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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Kirsten Peters
Titel    Der Kindsmord als schöne Kunst betrachtet : eine motivgeschichtliche Untersuchung der Literatur des 18. Jahrhunderts
Ort    Würzburg
Verlag    Königshausen und Neumann
Jahr    2001
Anmerkung    Lt. DNB: Zugl.: Bochum, Univ., Diss., 2000
ISBN    3-8260-1998-9
URL    http://books.google.de/books?id=cd05ANTd8BMC

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    14


Fragmente der Quelle:
[1.] Tj/Fragment 090 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-07 23:50:46 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Unfertig

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood, Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 90, Zeilen: 18-34, 104-107
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 115-116, Zeilen: S.115,19ff
1758, als er gerade einmal neun Jahre alt war, wurde in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main Anna Maria Fröhlich wegen Kindsmordes enthauptet. Die 25-jährige Delinquentin gab an, dass sie von einem Knecht zur „fleischlichen Vermischung“ gezwungen worden sei. Außer mit diesem Knecht habe sie mit keinem anderen Geschlechtsverkehr gehabt. Das Gericht ging aufgrund der starken Geburtsschmerzen davon aus, dass das Kind gelebt haben müsste. Als dies der Delinquentin vorgehalten wurde, gestand diese, dass sie aus Unverstand und Angst mit einem Messer dem Neugeborenen die Kehle durchgeschnitten habe. Anna Maria Fröhlich wurde trotz der erlittenen Notzucht zum Tode verurteilt und enthauptet.353

Ob der neunjährige Goethe tatsächlich der Hinrichtung beigewohnt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass er von dem Fall erfahren hat. Denn Johann Balthasar Koebele [sic!], der Privatlehrer seiner Schwester Cornelia, verfasste über diesen Hergang eine kleine Schrift mit dem Titel: „Eine geistlich Betrachtung über die letzten Stunden der Anna Maria Fröhlich welche wegen verübtem Kindermorde zu Frankfurt am Mayn, Im Jahr 1758 den 26ten Herbstmonats, auf dem Rabensteine enthauptet worden.“ 354


353 Vgl. dazu die erhaltenen Prozessakten, die sich im Stadtarchiv der Stadt Frankfurt am Main (Signatur Criminalia 1758, Aktennummer 7476, S. 7ff.) befinden.

354 Die Schrift galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verbrannt. Allerdings befindet sich im Goethe-Museum in Düsseldorf eine Kopie (vgl. Peters, S. 116).

[Seite 115]

Als Goethe neun Jahre alt war, wurde die Kindsmörderin Anna Maria Fröhlich in Frankfurt hingerichtet. Ob er dieses Schauspiel gesehen hat, kann nicht eindeutig geklärt werden, mit großer Wahrscheinlichkeit wird er aber davon erfahren haben. Die 25-jährige Dienstmagd Anna Maria Fröhlich war nach eigenen Angaben vom Kindsvater, einem Knecht, zur „fleischlichen Vermischung“ gezwungen worden und hatte mit niemandem außer ihm Geschlechtsverkehr gehabt. Erst nachdem das Gericht darauf insistierte, daß es sich bei so starken Geburtsschmerzen um ein lebendiges Kind gehandelt haben muß, gab sie den Mord

[Seite 116]

[...]381 Sie habe dem Kind aus Angst und Unverstand mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Das Gericht verurteilte Anna Maria fröhlichen trotz der boshaften Verführung und der erlittenen Notzucht zum Tode. Johann Balthasar Koelbele, der Goethes Schwester Cornelia Privatunterricht gab, hatte zu diesem Fall eine kleine Schrift mit dem Titel „Eine geistliche Betrachtung über die letzten Stunden der Anna Maria Fröhlichin“ verfaßt, in deren Anhang sich das „Thränenlied einer busfertigen Sünderinn der Anna Maria Fröhlichin“ befand. Die Schrift galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verbrannt. 382 Bei den Recherchen zu dieser Arbeit fand sich allerdings eine Fotokopie dieser Schrift im Goethe-Museum in Düsseldorf.


381 Die Akten zu dem Fall der Anna Maria Fröhlich befindet sich im Stadtarchiv der Stadt Frakfurt a.M. unter der Signatur Criminalia 1758, Aktennummer 7476, S. 7ff.

382 Ernst Beutler ist als einziger auf diese Schrift in seinem Aufsatz eingegangen, danach galt sie als verschollen. Auf eine aktuelle Anfrage bei der Stadtbibliothek Frankfurt a.M. konnte nur der Verlust bestätigt werden. Vgl. Ernst Beutler: Der Frankfurter Faust. Norbert Petsch zum 65. Geburtstag. In: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts, 1936-40, S. 594-686, insb. S. 673ff.

383 Die Textstellen werden zitiert nach Anton Koelbele: „Eine geistliche Betrachtung über die letzten Stunden der Anna Maria Fröhlichen welche wegen verübtem Kindermorde zu Frankfurt am Mayn, Im Jahr 1758 den 26ten Herbstmonats, auf dem Rabensteine enthauptet worden.“

Anmerkungen

Der Text ist stark angelehnt an die Vorlage, inkl. Inhalte der Fußnoten. Auf Peters wird in einer Fußnote mit "Vgl." verwiesen. Fortsetzung auf der Folgeseite. Auch der Schreibfehler "Koebele" statt "Koelbele" setzt sich dabei fort.

Die Übernahme beginnt schon in Zeile 19 aus Peters 115-19.

Sichter

[2.] Tj/Fragment 091 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 15:05:07 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 2-9, 101-106
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 116, 117, Zeilen: 116: 11-13, 14-15, 21-24; 117: 1-6, 101-102
Ganz wie Gretchen legt die Delinquentin, die Koebele [sic!] zum Vorbild für ihre Mitmenschen macht, indem er ihr tapferes Verhalten hervorhebt, ihr Schicksal und ihre Rettung in Gottes Hand. Sie bereut dabei ihre Tat und erkennt das Todesurteil als gerecht an: „An dessen Stelle [der Angst] tritt das sanfte, das beruhigende, das labende, das aufgeweckte, kurz alles, was nur eine Sele empfinden kan, die sich der Vergebung aller ihrer Sünden durch die Mittlersgerechtigkeit Jesus, durch den Glauben an seine verdienstvolle Wunden und Tod versichern darf.“355

355 Ein weiterer Fall könnte aufgrund seiner zeitlichen Nähe Goethe bekannt gewesen sein. Es handelt sich um die Verurteilung der Magdalena Blumin wegen Kindsmord im Jahre 1770. In diesem Verfahren wurde die Todesstrafe jedoch aus Mangel an Beweisen in eine vierjährige Zuchthausstrafe umgewandelt, da sich die Ärzte nicht sicher waren, ob das Kind überhaupt lebensfähig war (vgl. dazu Frankfurter Stadtarchiv Criminalia Aktennummer 8527).

