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Quelle:Tj/Ballester 1992

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Carmen Pinilla Ballester
Titel    Erzählte Hinrichtungen -- Zum literarischen Diskurs über Verbrechen und Strafe um 1800
Ort    Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien
Verlag    Peter Lang
Jahr    1992

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    4


Fragmente der Quelle:
[1.] Tj/Fragment 048 102 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 21:50:26 Hindemith
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 102-110
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 91, Zeilen: 4-17
150La Regnie versucht, ein Geständnis von Olivier zu erpressen. Darin offenbart sich eine Legitimationsstrategie des Strafens, die das Opfer zum Reden zwingt, damit das Blut auf dem Schafott als Denotat der Schuld lesbar wird. Das Geständnis führt so zwangsläufig zum Tod. Die Unterordnung der Schuld kodiert das Geständnis als einen Text, in dem die Sprache der Grammatik der Gewalt unterliegt: Lesen, deuten und töten werden gleichgesetzt. Oliviers Widerstand gegen das Geständnis ist deshalb gerade in dieser impliziten Gewaltnötigung des juristischen Geständnisbegriffs bedingt. Dadurch wird eine Strafpraxis denunziert, die im unverhüllten Drang, das Verbrechen zu sühnen, einen bizarren Gerechtigkeitssinn offenbart (vgl. Ballester, S. 91). Das Geständnis, das "eine Blutschuld an den Tag bringen" soll (469). offenbart eine Legitimationsstrategie des Strafens, die das Opfer zum Reden zwingt, damit das Blut auf dem Schafott als Denotat der Schuld lesbar wird.18 In dem Maße, in dem das Geständnis des Opfers zwangsläufig seinen Tod herbeiführt, schafft die juristische Praxis einen Kausalnexus zwischen der signifikativen Funktion der Sprache und der Ausübung von Gewalt. Die Supposition der Schuld kodiert das Geständnis als einen Text, in dem die Sprache der

Grammatik der Gewalt unterliegt: das Prädikat der Schuld begründet ein hermeneutisches Gesetz, das Lesen. Deuten und Töten gleichsetzt. Oliviers Widerstand gegen das Bekenntnis ist gerade in dieser impliziten Gewaltnötigung des juristischen Geständnisbegriffs bedingt: seine Verweigerung des Gerichts will eine Strafpraxis denunzieren, die im unverhüllten und vertrackten Drang, das Verbrechen noch über den Tod hinaus zu begleichen, einen bizarren Gerechtigkeitssinn offenbart, der sich an Leichen labt und damit das ihm inhärente Schuldprinzip von selbst erledigt:


18: Foucault. Überwachen und Strafen, a.a.O. S. 51-57

Anmerkungen

Zwischendurch wird mal paraphrasiert; ansonsten herrscht weitgehend Übereinstimmung der Formulierungen. Wörtliche Übernahmen sind nicht adäquat als solche gekennzeichnet. Der Verweis auf Foucault wird entfernt.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[2.] Tj/Fragment 056 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-10 01:28:05 Graf Isolan
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 7-
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 81-82, Zeilen: S.81,13ff. - S.82,1.3-6
Hoffmann beschreibt darin eine Annäherung zwischen der Chambre ardente und den Tätern der Giftmorde, die sich nicht auf die Beschreibung ähnlicher Charakterzüge auf Seiten der Verbrecher und deren Verfolger beschränkt.191 Beide Komplexe sind von einer unglaublichen Eigendynamik geprägt. Auf der einen Seite steht der Hass der Häscher, aus dem eine Dynamik fließt, die von blindem Eifer getragen wird. Auf der anderen Seite gehen die Morde, getragen von einer reinen Lust am Mord, immer weiter. Die Folge ist unglaubliche Gräuel auf beiden Seiten, die eine Ökonomie des Verdachts begründet:192 Jeder wird zum potentiellen Opfer von Giftmord oder Hinrichtung. Die soziale Verunsicherung wächst. Die engsten Kreise werden gesprengt. Der Giftmord schleicht sich „in die engsten Kreise ein“193 und gefährdet die sozialen Sphären der Verwandtschaft und Familie dahingehend, dass sich Misstrauen zwischen Gatte und Gattin, Vater und Sohn, Bruder und Schwester auftut.194 Die Strafverfolgung der Chambre ardente durchbricht die Grenzen der sozialen Ordnung, indem sie in die „geheimsten Schlupfwinkel des Verbrechens“ vordringt und „selbst Personen von hohem Ansehen“ nicht verschont. Der geringste Verdacht reicht ihr als Beweis der Schuld, mit der Konsequenz, dass der Unschuldige mit dem Schuldigen getroffen wird.

Die ganze Situation mündet in einer Eskalation der Gewalt, in eine virulente Bewegung, die dem Gesetz des Blutes gehorcht. Und das alles, ohne dass den Verbrechen Einhalt geboten werden kann.


191 So beschreibt Hoffmann la Regnie als Teufel von garstigem Aussehen, mit einem giftigen Lächeln und heimtückischen Wesen, in auffälliger Nähe zu dem entarteten Weib und Ungeheuer Brinvillier und dem teuflischen Weib la Voisin.

