krisenmanagements, dass die Situation unter Kontrolle sei. Diesen Standpunkt behielt der Provinzparteisekretär auch über die folgenden Wochen bei. So leugneten er und andere Parteifunktionäre jegliche Verbindung zwischen der in Guangdong und in Hongkong grassierenden Krankheit, das inzwischen von der WHO mit einer Reisewarnung belegt wurde. Erst nachdem ein Flugzeug aus Singapur in Frankfurt unter Quarantäne gestellt wurde, nahmen die westlichen Medien verstärkt Kenntnis von der Problematik. Die darauf folgende Absage einer Reihe von Konferenzen und Veranstaltungen in China durch westliche Konzerne veranlasste die chinesische Regierung, Ende März nach sechs Wochen aktiv zu werden. Zwar sagte der chinesische Gesundheitsminister Zhang der WHO umfassende Zusammenarbeit zu, trotzdem wurde die Arbeit der WHO-Mitarbeiter massiv durch mangelnde Versorgung mit notwendigem statistischem Material behindert und ihnen die Einreise in das betroffene Guangdong untersagt.82 Die Genehmigung vor Ort zu reisen, erfolgte schließlich erst, nachdem die WHO in einer drastischen Maßnahme am 1. April 2003 eine Reisewarnung für das inzwischen massiv betroffene Hongkong und auch die [Provinz Guangdong verhängte.]


81 MAAS/UMBACH (2004), S. 1-29.

82 MAAS/UMBACH (2004), S. 8.

[Seite 8]

Am 10. Februar 2003 gab die Provinzregierung erstmals eine Pressekonferenz, in der sie Bezug auf Gerüchte über eine grassierende atypische Lungenentzündung nahm. Diese via SMS und E-mail millionenfach verbreiteten Gerüchte1) hatten bereits Panik in der Bevölkerung der Provinz ausgelöst und zu einer Verdreifachung der Preise für medizinisches Zubehör geführt. Dennoch erklärte die Regierung im Zuge eines traditionellen Krisenmanagements von selektiver bis Disinformation, dass die Situation unter Kontrolle sei.

Diesen Standpunkt behielt der Provinzparteisekretär auch über die folgenden Wochen bei. So leugneten er und andere Parteifunktionäre jegliche Verbindung zwischen der in Guangdong grassierenden Krankheit und dem in Hongkong auftretenden Virus, welches inzwischen von der WHO mit einer Reisewarnung belegt wurde.

Erst nachdem ein Flugzeug aus Singapur in Frankfurt unter Quarantäne gestellt wurde, nahmen die westlichen Medien verstärkt Kenntnis von der Problematik. Die darauf folgende Absage einer Reihe von Konferenzen und Veranstaltungen in China durch westliche Konzerne veranlasste die chinesische Regierung Ende März nach sechs Wochen endlich

[Seite 9]

aktiv zu werden. Zwar sagte der chinesische Gesundheitsminister Zhang der WHO umfassende Zusammenarbeit zu, aber trotzdem wurde die Arbeit der WHO-Mitarbeiter massiv durch mangelnde Versorgung mit notwendigem statistischen Material behindert und ihnen die Einreise in das betroffene Guangdong untersagt. Die Genehmigung vor Ort zu reisen erfolgte schließlich erst, nachdem die WHO in einer drastischen Maßnahme am 1. April eine Reisewarnung für das inzwischen massiv betroffene Hongkong und auch die chinesische Provinz Guangdong verhängte.2)


1) Arnold Zeitlin, „SARS and the Chinese Media: A Brief Opening“, in: China Brief, Vol. II, Issue 13, 1.7.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_013_002.htm, (Zugriff 1.10.2003).

2) Ole Döring, „Anspruch und Wirklichkeit: Im Umgang mit SARS zeigen sich Chinas politische Schwachstellen“, in: China Aktuell (April 2003), S. 452.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[3.] Stf/Fragment 034 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:55:09 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 1-2
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 9, Zeilen: 7-14
[Die Genehmigung vor Ort zu reisen, erfolgte schließlich erst, nachdem die WHO in einer drastischen Maßnahme am 1. April 2003 eine Reisewarnung für das inzwischen massiv betroffene Hongkong und auch die] Provinz Guangdong verhängte. Auch zu diesem Zeitpunkt leugnete Peking weiterhin, dass neben Guangdong noch weitere Regionen in China betroffen waren.83

83 MAAS/UMBACH (2004), S. 9.

Die Genehmigung vor Ort zu reisen erfolgte schließlich erst, nachdem die WHO in einer drastischen Maßnahme am 1. April eine Reisewarnung für das inzwischen massiv betroffene Hongkong und auch die chinesische Provinz Guangdong verhängte.2) Auch zu diesem Zeitpunkt leugnete Peking weiterhin, dass neben Guangdong noch weitere Regionen in China betroffen waren.

2) Ole Döring, „Anspruch und Wirklichkeit: Im Umgang mit SARS zeigen sich Chinas politische Schwachstellen“, in: China Aktuell (April 2003), S. 452.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Abschluss von Stf/Fragment 033 09.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[4.] Stf/Fragment 034 22 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:54:38 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 22-31
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 9, Zeilen: 15-29
Erst nachdem der pensionierte Militärarzt Jiang Yanyong gegenüber der chinesischsprachigen Hongkonger Presse die chinesische Regierung Anfang April der Lüge bezichtigte und offenbarte, dass SARS- Erkrankte in Militärkrankenhäusern versteckt wurden, brach die Regierung nach 22 Wochen der Verheimlichung und des Herunterspielens am 17. April 2003 ihr Schweigen und gab schwerwiegende Fehler im Umgang mit der Epidemie zu. Wenige Tage später rollten mit der Entlassung des Gesundheitsministers Zhang Wenkang und des Pekinger Bürgermeisters Meng Xuenong die ersten Köpfe. Dies war das erste Mal in der Geschichte der Volksrepublik, dass zwei hochrangige Beamte wegen des Vorwurfs mangelnder politischer Verantwortung ihren Hut nehmen mussten. Erst nachdem der pensionierte Militärarzt Jiang Yanyong gegenüber der chinesischsprachigen Hongkonger Presse die chinesische Regierung Anfang April der Lüge bezichtigte und offenbarte, dass SARS-Erkrankte in Militärkrankenhäusern versteckt wurden3), brach die Regierung nach 22 Wochen der Verheimlichung und des Herunterspielens am 17. April

2003 ihr Schweigen und gab schwerwiegende Fehler im Umgang mit der Epidemie zu. Wenige Tage später rollten mit der Entlassung des Gesundheitsministers Zhang Wenkang und des Pekinger Bürgermeisters Meng Xuenong die ersten Köpfe. Dies war das erste Mal in der Geschichte der Volksrepublik, dass zwei hochrangige Beamte aus mangelnder politischer Verantwortung ihren Hut nehmen mussten.