[Seite 116]

Koelbele hob das tapfere und sittsame Verhalten der Delinquentin hervor und machte es den Mitmenschen zum Vorbild. [...] Sie bereut ihre Tat und erkennt das Todesurteil als gerecht an. [...]„An dessen Stelle tritt das sanfte, das beruhigende, das labende, das aufgeweckte, kurz alles, was nur eine Sele emfinden kan [sic], die sich der Vergebung aller ihrer Sünden durch die Mittlersgerechtigkeit JEsus, durch den Glauben an seine verdienstvolle Wunden und Tot versichern darf, (...).“ (S. 5)

[Seite 117]

Ein weiterer Fall, der sich in Frankfurt ereignete, war die Verurteilung der Kindsmörderin Magdalena Blumin im Jahre 1770. Ihr Todesurteil wurde aber zu vierjähriger Gefängnisstrafe bei harter Arbeit im Armenhaus umgewandelt. Die Ärzte waren sich nicht sicher gewesen, ob es sich um ein lebensfähiges Kind gehandelt hatte und die Wunden am Körper nicht nur vom Sturz auf den Boden herrührten. Die Zuchtausstrafe erging damit aus Mangel an Beweisen. 384


384 Der Fall befindet sich ebenfalls im Frankfurter Stadtarchiv. Criminalia 1770, Aktennummer 8527.

Anmerkungen

Starke Anlehung an die Quelle, ohne diese im Zusammenhang anzugeben.

Sichter
(Hood), WiseWoman

[3.] Tj/Fragment 092 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 13:58:54 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 92, Zeilen: 27-30
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 117, Zeilen: 17-21
aa. Der historische Fall362

Susanna Margaretha Brandt war zur Tatzeit 24 Jahre alt und arbeitete als Dienstmagd im Gasthaus „Zum Einhorn“. Sie konnte weder lesen noch schreiben. Die Wirtin des Gasthauses war mit Susanna Brandts Arbeit sehr zufrieden. Drei bis vier Wochen vor Weihnachten 1770 quartierten sich zwei Reisende im [Gasthaus ein, von denen einer der Vater ihres Kindes werden sollte.]


362 Vgl. dazu die Darstellung von Habermas, S. 7ff.



[Vgl. Literaturverzeichnis]

Habermas, Rebekka (Hrsg.), Das Frankfurter Gretchen. Der Prozeß gegen die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt, München 1999

387Susanna Margaretha Brandt war zur Tatzeit 24 Jahre alt und arbeitete als Dienstmagd in dem Gasthaus „Zum Einhorn“. Sie konnte weder lesen noch schreiben. Die Wirtin des Gasthauses war mit Susanna Brandts Arbeit sehr zufrieden. Drei bis vier Wochen vor Weihnachten quartierten sich zwei Reisende im Gasthaus ein, von denen einer der Vater ihres Kind [sic!] wurde.

387 Einen sehr viel ausführlicheren Einblick in den Fall bietet die vollständige Herausgabe der Prozeßakten von Rebekka Habermas (Hg.): das Frankfurter Gretchen, a.a.O. Siegfried Birkner hat die Prozeßakten der Kaiserlichen Freien Reichsstadt Frankfurt am Mai, den sogenannten Criminalia 1771, Aktennummer 8589 nur teilweise wiedergegeben. Vgl. Siegfried birkner: Das Leben und Sterben der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt, Frankfurt a.M. 1989. Der Fall der Susanna Margaretha Brandt wird nach Rebekka Habermas zitiert.

Anmerkungen

Minimale Anpassungen. Fortsetzung auf der Folgeseite. Der Verfasser übernimmt die Auszüge aus Habermas in gleicher Zusammenstellung aus der Vorlage von Peters unter Auslassung der einzelen (auf den nächsten Seiten folgenden) Verweise bei Peters auf die Textstellen bei Habermas. Auf Habermas wird vom Verfasser nur eingangs mit "Vgl." verwiesen, ein Hinweis auf Peters unterbleibt.

Sichter
Hindemith

[4.] Tj/Fragment 093 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 22:04:52 Plagin Hood
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 1-39
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 117, 118, Zeilen: 117: 20-26; 118: 1-31
[Drei bis vier Wochen vor Weihnachten 1770 quartierten sich zwei Reisende im] Gasthaus ein, von denen einer der Vater ihres Kindes werden sollte. Nach ihrer Aussage war er ein holländischer Kaufmann, während die Wirtin zu Protokoll gab, er sei Goldschmiedegeselle gewesen. Während seines Aufenthalts kam es eines Abends nach mehreren Gläsern Wein zum Geschlechtsverkehr. Susanna Brandt hatte das Gefühl, er habe ihr etwas ins Glas getan. Nach der damaligen juristischen Einschätzung hätte der Geschlechtsverkehr als Vergewaltigung gewertet werden müssen.363 Aber weder die Richter noch der Verteidiger wiesen auf diesen Sachverhalt hin.

Den Namen des Kindsvaters konnte oder wollte Susanna Brandt dem Gericht nicht nennen. Bis zur Geburt des Jungen am 1. August 1771 leugnete sie die Schwangerschaft. Das Einreden ihrer Schwester auf sie, die Schwangerschaft zu gestehen, da sie nicht die erste und auch nicht die letzte sein würde, brachten nichts. Susanna Brandt wurde von ihrer Schwester auf Kennzeichen der Schwangerschaft hin untersucht, indem diese den Körper abtastete. Zur Sicherheit musste sie zwei Ärzte aufsuchen, die aber eine Schwangerschaft nicht mit absoluter Sicherheit feststellen konnten. So gab der Mediziner Metz ihr einen Trank, der ihre „Reinigung“ wiederherstellen sollte. Ein anderer Arzt, namens Burggraff, verschrieb ihr ein Pulver und einen Aderlass. Als Begründung für das Ausbleiben der Menstruation gab Susanna Brandt Zorn über eine andere Dienstmagd und die Wirtin an.

