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Quelle:Tj/KLL6 1996

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Gisela Hesse
Titel    Kindlers Neues Literaturlexikon: Faust
Herausgeber    Walter Jens
Ort    München
Verlag    Kindler
Ausgabe    Studienausgabe
Jahr    1996
Nummer    Band 6 Ga-Gr
ISBN    3-463-43200-5

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    9


Fragmente der Quelle:
[1.] Tj/Fragment 115 28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:08:08 WiseWoman
Fragment, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, WiseWoman
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 28-32
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 459, Zeilen: 2. Sp, Z. 40
Goethes Faust entstand somit in einem sechs Jahrzehnte währenden, zeitweise auf Jahre unterbrochenen, nicht überall eindeutig zu erhellenden Schaffensprozess. Teile des zweiten Teils, wie der Helena-Akt, waren schon angelegt, als Goethe noch am ersten Teil arbeitete. Zudem hat Goethe selbst die Handschrift immer wieder verändert. 436

436 Vgl. zum zeitlichen Ablauf die Chronologie bei Mener, S. 46ff.

Goethes Faust entstand in einem sechs Jahrzehnte währenden, zeitweise auf Jahre unterbrochenen, nicht überall eindeutig zu erhellenden Schaffensvorgang; Partien des zweiten Teils, wie etwa der Helena-Akt, waren schon angelegt, als der Dichter noch am ersten Teil arbeitete.
Anmerkungen

Der Sprung zum letzten Satz, der befußnotet ist, ist gewaltig.

Sichter
(Graf Isolan), (WiseWoman Quelle)

[2.] Tj/Fragment 117 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:09:15 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 6-28
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 459, Zeilen: 2. Sp, Z. 56
1790 veröffentlichte Goethe unter dem Titel „Faust, ein Fragment“ eine Bearbeitung jenes ersten Entwurfs, deren Komposition deutlich den klärenden Einfluss der italienischen Reise erkennen lässt. Doch erst in den Jahren seiner Freundschaft mit Schiller441, als sich in ihm ein intensives Interesse an kunsttheoretischen Problemen und ideellen Ordnungsprinzipien entzündete, fügte er den Prolog im Himmel und die Paktszene hinzu, in denen sich nun das übergreifende Leitmotiv der Wette klar abzeichnete. So entstand zwischen 1797 und 1806 Faust, I. Teil“, der 1808 veröffentlicht wurde.442

Vorwiegend Eckermann ist es zu danken, dass Goethe nach langer Pause die schon um 1800 entstandenen Bruchstücke des II. Teils wieder aufgriff und das Ganze zwischen 1825 und 1831 planmäßig, „durch Vorsatz und Charakter“ (an W. v. Humboldt, 17.3.1832), aus der Sicht seiner nachklassischen Schaffensphase beendete, in der die Gegensätze von Klassik und Romantik sich versöhnten und in der auch seine Erfahrungen als Staatsmann poetischen Ausdruck suchten. 1827 veröffentlichte Goethe in der Ausgabe letzter Hand den Helena-Akt mit dem Untertitel „Klassisch-romantische Phantasmagorie“, 1828 ebenda die Szenen am Kaiserhof. Noch vor seinem letzten Geburtstag versiegelte er das abgeschlossene Drama.443 Was die Vollendung des Werks, das in den letzten Jahren immer wieder in seinem Tagebuch das „Hauptgeschäft“ genannt wurde, für Goethe bedeutete, bezeugen Briefe aus dieser Zeit und die Gespräche mit Eckermann; hier heißt es am 6. Juni 1831: „Mein ferneres Leben kann ich nunmehr als ein reines Geschenk ansehen, und es ist jetzt im Grunde ganz einerlei, ob und was ich noch etwa tue.“444


441 Vgl. dazu den bei Mener abgedruckten Briefwechsel mit Schiller, S. 229ff.

442 Vgl. Mener, S. 47f.

443 Vgl. Mener, S. 50.

444 Zitiert nach Mener, S. 286.

1790 veröffentlichte Goethe unter dem Titel Faust, ein Fragment eine Bearbeitung jenes ersten Entwurfs, deren Komposition deutlich den klärenden Einfluss der italienischen Reise erkennen lässt. Doch erst in den Jahren seiner Freundschaft mit SCHILLER, als sich in ihm ein intensives Interesse an kunsttheoretischen Problemen und ideellen Ord-