3) Gorden Chang, „SARS Crisis: New Disease, New Leaders, Same Old Regime“, in: China Brief, Vol. 3, Issue 8, 22.4.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_008_001.htm, (Zugriff 1.10.2003).

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Schließt im Original unmittelbar an die in Stf/Fragment_034_01 wiedergegebene Passage an. Teilweise eigenständige Formulierungsleistung.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[5.] Stf/Fragment 035 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:55:51 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 9, Zeilen: 9:29-44; 10:12-17.19-45
[In den folgenden Tagen und Wochen] wurden auch auf lokaler Ebene 120 weitere hochrangige Regierungs- und Parteifunktionäre entlassen, beziehungsweise mit Disziplinarmaßnahmen konfrontiert. Daraufhin forderte Staatspräsident und Parteigeneralsekretär Hu Jintao die Provinzregierungen auf, unverzüglich und korrekt alle SARS- Erkrankungen bekannt zu geben. Die Zahl der Erkrankten stieg daraufhin auf über 1800. Es stellte sich heraus, dass vierzehn Provinzen - darunter auch und besonders stark die Hauptstadt Peking - betroffen waren. In den folgenden zehn Tagen verdreißigfachte sich die ursprünglich mit 37 angegebene Zahl der SARS- Infizierten in der Hauptstadt.85

Der Amtsantritt der neuen Gesundheitsministerin Wu Yi bedeutete für die Politik der Regierung eine Kehrtwende. Allen Verantwortlichen drohten persönliche Konsequenzen für den Fall unkorrekter oder nur verzögerter Angaben über die Erkrankungen in ihren Bezirken. Premierminister Wen Jiabao erklärte den „Krieg der Volksmassen gegen SARS“. Das Krankenhauspersonal, welches teilweise unter katastrophalen Bedingungen zu arbeiten hatte, wurde von der staatlichen Presse zu Volkshelden hochstilisiert.86

Das Militär, das durch die Verheimlichung von Erkrankungen in Militärkrankenhäusern anfangs mögliche Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit blockiert hatte, errichtete Ende April innerhalb von sechs Tagen in der Nähe von Peking ein Quarantänekrankenhaus mit 1000 Betten. Die einwöchigen landesweiten Ferien anlässlich des ersten Mai wurden auf nur einen Tag verkürzt, um so den Menschenfluß von der Stadt zu Verwandten aufs Land und damit die Ausbreitung des Virus ins bisher nur marginal betroffene Hinterland zu verhindern. In Peking wurden unzählige Schulen, Universitäten und Betriebe geschlossen und Tausende von Menschen zeitweilig unter Quarantäne gestellt. Im schwersten Fall drohte für die vorsätzliche Verbreitung der Seuche, beispielsweise durch die Nichtbeachtung der Quarantänevorschriften, die Todesstrafe.87

Aufgrund der breit angelegten und rigorosen Durchsetzung der beschriebenen Maßnahmen gelang es der Regierung schließlich, die Krankheit vorläufig einzudämmen. Am 29. Mai 2003 wurde die letzte Erkrankung gemeldet. Am 24. Juni 2003 folgte dann die Streichung Chinas von der WHO-Liste der von SARS betroffenen [Länder.]


85 MAAS/UMBACH (2004), S. 9f.

86 MAAS/UMBACH (2004), S. 10.

87 Ebenda.

[Seite 9]

In den folgenden Tagen und Wochen wurden auch auf lokaler Ebene 120 weitere hochrangige Regierungs- und Parteifunktionäre entlassen beziehungsweise mit Disziplinarmaßnahmen konfrontiert4). Daraufhin forderte Staatspräsident und Parteigeneralsekretär Hu Jintao die Provinzregierungen auf, unverzüglich und korrekt alle SARS-Erkankungen bekannt zu geben. Daraufhin musste die Zahl der Erkrankten von ursprünglich 1512 auf insgesamt 1807 Erkrankungen und Verdachtsfälle korrigiert werden.5) Es stellte sich heraus, dass 14 Provinzen – darunter auch und besonders stark die Hauptstadt Peking — betroffen waren. In den folgenden zehn Tagen verdreißigfachte sich die ursprünglich mit 37 angegebene Zahl der SARS-Infizierten in der Hauptstadt.

[Seite 10]

Der Amtsantritt von Wu Yi bedeutete für die Politik der Regierung eine Kehrtwende. Allen Regierungs- und Parteifunktionären drohten persönliche Konsequenzen für den Fall unkorrekter oder nur verzögerter Angaben über die Erkrankungen in ihren Bezirken. [...] Premierminister Wen Jiabao erklärte den „Krieg der Volksmassen gegen SARS“6), und das Krankenhauspersonal, welches teilweise unter katastrophalen Bedingungen zu arbeiten hatte, wurde von der staatlichen Presse zu Volkshelden hochstilisiert.

Das Militär, das durch die Verheimlichung von Erkrankungen in Militärkrankenhäusern anfangs mögliche Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit blockiert hatte, errichtete Ende April innerhalb von sechs Tagen in der Nähe von Peking ein Quarantänekrankenhaus mit über 1000 Betten.7) Die einwöchigen landesweiten Ferien anlässlich des 1. Mai wurden auf nur einen Tag verkürzt, um so den Menschenfluss von der Stadt zu Verwandten aufs Land und damit die Ausbreitung des Virus ins bisher nur marginal betroffene Hinterland zu verhindern. In Peking wurden unzählige Schulen, Universitäten und Betriebe geschlossen und Tausende von Menschen zeitweilig unter Quarantäne gestellt. Im schwersten Fall drohte für die vorsätzliche Verbreitung der Seuche, beispielsweise durch die Nichtbeachtung der Quarantänevorschriften, die Todesstrafe.8)

Aufgrund der breit angelegten und rigorosen Durchsetzung der beschriebenen Maßnahmen gelang es der Regierung schließlich, die Krankheit vorläufig einzudämmen. Am 29. Mai wurde die letzte Erkrankung gemeldet. Am 24. Juni folgte dann die Streichung Chinas von der WHO-Liste der von SARS be[troffenen Länder.]


4) Neil Beck, „What does SARS mean for China?“, in: NBR Briefing, Nr. 13, 9.5.2003, http://www.nbr.org/publications/briefing/no.13-SARS/Beck.html, (Zugriff 1.10.2003).

5) W. Lam, „ SARS Crisis: Beijing’s Leadership Slowly Responds“, in: China Brief, Vol. 3, Issue 8, 22.4.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_008_002.htm, (Zugriff 1.10.2003).

6) Siehe Ole Döring, „Anspruch und Wirklichkeit“, hier S. 455.

7) „China and SARS: the crisis and it’s effects on politics and economy“, in: Carnegie Endowment for International Peace — China Program, 2.7.2003, http://www.ceip.org/files/events/events.asp?pr=16&EventID=629, (Zugriff 1.10.2003).