Kurz vor der Geburt entließ die Wirtin sie und schickte sie zu ihren Schwestern. Doch Susanna Brandt blieb heimlich im Haus und begab sich, als die Wehen einsetzten, in die Waschküche, wo sie das Kind im Stehen gebar. Dabei „schoss“ das Kind nach ihren Angaben „von ihr auf die Platten auf die Erde“. Sie hob das Kind auf und legte es in ein Leeres Aschefass. Da sich in dem Fass Scherben befanden, zog sie das Kind wieder heraus, klemmte es unter den Arm und wollte damit über den Hof zum Stall. Im Dunkeln schlug sie es unabsichtlich gegen eine Mauer, und auf dem Hof sei ihr das Kind „aus der hand [sic!] geklitscht, und auf die Treppe gefallen“. Endlich im Stall angelangt, legte sie das Kind ins Stroh und ging ins Haus zurück. Dort setzte sie sich auf eine Treppe, bis sie von ihren Schwestern nach Hause geholt wurde. Am nächsten Morgen entdeckten die Schwestern, dass Susanna Brandt ein Kind bekommen hatte, worauf sie heimlich die Stadt verließ.

Sie machte sich auf den Weg nach Mainz. Ihre Flucht dauerte aber nur einen Tag, da sie weder Geld noch Kraft dafür hatte. Als sie am nächsten Tag nach Frankfurt zurückkam, wurde sie sofort verhaftet. Die Schwestern hatten den Kindsmord angezeigt.

Vor Gericht gab Susanna Brandt bei der ersten Befragung an, weder Kindsregungen noch Schmerzen gespürt zu haben. Eine Schwangerschaft hatte sie nicht [vermutet.]


363 Berauschende oder einschläfernde Getränke und die Ausübung psychischen Drucks wurden als Vergewaltigung begriffen.

[Seite 117, Z. 20-26]

Drei bis vier Wochen vor Weihnachten quartierten sich zwei reisende im Gasthaus ein, von denen einer der Vater ihres Kind [sic!] wurde. Nach ihrer Aussage war er ein holländischer Kaufmann, während die Wirtin zu Protokoll gab, er sei Goldschmiedegeselle gewesen. Während seines Aufenthalts kam es eines abends nach mehreren Gläsern Wein zum Geschlechtsverkehr. Susanna Brandt hatte das Gefühl, er habe ihr etwas ins Glas getan. (S. 109) Nach der damaligen juristischen einschätzung hätte der Geschlechtsverkehr demnach als Vergewaltigung gewertet

[Seite 118, Z. 1-31]

werden müssen. 388 Aber weder die Richter noch der Verteidiger wiesen auf diesen Sachverhalt hin. Er wurde im weiteren Verlauf der Verhandlung außer acht gelassen. Den Namen des Kindsvaters konnte oder wollte Susanna Brandt dem Gericht nicht nennen. Bis zur Geburt des Jungen am 1. August leugnete sie die Schwangerschaft beharrlich. Das Einreden ihrer Schwestern auf sie, die Schwangerschaft zu gestehen, da sie nicht die erste und auch nicht die letzte sein würde, brachten kein Geständnis. (S. 75)389 Susanna Brandt wurde von ihrer Schwester auf Kennzeichen einer Schwangerschaft hin untersucht, indem diese ihren Körper abtastete. Zur Sicherheit mußte sie zwei Ärzten [sic!] aufsuchen, die aber eine Schwangerschaft nicht mit absoluter Sicherheit feststellen konnten. So gab der Mediziner Metz ihr einen Trank, der ihre „Reinigung“ wiederherstellen sollte. Ein anderer Arzt, namens Burggraff, verschrieb ihr ein Pulver und nahm, nachdem dieses nicht die gewünschte Wirkung zeigte, sogar einen Aderlaß an ihr vor. (S. 86f.) als Begründung für das Ausbleiben der Menstruation gab Susanna Brandt Zorn über eine andere Dienstmagd und die Wirtin an. 390 Kurz vor der Geburt entließ die Wirtin sie aus dem Dienst und schickte sie zu ihren Schwestern. Doch Susanna Brandt blieb heimlich im Haus und begab, sich als die Wehen einsetzten, In die Waschküche, wo sie das Kind im Stehen zur Welt brachte. Dabei „schoß“ das Kind nach ihren Angaben „von ihr auf die Platten auf die Erde“. (S. 116) Sie hob das Kind auf und legte es in ein leeres Aschenfaß. Da sich in dem Faß Scherben befanden, zog sie das Kind wieder heraus, klemmte es unter den Arm und wollte damit über dem [sic!] Hof zum Stall. Im Dunklen schlug sie es unabsichtlich gegen eine Mauer, und auf dem Hof sei ihr das Kind „aus der hand [sic!] geklitscht, und auf die Treppe gefallen“. (S. 68f.) Endlich im Stall angelangt, legte sie das Kind ins Stroh und ging ins Haus zurück. Dort setzte sie sich auf eine Treppe, bis sie von ihren Schwestern nach Hause geholt wurde. Am nächsten Morgen entdeckten die Schwestern, daß Susanna Brandt ein Kind bekommen hatte, worauf sie heimlich die Stadt verließ. Sie machte sich auf den Weg nach Mainz. Ihre Flucht dauerte aber nur einen Tag, da sie weder Geld noch die Kraft dafür hatte. Als sie am nächsten Tag nach Frankfurt zurückkam, wurde sie sofort verhaftet. Die Schwestern hatten den Kindsmord angezeigt. Vor Gericht gab sie bei der ersten Befragung an, weder Kindsregungen noch Schmerzen gespürt zu haben. Eine Schwangerschaft hatte sie nicht vermutet.


388 Berauschende oder einschläfernde Getränke, Überredung und die Ausübung von psychischen Durck wurden als Vergewaltigung begriffen. Vgl. Anke Meyer-Knees: Verführung und sexuelle Gewalt, a.a.O., S. 83 u. 101.

389 ...

390 ...

Anmerkungen

Ganzseitige Übernahme mit minimalen Anpassungen, fortgesetzt von vorheriger Seite. Weiter fortgesetzt auf der folgenden Seite.

Der Verfasser übernimmt die Auszüge aus Habermas in gleicher Zusammenstellung aus der Vorlage von Peters unter Auslassung der einzelen Verweise bei Peters auf die Textstellen bei Habermas. Auf Habermas wird vom Verfasser nur eingangs auf S. 92 mit "Vgl." verwiesen. Ein Hinweis auf Peters unterbleibt.