[S. 460]

nungsprinzipien entzündete, fügte er den Prolog im Himmel und die Paktszenen hinzu, in denen sich nun das übergreifende Leitmotiv der Wette klar abzeichnete. So entstand zwischen 1797 und 1806 Faust, I. Teil. Nach langer Pause griff Goethe die schon um 1800 entstandenen Bruchstücke des II. Teils wieder auf und beendete das Ganze zwischen 1825 und 1831 planmäßig, »durch Vorsatz und Charakter« (an W. v. Humboldt, 17.3.1832), aus der Sicht seiner nachklassischen Schaffensphase, in der die Gegensätze von Klassik und Romantik sich versöhnten und in der auch seine Erfahrung als Staatsmann poetischen Ausdruck suchte. 1827 veröffentlichte Goethe in der Ausgabe letzter Hand den Helena-Akt mit dem Untertitel Klassisch-romantische Phantasmagorie, 1828 ebenda die Szenen am Kaiserhof. Noch vor seinem letzten Geburtstag versiegelte er das abgeschlossene Drama. Was die Vollendung des Werks, das in den letzten Jahren immer wieder in seinem Tagebuch das »Hauptgeschäft« genannt wurde, für Goethe bedeutete, bezeugen Briefe aus dieser Zeit und die Gespräche mit Eckermann; hier heißt es (6. 6. 1831): »Mein ferneres Leben kann ich nunmehr als ein reines Geschenk ansehen, und es ist jetzt im Grunde ganz einerlei, ob und was ich noch etwa tue.«

Anmerkungen

Weitgehende Übereinstimmung mit Bearbeitungen

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

[3.] Tj/Fragment 118 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 21:48:48 SleepyHollow02
Fragment, Gesichtet, KLL6 1996, KomplettPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 118, Zeilen: 1-3
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 464, Zeilen: 2. Sp, Z. 39
[Von den Wirkungen der Tragödie und den Schwierigkeiten ihrer Deutung gibt die tausende von Titeln umfassende Bibliographie der Interpretationen, Teilana]lysen, Übersetzungen, der durch das Werk angeregten dramatischen oder epischen Neugestaltungen des Stoffs, der Travestien, musikalischen und filmischen Bearbeitungen einen Eindruck. Von den Wirkungen der Tragödie und den Schwierigkeiten ihrer Deutung gibt die Tausende von Titeln umfassende Bibliographie der Interpretationen, Teilanalysen, Übersetzungen, der durch das Werk angeregten dramatischen oder epischen Neugestaltungen des Stoffes, der Travestien, musikalischen und filmischen Bearbeitungen einen Eindruck.
Anmerkungen

Ein 'e' wurde gestrichen.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

[4.] Tj/Fragment 118 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:22:04 WiseWoman
Fragment, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Unfertig, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 118, Zeilen: 10-15
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 0, Zeilen: 0
So steht der Faust heute als Dichtung unangefochten neben den bedeutendsten Zeugnissen der Weltliteratur. Aber der Weg bis zu diesem allgemeinen Konsens war lang und verschlungen. In der politisch unruhigen Zeit um 1790 fand das Faust-Fragment, außer in den Universitätskreisen Jenas und Göttingens, keine große Beachtung. Das änderte sich erst mit dem Erscheinen des ersten Teils, der den Aufstieg der Dichtung in ihren heutigen Rang einläutete. Heute steht der Faust als Dichtung unangefochten neben den bedeutendsten Zeugnissen der Weltliteratur. Aber der Weg bis zu diesem allgemeinen Consensus war lang und verschlungen.

In der politisch unruhigen Zeit um 1790 fand das Faust-Fragment, außer in Universitätskreisen Jenas und Göttingens, keine große Beachtung. Das änderte sich mit dem Erscheinen des ersten Teils, den F. W. J. v. Schelling9 begeistert als obligatorische Schullektüre einzuführen empfahl.

Anmerkungen

Quelle muss noch bestätigt werden. Übereinstimmungen wurden bisher anhand von http://calleo.at/pdf/Faust-Kindler.pdf verifiziert.

Sichter

[5.] Tj/Fragment 119 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:22:36 WiseWoman
Fragment, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Unfertig, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 7-19
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Ironisch, boshaft und zum Teil hassvoll waren die Angriffe, die von den verschiedensten Fronten kamen. Die Argumentationen bedienten sich dabei ausschließlich ethischer und weltanschaulicher Maßstäbe - die künstlerischen Kriterien der Dichtung entschwanden dabei völlig aus dem Blickfeld. Das Adjektiv „faustisch“ verselbstständigte sich und nahm, je nach der Bewertung der Faustgestalt, die verschiedensten Bedeutungen (vorerst nur negativer Art) an. Die Aufklärung bezichtigte Goethe des Mystizismus, die Romantik der Glorifizierung wissenschaftlichen Hochmuts, die katholische Kirche legte ihm hybride Unmoral und Blasphemie zur Last, die protestantische ungeistigen Materialismus.