8) „SARS: Krisenmanagement der Regierung“, in: China aktuell (Mai 2003), S. 555.

Anmerkungen

Schließt im Original unmittelbar an die in Stf/Fragment 034 22 wiedergegebene Passage an.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[6.] Stf/Fragment 036 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 22:03:14 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 1-2 (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 11, Zeilen: 1-2
[Am 24. Juni 2003 folgte dann die Streichung Chinas von der WHO-Liste der von SARS betroffenen] Länder. Die Krise hatte jedoch nicht nur innenpolitische, sondern auch internationale Dimensionen.88

88 MAAS/UMBACH (2004), S. 11.

[Am 24. Juni folgte dann die Streichung Chinas von der WHO-Liste der von SARS be]troffenen Länder. Die Krise hatte jedoch nicht innenpolitische, sondern auch internationale Dimensionen.
Anmerkungen

Art und Umfang der wörtlichen Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Vorläufiger Abschluss der auf den vorangegangenen Seiten begonnenen Übernahme (vgl. Stf/Fragment 035 01.).

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[7.] Stf/Fragment 037 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 22:07:25 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 1-3, 5-29
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 11, 12, Zeilen: 11: 6-39; 12:1-12
3.3 Die internationale Dimension von SARS

Die schnelle Verbreitung des SARS- Virus über die Grenzen Chinas hinaus war durch die zunehmende internationale Mobilität in einer vernetzten Welt bedingt, ebenso deren weltweites Bekanntwerden, wodurch sich diese Epidemie vor allem von der Pest vor knapp 100 Jahren unterscheidet. Ebenso leicht wie das Virus selbst verbreiteten sich auch die wirtschaftlichen Folgen in der gesamten Welt. So betrugen die weltweiten Kosten der Epidemie schätzungsweise zwischen zehn und 30 Milliarden US Dollar. Das monatelange Vertuschen des wahren Ausmaßes der Seuche und das zeitweise Unterlassen jeglicher Gegenmaßnahmen seitens der chinesischen Regierung im eigenen Land hatten in beträchtlichem Ausmaß zur internationalen Verbreitung der Krankheit und damit zur Zuspitzung der internationalen Krise geführt. Insgesamt waren 29 Staaten, vornehmlich asiatisch-pazifische Länder, betroffen, die weltweit 8000 erkrankte Personen meldeten. Dabei verzeichneten zwar China und Hongkong die weitaus höchste Zahl von Erkrankungen und hatten den größten Anteil an den global über 700 Todesfällen, doch auch Taiwan, Singapur, Vietnam und Toronto, die wesentlich niedrigere Krankheitsfälle zu melden hatten, mussten Infektionswellen im eigenen Land bekämpfen.89 Die Gefahr einer möglichen Ansteckung im eigenen Land dramatisierte in erheblichem Ausmaß die Situation der betroffenen Bevölkerung. So führte die Epidemie zu einem zeitweiligen Stillstand des öffentlichen Lebens in Städten wie Peking, Hongkong und Taipeh. Der Flugverkehr zwischen Hongkong und Taiwan, die am stärksten frequentierte Flugstrecke der Welt, sank in den Monaten April und Mai 2003 von täglich 10000 auf nur 700 Passagiere und kam damit fast völlig zum Erliegen.90 So wirkte sich die Angst vor Ansteckung und die dadurch stark gesunkene Verkehrstätigkeit in Asien nicht nur fatal auf die Volkswirtschaften Singapurs, Taiwans und Hongkongs aus, sondern belastete auch von der Tourismusindustrie abhängige Länder wie Thailand, die Philippinen und Malaysia stark.91 Um der Seuche Herr zu werden, führten die meisten betroffenen Länder in Asien scharfe Kontrollen an ihren Grenzen ein und setzten jeden unter „freiwillige“ Quarantäne, der aus einem betroffenen Gebiet einreiste oder sonst in Verdacht stand, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.


89 MAAS/UMBACH (2004), S. 11f.

90 MAAS/UMBACH (2004), S. 11.

91 MAAS/UMBACH (2004), S. 12.

[Seite 11]

Die internationale Dimension

Die schnelle Verbreitung des SARS-Virus über die Grenzen Chinas hinaus war durch die zunehmende internationale Mobilität in einer vernetzten Welt bedingt. Ebenso leicht wie das Virus selbst verbreiteten sich auch die wirtschaftlichen Folgen in der gesamten Welt. So betragen die weltweiten Kosten der Epidemie schätzungsweise zwischen zehn und 30 Milliarden US Dollar.9) Das monatelange Vertuschen des wahren Ausmaßes der Seuche und das zeitweise Unterlassen jeglicher Gegenmaßnahmen seitens der chinesischen Regierung im eigenen Land hatten in beträchtlichem Ausmaß zur internationalen Verbreitung der Krankheit und damit zur Zuspitzung der internationalen Krise geführt.

Insgesamt waren 29 Staaten, vornehmlich asiatisch-pazifische Länder, betroffen, die weltweit 8000 erkrankte Personen meldeten. Dabei verzeichneten zwar Hongkong und China die weitaus höchste Zahl von Erkrankungen und hatten den größten Anteil an den global über 700 Todesfällen, doch auch Taiwan, Singapur, Vietnam und Toronto, die wesentlich niedrigere Krankheitsfälle zu melden hatten, mussten Infektionswellen im eigenen Land bekämpfen.10) Die Gefahr einer möglichen Ansteckung im eigenen Lande dramatisierte in erheblichem Ausmaß die Situation der betroffenen Bevölkerung. So führte die Epidemie zu einem zeitweiligen Stillstand des öffentlichen Lebens in Städten wie Peking, Hongkong und Taipeh. Der Flugverkehr zwischen Hongkong und Taiwan, die am stärksten frequentierte Flugstrecke der Welt, sank in den Monaten April und Mai von täglich 10000 auf nur 700 Passagiere und kam damit fast vollständig zum Erliegen.11)

[Seite 12]

So wirkte sich die Angst vor Ansteckung und die dadurch stark gesunkene Verkehrstätigkeit in Asien nicht nur fatal auf die Volkswirtschaften Singapurs, Taiwans und Hongkongs aus, sondern belastete auch von der Tourismusindustrie abhängige Länder wie Thailand, die Philippinen und Malaysia stark.12)

Um der Seuche Herr zu werden, führten die meisten betroffenen Länder in Asien scharfe Kontrollen an ihren Grenzen ein und setzten jeden unter „freiwillige“ Quarantäne, der aus einem betroffenen Gebiet einreiste oder sonst im Verdacht stand, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.


9) Jeffrey Robertson, „The Economic Costs of Infectious Diseases“, in: Research Note – Department of the Parliamentary Libary, No. 36, 13.05.2003. S. 1.