Sichter
Hindemith

[5.] Tj/Fragment 094 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 14:16:05 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 1-28
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 118-120, Zeilen: 118: 31-33; 119: 1-20, 32-34; 120: 1-2
[Eine Schwangerschaft hatte sie nicht] vermutet. Da das Gericht mit dieser Antwort nicht zufrieden war, ließ man ihr den durch die Verletzungen und die Obduktion entstellten Leichnam zeigen.

Von nun an gab sie alles zu. Sogar Dinge, die gar nicht passiert waren. So unterstellte das Gericht ihr, dass sie das Kind mit einer Schere, die bei ihr gefunden worden war, verletzt habe, obwohl es am ganzen Körper keine Stichwunden gab, wie der Verteidiger später ausführte. Susanna Brandt hatte aus Angst vor der Folter mehr gestanden, als sie getan hatte. So widerrief sie auch die Angabe, die ihr vom Gericht in den Mund gelegt worden war, wonach die das Kind vorsätzlich mit dem Kopf an die Mauer geschlagen habe.

Ein Verteidiger wurde erst nach Abschluss der Ermittlungen zugelassen, somit hatte er Schwierigkeiten, von Susanna Margaretha Brandt gemachte Aussagen für die Verteidigung zu nutzen. Sein Strategie beschränkte sich aus diesem Grund auf die Aufdeckung von Unzulänglichkeiten im Verfahren, wenn er unter anderem die Identifizierung des Leichnams kritisierte: Sie habe das Kind in der Dunkelheit geboren und somit nicht genau sehen können; außerdem sei der Leichnam bei der Präsentation völlig entstellt gewesen.

Als Gründe für die Tat nannte Susanna Brandt die Angst vor der Schande und den Vorwurf der Leute. Sie hatte gehofft, in dem Haus heimlich gebären zu können. Der Verteidiger ging in seinen Ausführungen auf ihre Situation ein. Sie war vom Kindsvater verlassen und von der Wirtin gekündigt worden, was als strafmildernd anzusehen sei, wie auch die starken Schmerzen während der Geburt. Interessant ist Susanna Brandts Aussage, der Teufel habe sie verblendet und zur Tat überredet.

Trotz der progressiven Verteidigungsführung ihres Verteidigers und dem Hinweis, dass es sich bei dem Kind um eine Frühgeburt gehandelt hatte, da es im achten Monat zur Welt gekommen war und kaum Lebenschancen gehabt hätte, wurde Susanna Margaretha Brandt am 9. Januar 1772 zum Tode durch das Schwert verurteilt. Die Hinrichtung wurde am 14. Januar 1772 vollzogen.

[Seite 118, Z. 31-33]

Eine Schwangerschaft hatte sie nicht vermutet. Da das Gericht mit dieser Antwort nicht zufrieden war, ließ man ihr den durch die Verletzungen und die Obduktion entstellten Leichnam zeigen. (S. 66-71)

[Seite 119, Z. 1-20]

Von nun an gab sie alles zu, sogar Dinge, die gar nicht passiert waren. So unterstellte das Gericht ihr, daß sie das Kind mit der Schere, die bei ihr gefunden worden war, verletzt habe, obwohl es am ganzen Körper keine Stichwunden gab, wie der Verteidiger später ausführte. Susanna Brandt hatte aus Angst vor den Folgen mehr gestanden, als sie getan hatte. So widerrief sie die Angabe, die ihr vom Gericht in den Mund gelegt worden war, wonach sie das Kind vorsätzlich mit dem Kopf an die Mauer geschlagen habe. Ein Verteidiger wurde erst nach Abschluß der Ermittlungen zugelassen, somit hatte er die Schwierigkeit, von Susanna Margaretha Brandt gemachte Aussagen für die Verteidigung zu nutzen. Seine Strategie beschränkte sich aus diesem Grund auf die Aufdeckung von Unzulänglichkeiten im Verfahren, wenn er u.a. die Identifizierung des Leichnams kritisierte. Sie habe das Kind in der Dunkelheit geboren und somit nicht genau sehen können, außerdem sei der Leichnam bei der Präsentation völlig entstellt gewesen. (S. 174f.) Als Gründe für die Tat nannte Susanna Brandt die Angst vor der Schande und dem Vorwurf der Leute. Sie hatte gehofft, in dem Haus leicht heimlich gebären zu können. (S. 111) Der Verteidiger ging in seinen Ausführungen auf ihre Situation ein. Sie war vom Kindsvater verlassen und von der Wirtin gekündigt worden, was als strafmindernd anzusehen sei, wie auch die starken Schmerzen während der Geburt. Interessant ist Susanna Brandts Aussage, der Teufel habe sie verblendet und zur Tat überredet.

[...]

[Seite 119, Z. 32-34]

Trotz der progressiven Verteidigungsführung und dem Hinweis, daß es sich bei dem Kind um eine Frühgeburt gehandelt hatte, da es im achten Monat zur Welt gekommen war und kaum Lebenschancen gehabt hätte, (S. 180) wurde sie zum

[Seite 120, Z. 1-2]

Tode durch das Schwert verurteilt. Die Hinrichtung der Susanna Margaretha Brandt wurde am 14. Januar 1772 vollzogen.

Anmerkungen

Fortgesetzt von der vorangehenden Seite.

Der Verfasser übernimmt die Auszüge aus Habermas bis auf Kürzungen in gleicher Zusammenstellung aus der Vorlage von Peters unter Auslassung der einzelen Verweise bei Peters auf die Textstellen bei Habermas. Auf Habermas wird vom Verfasser nur eingangs auf S. 92 mit "Vgl." verwiesen, ein Hinweis auf Peters unterbleibt.

Sichter
Hindemith

[6.] Tj/Fragment 098 102 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-07 23:51:36 Kybot
Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 98, Zeilen: 102-124
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 120, Zeilen: 120: 3-16, 26-31; 121: 1-5
370 [...] Otto von Boenigk sieht einen anderen Kindsmordfall aus Strahlsund [sic!] als Vorlage für das Kindsmordmotiv im Faust. Die 26-jährige Catharina Maria Flindt erwürgte im Jahre 1765 ihr Kind und verscharrte es. Nachdem ihr Verführer Leutnant Johann Dycke vergeblich versucht hatte sie mit einer großen Summe freizukaufen, stürmte er in der Nacht zum 29. Oktober mit anderen Soldaten das Gefängnis und befreite die Kindsmörderin. Bei der Aktion kam es unter den Wachhabenden zu Toten. Anfang Dezember stand Catharina Maria Flindt wieder vor dem Gefängnis undstellte sich ihrem Urteil.