192 Vgl. Ballester, S. 81.

193 Hoffmann, Scuderi, S. 11.

194 Vgl. Hoffmann, Scuderi, S. 11.

[Seite 81]

Die Geschichte der "Chambre ardente" entspricht so in ihrer fortschreitenden Entwicklung derjenigen der Giftmorde. Diese Entsprechung ist nicht allein an den ähnlichen Charakterzügen der Täter und ihrer Verfolger ablesbar: Das "entartete Weib" und "Ungeheuer" Brinvillier wie das "teuflische Weib" la Voisin erinnern an den "Teufel" la Regnie, an dessen "giftiges Lächeln" (466), "garstiges Ansehen und heimtückisches Wesen" (444), so daß "Frevler" und "Schützer" physiognomisch austauschbar werden. Hoffmanns Text dekuvriert diese Entsprechung vor allem dort, wo die "rachsüchtige" Motivation der Giftmörder und der "Haß" der "Häscher" eine Eigendynamik entfachen, die von "reiner Lust" und "blindem Eifer" getragen wird und identische soziale Auswirkungen herbeiführt. Das "Unwesen" des Giftmords wie das "Greuel" (447) der Chambre ardente begründen sich in einer Ökonomie des Verdachts, die jeden zum potentiellen Opfer von Mord oder Hinrichtung erklärt. Schleicht sich der Giftmord "wie ein unsichtbares tückisches Gespenst /.../ in die engsten Kreise ein" (442) und gefährdet die sozialen Sphären der "Verwandschaft Liebe - Freundschaft" dahingehend, daß sich der Verdacht zwischen Gatte und Gattin, Vater und Sohn, Bruder und Schwester auftut (443), so dringen die Beamten der Chambre ardente in die "geheimsten Schlupfwinkel des Verbrechens" ein (443), indem sich der "geringfügigste Verdacht" als Ausschluß der "Unschuld" (444) fortschreibt, "selbst Personen von hohem Ansehen" nicht verschont (443) und "den Unschuldigen trifft mit

[Seite 82]

dem Schuldigen" (449). [...] Die Eskalation von Mord zur Hinrichtung setzt eine virulente Bewegung frei, die dem Gesetz einer Ökonomie des Blutes gehorcht. Unter diesem Gesetz der Grausamkeit aber wird das Verbrechen keineswegs in der Strafe stillgestellt.

Anmerkungen

Inhaltlich identisch mit identischen Verweisen auf Stellen in Hoffmanns "Scuderi"; viele identische Formulierungen. Mittendrin lediglich ein dürrer Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Tj/Fragment 066 106 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-09 20:21:03 Graf Isolan
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 106-111
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 84, Zeilen: 10-16
250 Hoffmann, Scuderi, S. 16f. Ballester (S. 84) stellt fest, dass die Liebhaber eine Metaphorik des Krieges und des Kampfes zu ihrem Argument erheben, das den Kern des Legitimationsprinzips souveräner Macht trifft: Strafe und Krieg sind, wie Michel Foucault ausführt, die zwei „Spielarten des Rechts des Schwertes“ (Foucault, Recht über den Tod, S. 184): „Das Recht zu strafen erscheint als Aspekt jenes Rechts, kraft dessen der Souverän Krieg gegen seine Feinde führen darf.“ (Foucault, Überwachen und Strafen, S. 64).

[im Literaturverzeichnis:

Foucault, Michel, Recht über den Tod und Macht zum Leben, in: Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Frankfurt am Main 1983, S. 159-179

Foucault, Michel, Überwachen und Strafen - Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt am Main 1979]

Die lyrische Supplik der Pariser Liebhaber erhebt eine Metaphorik des Krieges und des Kampfes zu ihrem unmißverständlichen Argument6, ein Argument, das den Kern des Legitimationsprinzips souveräner Macht trifft: Strafe und Krieg sind, wie Michel Foucault ausführt, die zwei "Spielarten des Rechts des Schwerts"7: "Das Recht zu strafen erscheint als Aspekt jenes Rechts, kraft dessen der Souverän Krieg gegen seine Feinde führen darf."8

7 Michel Foucault. Recht über den Tod und Macht zum Leben, ln: Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Frankfurt/M. 1983. S. 184.

8 Foucault, Überwachen und Strafen, a.a.O., S. 64.

Anmerkungen

Die wörtliche Übereinstimmung bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[4.] Tj/Fragment 068 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-09 20:33:33 Graf Isolan
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 68, Zeilen: 18-23
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 87, Zeilen: 12-17
[...] Oliviers Verhaftung. Dies markiert den Beginn der eigentlichen Detektivgeschichte, die sich als Konfrontation zwischen den Methoden der Scuderi und dem Kriminalprozess der Chambre ardente darstellt, indem zwei Logiken des Kriminalen, zwei Strategien der Spurensicherung in ihren unterschiedlichen Motivationen und Interessen gegeneinander ausgespielt werden.263

263 Vgl. Ballester, S. 87.

Die Verhaftung Oliviers markiert den Beginn der Detektivgeschichte. Sie gestaltet sich als Konfrontation zwischen dem Ermittlungsprozeß der Scuderi und dem Kriminalprozeß der Chambre ardente, indem sie zwei Logiken des Kriminalen, zwei Strategien der Spurensicherung in ihren unterschiedlichen Motivationen und Interessen an der Pragmatik der Schuld und Unschuld gegeneinander ausspielt und dabei einen kategorialen Bruch zwischen der öffentlichen Gerichtsverhandlung und der inneren Wahrheit des Subjekts erkennen läßt.
Anmerkungen

Trotz Angabe der Quelle bleibt Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

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