10) WHO-Webpage: http://www.who.int/csr/sars/country/2003_09_23/en/, (Zugriff 29.12.2003).

11) David G. Brown,“The Shadows of SARS“, in: Comparative Connections, Vol.5, No.6, Juli 2003, http://www.csis.org/pacfor/cc/0302Qchina_taiwan.html, (Zugriff: 15.12.2003).

12) Urs Schoettli, „Chinas Tourismus leidet unter SARS“, in: Neue Zürcher Zeitung (Onlineversion), 30.5.2003, http://www.nzz.ch/dossiers/2003/sars/2003.05.30-wi-article8VWVR.html, (Zugriff: 15.12.2003).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[8.] Stf/Fragment 038 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 22:00:40 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 12, 13, Zeilen: 12: 12-44; 13: 13-17.40-46
In Vietnam, dem es als erstes Land gelungen war, SARS praktisch zu eliminieren, gehörte hierzu unter anderem die tagelange Isolierung von über 2000 Studenten, die im Mai aus China zurückgekehrt waren.92

Nachdem die Zahlen der SARS- Erkrankungen in Asien im Frühjahr stetig angestiegen waren und die Epidemie bis nach Toronto schwappte, wurde der Weltöffentlichkeit schnell bewusst, dass das fahrlässige Verhalten der chinesischen Regierung der eigenen Bevölkerung gegenüber auch eine massive Gefährdung für die globale Gesundheit darstellte und dass eine weltweite Epidemie nicht länger auszuschließen war.93

Insbesondere die neben China am stärksten betroffenen ASEAN-Staaten, die internationale Organisation südostasiatischer Staaten mit Thailand, Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, das Sultanat Brunei, Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha, zeigten sich verärgert über die Geheimniskrämerei der chinesischen Regierung. Dabei setzten sie in ihrem Handeln anstelle offener Kritik allerdings wie gewohnt auf subtile Überredung. Und tatsächlich waren ihre Bemühungen am Ende von Erfolg gekrönt. So gelang es Ende April, zu einem Sondergipfel der Gesundheitsminister und Staatsoberhäupter der ASEAN-Staaten nicht nur Chinas Premierminister Wen Jiabao als Teilnehmer zu gewinnen, sondern auch einen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung der Seuche zu beschließen, der zum Beispiel stärkere Kontrollen von Reisenden im Ursprungsland und schnelleren Informationsaustausch vorsah.94 Diese Erklärung war eine der wichtigsten Bedingungen für die erfolgreiche Eindämmung der SARS- Epidemie in Asien und stellt am Ende gleichzeitig einen beispiellosen Fall grenzüberschreitender Zusammenarbeit im asiatisch- pazifischen Raum dar. Doch das größte Problem im Zusammenhang mit dem Ausbruch von SARS war nicht die Krankheit selbst, sondern die Auswirkungen, die sie auf Wirtschaft und Gesellschaft im Allgemeinen hat und haben kann.95

Allerdings hat sich im Verlauf der Krise dann auch sehr schnell gezeigt, dass die politische Führung Pekings sehr wohl in der Lage ist, auch politische Lehren für ein verantwortungsvolleres Krisenmanagement zu ziehen, da Peking sonst auch außenpolitisch und international das Gesicht verloren hätte.


92 MAAS/UMBACH (2004), S. 12.

93 Ebenda.

94 Ebenda.

95 Ebenda.

[Seite 12]

In Vietnam, dem es als erstem Land gelungen war, SARS praktisch zu eliminieren, gehörte hierzu unter anderem die tagelange Isolierung von über 2000 Studenten, die im Mai aus China zurückgekehrt waren.13)

Nachdem die Zahlen der SARS Erkrankungen in Hongkong im Frühjahr 2003 stetig anstiegen und die Epidemie über Südostasien bis nach Toronto schwappte, wurde der Weltöffentlichkeit schnell bewusst, dass das fahrlässige Verhalten der chinesischen Regierung der eigenen Bevölkerung gegenüber auch eine massive Gefährdung für die globale Gesundheit darstellte und dass eine weltweite Epidemie (wie bei AIDS) nicht länger auszuschließen war. Insbesondere die neben China am stärksten betroffenen ASEAN-Staaten zeigten sich verärgert über die Geheimniskrämerei der chinesischen Regierung. Dabei setzten sie in ihrem Handeln anstelle auf offene Kritik allerdings wie gewohnt auf subtile Überredung. Und tatsächlich waren ihre Bemühungen am Ende von Erfolg gekrönt. So gelang es Ende April, zu einem Sondergipfel der Gesundheitsminister und Staatsoberhäupter der ASEAN-Staaten nicht nur Chinas Premierminister Wen Jiabao als Teilnehmer zu gewinnen, sondern auch einen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung der Seuche zu beschließen, der zum Beispiel stärkere Kontrollen von Reisenden im Ursprungsland und schnelleren Informationsaustausch vorsah.14) Diese Erklärung war eine der wichtigsten Bedingungen für die erfolgreiche Eindämmung der SARS-Epidemie in Asien und stellt am Ende gleichzeitig einen beispiellosen Fall grenzüberschreitender Zusammenarbeit im asiatisch-pazifischen Raum dar.

[Seite 13]

Doch das größte Problem im Zusammenhang mit dem Ausbruch von SARS war nicht die Krankheit selbst, sondern die Auswirkungen, die sie auf Wirtschaft und Gesellschaft im Allgemeinen hat und haben kann. [...] Allerdings hat sich im Zuge der Krise dann auch sehr schnell gezeigt, dass die politische Führung Pekings sehr wohl in der Lage ist, auch politische Lehren für ein verantwortungsvolleres Krisenmanagement zu ziehen, da Peking sonst außenpolitisch und international das Gesicht verloren hätte.


13) Lyall Brekon,“SARS and a New Security Initiative from China“, in: Comparative Connections, Vol. 5, No. 2, Juli 2003, http://www.csis.org/pacfor/cc/0302Qchina_asian.html, (Zugriff: 15.12. 2003).

14) Urs Morf, „Sondergipfel der Asean-Staaten zu Sars“, in: Neue Zürcher Zeitung (Onlineversion), 30.4.2003, http://www.nzz.ch/dossiers/2003/sars/2003.04.30-vmarticle8TT3E. html, (Zugriff: 15.12.2003).