Zwar könnte man in der Befreiung der Täterin und ihrer freiwilligen Rückkehr Übereinstimmungen zur Gretchentragödie sehen. Es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass Goethe durch die „Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“ von dem Fall der Catharina Maria Flindt erfahren haben könnte. Zeitungsausschnitte, Aufzeichnungen oder Briefstellen, die dies belegen könnten, gibt es nicht.

Ähnliches gilt für den Versuch von Hellmuth Petriconi (vgl. Petriconi, S. 103) und Hans Arens (vgl. Arens, S. 258) einen Zusammenhang mit Samuel Richardsons Werken „Pamela“ (1740) und „Clarissa“ (1748) herzustellen. Zwar zeigt sich in ganz Europa, das Motiv der verführten Unschuld als verbreitetes Thema (in Deutschland z.B. bei Gotthold Ephraim Lessing „Emilia Galotti“ (1771) und Sophie La Roches „Fräulein von Sternheim“ (1771). Ein Vergleich der Gretchentragödie mit den Werken Richardsons ist trotzdem verfehlt. Weder die Handlungen noch die Intentionen stimmen überein. Der Topos der Verführung erhält durch Fausts titanisches Streben und sein Leiden an der Existenz eine andere Qualität und geht weit über die Darstellung einer Liebesgeschichte hinaus.

Einen anderen Kindsmordfall aus dem Jahr 1765 sieht Otto von Boenigk als Vorlage an.392 Bei der Kindsmörderin handelte es sich um die 26jährige Catharina Maria Flindt. Sie haue ihr Kind erwürgt und dann verscharrt. Zuerst versuchte ihr Verführer, der Leutnant Johann Dycke, sie mit einer horrenden Summe bei Gericht freizukaufen, als dies nicht funktionierte, stürmte er in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober mit anderen Soldaten das Gefängnis und befreite die zum Tode Verurteilte. Es kam dabei unter den Wachhabenden zu Toten. Anfang Dezember stand sie wieder vor dem Gefängnis und nahm damit das über sie verhängte Todesurteil an. Ob Goethe wirklich durch die „Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“ von dem sich in Stralsund ereigneten Fall erfahren hat, ist nicht zu klären. Zeitungsausschnitte, Aufzeichnungen oder Briefstellen, die diese These stützen, fanden sich nicht. Die Befreiung der Täterin und ihre freiwillige Rückkehr bilden jedoch frappante Übereinstimmungen.393 [...]

[...]

Hellmuth Petriconi und Hans Arens sehen den „Urfaust- von Samuel Richardsons Werken „Pamela“ (1740) und „Clarissa“ (1748) geprägt.396 Beide Romane waren über die Landesgrenzen hinaus große Literaturerfolge geworden. Der Topos der „verführten Unschuld“ war eines der beliebtesten Themen in Europa. In Deutschland findet es sich u.a. in Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ (1771) und Sophie La Roches „Fräulein von Sternheim“ (1771). Doch erscheint ein

[Seite 121]

Vergleich zwischen Richardsons Werken und dem „Urfaust“ als sehr gewagt. Weder die Handlungen noch die Intentionen stimmen überein.397 Der Topos der Verführung erhält durch Fausts titanisches Streben und sein Leiden an der Existenz schlechthin eine andere Qualität. Goethe geht weit über die Darstellung einer Liebesgeschichte hinaus.


392 Vgl. Otto von Boenigk: Das Urbild von Goethes Gretchen, Greifswald 1914.

393 Vgl. ebd. S. 121f.

396 Vgl. Hans Arens: Kommentar zu Goethes Faust 1, Heidelberg 1982, S. 258 und Hellmuth Petriconi: Die verführte Unschuld, a.a.O., S. 103.

397 [...]

Anmerkungen

Weitgehende inhaltliche Übereinstimmung. Ein Quellenverweis fehlt allerdings. Bemerkenswerterweise nennt der Autor den Originalautor Otto von Boenigk zwar, gibt aber nicht einmal diese Quelle an.

Sichter
(Hindemith)

[7.] Tj/Fragment 099 107 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 14:17:44 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 99, Zeilen: 107-115
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 120, Zeilen: 16-25
375 Vielmehr gibt es eine Menge Vorbilder. Sicher ist, dass Goethe seine Beziehung zu seiner Sesenheimer-Geliebten, der Pfarrerstochter Friedericke [sic!] Brion, die ihn während seiner Straßburger Zeit glühend verehrte, in die Gretchentragödie einfließen ließ. Als die Beziehung im Sommer 1771 abrupt abbrach, erfuhr er in schmerzlicher Weise die Schuld des Verlassens. In „Dichtung und Wahrheit“ schreibt er darüber: „Die Antwort Friederickens [sic!] auf einen schriftlichen Abschied zerriß mir das Herz. [...] Hier war ich zum erstenmal schuldig; ich hatte das schönste Herz in seinem Tiefsten verwundet, und so war die Epoche einer düsteren Reue, bei dem Mangel einer gewohnten erquicklichen Liebe, höchst peinlich, ja unerträglich.“ Doch nicht nur zeitgenössische Kriminalfälle beeinflußten die Handlung. So sollen eine Jugendliebe namens Gretchen394 und die Beziehung zu Friedericke [sic!] Brion aus Sesenheim die Tragödie geprägt haben. Gerade in der Beziehung zu Friderike habe Goethe schmerzlich die Schuld des Verlassens erfahren, als er die Beziehung zu ihr im Sommer 1771 abrupt abbrach. In Dichtung und Wahrheit schreibt er:

„Die Antwort Friederikens auf einen schriftlichen Abschied zerriß mir das Herz. (...) Hier war ich zum erstenmal schuldig; ich hatte das schönste Herz in seinem Tiefsten verwundet, und so war die Epoche einer düsteren Reue, bei dem Mangel einer gewohnten erquicklichen Liebe, höchst peinlich, ja unerträglich.“395


394 Kuno Fischer hat die erste große Liebe Goethes aufgearbeitet. So ging Goethe nur in die Kirche, um sie zu sehen und brachte ihr seine Liebespistel an den Spinnrock Vgl. Kuno Fischer: Goethes Faust, Bd. 3, Die Erklärung des Goetheschen Faust nach der Reihenfolge seiner Szenen, Heidelberg 1912 (4. Aufl.), S. 164f.