Die Jungdeutschen priesen das revolutionäre Faustfragment auf Kosten des reaktionären zweiten Teils. Ihr Hauptvorwurf gegen den zweiten Teil galt der mangelnden politischen und sozialen Aktivität Fausts beziehungsweise Goethes.

Ironische, boshafte und hassvolle Angriffe kamen von den verschiedensten Fronten. Die Argumentation bediente sich ausschließlich ethischer und weltanschaulicher Maßstäbe; die künstlerischen Kriterien der Dichtung entschwanden dabei völlig aus dem Blickfeld.

Das Adjektiv »faustisch« verselbständigte sich und nahm, je nach der Bewertung der Faustgestalt, die verschiedensten Bedeutungen – vorerst noch negativer Art – an. Die Aufklärung bezichtigte Goethe des Mystizismus, die Romantik der Glorifizierung wissenschaftlichen Hochmuts; die katholische Kirche legte ihm hybride Unmoral und Blasphemie zur Last, die protestantische ungeistigen Materialismus. Die Jungdeutschen16 (z.B. H. Heine17 und L. Börne18) priesen das »revolutionäre« Faustfragment auf Kosten des »reaktionären« zweiten Teils, ein kritisches Schema, das lange gültig blieb. Ihr Hauptvorwurf galt der mangelnden politischen und sozialen Aktivität Fausts und (Goethes).

Anmerkungen

Quelle muss noch bestätigt werden. Übereinstimmungen wurden bisher anhand von http://calleo.at/pdf/Faust-Kindler.pdf verifiziert.

Sichter

[6.] Tj/Fragment 119 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:23:11 WiseWoman
Fragment, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Unfertig, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 27-36
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Eine neue Phase der „Faust“-Rezeption setzt mit der Reichgründung von 1871 ein. Das lange zurückgedrängte deutsche Nationalgefühl konnte sich jetzt voll zur Geltung bringen. Gleichzeitig entwickelte sich ein deutsches Sendungsbewusstsein, das bald imperiale Züge annahm. Daraus entstand das Bedürfnis, die Nation in einem dichterischen Symbol repräsentiert und glorifiziert zu sehen. Diese Rolle wurde, in grotesker und verhängnisvoller Missdeutung der Dichtung Goethes, der Faustgestalt übertragen. In dem veränderten politischen Klima kam Faust zu neuer und breiter Anerkennung.

Faust wurde zum Symbol des angeblich ewig-deutschen Wesens und sein Wirken zum politischen Programm.

Mit der Reichsgründung von 1871 entstand aus dem neuen nationalen Hochgefühl heraus das Bedürfnis, die Nation in einem dichterischen Symbol repräsentiert – und glorifiziert – zu sehen. Diese Rolle wurde, in grotesker und verhängnisvoller Missdeutung der Dichtung Goethes, der Faustgestalt übertragen.

Die Umwertung der Figur zum Idealbild des »deutschen Geistes« hatte sich schon in den Jahrzehnten zwischen 1840 und 1870 vorbereitet. [...] Hier wurde bereits das deutsche Sendungsbewusstsein vorgebildet, das später mit dem imperialistischen Reichsdenken verschmolz und Faust zum Symbol des angeblich ewig-deutschen Wesens und sein Wirken zum politischen Programm machte.

Anmerkungen

Quelle muss noch bestätigt werden. Übereinstimmungen wurden bisher anhand von http://calleo.at/pdf/Faust-Kindler.pdf verifiziert.

Sichter
(Graf Isolan)

[7.] Tj/Fragment 120 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:24:25 WiseWoman
Fragment, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Unfertig, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 1-19
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 0, Zeilen: 0
1918 erklärte Spengler diesen „deutschen“ Faust zum Repräsentanten der gesamten abendländischen Kultur und schuf damit einen neuen Faustbegriff, den sich zwei Jahrzehnte später das nationalsozialistische Weltmachtstreben dienstbar machen konnte.451

Freilich erhob sich schon 1870 aus den verschiedensten Lagern scharfer, wenn auch offiziell nicht beachteter, Protest gegen den ideologischen Missbrauch der Faustgestalt, ohne dass dieser Protest jedoch immer einer Hochschätzung der Dichtung Goethes entsprang. Erst die Philologie stellte das Werk als Kunstgebilde, als das es im Kampf der Ideologien völlig übersehen worden war, wieder in den Mittelpunkt, deckte die Inkongruenz der gängigen Vorstellungen vom „Faustischen“ mit dem Geist der Tragödie auf und eröffnete die Sicht auf die Schönheit und den Gedankenreichtum des Dramas. Die Abwertung des „Faustischen“ als eines „nationalen Hochworts“ (H. Schwerte) vollendete sich auf literarischem Gebiet in Thomas Manns „Doktor Faustus“ (1947).452