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar mehrfach genannt (wenn auch nicht seitengenau zitiert), dennoch bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet und damit für den Leser im Dunkeln.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[9.] Stf/Fragment 039 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 22:06:05 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 1-5, 9-23
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 13-14, 15, 18, 19, Zeilen: 13: letzte Zeile - 14: 1-4.27-30; 15: 24-33; 18: 14-19; 19: 3-11
[Die Gründe für das vor] allem zu Beginn völlig unzureichende innen- wie außenpolitische Krisenmanagement Pekings sind vor allem in tradierten politischen Verfahrensweisen und innenpolitischen Friktionen zu suchen. So hat sicherlich die Angst, die durch den reibungslosen Verlauf des Volkskongresses im Ausland neu gewonnene Reputation der neuen Regierung zu gefährden, vermutlich bei den Verschleierungen um SARS eine wichtige Rolle gespielt. Man vermutet, dass die neue Regierung versucht, eine offenere Politik zu betreiben, aber innerparteilich einen noch nicht erfolgreichen Kampf gegen die stramm kommunistische Führung der Volksbefreiungsarmee führt.96

Während die Regierung um Hu Jintao Ende April 2003 aufgrund des zunehmenden ausländischen Drucks ihre Strategie im Umgang mit SARS änderte, indem sie gravierende Fehler einräumte und strenge Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche ankündigte, verkündete die militärische Führung, man sei im Kampf gegen die Epidemie voll erfolgreich und habe die Situation unter Kontrolle.97 Diese und noch viele andere gegen die neue Regierung gerichteten Aktionen bestätigen einmal mehr die Analyse derjenigen westlichen Experten, die seit Mitte der neunziger Jahre wiederholt auf ambivalentere Partei- Militär- Beziehungen und die veralteten sowie zunehmend erodierten politischen Kontrollstrukturen hingewiesen hatten.98

So wurde gerade zu Beginn der SARS- Krise deutlich, wie unzureichend der Einfluss der Regierung auf die Volksbefreiungsarmee war, als sich herausstellte, dass die militärische Führung SARS- Fälle in den militärischen Krankenhäusern nicht an die zivile Führung meldete und Betroffene innerhalb der eigenen Reihen verschwieg. Wie sich später herausstellte, waren circa acht Prozent der Erkrankten in China Armeeangehörige.99


96 MAAS/UMBACH (2004), S. 13.

97 MAAS/UMBACH (2004), S. 15.

98 MAAS/UMBACH (2004), S. 14.

99 MAAS/UMBACH (2004), S. 19.

[Seite 14]

[Die Gründe für das zögerliche] und vor allem zu Beginn völlig unzureichende innen- wie außenpolitische Krisenmanagement Pekings sind vor allem in tradierten politischen Verfahrensweisen und innenpolitischen Friktionen zu suchen.

[...]

[...] Die Angst, die durch den reibungslosen Verlauf des Volkskongresses im Ausland neu gewonnene Reputation zu gefährden, hat vermutlich bei den Verschleierungen um SARS eine wichtige Rolle gespielt.

[Seite 15]

Während die Regierung um Hu Jintao Ende April aufgrund des zunehmenden ausländischen Drucks ihre Strategie im Umgang mit SARS änderte, indem sie gravierende Fehler einräumte und strenge Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche ankündigte, beteuerte Jiang Zemin ein paar Tage darauf beim Besuch des indischen Verteidigungsministers in Shanghai weiterhin, die Regierung habe im Kampf gegen die Epidemie entscheidende Erfolge zu verzeichnen und die Situation sei unter Kontrolle.16)

[Seite 18]

Diese bestätigten einmal mehr die Analyse derjenigen westlichen Experten, die seit Mitte der neunziger Jahre wiederholt auf ambivalentere Partei-Militär-Beziehungen und die veralteten sowie zunehmend erodierten politischen Kontrollstrukturen hingewiesen hatten.22)

[Seite 19]

Unzureichender Einfluss der Regierung auf die VBA wurde auch am Anfang der SARS-Krise deutlich, als sich herausstellte, dass die militärische Führung SARS-Fälle in den militärischen Krankenhäusern nicht an die zivile Führung meldete und Betroffene innerhalb der eigenen Reihen verschwieg. Wie sich später herausstellte, waren ca. acht Prozent der Erkrankten in China Armeeangehörige.25)


16) Siehe Ole Döring a.a.O., hier S. 454. Siehe auch James Mulvenon, „The Crucible of Tragedy: SARS, the Ming 361 Accident, and Chinese Party-Army Relations“, in: China Leadership Monitor, (Fall 2003) 8, http://chinaleadershipmonitor.org/20034/jm.pdf, (Zugriff 1.10. 2003).

22) Vgl. hierzu F. Umbach, Konflikt oder Kooperation in Asien-Pazifik? Chinas Einbindung in regionale Sicherheitsstrukturen und die Auswirkungen auf Europa, München 2002, S. 60 ff.

25) Siehe James Mulvenon, „The Crucible of Tragedy: SARS, the Ming 361 Accident, and Chinese Party-Army Relations“.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

In den Zeilen 6-8 fasst Stf ausnahmsweise mal die Vorlage zusammen und paraphrasiert. Ansonsten herrscht weitgehende, größtenteils wörtlich Übereinstimmung zwischen Stf und Maas und Umbach.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[10.] Stf/Fragment 040 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:59:09 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 1, 2ff (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 20-21, Zeilen: 20: 20.25-45 - 21: 1-28
3.4 Die Rolle der Medien bei SARS

In Medien tauchten Informationen erst nach 2002 auf. So berichtete die offizielle Presse Guangzhous im Januar 2003 erstmals, „dass das Auftauchen eines unbekannten Virus in He Yuan nur ein Gerücht sei“.100 Pressemeldungen wie diese wurden später paradoxerweise von den Verantwortlichen als Beweis dafür herangezogen, dass die chinesische Regierung von Anfang an offensiv mit dem Thema SARS umgegangen sei.

Obwohl sich die Nachricht über die Krankheit genau wie das Virus zunehmend über millionenfach versendete SMS in der Provinz ausbreitete, unterband der Parteisekretär der Provinz Guangdong jegliche Berichterstattung zu dem Thema und drohte Zeitungen für den Fall der Zuwiderhandlung mit Schließung. Der Herausgeber einer dortigen Zeitung, der trotz des Verbotes einen achtseitigen Bericht über SARS veröffentlichte, erhielt umgehend für sein „Fehlverhalten“ die Quittung: Die Zeitung wurde verboten und der Herausgeber entlassen.101 Um den reibungslosen Ablauf des Volkskongresses Anfang März auf keinen Fall durch Hiobsbotschaften zu gefährden, wurde das Berichtsverbot in den Wochen vor und nach dem Kongress durch den Parteisekretär weiter verstärkt. So fand selbst die erste Warnung der WHO vom 15.März 2003 in der chinesischen Presse zunächst kein Echo.102

Die Pressekonferenz am 17. April 2003, in der die Regierung schwerwiegende Fehler im Umgang mit der Epidemie einräumte und Schritte zur effektiven Bekämpfung versprach, leitete gleichzeitig auch eine Lockerung der Berichterstattung ein.103