395 Johann Wolfgang Goethe: Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche, a.a.O., Bd. 10, S. 569f. Eine Aufarbeitung der Beziehung zwischen Goethe und Friederike findet sich bei Willi Krogmann: Das Friederikenmotiv in den Dichtungen Goethes. Eine Motivanalyse, Berlin 1932, S. 43-48 und Raymond Matzen: Goethe, Friederike und Sesenheim, Straßburg, Baser 1985 (3. Erw. Aufl.)

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Peters (2001) als Quelle. Auffällig ist der gleiche Schreibfehler bei beiden Autoren: "Friedericke" statt "Friederike". Auch das Goehte-Zitat ist identisch wiedergegeben (in identischer Länge, mit identischer Kürzung).

Sichter
Hindemith

[8.] Tj/Fragment 100 101 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 15:11:22 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 101-107
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 104, Zeilen: 111ff
376 Die Namen werden dabei synonym benutzt. Die etymologische Bedeutung von Margarete lautet „die Perle“, während „Gretge“ Hausgesinde und Dirne bedeutet. Goethe spricht in den Szenen „Strasse“ bis „Gartenhäusschen“ [sic!] von Margarete, in den Szenen „Gretchens Stube“ bis „Nacht“ von Gretchen und im „Kerker“ wieder von Margarete. Gaier (S. 176) sieht darin ihren sozialen Abstieg, der aus der sozial geächteten Liebe resultiert, beschrieben. Erst als sie sich im Kerker dem sittlichen und göttlichen Gericht überantwortet, steigt sie sozial wieder auf. 347 Die Namen Gretchen und Margarethe werden in dieser Arbeit synonym benutzt. Goethe spricht in den Szenen „Strasse“ bis „Gartenhäuschen“ von Margarete, in den Szenen „Gretchens Stube“ bis „Nacht“ von Gretchen, im „Kerker“ dann wieder von Margarete. Ulrich Gaier sieht darin ihren sozialen Abstieg, der aus der sozial geächteten Liebe resultiert, beschrieben. Erst als sie sich im Kerker dem sittlichen und göttlichen Gericht überantwortet, steigt sie sozial wieder auf. Die etymologische Bedeutung von Margarete lautet „die Perle“, während „Gretge“ Hausgesinde und Dirne bedeutet. Vgl. Ulrich Gaier Goethes Faust-Dichtungen. Ein Kommentar. Bd. 1. Urfaust, Stuttgart 1989, S. 176.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), WiseWoman

[9.] Tj/Fragment 116 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 14:22:35 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 25-34, 104-109
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 103, Zeilen: 8-27, 105-109
Die Gretchentragödie war durch den Fauststoff nicht motiviert. In den verschiedenen Puppenspielen, die Goethe im Zusammenhang mit der Faustgestalt bekannt waren, war nur vom Pakt zwischen dem Zauberer Dr. Fausten mit dem Teufel die Rede. Erst 1801, als er sich Pfitzers Faustbuch439 entlieh, erfuhr er von einem Kindsmord im Zusammenhang mit der Fausterzählung.440

Die volkstümliche Behandlung wie die Datierung der Ausleihe belegen, dass das Kindsmordmotiv nicht anderen Faustbüchem entnommen ist. Die Gelehrtentragödie dagegen ist ein Konstrukt aus den Faustspielen und der Auseinandersetzung Goethes mit dem eigenen Streben und der eigenen Unzufriedenheit. In „Dichtung und Wahrheit“ schreibt er im 10. Buch des 2. Teils darüber: „Die be-[deutende Puppenspielfabel des anderen klang und summte gar vieltönig in mir wieder. Auch ich hatte mich in allen Wissen umhergetrieben und war früh genug auf die Eitelkeit desselben hingewiesen worden. Ich hatte es auch im Leben auf allerlei Weise versucht und war immer unbefriedigter und gequälter zurückgekommen.“]


439 Vgl. Widmann, S. 9ff.

440 Vgl. Erich Trunz (Hrsg.), Faust, S. 473. In dieser Erzählung verliebt sich der Untermieter Apion in Amee, die Tochter seiner Wirtin. Als diese schwanger wird, verlässt er sie. Amee tötet mit der Magd Caride das Kind nach der Geburt und vergräbt es unter einem Baum. Zwei Jahre später ziehen Amee und ihre Mutter aus dem Haus aus. Der neue Besitzer findet im Garten die unverweste Leiche des Kindes. Als man Amee das Kind zeigt, blutet es aus Nase, Mund und Augen. Ihre Schuld ist damit bewiesen.

Die Gretchentragödie und damit auch der Kindsmord waren durch den tradierten Fauststoff nicht motiviert. In den verschiedenen Puppenspielen, die Goethe kannte, war nur vom Pakt zwischen dem Zauberer Dr. Fausten mit dem Teufel die Rede. Erst 1801, als er sich Pfitzers Faustbuch entlieh, erfuhr er von einem Kindsmord im Zusammenhang mit der Fausterzählung.343 Der Untermieter Apion verliebt sich in Amee, die Tochter seiner Wirtin. Als sie schwanger ist, verläßt er sie. Amee tötet mit der Magd Caride das Kind nach der Geburt und vergräbt es unter einem Baum. Zwei Jahre später ziehen Amee und ihre Mutter aus dem Haus aus. Der neue Besitzer findet im Garten die unverweste Leiche des Kindes. Als Amee das Kind gezeigt wird, blutet es aus Nase, Mund und Augen, womit ihre Schuld bewiesen ist. Amee und Caride werden geköpft, während die Mutter der Stadt verwiesen wird.344 Die volkstümliche Behandlung wie die Datierung der Ausleihe belegen, daß das Kindsmordmotiv nicht anderen Faustbüchern entnommen ist, während die „Gelehrtentragödie“ im „Urfaust“ und natürlich auch im „Faust“ ein Konstrukt aus den Puppenspielen und der Auseinandersetzung Goethes mit dem eigenen Streben und der eigenen Unzufriedenheit ist.

„Die bedeutende Puppenspielfabel des anderen klang und summte gar vieltönig in mir wieder. Auch ich hatte mich in allen Wissen umhergetrieben und war früh genug auf Eitelkeiten desselben hingewiesen worden. Ich hatte es auch im Leben auf allerlei Weise versucht und war immer unbefriedigter und gequälter zurückgekommen.“345


343 Vgl. Johann Wolfgang Goethe: Faust, a.a.O., S, 473.

344 Vgl. Georg Rudolf Widmann: Fausts Leben [in der Bearbeitung von Johann Nikolaus Pfitzer, Nürnberg 1764] hrsg. Von Adelbert von Keller, Tübingen 1880, S. 9ff.