Das Ende der klärenden und deutenden Bemühungen um Goethes Faust-Dichtung ist aber noch nicht abzusehen, und jeder dieser Versuche bestätigt Goethes Worte, dass das Ganze „ein offenbares Rätsel bleibe, die Menschen fort und fort ergötze und ihnen zu schaffen mache.“453


451 Vgl. u.a. Spengler, S. 234f., S. 298, S. 459 und Beßlich, S. 124f.

452 Vgl. Mann, Doktor Faustus.

453 Goethe in einem Brief an Karl Friedrich Zelter am 1. Juni 1831 (abgedruckt in Goethe, Gedenkausgabe Bd. 21, S. 978-982, hier 979).

1918 erklärte O. Spengler20 diesen »deutschen« Faust zum Repräsentanten der gesamten abendländischen Kultur und schuf damit einen neuen Faustbegriff, den sich zwei Jahrzehnte später das nationalsozialistische Weltmachtstreben dienstbar machen konnte. Freilich erhob sich schon um 1870 aus den verschiedensten Lagern scharfer, wenn auch offiziell nicht beachteter Protest gegen den ideologischen Missbrauch der Faustgestalt, ohne dass die immer einer Hochschätzung der Dichtung entsprang.

Erst die Philologie stellte das Werk als Kunstgebilde, als das es im Kampf der Ideologien völlig übersehen worden war, wieder in den Mittelpunkt und deckte die Inkongruenz der gängigen Vorstellungen vom »Faustischen« mit dem Geist der Tragödie auf. Die Abwertung des »Faustischen« als eines »nationalen Hochworts« (H. Schwerte [?]) vollendete sich auf literarischem Gebiet in Th. Manns Roman Doktor Faustus (1947). Das Ende der klärenden und deutenden Bemühungen um Goethes Faust-Dichtung ist aber noch nicht abzusehen, und jeder dieser Versuche bestätigt Goethes Worte, dass das Ganze »ein offenbares Rätsel bleibe, die Menschen fort und fort ergötze und ihnen zu schaffen mache« (Brief an C. F. Zelter, 1. 6. 1831).


20 Oswald Spengler (1880-1936), deutscher Geschichtsphilosoph, Kulturhistoriker und politischer Schriftsteller.

Anmerkungen

Quelle muss noch bestätigt werden. Übereinstimmungen wurden bisher anhand von http://calleo.at/pdf/Faust-Kindler.pdf verifiziert.

Sichter

[8.] Tj/Fragment 121 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:51:04 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 16-36
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 460-461, Zeilen: 2. Sp, Z. 61
Das Präludium zur Gretchentragödie bildet in „Faust I“ die Szenen in der Hexenküche und damit Fausts Verjüngung - ein Vorgang, der mit augenscheinlichem Behagen am Absurden als ein aus Tiefsinn, Satire und Obszönität gemischtes Spiel dargestellt ist. Faust erblickt in einem Zauberspiegel das Bild Helenas, das ihn zu glühendem Begehren entzündet. Dieser Teil fehlt allerdings noch im „Urfaust“.

Faust begegnet der kindlich unschuldigen und selbstsicheren Margarete in einer mittelalterlichen Kleinstadt. Er bedrängt Mephisto, ihn mit ihr zusammenzuführen. Die Unbedingtheit, mit der Faust das Mädchen ohne Rücksicht auf dessen Bindungen an Familie und Tradition für sich fordert, ist von vornherein unheilträchtig. Dass Faust Mephistos Beihilfe in Anspruch nimmt, führt zur Katastrophe: Das Schlafmittel für Gretgens456 Mutter, vor der Fausts nächtliche Besuche verheimlicht werden müssen, wirkt tödlich; Valentin, Gretchens Bruder, der die Entehrung der Schwester rächen will, fällt durch Mephistos Eingreifen im Kampf mit Faust; Gretgen tötet in Verzweiflung das Kind, das sie geboren hat, und endet im Kerker. Und doch zeigen sich in Gretgens Tragödie die Grenzen der Macht des Bösen und deutet sich die Allmacht der Liebe an, die auch Faust vor dem endgültigen Anheimfallen an dieses Böse retten wird. Gretgen, von Faust verführt, Mörderin der Mutter und ihres Kindes, mitschuldig am Tode des Bruders, ist dennoch unantastbar in der ihrem Wesen eigenen Unschuld und Mephistos Worte „Über die hab’ ich keine Gewalt“ lassen erkennen, [dass sie seine eigentliche Gegenspielerin ist.]