Viele private, kommerzielle und auch staatliche chinesische Internetseiten berichteten nun über den Verlauf dieser und der folgenden Pressekonferenzen und lieferten täglich aktualisierte Informationen über die Krankheit und über die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.104 Das Fernsehen sendete Live-Übertragungen aus den Krankenhäusern und zeigte die nun zweimal wöchentlich stattfindende Pressekonferenz, in der sich Regierungsvertreter das erste Mal überhaupt den Fragen der Journalisten zum Thema SARS stellten.105


100 MAAS/UMBACH (2004), S. 20.

101 MAAS/UMBACH (2004), S. 21.

102 Ebenda.

103 Ebenda.

104 Ebenda.

105 Ebenda.

[Seite 20]

Die Rolle der Medien

Die chinesische Regierung versuchte Informationen über die Verbreitung des SARS-Virus so lange wie möglich zu unterdrücken und setzte stattdessen in gewohnter Manier die chinesischen Medien zu Zwecken ihrer Propaganda ein. So berichtete die offizielle Presse Guangzhous im Januar erstmals, „dass das Auftauchen eines unbekannten Virus in He Yuan nur ein Gerücht“ sei.30) Pressemeldungen wie diese wurden später paradoxerweise von den Verantwortlichen als Beweis dafür herangezogen, dass die chinesische Regierung von Anfang an offensiv mit dem Thema SARS umgegangen sei.

Obwohl sich die Nachricht über die Krankheit genau wie der Virus zunehmend über millionenfach versendete SMS in der Provinz ausbreitete, unterband der Parteisekretär der Provinz Guangdong jegliche Berichterstattung zu dem Thema und drohte Zeitungen für den Fall der Zuwiderhandlung mit Schließung. Dieses Verbot wurde dennoch von vereinzelten Zeitungen angeblich auf Geheiß des Gouverneurs der Provinz, einem politischen Freund Hus, umgangen.31) So brachte die Guangzhouer Zeitung 21st Century World Herald schon Mitte Februar einen achtseitigen Bericht über SARS. Die Quittung hierfür ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Der Guangdonger

[Seite 21]

Parteisekretär Zhang Dejiang, der in der repressiven Umgebung von Nord Korea seine Ausbildung erhalten hatte, machte seine Drohung wahr und ließ die Zeitung wenige Wochen später aufgrund regierungskritischer Berichterstattung schließen und den Herausgeber entlassen.32)

Um den reibungslosen Ablauf des Volkskongresses Anfang März auf keinen Fall durch eine Hiobsbotschaft zu gefährden, wurde das Berichtsverbot in den Wochen vor und nach dem Kongress durch den Parteisekretär weiter verstärkt. So fand selbst die erste Warnung der WHO vom 15. März in der chinesischen Presse zunächst kein Echo.33)

Die Presskonferenz [sic] am 17. April, in der die Regierung schwerwiegende Fehler im Umgang mit der Epidemie einräumte und Schritte zur effektiven Bekämpfung versprach, leitete gleichzeitig auch eine Lockerung der Berichterstattung ein. Viele private, kommerzielle und auch staatliche chinesische Internetseiten berichteten nun über den Verlauf dieser und der folgenden Pressekonferenzen und lieferten täglich aktualisierte Informationen über die Krankheit und über die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.34)

Das Fernsehen sendete Live-Übertragungen aus den Krankenhäusern und zeigte die nun zweimal wöchentlich stattfindende Pressekonferenz, in der sich Regierungsvertreter das erste Mal überhaupt den Fragen der Journalisten zum Thema SARS stellten.


30) Arnold Zeitlin, „Sars and the Chinese Media“, in: China Brief, Vol.3, Issue 13, 1.7.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_013_002.htm, (Zugriff 1.10.2003).

31) Ebd.

32) Ebd.

33) Ebd.

34) Eric Sautedé, „The Snares of Modernity – Internet, Information and the SARS Crisis in China“, in: China Perspectives (Mai–Juni 2003), No. 47, S.25.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Am Anfang und in der Mitte leicht bearbeitet, sonst aber fast unverändert.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[11.] Stf/Fragment 041 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:58:25 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 21, 22, 23, Zeilen: 21: 29-46 - 22: 1-11.20-24.39-46; 23: 6-9.15-21
Dieser neue Kurs der informationspolitischen Offenheit wurde durch Hu Jintaos Prinzip des „zhiqing quan“, dem „Recht der Menschen“ zu erfahren, weiter bekräftigt und gefördert. Der Präsident forderte die Presse auf, „nah an den Massen, nah am Leben und nah an der Wahrheit“ zu berichten.106

Dies führte auch in den Printmedien zu einer wahren Flut der Berichterstattung über die Epidemie. Neben der üblichen Propaganda über das kompetente Zupacken der verantwortungsvollen Regierung, dem medizinischen Personal als neuen Volkshelden und dem gemeinsamen Kampf gegen die Seuche unter der weisen Führung der Parteispitze, gelangten nun auch kritischere Artikel an die Öffentlichkeit. Das Wirtschaftsmagazin Caijing, das sich in der Vergangenheit sein Renommee mit der Aufdeckung verschiedener Wirtschaftsskandale erworben hatte, brachte noch am 20.April 2003 einen mehrseitigen Hintergrundbericht zu den Auswirkungen der Lungenentzündung heraus.107

Große Tageszeitungen folgten diesem Beispiel. Das Ergebnis war eine Vielfalt von Informationen in der chinesischen Berichterstattung, wie sie bisher bei vergleichbaren nationalen Krisen unüblich war. Durch die allgemeine Stimmung und die Unterstützung der Regierung ermutigt, begann die chinesische Presse dann auch über Ereignisse zu berichten, die nicht direkt mit dem Ausbruch der Krankheit im Zusammenhang standen und hatten Erfolg. Dieses Ereignis gab der liberalen Presse einen ungeheuren Auftrieb und bestätigte einen neuen Trend in der chinesischen Politik, nämlich den einer sensiblen Reaktion der Regierung auf die öffentliche Meinung. Diese neu eingeleitete Transparenz, die von manchen ausländischen Kommentatoren schon vorschnell als „chinesische Glasnost“ gefeiert wurde, stieß bei genauerem Hinsehen allerdings schnell an ihre Grenzen. So wurde beispielsweise dem spektakulären Hinauswurf des Gesundheitsministers und des Pekinger Bürgermeisters nur eine kurze Nachricht in den großen Tageszeitungen gewidmet. Ernsthafte Kritik am Verhalten der Behörden im Ganzen und der politischen Führung im Besonderen bei der Bekämpfung der Epidemie war dagegen äußerst selten zu lesen. Gleichzeitig blieb der Zugang zu Internetseiten ausländischer Zeitungen, wie beispielsweise der „Washington Post“, innerhalb Chinas komplett blockiert. Auch die Fragen in den Pressekonferenzen durften nur zu bestimmten, oftmals nur die technischen Aspekte betreffenden Themenbereichen [gestellt werden.]