345 Johann Wolfgang Goethe: Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche. Bd. 10, Dichtung und Wahrheit, 2. Teil, 10. Buch, a.a.O., S. 453f.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt.

Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter
Hindemith

[10.] Tj/Fragment 124 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 14:37:06 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 124, Zeilen: 1-14, 102-106
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 107, Zeilen: 4-22, 24-25
[Anders sieht dies Peters, die über Gretgen] sagt: „Ihre Figur wird damit in der Forschung konsequent verharmlost und entschärf [sic!].“ 465

Ihre Meinung stützt Peters auf die Tatsache, dass Gretgen in der Szene „In Marthens Garten“ die Initiative übernimmt. Sie gesteht Faust ihre Liebe und spielt das Blumenspiel. Danach läuft sie in das dunkle Gartenhäuschen, in dem sie niemand sehen kann. Als Faust sie dann küsst, fasst sie ihn und erwidert den Kuss. Gretgen stimmt darüber hinaus auch dem nächtlichen Treffen zu, obwohl kein Eheversprechen vorliegt und sie Faust auch nicht in diese Richtung drängt. Sie hat keine moralischen Bedenken, sondern nur Angst davor, von der Mutter überrascht zu werden. Am deutlichsten werden Gretgens sexuelle Wünsche in dem Monolog am Spinnrad 466:


Mein Schoos, Gott! drängt

Sich nach ihm hin!467



465 Peters, S. 107.

466 Goethe, Urfaust, S. 429. Diese Passage ist an das Hohelied Salomons angelegt. Goethe schrieb 1775 an Johann Heinrich Merck: „Ich habe das hohe Lied Salomons übersetzt, welches ist die herrlichste Sammlung Liebeslieder, die Gott erschaffen hat.“ (Pinower, insb. S. 182).

467 Goethe, Urfaust, S. 429.

In Martens Garten übernimmt Gretchen die Initiative, sie gesteht ihm ihre Liebe und spielt das Blumenspiel. Indem sie dabei laut spricht, wiederholt sie die Liebeserklärung. Danach läuft sie in das dunkle Gartenhäuschen, in dem sie niemand sehen kann. Faust reagiert nur auf dieses neckische Verhalten. Als er sie dann küßt, faßt sie ihn und erwidert den Kuß. (Anweisung S. 404) Petriconi nimmt dies nicht zur Kenntnis, er sieht Gretchn als die unschuldige Verführte, die in ihrer Reinheit keine Sexualität besitzt und nur nach Fausts Willen handelt, um ihn glücklich zu sehen.351 Dabei stimmt Evchen dem nächtlichen Treffen zu, obwohl kein Eheversprechen vorliegt und sie Faust auch nicht in diese Richtung drängt. Sie hat keine moralischen Bedenken, sondern denkt nur daran, nicht von der Mutter überrascht zu werden (V. 119). Am deutlichsten werden ihre sexuellen Wünsche in dem Monolog am Spinnrad, der an das Hohelied Salomons angelehnt ist.352


„Mein schoß, Gott! Drängt

Sich nach ihm hin.“ (V. 1098f.)


[...]

Ihre Figur wird damit in der Forschung konsequent verharmlost und entschärft.353


351 Vgl. Hellmuth Petriconi: Die verführte Unschuld. Bemerkungen über ein literarisches Thema, Hamburg 1953, S. 118.

352 Gothe schrieb 1775 an Johann Heinrich Merck: „Ich habe das hohe Lied Salomons übersetzt, welches ist die herrlichste Sammlung Liebeslieder, die Gott erschaffen hat.“ Otte Pniower: Goethes Faust und das hohe Lied. In: Goethe-Jahrbuch, Bd. 13 (1982), S. 181-198, insb. S. 182

353 Zu Gretches Sexualität vgl. Peter Heller: Gretchen: Figur, Klischee, Symbol. In: Wolfgang Paulsen (Hg.): Die Frau als Heldin und Autorin. Neue kritische Aufsätze zur deutschen Literatur, Bern 1979, S. 175-189, insb. S. 177.

Anmerkungen

Zwar ist Peters erkennbar teils wörtlich zitiert, teils paraphrasiert, jedoch sind die Anlehnungen/Übernahmen nicht in vollem Umfang kenntlich gemacht. Aufgrund der unklaren Trennung, ob der Verfasser oder die Quelle spricht, entsteht der Eindruck einer Auseinandersetzung/Diskussion statt einer Widergabe.

Zu Beginn des Abschnitts wird eine wörtliche Übernahme ordnungsgemäß als solche gekennzeichnet. Längere wörtliche Übernahmen weiter unten bleiben jedoch ohne entsprechende Kennzeichnung.

Aus "Evchen" wird "Gretchen" bzw. "Gretgen".

Sichter
Hindemith

[11.] Tj/Fragment 124 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 14:40:08 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 124, Zeilen: 27-31, 101-102
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 107, Zeilen: 27-33, 110-112
[...]468

Gretgen lässt sich verführen und ist gleichwohl als tugendhaft und unschuldig zu verstehen. Unterstützt wird diese These im „Urfaust“ durch Gretgens Selbstcharakterisierung und Fausts Idealisierung. Sie stellt sich durch ihren Fleiß und ihre liebevolle Fürsorge um das kleine Schwesterlein als die ideale Mutter dar. Der durch [diese Figur idealisierter Weiblichkeit verübte Kindsmord ist damit als Tat tiefster Verzweiflung zu verstehen.]


468 Reuchlein, Bürgerliche Gesellschaft, S. 146. Gretgens und Fausts Verlangen entspringt der wahren Liebe. Dies wird in der Gegenüberstellung der beiden Paare Gretchen/Faust und Marthen/Mephisto deutlich. Während das eine die wahre Liebe symbolisiert, steht das andere für die Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft.

Gretchen „läßt sich bereitwillig verführen und ist gleichwohl als tugendhaft und ‚unschuldig‘ zu verstehen.“354

Unterstützt wird diese These im „Urfaust“ durch Gretchens Selbstcharakterisierung und Fausts Idealisierung seiner Geliebten. Sie stellt sich durch ihren Fleiß und ihre liebevolle Fürsorge um das kleine Schwesterchen als die ideale Mutter dar. Der durch diese Figur idealisierter Weiblichkeit verübte Kindsmord ist damit als Tat tiefster Verzweiflung zu verstehen.