456 Im Folgenden wird, da im Wesentlichen nur noch vom Urfaust gesprochen wird, der dort zumeist verwendete Name „Gretgen“ und nicht der aus Faust I stammende allgemeinere „Gretchen“ verwendet.

Die folgende Szene, Fausts Verjüngung in der Hexenküche, ein Vorgang, der mit augenscheinlichem Behagen am absurden, aus Tiefsinn, Satire und

[S. 461]

Obszönität gemischten Spiel dargestellt ist, bildet das Präludium zur Liebestragödie. Faust erblickt in einem Zauberspiegel das Bild einer Frau, das ihn zu glühendem Begehren entzündet. In Gretchen wird diese Vision (in der sich zugleich die künftige Erscheinung Helenas andeutet) Wirklichkeit. Faust begegnet diesem kindlich unschuldigen und selbstsicheren Geschöpf in einer mittelalterlichen Kleinstadt. Er bedrängt Mephisto, ihn mit Gretchen zusammenzuführen. Die Unbedingtheit, mit der Faust das Mädchen ohne Rücksicht auf dessen Bindungen an Familie und Tradition für sich fordert, ist von vornherein unheilträchtig. Daß er Mephistos Beihilfe in Anspruch nimmt, führt zur Katastrophe: das Schlafmittel für Gretchens Mutter, vor der Fausts nä‚chtliche Besuche verheimlicht werden müssen, wirkt tö€dlich: Valentin, Gretchens Bruder, der die Entehrung der Schwester rä‚chen will, f‚ällt durch Mephistos Eingreifen im Kampf mit Faust; Gretchen t€ötet in Verzweiflung das Kind, das sie geboren hat, und endet im Kerker. Und doch zeigen sich in der Tragö€die die Grenzen der Macht des Bö€sen, deutet sich durch das von Gretchen verkö€rperte Prinzip der Liebe ein  am Schlussrettendes Gegenmodell an. Gretchen, von Faust verführt, Mö€rderin der Mutter und ihres Kindes, mitschuldig am Tode des Bruders, ist dennoch unantastbar in der ihrem Wesen eigenen Unschuld, und Mephistos Worte »Über die hab' ich keine Gewalt« lassen erkennen, dass sie seine eigentliche Gegenspielerin ist.

Anmerkungen

Kleinere Anpassungen, Kein Hinweis auf die Quelle.

Bemerkenswert auch der Widerspruch S. 121 "Faust begegnet der kindlich unschuldigen und selbstsicheren Margarete [...]" zu S. 123: "Gretgen ist alles andere als selbstbewusst und fühlt sich in Fausts Gegenwart unsicher: [...]"; hier scheint Tj nicht ganz sicher zu sein, ob er dem übernommenen Text oder seiner eigenen Interpretation folgen will.

Sichter
(SleepyHollow02), WiseWoman

[9.] Tj/Fragment 122 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 20:52:36 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 122, Zeilen: 01-04
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 461, Zeilen: 25-31,34-39
[Gretgen, von Faust verführt, Mörderin der Mutter und ihres Kindes, mitschuldig am Tode des Bruders, ist dennoch unantastbar in der ihrem Wesen eigenen Unschuld und Mephistos Worte „Über die hab’ ich keine Gewalt“ lassen erkennen,] dass sie seine eigentliche Gegenspielerin ist. Im tiefsten Abfall von ihrer Lebensordnung verliert Gretgen doch nie wirklich die Verbindung mit ihr und dem letzten Zugriff des Bösen entzieht sie sich mit der Flucht in diese Ordnung: „Ihr heiligen Engel, bewahret meine Seele!“457

457 Goethe, Urfaust, S. 447.

Gretchen, von Faust verführt, Mörderin der Mutter und ihres Kindes, mitschuldig am Tode des Bruders, ist dennoch unantastbar in der ihrem Wesen eigenen Unschuld, und Mephistos Worte »Über die hab' ich keine Gewalt« lassen erkennen, dass sie seine eigentliche Gegenspielerin ist.

[...]

Im tiefsten Abfall von ihrer Lebensordnung verliert Gretchen doch nie wirklich die Verbindung mit ihr und dem letzten Zugriff des Bösen entzieht sie sich mit der Flucht in diese Ordnung: »Gericht Gottes! dir hab’ ich mich übergeben! ... Dein bin ich, Vater! Rette mich!«

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Fortsetzung von der Seite 121.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

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