106 MAAS/UMBACH (2004), S. 21.

107 MAAS/UMBACH (2004), S. 22.

[Seite 21]

Dieser neue Kurs der informationspolitischen Offenheit wurde durch Hu Jintaos Prinzip des zhiqing quan, dem „Recht der Menschen“ zu erfahren, weiter bekräftigt und gefördert.35) Hu forderte die Presse auf, „nah an den Massen, nah am Leben und nah an der Wahrheit“ zu berichten.

Dies führte auch in den Printmedien zu einer wahren Flut der Berichterstattung über die Epidemie. Neben der üblichen Propaganda über das kompetente Zupacken der verantwortungsvollen Regierung, dem medizinischen Personal als neuen Volkshelden und dem gemeinsamen Kampf gegen die Seuche unter der weisen Führung der Parteispitze, gelangten nun auch kritischere Artikel an die Öffentlichkeit. Das Wirtschaftsmagazin Caijing, das sich in der Vergangenheit sein Renommee mit der Aufdeckung verschiedener Wirtschaftsskandale erworben hatte, brachte noch am 20. April einen mehrseitigen Hin-

[Seite 22]

tergrundbericht zu den Auswirkungen der Lungenentzündung heraus.36) Große Tageszeitungen folgten diesem Beispiel. Das Ergebnis war eine Vielfalt von Informationen in der chinesischen Berichterstattung, wie sie bisher bei vergleichbaren nationalen Krisen unüblich war.

Durch die allgemeine Stimmung und die Unterstützung der Regierung ermutigt, begann die chinesische Presse dann auch über Ereignisse offener zu berichten, die nicht direkt mit dem Ausbruch der Krankheit im Zusammenhang standen. [...] Dieser Erfolg gab der liberaleren Presse einen ungeheueren [sic] Auftrieb und bestätigte einen neuen Trend in der chinesischen Politik, nämlich den einer sensiblen Reaktion der Regierung auf die öffentliche Meinung.

[...]

Diese neu eingeleitete Transparenz, die von manchen ausländischen Kommentatoren schon vorschnell als chinesische Glasnost gefeiert wurde, stieß bei genauerem Hinsehen allerdings schnell an ihre Grenzen. So wurde beispielsweise dem spektakulären Hinauswurf des Gesundheitsministers und des Pekinger Bürgermeisters nur eine kurze Nachricht in den großen Tageszeitungen gewidmet.

[Seite 23]

Ernsthafte Kritik am Verhalten der Behörden im Ganzen und der politischen Führung im Besonderen hingegen war dagegen äußerst selten zu lesen. [...] Gleichzeitig blieb der Zugang zu Internetseiten ausländischer Zeitungen, wie beispielsweise der Washington Post, innerhalb Chinas komplett blockiert. Auch die Fragen in den Pressekonferenzen durften nur zu bestimmten, oftmals nur die technischen Aspekte betreffenden Themenbereichen gestellt werden.


35) W. Lam, „SARS Crisis: Beijing’s Leadership Slowly Responds“, in: China Brief, Vol.3, Issue 8, 22.4.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_008_002.htm, (Zugriff 1.10.2003).

36) Siehe Arnold Zeitlin, „Sars and the Chinese Media“.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[12.] Stf/Fragment 042 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 21:57:39 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 1-13 (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 23, 27, Zeilen: 23: 22-32; 27: 1-3.9-10.19-22
Zudem nahm mit dem Abklingen der SARS- Krise auch prompt die Toleranz der Regierung ab, kritische Berichterstattung zuzulassen. Schon im Mai 2003 war es zu Verhaftungen von Internetbenutzern gekommen, die angeblich falsche Informationen über die Seuche ins Netz gestellt hatten. Einige Wochen später bekamen auch die Printmedien die erneute Straffung der Medienkontrolle zu spüren. Eine der ersten Zeitungen, die diese erneut verstärkt staatliche Zensur betraf, war die Pekinger Xinbao, die Anfang Juni 2003 geschlossen wurde. Einigen anderen Zeitschriften erging es nicht besser, Ausgaben wurden beschlagnahmt oder regierungsfreundlichere Herausgeber eingesetzt. Die neue Regierung Chinas gilt zwar als Befürworter einer Lockerung der Medienkontrolle, lässt aber ihren Worten und Ankündigungen bisher jedoch keine Taten folgen. Aus diesem Verhalten der Regierung und damit der Kommunistischen Partei wird deutlich, dass sich das Verhältnis zwischen ihr und den Medien bisher nicht wesentlich geändert hat.108

108 MAAS/UMBACH (2004), S. 23.

[Seite 23]

Zudem nahm mit dem Abklingen der Krise auch prompt die Toleranz der Regierung ab, kritische Berichterstattung zuzulassen. Schon im Mai war es zu Verhaftungen von Internetbenutzern gekommen, die angeblich falsche Informationen über die Seuche ins Netz gestellt hatten.40) Ein paar Wochen später bekamen auch die Printmedien die erneute Straffung der Medienkontrolle zu spüren. Eine der ersten Zeitungen, die diese erneut verstärkte staatliche Zensur betraf, war die Pekinger Xinbao, die Anfang Juni geschlossen wurde.41)

[Seite 27]

Zwar gilt Hu als Befürworter einer Lockerung der Medienkontrolle und unterstützt beispielsweise den Chef der Propagandaabteilung Li Changchun in seinem Bestreben, in Guangdong nicht ausschließlich von staatlichen Subventionen abhängige und damit einer noch strikteren Zensur unterworfene Zeitungen zuzulassen,45) sondern auch ausländische Direktinvestitionen in der Medienindustrie zu erlauben. Seinen Worten lässt er bisher jedoch keine Taten folgen.

[...] Aus diesem Verhalten der Kommunistischen Partei wird deutlich, dass sich das Verhältnis zwischen ihr und den Medien bisher nicht wesentlich geändert hat.


40) „SARS: Krisenmanagement der Regierung“, in: China aktuell (Mai 2003), S. 555.

41) Siehe Arnold Zeitlin, „Sars and the Chinese Media“.