354 Georg Reuchlein: Bürgerliche Gesellschaft, Psychiatrie und Literatur. Zur Entwicklung der Wahnsinnsthematik in der deutschen Literatur des späten 18. Und frühen 19. Jahrhunderts, München 1986, S. 145.

Anmerkungen

Fortsetzung auf der Folgeseite.

Zwar wird Peters weiter oben auf der Seite erwähnt und paraphrasiert. Der vorliegende Textabschnitt ist jedoch ohne zusätzliche Angaben nicht der Quelle zuzuordnen, zumal davor ein Zitat von Reuchlein Verwedung findet. Auch diese Quelle wird in beiden Werken im Zusammenhang referenziert. Die bei Peters in Anführungszeichen stehende Übernahme aus Reuchlein ist bei T. J. nicht als wörtliches Zitat ausgewiesen.

Sichter
Hindemith

[12.] Tj/Fragment 125 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 14:42:04 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 125, Zeilen: 7-10
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 106-107, Zeilen: 106: 39; 107: 1-3
Fausts Auftreten erinnert bei der ersten Begegnung eher an das eines unbeholfenen, großspurigen Jünglings als an das eines erfahrenen Mannes. Er scheint nicht der durchtriebene Verführer zu sein, der schon vielen Frauen das Herz gebrochen hat. [Seite 106, Z. 39]

Dabei erinnert sein übertrieben forsches Auftreten bei der ersten Be-

[Seite 107, Z. 1-3]

gegnung eher an das eines unbeholfenen, großspurigen Jünglings als an das eines erfahrenen Mannes. Er scheint nicht der durchtriebene Verführer zu sein, der schon vielen Frauen das Herz gebrochen hat.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf wörtliches Zitat.

Sichter
Hindemith

[13.] Tj/Fragment 129 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 02:11:19 Hindemith
Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 19-34
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 105, 106, Zeilen: 105: 11-16; 106: 9ff
Fausts Liebe ist durch seine Unzufriedenheit und innere Unruhe motiviert. In der kleinen Welt Gretgens erhofft er sich denn auch Rast von seinem Streben. Gretgens innerer Frieden lässt die „Hütte zum Himmelreich“ werden. Er kann ihr aus diesem Grund den Schmuck nicht hinlegen, Mephisto muss dies für ihn tun.

Die anfangs rein sexuellen Wünsche entwickeln sich zu Liebe, die Faust gegen Mephistos Ironie und Unglauben verteidigen muss:

Mephisto:

Denn morgen wirst in allen Ehren

Das arme Gretgen nicht betöhren?

Und alle Seelenlieb ihr schwören?

Faust:

Und zwar von Herzen.

Mephisto:

Gut und schön!

Dann wird von ewger Treu und Liebe,

[Von einzig überallmächtgem Triebe -

Wird das auch so von Herzen gehen?]

Fausts Liebe zu Gretchen ist durch seine Unzufriedenheit und innere Unruhe motiviert. In ihrer kleinen heilen Welt erhofft er sich Rast von seinem Streben. Im Gegensatz zu seinem Kerker, dem Studierzimmer, herrscht in diesem Kerker Seligkeit. Gretchens innerer Frieden läßt die „Hütte zum Himmelreich“ werden. Er kann ihr aus diesem Grund den Schmuck nicht hinlegen, Mephisto muß dies für ihn tun.

[Seite 106]

Wie bei Gretchen sind auch Fausts Gefühle unterschiedlich motiviert, die anfangs rein sexuellen Wünsche entwickeln sich zu Liebe, die Faust gegen Mephistos Ironie und Unglauben verteidigen muß:

Mephistopheles. Denn morgen wirst in allen Ehren,

Das arme Gretchen nicht betören,

Und alle Seelenlieb ihr schwören?

Faust. Und zwar von Herzen!

Mephistopheles. Gut und schön.

Dann wird von ew’ger Treu und Liebe,

Von einzig überallmächtigem Triebe -

Wird das auch so von Herzen gehn?

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[14.] Tj/Fragment 134 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-09 01:17:29 Hindemith
Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 134, Zeilen: 25-27, 102-109
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 108, Zeilen: 12ff
[...]495

Lieschen hat von Sybille496 erfahren, dass Bärbel vor der Ehe schwanger geworden ist und mit der Kirchenbuße bestraft wird.


495 Bergmann (S. 37-64) hat eine von Johann Froitzheim später wieder aufgenommene, aber ansonsten von der Forschung kaum beachtete, in Straßburg bekannte Vorlage für dieses Gespräch, scheinbar nachgewiesen. Es handelt sich um ein Gespräch von vier Dienstmägden an einem Brunnen. Auch hier werden der voreheliche Geschlechtsverkehr und die möglichen Folgen thematisiert. Die Namen zweier der Mädchen lauten: Lissel und Gretel.

496 Als Gattungsname antiker Wahrsagerinnen könnte dies schon ein Hinweis auf das Schicksal Gretgens sein.

Für dieses Gespräch hat Friedrich Wilhelm Bergmann eine damals in Straßburg bekannte Vorlage nachgewiesen, die Johann Froitzheim nach ihm aufgriff, dann aber in der Forschung keine Beachtung mehr fand. Sie soll an dieser Stelle erneut vorgelegt werden, da die Gespräche frappante Ähnlichkeiten aufweisen. Es handelt sich um das Gespräch von vier Dienstmägden an einem Brunnen. Auch hier sind voreheliche Beziehungen und ihre möglichen Folgen Gesprächsthema.356 Auffällig ist der Name zweier Mädchen: Lissel und Gretel. [...] Lieschen hat von Sibylle erfahren, daß Bärbel vor der Ehe schwanger geworden ist und mit der Kirchenbuße bestraft wird. Sibylle, als Gattungsname antiker Wahrsagerinnen verstanden, könnte schon ein Hinweis auf Gretchens Schicksal sein.

356 Das „Vertröülis Brunne-Gschbräch zwische vier Strossburjerische Dienschd-Mäide Lissel, Süsel, Kättel Gredel, uffgesetzd vonn Hans Jerri Werdo, der Schildwaachd, die d'sellemols am Brunne gschdande isch, sins Zeiches e Stroszburjer Kind“ findet sich bei Friedrich Wilhelm Bergmann: Strassburger Volksgespräche in ihrer Mundart vorgetragen und in sprachlicher literarischer und sittengeschichtlicher Hinsicht erläutert, Strassburg 1873, S. 37-64. Vgl. auch Johann Froitzheim: Goethe und Heinrich Leopold Wagner, a.a.O., S. 57f.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith)

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