45) Arnold Zeitlin, „China’s Practice of Press Censorship“, in: China Brief, Vol. 3, Issue 14, http://www.jamestown.org/pubs/view/cwe_003_014_003.htm, (Zugriff 1.10.2003).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[13.] Stf/Fragment 045 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-16 21:53:53 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 5-29
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 24, 25-26, Zeilen: 24:16-38; 25:5-18.41-46 - 26:1
Die Frage, ob der Ausbruch von SARS der Auslöser für weitergehende politische Reformen der nächsten Jahre sein wird, die vielleicht sogar zum Zusammenbruch des kommunistischen Regimes führen könnten - wie in der Sowjetunion - möchte der Verfasser klar verneinen. Die Gründe hierfür sind zahlreich. Zum einen ist die gegenwärtige Lage der Volksrepublik China eine vollkommen andere als in den vergangenen Jahrzehnten. Dem chinesischen Volk geht es wesentlich besser, trotz des Einkommensgefälles zwischen Küste und Hinterland, das Lebensniveau der Bevölkerung steigt stetig an. Dazu kommt, dass die Krise zu rasch überwunden wurde, um den wirtschaftlichen Aufstieg langfristig gefährden zu können. Zwar hat die Epidemie zu einem kurzfristig massiven Einbruch im Dienstleistungssektor und der Tourismusindustrie geführt, doch der Hauptgarant für das Wirtschaftswachstum, die verarbeitende Industrie, war nur marginal betroffen.117

Auch aus dem Aufschrei vieler Gesundheitsexperten, verbunden mit der Forderung nach einer Generalüberholung des chinesischen Gesundheitssystems wird die Regierung wohl keine wirklich weit reichenden Konsequenzen ziehen. Denn die Regierung eines Landes, die trotz 130000 Tuberkulosetoter pro Jahr, Opfer einer Krankheit, die in der westlichen Welt aufgrund flächendeckender Kontrollen als weitgehend besiegt gilt, die trotz eines massiven AIDS-Problems keine wirklich umfangreichen Reformschritte im Gesundheitswesen unternimmt, muss sich von der vergleichsweise geringen Zahl der Todesopfer der SARS-Epidemie nicht sonderlich beeindrucken lassen.118

Gleichzeitig birgt die SARS-Krise neben der nationalen auch eine internationale Dimension für die chinesische Regierung. Denn bedingt durch die große Mobilität in der heutigen Zeit im Gegensatz zum zweiten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts betraf die Seuche eben nicht nur die eigene chinesische Bevölkerung, sondern stellte auch eine Gefährdung für die globale Gesundheit dar.


117 MAAS/UMBACH (2004), S. 12.

118 THELANCET (2004).

[Seite 24]

Schlussfolgerung

Die Frage, ob der Ausbruch von SARS ähnlich dem Tschernobyl-Reaktorvorfall 1986 in der Sowjetunion der Auslöser für weitergehende politische Reformen der nächsten Jahre sein wird, die vielleicht sogar zum Zusammenbruch des kommunistischen Regimes führen könnten, lässt sich bisher eher klar verneinen. Die Gründe hierfür sind zahlreich.

Zum einen ist die gegenwärtige Lage der Volksrepublik China eine vollkommen andere als die der Sowjetunion vor etwa 17 Jahren. China konnte im letzten Jahrzehnt ein stetiges Wirtschaftswachstum in teilweise zweistelliger Höhe verzeichnen, das – trotz des enormen Einkommensgefälles zwischen Küste und Hinterland – für ein stetig ansteigendes Lebensniveau der Bevölkerung sorgte. Hinzu kommt, dass die Krise zu rasch überwunden wurde, um den wirtschaftlichen Aufstieg langfristig ernsthaft gefährden zu können. Zwar hat die Epidemie zu einem kurzfristig massiven Einbruch im Dienstleistungssektor und insbesondere in der Tourismusindustrie geführt, doch der Hauptgarant für das chinesische Wirtschaftswachstum, die verarbeitende Industrie, war nur marginal betroffen.

[Seite 25]

Auch aus dem Aufschrei vieler Gesundheitsexperten, verbunden mit der Forderung nach einer Generalüberholung des chinesischen Gesundheitssystems, wird die Regierung wohl keine wirklich weitreichenden Konsequenzen ziehen. Denn die Regierung eines Landes, die trotz 130000 Tuberkulosetoter pro Jahr, Opfer einer Krankheit, die in der westlichen Welt aufgrund flächendeckender Impfungen als besiegt gilt, und die trotz eines massiven AIDS-Problems keine wirklich umfangreicheren Reformschritte im Gesundheitswesen unternimmt, muss sich von der vergleichsweise geringen Zahl der Todesopfer der SARS-Epidemie wahrlich nicht sonderlich beeindrucken lassen.

[...]

Gleichzeitig birgt die SARS-Krise neben der nationalen auch eine internationale Dimension für die chinesische Regierung. Denn bedingt durch die große internationale Mobilität betraf die Seuche eben nicht nur die eigene chinesische Bevölkerung, sondern stellte auch eine Gefährdung für die globale Gesund[heit dar.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Auch das Fazit, das Stf in seinem abschließenden Kapitel zieht, beruht nicht auf eigenen Überlegungen, sondern findet sich bereits wörtlich in weiten Passagen bei Maas und Umbach.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[14.] Stf/Fragment 046 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 22:04:39 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 1-14
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 26, 28-29, Zeilen: 26: 1-4; 28: 30-33.36-46 - 29: 1-4
[Ein weiteres Festhalten an der] Taktik des Geheimhaltens hätte daher einen stetigen internationalen Gesichtsverlust für die chinesische Regierung bedeutet.119

Die Verbreitung der SARS-Epidemie macht deutlich, dass eine strikte Trennung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Fragen nicht länger möglich ist.

Das bedeutet zum einen, dass Peking wie alle international eingebundenen Staaten auf verschiedenen Ebenen abhängig vom Ausland ist. Es bedeutet aber auch für das Ausland, dass der Westen und namentlich Europa die Augen vor der dringenden Notwendigkeit umfassender politischer Reformen in China nicht länger verschließen darf, wie Europa und Deutschland dies bisher im Interesse einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit getan haben.

Denn eines haben die SARS-Problematik und das Verhalten Chinas in der Pestepidemie vor knapp 100 Jahren mehr als alles andere deutlich gemacht: Ohne größere politische Reformen kann China auf Dauer kein verlässlicher und berechenbarer Partner auf dem internationalen Parkett sein.


119 MAAS/UMBACH (2004), S. 11f.

[Seite 26]

Ein weiteres Festhalten an der Taktik des Geheimhaltens hätte daher einen stetigen internationalen Gesichtsverlust für die chinesische Regierung bedeutet.

[Seite 28]

Die Verbreitung der Epidemie macht jedoch deutlich, dass eine strikte Trennung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Fragen nicht länger möglich ist. [...] Das bedeutet für China zum einen, dass Peking wie alle international eingebundenen Staaten auf verschiedenen Ebenen abhängig vom Ausland ist. Es bedeutet aber auch für das Ausland, dass der Westen und namentlich Europa die Augen vor der dringenden Notwendigkeit umfassender politischer Reformen in China nicht länger verschließen darf, wie Europa und Deutschland dies bisher im Interesse einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit getan haben. Denn eines hat die SARS-Problematik mehr als alles andere

[Seite 29]

verdeutlicht: Ohne größere politische Reformen kann China auf Dauer kein verlässlicher und berechenbarer Partner auf dem internationalen Parkett sein.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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